Indiana Tribüne, Volume 26, Number 298, Indianapolis, Marion County, 8 August 1903 — Page 6
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Indianer Tribünc, . August 1903.
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Europäische Nachrichten.
HesterreilH'lrrgarn. Wien. In einem Coupe erster Klasse des von Payerbach hierher derkehrenden Postzugis wurde bei der Einfahrt des Zuges ein junger Mann in Touristenanzug todt aufgefunden. Die Leiche wurde als die des Comptoiristen Josef Rogozan von hier agnoszirt. Rogozan soll eine Defraudation verübt und aus Furcht vor der peinlichen Verfolgung seinem Leben ein Ende gemacht haben. In der Kurhauskapelle auf dem Stefansplatz feierte fc im 75. Lebensjahre stehende Hof - Schuhmachermeister Karl Barromäus Bühn mit seiner Gattin Antonia Theresia di goldene Hoch5eit. Der Jubilar ist ier Leibschuhmacher des Kaisers, welchen er schon seit 26 Jahren bedient. Zu einem plötzlich irrsinnig gewordenen Bäckergesellen wurde der Arzt Dr. Leopold Nakowitsch gerufen. Als er zu dem Kranken kam, nahm dieser einen schweren Hammer und schlug den Arzt so furcytbar auf den Kopf, daß er tödtlich verletzt zusammenbrach. Nakowitsch ist in seiner Wohnung gestorben. B r ü n n. Dem Hofrathe bei der hiesigen Statthaltern, Dr. Hermann Freiherrn v. Pillersicrff wurde das Ritterkreuz des Leopoldordens verliehen. Der in weiten Kreisen bekannte hiesige Fabriksdirektor Karl Kailer feierte mit seiner Gattin, Wilma Kailer, geb. Just, im engsten Familienkreise das Fest der silbernen Hochzeit. Dieselbe Feier begingen ferner Prokurist der hiesigen Anglobanksiliale Hugo Lindner nebst Ehefrau. B u d a p e st. Staatssekretär Toepke wurde zum Vice - Gouverneur der Oesterreichisch - Ungarischen Bank ernannt. Staatssekretär im Finanzministerium wird an dessen Stelle Ministerialrath Popovics. Zwischen dem Journalisten Loran und dem Obergespan Zoltan Decsy fand infolge eines Zeitungsangriffs ein Pistolenduell mit zweimaligem Kugelwechsel statt. Beide Duellanten blieben unverletzt. ' S t e r n b e r g. In Stefanau ist der 32jährige Walzwerksarbeiter Josef Salomon infolge eines epileptischen Anfalles in einen Teich gestürzt und ertrunken. Karlsbad. Dr. Wolfgang Neubauer, einer unserer beliebtesten und Pflichtgetreuesten Badeärzte, feierte sein 40jähriges Arztjubiläum, von welche? langen Zeit auf seine hiesige Praxis allein 37 Jahre entfallen. T e s ch e n. Der hiesige evangelische Pfarrer Arnold Zlik feierte sein 40jähriges Amtsjubiläum, aus welchem Anlasse ihm mannigfache Ehrungen von der evangelischen Kirchmgemeinde und zahlreichen Freunden und Vereh" rern, die er sich während seiner vierzigjährigen ununterbrochenen Thätigkeit als evangelischer Seelsorger erworben hat, zugedacht wurden. Luxemburg. Luxemburg. Man hat bcgonnen, die neue, verlegte Straße vor dem Hause Wintersdorf zum Liebfrauenkirchhofe hin anzulegen. Durch Höherlegung wird die frühere steile Steigung beseitigt. D a s b u r g. D?r Actaer N. Roßelcr war mit seinem Gespann nach Clerf gekommen. Auf der Landstraße kam er unter das Fuhrwerk; ein Rad des schwer befrachteten Wagens ging ihm über den Kopf, so daß er todt zur Stelle blieb. E ch t e r n a ch. Das zweijährige Söhnchen der Eheleute Joh. SchiltzFoos stürzte in einem unbewachten Augenblick kopfüber in ein mit Wasser gefülltes Waschfaß und mußte den Tod des Ertrinkens erleiden. Grevenmacher. Eine Frau fand die Leiche des vor Kurzem verschwundenen 55 Jahre alten Peter Fürst in der Mosel. Das Recept als Wahlzettel.
