Indiana Tribüne, Volume 26, Number 295, Indianapolis, Marion County, 5 August 1903 — Page 6
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Europäische Nachrichten.
Alittelöeutsche Staaten. Vraunschweig. Hofbildhauer Wilhelm Bayern, ein schon bejahrter Mann, hat in seiner in der Bertramstraße belegenen Wohnung seinem Leben durch Erschießen ein Ende gemacht. Bayern war über die Grenzen des Herzogthums .hinaus als vorzüglicher Holzbildhauer bekannt. Im Alter ton 85 Jahren verstarb hier der Justizrath und Notar Th. Breithaupt, ein bekannter und angesehener Jurist. Et war 1818 in Watzum geboren und seit 1844, nachdem er in Göttingen Jurisprudenz studirt, hier als Rechtsanwalt und seit 1849 auch als Notar thätig. Dessau. Von dem Könige von Dänemark sind dem Landgerichtspräsidenten Rudolph hier die Eommandeur - Jnsignien 2. Klasse des Danebrog - Ordens und von dem König von Rumänien dem Lehrer Albert Burghausen von hier die Vene - Merenti - Medaille 2. Klasse verliehen worden. E i s e n a ch. Die junge Frau deZ Postassistenten Jßleib wollte auf dem. Spirituskocher Milch sür ihr jüngstes Kind warm machen und goß noch Spiritus auf, während die Flamme bereits brannte. Dabei entzündete sich der ganze Inhalt der Flasche, die mit einem Knall zersprang. Der brenmnde Spiritus setzte im Nu die Klei der der jungen Frau vollständig in Brand. Die Frau hatte am ganzen Körp? so viele und schwere Brandwunden erhalten, daß sie kurz darauf ihren Geist aufgab. H e l m st e d t. Auf dem Bergwerke .Prinz Wilhelm" verunglückte der Rangirer Look aus Emmerstedt. Er wollte das Geleis überschreiten und kam dabei in's Stolpern. In dem Augenblick nahte die Rangirmaschine und fuhr ihm den rechten Arm ab. K ö t h e n. Bor kurzer Zeit stürzte der Maurerlehrling Meiling auf einem hiesigen Neubau aus beträchtlicherHöhe ab und wurde schwer verletzt in'sKrankenhaus geschafft. Ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, ist er dort seinen Verletzungen erlegen. Linden kreuz. Die Wittwe des früheren Gemeindedieners Walter wurde in ihrer Wohnung ermordet. Der Ehemann der Ermordeten hat vor einiger Zeit durch Selbstmord geendet. Als muthmaßlicher Mörder wurde ein gewisser Meier verhaftet und in das hiesige Gerichtsgefängniß eingeliefert. Metn tilgen. Der Herzog stiftete 12,000 Mark zur Errichtung einer städtischen Warmbadeanstalt. Schmolln. Oekonom B. Lorenz im nahen Dobitschen wurde auf seinem eigenen Gutshofe von einem großen Bullen an die Wand gedrückt, so daß ihm der Unterkiefer zertrümmert und innere Organe zerquetscht wurden. Er verstarb nach unsäglichen Leiden nach kurzer Zeit. Weimar. Dem bisherigen Director des Schwabe - Priesemuth'schen Waisenhauses zu Goldberg i. Schl. Dr. Theodor Zinncr mer wurde dcr Kronenorden 3. Klasse verliehen. Wolfenbuttel. Gesanglehrerin Frl. Bertha Schmidt von hier fiel auf der Heimreise von Italien bei Basel aus dem Zuge und war sofort todt. W o r l l tz. Der herzoglich - anhaltische Forstmeister Leopold Schondorf ist im 89. Lebensjahre gestorben. Am 20. Juli v. F. hat er sein 70jähriges Dlenstubllaum gefeiert. Sachlen. Dresden. Der Werkmeister a. D. der hiesigen Artilleriewerkstätten Hermann Schellenberg. Streifen, feierte sein goldenes Ehejubiläum. Dem Oberpostschaffner Fritsche wurde. das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. B a u tz e n. Privatus Mirsch feierte sein 50jähriges