Indiana Tribüne, Volume 26, Number 292, Indianapolis, Marion County, 1 August 1903 — Page 5
V Jndiana Tribüne, I. August 1903.
Die Ponliuischcn S'ümpst. lleutd ProZekt der TrolkeuKgung vo der italienischen Regierung adoptirt. Em Kulturwerk von allergrößter Bedeutung, welches sich der Trockenlegung der Zuider-See würdig anreiht, ist unlängst in Italien in Angriff genorninen worden, indem die Arbeiien zur Austrocknung der berüchtigten Pontinischen Sümpfe" ihren Anfang genommen habend Wie allgemein bekannt, macht die den genannten Sümpfen entsteigende Fieöerluft (Malaria) nicht nur sich selbst, sondern noch weitere, trockene 75.000 Hektar fruchtbaren Lande bis nach Rom hin unbewohnbar. Die Sümpfe sind zudem das Dorado der als Malariaoerbreiter festgestellten Moskitos, die alljährlich Hunderttausenden von Menschen das Malariagift einimpfen. Die Trockenlegung dieser Sümpfe, welche im Laufe der Jahrtausende schon häufig versucht, aber stets mit unzureichenden Mitteln in's Werk geseht worden war, ist daher von außerordentlicher Wichtigkeit, denn sie wird den geflügelten Malariagifiirägern die Existenzbedingungen entziehen und dadurch mit einem Schlage die gesundheitlichen Verhältnisse dieser 1000 Acker großen Sumpflandschaft völlig umwandeln. Dadurch aber wird der ganze, früher stark bevölkert gewesene Landstrich wieder bewohnbar, und die Fruchtbarkeit des Bodens nutzbar gemacht werven. Bei dem lebhaften Interesse, das sich allenthalben für dieses Riefenwerk, als welches die Austrocknungsarbeiten mit Recht bezeichnet werden können, kundgibt, wollen wir nicht verfehlen, unseren Lesern über die Pontinischen Sümpfe mit ihrn zahlreichen Kanälen und Entwäerungsgräben erläuternde Angaben zu machen. Die berüchtigten Sümsfe erstrecken sich südöstlich von Rom von Cisterna bis Terracina in einer Länge von 23 Meilen bei einer wechselnden Breite von 6 bis 12 Meilen. Sie werden südlich und westlich durch Dünen vom Tyrrhenischc Meer getrennt, und im Osten von den Volsker Bergen begrenzt. Dfs Gebiet bildet eine von Nord nach Süd nur schwach geneigte Ebene, die dem Wasser ein äußerst geringes Gefalle darbietet und sich allmälig trotz der zahlreichen, künstlich angelegten .Entwässerungsgräben zu einem von der Malaria beherrschten Sumpfland umgestaltet hat. In den ältesten Zeiten der römischen Republik lagen hier 33 Städte, deren Bewohner damals für den erforderlichen Abfluß der Gewässer sorgten. Später jedoch vermochte die durch Kriege und wirthschaftliche Noth dezimirte Bevölkerung die Entwässerung des Bodens nicht mehr zu bewältigen, und heute ist es die trostloseste. Gegend-in ganz Jtalien. Man kann hier auf der Via Appia 30 Meilen zurücklegen, ohne einem menschlichen Wesen zu begegnen. Der erste Versuch, das Sumpfland wieder urbar zu machen, wurde wabrscheinlich von Appius Claudius (312 v. Chr.) unternommen, welcher die nach ihm benannte Heerstraße quer durch die Sümpfe leitete. Auch Cäsar, Augustus, Trajan und Theoderich ließen Arbeiten zu diesem Zweck ausführen, welche auch von mehreren Päpsten, so von Bonifacius VIII. (um 1300). Martin V. (1417). Sixtus V. (1585) und Pius VI. (1778) aufgenommen wurden. Die Arbeiten hatten aber nicht den gewünschten Erfolg. Die aus dem Gebirge kommenden Wasserläufe (Amazeno und andere), welche viel Geröll mit sich führen und plötzlichen Anschwellungen unterliegen, veränderten häufig ihr Bett, traten aus, und da sie nach dem Meere hin keinen genügenden Abfluß hatten, so verwandelte sich ihr Sauer in stehende Pfützen mit einer Menge von Wasserpflanzen und erzeugte Fieber. Um