Indiana Tribüne, Volume 26, Number 298, Indianapolis, Marion County, 8 August 1903 — Page 4
Jnviaua Tribüne, 8. Augnst 1903.
Jndiana Tribüne. Herausgegeben von der Outtnbtrfl Es. Indianapolis, Ind.
hany O. Thudium 9 t t t Präsident. GeschäftSlocal: No. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269 Cn:e-eJ at the Post Office of Indianapolis a second dass matter. Der Kalender-Mond. Wenn Vollmond im Kalender steht, beginnt sich der Jndianapoliser Stra ßenräuber und Einbrecher für seine ersprießliche Thätigkeit zu rüsten. Er weiß, daß die wenigen wachenden Augen deZ Gesetze- ihn dann überhaupt nickt sehen können, denn selbst die unter den günstigsten Umständen spar liche Beleuchtunz wird dann abgestellt. Bald nachdem die Lampen erloschen sind, kann der Nachtarbeiter, der nach Mitternacht erst nach Hause geht, seltsame und verdächtige Gestalten, die im tiesen Schatten der die Straßen schmückenden Bäume dahinschleichen, bemerken. Auf Gummi sohlen, kaum hörbar, schleichen sie da hin. In der Tasche die Dietriche, in dem Aermel den bleigesüllten Billy". Es ist die Nachtbrigade des Verbrecherthums, welche die Finsterniß, die ein Hochweiser Magistrat aus Sparsam keitsrücksichten uns auferlegt hat, benutzt, um ihrer verbrecherischen Thätigkeit nachzugehen. Zwischen drei und vier Uhr Morgens ist Zeit des Handelns für die Kerle ge kommen. Sie warten bis der Sergeant den in der Nähe patrouillirenden (?) Polizisten durch seine schrille Pfeife zu sammengerusen und ihn nach Hause geschickt hat. Zwischen dieser Zeit und der anbrechenden Dämmerstunde ist ihnen kein Polizist, kein verrütherisches Licht im Wege mit Dank im Herzen für unsern Magistrat, der so Väter lich für alle sorgt, gehen die Herren vom Stemmeisen und Billy" ihrem Lebenserwerb nach, zum Wehe des nächtlichen Wanderers oder schlafender Familien. Dieses Bild ist keineswegs übertrieden, wie der Leser, der sich der Mühe unterzieht von seinem Fenster oder seiner. Veranda aus die dunkele Straße zu beobachten, aus eigener Anschauung erfahren kann. Eine Geschäftsstadt wie die unsere sollte es sich angelegen sein lassen bei Nacht die Straßen tageshell zu beleuchten. Es ist ja Geld genug für andere minder wichtige Zwecke da. Besonders unangenehm ist selbstverftändlich der Mangel an Licht für den Fremden. Wenn derselbe s'ch von Dunkel umgeben sieht, ist er völlig hilflos, die wenigen Straßenschilder, die ihn sonst einigermaßen orientiren könn ten, sind völlig zwecklos und keine Seele auf der Straße, die ihm Auskunft geben könnte. Am Tage braucht er die Straßenschilder überhaupt nicht, denn er trifft genug Leute, bei denen er Rath erhalten kann. '. Während der Conventionen die im Frühjahr hier abgehalten, erfuhren Viele der Fremden, die denselben beiwohnten die lächerliche Geschichte von unserer Mondscheinbeleuchtung. Wir wollen 'eine der nächsten National'Conventionen für Indianapolis gewinnen und wir sollten in der Lage sein erklären zu können, daß Indianapolis nicht nr.r für dasNa'chtlebenderVerbrecher sondern für den Comfort des Fremden zu sorgen gedenkt. Keine freundliche Kneipe bietet dem anständigen Nachtarbeiter bei plötzlich einbrechendem Unwetter Unterschlupf, er ist so einsam so schutzlos inmitten einer Bevölkerung von 200,000 Seelen wie auf einer wüsten Insel. Nur in Stätten wo das Laster haust, ist Licht und Leben. Wenn der Magistrat es wenigstens in seiner Macht hätte den Vollmond zu verpflichten niemals trübe oder bewölkt zu erscheinen, dann wäre es noch nicht so schlimm. Man könnte als Jndianapoliser die kleine deutsche Stadt in welcher der Kneipbruder die Augen des Mondes ansingt, de neiden, denn dort flickerten und flacker ten zu gleicher Zeit die Laternen. In der Aera deS elektrischen Lichtes sollte man in einer großen Stadt nicht über Finsterniß zu klagen haben. Unsere Bahnen, die Kohleminen und Pulver Fabriken betreiben den Massenmord in auskömmlichster Weise. Sie können sich das als Corporationen erlauben. Passirt in dem Laden eines kleinen Geschäftsmannes ein Unfall, so springt das Gesetz sofort ein und erklärt
ihn verantwortlich.