Bllrgerjubilaum. Bermsgrün. Gutsbesitzer Hermann Günther verunglückte, indem ihm beim Versuch, sein mit Kühen bespanntes Geschirr in Ordnung zu bringen, diese durchgingen, sodaß er, nachdem die Kühe ihn eine Strecke weit fortgerissen hatten, vom Wagen überfahren wurde. Günther erlitt schwere Verletzungen an Kopf . und Gesicht. Eossebande. Prokurist Paul Vreßler vom Eisenwerk G. Meurer feierte sein 25jähriges Geschäftsjubiläum. Großen Hain. Mit der Errichtung eines König Albert - Denkmals hat sich das Stadtverordnetencollegium Hierselbst einverstanden erklärt und den Stadtrath ersucht, wegen Beschaffung von Plänen über desfen Ausführung das Erforderliche zu veranlassen. Bewilligt wurden für das Denkmal zunächst 10,000 Mark. H a l s b a ch. Dienstknecht Richard Melzer versuchte auf dem Rittergutsteiche eine Kahnfahrt, und -war im Backtrog. Die Dienstmagd Martha Köhler hatte sich dem unbeholfenen Fahrzeug gleichfalls anvertraut, so daß der Trog kippte und beide Jnsassen den Tod in der Tiefe gefunden. Leipzig. Dem in den Ruhestand tretenden Reichsgerichtsrath Galli wurde der Kronenorden zweiter Klasse mit dem Stern verliehen. Der Köchin Schumann aus Lausigk und dem Stubenmädchen Heine aus Halle a. S., beide bei Kaufmann Alexander Erayen Hierselbst bedienstet, ist das tragbare Ehrenzeichen für Treue in der Arbeit verliehen worden.
v.enatnftlTb x. 23. In der
Mller'schen Färberei brach Feuer aus, welches das Gebäude zum größten Theil zerstörte. . Lommatzsch. Hier beging der Klempnermeister Kühne sein 50jähriaes Bürger- und Schützenjubiläum und der Schütze Barth das goldene Jubiläum als Mitglied der Schützengesellschaft. P l a u e n i. V. Seinen Verletzun5.cn erlegen ist im hiesigen Krankenhause das 13 Jahre alte Hausmädchen Klara Küchler. Das Mädchen war durch eine Gasexplosion im Keller des Heinrich'schen Restaurants in Oberneundorf, wo es eine Flasche Limonade holen sollte, erheblich verletzt worden, so daß sich die Ueberführung hierher nöthig gemacht hatte. Wermsdors. em )tt 30 Jahren auf dem Königlichen Forstre- . .r Y"ti' i or - fv t : l .. rm:r. vier oeicyasligien uaiumuciuc vny. Leuschner ist die silberne Medaille für Treue in der Arbeit verliehen worden. KcfscN'Darmstadt. Darmstadt. Anläßlich seines 50jährigen Jubiläums wurde dem Metteur Georg Berth seitens der Firma L. C. Wittich'sche Hofbuchdrucken! eine Ehrengabe überreicht, während das Personal der Firma durch Faktor Kämpfe seine Glückwünsche aussprechen und einen hubchen Ruhesessel und eine Blumenspende überreichen ließ. Aus Anlaß ihres 40jährigen Dienstjubiläums wurde dem Reviercommissär Bachert die goldene Medaille zum Ludwigorden und dem Commissär Listmann das silberne Kreuz des Philippsordens verliehen. B:naen. Krahnarbener 'Mar tin Geyer III. beging sein 25jä'hriges Dienstjubiläum. D l e b u r a. Das über zwei Jahre alte Söhnchen des Maurermeisters Thomas von hier spielte im Hofe in Gegenwart seiner Eltern. Letztere verließen auf kurze Zeit den Hos; als sie zurückkamen, fanden sie ihr Kind, mit dem Kopfe zu unterst m einem mit nur wenig Wasser angefüllten Waschtopfe liegend, todt vor. Das Kind war beim Spielen in den Topf gestürzt und im Wasser erstickt. Faueroach. Bei den Ausgrabungen zu den Fundamenten eines Neubaues wurde unter einer alten Mauer ein steinerner Krug mit 503 silbernen Münzen m der Große von Thaler-, 2 Mark-, 1 Mark-, 50 und 20 Pfg.