Ein heiteres Vorkommniß ereignete sich am Tage der Stichwahl für den deutschen Reichstag im Wahllokal des 30. Bezirks, Restaurant zur Malschule an der Augustenstraße in München. Ein älterer Privatier wollte dort seine Bürgerpflicht ausüben, besuchte aber vorher noch seinen Arzt, der ihm wegen eines rheumatischen Gliederreißens zwei Dampfsolebäder verschrieb. Im Wahllokal verwechselte der Mann in der Aufregung und Eile das ärztliche Rezept mit dem Wahlzettel und übergab es dem Wahlkommissär. Erst als er im Bade ankam und das Rezept vergebens suchte, bemerkte er die Vc?wechslung und kam wieder in das Wahllokal zurück, um sich das Rezept aushändigen zu lassen, was natürlich abgelehnt werden mußte. Am Abend bei der Feststellung des Wahlergebnisses erregte die Bekanntgabe der dem Reichstag verordneten zwei Dampfsolebäder unter den Anwesenden schal lende Heiterkeit. D i e zer st reute Hausf r a u. Ach Gott, jetzt wollte ich die Eier mit Zwiebelschalen kochen, damit sie etwas Farbe bekämen, und nun habe ich Zwiebeln oekocht mit Eierschalen!" Unter Kaufleuten. Hans, ich hab' mich soeben mit dem reichen Fräulein Rosa Meier heimlich verlobt! . . . Aber schweigen!" Selbst, verständlich ich werde doch kein Gesckäftsaebeimniß verratben!"
BevelS Ervsaiast. Die Nachricht, daß dem Sozialisten führer Bebel eine Erbschaft von nahezu 400,000 Mark zufällt, ist richtig. Ueber die Person des Erblassers, des am 22. Mai d. I. in der Oberbayerischen Kreisirrenanstalt in München Verstorbcnen bayerischen LeutnantsKollmann, erfahren die Münchener Neuesten Nachrichten" Folgendes: Kollmann, der Sohn eines Augsburger Bu.händlers, diente im Jnfanterie-Leibregi-ment und hat den Feldzug 187071 mitgemackit. Im Jahre 1879 scheinen sich die ersten Anzeichen einer geistigen Erkrankung bei ihm gezeigt zu haden; wegen verschiedener Skandale wurde damals militärische Untersuchung gegen ihn eingeleitet, die damit endete, daß er für unzurechnungsfähig erklärt wurde. Das Testament, in welchem er Bebel als Erben der Hälfte seines Vermögens einsetzte, hat er während der Untersuchung, also noch zur Zeit, als er im Dienste stand, aufgesetzt. Im Januar 1880 oder 1881 entfloh er vor der drohenden Jnternirung in einerJrrenanstalt aus Bayern und nahm seinen Wohnsitz in Ulm. Auch hier fiel er bald durch seine Absonderlichleiten überall auf. So pflegte er mit Vorliebe die Exerzierplätze aufzusuchen und daselbst laute Kritik an den militärischen Leistungen zu üben. Am 31. Mai 1881 wurde er auf Antrag der Ulmer Staatsanwaltschaft entmündigt und im gleichen Jahre noch in die Irrenanstalt in München verbracht, wo er noch volle 22 Jahre gelebt hat. Sein Vermögen, das in der Hauvtsache von einem Gewinn in der österreichischen Lotterie stammt, betrug zur Zeit der Entmündigung 400.000 Mark und hat sich seitdem nahezu verdoppelt. Als Erben kommen zwei Brüder und eine Schwester und zwei Kinder einer verstorbenen Schwester in Betracht.