Schluß der Nationalen Conben-
tion der Photographen. In der gestrigen Schlußsitzung der Nationalen Eonvention der Photo graphen wurde der Plan der Jndiana Photographen-Vereinigung, einen per manenten nationalen photographischen Salon am Minona See zu etabliren, gebildet und es wurde auch finanzielle Unterstützung versprochen. Es wurde ein aus den Herren R. P. Bellsmith, von Cincinnati; C. M. Hayes, von Detroitr I. E. Rosch, von St. Louis; W. H. Moses, von New QrlearS, und W. H. Pctter. von Indianapolis, bestehendes Comite ernannt, welches sich nach Winona begeben und die von der Winona Assembly gemachten Vorschläge prüfen soll. Dieselbe hat sich erboten, einen Sl500-Bauplatz herzugeben und die Hälfte der Baukosten des Salon-Ge-bäudeS zu tragen. Sie wird ferner die Steuern und die Versicherungsprämien zahlen. Der Schatzmeister reichte seinen Schlußbericht ein, aus welchem hervorging, daß sich am 1. Januar d. I. 85175 in der Kasse befanden; jetzt beträgt der Bestand etwa $900 mehr. Um Mittag fand Vertagung der Convention statt. Dieselbe hat einen in jeder Beziehung erfolgreichen Verlauf genommen. . Polizeiliches Allerlei. Auf Veranlassung seiner Frau Jda wurde gestern der in No. 310 Bane Str. wohnhafte Neger Geo. Taylor verhaftet. Die Frau behauptet. der Mann habe sie geprügelt, weil sie eZ nicht dulden wollte, daß er sich in unfläthiger Weise . gegenüber seiner Tochter Helen benahm. Die Anklage gegen Taylor lautet auf Wahnsinn." H. M. B e n s o n von Lynn, Ran dolph Co., bat gestern Abend die Polizei, nach seinem 1öjährigen Sohne Eddie Umschau zu halten, der in Begleitung von 2 Genossen von daheim verschwunden ist, muthmaßlich, um eine Abenteuer-Reise nach dem Westen anzutreten. Abend g e g e n 6 Uhr wurde die an der Walnut Str. nahe den Gürtel-bahn-Geleisen wohnhaste Frau I. F. Brock, wie sie der Polizei klagte, von dem an der Michigan Str. nahe der Gürtelbahn ansässigen Ehepaare Samuel und Anna Smith meuchlings überfallen und geprügelt. Frau Smith soll dabei sogar die Klägerin, die heute Hastsbefehle erwirken will, in den Arm gebissen haben. Chas. Traylor, ein in No. 618 West North Str. wohnender Neger wird von der Polizei gesucht, weil er gegen 10 Uhr Abends seinen in No. 407 West North Str. wohnenden Rassegenossen C. Foster vermessert hatte. Foster's Verletzungen sind nicht gejährlich. Vase-Ball im Deutschen Park. Im Deutschen Park ging es heute Nachmittag sehr heiß zu. Denn wie bereits berichtet sind auch viele Mitglieder des Deutschen ParkVereins" vom Baseball-Fieber" be. sollen worden und haben aus den Rath hervorragender Specialitäten und Autoritäten hin beschlossen, zur Cur, und ehe es zu spät wird, eine Serie von Wettspielen unter einander zu veranstalten. Das lerstel dieser Spiele fand heute Nachmittag statt, und zwar mit folgenden Batterien : . Die alte Garde" Otto Frenzel, Pitcher, und John Rauch, Catcher. Junges Blut" Adolph Seiden stlcker, Pitcher, und Eugene Dolmetsch, Catcher. Der Sieges-Preis bei den jedesma ligen Contesten besteht aus einem Chicken-Supper", auf Kosten der verlierenden Partei. Bauerlaubnißschein f. E. Hitchboth, Lexington und Villa, Wohnhaus, S1000. Föderal Munusacturing Co., 241 West Georgia, Schuppen, $250. Charles und Ford Mayer, Cordova Gebäude, Reparatu ren etc., S1500. I. E. KarnS, 532 Julian, Umbau, S200. W. F. Churchman, 1619 College, Reparaturen, $600. W. B. Parker, N. New Jersey, Wohnhaus, $2000. I. L. Floyd, 1237 N. New Jersey, WohnHaus, $3384. Kate Morris, 2530 Central, Wohnhaus, $2375. C. Res, 1030 Windsor, Schuppen, $100. E. L. McKee, 1502 N. Pennsylvania, Reparaturen, $175.
