Indiana Tribüne, Volume 26, Number 296, Indianapolis, Marion County, 6 August 1903 — Page 5

Jndiana Tribüne, lZ. August 190.

. !! 45 w mischen Z" 0?i I ... fr : iu mmru k"Z. vt v5 fr .- ... V fr w war an einem Winterabend des Jahres 1876. als Frank O'Connors und Robert Williams Freundschaft einen unheilbaren Riß bekam, und zwar um eines hübschen Mädchens willen. Auch ging es bei ihnen ganz so zu, wie immer in derartigen Fällen: je wärmer vorhe: die gegenseitige Zuneigung gewesen war, defto grimmiger und unversöhnlicher war nun der an ihre Stelle getretene Haß. Frank O'Connor war trotz seiner mächtigen Gestalt und seiner breiten Schultern gutmüthig und nachgiebig, während der kleinere, zierliche Robert ein sehr leidenschaftliches Temperament besaß. Schon seine Spielgefährten hatten es oft erfahren, wenn er plötzllch wild wie eine PantherkaKe auf einen von ihnen losfuhr. Allerdings hatte er bei solchen Gelegenheiten wegen seiner körperlichen Schwäch? fast immer den Kürzeren gezogen, und die Kämeraden hatten erst angefangen, ihn etnxls vorsichtiger zu behandeln, als er in dem starken Frank einen Freund und Bundesgenossen gefunden, mit dessen Fäusten nicht zu spaßen war. Seinem schwächeren Genossen zuliebe hatte der sonst allezeit Friedfertige manche Ohrfeige und manchen Rippenstoß ausgetheilt, und so mochte wohl die Dankbarkeit für den oft gewährten Schutz einen wesentlichen Antheil gehabt haben an der Freundschaft, wie sie bisher Robert für Frank empfunden hatte Sie hatten Beide an einem und dem selben Tage die Schule verlassen, sich sofort selbst ihr Brod verdienen müs sen und waren nun bereits seit mehreren Jahren als Arbeiter am DruryLanetheater in London angestellt. Robert war der anstelligere und brauchbarere von Beiden. Wo eine Verrichtung besondere Behendigkeit und Geschiälichkeit erforderte, da konnte sie keinem Geeigneteren übertragen werden als dem gewandten Robert, während Franks Muskelkräfte und feine ruhige Unerschrockenheit mehr für die schweren oder die gefährlichen Arbeiten zu brauchen warm, an denen es in einem großen Bühnengetriebe ja niemals mangelt. Der Schnürboden übe? der Bühne des Drury-Lanetheaters war der Schauplatz ihrer gemeinschaftlichen Thätigkeit. Sie kannten da oben in der schwindelnden Höhe, wo zwischen schmalen Laufstegen Hunderte von Seilen in scheinbar chaotischem 'Gewirr durcheinander laufen, jedes Fleckchen so genau wie in ihren elterlichen Wohnstuben. Sie machten Blitz und Donner. Regen und Sturm, ließen geschminkte Genien vom Himmel herabfliegen und holde Theaterfeen in den Wolken verschwinden. In brüderlicher Eintracht gingen sie einander zur Hand, wo immer sich eine Gelegenheit dazu bot, und wahrscheinlich wären sie bis an ihr Lebensende gute Freunde geblieben, wenn nicht die hübsche Ethel Harmsworth gewesen wäre. Ethel war die Tochter eines bicheien Werkmeisters, unter dessen Aufsicht Frank O'Connor fast ein Jahr lang gearbeitet hatte, bevor er an's DruryLanetheater gekommen war. Damals war Ethel ein flinkes Vackfischchen gewesen. und es hatte eine Art von lustigem Kriegszustand zwischen ihr und dem jungen treuherzigen Arbeiter bestanden, bei dem von Liebe nicht die