Indiana Tribüne, Volume 26, Number 297, Indianapolis, Marion County, 7 August 1903 — Page 5

- IV tl n I Jndiana Tribüne, 7. August 1903.

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VT VT 'i' 'jf 5 wischen I lammen t 54 m ! Z M 4 Mi 'i JMi (Schluß.) Lauge noch stand Ethel auf der ltu nen eisernen Plattform und wartete. daß Frank wieder in ihre Nähe kommen würde. Ihr Herz klopfte zum Zerspringen, und es war ihr so wirbelig zu Sinn, daß sie Mühe hatte, sich darübe? klar zu werden, wie denn eigentlich das alles hatte geschehen können. Sie war eine halbe Stunde früher in'3 Theater gekoinmen und hatte sich gewaltig mit dein Ankleiden beeilt, nur um Zeit zu einem längeren Geplauder mit Frank zu gewinnen. Es war ihr durchaus nicht, erwünscht gewesen, als statt des Gesuchten Robert auf sie zutrat und ibr sagte, daß Frank mindestens noch eine Viertelstunde lang anderweitig beschäftigt sei. ' Aber umkehren wollte sie doch auch nicht. Und schon nach wenig Minuten hatte sie wieder angefangen, lebHaftes Vergnügen an der Unterhaltung mit dem hübschen Burschen zu finden. So wie er immer zu ihr sprach, hatte noch Niemand mit ihr gesprochen. Wie klug er doch war, und wie gewählt er sich auszudrücken wußte, gar nicht wie ein gewöhnlicher Arbeiter. Er sagte lhr, daß sie gestern bei Weitem die hübscheste' unter allen Figurantinnen gewesen sei, und wie sehr ihn stets ihr Anblick beglücke. Sie sträubte sich nur ein ganz klein wenig, als er mit der lächelnden Warnung, daß sie zu nahe am Geländer siehe und leicht schwindlig werden könnte, seinen Arm um sie legte. Und als er ihr gleich darauf ein paar besonders hübsche Sachen in's Ohr flüsterte, ließ sie es sogar geschehen, daß er sie noch näher an sich zog. So weit konnte sie sich noch sehr gut auf alles besinnen. Aber wie es dann gekommen war. daß sie sich von ihm hatte küssen lassen, das wollte ihr jetzt ganz unbegreiflich scheinen. Sie war doch nicht in ihn verliebt nein, nur seine Schmeicheleien hatten sie bethört. Und als Frank so unerwartet neben ihnen aufgetaucht war, da war sie vor Bestürzung und Schreck ganz fassungsund sprachlos gewesen. Nun stand sie und wartete, daß Frank wiederkommen sollte. Aber er kam nicht. Und die Geringschätzung, die sie in seinem Benehmen sah, weckte ihrenTrotz. Wohl, sie hatte ihm Veranlanung gegeben, ärgerlich zu sein, und sie würde sich's gefallen lassen müssen,'wenn er sie' heftig 'zur Rede stellte. Aber daß es ihm nicht einmal der Mühe werth war, ihr auch nur ein einziges Wort zu sagen, dünkte sie eine beleidigende Gleichgiltigkeit und sicherlich kein Beweis seiner Liebe. Als das erste Glockenzeichen des Inspizienten durch den Bühnenraum schrillte, machte st kurz entschlossen kehrt und lief die steile eiserne Treppe wieder hinab, um sie erst nach einer halden Stunde gemeinschaftlich mit ihren beiden Kolleginnen auf Neue zu erklimmen. Auch jetzt war von Frank nichts zu erblicken; Robert aber stand mit seinem liebenswürdigsten Lächeln neben dem Wclkenwagen und machte sich beim Festschnallen geflissentlich sehr lange mit ihr zu schaffen. 