Ans Stadt- und Connty-Ber-
valtung. Am Montag zurück r wartet. Mayor Bookwalter wird wahrscheinlich erst am Montag aus Fort Wayne zurückkehren, wo am Sonntag die Beerdigung seines in Denver gestorbenen Brudes Morton Bookwalter erfolgt. Werden sie's Allen recht machen? Ferner ernannten die County-Com-missäre gestern anläßlich der Proteste gegen die geplante Dnrchführung der Meridian Straße durch die Parkanlagen von Meridian HeightS, über die bereits mehrmals berichtet worden ist. die Herren Fred. Gregory, Jsaac N. Richie und LouiS Akin als SpecialCommissäre (Board of Review), um zu untersuchen, ob die betreffenden opponirenden Grundbesitzer wirklich durch die geplante Verlängerung der Meridiau Straße geschädigt werden würden oder nicht. Die County-Commissäre erwarten am 4. September Bescheid. National-Vereinigung der Eisen-bahn-Postelerkö. Die Mitglieder der fünften Division der National-Vereinigung der Eilen bahn-Postclerks haben folgende Beam ten erwählt: Präsident, M. L. Rinehart; Vice-Präsident, M. L. Moore von Memphis, Tenn.; Secretär und Schatzmeister, A. M. Hllsinger von Crestline, Q. Gutes Trinkwasser in Pumpbrunnen. Zur Erzielung eines guten Trinkwassers in Pumpbrunnen mit hölzernen und eisernen Röhren ist folgendes billige und vorzügliche Verfahren, welches der Verdreitung werth ist, zu empfehlen. Man nimmt gut gebrannte, recht poröse Holzkohle, bindet mittelst Bindfaden circa 20 größere Stücke in ein Bündel zusammen.macht drei solcheBündel. beschwert jedes mit einem etwa vier Pfund schweren natürlichen, genießbaren Stück Salz und läßt selbe an drei verschiedcnen Stellen des Brunnenumkreises in das Wasser bis auf den Grund. Nach drei" Tagen ist dss Wasser kristallhell und von bester Qualität. Dieses Verfahren wiederhole man das Jahr hindurch drei- bis viermal, besonders aber im Frühjahr. Das Salz braucht nicht jedesmal, sondern imx einmal, höchstens zweimal im Jahre ang?U'cdet zu werden man beschwert die Kohknbündel dann mit Kieselstcinen. Die Kohlenstücke saugen sich voll Schmutz, Salpeter. Kalk, Gips etc., daß dieselben das Gewicht der Steinkohle erhalten und können immerhin einige Jahre im Brunnen bleiben ia selb: stets mehr oder weniger als Filter dienen, wenigstens das Aufsteigen des Vrunnenbodensatzcs beim Saugen dir Pumpe verhindern. Grundeigenthums Übertragungen. Hiram H. Robbins an Margaret E. Wheatley. Theil von Lot 18, Ritter's Subd. von Theil von Jrvington. S1300. Charles H. Rinne an F. M. Bachman Co., LotS 23 und 29. 78, 82, 84 und 105. Howland & Webb's Subd., Schroer's Ad. $1400. Alice A. Suring an Margaret Covert, Lot II, Sq. 10, Lincoln Park. $6000. George E. Morrison an John F. Kirkland, Lot 22, Morrison'S Add. $4000. Jas. H. Lomes, Jr., an B. A. Vranson, Lot 53, Moesch's 3. Add. $1200. Catherine M. Lcwis an Bertha Jske, Lot 36, Washington Square. $1000. Nathan R. Echooley an dieselbe, Lot 3, Schooley's Subd. von Theil von Fletcher's Oak Hill Ad. $1600. Gustav Fickenscher an Joseph Weil u. A., Lot 11, Wright's Sulld. von Outlot 151. $2400. S1.25-Cincinnati u. zurück-91.25 via C. H. & D. Eisenbahn. S o n n t a g , den 9. August. Zwei spezielle Schnellzüge. Der erste fäbrt um 6:30 Morgens ab und fährt ohne Ausenthalt durch. Der zweite fährt um 7:15 Uhr Morgens ab und hält nur in Rushville, Connersville und Hamilton an ; Retourfahrt von Cincinnati um 6:20 Uhr Abends.
