Indiana Tribüne, Volume 26, Number 297, Indianapolis, Marion County, 7 August 1903 — Page 3

Jndiana Tribüne, 7. August 1903

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Weise Vorsicht.

DaS Abkommen England'S mit dem SchiffS-Trust. Monastir von neuem der Schauplatz von Dynamit Thaten. Albanefen will die Türkei auf die Nebellen loslassen. Empfang des diplomatischen Corps durch Papst Pins. Anschlag serbischer Osfiziere gegen den Kriegsminister. Streik - Unruhen in Kieff durch Kosackcn gedämpft. Siegfried Wagner's neueste Oper vollendet. Die Regierung und M o r gan'Z S ch i f f s t r u st. London, 6. Aug. Das Abkommen der International Mercantile Company" mit der britischen Admira ität und dem Handels-Amte wurde heute Abend veröffentlicht. Es wird darin bestimmt, daß die der Combinaion angehörenden britischen Gesellchaften hinsichtlich militärischer. Flöten- und Postdienste, welche die britische Regierung von der Handelsmarine verangen kann, auf gleichem Fuße mit anderen englischen Gesellschaften stehen. Kein britisches Schiff der Combinaion darf ohne Erlaubniß des Prüft den des Hindelsamtes in ein auswär iges Register übertragen werden. Die Schiffe sind auch ferner mit britischen Offizieren zu besetzen und die Zahl der britischen Seeleute muß die gleiche sein, wie bei den übrigen britischen Handelschiffen. Der Admiralität stelzt das Recht zu, die Schiffe zu denselben Bedingungen zu miethen oder zu kaufen. Wie vor Abschluß der Combination. Zum mindesten eine Mehrheit der Direktoren bei der Combination ange hörigen Gesellschaften muß britischer Nationalität sein und es darf nichts geschehen, was das gegenwärtige britische Schiffsregister oder das Recht eines Schiffes, die britische Flagge zu Uhren, beeinträchtigen könnte. Aus ünftige in derCombination aufgehende Gesellschaften treffen diese Bedingungen ebenso zu. Das Abkommen ist aus 20 Jahre, vom 22. September 1902 an, adgeschloffen. Der britischen Regierung steht da? Recht zu, falls die Combination eine der britischen Handels-Marine oder dem britischen Handel nachtheilige Tendenz verfolgt, das Abkommen jederzeit zu beendigen. In allen Streitfällen, die sich aus dem Abkommen ergeben, wird der Lord-Hoch-Kanzler als Schiedsrichter ernannt. Seine Entscheidung ist bin dend und endgültig. London, 7. Aug. Die Morgenzeitungen drücken ihre Genugthuung aus über das Abkommen zwischen der Intern. M. M. Co. und der Admiralität, indem sie sagen, daß die britischen Jntereffen voll geschützt seien. Standard" meint, die Morgan'sche Combination habe Britannien's Flotte und Handelsmarine indirekt gestärkt. Irische Landvorlage. London, 6. Aug. Bei der heu tigert Berathung der irischen Landvor läge im Oberhause waren ungewöhnlich viele irische Pairs anwesend. Einige Amendements gegen die Regierung? Vorlage, aber keine von grundlegender Bedeutung, wurden angenommen. China. Der Barbaris m US der Kaiserin. Peking,. Aug. Edward T. Wil kins, chinesischer Sekretär bei der amer. Gesandschast, hat eine eingehende Untersuchung über die am 31. Juli vollzogene Hinrichtung des Reform-Jour nalisten Shen Tien angestellt. Der dem Gesandten Conger übermit telte Bericht zeigt, daß die Schergen, nachdem sie Chien 3 oder 4 - Stunden mit Bambusstöcken geschlagen, daran verzweifelten, den Befehl der Kaiserin Wittwe vollziehen zu können und so dann Shen's Flehen, seine Qualen zu enden, nachgebend ihn mit ihren Händen erdrosselten. Teutschland. S. Wagner's neueOper. Berlin,. Aug. Siegfried Wag ner hat seine neue Oper Kobold" vol lendet. DaS Stück kommt in der näch tn Leipziger Saison zur Aufführung.

