Indiana Tribüne, Volume 26, Number 293, Indianapolis, Marion County, 3 August 1903 — Page 3

Jndiana Tribüne, . August 1903.

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Cardinäle

Zm Conclade noch zu keiner Eut scheiduLg gekommen. Interessante Scenen auf dem Petersplahe wäh rend der Wahl. Am Pekinger Hofe wieder Fremdenhaß Trumpf. Blutige Streik'Tumulte in der Nähe von Tiflis. Lage in Makedonien noch immer sehr ernst. Bu-Hamara, der Prätendent, angebe lich gestorben. Großer Diamantcn-Diebstahl in Honolulu. Italien. NochkeinResultat. Rom, 2. Aug. Auch der zweite Tag des Conclave verlief fruchtlos und noch kein Nachfolger für Leo XIII. ist gewählt. Die Verlängerung des Kampfes hat das öffentliche Interesse, oder besser die Aufregung des Publikums, mächtig gesteigert. Jedes Zeichen von Apathie, das dem Tode Leos folgte, ist verschwunden und an die Stelle ein brennendes Interesse für alles, was sich auf die Wahl des Nachfolgers bezieht, getreten. Den Gipfelpunkt erreichte dieses Geühl heute Abend in der Ansammlung einer großen Menschenmenge auf dem Petersplatz, wobei sich ein Schauspiel bot, wie es selbst dieser an historischen Erinnerungen so reiche Platz wohl noch eilen gesehen. Die Abgeschlossenheit der PapstWähler steigert noch die fieberische Neu gierde Jener, welche die Entscheidung erwarten. Fürsten. Fürstinnen. Erzbischöfe. Bsschöfe, Monsignores, wohlhabende Geschäftsleute, kurz Leute aller Rang-Elassen bis zum Straßenbettler prechen von nichts Anderem als von dem La Fumata", dem Rauch-ig-nale. Morgens und Abends hatte diese Erwartung Zehntausende nach dem Petersplatz gezogen. So warteten sie Stunden lang mit gespannten Blicken auf den kaum in der Luft wahrzunehmenden Rauchstreifen. &eit Leo's Erkrankung war die Scene von heute Abend weitaus die eindrucksvollste auf dem Petersplatze. Nach der resultatlosen Abstimmung des Vormittags verbreitete sich die Meinung, daß am Abend bestimmt ein Papst gewählt würde. Darum führten Nachmittags alle Wege nach dem Vati kan. Equipagen und Fahrzeuge jeg licher Art rasselten auf den Petersplatz. In der Spannung des Tages wurde die Sonntagsruhe völlig vergessen. Aus den Kasernen zogen bedeutende Truppenverstärkungen herauf, die über den Platz marschirten und sich vor den Stufen der Basilica aufstellten, nur wenig Zwischenraum zwischen den einzelnen Compagnien lassend, um einen plötzlichen Ansturm in die Peterskirche im Falle der Wahl zu hindern. Für den Fall von Unruhen stand in der Nähe eine starke Eavallerie-Abthei-lung, auf dem Platze selbst über 2.000 Soldaten. Aber all' diese Truppen erschienen klein im Vergleich zu der sie umgebenden Menge. Um 6 Uhr waren der Schätzung nach 70,000 Menschen anwesend. Von den Stufen der Aasilica mit ihren dichtgedrängten Massen bis zur gegenüberliegenden Seite des Platzes erstreckte sich die ungeheuere Menge, alle Gesichter der Sixtinischen Capelle zuge kehrt. In der Nähe der Colonnaden waren Hunderte von Waen aufgefahren, deren Insassen mit dem Glase das kleine Eamin der Capelle beobachteten. Ueber eine viertel Meile zurück, von wo aus man den Rauch unmöglich sehen konnte, warteten andere Tausende auf das Resultat. Unter der Menge auf dem Petersplatze waren viele deutsche Studenten. Als es 6 Uhr schlug, erhöhte sich die erwartungsvolle Spannung der Menge und als wieder eine halbe Stunde bei nahe verfloss-n, erwarteten Viele jeden Augenblick die Ankündigung, daß einer der bevorzugten Cardinäle zum Pontifex gewählt sei. Noch eine Viertel stunde verfloß und di: Spannung wurde immer intensiver. Die Menge machte fast den Eindruck, als erwartete sie in einer amerikanischen Stadt das Resultat einer Präsidentenwahl, mit