Leo XIII. und der Wein. er Papst Leo XIII. hatte in den vatikanischen Gärten einen Weinberg großgezogen, den er mit väterliche: Fürsorge pflegte. Alltäglich, wenn das Wetter es gestattete, ließ er sich zu seinen geliebten Reben tragen und mit prüfendem Auge betrachtete er das kräftig blühende fruchtreiche Geranke, und entdeckte er ein vergilbtes Blat: oder eine dun?elnde Beere, so mußte rasch ver Winzer herbei, um bcruhigendc Auskunft zu geben. Was der Weingarten gekostet hat, darüber geh:n im Vatikan unsichere Gerüchte um. Der Papst gestattete Niemand einen Einblick in seine Nechnungsbücher; um so freigebiger war er mit den stattlichen Trau, den, die nach dem ersten Augustregen goldig heranzureifen beganmn. Auch i diesem harmlosen Zeitvertreib des römischen Oberhirten hat sich der geschästige Handelstrieb der Gegenwart eifrig versucht. Eine Gruppe von Spekulanten hatte dar etna drei Jahren an die Verwaltung des Peterspfennigs die Bitte gestellt, das Erzeugniß des vatikanischen Weingartens auf der Pariser Weltausstellung zu verkaufen, und um der Nachfrage zu entsprechen, durch eine an Farbe. Gehalt und Geschmack gleichartige Waare das fehlende ersetzen zu dürfen, vorausgesekt, daß die Etiketten für beide dieselben seien. Der Erlös sollte zur Halste dem Pcterspfennig zufließen. Der Kardinal, dem die Verwaltung und Mehrung der päpstlichen Kasse oblag, glaubte dem Papst die Sache unterbreiten zu müssen. Dieser aber fragte erstaunt und ziemlich ungnadig: ..Wie. am Ende meines Pontifikats soll icö auch Weinhändler werden und Weinverderber dazu? Nein, mein lieber Kardinal, die Sorge will ich meinem Nachfolger überlassen. Lclzrcr nn Schüler. .Im Pariser Konservatorium fanden dieser Tage die üblichen Preisbewerbungen statt. Den Rompreis (sür die beste Komposition) erhielt ein junger Mann Namens Laparra. ein Schüler des bekannten Komponisten und Musikdirektors Faur6. Als öffentlich verkündet wurde, daß Laparra den ersten Preis erhalten habe, brach im Saale 'des Instituts ein stürmischer Beifall los. Nur Professor Faur.. der Lehrer des preisgekrönten Komponisten, blieb ernst. Laparra eilte in seiner Freude auf ihn zu und streckte ihm die Hand entgegen, aber Faurö wies ihn mit einem kalten, trockenen Mein Herr!" zurück. Dann sagte er verächtlich: Das Urtheil' ist ungerecht. Sie haben den ersten Preis nicht verdient." Ganz aufgebracht erwiderte Laparra: Sie sind ein großer Künstler, mein Herr, aber Sie sind ein sehr schlecht erzogener Mensch!" Fast wäre es zwischen den Beiden zu einer Prügelei gekommen: aemeinsamc Freunde mußten sie mit Gewalt trennen. Faur hatte gehofft, daß sein Lieblingsschüler Ducasse den ersten Preis erhalten würde, daher sein Grell gegen Laparra. Während der Preisvertheilung erregte Frau Diculafoy. eine reifere Dame, die sich durch ihre Forschungsreisen einen Namen gemacht hat. im Saale berechtigtes Aufsehen, da sie nämlich in einem hellgrauen Sommeranzug erschienen war wohlverstanden, in einem MännerAnzug! Angevractzte zZe.ncrlruug. Oberlehrer (in einer einzigen Klasse nicht weniger als fünf Namens Müller zählend, alles Söhne von Beamten und Kaufleuten, darob zur Klasse): Nein, wie merkwürdig, fünf Müller und keine Mühle!"