Türkei.

Wiederholung der D y n a m i t G r ä u e l. S a l o n i ch i. 6. August. Eine Nachricht aus Monastir meldet, daß die bulgarischen Insurgenten den Konak (Gouverneurs-Palast) in Krushevo, 23 Meilen nördlich von Monastir, mit Dynamit gesprengt haben. 50 Türken fanden den Tod. Ottomanische Truppen haben das Dorf Dihovo, in der Nähe von Monastir, eingeäschert. Nach Monastir sind 8 türkische Bataillone beordert, 3 nach Salonichi. Die telegraphische Verbindung mit Monastir ist noch immer unterbrochen. Strenge Maßnahmen. Constantinopel, 6. August. Consulare, gestern aus Monastir eingegangene Nachrichten bezeichnen die Lage in Macedonien als sich stetig verschlimmernd. Ein Minifterrath beschloß deshalb, zur Unterdrückung der Revolution Maßnahmen von äußerster Strenge zu ergreifen. Albanische Truppen sollen verwandt werden; in diesem Falle find Massenabschlachtungen fast unvermeidlich. Der bulgarische Exarch wurde am Mittwoch nach dem Ylldiz-Palast berufen und aufgefordert, an seine Religionsgenoffen eine letzte Mahnung zu richten, sie möchten die Waffen niederlegen und hierdurch Blutvergießen vermeiden. In Erzerum, Bitlar und Kharput verursacht die drohende Haltung der Kurden steigende Besorgnisse. Manche behaupten, daß die Behörden die Kurden im Geheimen bewaffnen und zugleich versuchen, die Armenier revolu tionärer Anschläge zu überführen. Das angebliche Revolut i o n s d a t u m. London, 6. Aug. Eine Wiener Depesche einer Neuigkeits-Agentur meldet, das macedonische Eeneral-Revolu-tions-Comite habe den 31. August als Datum für einen allgemeinen .Aufstand angesetzt. Zum Commandeur der revolutionären Truppen sei Boris Sarasoff, einer der leitenden Agitatoren ernannt, als sein erster Leutnant Alexieff. K u r d e n h ä u p t l i n g e ent flohen. London, 7. Aug. Einem aus Jedda vom 21. Juli datirten Briefe zufolge ist der berüchtigte Kurdenhäuptling Moussa Bey, dem viele der armeNischen Greuelthaten zur Last fallen. aus Medina mit anderen Kurdenhäupt lingen, wo sie in der Verbannung lebten, entflohen. Alle Versuche, ihrer wieder habhast zu werden, sind ge scheitert. Der Sultan war so erzürnt, daß er die sofortige Absetzung des Gouver neurs von Medina befahl. Es ist dies der dritte Fluchtversuch Moussa's. Zweimal wurde er wieder eingefangen. Man fürchtet, daß er die Kurden zu einem neuen Aufstande ruft. Moussa Bey spielte während der armenischen Unruhen 189495 eine hervorragende Rolle. Cuba. Gewaltsam entfernt. Santiago, 6. August. Einige Ingenieure, die Vermessungsarbeiten für die cuban. Ostbahn auf der amer. Marine-Reservation in Guantanamo vornahmen, wurden von den dortigen amer. Offizieren verwarnt. Sie wei gerten sich aber zu gehen und nach Ver ständigung durch Admiral Coghlan entsandte Präsident Palma einen Zoll kutter, der die Eindringlinge gewaltsam vertrieb. Frankreich. M c M i l l a n'S Rückkehr. Paris, 6. Aug. Eine Depefch an den Tcmps" aus Jibutil, einem französischen Hafen am Golfe von Aden, meldet, daß daselbst der St Louiser McMillan'aus Adis Ababa der Hauptstadt Abessyniens, angelangt ist. McMillan'S Expedition, den blauen Nil auf feine Schiffbarkeit zu unterfu chen, ist kürzlich gescheitert. Er ist jetzt nach Aden gegangen, v . Corea. ' Russische Fortschritte. Seoul, 0. Aug. Zwischen Ruß land und Corea ist ein Abkommen ge troffen, wonach Rußland in Nonaam pho am Yalu-Jlusse 200 Acres Land auf 99 Jahre pachtweife erwirbt. Die Errichtung von Telegraphen- und Te lephon-Linien nach Yongampho ist ver weigert. Der Bau der Seoul Wiju Bahn nach dem Norden macht Fort schritte.