diesem Zustande abzuhelfen, hat die italienische Regierung ein Gesetz erlassen, welches die Konsortien der dortigen Grundbesitzer verpflichtet, folgende Arbeiten auszuführen: 1. Ableitung der Gebirgswässer, 2. Regulirung der Gebirgsbäche in den Bergen selbst, 3. Säuberung der bestehenden Kanäle, 4. Trockenlegung der überschwemmten Terrains durch Schaffung eines natürlichen Abflusses oder durch mechanische Nachhilfe. Unter den zahlreichen Projekten zur Trockenlegung der Pontinischen Sümpfe ist als das bemerkenswertheste wohl das des Majors v. Donat zu nennen, der seit Jahrzehnten unablässig für die Verwirklichungseiner Idee thätig ist und das Jntereiie weiter Kreise für diese Gegend erregt hat. Donat will .die Wassermassen des oberen Theils der Ebene, der Gebiete von Sezze, Sernoneta u. s., w. mittelst eines großen Querkanals auffangen und durch den Rio Francesco in den Fiume Cisto entleeren, welcher einen neuen Ausgang zum Meere (Dllnendurchstich) erhalten soll. Des weiteren will er dem wilden Amazenofluß ein neues, der Eisenbahn nach Terracina annähernd parallel laufendes, für die Re-
genzeit genügend großes Bett graben. so daß das ganze Wasser dieses Gebirgsstromes direkt in's Meer abgeführt wird. Dann will Donat im Gebirge selbst, in den Quellgebieten der größeren Flüsse, Stauwerke anlegen. um den Zufluß regullren zu können. Die italienische Regierung hat nuninch? diesen Plan des Majors v. Donat ccephrt und gedenkt, das bedeutsame Werk der Trockenlegung der Pontinischen Sümpfe innerhalb eines Zeitrauw?s ton 23 5kaü?en l vollenden.
Autoritäten.
Von C. Eysell-Kilburger. (Sie sollten sich wirklich einmal an eine Autorität wenden." Mit diesem Rath ist man jetzt schneller als sonst bei der Hand; seitdem in der Heilkunde die Specialisten einen so breiten Raum einnehmen, gibt's eben mehr Autoritäten" als sonst. Eine Autorität"! Das Wort liegt einem so voll, so warm, so vertrauenerweckend im Ohre! Eigentlich muß es das pure Vergnügen sein, sich einer Autorität anzuvertrauen. Seit einiger Zeit bemerkte ich ein wunderliches Gefühl im rechten Ohre: einen leisen Druck gegen das Trommelfell, zuweilen ein Summen und Brausen, eine leise Verminderung des Gehörs. Sie sollten sich wirklich einmal an eine Autorität wenden " Gott sei Dank, sie empfängt mich dermaßen überbeschäftigt, dermaßen von oben herab, daß ich mir sage, ich muß in den besten Handen sein. So unliebenswürdig zu sein, darf sich eben nur eine echte Autorität erlauben. ..Sie wünschen?" Eine gebieterischeHandbeweguna bedeutet mir, ich möge mich setzen. Schüchtern hocke ich auf der Ecke des Rohrstuhles wie auf einer Anklagebank. Der berühmte Mann zieht seine Taschcnuhr, hält sie zuerst drei Schritte vom linken, dann drei Schritte vom rechten Ohr ab und wirtlich ist eine kleine Differenz bemerkbar. Alsdann ergreift er eine Stimmgabel, schlägt sie an und setzt sie auf meine ?tlrn. tiem Gesicht wird sehr ernst. Sie waren schon häufig krank?" fragt er und sieht mich mit einem dunklen Blick an. Mir wird himmelangst, ich weiß nun wirklich nicht, ob es strasbarer ist, gesund oder krank gewesen zu sein, und ich bekenne etwas von Mafern, einigen Influenza - Anfällen und einem verstauchten Fuß, den ich mir beim Ausgleiten auf Glatteis zugezogen. Aber Sie waren anämisch? Schlecht ernährt? Wie?" forscht er weiter. Die Frage geht mir eigentlich gegen die Ehre, ich bilde mir ein, daß bei uns ein ganz guter Tisch gefuhrt wird auch in meinem Elternhause schon. Nicht, daß ich wüßte," entgegne ich kühl. Sie waren anämisch, sind es noch, stellen Sie es nicht in