dem scharfen Unterschiede, das nicht das mindeste Zeichen vorhanden war, welchen Verlauf die Abstimmung nahm. Plötzlich genau um 6 Uhr 40 Min. erscholl ein lauter Ruf Seht. Seht' und der Ruf wurde von 50,000 Kehlen aufgenommen, bis der ungeheure Platz davon widerhallte. Dann trat wieder tiefes Schweigen ein, als die Menge den dünnen Rauchstreifen von der Sixtinischen Capelle beobachtete. In Anbetracht der Windstille hing der Rauch schwer in der Lust, um dann langsam zu verschwinden. Einen Augenblick glaubte das Volk, daß da? Zeichen eine Wahl bedeute; einer Tradition zufolge dürfen nämlich die Cardinäle als Ankündigung einer Wahl ein wenig Rauch aufsteigen las sen, stärkere Rauchmassen im Falle der Ergebnißlosigkeit. Als jedoch 5 Minuten hindurch sehr dichte Rauchwolken aufstiegen, waren alle derartige Hoffnungen zerstört. Die Menge zerstreute sich dann langsam mit vielen Ausrufen des Aergers, obwohl es lange dauerte, his der Platz wieder sein normales Aussehen gewann. Die heutige Resultatlosigkeit war eine große Enttäuschung für Rom und es ist fraglich, ob sich noch wieder eine solche Menge versammelt, es sei denn, das Conclave würde sich noch bis zu einem anderen Sonntag hinziehen. Im Laufe des Tages sprachen die Botschafter Oesterreichs und Frankreich? im Vatikan vor und wurden vom Con-clave-Marschall Fürst Chigi empfangen. Die Cardinäle Cretoni und Vaszary erhalten ihre Mahlzeiten nach wie vor von außerhalb. Den anderen erkrankten Cardinälen geht es etwas besser. Vorräthe für das Conc l a v e. Rom, 2. Aug. Ueber die Bor. gänge im Conclave schwirren taufende unbestätigte Gerüchte und Erzählungen umher. Das einzig Sichere, was man weiß, besteht darin, daß die Cardinäle an der von ihrem Beichtvater Palmieri celebrirten Messe theilnahmen. Eine große Menge Vorräthe wurden heute in's Conclave gesandt, darunter 300 Hühner, 600 frische Eier, viele Liter Milch, Früchte etc. Alle Vorräthe wurden vor der Zulaffung genau untersucht und 40 Hühner ausgeschnitten, um zu sehen, ob nichts Verbotenes in ihnen enthalten sei. Die Briefe und Depeschen für die Cardinäle kommen an den Camer lango. Auch einige katholische Zei

