Indiana Tribüne, Volume 26, Number 299, Indianapolis, Marion County, 10 August 1903 — Page 3

Jndiana Tribüne, 10 August 1903.

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PiuS X. mit glanzvollen Ceremonien vollzogen. Vorkehrungen der Negierung vermieden jeden Unfall. Papst durch die anstrengende Feier erschöpft. Ein Italiener schießt auf Minister' Präsident Combcs. Angeblich soll Attentäter ein Anar chist sein. Greuelthaten maced. Insurgenten fortgesetzt. Bewohner verschiedener Dörfer von ihnen massacrirt. Italien. D i e Krönung. Rom, 9. Aug. Die KrönungsFeier Papst Pius X. ging heute in der Vasilica von St. Peter in Gegenwart der Kircheusürsten und sostiger hohen Würdenträger der Kirche, der Diplomaten und des römischen Adels mit all' der Feierlichkeit und all' dem Glänze vor sich, der bei diesem großar tigsten Ritus der katholischen Kirche angewandt wird. Als der Doyen der Cardinal'Diako ne, Macchi, dem Papste die dreifache Krone auf's Haupt setzte, da erschallten innerhalb des Domes aus 70,000 Keh. len lang anhaltende Jubelrufe und der Chor intonirte, während gleichzeitig die Kirchenglocken der Stadt einfielen, eine Jubelhymne. Die große Basilica, die nach dem Volksglauben unbeschränkt in ihren Raumverhältnissen ist, war bis zum Erdrücken voll. Vor dem Hochaltare war der päpstliche Thron, ein das Auge blendendes Gemisch von Gvld, Roth und Silber, aufgerichtet. Da entgegen dem Herkommen keine Gallerien vorhanden waren, so bot die Basilica mehr als den sonst üblichen Anblick. Vor dem weiß ausgeschlage nen Altare standen die berühmten sil bernen Leuchter und ein prachtvolles Crucisix. Der verfügbare Stehraum im Dome war durch hölzerne Barrieren getrennt, um die Menge in Ordnung zu halten. In den Frühstunden nach Sonnenaufqang lag ein dichter Frühnebel über Rom und man konnte von einem TiberUfer nicht bis zum anderen sehen. Dann kam aber die Sonne mit all' ihrem südlichen Glänze hervor, bis eine unerträgliche Hitze herrschte, und die Steine, Säulen und Statuen schienen die Hitze auf die Tausende, die vor der Kirche warteten, auszustrahlen. Um 6 Uhr kündigte Kirchengeläutc die Oeffnung der Thore an und bei der Ungeduld des Publikums war eS kein leichtes Stück Arbeit für die Polizei und das italienische Militär Ordnung zu wahren. Der Andrang war fürchterlich; Tausende sich unter Geschrei und wilden Geberden drängend, stoßend, dazwischen Rufe um Hilfe. Indessen wurde ge rade die Dichtheit der Menge zur Sicher heit für die Einzelnen. Es sielen ver hältnißmäßig viele Frauen in Ohu macht und auch Männer wurden von der Hitze überwältigt, ernstliche Unfälle blieben aber aus. Glücklicherweise wa ren wenige Kinder da. Nach dem Eintritt in die Kirche galt es noch stundenlanges Warten und die meisten sind 10 Stunden auf den Fü ßen gewesen, 5 vor und 5 während der Ceremonie. Für die Personen mit besonderen Einladungen war ein reservirter Ein gang durch die Sakristei vorhanden. Fürst Massiono kam mit seiner Schwie gertochter Prinzessin Beatrice, der Tochter des Don Carlos; sie erhielten besondere Sitze. Außer diesen war von einer königlichen Familie nur Herzog Robert v. Parma erschienen. Unter dem Adel war eine starke Mischung von Päpstlichem- und Quirinal'Adel. In nerhalb des Vatikan hatte sich in zwischen die aus 500 Personen bestehende Prossion gebildet. Unter allen schien dec Papst der Einzig Ruhige. Er war ungewöhnlich früh aufgestanden und in den Vatikan. Gär ten spazieren gegangen. Nachher kleide ten ihn die Cardinäle an. Vor dem Besteigen der Sedia Gesta toria bat er um seine Brille und als der Ceremonienmeister diskret bemerkte. der Papst würde ohne sie besser aus sehen, meinte er : Ich will nicht schei