Abrede, ich sehe es an Ihren weißen Ohren," herrscht er mich an. Auch skrofulös sind Sie jawohl." Die Stimme saust wie em Peitschenknall an mein Ohr, ich merke, daß ich noch recht gut höre. Wie eine überführte Verbrechen klebe ich nur so an meiner Stuhlecke. Sind Sie erblich belastet?" Wa s?Erblich belastet? In unserer Familie gibt es glücklicherweise weder Geisteskranke noch Gewohnheitssäufer " - Ich meine, ob in Ihrer Familie Taubheit oder Schwerhörigkeit erblich ist!" Ich sammle meine Gedanken: richtig, bei meinem Großvater mlltterlicherscits hatte in seinem 78. Jahre das Gehör etwas nachgelassen, und auch mein Vater hatte einmal infolge eines Mittelohrkatarrhs vorübergehend weniger fein gehört. Natürlich, also von beiden Seiten sogar, ich dachte es mir gleich," sagte die Autorität verachtungsvoll, zog das Ohrläppchen lang, stieß mir heftig den Ohrentrichter in's Ohr und ergriff den Spiegel. So könnte es am Ende ebwas nbaftes sein?' Das wird die weitere Untersuchung ergeben," schnitt er brüsk ab. Eine Viertelminute bangen Schweigens. Ich schloß die Augen, wagte kaum zu athmen. Sie haben da im Ohre " sagte die Autorität mit schwererStimme und machte eine berechnete Kunstpause. Mir war zu Muthe wie einem Verurtheilten, an dem in der Minute des Todes das ganze Leben noch einmal vorüberzieht. Und dann die Zukunft: alle schrecklichen Möglichkeiten in Eins: ein angefressenes Trommelfell, ein Krebs, schreckliche Taubheit bis an mein Lebensende. einen verhärteten Ohrenschmalzpfropfen." Er zog den Trichter aus dem Ohr und warf ihn mit einem klatschenden Geräusch in eine gläserne Bütte mit Wasser. Ich werde Ihnen etwas aufschreiben, das tröpfeln Sie nach Angabe des Receptes ein, und übermorgen um diese Stunde kommen Sie wieder." In meinem Innern stritten sich die verschiedensten Empfindungen. Zuerst Erlösung. Dann die Erwägung: waturn guckte er eigentlich nicht zuerst in das Ohr? Endlich Scham: das klingt ja nach Schmutz, nach Verwahrlosung und auf meinem Toilettentische liegt doch ein Ohrenschwämmchen als unentbehrliches Geräth. Damit haben Sie ihn immer tiefer hineingeschoben, das ist doch klar!" fuhr mich die Autorität auf meinen Einwand hin über die Schulter hinüber an. , . Ich war noch immer sehr beschämt, als ich auf den schönen, rothen Smyr naläufern die Treppe hinabschrttt. Sie sollten um fünf kommen, jetzt
ist's ein viertel sechs, ich könnte wohl genügende Rücksicht verlangen," knurrte die Autorität bei meinem nächsten Besuche mit einem Blick auf seine Taschcnuhr. Es war eine vicke, goldene Ubr. dieaussab. als babe ein aebeilter Herzog Nc geicyentt, eine echie Renoinmiruhr. Setzen Sie sich." Dankbar ließ ich mich nieder. " Die Autorität zog warmes Wasser in eine Spritze, ließ mich ein Becken von Hartgummi unter das Ohr halten, legte eine Serviette darunter. Ein Druck, ein Brausen im Ohr, und der Attentäter lag im Becken. Ein kümmcrliches Ding, nicht größer als eine Linse. Kommen Sie übermorgen wieder, aber pünktlich," sagte mein Retter, indem er mir ein Wattebäuschchen ingrimmig in's Ohr drehte. Am dritten Tage wiederholte sich das Experiment mit der Uhr und der Stimmgabel vom ersten Tage. Dann kam etwas Neues. Mit abgewandtem Gesicht mußte ich mich in die eine Zimmerecke stellen, während mein Helfer die andere Ecke für sich nahm. Die ganze Diagonale des Zimmers lag zwischen uns. Versuchen Sie, ob Sie nachsprechen können, was ich Ihnen leise vorsage. Halten Sie das linke Ohr zu. Also: Kakadu." Kakadu!" wiederholte ich freudig. Richtig. Nun: Pfefferkuchen," flüsterte er mit versagender Stimme.