tungen wurden gesandt, andere Blätter dagegen nicht. Die Zahl der Depeschen für die erkrankten Cardinäle Espinosa und Langanieur war so groß, daß sie ein umfangreiches Packet ausmachten. Soviel man weiß, ist Gotti der einzige unter den Cardinälen, der über seine Celle keine Klage geführt hat. Als Mitglied eines Mönchsordens würden bei ihm Forderungen auf Bequemlichkeit im Widerspruch mit seinen Gelübden stehen. Verschiedene Versuche, Verbindung mit dem Conclave herzustellen, sind zeitig entdeckt worden, auch verdächtige Lichtbewegungen in den Cellen der Cardinäle, die man als Zeichen auslegte. Nach Meldung durch den Marschall an den Camerlango wurden be sondere Vorsichtsmaßregeln gegen Wie derholung derartiger Ereignisse getroffen. Frankreich. Beschlüsse von Frei d e n k e r n. Paris, 2. Aug. Bei einer Heutigen Kundgebung von 10,000 Freidenkern vor der Statue des Etienne Dolet.der 1546 wegen Ketzerei verbrannt worden ist, wurden Beschlüsse zu Guneiner Trennung von Kirche und Staat gefaßt. Erwartete Gegen - Demonstrationen blieben aus. Rußland. 21 S t r e i k e r e r s ch o s s e n. St. Petersburg, 2. Aug. Zwischen den Truppen und den Streikern an der Trans-Caucasischen Bahn bei Tiflis fanden am Donnerstag wieder Zusammenstöße statt. Die Truppen erhielten Feuerbefehl gegen, die Tumultuanten, welche mit Revolvern bewaffnet waren. 21 Arbeiter verloren das Leben. Ein trans-caucasischer Zug ist entgleist, indem die Streiker eine Schiene entfernt hatten. 12 Wagen wurden zertrümmert und 2 Personen getödtet. Es wird hier versichert, daß die Arme. nier die Streiker aufreizen.

China. R ü ck f ä l l e. Peking. 2. Aug. In China vollzieht sich eine Rückkehr zu den Zuständen, die auf den Staatsstreich von 1893 folgten. Politische Discussionen zwischen Chinesen, die nach der jüngsten fremdenfreundlichen Politik des kaiserlichen Hofes häufiger wurden, haben plötzlich aufgehört. Der Plan der Kaiserin-Wittwe, den Reformern durch die am letzten Freitag vollzogene Hinrichtung von Shen Ehien Schrecken einzujagen, erwies sich als erfolgreich. Alle fortschrittlich-ge-sinnten Chinesen, besonders die den Reformern nahe Stehenden, sind in der größten Vesorgniß verhastet zu werden. Es hält schwer,, einen Chinesen zu finden, der von Politik oder der Frei-tags-Tragödie spricht, obwohl letztere fast das einzige Unterhaltungsthema unter vertrauten Freunden bildet. Das Vorkommniß ist eine Enttäuschung für die Ausländer, die gehofft hatten, daß der Verkehr der Kaiserin mit den Gesandtschafts-Damen einen civilisirenden Einfluß ausüben werde. Prinz Su, der Fortschrittlichste unter den Mandschu Prinzen, soll sein Amt auf's Spiel gesetzt haben, weil er der Hinrichtung von Shen Chien widersprach. Türkei. Die Lage in Macedonien. Constautinopel, 2. August. Vereinzelte Kämpfe kommen noch immer in Macedonien vor. Am letzten Freitag fiel eine türkische Patrouille, welche die Urheber eines Dynamit-At-tentats verfolgte, in eine von den Bulgaren bei Drama gelegten Hinterhalt. 7 Türken und 3 Bulgaren sielen. Der Ort befindet sich in nächster Nähe der berühmten Ebene von Philipp!, auf der Brutus und Cassius ihre Niederläge erlitten. Die Pforte läßt ankündigen, daß die 40,000 Mann Truppen, die jetzt in