2)u wirst morgen .wieder heraufkommen, nicht wahr?" flüsterte er ihr zu. Jch werde schon dafür sorgen, daß wir nicht wieder gestört werden." Sie war so verwirrt,- daß sie ihm gar nichts zu antworten wußte. Und dann trat sie ihre Luftreise an. Heute stand nach beendeter Vorstellung Frank nicht an dem Schauspielerpförtchen, und Ethel mußte ihren Heimweg ohne Begleitung machen. Sie hatte im Stillen doch noch immer gehofft, daß er da sein würde, und sie suchte sich deshalb auf's Neue einzureden, daß sie guten Grund habe, wegen seiner Gleichgiltigkeit böse auf ihn zu sein. Aber die Selbsttäuschung hielt nicht lange vor. In der Einsamkeit ihres , Schlafkämmerchens gewann die Sachlage bald ein anderes Aussehen, die Thränen des Zornes, die sie zuerst in ihr Kopfkissen geweint hatte, wurden allgemach, zu Thränen des Kummers und der Reue. Sie sah ein, wie bitter weh sie dem armen Burschen mit ihrer Flatterhaftigkeit gethan habe, und sie legte sich ein heiliges Gelöbniß abmorgen wieder gut zu machen, was heute shr Leichtsinn an ihm gesündigt. Der arme Frank lief unterdeß ganz verstört und ziellos durch die Straßen. Ter Nordwind pfiff eisig und der Schnee legte sich wie ein weißer Mantel um seine Schultern. Er achtete es nicht. Ihm war so elend, als müsse er sterben. Er hatte die Geliebte und den Freund auf einen Schlag verloren. Erst tief in der Nacht, als der Frost ihm die Glieder allzustark zu schütteln begann, ging er heim. Er fand keinen Schlummer, und als er in der Frühe des nächsten Tages seiner Mutter dm Morgengruß bieten wollte, war er so heiser, daß er sich nur mit größter Anstrengung verständlich machen konnte. Auch fühlte er ein tüchtiges Erkältungsfieber in seinen Adern glühen. Aber es kam ihm darum doch keinen Augenblick in den Sinn, von seiner Arbeit fortzubleiben. Ein armer Teufel, dem iede versäumte Stunde von seinem

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1 PriZMnnn iir. Yy tlUI IIVIU 'JL .1 iiU r :i 1 1 r t Ii t v M Von 31. slrls) U i ! Jt tt t"5 iJmJ vV I fr iM5 vr Vj JH5' kargen Lohne abgezogen wird, kann sich den Luxus des Krankseins nicht gestatten. Es war heute Zahltag im DruryLanetheater, und während der Vormit. taasstunden wurde es im Kassenzimmer nicht leer von Leuten. s; gekommen waren, den klingenden Entgelt für ihre Leistungen in Empfang zu nehmen. Auch Ethe!, die viel weniger frisch und rosig aussah als sonst, hatte sich unter ihnen befunden. Und sie schickte sich eben an. das Theatergevaude zu verlas sen, als der Zufall Robert Williams ihr in den Weg führte. Er hatte vermuthlich soeben irgend eine besonders schmutzige Arbeit verrichtet, denn seil, Leinenkittel und seine Hände waren arg geschwärzt, so daß seine äußere Erscheinung wenig Verführerisches für ein junges Mädchen hatte. Trotzdem wollte er den Umstand, daß sich gerade Niemand in der Nähe befand, in seiner kecken Weise zu eine: vertraulichen An, Näherung benützen. Doch die ZurückWeisung, die er von Ethel erfuhr, ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übria. mq mutz mir Jyre Zuvrmgttcyke:ten ein für allemal nachdrücklich verbitten. Herr Williams," sagte sie. Un terstehen Sie sich noch einmal, mich anzurühren, wie Sie es gestern gethan haben, so werde ich mich beim Regisseur beklagen oder, ich werde Herrn O'Connor bitten, mich zu beschützen." Der hübsche Robert schnitt eine höhnische Grimasse. Glaubst Du, mein Schätzchen, daß ich mich vor dem langen Flegel fürchte? Wie käme er überHaupt dazu, sich