Pfefferkuchen! rief ich trmmphirend. Gut, sehr gut! Jetzt: Landpartie." Seine Stimme war nur ' noch ein Hauch, aber es schlug an mein befreites Trommelfell, und jubelnd schmetterte ich's hinaus: Landpartie!!!" Mein feines Gehör, auf das ich im:ner so stolz gewesen, war mir wiedergegeben. Ich bedankte mich und bat um Zusendung der Liquidation, und nun flog das erste Lächeln über sein Gesicht. Pünktlich am nächsten Ersten mit der Frühpost traf sie ein. Ich will die Summe hier nicht nennen, nur bemerken, daß mein Gatte sich die einzige kleine Genugthuung nicht versagen konnte, aus diePostanweisung die Worte zu setzen: Mark, laut Rechnung sürEntfernung eines Ohrenschmalzpfropfens." Eine andere Erfahrung mit einer Autorität liegt um Jahre weiter zurück. Hierbei handelte es sich bei mir thatsächlich um eine erbliche Belastung. In meiner mütterlichen Familie war ein böser Genickkopfschmerz zu Hause, der in Intervallen, meist von neun Tagen, sich einzustellen Pflegte, dann aber das arme Opfer dermaßen niederwarf, daß es, unfähig zu sprechen, zu denken, im verdunkelten Zimmer sitzen mußte, durch das kleinste Gerausch gequält und so entweder verzweifelnd oder in dumpfer Ergebung das Ende der Pein, die meist zwischen sechs und acht Stunden dauerte, abwartend. Bis zum zwanzigsten Lebensjahre des betroffenenFamilienmitgliedes hielt sich das Leiden latent, dann meldeten sich die ersten Zeichen, gegen Mitte der Zwanzig hatte der Becker'sche Familienkopfschmerz" seine Blüthe erreicht, um dann gegen die Mitte der Dreißig langsam nachzulassen. Das war eine so vollkommen feststehende Thatsache, daß es eigentlich unnütz war, gegen den Stachel löcken zu wollen, und wirklich trugen einige Betroffene das Leiden wie eine grausame Auszeichnung, aber nicht ohne Stolz. Wieder andere wußten von den energischen 5uren zu berichten: Kaltwasser- und Elektricitätsbehandlung, furchtbare Jodpinselungen, bei denen das rohe Fleisch offen dagelegen; ein Muthiger hatte sich sogar die Nervenstränge im Genick durchschneiden lassen Alles ohne dauernden Erfolg. Sie sollten sich wirklich 'mal an eine Autorität wenden " Sie wohnte von uns eine halbe Tagereift Bahnfahrt entfernt, dafür umwitterte sie aber ein besonderer Ruf von reicher Erfahrung und großem Wissen. Schon Tags zuvor hieß es abreisen, um rechtzeitig und nicht allzu abgespannt zur Sprechstunde einzutreffen; meine Mutter begleitete mich. Eine Atmosphäre höchster und gewähltesier Vornehmheit empfing uns gleich beim Eintritt. Ein Entree ohne Tageslicht, nur durch Kerzen, die von einem mittelalterlichen Leuchterweibchen getragen wurden, erhellt. Orientalische Teppiche auf dem Boden und an den Wänden, dazwischen ein nachgedunkeltes Oelbild mit dem Anschein kostspieliger Echtheit; ein wunderlicher alter Schrank mit Intarsien, ein echtes Museumsstück, auf