Macedonien stehen, binnen Kurzem zerstreut sein werden. Wie mitgetheilt wird, werden die Nachforschungen der österreichischen und russischen Consuln hinsichtlich der kürzlichen Ereignisse in Salonichi dazu führen, daß Oesterreich und Rußland die Absetzung des Polizei-Chefs von Salonichi verlangen. Meldungen aus Armenien erzählen von sehr ernsten Ruhestörungen, ähnlich jenen, welche den Ereignissen von 1894 vorangingen. Zwischen Türken und armenischen Kurden einerseits und Armeniern andererseits haben verschiedene blutige Zusammenstöße stattgefunden. Marocco. Bu Hamara. Tanger, 2. Aug. Es wird gemeldet, daß der Thronprätendent Bu Hamara in Folge von Wunden, die er erhalten, gestorben ist. Seit Bu Hamara am 31. Okt. 1902 die Fahne des Aufruhrs aufpflanzte, ist er schon verschiedenemal als gestorben oder ermordet gemeldet worden. Zu Beginn der Revolution erließ er eine Proclamation, in welcher er es als seinen Zweck bezeichnete, Mulai Mohammed, den Bruder des Sultans, auf den Thron zu setzen. Der letzte bedeutende Kampf, in den er verwickelt gewesen sein soll, fand am 16. Juni statt. Damals wurde der marokkanische Kriegsminister mit einem Verlust von 600 Mann geschlagen. Zu jener Zeit verlautete nichts davon, daß der Prätendent verwundet worden sei. Persien. Religiöse Unruhen. Berlin. 2. Aug. Eine Depesche an die Cölnische Zeitung" von Petersburg meldet, daß die Agitation gegen mohamedanische Priester in Persien in ein kritisches Stadium getreten ist. Es wird berichtet, daß 3200 Babis, das sind religiöse Reformatoren, deren Bestrebungen von der herrschenden Classe stets mit großem Mißtrauen betrachtet wurden, aus Jspahan ausgewiesen wurden, da man befürchtete, sie würden massacrirt werden, wenn sie blieben. Es wird auch berichtet, daß 120 Babis zu Yezd getödtet wurden. Indien. Curzon protestirt. Simla, 2. Aug. Vice-König Curzon hat der Regierung in London ein langes Schreiben telegraphisch übermittelt, worin er gegen die Belastung Indien's mit den Kosten für die süd afrikanischen Garnisonen protestirt.

Teutschland. M i t t e l e u r o p. Z o l l b u n d. Berlin, 2. Aug. In Metz hat der ständige Ausschuß des Teutschen LandWirthschaftsraths einstimmig den vom Grafen v. Schwerin-Löwitz beantragten Beschluß angenommen, eine PlenarVersammlung einzuberufen behufs Stellungnahme zur Frage des Wirthschaftlichen Zusammenschlusses der mitteleuropäischen Staaten, sowie zur Re form des jetzigen Systems der allge' meinen Meistbegünstigung. Seitdem der Graf, ein konservativagrarisches Reickstagsmitglied, mit seinem Zollunions - Project, dessen Spitze sich vornehmlich gegen die Ver. Staaten kehrt, auf dem vor mehreren Monaten in Rom abgehaltenen Land-wirthschafts-Congreß so gründlich abfiel, hat er unverdrossen weiter gewühlt, und der fragliche Entscheid ist ausschließlich auf seine Bemühungen zurückzuführen. Doch wird dem Plan kaum noch irgendwelche Beachtung geschenkt. Prof. Ostwald nachAmerika. Berlin, 2. Aug. Professor W. Ostwald von der philosophischen Facultät der Leipziger Universität, reist demnächst nach den Ver. Staaten ab, um anläßlich der Eröffnung der biologischen Anstalt in Berkeley, W. Va., am 20. August die Einweihungsrede zu halten. Großbritannien. RückkehrEdward's. Cow es, Insel Wight, 2. August. Die Kgl. Jacht ..Victoria und Albert" traf heute Abend ein, worauf der König sofort den Erlaß eines Aufrufs an das irische Volk anordnete. Er gibt darin der Genugthuung über den Empfang Ausdruck und sagt, seine Erwartungen seien übertroffen worden. . Abschriften von dem Aufruf werden morgen in ganz Irland angeschlagen.