Rede war. Auch als Ethel anfing, ihre Zöpfe aufzubinden und ihre Röcke über die Knöchel hinab zu verlängern, blieb das Verhältniß rein freundschaftlich. Trotzdem war Robert schon damals ein wenig eifersüchtig gewesen auf das junge Mädchen, das er zwar noch nie mit Augen gesehen hatte, von dem ihm aber sein sonst ziemlich wortkarger Freund so viel erzählte, daß er wohl merken mußte, einen wie bevorzugten Plav sie in seinem Herzen einnahm. Namentlich während der letzten Monate hat.e Frank oftmals Gelegenheit genommen, von ihr zu sprechen. Denn es waren große Veränderungen vorgegangen in dem Harmsworth'schen Hause. Ter wackere Werkmeister war gestorben, und mit seinem Tode hatte die Sorge ihren Einzug gehalten. Die Wittwe und ihr jetzt achtzehnjähriges Töchterchen waren bald inne geworden, wie schwer es für zwei alleinstehende Frauen ist, sich durchzuschlagen. Zuletzt hatte Ethel eine Beschäftigung als Blumenmacherin gefunden, aber die Arbeit war so anstrengend und die Bezabluna so schlecht, daß sie ganz trub sinnig dabei wurde. Tag und Nacht zerbrach sich der gute Frank darüber den Kopf, wie ihr aus dieser traurigen Laae heraus zu helfen sei, und eines Moraens kam ihm ein guter Gedanke. r. . . r Er vörte wahrend der Prooe zusauig, wie der Direktor und der Regisseur hin ter den Koulissen davon sprachen, daß für das in Vorbereitung befindliche neue Ausstattunasstück noch eine An zahl hübscher junger Mädchen engagirt werden müsse. Und da er immer o aleich an Ethel Harmsworth dachte. wenn man in seiner Gegenwart von hübschen jungen Mädchen sprach. lag es schließlich nahe genug, daß er mit einer bei ibm allerdinas nicht aerade

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- w V " w r. -w - -wifo Erzählung aus dem , , Chcatcrlcben "N Von 31. slr((j tt 4 fr 5! fr fr fr yaurigen Geistesgegenwart wahrend der Mittagspause spornstreichs zu Frau Harmsworth lief.um ihr den Vorschlag zu machen, Ethel solle sich als Statistin bei dem Direktor melden. Die Wittwe wollte zwar Anfangs durchaus nichts davon hören, daß ihre Tochter zum Theater ginge; Ethel selbst aber nahm den Gedanken mit solchem Feuer auf, daß &3 ihr bald gelang, die mütterlichen Bedenklichkeiten zum Schweigen zu bringen. Der Direktor hatte kaum einen Blick auf das allerliebste Gesicht und die schlanke Gestalt des jungen Mädchens geworfen, als er sich auch schon bereit erklärte, sie anzunehmen, und von diesem 2lge an hatte es mit der Blumenmacherei ein Ende. Ethel bekam eine stumme Elfenrolle in dem neuen Ausstattungsstück. und es traf sich nicht übel, daß ihr in dieser Rolle unter anderem die Aufgabe zufiel, mit zwei Gefährtinnen auf einem Wölkchen vom Himmel herab auf den Schauplatz der märchenhaften Handlung zu schweben. Denn zu dem Zweck mußte sie auf der leiterartigen eisernen Treppe bis zum Schnürboden hinaufklimmen, wo sich dann natürlich Gelegenheit fand, ein paar freundliche Worte mit Frank zu wechseln. So war es bei der ersten Szenenprobe gewesen und so würde es voraussichtlich noch für eine lange Reihe von Tagen bleiben, da auf die große Anzahl der Proben ja eine noch größere Zahl von Aufführungen folgen sollte. Jetzt hatte auch Robert endlich