Trauriger Tod eines Kriegs beiden. Ein Schlachtenheld unter einem Eisenbahnzug sterbend dieses Loos hatte der achtzigjährige Gen e r a l John Henry Hbart Ward. In Orange County bei New Jork wurde er von einem Eisenbahnzug überfahren und getödtet. Als hochgebildeter junger Mann zog Ward einst in den Krieg gegen Mexiko, focht tapfer in den Schlachten zwischen Vera Cruz und der Stadt Mexiko und wurde infolge seines Heldenmuths besonders belobt. Als Oberst des 38. New Jorker Freiwilligen - Regiments ?og er in den Bürgerkrieg und zeichnete sich in den Schlachten ver PotomacArmee, namentlich als Divisionsf-ihrec bei Gettysb? rg. höchlich aus. Er war rüstig und arbeitsam bis zum Tod und arbeitete noch als erster Unterbeamter im Bureau des County - Clerks von Orange. Aus so manchem heißem Kampfe und dichtem Kugelregen ging er unversehrt hervor. Und so unglücklich mußte er als Achtzigjähriger sterben! Tie neuen scrbtscZicn Briefmarken sind natürlich in Sammlerkreisen mit Spannung crnartet worden. Ihr Aussehen rechtfertigt keineswegs den ihnen vorausgegangenen Ruf, daß sie die schönsten sein sollten, die Serbien bisher verausgabt hat. Es ist viel mehr eine Ailshilfsausgabe. die ver muthlich mir kurze Zeit im Gebrauch sein und daher eine wilde Sammel jagd entfesseln wird. Die neuen Werthzeichen geben noch das Bildnis; des ermordeten Königs Alexander, das jedoch mit einem Stempel, der das Irdische Wappen vorstellt, so überdruckt ist, daß der Kopf des Kö mgs völlig verdeckt wird. Der Stem pel ist je nach dem Werth der Marke schwarz, blau, violett oder roth. Aus gegeben sind Werthzeichen zu 5, 10, 15, 20, 25, 30 und 50 Para und zu 1, 3 und 5 Dinars (Franken). Eine weitere Ausgabe mit dem Bilde des Königs Peter 1. ist in wenigen Tagen zu erwarten.
Hummer-Koteletten. Von zwei bis drei gekochten Hummern bricht man das Fleisch aus und schneidet es in Würfel. Dann bereitet man eine weiße, dicke Sauce, gibt Salz, Pfeffer, etwas Hummer- ode: Krebsbutter hmein, fügt auch das Hummerflcisch hinzu, läßt tl unter vorsichtigem Umrühren aufkochen und dann erkalten. Nachher formt man aus der Masse Koteletten, spitzt das eine Ende, panirt sie zweimal, bäckt sie in vollem, heißen Fett aus und steckt in das spitze Ende eine Hummerschcere und garnirt sie mit gebackener Petersilie. Jakob und Laban. Louis östall, ein liebedürstendcr Kanadier. verliebte sich bis über die Ohren in die bildhübsche Tochter des Farmers Emrich bei Hamlin. N. und verpflichtete sich dieses Frühjahr, auf der Emrich'fchen Farm bis zum Herbst umsonst zu arbeiten, wenn ihm das schöne Farmerstöchterlein die Hand zum sogenannten ewigen Bunde reiche. Estall arbeitete sehr fleißig und erhielt keinen Lohn, höchstens ein paar Cents, damit er sich Tabak kaufen konnte. Aber von einer ehelichen Verbindung ließ weder PapQ Emrich, noch sein Töchterchen ein Wort verlauten. Estall kam die Sache nicht geheuer vor, und er beschloß, derselben auf den Grund zu gehen. Da machte er nun kürzlich an einem Sonntag die Entdeckung, daß :in junger Nachbarssohn Fräulein Emrich zu einer Spazierfahrt aufforderte, und als die Beiden bei ihm vorbeifuhren, hörte er ihr fröhliches Gelächter und hörte auch, daß Beide über ihn schlechte Witze rissen. Estall forderte nun wuthentbrannt seinen Lohn von dem alten Emrich. Aber der Farmer lachte ihn nur aus und sagte, wenn er die Liebschaft etwas eifriger betrieben hätte, hätte ihn der junge Nachbarssöhn bei seiner Tochter nicht ausgestochen. Estall verklagte stracks den Farmer auf $200 rückständigen Lohn. Außerdem beschloß er, eine Klage wegen Bruch des Eheversprechens anhän gig zu machen und als Herzenspflasier die Summe von $2000 zu verlangen. Erblindender Sträfl i n g. Der bejahrte Mörder George Jones, welcher sich seit 18 Jahren gelähmt in einer Dunkelzelle des CountyGefängnisses von Oakland, Kal., befindet, erblindet nach und nach. Der Mann ist bereits 93 Jahre alt, er kann sich kaum mehr bewegen, da .seine Beine gänzlich abgestorben sind. Am Abend des 18. Januar 1885 begab sich JoneS in den Salon eines gewissen Dutil in Oakland und bestellte ein Glas Bier. Als sich der Wirth umdrehte, um das Bier einzuschenken, versetzte ihm Jones mit einem Stein einen Hieb auf den Kopf. Dutil starb an der Wunde. Jones wurde zum Hängen verurtheilt. Aus technischen Gründen bewilligte das Supremegericht dem Gefangenen einen neuen Prozeß. Ehe es jedoch zu diesem zweiten Prozeß kam, wurde Jones von einem Schlage gerührt, der seine unteren Extremitäten total lähmte. Zweimal die Woche heben ihn andere Gefangene von seinem Lager und baden ibn. . Mitdcruuasgrunv. Richter: Sie sind also geständig, dem Kläger Ihren Maaßkrug an den Kopf geworfen zu haben, wollen aber die That ohne Ueberlezung ausgefiihrt haben. Wie wollen Sie das glaubhaft machen?" B a u e r : Es war noch a Bier drin, Herr Richter!"