Hawaii. Diamanten-Diebstahl. H o n o l u lu, 2. Aug., (durch Pa cific Cabel). Frau Samuel Parker wurden Schmucksachen im Werthe von 580,000 gestohlen. Sie trug die Edelsteine am Samstag bei einem Empfang, der zur Eröffnung eines neuen Hotels stattfand. Verschiedene Stunden später drang der Dieb oder die Diebe in ihr Haus ein und stahl viele der Schmucksachen, die sie benutzt hatte. Frau Parker ist die Gattin von Oberst Samuel Parker, eines der reichsten Männer aus Hawaii. Ihr erster Mann. I. K. Campbell, hinterließ ihr seines 84,000,000 Vermögens. Ihre älteste Tochter ist mit dem Prinzen David verheirathet. Kurze Depeschen. 2. Aug. Ausland. Mexico. Der Vulkan Colima ist im Ausbruch begriffen. Lissabon. Das amerikanische Schulschiff Entreprise" ist angelangt. ivö ,cc!zt aus j.a Leben. In Wien hat ein Richter jüngst eineu Vagabunden freigesprochen, weil er so stark verkrümmte Finge: aufwies, daiz er durchaus nicht arbeiten konnte. Der Richter gab folgende Vegründung: Das Vagabundengesctz. das nicht dem todten Buchstaben nach, sondern seinen Motiven nach gewürdigt werden muß. hat unstreitig die Beläm.una der Arbeitsscheu m Au ge. Der Angeklagte aber ist. wie das Gericht konstatirte. erwerbsunfähig. daher nicht arbeltscheu. Das Recht auf das Leben ist ein natürliches, und so lanae es nicht gelungen. Vorsorge zu treffen, daß Individuen, die durch persönliches Unvermögen außer stände sind, sich selbst zu erhalten, im Wege öffentlicher Anstalten ausreichende Unterstlltzung finden, kann es ihnen nicht verwehrt werden, das zur Lebensführung Nothwendige durch den Appell an ke private Wohlthätigkeit zu beschaffen. Der Zar gebietet über doppelt so viel zusammenhangendes errno rium als irgend eine andere Weltmacht. Von Paris und Berlin abaeseben denkt Birmingham in (inet land das größte. Abfuhr-System in der Welt. Qbios Koblenprodukt i o n bezifferte sich im verflossenen Jahre insgesammt auf 23,929,267 Tonnen. Mit Petroleum geheizte Diesel-Motoren von nicht weniger als 500 Vferdekräften führte die Maschinenbaugesellschaft Augsburg in der Hauptversammlung deutscher Inge nieure vor.

Euroräische Nachrichten.