die persönliche Bekanntschaft des jungen Mädchens gemacht, da er die Maschinerie des Wolkenwagens zu bedienen hatte, auf dem die Elfen vom Schnürboden herabgelassen wurden. Er mußte die drei Mädchen in die starken ledernen Gürtel schnallen, durch die sie auf ihrer luftigen Reise vor dem Abstürzen gesichert wurden, und während dieser Verrichtung war es gleich am ersten Tage geschehen, daß er mit einem lachenden Blick seiner lebhaften dunklen Augen sagte: Eigentlich sind wir schon alte Freunde, oder auch alte Feinde, wenn Sie so wollen. Denn Frank kann Ihnen bestätigen, wie oft ich ihn ausgescholten habe, weil er seine Sonntagnachmittage lieber bei Ihnen zubrachte, als mit mir. Aber jetzt, wo ich Sie kennen gelernt habe, bin ich ihm noch ernstlicher böse." Seine kecke Ausdrucksweise gefiel ihr offenbar ebensogut wie sein hübsches, intelligentes Gesicht mit dem schwarzen Flaumbärtchen auf der Oberlippe, denn sie fragte lächelnd: Und warum denn, Herr Williams?" Weil ich erst jetzt dahinter komme, wie schlecht und unfreundschaftlich es von ihm war, daß er mich niemals mitgenommen hat. wenn er Sie besuchte. Ihre Mutter würde seinem besten Freunde doch sicherlich nicht die Thür gewiesen haben. Das schien Ethel aber nun doch ein bischen zu dreist. Es ist sehr freundlich von Ihnen, daß Sie uns mit Frank besuchen wollten," sagte sie. Aber meine Mutter sieht es der Leute wegen nicht gern, wenn junge Männer zu uns kommen." Mit Frank aber macht sie doch eine Ausnahme! Es ist also schon so weit, daß es nichts mehr schadet, wenn Sie mit Frank O'Connor in's Gerede kommen?" Ethel wurde dunkelroth und steckte eine sehr beleidigte Miene auf. Ich weiß nicht, was Sie damit sagen wollen, Herr Williams; aber ich muß mir solche Bemerkungen verbitten. Ich bin mit Herrn O'Connor nur befreundet, und es fällt keinem Menschen ein, etwas anderes zu glauben." Gleich darauf kam Frank herzu und begrüßte sie in feiner schlichten Weise. Robert mußte noch etwas an dem Seilwerk des Wagens in Ordnung bringen, und so endete diesmal das Gespräch. Dann kam der Tag der Generalprobe, an dem Ethel zum ersten Male in ihrem Elfenkostüm auf dem Schnürboden erschien. In dem duftigen Wölkchen von Gaze und Flittern, das ihre schlanke Gestalt umgab, mit dem aufgelöst über die Schultern fallenden, blumengeschmllckten Haar, sah sie so hinreißend lieblich aus, daß Robert sie mit seinen leuchtenden, ausdrucksvollen Augen schier verschlang. Wie reizend Sie sind, Fräulein Ethel!" raunte er ihr zu, während er den Schutzgürtel um ihre biegsame Taille legte. Nun begreife ich wohl, warum Sie zu stolz sind, einen armen Teufel wie mich zum Freunde zu haben." Ich bin nicht zu stolz, Herr Williams," erwiderte sie, ganz roth vor Freude über die ungewohnte Schmeichelei. Aber wenn Ihnen wirklich an meiner Freundschaft gelegen war, so haben Sie es sehr schlecht angefangen, sie zu gewinnen. Ich lasse mir von Niemand unangenehme Dinge sagen." Wenn ich das gethan habe, so bitte ich um Verzeihung." sagte er so demüthig, daß sie fast gerührt war. Es geschah ja auch blos, weil ich mich so bitter gekränkt fühlte durch Ihr Verbot, Sie zu besuchen." ' Ethel wollte ihm eben antworten.