einer riesigen friesischen Truhe die Hüte und Mäntel der Patienten malerisch hingeworfen. Aus leichten Sohlen geht ein Diener in discreter, dunkelblauer Livree umher, sein glattrasirtes Gesicht zeigt in exquisiter Mischung Reservirtheit mit Wohlwollen gepaart, seine Stimme ist sanft, gedämpft, als sei er von vornherein der theilnehmende Vertraute unserer Leiden. Das Wartezimmer ein Museum, eine Steigerung dessen, was das Entree versprochen. Der Fuß versinkt in Teppichen und Fellen, Gobelins spannen sich an den Wänden. Alte, werthvolle Holzschnitzereien, Sitzbänke, Kirchenstühle, von einem Baldachin überragt, oben aufgestellt vergoldete Altarleuchte?, eine Monstranz. Dazwischen
gemacht, als Concession an die Bequemlichkeitsliebe des modernen Menschen, tiefe Lederfauteuils, Tabourets, mit Kameltaschen überzogen, ein paar daunengepolsterte Sesselchen. Ringsum eine schweigende, erwartungsvolle Menge. Hin und wieder erscheint der discret Liorirte, und ein Name, -eine Nummer unterbricht mit gedämpftem Klänge die Stille. Dank meiner vorherigen Anmeldung brauchte ich nicht allzu lange zu warten. die Vforten eines Zweiten WarteZimmers öffneten sich uns. Wieder die gleiche, schwere Pracht der Einrichtung, nur mehr in's Individuelle getönt. Hier unterlag es keinem Zweifel mehr, bei wem wir uns befanden. Allerorten Prunkaeräthe, die deutlich ihre Herkunft als Geschenke verriethen, auf den Borden des Paneels Photographien von Fürstlichkeiten oder sehr berühmten Künstlern mit schmeichelhaften Widmungen. Endlich schlug unsere Stunde: wir durften eintreten. Diese Autorität war ein zierlicher, noch nicht alter Herr mit einem feinmodellirten Kopfe von etwas leidendem Ausdruck. Auch seine Stimme hatte etwas Leidendes, als er mich fragte, womit er mir dienen könne die stereotype Frage aller Autoritäten. Ich begann mein Klagelied vom Vecker'schen Familienkopfschmerz; er hörte mir zu mit dem Ausdruck warmer, gespannter Theilnahme. Wie wohl es doch thut, dieses in Mitgefühl bewegte Gesicht zu sehen! Wenn ich in meiner Schilderung besonders anolle die Qualen mit mir, zuweilen neigte er zustimmend das Haupt: Ja, schaulich wurde, glitt ein Schmerzenszug über sein Antlitz, als empfinde er ja.' Darf ich Sie bitten, sich etwas locker zu machen, ich möchte Sie zuerst untersuchen." Untersuchen, Herr Professor? Wegen unseres Familienkopfschmerzes?" Ich war etwas erstaunt. Er begann, Lunge und Herz in der bekannten Weise zu untersuchen, langsam und gründlich. So, ich danke, ich bin fertig," kam es zum Schluß heraus. Und Sie haben nichts Beunruhigendes an mir gefunden?" fragte ich nach einer Pause zaghaft, während ich mich wieder zurecht machte. , Durchaus nicht. Aber Sie sind sehr grazil gebaut, überzart. Es wird für Sie immer heißen, sich zu schonen und. in Acht zu nehmen. Ich werde Ihnen hier