-Stücken gefunden. Die Münzen tragen die Jahreszahlen 16691683. F r i e d b e r a. An Blutvergiftung ist der Ende der vierziger Jahre stehende Kohlenhändler I. Betz, eine allgemein beliebte Persönlichkeit, gestorben. Betz hatte am Bein einen Pickel, den er aufkratzte, worauf BlutVergiftung eintrat; nach kurzem Krankenlager starb er. In dem hiesigen Droguengeschäft Baumeister kochte der 20jährige Commis Vogel eine FarbenMischung, die plötzlich explodirte, wobei sich Vogel schwere Brandwunden zuzog. Groß-Umstadt. Auf freiem Felde hat sich der Tagelöhner Sturmfels an einem Baume erhängt. Der Mann, der die Feldzüge von 1866 und 1870 mitgemacht, ergab sich später derartig dem Trunk, daß er von Stufe zu Stufe sank. Hirschhorn. Das 25jähr!ge Dienstjubiläum des Bürgermeisters Zipp gestaltete sich zu einer Festivität, die dem Städtchen alle Ehre macht und dem Jubilar wohl Genugthuung und Freude bereitet hat. Ober-Breidenbach. Der Großherzog hat dem Bürgermeister, Standesbeamten und Ortsgerichtsvorsteher Johannes Fischer das Allgemeine Ehrenezichen mit der Inschrift Für Verdienste" am Bande des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen verliehen. W e i n sh e i m. Der Großherzog hct der Hebamme Eva Kieling die Silberne Medaille des Ludwig-Or-dens verliehen. Provinz Schreswig'Korstcin. A l t o n a. Der frühere Aufseher auf dem hiesigen städtischen Bahnhof, Carl Friedrich Reer, ein Veteran von 184851. feierte mit feiner Gattin das Fest der goldenen Hochzeit. Dem Jubelpaar, das jetzt in Langenfelde wohnt, wurde die Ehejubiläumsmedaille überreicht. Aufsehen erregt der Selbstmord des hiesigen sehr bekannten Kaufmannes Harms in der Hamburgerstraße. Derselbe hat sich aus unbekannten Gründen in seiner Wohnung erhängt. E r f d e. Eine bedeutende Feuersbrunst entstand in unserem Kirchdorfe. Äachdem dieselbe in dem Gewese des Schlächtermeisters Schmöckel entstanden war und das ganze Gewese ergriffen hatte, sprang das Feuer über auf das Haus des Schuhmachermeisters Lesch und äscherte auch dieses ein. Hademarschen. Zur Feier des 60jährigen Bestehens der hiesigen Liedertafel hatte unser Ort reichen Flaggenschmuck angelegt. Mehr als 20 Ehrenpforten waren erbaut worden. Der Einladung zur Theilnahme hatten 7 Vereine Folge geleistet. Kiel. Die Feier des siebzigsten Geburtstages beging der hiesige Professor für deutsches Stantsrecht und Völkerrecht Geheimer Justizrath Dr. Albert Hänel. Die Universität Tübingen ernannte den Jubilar zum Ehrendoctor. M e l d o r f. Das seltene Fest der goldenen Hochzeit .begingen in voller
Gesundheit die Eheleute Uhrmacher
ittyoo? und rail hierselost. Ober postschaffner Hans Schlüter erhielt das Ällgemelne Ehrenzeichen. W and s oea. Ihre diamantene Hochzeit feierten Pastor emer. Petersen und Frau, die seit zehn Jahren in unserer Stadt wohnen. Petersen war lange Jahre Pastor der Gemeinde Steinbek, Mitglied des theologischen Eraminations-Collegiums und des Gesammt-Svnodalausschusses. Westerende. Hier wurde den betagten Eheleuten Altentheiler Willen Wiebold anläßlich der Feier ibrer dia mantenen Hochzeit die Ehejubiläumsmedaille mit der Zahl 60 verlieben und durch Pastor Dahlmann überreicht. Provinz Sctzrelien. B r e s l a u. Ein Beamter des hiesigen Bankhauses E. Heimann hat, hauptsächlich durch Fälschung des Contos einer ihm nahestehenden Person, Unterschlagungen in Höhe von 120,000 M. begangen. Die Veruntreuung ist