um unsere Angelegenheiten zu kümmern?' Er ist doch weder Dein Bruder noch Dein Bräutigam." Er i st mein Bräutigam daß Sie es nur wissen, HerrWilliams!" versetzte Ethel stolz. Ist das nun Ernst oder Spaß?" fragte Robert, während seine Augen zu funkeln begannen. Du willst mir doch nicht einreden, daß Du den ungeschlachten Gesellen lieb hast!" Ja, ich blbe ihn lieb nur ihn. Und Sie Sie mag ich nicht!" Damit ging sie eilig an ihm vorüber, durch einen Blick voll Geringschätzung ihren letzten Worten noch größeren Nachdruck verleihend. Der hübsche Robert aber sah ihr nach wie einer, der am liebsten gleich auf der Stelle einen Mord beging In seinem Gesicht zuckte es vor leidenschaftlicher Wuth, und während sich unwillkürlich feine Fäuste ballten, stieß er hervor: Nehmt Euch in acht das werdet Ihr mir bezahlen!" Frank hatte einen schlimmen Tag. Er fühlte sich von Stunde zu Stunde elender, und seine Heiserkeit steigerte sich bis zu einem solchen Grabe, daß er sich eigentlich nur noch pantomimisch verständlich machen konnte. Trotzdem erfüllte er gewissenhaft bfc ihm obliegenden Pflichten und griff zur gewöhnten Stunde nach dem Bambusrohr mit dem Spiritusschwamm, um den großen Kronleuchter anzuzünden. Es befanden sich um diese Zeit nin erst wenige Leute vom Personal im Theater, und auf. dem Schnürboden war Niemand außer Rob-rt, der sich während des ganzen Tages geflissentlich bemüht hatte, seinem ehemaligen Freunde aus dem Wege zu gehen. Aber er beobachtete von einem finsteren Winkel aus mit gespannter Aufmerksamkeit alle seine Hantirungen und schlüpfte etwa zwei Minuten nach ihm, mit einer kurzen, schweren Eisenstange bewaffnet, durch den finsteren Gang und die kleine Eisenpforte, die zum Kronleuchter führte. Mit einer Hebeldrehung öffnete Frank den großen Gashahn und stieg dann in die Oeffnung hinab, um zunächst die Flammen des untersten, weitesten Ringes und den an demselben hängenden kleineren Kronleuchter anzuzünden. Als er dann zu dem nachsten Ringe übergehen wollte, geschah es, daß die unbandliche Stange sich zwischen zweien der schweren Prismenketten verfing, und daß bei einem etwas energischen Versuche des jungen ,Arbeiters, sie wieder frei zu machen, einer der Kupferdrähte zerriß, an denen die Glaszierrathen aufgereiht waren. Die nur noch an einem Ende befestigte Guirlande hing jetzt frei herab, und zwar in ihrem mittleren Theile dergestalt über einer der darunter befindlichen Flammen, daß nach einer gewissen Zeit der Draht an dieser Stelle unfehlbar durchschmelzen mußte. Dann würde das untere Ende mit den mehrere Pfund schweren massiven Prismen aus der gewaltigen Höhe in das Parkett hinabgestürzt sein und, wenn es einen der Zuschauer getroffen hätte, ein schweres Unglück angerichtet haben. Frank war umsichtig genug, sogleich an eine solche Möglichkeit zu denken. Das mußte unter allen Umständen verhütet werden. Schon wiederholt hatte er, um irgend eine Unordnung zu beseitigen. das für einen schwindelfreien Menschen gar nicht große Wagniß unternommen, in den Kronleuchter hinab zu klettern, und auch diesmal war er ohne Weiteres dazu entschlossen, da es ja in der That kaum ein anderes Mittel aab. an die betreffende Stelle zu aelan-