Froviliz Wellpreußen. D a n z i g. Generalarzt a. D. Dr. Loretius ist im Alter von 73 Jahren gestorben. Er hat sich um unsere Provlnz und die freiwillige Krankenpflege und die Ausbildung des Samariterdienstes für Krieg und Frieden hohe Verdienste erworben. Der langjährige erste Kapellmeister des hiesigen Stadttheaters, Heinrich Kiehaupt, ist verschieden. Er wurde im Jahre 1833 Nachfolger des Kapellmeisters Kutscherra und hatte dieses Amt bis zu seinem Tode inne. E l b : n cj. Der 62jährige Rentier Gerlach erhängte sich im Garten seines Nachbars wegen eines unheilbarenLeidens. Sattlermeister Muller machte seinem Leben durch Erschienen ein Ende. Krissau. Das Altsitzer Vorkowski'sche Ehepaar beging unter großer Theilnahme die Feier der goldenen Hochzeit. Kulm., In dem Prediger- und Fischerstraßenecke gelegenen Wohnhause der Frau Rentnenn Orlowskl brach Feuer aus. Da das Treppenhaus bald von dem Feuer ergriffen wurde, verbrannten der Buchbinder Geyer und der Schiffer Bilawski, die in dem oberen Stockwerke schliefen. Die Feuerwehr konnte trotz der großen Anstrengung die Leute nicht retten. Die Entstehungsursache des Brandes ist nicht bekannt. Landeck. In dem Wohnhause des Stellmachermeisters Nitz brach Feuer aus, welches auch bald dieStalhingen ergriff und sämmtliche Gebände des Grundstücks in Asche legte. Die Bewohner konnten sich nur halb bekleidet retten. O t t l o t s ch i n. Ein schweres Unglück ereignete sich hier auf der Kämpe. Dort waren Leute damit beschäftigt, mit Stahlgabeln dasUnkraut aus dem Spargel zu entfernen. Plötzlich zuckte ein Blitz hernieder, der die Arbeiter Riva undWunderlich erschlug und den Arbeiter Sackschewski, sowie zwei Arbeiter aus Rußland verwundete. R o h l a u. Rittergutsbesitzer von Maerker feierte mit seiner Gemahlin das Fest der silbernen Hochzeit. Der Kriegerverein ernannte v. Maerker zum Ehrenmitglied und ließ das Ehrendiplom am Hochzeitstage überreichen. Provinz Fornmern. Stettin. Auf dem Grundstück Kaiser Wilhelmstraße 93 fiel der in der Pölitzerstraße wohnende Bauunternehmer Otto Unruh von einem zum Abputz der Hoffront des Hauses angebrachten Hängegerüste herab und war sofort todt. Ein herbeigerufener Arzt stellte innere Verblutung fest. Der Verstorbene ist 41 Jahre alt. A l t d a m e r o w. Arbeiter Franz Krammheuer ertrank beim Baden im Krampehl. Vütow. Überfahren und sofort getödtet wurde das iz4jährige Kind des Kutschers Lietz, weichers an der Ecke der Schloßfreiheit" gespielt hatte. Baßwitz. Der hiesige Besitzer Berhard Hinz ließ sich in Greifenberg rasiren. Ein kleiner Pickel, der durch das Rasirmesser getroffen war, fing bald an zu jucken und zu schmerzen. Nach einiger Zeit stellten sich Schüttetfrost und Fieber ein. Gesicht und Arni schwollen an und nahmen eine bläuliche Färbung an. Nach kurzer Bewußtlosigkeit trat der Tod ein. Hinz hinterlaßt eine Frau mit vier kleinen Kincern. G a r tz a. Os In der Oder ertrank hier der achtjährige Knabe Maaß aus Stettin, der sich bei fremden Leuten in Pflege befand. Das Kind war in ein Boot gestiegen und hatte sich darin geschaukelt. Hierbei fiel es über Bord und verschwand in den Fluthen, ehe 5)ilfe aeleistet werden konnte. K o l b e r g. Ein schreckliches Urt Fsuck, welches sich durch den Einsturz des Seitentheils eines im Bau befindlichen Hauses in der Veilchenstraße ereignete, hat drei Menschenlieben gefordert. Drei Brüder. Maurerpolier Theodor Bolduan, 30 Jahre alt. Maurer Wilhelm Bolduan. 34 Jahre alt, und Maure: Gustav Bolduan. 22Jahre alt, wu:den verschüttet und konnten erst nach mehrstündiger, harter Arbeit der Feuerweh: als Leichen, theilweise a:g verstümmelt, unter den Trümmern hervorgezogen werden. Uebedel. Beim Baden in dem Röthsee ertrank der Arbeiter Wilhelm Vaumann. Schweslin. Feuer legte den Pferde- und Holzstall des Gastwirths Bonatz, die Scheune mit Ställen des Hofbesitzers Bonatz und die Wirthschaftsgebäude des Schmiedemeisters Panzer in kurzer Zeit in Asche. Mit knapper Noth gelang es, das Vieh zu retten. Stolp. Beim Rangiren eines Zuges gerieth der Hilfsweichensteller Radtke zwischen die Puffer des Wagens. Er erlitt hierbei fo starke Quetschungen, daß er nach kurzer Zeit verstarb. Schlawe. Mehrere Fischer aus Vietzker Strand fuhren in zwei Böten zum Flunderfischen in die Ostsee hinaus. Als sie ibre Netze einzogen, fiel der VNcher Karl Hermann Pagel überBord und ertrank. W u st e r w i tz. Arbeiter Ernst Kunde wurde auf dem Felde von der Dillmaschine überfahren und erlag bald darauf den erlittenen Verletzun-aen.