während seinerUrlaubsreise entdeckt worden. Auf dem Oberscklestschen Bahnhofe wurde der Betriebsoberingenieur Holle, der eine Dienstreise antreten wollte, überfahren und zetödtet. B u n z l a u. Vier Zimmerer der Firma Andreas Gansel reisten von hier nach Muskau. um aus emem dortigen Fabrikneubau zu arbeiten. In Rauscha wurden sie von einem heftigen Gewitter überrascht, und als sie unter iner Altane Schutz gesucht hatten, traf sie der Blitz, der drei von ihnen betäubte und den 58 Jahre alten Zimmermann Fischer auf der Stelle tödtete. Friedrichshain. Aus Schwermuth über den Tod seiner Frau hat sich der Stellenbesitzer Ruppelt in seiner Wohnung erhängt. G l o a a u. Der frühere Ehrenburger und Oberbürgermeister unserer Stadt. Geheimer RegierungsrathHeinrich Martins, schied nach kurzem Krankenlager aus dem Leben. Der Verstorrene. der nach 36jähriger treuerPflicht. erfüllung im Dienste der Stadt 1901 in den wohlverdienten Ruhestand getreten ist, hat seine Zur-Ruhesetzung aicht ganz eineinhalb Jahre überlebt. H a y n a u. Einen schrecklichen Fund machten Leute beim Pilzesuchen. Nicht weit von Groß-Tschirbsdorf fanden sie mitten :m Walde einen alteren Mann erhängt. In demselben wurde der seit Kurzem aus seiner Wohnung Weberthurmstr. 7 verfchwundeneMaurer Scholz erkannt. Der alte Mann lebte in günstigen Verhältnissen; eine Veranlassung zu der traurigen That ist Nicht bekannt. Krummwohlau. Gärtner Walter stürzte im Hause der Hausbesitzerin Gratz die Treppe hinunter und zwar so unglücklich, daß er sich das Genick brach. Mitte l-S chreiberhau. Hier fand die feierliche Einweihung der nach dem Entwurf des Architekten Paul Engler (Berlin) erbauten Sagenhalle des Riesengebirges (Rübezahlbürg) statt. Ratrbor. Beim Spiel hat em zwölfjähriger Knabe, Otto Reich;, Sohn einer Wiitwe, das Leben vrno ren. Der Knabe spielte mit anderen Kindern in der Nähe des Hegenscheidtschen Eisenwerkes bei einer neuen Geleisanlage der Eisenbahn. In dem daselbst aufgeschütteten Sand hatten die Kinder eine Grube gegraben; der kleine Reiche kroch in diese, der obere Theil stürzte zusammen und erstickte den Knaben. Seidenberg. An Stelle des von hier nach Oliva bei Danzig scheidenden Bürgermeisters Luchterhand wurde der bisherige Bürgermeister Joop in Mieltschin, Provinz Posen, gewählt. S t r i e g a u. Infolge von Schwermuth erhängte sich Hierselbst der 32 Jahre alte Schuhmachergesell Paul Scholz, welcher 15 Jahre zur vollsten Zufriedenheit bei einem Meister, dem Schuhmacher Paul Thomas, beschäftigt war. Provinz Foscn. Posen. In ihren Betten wurden der Kassenbuchhalter der hiesigen städtischen Gasanstalt Frankowski und seine Ehefrau todt aufgefunden. Auch der Vater des Mannes wurde schwer erkrankt aufgefunden, doch ist bei ihm Lebensgefahr nicht vorhanden. Man vermuthet, daß Vergiftung durch Gas oder Rauch vorliegt. Bromberg. Maurerpolier und Hauseigenthümer Ernst Zempel aus Prinzenthal siel hier aus der dritten Etage eines Neubaues in der BahnHofstraße von einem Balken, auf dem er sich bewegte, herunter. Kurze Zeit später ist er an den Folgen des Sturzes gestorben. Czarnikau. In ihrer Wohnung erhängte sich am Ofen die Frau des Altsitzers Schwedt von hier. Frau Schwedt war 60 Jahre alt und in letzter Zeit kränklich. Die Rentenempfänger Dirkopfschen Eheleute begingen das Fest der goldenen Hochzeit. Sie erhielten das üblicheKaisergeschenk von 30 Mark. E i ch t h a l. Dem Rentengutsbesitzer Mlynek sind Wohnhaus und Scheune vollständig niedergebrannt. Gerettet wurde nur das lebende Inventar ud ein kleiner Theil des Mobiliars. G r a b o w i tz. Die hiesige Dampfund Wasser - Mahlmühle ist bis auf die Umfassungswande vollständig niedergebrannt. Kronea.Br. Auf dem .Ansied-