Italien. Die Diplomaten beim Papst. Rom, G. Aug. Heute früh läu-

teten alle Glocken der 500 Kirchen der Stadt, zu Ehren der Wahl von Pius X. Am späteren Vormittag fand im Thron saale des Vatikan der Empfang des diplomatischen Corps durch den Papst statt, wohin sich daS Cardinal Collegium, mit dem Papst an der Spitze, in einer Procession begeben hatte. Die gemeinsame Begrüßung des diploma tischen Corps brachte als Doyen der portugiesische Gesandte zum Ausdruck. Pius X. antwortete sehr freundlich. worauf nach dem üblichen Handkusse der Papst jeden der Herren in ein kurzes persönliches Gespräch zog. Am Sonntag finden in der Peterskirche die Krönungsfeierlichkeiten nach einem Ritus, der noch auf das 14. Jahrhundert zurückgeht, statt. Der Papst hat seinen Conclavisten Mzr. Bressan zu seinem Privatkaplan ernannt. Er wird damit zugleich Pri' vatsekretär des Papstes. Am nächsten Montag hält der Papst ein geheimes Consistorium ab, ein öffentliches am darauffolgenden Donnerstag. Nuszland. Die Unterdrückung deS Zionismus. Sk. Petersburg, 6. Aug. Der Minister des Innern hat dem Gouverneur der Provinz Kherson befohlen. alle Zionisten-Versammlungen sowie Collektionen für zionistische Zwecke zu verbieten. Kosacken gegen Streiker. Kieff, 6. Aug. Der Eisenbahn Streik geht weiter. Ein Versuch der Streiker, den Bahnbetrieb zu stören. führte zu einem Kosacken-Angriff, wobei Viele getödtet und verletzt wurden. In Batum sind die Ausständischen zur Arbeit zurückgekehrt und die Stadt ist ruhig. EineViertelmillion ausständig. London, 7. Aug. Der Daily Mail" Korrespondent in Nikolaieff bestätigt die Nachrichten über die Streiks in Süd Rußland. Nach ihm sind eine Viertelmillion Leute ausständig und die Streiks brechen gleichzeitig an vielen IndustriePlätzen aus. Bewundernswerth waren die Organisation und die geheimen Vorbereitungen der Streiker. Am Samstag wurden 2000 Streiker, die eine Versammlung abhalten woll ten, von einem doppelten Militär-Cor don eingefaßt, durch den die Kosacken mit Knuten durchritten. Dt: Gestürz ten wurden unter den Hufen der Pferde zertreten. Auch ein Correspondent der Times" bringt ähnliche Mittheilungen. Serbien. Aus serbischen Offiziers Kreisen. Wien, 6. August. In Belgrad wurde eine Anzahl serbischer Offiziere unter dem Verdachte einer Verschwö rung gegen den Kriegsminister Alarazakovics verhaftet. Der Minister soll das Einschreiten der Anhänger des Königspaares in der Mordnacht verhindert haben. Berlin, 6. August, Nach einer St. Petersburger Depesche der Köln!schen Zeitung" sind zwei serbische Offiziere, welche die Söhne König Peter's auf ihrer Reise nach Belgrad begleiten sollten, nicht über die russische Grenze gekommen. Die russische Gesandtschaft in Belgrad weigerte sich, wegen ihrer Betheiligung am Königsmorde ihre Pässe anzuerkennen. Kurze Depeschen. 5. August. Inland. M a l d e n, Mass. S. F. Hollis, der frühere Consul in Capstadt, ist 05 Jahre alt gestorben. F a i r m o n t , W. V. Bei einer Pulverexplosion in Monongh wurden zwei Arbeiter getödtet und zwölf ver letzt. Jackson, Miss. Nach den Wahlberichten bis Mitternacht erhielt bei den demokr. Staats-Primär Wahlen Senator Money die Nomination für den Bundessenat und J.K.Vardaman als Gouverneur. Schiffsnachrimten. Abgefahren: Queenstown: Nordland" nach Philadelphia; Majestic" nach New Jork.