nen, was ich nicht bin." Er trug dann auch die Brille während der ganzen Feier. Die Hauptsigur in der Procession war Pius. Seine schweren weißen Roben und die golddurchwirkte Mitra trug er ohne Mühe, ein lebhafter Gegensatz zu den denkwürdigen Anlässen, als Leo XIII. diese Gewänder trug, deren Schwere ihn stets zu Boden drücken schien. Ueber dem Haupte des Papstes hiel ten 8 Männer einen Thronhimmel, während die historischen Fächer aus Straußenfedern für die Augen des Westländers etwas von barbarischem Glänze hatten. Der Papst war von der Nobelgarde umgeben, vor ihm gingen die Cardinäle, die CardinalBischöfe, CardinalPriester und Cardinal-Diakone. Vor dem Verlassen des Vatikans betete der Papst in der Sirtinischen Capelle, von da ging es durch die Sala Regia und die Constantinische Trevpe nach dem Porticus der Basilica. Hier setzte sich der Papst auf einen Thron, vor der heiligen Thüre, den Sitze für das Cardinals-Collegium, das Capites der Peterskirche und den päpstlichen Hof umgaben.

Zur Rechten des Thrones stand Fürst Orsini, unmittelbar neben dem Papst amen der Ceremonienmeister u. A., darunter Dr. Lapponi. Nach einem Gesang des Sirtinischen Chors schritt Cardinal Rampolla vor und küßte kniend den Fuß des Pontifcx, worvuf er den Glückwunsch des Capitels der Peterskirche darbrachte. Sodann zog die Prozession durch die Thüre der Basilica; das mittlerweile ungeduldig gewordene Publikum begrüßte das Nahen des Zugs mit lautem Zuruf. Der Enthusiasmus, der sich in Rufen wie 'Pius, unser Papst, unser Vater" äußerte, war sehr lebhaft, trotz großer Plakate, die Zurufe verboten. Die Rufe hielten an, bis sich der Papst erhob und die Menge segnete, zugleich ein Zeichen machend, das ein ehrwürdigeres Benehmen verlangte. Als der Chor mit Ecce Sarerdos Magnus" eintrat, wurde es still. Dann kam eine seltsame Ceremonie. Der Ceremonienmeister kniete 3ntal vor demPapste, jedesmal eineHandvoll Hanf an einer silbernen Fackel unter den Worten verbrennend, Heiliger Vater, also verschwand der Ruhm dieser Welt." Nach weiteren Ceremonien wurde der Papst unter erneuten Rufen, Schwenken von Tafchentüchern, Fächern und Hüten zum Throne getragen. Zwei Reihen von Cardinälen in ihren Silber- und Purpur-Gewändern erstreckten sich bis zum Hochaltar, um geben von Wachen, Mönchen und Beamten. Der Papst schritt hierauf zum Hochaltar. der über dem Grabmal des Petrus stand, in welchem unterdessen Cardinal Macchi ein Gebet verrichtete. Nach der Rückkunft aus der Crypta des Petrus legte Cardinal Macchi das pontifikale Pallium dem Pontifex um die Schultern, den Mantel mit 3 goldenen, juwelengeschmückten Nadeln unter einer kurzen Ansprache befestigend. Hiernach wurde unter großem Pompe eine Messe abgehalten, wobei die