Indiana Tribüne, Volume 26, Number 291, Indianapolis, Marion County, 31 July 1903 — Page 3
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Jndiana Tribüne, 31. Juli
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K l 0 st e r -aroff und die Heiligsprechung eines russischen EiusieslerZ.
Der ganze Pomp der griechischon Kirche hierbei entfaltet. Letzter Tribut für den todten Papst in Nom. Cardinäle von der Conclave Gin schliesznng nicht entzückt. Die revolutionäre Bewegung im östlichen Cuba. Streik-Tumulte in Nufjland blutig unterdrückt. Edward fährt mit Automobil durch Irland. Nußland. DieFeierimKlosterSaroff. St. Petersburg, 30. Juli. Die Feierlichkeiten im Kloster Saroff versprachen sehr interessant zu werden. Nach 5 Tagen religiöser Uebungen werden die Reliquien vom hg. Sera phin zur Anbetung ausgestellt. Die Reliquien befinden sich in einem Silbersarg unter einem silbernen Baldachin; die Kosten für diese Auslagen bestritt der Kaiser aus seiner Privatschatulle. Das Kloster, wo die Ceremonien stattfinden, ist ein Frauen-Asyl, meh rere Meilen vom Torfe Saroff und 40 Meilen von der nächsten Bahnstation entfernt. Zu den Tbeilnehmern an der Feier gehört die kaiserliche Familie, der Hof und zahlreiche Pilgerschaaren. Für die vornehmeren Besucher sind zeitweilige Baracken errichtet, während die große Mehrzahl der Pilger in Ställen oder unter frnem Himmel nächtigen muß. Die hg. Synode hat eine Proklama tton erlassen, worin es heißt, sie betrachte das Erscheinen eines neuen wunderbaren Vermittlers als . eine neue Segnung des Himmels für die Regierung unseres erhabenen Herrschers, der unablässig für die Wohlfahrt des rechtgläubigen Volkes arbeitet und seine kaiserliche Liebe und Für sorge auf die getreuen Unterthanen jeder Klasse und jeden Standes erstreckt." Für die Feier ist der ganze Pomp und die gesammte Pracht der östlichen Kirche mit ihren wirkungsvollen, ausgedehnten Ceremonien in Dienst gestellt. Der Eremit Prakhor Moshin ist 1833 in hohem Alter gestorben. Der Glaube an seine Heiligkeit und seine wunderbare Verbindung mit dem Him mel scheint schon während seines Lebens weitverbreitet gewesen und seit seinem Tode stetig gewachsen zu sein. Die Untersuchung über die angebliche Wun derthätlgkelt seiner Reliquien wurde 1892 begonnen und die hg. Synode sah die Wahrheit der Berichte als erwiesen an. Er wurde deshalb am 29. Januar unter dem Namen des hg. Seraphim canonisirt und das Datum dem orthodoxen Ealender eingefügt. Einer Lebensbeschreibung zufolge war Seraphim's Vater ein frommer Kaufmann, der Kirchen in Süd-Ruß land baute. Seine Wittw? setzte diese Thätigkeit fort und bei einer solchen Reise soll ihr junger Sohn aus großer Höhe zu Boden gefallen sein, ohne sich Schaden zu thun. Der Knabe trat mit 17 Jahren in's Kloster Saroff und war so eifrig in seinen religiösen Uebungm, daß er seine langen Gebete auf einem großen Granitblock in seiner Zelle verrichtete, damit seine Kniee keinen bequemen Stützpunkt hätten. Später verbrachte er 15 Jahre lang in völliger Abgeschiedenheit in seiner Celle und als er dann wieder in Verbindung mit der Welt trat, suchten Personen aller Classen seine Rathschlüge auf. Er soll Fragen beantwortet haben, bevor sie gestellt waren, die innersten Ceheimnisse enthüllt und zukünftige Ereignisse prophezeit haben. Seit feinem Tod pilgerten Millionen zu seinem Grabe. 10 Streiker erschossen. St. Petersburg, 30. Juli. Durch eine Salve, welche Truppen am r r r. ? rw . 4 W CTVflm zx. Zuil in 'ümyalavoslo an oer juni? Batum Babn abaeaeben. wurden 10 streikende Arbeiter getödtet und 13 ver letzt. Die Streiker versuchten Züge anzu halten und empsingm ein Truppen
Detachement von 40 Mann mit Steinwürfen und Revolverschüssen. Nach wiederholten Warnungen erhielten die Soldaten Feuezbcfehl. Der Straßenbahndienst in Odessa ist während des Streiks der Conducteure und Kutscher um höhere Löhne suspendirt. Die Angestellten lassen die Wagen nicht aus den Remisen hinaus. Angebliche Rüstungen. New York, 30. Juli. In süd. russischen Militär-Kreisen herrscht, wie eine Moskauer Depesche an die Times" über London meldet, noch immer eine außergewöhnlich lebhafte Thätigkeit. Befehlshaber aus Süd-Rußland, Cau casien und selbst TransCa:'casien halten häusige Conferenzen in Odessa ab. Im ganzen Süden werden ungewöhnlich umgehende Truppenbesichtigungen vorgenommen. Das Kriegsministerium hat soeben große Aufträge für Munitionslieferung gegeben und die Regierungsmagazine