Ausflug nach den Niagara Fällen via C. H. & D. und Michigan Central Bahnen, Dienstag, den 13. August. 87.00 N u n d f a h r t $7.00 via Detroit und durch Canada. Bil leite haben Gültigkeit für 12 Tage. Spezialzug verläßt Indianapolis um 10.40 Uhr Morgens. R. P. Alge o, D. P. A.
Schurkenstreich gegen einen Freunv Älctt'ö. Einige von der Sippschaft im Flotten-Departement, die den ContreAdmiral Schley um feinen Ruhm von Santiago zu bestehlen suchten, rasten noch heule nicht mit ihren nieberträchtigen ycänlen. L:!anntlich hat sich selbst bei frühcre Flottcnministcr Long nicht geschämt, kürzlich in einem Artikel für eine Zeitschrift das alte plumpe Lügengewebe nochmals zusammenzuflicken. An vorliegender Stelle wurde dasselbe sogleich in allen seinen Theilen zerfttzt. Und herzerfrischend ist es. daß die gesammte dcutsch-amerikani-sche Presse, republikanische wie demokratische und unabhängige, dem halsstarrigen Verleumder in Massachusetts aus's kräftigste hcimgeleuchtet hat. Mittlerweile ist aber auf den fernen Philippinen aus Rache ein empörender Schurkenstreich gegen einen treuen und hochachtbaren Freund Schley's vsrübt worden. Flottenleutnant James G. D o y l t war Deckosfizier auf Schley's Admiralschiff Brooklyn" vor und während der Seeschlacht von Santiago und hielt sich, wie stets, vortrefflich. Als das Schley - Ehrengericht" in Washington stattfand, suchte die von dem damaligen Haupt des Navigationsbureau, Crowninshield, geführte Elique auch den Leutnant Doyle zu verdächtigenden Aussagen gegen Schlcy zu verleiten; doch er blieb der Wahrheit treu, schilderte aus eigener Anschauung herzwarm auf dcm Zeugenstand Schley's Heldenmuth und strategische Umsicht in der Schlacht, und zog sich dadurch den unauslöschlichen Haß jener Bande zu. Doyle wurde vor einiger Zeit zum asiatischen Geschwader versetzt, an dessen Spitze jetzt der Ränkeschmied und Prahlhans Bob Evans steht, der aus Neid gegen Schley diesen vor jenem Ehrengerichte zu verkleinern und sich selbst als den wahren Jakob von Santiago hinzustellen suchte. Aber es wurde damals nachgewiesen, daß Bob Evans mit seinem Schiff Iowa" in die Schlacht von Santiago erst eingriff, als diese von Schley bereits so gut wie gewonnen war. Bei dem asiatischen Geschwader befinden sich jetzt auch die Leutnant-Commandcrs H o o d und S t a u n t o n. Hood ist der Halunke, der gemeinsam mitLcutnant Potts vor jenem Ehrengericht Schley sogar der Feigheit zu bezichtigen suchte und zwar so plump und frech, daß sein Geschwafel selbst von dem gegen Schley so giftigen Flottenauditeur Lemle zurückgewiesen wurde. Doch Crowninshield verschaffte diesem Hood einen guten Platz beim astatischen Geschwader, während Potts zur Schande der Ver. Staaten amerikanischer Flotten-Attache in Berlin wurde, ebenfalls noch durch Crowninshield. Hood und sein Cumpan Staunton, der schon gleich nach Schley's Sieg allerlei Ränke gegen diesen gesponnen, thaten sich zusammen, um Doyle, der inzwischen Ezekutiv-Ossizier auf dem zum astatischen Geschwader gehörigen Kreuzer Wilmington" geworden war. zu verderben. Sie streuten allerlei G"-llchte aus, wonach der durchaus nüchterne Doyle ein Erzsöffel wäre und unziemliche Räusche gehabt hätte. Und unter Mitwirkung desBob Evans kam es nun so weit, daß gegen Doyle ein kriegsgerichtliches Verfahren wegen Trunkenheit