er daran, zuvor den Gashahn wieder abzudreben und damit die beretts anae zündeten klammen, deren 5taM wob! sckon an hundert betrug, zum Ver löschen zu bringen; aber er gab die Absicht alsbald wieder auf. wett er fürchten mußte, dann nicht mehr recht zeitig bis zur Eröffnung des Zu schauerraumes fertig zu werden. Vorsichtig legte er das Bambusrohr so auf .den Fußboden meder, oaft stch der brennende Spiritusschwamm über der Oessnung befand, wo er keinen Sckaden'anr:cdten konnie. und begann dann semin Abstieg in das Gestänge des Kronleuchters. Schritt vor Schritt wie auf einer Leiter gelangte er so bis an die Stelle des kleinen Unfalls und beugte sich nieder, um mit der Zange, die er immer m der Tasch trua. auch das andere Ende des aerisse nen Drahtes durchzulneifen. Aber im entscheidenden Augenduck entglitt un glücklicher Weise das Instrument sei ner Sand und fiel in's Parkett. Bl zur Herbeischaffung eines anderen wäre zu viel Zeit vergangen, er ver suchte also, sich mit seinem starken Ta schenmesser zu helfen, obwohl es eine sehr mühselige Arbeit war. Jetzt bedauerte er's doch, nicht zu vor den Gasbabn abaedrebt m haben denn die Hitze, welche die unmittelbar unter ihm brennenden Flammen entwickelten, war sehr arok. und die Luft die er athmen mußte, so schlecht, daß it ? , . iym ganz uoei wuroe. r roeucu daker mit Aufbietung aller Kräfte weiter, bis mit einem leisen Klingen der Draht zerbrach und ein aus der Tiefe, herauftönendes lautes Klirren verrieth, daß die gläserne Guirlande in das jetzt noch menschenleere Parkett hinabgestürzt sei. Erleichtert richtete sich Frank aus seiner kaum noch erträglichen, gebückten Stellung auf, um so schnell als möglich die schmale Oeffnung in der Decke wieder zu gewinnen. Aber eine Empfindung furchtbarsten Schreckens machte seinen Herzschlag stocken, als er gewahrte, daß nicht nur unter seinen Füßen, sondern auch über seinem Haupte die Flammen des Kronleuchters brannten, und daß ihm somit der Rückweg nach oben abgeschnitten war. Eine ruchlose Hand mußte sie angezündet haben, während, Frank seine ganze Aufmerksamkeit der Ablösung des Behanges zugewendet hatte. Nicht einen Augenblick war der junge Mann im Ungewissen über das Entsetzliche seiner Lage. Ein Entrinnen aus diesem von leise zischenden Flammen gebildeten Kerker war ohne fremde Hilfe unmöglich, denn im oberen Theil des Kronleuchters verenaten sich die Ringe so sehr, daß bei einem Versuche, t zu passtren, die Kleider -des Hinauftletternden unfehlbar' Feuer gefangen hätten. Ein Sprung nach unten aber bedeutete sicheren Tod. Der Unalückliche wollte um Qilfe rufen; aber nur dir paar heisere, pfei fende Laute kamen aus seiner Brust, viel zu schwach, um das Ohr der in polternder Arbeit auf der Bühne hinter'dem herabgelassenen Vorhang beschäftigten Personen ' zu ' erreichen. Frank fühlte, daß er verloren sei. Bis die Thüren des Parketts für die Zuschauer geöffnet wurden, konnte er sich unter keinen Umständen auf seinem Standort behaupten. Die Gluthofentemperatur, die ihn umgab, raubte ihm ja schon jetzt fast, die Vesinnun. jeder Athemzug steigerte die grausamen, stechenden Schmerzen m seiner Brust wie in seimn Schläfen. Zu alledem wurden die Eisentheile, auf denen er stand und an denen seine Hände einen Halt suchen mußten, von Sekunde tu Sekunde heißer, so daß er sich nur noch durch unablässige Veränderung