ikilöltö aus Saloniki.
Zusammensetzung der Bevölkerung der mazedonischen Hafenstadt. ZZusammenbruch der yrdebung Alte und grosje jüdische Kolonie Sympathien der ansässlgkn Teutschen aus ZtU der Moham medaner. Der Versuch des mazedonischen Re-dolutions-Komites, eine große Erhebung herbeizuführen, ist nunmehr als gescheitert zu betrachten. Die Sommermonate bilden wie überall die stillste Zeit im Jahre, bis nach der Ernte das Unwesen wieder beginnt. So ist es bei dem Räuberthum auf dem Balkan immer gewesen. So mancher Bulgare, der die verborgene Flinte hervorgeholt hatte und umhergezogen war, um die Propaganda zu fördern, mohammedanische Feldhüte: und Grundherrn abzuschießen, und Christen, die sich den Anordnungen des 5iomites nicht fügen wollten, zum Gehorsam zu zwingen oder zu todten, kommt jetzt in sein Dorf zurück, vergräbt da2 Gewehr und greift zum Sichel und zum Pflug. Auch hat die ganze Organisation einen sehr schweren Stoß erlitten, ihre Mittelpunkte sind entdeckt und zerstört, das kunstvolle Netz ist zerrissen und eine Menge von Schriftstücken sind in den Besitz der Behörden gelangt, die auf weitere Spuren leiten. Bei dem Interesse, das die jüngsten Vorgänge in Mazedonien beanspruchen dürfen, ist es angezeigt, der bunten Zusammensetzung der in der großen Hafenstadt des Landes, Saloniki, lebenden Vevölkerungselemente erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken. Numerisch ist die gegen 80,000 Köpfe zahlende Ju'denschaft überwiegend. Seit der römischen Zeit ist in Saloniki immer eine starke jüdische Kolonie vorhanden gewesen, unter welcher schon Apostel Paulus für die neue Lehre AnHänger warb. Kunst und Wissenschaft wurden von ihr gepflegt, und der berühmte Reisende Benjamin von Tudela fand von Arta in Epirus bis nach Thessalonike überall seine Glaubensgenossen als Handwerker. Ackerbauer und Industrielle, weniger als Handelsleute. Seinen jetzigen starken Einschuß an jüdischen Elementen erhielt das öffentliche Leben Salonikis erst durch die Ansiedlung der Flüchtlinge aus Spanien. Seitdem ist in Handel und Wandel der Spaniole, wie man in der Levante sagt, die treibende Kraft; in jedem Beruf bethätigt er sich vom Barkenführer im Hafen bis zum Zeitungsredakteur, vom Handwerker bis zum Großkaufmann und viele stehen im Dienst der Regierung als Polizisten, Schreiber und höhere Beamte. Ihre Vorposten haben sie in die Städte des Innern, nach Monastir Kastoria, Janina und Uesküb gesandt und ihre Zahl nimmt dort zu. Auch der Landwirthschaft wenden sie sich zu. wenn auch weniger durch eigenen Betrieb als durch Erwerb von Gütern, die an Pächter vergeben werden, und der zum Islam übergetretene Theil, die Dünmes, zählt den größten Grundbesitzer Hamdi Bey zu den seinigen. Die Judenschaft, die in völliger Freiheit ihre inneren Angelegenheiten selbstständig regelt, ist die festeste Stütze der türkischen Regierung. Sie weiß, daß keine andere Macht ihr eine solche Bestimmungssreiheit gewährt, wie sie jetzt unter dem Halbmond gemeßt, und zeigt sich durch treueste Anhänglichkeit dafür dankbar. Gegen die anschwellende Fluth des Slawenthums hat Saloniki in den Tagen der Byzantiner sich als festestes Bollwerk erwiesen. Gegenwärtig sieht