Ätklsmr-Dandies." Ser Londoner Gelcllschaktblöw all wan, ItxüU Annonce für sastnouabk, Schneide?. Vom Reklameesser- wissen die Witzbläiter sehr viel zu , erzählen. Daß es

aber auch hochelegante Stutzer gibt, die für ihre Toilette nichts bezahlen, da sie damit Reklame für ihren Schneider machen, das ist eins der kleinen Geheimnisse" der Londoner Gesellschaft, das ein mit dem Leben im Londoner Westend gut Vertrauter in einer englischen Wochenschrift ausplaudert. Man würde erstaunt sein," erzählt er. wie viel des schone Putzes, der in Piccadilly und Hydepark zur Schau getragen wird, nie bezahlt wird; wenn man es wüßte, würde die Achtung vor den Trägern wohl eine kleine HerabMinderung erfahren. Darin liegt, durchaus nichts Ehrenrühriges; aber der Mann, der seinen Schneider mit mehr oder weniger Pünktlichkeit und Murren bezahlt, wird sich etwas end täuscht fühlen, wenn er erfährt, daß Leute, die höher gestellt und vermuthlich besser daran sind als er, sich damit begnügen,, für Schneider und Modistinnen die Rolle wandernder Annoncen zu spielen. Man versetze sich indessen in die Rolle eines jungen Aristokraten, dessen Stammbaum viel größer ist als seine Börse! Natürlich will er in dem Kreise, in dem er geboren ist, möglichst viel Staat machen, und da hängt er größtentheils von seinem Schneider ab. Er wird freigebig mit vollendet sitzenden Anzügen aus ganz modernen Stoffen und nach der neuesten Mode versehen. er muß sie nur möglichst Vortheilhaft 'zur Schau tragen und seine neidischen und bewundernden Freunde mit dem Namen seines Schneiders bekannt machen. Das ist ein hübscher, einfacher Weg, seinen Schneider zu bezahlen.' Genau so geht es in der weiblichen Hemisphäre der gesellschaftlichen Welt zu, ja dieses System der Reklame wird von Damen noch mehr als von den Herren ausgeübt. Man kann sogar in den englischen Blättern Annoncen lesen, in denen Damen von einflußreicher gesellschaftlicher Stellung aufgefordert werden, die neuesten, elegantesten und kostbarsten Kleider gegen einen geringen Preis zu tragen, der eben so ,gering' ist, wie es sich mit der Sclbstach tung der Dame vereinbaren läßt. So kommt es, daß man in den vornehmen Blättern Beschreibungen der entzückenden Kleider der Damen Mrs. A. oder Lady B. liest, obgleich ihre Männer sich solche Extravaganzen mcht leisten konneu." voraiina. Ein von dem Spanier Perez erfundenes neues Musikinstrument. In dem gastfreien Hause des deutschen Konsuls Dr. Perlin in Madrid führte letzthin ein .gewisser Severino Perez ein von ihm erfundenes und Vocalina genanntes Musikinstrument vor, wofür er auch in Deutschland ein Patent nachgesucht hat. Es handelt sich um eine Art Flöte, wobei die Arbeit der Lunge indeß durch einen Harmonikaartigen Kasten erfetzt wird, während der Ausführende durch lautloses Aussprechen der musikalischen Vokale gegen ein metallisches Mundschalter, das sich durch die dabei auftretenden verschitdenen Bewegungen des Kinns selbstthätig regulirt und am oberen Ende der mit dem Luftkasien in Verbindung stehenden Flötenröhre befestigt ist, die 'Töne erzeugt, die die menschliche Stimme in einem Umfang von etwa 3 Oktaven nachzuahmen scheinen. Die Ansicht der Zuhörer ging dhin, daß sich das Jn strument, namentlich wenn es dem Erfinder gelingt, durch geeignete Vorkehrungen die Tonbildung noch weiter zu veredeln, besonders zur Wiedergabe sentimentaler Tonstücke eignet und daß es innerhalb des Orchesters diesem neue Schattirungs und Madulationsmöglichkeiten verleihen wird. Mr (Erfinder geht allerdings in seinen Hoffnungen weiter und hält dies für den Anfang einer Umwandlung in der Jnstrumentaimusik, die uns zu bisher unbekannten Harmonien führen werde. Neuer Küstenstrich entdeckt. Kapitän William Cou?beck. der Vefehlshaber des Schiffs Merning." Tenders der DiScovery," die sich bekanntlnch auf einer Forschungsreise in den Südpol-Regionen befindet, ist dieser Tage auf dem Wege nach London, wo er Bericht erstatten cü, in San Francisco eingetroffen und hat folgende interessante Angaben gemacht: Das von der Expedition erzielte wesentlichste Resultat besiehe in der Entdeckung eines neuen Küstenstrichs von 400 bis 500 Meilen. Die Expedition sei auf Schlitten bis zu 82.17 Grad südlicher Breite vorgedrungen und so weit sei bisher kein Forscher gelangt. Es wurden zahlreiche neue Arten von Wasservögeln und Pflanzen entdeckt. Seehunde wurden in Mengen angetroffen, dagegen aber keine Polarbären und keine Wale. Die Kälte sei eine bei Weitem größere als in den arktischen Regionen, n den letzteren steige das Quecksilber m den Sommermonaten auf 50 bis 60 Grad über Null, am Südpol dagegen liege das Sommer Wetter unter Null. Die Expedition habe ferner werthvolle geologische und meteorologische Daten gesammelt. cacy einer Ausstellung der Rheimser Handelskammer wurden 22.523.746 Flaschen Champagner in den letztverflossenen zwölf Monaten crportirt, während nur 14,011,866 in Frankreich selbst verkauft wurden.