das aufschreiben, außerdem dürfen Sie jeden Tag dreimal einen Theelöffel voll Eisenalbuminat nehmen und guten Rothwein trinken, das wird bei Ihrer bleichsüchtigen Anlage dienlich fein. Von irgend einer Gefahr ist keineswegs die Rede." : zDabei drückte er mir das Recept in die Hand ich las das eine Wort: Coca Thee." Es wird Ihnen gut thun," sagte er zuversichtlich und reichte mir die Rechte, während seine Linke nach dem elektrichen Knopf an seinem Schreibtische tatete ein deutlicher Wink, daß sogleich eine andere Nummer" an meine Stelle treten werde. Meine Mutter verstand, griff in die Tasche und legte den üblichen goldenen Obolus aus den Tisch. Mit stummer Verbeugung schritten wir zur Thür. War die Consultation wirklich zu Ende? Da mit einem Male kam es über mich, wie eine Erleuchtung: diese Untersuchung. das Recept der überbeschäftigte Arzt wird meine Anmeldung mit einer anderen verwechselt haben, er hält mich für eine Person, deren Krankheitsgeschichte er kennt, und hat deshalb bei meinem Bericht an Gott weiß was gedacht, ohne mir zuzuhören. Und dafür die weite Reise Mit einem Satze war ich wieder neben ihm: Sie verzeihen, Herr Professor. aber ich leide an Kopsschmerzen." Sein Gesicht sah wieder sehr theilnehmend aus, auf seiner Stirn schlug eine bläuliche Ader. Ich weiß es, gnädige Frau, Sie haben mir Ihren Fall ja so überaus klar geschildert." Aber Ihre Untersuchung, das Reccpt " drängte ich. Nun ich wollte Sie doch so gern mit irgend etwas beruhigen " Und mein grausamer Kopfschmerz? Dagegen verordnen Sie mir nichts r Da ergriff er meine beiden Hände und sah mich fast zärtlich an. Liebe, gnädige Frau, das ist eine böse, böse Sache, gegen die ich nichts zu verordnen habe. Ich leide nämlich selbst an einem ähnlichen Kopfschmerz, und gerade im Augenblick " er drückte die Hand gegen die Schläfe, auf die klopfende Äd'er Sie haben in Ihrer Familie ja eine,, so reiche Erfahrung, und wenn Sie vielleicht einmal von einem Mittel hören sollten, so lassen Sie es mir wohl zukommen. Und nun adieu, liebe gnädige Frau, meine Zeit ist besetzt "
Bezeichnend. Haben Sie das Entresol gemiethet?" Nein. ES ist so niedrig, daß man im Speisezimmer nur Seezungen und Flunder serviren kann!" SeltsameHerleitun. Qehrer: Kann mir jemand sagen, was derVorname Alma" bedeutet?" SchUler: Hoch", Herr Lehrer!"-Lehrer: Wieso?" Schüler: Nun, alma ma ! ter" heißt doch Hochschule!" .
MsSttbKkn 5 W&bvplxin. Cleveland, Cincinnati, Chicago & St. (ouis Railwaf.
23ia 3?CTT2.. Cleveland D oifua