lunasaute in Lutschmin ersckon sich in
einem Anfall von Schwermuth der 24jährige, verheiratete Wirthschaftssststent Marrak. Lissa. Maurer Rudolf Röhr wurde in einer Bodenkammer erbänat aufgefunden. Die Gründe, welche den erst 31 Jahre alten Mann zum elostmord getrieben baden, find nicht bekannt. Röhr hinterläßt eine Frau und vier kleine Kinder. N i e k o s k e n. Vor Kurzem wurde die Leiche der bejahrten kiesigen Häuslerfrau Moske in einem WiesenPfuhl ausgefunden. Infolge einer an die Staatsanwaltschaft ergangenen Anzeige wurde die schon bestattete Leiche wieder ausgegraben und durch den Kreisarzt emer Sektion unterzogen. Hierbei soll sich herausgestellt baden, dak die nrau durch Vergiften oder Erwürgen ermordet ist. Daraufym wurden der Ehemann Josepy Moske. ein gelähmter alter Mann, sowie der 35iährige Sohn der Ermordeten verhaftet und dem Untersuchungsgefangmtz ,n Schneidemuhl zugeführt. Die Verhafteten leugnen, die That begangen zu haben. Bawlowo. 3m See . bierselbst sind die Kanoniere Schulz, BlechIchmitt und Derz von der 2. Batterie des Feldart. - Regts. No. 53, das sich auf dem Marsch nach dem Schießplatz Hammerstein befand, beim Waschen der Pferde ertrunken. Reisen. Eine brave That vollbrachten die Schulknaben Karl und Adolf Warlich, Söhne des BrennereiVerwalters Warlich in Kloda. indem. sie das vier Jahre alte Töchterchen des Kaufmanns Schubert hier vom Tode des Ertrinkens retteten. AusMadrid wird von einem neuen musikalischen Instrument berichtet, das sein Erfinder. Severino Perez, Vocalina" nennt und wofür er auch in Deutschland ein Patent nachgesucht hat. Es handelt sich um eine Art Flöte, wobei die Arbeit der Lunge indeß durch einen harmonikaartigen Kasten ersetzt wird, während der Ausführende durch lautloses Aussprechen der musikalischen Vokale gegen einen metallischen Mundschalter, der sich durch die dabei auftretenden verschiedenen Bewegungen des Kinns selbstthätig regulirt und am oberen Ende der mit dem Luftkasten in Verbindung stehenden Flötenröhre befestigt ist. die Töne erzeugt, die die menschliche Stimme in einem Umfange von etwa Sy2 Oktaven nachzuahmen scheinen. Die Ansicht der Zuhörer ging dahin, daß sich das Instrument, namentlich, wenn es dem Erfinder gelingt, durch geeignete Vorkehrungen die Tonbildung noch weiter zu veredeln, besonders zur Wiedergabe sentimentaler Tonstücke eignet und daß es innerhalb des Orchesters diesem neue Schatti-rungs-und Modulationsmöglichkeiten verleihen wird. Der Erfinder geht allerdings in seinen Hoffnungen weiter und hält dies für den Anfang einer Umwandlung in der Instrumentalmusik, die uns zu bisher unbekannten Harmonien führen werde. I n der bayrischen Stadt Amberg wurde unlängst auf Grund der Annahme, daß eine toliwüthige Katze andere Katzen gebissen habe, die Umbringung sämmtlicher Katzen im Interesse der Verhütung der WeiterVerbreitung der Tollwuth angeordnet. Die Folge dieses Erlasses war unheimlich. An allen Ecken wurden Katzen mit den Köpfen an die Mauern geschlagen, halb todt, ganz todt und lebendig in Masse in die Vils geworfen; Jäger, die im