seiner Stellung zu haltm vermochte. Hilfe Hilfe!" keuchte er noch einmal in rauhen, klanglosen Lauten. anngab er das aussichtslose Begmnen auf, durch diese ohnmächtigen Anstrengungen einen Netter herbeizurufen, und raffte vielmehr all semen Muth zusammen, um seinem schrecklichen Schicksal mit männlicher Standhaftigkeit in's Auge zu sehen. Ethel Harmsworth stand zur Verwunderung des Theatermeisters und seiner Arbeiter bereits in ihrem duftigen Elfenkostüm auf der Bühne, denn sie hatte sich heute noch mehr als gestern mit dem Ankleiden beeilt, um Zeit zu einer Aussprache mit Frank zu gewinnen. Aber erst, wenn er mit dem Anzünden des Kronleuchters fertig war, wollte sie zum Schnürboden hinaufsteigen, damit sie nicht etwa abermals Robert in die Arme liefe. Und deshalb warf sie von Zeit zu Zeit einen Blick durch das im Vorhang befindliche Guckloch, um das Fortschreiten der Arbeit zn verfolgen. Sie hatte in rascher Folge die unteren Flammen aufblinken sehen, und als sie nach einer Weile wieder hinauslugte, war nur noch die mittlere Region des Kronleuchters dunkel gewesen. Aber an diesem Zustände hatte sich auch nach fünf und nach zehn Minuten noch nicht das Mindeste geändert, und die Seltsamkeit dieser Wahrnehmung machte Ethel stutzig. Während sie sich bisher immer mit einem raschen, möglichst unauffälligen Hinausspähen begnügt hatte, schaute sie jetzt schärfer hin. Sie glaubte zuerst das Opfer einer Sinnestäuschung zu sein, als sie zwischen den Flammen des Kronleuchters die schattenhaften Umrisse einer Gestalt gewahrte, die sich unablässig auf eine sehr sonderbare Weise bin und her beweate. Und bei

äen' riüx einen Moment dächte

dem Gedanken, daß der tollkühne Mensch da oben vielleicht Frank sei, befiel sie eine furchtbare Angst, die ihr deutlich offenbarte, wie tief ihre Liebe für den jungen Arbeiter sei. Unbekümmert darum, ob sie sich etwa mit ihrer Aufregung dem Gespött der Leute preisgäbe, wandte sie sich an den gerade in ihrer Nähe be--sindlichen Tbeatermeisier mit den Worten: Um Gottes willen, sehen Sie dorthin! Oben auf dem Kronleuchter ist ja ein Mensch." Mit ungläubigem Lächeln leistete der Mann ihrer Aufforderung Folge. In der nächsten Sekunde schon rief er aus: Wahrhaftig es ist so! Wenn nicht das Gas abgedreht wird, ist er verloren. Er kann ja weder vorwärts noch rückwärts!" .Er selbst lief mit einer Behendigkeit, wie er sie wohl kaum ie zuvor entfaltet yatte, die fielic Eisentreppe zum Schnürboden hinauf, auf dem Fuße gefolgt von der jungen Figurantin. Durch den finsteren Gang ging es in wilder Hast bis zu der Oeffnung über dem Kronleuchter. Und hier hörte Ethel die Stimme des Theatermnsters, der sich flach auf den Boden geworfen hatte, rufen: Hallo, Frank! Kannst Du noch selber heraufklimmen, mein Bursche? Oder soll ich ein Tau holen, um Dich hereinzuziehen?" Gleichzeitig war der helle Lichtschein unterhalb der Oeffnung erloschen; denn der Theatermeister hatte den GasHahn abgedreht, und der Zuschauerräum des Drury-Lanetheaters lag plötzlich wieder in-nachrschwarzer Finsterniß da. Wie nahe Frank sich auch schon dem völligen Schwinden seiner Lebensgeister gefühlt hatte, der Klang der Stimme und das gleichzeitige Erlöschen der entsetzlichen Gluth um ihn her hatte den Unglücklichen doch mit neuem