eingeleitet wurde. Bei der perfiden Zusammensetzung des Kriegsgerichts konnte es nicht fehlen, dan dieses ohne jeden haltbaren Beweis den Angeklagten schuldig fand und ihn zum Verlust von dreißigNummern in Bezug auf Beförderungen zu höberem Range verurtheilte. Hätte dieses Urtheil Bestand, so wäre für Doyle beinahe jedes Vorrücken in Dienst und Rang abgeschnitten gewesen. Vor der Ungeheuerlichkeit dieses Urtheils wurde es aber dem Bob Evans etwas bange; und er setzte die Nummern von dreißig auf zwanzig herab, ehe er das Urtheil an das Flottenministerium schickte. Der Flottenmini st er Moody hat die Akten aus's Genaueste geprüft und sich von der völligen Unhaltbarkcit des Urtheils überzeugt. Darum hat er dasselbe jetzt völlig aufgehoben, auf den Grund hin, daß die Anklage durchaus nicht bcwiesen ist. So 'ist also der Schurkenstreich gegen einen treuen Freund Schley's doch noch zu nichte gemacht! Und warmer Dank gebührt dem jetzigen Flottenminister Moody, der sich ja überhaupt von seinem Vorgänger Long so vorihsilhaft unterscheidet. Auch die oben von uns absichtlich so ausführlich beleuchteten Geschehnisse zeigen, was für ein teuflischer abscheulicher Geist in einem großenTheile der amerikanischen Kriegsflotte unter ihren Offizieren herrscht!
Zum Sensationsprozeß Vonmartini werden neue tragische Einzelheiten bekannt. Der Hauptbelastungszeuge gegen dieFamili? Murri. Professor Cervesato ist gestorben. Nun verlautet, Cervesato, ein intimer Freund des ermordeten Grafen Vonmartini. sei vergiftet worden. Mit seinem Tode habe man weitere Enthüllungen verhindern wollen. Es heißt, daß der Untersuchungsrichter in Bologna die Beweise dafür in Händen habe, daß Cervesato umgebracht worden sei.
iii teil
b fillfffc ib von I Lrauer des besten Vieres. -
Gut abgelagert und fermentirt. "PURE GOLD" Vier in Flaschen nach allen Theilen der Stadt frei abgeliefert. GEORGE SEIFERT, EngroS-Haudler. . . Neues Phore 1644
Aus Washington wird wieder ein schmachvoller Vorgang berichtet, der letzthin auf Veranlassung eines Ange stellten der Regierung in Oklahoma stattgefunden hat. Ein bedenklicher Zwiespalt, der wahrscheinlich zu einer strengen Untersuchung führen wird, ist zwischen den Beamten des Bureaus für JndianerAnge!egenheiten und den Bureaus sür Ethnologie ausgedrochen. Veranlassung giebt das Wiederaufleben des Sonnen-Tanzes" bei den Cheyenne- und Arapahoe-Jndianern in Oklahoma. Seit Jahren hat sich die Regierung bemüht, die Indianer von ihren barbarischen Gewohnheiten, so auch von den grausamen Geister"- und Son-nen-Tänzen" abzubringen, da dieselben mit Wahnsinn, Verstümmelung, körperlichem Ruin und Tod verknüpft sind. Das ist so wohl gelungen, daß seit Jahren kein Sonnen-Tanz" mehr stattgefunden hat und statt dessen nur die milderen Mais"-Fest" und Friedens"'Tänze abgehalten wurden. Gestern nun erhielt der Commissär für Jndianer-Angelegenheiten, Jones, von Superintendent Seger, von der Seger Eolony Training School von Oklahoma, einen offiziellen Bericht, wonach unter der direkten Leitung von Regierungsbeamten ein Sonnentanz stattgefunden hat. Die betr. Beamten find Prof. James Mooney, assistirender Chef des ethnologischen Bureaus, und Prof. George A. Dorsey, ZAnthropologe des Field Columbian Museum in Chicago. Superintendent Seger war während des letzten Theils des zum Zwecke