Abgang New Aork Expreß tägl 4 40Vrn Muncie & FtWayne Exp p. 7 0033m NSKB Lim täglich s. . . . 8 00Nm Clev fc Benton Harbor Exp.11 10Vm N I B Lim, tägl äs.... 2 5523m Union City Acc tägl 4 4rn Knickerbocker Sp täglich d&s 6 25rn St. Louiö "T1io2 w ox-IcIö St LouiS Mail 7 20Vm Southwestern Lim tgl d & 8 11 45Vrn Tt UouiS Lim täglich p d 8. 3 25Nm Terre Haute k Mat'n Ace.. 5 OONm 9i9 & St. Louis Exp tägl.. 7 05Nm St Louis Expreß tägl 3 12 OöVrn Cincinnat Ein & LouS Nachtexpreß tgl s 3 4oVm St Lous & Cin Nachtexp tg 8 4 30Vrn Cincinnati Exp Sonnt ausg. 7 45Vm Cincinnati Acc 4 OONm Cincinnati F Expreß, tägl p 2 öONm Louis F Expreß 2 50Nrn Cinc & Wash F Ltg dsckp 6 20Nrn Chicago Kankakee Accorn ' 7 OOVrn Chicago Fast Expreß tgl d p 11 öOVrn White City Special s d & p. 3 30Nrn LaFayette Accorn 5 löNrn Chicago Nachtexpreß tägl s.. 12 OöVm Mi ch ig a n Benton Harbor Expreß 7 OOVm Michigan Mail Expreß p. . .11 lOVrn Elkhart Acc täglich 4 45Nm
Michlgan i?x':rstz 8 ISA Peoria Division w estli ch Peoria Expreß ck Mail 7 2SVrn ColurnbuS & nc Exp tgl 8 3 30Bm Western Expreß täglich p d..ll 60Vm Charnpaign Accom 10 3öBm t5hampaign Accom 4 lONm N A k Ohio Special 2 4vNm Peoria Expreß täglich 8 11 50Nrn Peoria Ezpreß taglich p & d 6 08N Peoria Divisio n ö st l i ch. Columbus Expreß tägl 4 30Vm Lynn Accom 10 ISBrn Ohio Special tägl dp 3 OONrn Columbus Expreß tägl dp. .11 40V LyNN Accom 6 15Nrn ColurnbuS Expreß tägl s 11 40N pittsburgh, Cincinnati, Chicago & SU Louis R'7. Indianapolis Division. Abgang Ankunft Eastern Expreß taglich 3 30Vm Schnellzug täglich 8 fcd... 6 301 Columbus Accom 7 3055m Limited Mail täglich 6 40Vru gast Expreß täglich s d.... 8 lOVm Nichmond Accom 8 40Ba Lradford Accom 1 25Nn? St Louis Expr täglich d & e 12 lONm Atlantic Ezpreß täglich s&d 3 05Nrn Bradfsrd Accom 2 OONm Day Expreß täglich 5 OONm Western Expreß täglich 8.... z 20Nn St L & N 9 Lim täglich s d 6 öONm Nimmt keine Passagiere tgl- 8 30Nm Nichmond Accorn 8 OONm Jndianavolis Accom sb...,10 40N Chicago Division. Louisville Chic Exp tgl p d 11 35Vm Chic & Lou F Expr täglich g 3 20V Lou & Chi F Expr taglich 8 12 05Vm Chic iz Lou Expr täglich p d 3 40Nv
Lou Chicago & Louisv Spl tägl 8 Piits äi Lou g L tägl 8.... Mad Acc nur Sonnt Louisv & Madison Accom.. Chicago & Leu g L täglich p d Madison Accorn Louisville Accorn iöville Madison Acc, nur Sonntag. Abgang NAK StLLim täglich 8 k d 6 öOVrn St LsuiS Expreß tagl 7 25Vm Efsingham Acc, nur Sonntag 7 253?m St Louis Expreß ds 12 15Nm Western Expreß täglich ds.. 3 30Nm T Haute & Efsingham Acc .4 45Nm Terre Haute Expreß Sonntag 7 35N&
stimmt keine Passagiere.. .. 8 332cm Nacht-Expreß, täglich s.. ..11 30Nm Indianapolis & vincsnnes R. R. Cairo & Vincen Expr täglich 7 20Vm Spencer FrenchLickÄc, tägl. 9 45Vnr Martinsv Accorn 12 30Nrn VincenneS Expreß täglich.. 10 36L Vincenneö Expreß 3 50Nrn Martinsville Acc, tägl 3 46Nru SpencerkFrenchLick Ac, tägl. 4 45Nrn Cairo Expreß täglich 6 16Nrs Chicago, Indianapolis & louisville R'y. (Monon Route.) Abgang Ankunsi Chic Night Expreß täglich 8.. 12 5533m Cincinnati Best täglich g.... 3 45Vrr Fsft Mail täglich 8 p 7 OOVm Fast Mail täglich s 7 60V Chr Expreß, täglich ...p d.11 6033m Mono Accom, täglich lOOOVn Chi & Mich City Best dp.. 3 35Nrn Cincinnati Best täglich dp.. 4 62N Monon Accom, täglich 4 OONm 5ake Erie & weftern R. R. Abgang Ankunfl Mail und Ezpreß 7 1533m Indianapolis Expreß täglich 10 263 T Der k M C Ex täglich.. 12 20Nm Mail & Expreß 3 26N Laporte Accom nurSsnntag8.12 20Nrn Toledo Expreß 10 26S Evening Expreß 7 25Nrn