Stimme des Papstes zusehends an Festigkeit gewann, bis sie selbst im entferntesten Winkel der ungeheuren Kirche vernehmbar war. Als der Papst zum Throne zurückge kehrt war, küßten ihm Cardinäle, Erz bifchöfe, Bischöfe und Aebte Hände und Füße, was der Papst mit Umarmungen erwiderte. Der Papst schritt sodann zum Schreine des Petrus, wo der Höhe Punkt der ungewöhnlich ermüdenden Ceremonie stattfand. Das Cardinals-Collegium sammelte sich um den Papst unter Gesang; auch der Chor stimmte einen Gesang an. Nachdem Cardinal Macchi das Va ter unser" nebst einem anderen Gebete gesprochen, entfernte Cardinal-Diakon Segna die Mitra des Pontifex und Cardinal Macchi setzte ihm die dreifache Krone auf's Haupt. In diesem Augen blicke ertönten die Kirchenglocken, der Schall der Sill r - Trompeten, der Triumvhgesang des ChorS und die Zu rufe der Menge ließen sich nicht länger unterdrücken. Nachdem die Stille wieder hergestellt war, sprach Cardinal Macchi zu dem Papste auf lateinisch die Worte: Empfange die Tiara, mit drei Kronen geschmückt. Gedenke, daß Du der Vater von Fürsten und Konigen bist, der Lehrer der Welt, der Stellvertreter auf Erden unseres Erlösers Je sus Christus, der die Ehre und den Ruhm aller Jahrhunderte bildet".

Der Papst war fast mit seiner Kraft

zu Ende und konnte kaum noch den. apostolischen Segen ertheilen. Die Procession verließ hierauf in der glcichen Weis?, wie sie gekommen, die Basilica. Ter Papst war sichtlich stark angegriffen ; seine rechte Hand zitterte, als er sie wieder und wieder segnend erhob. Als die Feier zu Ende war, wurden alle AuSgänge zur Basilica geöffnet und nach kaum einer Stunde hatte sich die gewaltige Kirche geleert. Vielleicht hat Leo XIII., trotz seiner schattengleichen Erscheinung, die Krönungs - Anstrengungen besser krast seines eisernen Willens ertragen als der kräftige PiuS. Ter Papst äußerte gegenüber dem Herzog v. Parma, er werde dem Lärme in der Kirche ein Ende machen. Es sei eine Beleidigung gegen die Religion. Die Ursache, daß keine ernstlichen Unfälle vorkamen, rührl vor allem von der guten militärischen und polizeilichen Organisation her. Ter kranke Premier Zanardelli blieb selbst in Rom. um die Oberaufsicht zu führen. Er reiste sofort nach der Krönung ab mit den Worten Rom und Italien haben der Welt einen Beweis von der Freiheit der Kirche gegeben." Cardinal Gibbon? reiste nach der Krönung nach dem Schlosse Gandolso in Begleitung Kennedy's, Rektors am amerik. Colleg. Außer Gibbons und Kennedy nahmen von Amerikanern an der Krönung Theil: Das gesammte amerik. Colleg, der Erzbischof von Manila. Mgr. O'Connell, Rector der Washington Universität and Rev. Charles P.Grannan, Professor daselbst, die Pfarrer Wall und John E. Burke von New York, Pfarrer E. W. Fowle? von Sioux City, Ja., und Pfarrer Thomas B. Donovan von Montgomery, Ala. Von der Familie des Papstes war nur sein Neffe Parolin, ein Priester, zugegen. Heute Abend sind alle Kirchen und religiösen Institute und viele PrivatHäuser illuminirt. Das morgige Consistorium ist wegen Ermüdung des Papstes verschoben. Frankreich. Attentat auf Combes. Marseille, 9. Aug. Als Ministerpräsident Combes heute Nachmittag nach der Präsektur von einem Bankette zurückkehrte, an