Freien nichts treffen, schössen die Katzen von den Mauern herunter, einige sollen sogar zu dem Zweck eigens Zimmerstutzen sich gekauft haben, kurz, das Schlachten war groß. Es gab aber auch weNiger folgsame Unterthanen des Stadtmagistrats, die ihre Katzen schleunigst in die Sommerfrische schickten. andere versteckten ihre Lieblinge in dem tiefsten Keller zu ihrem Heil, denn am nächsten Sonntag rannten einige Schutzleute durch die Stadt, auch andere städtische Beamte begaben sich zu den Leuten, die ihrer Kenntniß nach im Besitz werthvoller Katzen sind, und brachten die Nachricht, daß der Katzenerlaß zurückgenommen sei. Darob natürlich auf der einen Seite allgemeine Freude von Menschen und Katzen, auf der anderen Seite Wuth der voreiligen, folgsamen Meuchelmorder und Spott der Unbetheiligien. Der badische Landverein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke hat den Beschluß gefaßt, in der Mitte des Landes eine Trinkerheilanstalt auf interconfessioneller Grundläge zu erreichten. Sie soll auf einem hübsch gelegenen Schwarzwaldhof gegründet werden, um den Insassen Gelegenheit zur Beschäftigung im Garten und Wald zu gewähren. Als Leiter der Anstalt ist ein psychiatrisch gebildeter Arzt in Aussicht genommen. Da der Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke schon seit Jahren für diesen Zweck Gelder gesammelt und die badische Regierung in entgegenkommenderWeise einen erheblichen StaatsZuschuß in Aussicht gestellt hat, so kann schon in nächster Zeit an den Bau der Anstalt herangetreten werden. Sie ist in erster Linie für die Aufnähme minderbemittelter Kranken bestimmt; für vermögende Kranke bestehen schon seit Jahren im Großherzogthum die beiden Anstalten in Marbach und Rockenau.
In dem Geschästslocal der Deutschen Bank zu Hamburg ist unlängst ein Raub mit geradezu fabelhafter Dreistigkeit verübt worden. Der Bote einer Hamburger Oelfirma stand vor einem Kassenschalter und schrieb einen Check zur Ueberweisung einer Geldsumme an eine andere Firma aus, nachdem er neben sich den Betrag, 2700 Mark in Banknoten, gelegt hatte. Plötzlich reißt Jemand die Scheine fort und wirft dem Boten, der sich erschreckt umwendet, eine Hand vo Salz in die Augen. Ehe der Bestohlene wieder sehen konnte, war der Räuber auf und davon, ohne daß andere Besucher de? Bank den Vorgang bemerkt hatten. D i e feierliche Grundsteinlegung eines Zufluchtshauses für französische Schauspieler hat dieser Tage in dem kleinen Oertchen Tout-aux-Dames, unweit Meaux und Conilly, stattgefunden. Die Errichtung eines Heims für Veteranen der Bühne ist in erster Linie auf die I nitiative von Coquelin zurückzuführen, welcher auch eine größere Summe für die Stif tung zur Verfügung gestellt hat. Das Haus, m welchem die Schauspieler einen ruhigen und gesicherten Lebensabend verbringen sollen, ist mit allem Comfort ausgestattet und liegt inmitten eines herrlichen Parkes. Das Zufluchtshaus steht unter dem Protectorat derGesellschaft dramatischer Künstler, welche auch die eigentliche Gründerin desselben ist. DerHandelmit gefälschtem Meißner Porzellan steht seit Jahren m England in hoher Blüthe und wird besonders von den Pfandleihern betrieben, die die Gegenstände und viele andere derartige Sachen in ihren Schau fenstern zum Verkaufe ausbieten un) bei den Uneingeweihten den Glauben zu erwecken suchen, daß es sich um Versallene oder nicht eingelöste Versatzstücke