Echte Spitzen. Ttx lüückgaug der Lxihtnklöppclci in Vclgie uud im sächsische ?rtcelirze. Kunstvoll geklöppelte Spitzen, deren Herstellung per Fard fast 259 kostet.

werden nur noch gelegentlich und dann fast ausschließlich in der Spitzenklöppelmusterschule zu Schueeberg im sächsischen Erzgebirge angefertigt. Wie in Belgien, so hat man auch im Erzgebirge die schmerzliche Erfahrung machen müssen, daß die Spitzenklöppelei mehr und mehr durch die mit der Zeit außerordentlich vervollkommneten Maschinenspitzen, die weit billiger herzustellen sind Qls echte Spitzen, verdrängt worden ist. Nottingham und Calais mit ihren gewebten, besonders aber Plauen und St. Gallen mit ihren auf der Strckmaschine hergestellten Spitzen stehen jetzt als Spitzenmärkte obenan. Gleicbwohl ist man in Brüssel wie im sächsischen Erzgebirge bemüht, die alte Kunst des Spitzenklöppelns nicht verfallen zu lassen und trotz der stark verminderten Nachfrage Schülerinnen zu der höchsten Fertigkeit auszubilden. Diesem Zwecke dient die Muster schule zu Schneeberg, die kürzlich ihr 25jähriges Bestehen gefeiert hat. Sie darf nur 15 besonders geeignete und sorgsam ausgewählte Schülerinnen unterweisen und hat ihre: bis jetzt erst 100 entlassen. Die von ihnen ausgeführten Sachen sind zumeist in den Händen fürstlicher Kreise; die besten Stücke aber sind an sehr reiche Lettte im Ausland, in England, Amerika und Frankreich, verkauft worden. Im sächsischen Erzgebirge ist die Spitzenindustrie für die Zeit von 1557 nachweisbar, in den Niederlanden jedoch war sie schon um 1500 weit verbreitet. Aus früheren Jahrhunderten als dem 15. sind Zeugnisse für das Vorkommen von Spitzen nicht bekannt. In England werden Spitzen zum ersten Mal bei den Ausgaben für die Krönung Richards des Dritten 1483 erwähnt, und erst seitdem wurden die Spitzen ein üblicher Theil der Kleidung hoher Personen. Kaiser Karl der Fünfte erkannte die Volkswirthschaftliche Bedeutung der Spitzenerzeugung und ordnete an, daß das Klöppeln in Schulen und Klöstern gelehrt werde. Sein düsterer Sohn Philipp der Zweite jedoch grollte den Klöpple?'