dem sich Marine-Mini-ster Pelletan, Henri Brisson, der Abgeordnete fürMarseille und eine Anzahl Senatoren und Abgeordnete betheiligt hatten, wurden auf seinen Wagen 2 Pistolen - Schüsse abgefeuert. Weder der Premier noch einer seiner Begleiter ist verletzt. Der Mordversuch auf den Präsidenten des CabinetS rief große Aufregung hervor und die Menge machte die Polizei auf den Attentäter aufmerksam, einen Mann in der Kleidung eir.es Fischers. Sein Begleiter zog ein Met ser, er wurde aber sofort von der Polizei entwaffnet. Es kostete der Polizei große 'Schwierigkeit, den Attentäter vor der Menge zu schütze; Er setzte sich verzweifelt zur Wehre, war aber bald überwältigt und gefesselt nach der Prä fektur gebracht, wo sich Herr CombeS bereits eingefunden hatte. Das erste Verhör des Gefangenen fand in Gegenwart des Ministerpräsi denten statt. Der Mann nannte sich Sauvaire Picolo. Er sprach sehr schlechtes Französisch mit starkem ita lienischen Accent. Er leugnete, die Schüsse abgefeuert zu haben, aber es wurde ein soeben benutzter Revolver bei ihm gefunden. Man glaubt, daß Picolo und sein Genosse, der in der Verwirrung entfloh, Anarchisten sind. Der Polizei ist bekannt, daß eine An zahl Anarchisten in Marseille weilt. Nach einer amtlichen Version warfen 5 Leute Tomaten nach dem Wagen des Ministers und zogen bei einem Kampfe mit der Polizei Revolver. 3 der Leute seien durch Schüsse der Polizei verwundet. Combes ist Abends nach Paris zuückgereist. Türkei. Mordthaten der Insu rg e n t e n. Constantinopel, 9. Aug. Hilmi Pascha, der General-Jnspektor der Reformbewegung, theilt mit, daß die Insurgenten im Distrikt Clisuri, Vilayet von Monastir, in großer Zahl das Dorf Djivarek bei Kastoria angriffen und die Einwohner, einschließlich Frauen und Kinder, ermordeten. Ihre Wuth erstreckte sich dann noch aus benachbarte Dörfer; sie machten viele Gefangene, die sie zum Theile bei lebendigem Leibe verbrannten.

Auch einige griechische Bauern wur-!

den umgebracht und im Vilayet Okh rida machten die Insurgenten gleich falls Angriffe auf muselmänniscke Dörfer. Ermordung der PostEscorte. S a l o n i ch i , 9. Aug. Eine Bande Bulgaren ermordete bei Resna die Wachen, welche die Post nach Mo nastir begleiteien und raubte eine große Summe Geldes. Nudland. Der Streik. K i e f f , 9. Aug. Der Straßenbahndienst ist wieder hergestellt. Die Straßen werden aber noch immer von Kossacken und Infanterie abpatrouillirt. Es sind scharfe Maßnahmen getroffen, um Arbeiter an Znsammenkünften zn hindern. Die Wirthschaften sind geschlössen; die meisten Bäckereien nicht in Betrieb. Portugal. Erderschütterung. Lissabon, 9. Aug., Mitternacht. Lissabon und Umgebung wurden heute kurz nach 10 Uhr Nachts von einem heftigen Erbbeben heimgesucht. Die Erschütterung währte 2 Sekunden. Große Bestürzung und einiger Schaden war die Folge; indessen keine Unglücksfälle. Teutschland. Neutralität bei der P a v st w a h l. Berlin, 9. August. Die Nachlese der Papstwahl zeitigt ein ganzes Bündel unbegründeter Meldungen und Gerüchte, die dem Anscheine nach von Denjenigen in die Welt gesetzt werden, welche über das Ergebniß des Conclave enttäuscht sind. Zwei der gröbsten fal schen Nachrichten werden hier von