der Beobachtung" veranstalteten Sonnentanzes zugegen.' Er war, in seiner Schule, als ihm mitgetheilt wurde, daß der Sonnentanz an einem 50 Meilen weiter südlich gelegenen Ort stattfinde. Er machte sich schleunigst auf den Weg und fand den Tanz wirklich noch im Gange. In seinem !Verichte giebt Seger lebendige Schilderungen von den Qualen, deren sich Indianer unterwarfen und bebt besonders einen Fall hervor. Der betreffende Indianer, der fast schon an der Grenze dessen, was ein Körper ertragen kann, angelangt war, tanzte langsam in weitem Kreise um einen Pfahl. Sein Körper hatte allerhand Wunden und !die Haut seines Rückens war in Streifen geschnitten,, unter welche hölzerne Stäbe gesteckt waren. An diesen Stäben war ein Strick, an dessen anderen Ende ein eingetrockneter Büffelschädel hing.. Indem der Jndianer nun herumtanzte, schleifte der Büffelschädel nach und schlug aus dem unebenen Boden unregelmäßig auf, sodaß das Zerren und Reißen an den hölzernen Stäben bei jedem Schritt neuen Blutverlust des Indianers verursachte. Ein paar Schritte davon standen nach Segcr'S Bericht Prof. Mooney und Prof. Dorsey, die Notizen machten, und ein Photograph, der bei jeder neuen Verdrehung des verstüm melken Indianers eine Momentauf. nähme machte. Superintendent Seger stellte sogleich eine kurze Untersuchung an, welche ergab, daß der arme Indianer 315 erhalten hatte, um sich, verstümmeln zu lassen und den Tanz zu tanzen. Auch andere Indianer hatten Geld erhalten. Von wem das Geld gezahlt wurde, giebt Seger nicht an. Wie Seger erklärt, konnte der Tanz keinen geschichtlichen Vorgang erklären es war ein roher Zeitvertreib. Schließung von Fabriken Pittsburg, 7. Aug. Drei von "den 16 Fabriken der Homestead Stahl-Werke sind wegen nothwendiger Reparaturen geschlossen, wodurch etwa 500 Leute arbeitslos werden. Die Schließung zu dieser Zeit ist nicht ungewöhnlich und die Beamten messen ihr keine Bedeutung bei. In den nächsten Wochen werden aus dem gleichen Grunde noch weitere Fabriken der Carnegie Steel Comp. ge-schlössen.
n h
0 ?
ü;om$ QDDnücD
- Striktes Union Erzeugmß. Frenzel Iros., S5o. l W. Washington St? (Merchants National Bank.) Ein europäisches Department. Wechsel, Creditbriefe und Postanweisungen auf alle Städte Europas. Schisssscheine nt An- und verkauf auslänöischcn Geldes. )?icht was man verdient, sondern was man erspart, führt zum Reichthum. . . . c . Indiana Trust Company nimmt Depositen an von $1.00 aufwaris die zu jeder Zeit gemacht werdm können. ES bedarf weder eines destinnnlen Aetrazs noch eine bestimmte'Zeit zu deponiren. 7ssiee: Jndiana Trust Gebäude. Ecke Wash. Str. und Virginia oe. Capital 81,000,000 Snrplnö 150,000 ...Samstag Nachmittag geschlossen... Verlangt: ioo Buchhalter, Illustratoren, Sank ClerkS, i Architekten, Stenographipe Cartoniften, Zeichner Telegraphisten, Pharmaeisten. Stellungen sind jetzt offen, welche von $1000 bis 82000 jährlich eintragen. Sie sind zu einer berechtigt, sobald Sie sich dafür qualisiziren. Wir qualisiziren Sie dafür sehr schnell. Wir verschaffen Ihnen eine lohnende Stellung Spezieller Sommer-KursnS. Sprechen Sie heute vor. Indianapolis M USlIiESS UÜIVERSIT1 E. T. HEEB, PrSs. 32 H. Peil Si. Große swayi vo Aug. Diener, He. U9 Ost Washington Str. tttüti Ttltpd 2525.
I 0 -fin i e Im öys fu y o g J j "SQ 3 ;L ri 32
Tli
k