aß er dies Verbot vielleicht ein wenig

zu ernst genommen habe, da schallte von unten die Stimme des Regisseurs zu ihnen herauf: Ja, zum Henker, wo bleibt denn eigentlich der Wolkenwagen?" Und wieder mußien sie scheiden, ohne sich ausqes'roüen zu haben. Am Abend des nämlickienTages fand die erste Aufführung dcSAusstattungsstückes statt. Und wie immer bei derartigen außergewöhnlichen Ereignissen gab es in allen Regionen der geheimnißrcllen Welt hinter dem Vorhang eine so gewaltig? Aufregung, daß weder ftran no Rcber d im Lampenfieber an allen Gliedern zitternd: Elfchen in der Stimmung waren, irgend welche Prioatgcspräche zu führen. Es ging indessen alles wie er.: Schnürchen.. Das Stück gefiel sehr, und Ethel durfte sich sogar ihren kleinen Sonderantheil an dem Erfolge zuschreiben, da das Erscheinen des Wolkcnwagens mit lebhaftem Händeklatscheu begrüßt worden war. Der Regijcur und der Direktor hatten ihr an diesem Abend ein paar artige Worte über ihr Aussehen gesagt, und sie war seit langer Zeit nicht-mehr so froh und glücklich gewesen wie heute. Als Ethel nach Schluß der Borsiellung auf die Straße hinaustrat, erwartete sie Frank an der kleinen Ausganqs Pforte. Ach. wie hübsch war es von Dir. Frank, daß Du mir den Rath gegeben hast, zum Theater zu gehen!" rief sie, sich wie immer der vertraulichen Anrede bedienend, die sie noch von den alten Zeiten ihrer ersten Bekanntschaft her bcirehaltcn hatten. Es kann doch gar nickts Schöneres geben, und ich werde Dir das g?wiß nie vergessen." Er ging an ihrer Seite, aber er blieb ihr die Antwort schuldig, und erst jetzt, als sie an einer Straßenlaterne vorüberkamen, fiel es ihr auf, daß sein Gesicht einen ernsten, fast, bekümmerten Ausdruck hatte. Was hast Du nur?" fragte sie. Ist Tir's denn nicht recht, daß ich mich freue?" O ja!" versicherte er, um jedoch nach einem kleinen Zaudern hinzuzufügen: Aber Du wirst Dich nun wohl nicht lange mehr mit mir abgeben. Ein einfacher Theaterarbeiter ist kein Passende? Umgang mehr für Dich." ES war eine so ehrliche Betrübniß im Klang seiner treuherzigen Stimme, daß sich Ethel davon ergriffen fühlte. Und sie selbst war so über die Maßen glücklich, daß sie auch alles um sich he? glücklich sehen wollte. Darum lachte sie hell auf und schob in der ersten warmherzigen Wallung ihren Arm in den ihres Begleiters. Was ist das für ein thörichtes Gerede! Ich bin doch noch keine Prinzessin geworden, nur weil ich drei Siunden lang rn Kleid angehabt habe, das mit Goldflittern besetzt war. Ich müßte ein sehr albernes Ding sein, wenn ich darum gleich anfangen wollte, mich meiner alten Freunde zu schämen." Da leuchtete es über das ehrliche Gesicht des großen Menschen, und er drückte ihien Arm innig an sich. Wie gut Du bist. Ethel! Es wäre aber auch sehr traurig gewesen. Denn ich kann Dir's gar nicht sagen, wie lieb ich Dich habe." Sie hatte gar mcöt daran gedacht. daß der schüchterne Riese, den sie bis dahin immer nur als einen guten Kameraden angesehen hatte, ihr eine Liebcserklärung machen könnte. Und er selber wußte sicherlich kaum, woher er mit einem Male den Muth dazu genommen hatte. Aber wie groß auch im ersten Moment die beiderseitige Ueberraschung sein mochte, es war doch nun einmal heraus, und in Ethels achtzehnjährigem Herzen regte sich ein beglückendes Gefühl der