Oncinnati, Hamilton & Danton R. R. Ost. Abgang Ankunft Cincinnati Best täglich 8 & c 4 OOVrn Cincinnati Vestibüle täglich s 12 46Vm Fast Mail täglich 8 8 05Vrn Fast Mail täglich s 6 40V Cincinnati & Det Expr 10 40Vrn Cin Chi & St 2 Ex tgl p..ll 46Vm Cin . & Dayton Best. Exp p 2 46Nm Cincinnati Ve d & p . . . . 3 26Nm Cincinnati Best täglich d p 6 OONm Cinc & 3nd Accorn 7 24N Cin & Detroit Expreß täglich 7 02Nm Cin 3nd St Peo Ex tg 8fccl0 36NrWeft. Abgang Ankunsz Springsield Mail 8 0033m West Expreß täglich 8fcc. 3 5533m Chicago Expreß 11 6033m Tuöcola Accom 10 30V Tuöcola Accom 3 30Nm Cincinnati Expreß 2 405cm West Expreß täglich 8 & c.ll lONm Springsield Mail 4 50N . Via C., H. D. 9ly. (West) und Roachdale. Chicago Expreß .........11 6033m Cincinnati Expreß Z 40R5
5 bedeutet SleeosT.P. Prlo O. C Chair Cc a-Onin? C. R -Reffet C.r.
AnkunZk 9 2SVm 9 25Vm 10 30Vm 11 3025m 3 10Nm 3 lONm 8 15Nm 6 45Nm 11 45Nm
Union City Accom tägl Elkhart Accorn, nur SonntgS Fort Wayne ck Elk Ezvreß p Southwestern Ltd tg! ä s.. . . St Louis Ltd tgl ä s B H'b'r Expreß p 3 Union City & Clev Ace .. .. New Jork Expreß täglich.... New Jork Ltd tägl g Division. P"alr Honte" New Ao?k Expreß täglich g.. 4 St. LouiS Expreß tägl 8.... 7 Mat'n k T Haute Ace 10 NA k Boston Lim täglpäg 2 St LouiS Mail 5 Knickerbocker Sp täglich s&d 6 i Division. Cincinnati Acc tägsausg SonlO Chic k St L Expreß tg d s & pll Chicago Lous & St L Expreßll White City Spezial p 3 Cinc & 2no Acc ausg Son.. 6 Cinc 3ndKStLExvr tgs..11 Chic & Lou Nachtexpreß tg g 11 20Bm 40Vm 36Bm 50512 355tm lONm 25Vm 40Vm 40B 25R 55Nm 60Nn 40R Division. Cinc Naxpreß, tägl '.... 3 30V Kankakee Äccom 10 30Bm Cinc Fast Expreß tägl p d.. 2 405lu? La Fayette Aceom 5 OOtn Cinc & Wash g L., d & p. . 6 lONm Division. Elkhart Accom nur SonntagS 9 2SVm Elkhart Expreß 10 3023m Benton Harbor Expreß p . . . . 3 lONm Division.
3 40Vrn Louisv & Madison Acc.. ..10 10S?rr 7 OOVm Lou Chic g L tägl p d... .11 302Z 7 30Vrn Louisville u. Madissn Ace ..ö 40?lu. 8 05Vrn Louisv & Pittsb F L täglich s 6 35N 3 ööNm Madison Accornrn Sonnt-gS 9 16Bm 3 65Nrn Lou & ChiF Expr. täglich 11.50 Nchi 6 45Nm 6:45 Nrn vandalia (ine.
Ankunft 3 20Vul 6 6053m 7 5533m 10 2533m 2 50NM 4 45Nn New Jork Expreß täglich 8.. St Louis Expreß täglich.... Schneller Erpreg täglich s... Terre Haute Effing Acc tägl Atlanti: Expreß täglich äs.. Fast Lme täglich St L ä N S Lim täglich 8 d d 6 30Nrs
i
r f .
1