man mehr von den Anhängern des Propheten, anatolische Landwehren und die neuen Jlawebataillone, zum Theil Albanier, halten neben den Linientruppen die Stadt besetzt. Ueberall stehen Posten, d. h. sie sitzen, das Gewehr über die Kniee gelegt, auf niederen Rohrstühlen, rauchen ihre Cigaretten und denken an das grausame Geschick, das sie schon wieder von ihren Familien und der Arbeit in Hof und Feld unter die Fahnen gezwungen hat. Besonders zahlreich sind die Wachen im sogenannten Frankenquartier, wo die Banken und Konsulate, die Gasthäuser, Wirthschaften, die großen Magazine und Schulen gegen neue Anschläge geschützt werden. Drei Stunden nach Sonnenuntergang darf sich Niemand ohne Begleitung eines Polizisten auf den Straßen blicken lassen; wer noch hinaus muß, stellt eine Laterne vor sein Haus und ein Wächter erscheint, um ihn, wenn ein zwingender Grund vorliegt, zu geleiten. . DerOrientale ist eben gewöhnt,frühZeitig zur Ruhe zu gehen, und nur die Europäer, deren Anzahl insgesammt nahezu 9000 beträgt, fühlen sich in ihren Lebensgewohnheiten beschränkt und schimpfen, wenn auf dem Heimweg immer wieder ein Zuruf der Posten mahnt, anzugeben, wer man ist. Doch bei ruhiger Ueberlegung stimmen sie den IZlnordnungen des Malis Hassan Fechmi Pascha zu; die Trümmer der OttomaNischen Bank und des Hauses des deutschen Kegelklubs sind ja zu deutliche Hinweise auf die furchtbare Gefahr, die gerade die Deutschen bedroht hat. Viele von ihnen sind schwer getroffen, verschiedene brauchen noch längere Zeit, um von ihren , Verletzungen wiederhergestellt zu werden, und ihr geselliger Mittelpunkt ist vernichtet. Gegen Abend finden 'sie sich in der deutschen Schule zusammen, gegen die ein bulgarischer
avachol aus dem Fenster eines venach. barten Hauses Bombe auf Bombe schleuderte, ohne glücklicherweise schweren Schaden anzurichten. Daß ihre Stimmung gegen die mazedonischen Verschwörer überaus gereizt ist, bedarf leiner Erwähnung, aber auch alle übrin lZuroväer. und nicht nur in Salomil, londern auch in den Proomznaoten, theilen diese Empfindungen. Sie stehen mit ihren Sympathien durchweg auf Seiten des mohammedanischen Volkes und rückhaltlos hört man überall anerkennen, daß die breiten Massen der Moslim bis jetzt eine ungemeine Ruh: bewahrt haben. Bulgarien und die wühlerische Thätigkeit der Vertreter bestimmter Staaten werden von ihnen für die jetzigen Ereignisse verantwortlich gemacht. Winke für den Einkauf. Rindfleisch habe frische, rothe, seine Fasern, weißes, kerniges Fett. Kalbfleisch fei weiß und fett; setzt sich während der Zubereitung ein schwarzer Niederschlag an den Deckel der Kasserolle, so war das Kalb, anstatt mit Milch, mit Wasser getränkt. Hammelfleisch soll nicht gar zu fett, aber fest sein. Schweinefleisch. Junges Schweinefleisch ist feinfaserig und hat eine frische Farbe und feine Schwarte. Die besten Schinken sind die dicken, nicht beschnittenen, mit dünnem, kurzem Bein. Geräucherter Speck muß dick und fett fern und eine röthlich weiße Farbe haben; gelblicher Speck ist ranzig. Würste, die frisch gegessen werden sollen, müssen auch ganz frisch sein, sonst entwickelt sich leicht das so gefährliche Wurstgift und um so eher, als Leber- und