Genugthuung über diesen ersten Triumph. Sie ging nicht jange mit sich darübe? zu Rathe, welcher Art bis zu diesem Augenblick ihre Empfindungen für Frank gewesen seien, sondern sie schmiegte nur ihren Arm noch ein wenig fester in den feinigen und sah mit einem glücklichen Lächeln zu ihm auf. Ethel !7.ei?.e liebe kleine Ethel!" war alleZ, was er im Ueberschwang seiner Seligkeit hervorbrachte. Es blieb auch so ziemlich das einzige. was er auf dem letzten Stück ihres Weges noch zu ihr sprach. Denn es war ihm nun einmal nicht gegeben, seine Gefühle in schönen Worten ausströmen zu lassen. Vor der Thür des Hauses, in dem sie wohnte, nahmen sie Abschied von einander. Gute Nacht, meine liebe, kleine Ethel!" sagte er voll Zärtlichkeit. Gute Nacht, mein lieber, lieber Frank'" gab sie ihm zurück. Dann wartete sie auf der Schwelle einen Augenölick. als sei sie der Meinung, daß doch unfehlbar etwas Weiteres kommen müsse. Da sich Frank aber damit begnügte, ihre Hand zu drücken, zog sie diese endlich zurück und schlüpfte in's Haus. Ter junge Arbeiter aber machte seinen Heimweg wie in einem wonnigen Traume. Es war ihm zu Mutb wie einem, dem ein schier unfaßbares Glück vom Himmel herabgefallen ist.' Am nächsten Tage, etwa zwei Stunden vor Beginn der Vorstellung, als außer Robert und ihm noch kem Mensch im Theater war, begab Frank sich, wie immer, vom Schnürboden aus durch den über der Decke des Zuschauerraumes befindlichen Gang zu der Oeffnung über dem großen Kronleuchter, den er allabendlich anzuzünden hatte. Das war in jenen Zeiten eine keineswegs einfache und bequeme Aufgabe, am a .

auerwemgiien xm Vrury-uanetncaier. das über einen Kronleuchter von wahrhaft gigantischen Dimensionen und von vielen hundert Flammen verfügte. Mit unzähligen Ketten von schweren, glitzernden Glasprismen behängt, bot dieser mächtige Beleuchtungskörper einen herrlichen Anblick, denn der unterste Flammenring hatte volle achtzehn Fuß im Durchmesser. Mit seinem kompli5irten Gerippe von Eisenstäben und Gasröhren galt dieser Kronleuchter für ein Wunderwerk der Technik, das kaum in irgend einem anderen Theater seinesgleichen hatte. Das Anzünden erfolgte von der kreisrunden Oeffnung in der Decke aus. in welcher der Krönleucht:? hing, und da jede Flamme einzeln angezündet werden mußte, so bedurfte es dazu eines Zeitaufwandes von etwa anderthalb Stunden. Ganz zuletzt kam der in der Oeffnung selbst brennende kleinste Ring an die Reihe, dessen Flammen nicht mehr zu Beleuchlungs-, sondern lediglich zu Ventilationszwecken dienten. Vom ersten Tage an hatte die Bedienung des Kronleuchters zu Frank Q'Connors besonderen Aufgaben gehört. Er . stand dabei auf der untersten Sprosse einer kleinen eisernen Leiter, die sich in der Deckenöffnung befand, und bediente sich eines ungefähr dreiindzwanzig Fuß langen Vambusroh-res,-an dessen Ende der mit Spiritus durchtränkte brennende Schwamm angebracht war. Auch heute that er in gewohnter Weise feine Pflicht und war, wie feine Instruktion es von ihm verlangte, eine halbe Stunde vor Beginn der Vorstellung damit fertig. Er kletterte die Leiter wieder hinauf, verlöschte vorschriftsmäßig den brennenden Spiritusschwamm und stellte das Rohr an seinen Platz. , Dann ging er auf dem schmalen Laufstege in schwindelnder Höhe über dem Bühnenpodium nach der anderen