amtlicher Seite audrücklich dementirt. Zunächst wird die aus Rom verbreitete Kunde, daß das angebliche Veto der östcrreichisch-ungarischen Regierung gegen Cardinal - Staatssekretär Rampolla's Erwählung zum Papste im Einvernehmen mit Deutschland erfolgt sei, für unwahr erklärt. Diese Geschichte muß um so mehr aus der Luft gegriffen erscheinen, als von Wien aus mit Bestimmtheit versickert wird, die österreichische Regierung habe weder durch Cardinal Gruscha, noch irgend einen Anderen den fraglichen Protzst erhoben. Als ebenso unwahr werden die Behauptungen französischer Blätter bezeichnet, daß Sarto's Wahl deutschen Intriguen zu verdanken gewesen sei. Deutschland nahm, wie von amtlicher Seite nochmals betont wird, keinerlei Stellung zur Papstwahl und enthielt sich jeder Einwirkung auf die Entschlic ßungen des Conclave. Eine telegraphische Anfrage betreffs der Haltung des neuen Papstes gegen über Deutschland und Italien beant wertete Cardinal - Fürstbischof Georg Kopp von BreSlau aus Rom wie folgt: Gegen Deutschland freundlich, fried lich; gegen Italien zurückhaltend, scho nend, nicht reizend." Base-Ball. American-Association. Die gestrigen Spiele resultirten wie folgt: Louisville, 9. Aug. Louisville 2 12010001 7 St. Paul 000200000 2 Toledo, 9. Aug. Toledo 0 12 7 12 13 Kansas City 0 01 0 013 5 ColumbuS, O., 9. Aug. Columbus 0000100001 Milwaukec....00 0 0 00 021 3 National-Liga. Die gestrigen Spiele resultirten wie folgt: Cincinnati, 9. Aug. Cincinnati 0 20 0 03 00 5 St. LouiZ 00000101 02 Chicago, 9. Aug. Chicago 0 1100002 4 PittZburg. ... 00001000 23 Der weit und breit bekannte Fesselkünstler Williams, der nach Art Houdinis sich auf offener Bühne xrn jeder Fessel befreit und in Varieteteatern fast aller Länder lebhafte Erfolge erzielte, wurde aufGrund eines Steckbriefes in Lübeck festgenommen. weil er in England verschiedene Einbrüche rerübt hat. In Krakau wurden drei Männer verhaftet, die verdächtig sind, dort und in der Umgegend an Schullinde: vergiftete Bonbons vertheilt zu hben. 6 Kinder sollen nach dem Ge nuß dieser Süßigkeiten gestorben sein.

Big 4 Route

...Ercursioncn... Sonntag, w. Ang. 81.25 Cincinnati u. zurück Spezielle SchnelUüae nickt auf wifckenstatlonen, weder auf der Hinfahrt noch auf der Rückfahrt anbaltendwerden vom Indianapolis Union Bahnhof um 7 Uhr Morgens abfahren und verlassen den C'ntral Union Bahnhof in Cincinnati um 7 Uhr Abends zur Rückfahrt. Terre Haute $1.00 Greencastle 75c Rundfahrt. Spcvalzug wird abfahren vom Jndianapolis Uuion Bahnhof um 7 Uhr Morgens und verläßt Terre Haute um 7 Uhr Abends. frur Billette und Auskunft wende man sich an die Ticket Office No. 1 Ost Washington Str. oder an die Ticket Office nn Union Bahnhof. H. M. Bronson. A. 0. P. A. Furnaces, Eisen- und Blcch-Arbeiten, Joseph Gardner, 37 41 Kentucko Aven Telephon 322. Dachrinnen, Wasscrlöhren und Reparaturar betten bewrgt. Vismarck und Wilhelm der Vrste. Ec' ist noch nicht lange her, daß der Gcschichts-Professor Ottokar L o i c n z in Jena auf Grund vieler von ihm ',;efaii:melten Quellen die Ü5 Häuptling aufstellte: nicht Viomarck, sondern ill'elill der Erste sei der ei gentlichc Schmied des neuen deutschen Reichs, Vimarck habe sich sogar be treffe