. , weil durch die Klöppelarbeit die Zahl der Dienstboten vermindert wurde, und verbot in den Niederlanden irgendtvelche Arbeiten mit Klöppelhölzern anzufertigen oder anfertigen zu lassen." Dieses Verbot trug wesentlich dazu bei, die erzgebirgische Spitzenerzeugung zu beleben und zur Blüthe zu bringen. jlulin als Diplomaten. Eine ganze Tchaar Ehinesen für die St. Louiker Ausstellung jugelnssen. Es gibt kein Gesetz, welches nicht bei einigem guten Willen umgangen werden könnte. Dies hat sich neuerdings bezüglich des Chincsengesetzes gezeigt. Da befindet sich zur Zeit der chinesische Vize-Kommissär für die St. Louiser Weltausstellung. Wong Kai-Kah, in der Stadt ?es heiligen Ludwig, beqlei. tet von einer aus 36 Chinesen bestehenden Dienerschaft, welche mit Hilfe des Staatsdepartements unter der Etikette Diplomaten" zugelassen worden sind. Der neue Gesandte, 'Herr Chentung Liang, hat dies beim Staatsdeparte ment fertig bekommen. Der kaiserlichchinesische Aussiellungs - Kommissär. Prinz Pu-Lun, hatte sich an den Gesandten gewandt, um die Zulassung des Wong'schcn Gefolges zu erwirken. Als nun Wong mit seinen 36 Zopfträgern, die meist der unteren Klasse angehören, und auf Grund des Anti-Chinesenge-setzes ausgeschlossen werden müßten, in San Francisco eintraf, erklärten die dortigen Zollbehörden, die Anhängsel Wougs müßten der üblichen Prüfung sich unierziehen, aber der Eesand!e ward unverzüglich von Wong benaÄrichtig:, und da Staatsdepartement theilte den Einwanderungsbehörden mit, es sei ein Arrangement getroffen, wonach die Dienerschaft Wongs zuzulassen seiz Wong komme nach den Ver. Staaten in quasi diplomatischer Eigei:schaft, und die Leute seines Gefolges feien als seine Attachees und Sekretäre zu betrachten. Wenn die Ausstellung vorüber, würden sie sämmtlich nach Cina zurückkehren, und die chinesische Regierung habe sich verpflichtet, daraus zu sehen, daß dies wirklich geschehe. So wurden die Zopfträger nicht weite? molestirt. . Man sieht, es geht alles, wenn es nur fein diplomatisch ringefädelt wird. Lehrer und Fremdenlegion ä r. Eto vor reichlich drei Jahren in Brundöba bei Oelsnitz in Sachsen aus seinem Amte entlassene? Lehrer, der damals auswanderte und in die Fremdenlegion in Algier eintrat, ist vor Kurzem in Folge diplomatischer Bemühungen noch vor Ablauf seiner Vertragspflicht aus der Legion entlassen worden und dieser Tage wohlbehalten nach Reichenbach imVoigtland zu seinen Eltern zurückgekehrt. Er wurde als Lehrer wieder eingesetzt, da mittlerweile durch die Untersuchung festgestellt worden, daß er sich seiner Zeit nichts hat zu schulden kommen lassen. Srirn mcMiirnsdien onßrcfj. Vortragender: Und deshalb, meine werthe Herren, muß nun,mehr die Hygiene zu dem endgiltigen Refultat kommene UngeZochte Milch ist und bleibt ein zweischneidiges Scktwert!".