Seite des Schnürbodens hinüber, wo er feinen Freund Robert zu finden gedachte. Auch hier herrschte ein ungewisses Halbdunkel, da noch nicht alle Lampen angezündet waren; aber das an diese Dämmerung gewöhnte Auge des jungen Theaterarbeiters unterschied doch schon aus einiger Entfernung deutlich die Umrisse zweier menschlicher Gestal-ten,-die neben der von der Bühne heraufführenden eisernen Treppe .standen und deren Unterhaltung wohl eine sehr vertrauliche fein mußte, da sie sehr dicht nebeneinander standen. Noch hatte F?ank O'Connor wede? ihre Gestalten noch ihre Gesichter erkennen können,und doch war es ihm schneidend scharf wie ein Messerstich durch die Brust gefahren Schwer athmend verharrte er ein paar Sekunden lang regungslos an seinem Platze. Dann that er leise einige weitere Schritte gegen die Beiden hin, die indessen viel zu sehr in "Nhr- Zwiegespräch vertieft schienen, um seine. Annäherung zu bemerken. Run war, keine Täuschung und kein Irrthum mehr möglich.'Die da vor ihm standen, waren wirklich Robert Williams, sein bester, sein einziger Freund und Ethel, bei der noch soeben alle seine Gedanken in heißer Sehnsucht geweilt hatten. Robert hatte seinen Arm um diechultern des Mädchens geschlungen. hielt sie fest an seine Brust gepreßt, und es war kein Zweifel, daß sie sich küßten. Für einen Moment wandelte den armen Betrogenen die Versuchung an, sich auf sie zu werfen, aber im nächsten Augenblick schon war der heiß auflodcrnde Zorn einem Gefühl des tiefsten Schmerzes gewichen, das ihm die Thrä-

nen in die Augen preßte. Er trat vor, langsam und anscheinend ganz ruhig. Mit einem halblauten Aufschrei riß sich Ethel aus Roberts Umarmung los, ein scheuer, angstvoller Blick ihrer Augen irrte über das Antlitz des Verrathenen hin. Der aber sah sie nicht an, und es war. als ob er ihre Anwesenheit gar nicht bemerke. Es ist Zeit, die Dekoration für die erste Verwandlung vorzubereiten," wandte er sich an Robert. Wir müssen' zusehen, daß alles in gehöriger Ordnung ist." Er ging voraus, und der Andere folgte ihm schweigend, während Ethel in Bestürzung zurückblieb. GewissenBest wie immer prüften die bisherigen Freunde die Seile, an denen der große Prospekt hinabgelassen werden sollte; aber es wurde dabei kein Wort zwischen ihnen gesprochen. Erst nach Verlauf von Minuten fragte Robert: Alles in Ordnung?" Ja!" klang es zurück. Und dann in eigenthümlich dumpfem Tone hinterher: Das sage ich Dir. Vob. ich bringe Dich um. wenn Du etwa Dein Spiel mit dem Mädchen treibst. Im Uebricm sind wir Beide fertig miteinander." Ein böser Blick seiner unruhigen dunklen Augen war Roberts einzige Antwort. Beide fühlten, daß ihre alte Freundschaft in dieser Stunde vorüber, und daß an ihre Stelle ein tiefer Haß getreten war. (Schluß folgt.) D?e Futterung ver Schafe. Das Schaf bedarf eines kurzen, trockenen und gewürzreichen Futters; wässerige Futterstoffe sind ihm nur in beschränktem Maße zu reichen. Das Schaf ist in der Lage, aus weniger werthvollen Futterstoffen, z. B. Stroh, die zarteren und nahrhafteren Bestandtheile herauszusuchen, wie es auch die kürzeren Gewächse, Ge-treide-und Kleestoppel am liebsten abweidet. . Bei aller Fütterung muß man stets auf die . Eigenart der betreffenden Thiergattung Bedacht nehmen.

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