handelt. Die Polizei hat kürzlich -bei einem Pfandleiher auf dem London? Strand ein Exempel statuiren wollen und ihn zur Zahlung von $80 Strafe (einschließlich Gerichtskosten) verurtheilt, weil er Porzellan mit de: Schutzmarke A. R." der königlich sächsischen Porzellan - Manufactur zum Verkaufe ausgestellt und für ein paar Vasen $50 verlangt hatte, die, wenn sie echt gewesen wären, einen Werth von $20,000 repräsentirt haben würden. Vor einiger Zeit wurde auf dem Steueramte zu Harburg a. d. Elbe unter den Reiseeffekten einer jungen Französin, welche sich von Hambürg nach Karlsbad begab, eine seltene Bibliothek aufgefunden. Die Dame führte eine reiche Auswahl eleganter, mit Goldschnitten verzierter Einbände zu deutschen Klassikern bei sich, welche sich jedenfalls durch ihren neuen Inhalt auszeichnen. Die Einbände stellten sich bei näherer Untersuchung als Enveloppen zu echten Spitzen, seidenen Bändern und Schmucksachen heraus. So enthielten z. B. Heine's Buch der Lieder ein recht werthvolles Armband und Platen's Gedichte bestanden in einem Spitzenkragen; die sämmtlichen Werke Schiller's waren mit Perlen, Bändern und kleinen, seidenen Tüchern gefüllt. Des gefährlichen Inhalts wegen wurden die Werke confiscirt und die Dame, nachdem sie eine sehr bedeutende Strafe wegen dieser Zolldefraudation erlegt, wieder auf freien Fuß gesetzt. Vor einem Gericht im Gouvernement Orel spielte sich kürzlich eine Verhandlung ab, die ein trauriges Licht auf die sittlichen Anschauungen und Empfindungen der Bevölkerung entlegener russischer Landestheile wirft. In Jelez hatte der Bauer Trulizyn göheirathet, seiner Frau gefiel es aber bei ihm nicht, sie verließ ihn und wandte einem Kaufmann -ihre Gunst zu. Das wollte jedoch Trulizvn nicht gefallen und er forderte vom Gericht seine Frau. Letztere erschien selbst vor den Schranken, verweigerte aber auf das Bestimmteste die Rückkehr zu ihrem Eheherrn. Mit salomonischer Weisheit machte einer der Richter den Parteien den Vorschlag, sich doch friedlich zu einigen. Nrni, meinetwegen, für 1000 Rubel will ich sie ihm ganz abtreten sagte Trulizyn. Dem Kaufmann schien d?? Preis zu hoch: Drei Katjenki (Hun-dertrubelscheine),-meinte er, will ich daran wenden, aber mehr ist die Sache nicht .werth!" Und dabei blieb es vorläufig. Der Handel um die Frau geht aber nun seinen Gang mit Hilfe von Commissionären weiter, und das Re sultat wird wohl sein, daß der Mann den Preis ein wenig herunterschraubt, der Kaufmann aber etwas zulegt und so im Besitze der .Waare" verbleibt. Aeutzerst günstig lauten die Berichte über den Außenhandel der Ver. Staaten während des mit dem 30. Juni beendeten Geschäftsjahres. Die Gesammtziffer für Einfuhr und Ausfuhr erreichte die riesige Höhe von $2.445.610.417. Die Einfuhr war bedeutender als in irgend einem vorhergehenden Jahre; die Ausfuhr wurde nur im Jahre 1901 übertroffen. Zum ersten Mal überschritt dieEinfuhr diesmal 1000 Millionen, mit einem Gesammtwerth von $1,025,619,127, und die Ausfuhr überschritt zum zweiten Mal 1400 Millionen mit $1.419,991.290. Das Jahr. 1903 steht jedoch dem Jahr 1901 bezüglich der Ausfuhr um 63 Millionen nach. Verglichen mit dem Jahre 1893, beziffert sich die Zunähme der Einfuhr nach zehn Jahren auf 159 Millionen, die der Ausfuhr auf 572 Millionen Dollars. In dem Jahrzehnt hat daher die Einfuhr um 18.4 Prozent, die Ausfuhr um 67.5 Prozent zugenommen.