der Herst.llumi deö Neiä ec- recht schwach goigt, so namentlich ivc;t über von T'anelu. ?lach Lorenz nxire in der 'Zvct Blömrck beim E::u sllnicwerte nur der Handlanger" Wlhelm's deö Ersten gewesen, wie sich der jetzige Kaiser in einer der unglü! lick'.?:en seiner Reden einmal auög drückt hat. Nun ist eö durch die vor zwei Jh ren erÄici'cne Sammlling von Br:e fen W'.lhclm's des Ersten bewiesen, dafz d!efer mit viel Einsicht den ge naucstLn Antheil an den Staatögeschälten nahm. Toch ebenso ist es er wiesen, das; Bismarck, und kein Ande rcr es war, der das Einignngswerk. AUwcilcu sogar im entschiedensten Wi derspruch mit Wilöclm dem Ersten, auf's Kühnste und Genialste einleitete und durchführte. Lorenz wurde denn auch schon gern gewaltig von Fachgeuossen auf Grund seiner eigenen Quellen abgeführt. Und jetzt hat ihn einer der bedeutendsten und zuverlässigsten Geschichtschrei ber der Gegenwart, Professor Her m a n n O n ck c n, der würdige Nachfolger von Wilhelm Oncken, im neue sten Band der Forschungen zur brandenburgi schen und preukischenG?. schichte" auf's Bündigste widerlegt. Was Bismarck's angebliche Tchwa che gegen Bayern bei Errichtung des Reiches betrifft, so thut Oncken fol gendes dar: Bismarck schätzte den bayrischen Staat immerhin als Macht ein, als eine N?alität, die Respekt erforderte, und mit der man in dem neuen Reichs auf alle yaUe rechnen mußte; gut bo handelt konnte sie eine Stütze des ?!eu geschaffenen, genöthigt aber mußte sie ein ernstes Hemmniß werden. Die ganze Vayernpolitik Bismarck's ist von dem gesunden Realismus ge tränkt, der sein ganzes Lcbenswerk auszeichnet, sie ist ein wohlbegrcifli ches Werkstuck des ganzen Baues." Was aber die Hauptfrage, die aroi' schen Bismarck und Wilhelm dem Er sten, betrifft, so gelangt Hermann Oncken auf Grund der zwingendsten Ouelleumaßgabc zu den folgenden unumstößlichen Prächtigen Schlüssen: Tie Wahrheit ist nicht aus der Welt geschafft, daß in den Jahren 1862 bis 1871 die Schöpfung des Reichs von Bismarck ausgegangen ist; er hat nicht Alles gethan, natür lich nicht, sondern eine unsäglicheMasse des Verdienstes gebührt den verantwortungsvoll Mithandelnden Wilhelm dem Ersten an erster Stelle, ferne? auch allen Mtstrebcnden, wie jenen Patriotischen deutschen Fürsten, und schließlich All:, die in ihrem Kreis, bis zum letzten Trainsoldaten herab, während des Fcldzugcs ihre Pflicht und SckTllldigkcit thaten: aber der Mann der jedesmal entscheidenden Entschließungen auf dem Weg zum hohcnzollern'schcn Kaiscrthum ist in jedem Stadium Bismarck gewesen, und deshalb dürfen wir ihn als den schöPfcrischenGründerdes Reichs bezeichnen, ohne den Andern ihre Kränze, und den reichsten und schönsten Wilhelm dem Ersten zu ver sagen." Fische lebend zu versenden. Man lasse eine Vrodkrume sich mit Branntwein vollsaugen, stopfe damit das Maul des Fisches voll und gieße noch etwas Branntwein hinherher. Hierauf wickelt man den Fisch in frisches Stroh, befestigt es mit Bindfaden und umwickelt dies mit Lein wand. Am Bestimmungsort wird der Fisch vom Stroh befreit und schnell in's Wasser gebracht. Nach kurzer Zeit kommt er wieder zu sich. Man kann auf diese Weise Fische bei der Versendung acht Tage lebendig erhalten.