Blutwürste sehr häufig mit Mehl vermischt werden, wodurch sie noch rascher verderben. Zahmes Geflügel. Alte Hühner und Tauben haben einen gedrungenen, stärkeren Körperbau, härtere Brustknochen, sprödere, sogenannte Hühnerhaut; Gänseriche und Enteriche, die nicht zu empfehlen sind, erkennt man an' ihrem Schreien, den sehr langen Hälsen und hohen Beinen; Puter an den rothen Beinen und dem stärkeren, schwammigen Fleischlappen auf dem Kopfe und unter der Kehle. Wildes Geflügel ist nach den vorgemerkten Kennzeichen auch einigermaßen zu beurtheilen. Junge Feldhühner sind schmutzig grau und der Kopf ist, besonders beim Hahn, roth, er hat einen Schild von rothen Federn vor der Brust. Ueber die Frische des Geflügels muß hauptsächlich der Geruch bestimmen. Hasen. Das sicherste Merkmal, um junge Hasen, wenn sie auch die Größe emes alten erreicht haben, zu erkennen, ist. daß das Oh? eingerissen werden kann und die Haut hinter den Ohren sich leicht hin- und herschieben läßt. Zum Braten sind die nicht ganz ausgewachsenen, sogenannten Dreiviertelhasen die besten. Fische, Schalthiere. Alle frischen Fische müssen rothe Kiemen, weißes Fleisch und keinen üblen Geruch haben; Augen und Schuppen sollen glänzend und der Fisch steif sein. .Seefische. Je röther die Kiemen und je weißer und fester das Fleisch, desto frischer ist der Fisch. Heringe. Der frische Hering ist zartsleischiz, nicht stark gesalzen und hat weder einen Thran- noch Fischgeruch; die Augen liegen flach, und das Fleisch ist weiß. Alte Heringe haben tiefliegende Augen, hartes, gelbliches Fleisch und einen salzigen, thnigen Geschmack. Bücklinge müssen fest sein und einen frischen Geruch haben; weiche oder übelriechende sind nicht zu gebrauchen. Stockfisch muß frisch sein und ist dann schwer, gelblich und glatt; leichter bräunlicher und krümlicker .Stockfisch ist alt und schlecht. Hummer. Erhält man ihn gekocht, so muß man sich von seiner Frische und Güte überzeugen, indem man zwischen Schweif und Körper daran riecht und am Schweife etwas zieht; wenn dieser schwer nachgibt und sich wieder zurückzieht, so ist der Hummer frisch; auch muß guter Hummer schwer sein Krebse. Sonst galt als Regel, dieselben nur in den Monaten ohne R zu verspeisen, nach dem alten Vers: In den Monaten mit N Sind die Krebse leer," doch scheint man jetzt nicht mehr so viel Rücksicht darauf zu nehmen. Je dunkler die Krebse sind, desto schöne? roth werden sie beim Kochen. Genau muß man da?auf achten, daß kein todte? da?unte? sei, weil solche ein gefährliches Gift enthalten sollen; bei gekochten Krebsen sehe man daher nach dem Schweife; ist dieser glatt ausgestreckt, so waren sie schon vor dem Kochen abgestorben. Muscheln und Austern. Man überzeuge sich, daß die Schalen fest geschlossen sind. In München wird der baldige Rücktritt des Finanzministers Frhrn. von Riedel erwartet. Die Pol. Korr. bezeichnet die Meldung Wittes Ernennung zum russischen C taatskanzler stehe bevor, als ganz unbegründet. Um niedergedrückten S a n m i wieder herzustellen, umwickelt man ein mäßig heißes Bügeleisen mit schwach angefeuchteter Leinwand, hält dasselbe über den Sammt und fahrtZeMdüber bin.
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