Lebensmuth und zugleich mit neuer Kraft erfüllt. Der schmerzhaften Brandwunden nicht achtend, die er sich, an dem erhitzten Eisenwerk des oberen Kronleuchtergerippes zuzog, klomm er Schritt vor Schritt empor, um endlich droben unter wirksamer Unterstützung durch die kraftvollen Arme des Theatermeisters die Leiter zu gewinnen, von der aus es nur noch eines Schrittes bedürfte, um sich in Sicherheit zu bringen. Da aber versagten Kopf und Glieder ihm plötzlich den Dienst, und der Helser zog einen Ohnmächtigen in den Gang hinein. . An diesem Abend wie an dem folgenden mußte ein anderes Elfchen an Ethels Stelle die Luftfahrt vom Schnürboden auf die Bühne machen, denn sie war in Folge des ausgestandenen . Schreckens erkrankt. Frank QCynnor dagegen hatte, .die Folgen seines furchtbaren Abenteuers' schneller überwunden und verzieh seiner geliebten Lebensretterin mit Freuden. Da ihm der Direktor des. Drury-Lanethea-ters in Anerkennung der bewiesenen Pflichttreue eine erhebliche Lohnzulage bewilligt hatte, stand einem Verlöbniß de.Z 'jungen Paares auch nichts mehr im Wege. Robert, Williams entging dan der Großmuth seines ehemaligen Freundes der Strafe für den Schurkenstreich, den

er aus wilder Eifersucht gegen ihn verübt hatte. Der Verdacht, die Flammen des Kronleuchters über Franks Haupte angezündet zu haben, tvar natürlich sofort auf ihn gefallen, und in der Gewißheit, daß man ihn ohnehin dem Strafrichter überliefern würde, hatte er trotzig sein Verbrechen eingestanden. Er war dem glücklicheren Nebenbuhler nachgeschlichen, um ihn auf dem finsieren Gange durch einen Schlag mit der Eisenstange niederzustrecken, dann aber, als er ihn hatte in den halb angezündeten Kronleuchter hinabsteigen sehen, war ihm jener andere, noch ungleich schändlichere Gedanke gekommen, nach dessen Ausführung er sich eilig aus dem "Staube gemacht hatte Man war entschlossen, .den Elenden verhaften zu lassen; aber Frank wußte es durch seine Bitten zu verhindern. Robert ging außer Landes, und Frank, der jetzt längst glücklicher Familienvater ist, hat nie wieder etwas von ihm gehört. R e i s t o r t e. Man kocht z Pfund besten Reis, den man vorher blanchirt hat,' in einem irdenen Gefäß mit irur wenig Wasser halb gar, gibt dann den Saft von vier Citronen und Sfi viel Rheinwein dazu, daß der Reis darin völlig weich, aber ziemlich steif kocht, schmeckt ihn mit Zucker und etwas Orangenblüthenwasser ab, läßt ihn erkalten, legt ihn af eine Platte von Blätterteig, streut geriebenen Zucker darüber und .alacirt die Torte mit einer glühenden Schaufel. Von einem Klienten ermordet. Dieser Tage wurde der Distriktsanwalt Gurley .in New Orleans, La., m semer Office von Louis W. öyons, einem früheren Clerk, erschossen. Der Mörder jagte sich hierauf zwei Kugeln in den Kopf und wurde tödtlich verwundet in's Hospital geschafft. Vor mehreren Iahren wurde Lyons unter der Züejcyuloigung verhaftet, eine Diamanwadel gestöhlen zuehaben. Er reichte darauf eine Schadenersatzklage em und ließ sich, von Gurley vertreten. Lyons fnaym eine Hypothek au seinen Grundbesitz auf, um seinen Prozeß durchführenzu können, abzr verlor denselben. Er machte Gurley dafür verantwortlich und war seitdem von Erbitte-ung gegen Gurley füllt.

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