versehen sich auf längere Zeit mit großen Vorrüthen. Italien. Letzter Tribut. Rom, 30. Juli. Der letzte Tribut wurde Papst Leo heute mit der Celebrirung der dritten großen Seelenmesse in der Sixtinifchen Capel!e des Vatikans gezollt. Alle Cardinäle, mit Ausnahme des kranken CretiuS, waren zugegen. In den ttlrcyen der fetooi begannen heute die Gebete an den hg. Geist, um die Cardinäle bei der Papst, wähl zu erleuchten. Der Bürgermeister von Carpineto. Leo's Geburtsort, sieht das Projekt einer Denkmals-Errichtung durch finanzielle Rücksichten gehemmt und will deShalb in sämmtlichen Ländern zu Beiträgen für das Monument auffordern lassen. Cardinal Oreglia vertheilte die Stimmzettel für das Conclave. Abstimmunen finden jeden Morgen 10 Uhr statt. In den Nachmittagssitzungen können die Cardinäle, die dies wünschen, ihre Stimmzettel ändern, während die anderen leere abgeben. Besonders die auswärtigen Cardinäle stellen eingehende Nachforschunzen an, um zu erfahren, wie es komme, daß so viele von Pius IX. hinterlassene Millionen verschwinden konnten. Man schätzt den Betrag auf annähernd 520,000,000. Papst Leo's Hinterlassenschaft wird auf etwa $7, 000,000 geschätzt. Leo'sRathschläge. Rom, 30. Juli. Nach der Jtalia ist die von Leo für das Conclave hinterlassene Constitution" unter die Cardinäle vertheilt worden. Sie ist 1882 in Latein geschrieben, beginnt mit den Worten Unsere Vorgänger" und erinnert an frühere Constitutionen und Conclaves, besonders jenes von Pius I X. Das Schriftstück beklagt sodann die Lage des heiligen Stuhles unter feindlicher Herrschaft" und empfiehlt den Cardinälen die rasche Erwählung eines neuen Papstes, nach der Stimme des Gewissens, ausschließlich vomWohle der Kirche geleitet. C o nclave Vorspiel. Rom, 30. Juli. Die Cardinäle besichtigten heute die Cellen, die sie während des Conclave bewohnen, und es kann nicht behauptet werden, daß sie sehr begeistert von der Aussicht zurückkehrten, vielleicht einige Zeit lang in richtigen Cellen" ohne Wasserleitung und nothwendigste Ventilation einge schlössen zu werden. Auch für die Gesundheit einiger der älteren Cardinäle werden Befürchtungen gehegt. Vielleicht am unzufriedensten war Cardinal Maszary, als Primas von Ungarn der reichste unter den Cardinälen, mit einem Jahreseinkommen von $400,000. Er erklärt, daß er nicht mit den Uebrigen essen könne und seine Mahlzeiten außerhalb nehmen müsse. Heute Abend wurden Versuche mit den Küchen gemacht, die für etwa 500 Personen täglich 3 Mahlzeiten zu liefern haben. Die Proben waren durchaus erfolgreich. Einer Meldung zufolge wurde Graf Sodorin!. der Träger der Goldenen Rose", der werthvollsten Gabe, welche ein Papst Frauen von kgl. Geblüt zu verleihen vermag, von Leo mit der Aufgabe betraut, eine wahrheitsgetreue Geschichte seincsPontificatS zu schreiben. In der CardinalZ-Sitzung verlas der Camerlengo ein eigenhändiges Schrei ben des Kaisers Franz Josef von Oesterreich, das eine nochmalige BeileidZkundgebung enthielt und die Hoffnung ausspricht, das Hl. Collegium möge bei der Wahl des Nachfolgers sich
von den großen Interessen der Kirch leiten lassen. Der Brief machte einen tiefen Ein dr'.'.ck und es würd? beschlossen, ihn mit einer Specialbotschaft zu beantworten. Cardinal Oreglia entwickelte dann dann das Programm für morgen. Die Cardinäle begeben sich um 5 Uhr Nach mittags nach dem Conclave. Jeder Cardinal erhielt vom Camerlengo eine Medaille zur Erinnerung an seine Herrschaft während des Interregnums. Auch die Frage der Entschädigung der Aerzte, die den Papst während seincr letzten Krankheit behandelt, wurde heute besprochen. Die Testamentsvollstrecke? erklärten, daß nach Auszahlung der wohlthätigen Vermächtnisse, die Leo gemacht, nur etwa $4000 übrig blei b?n. Diese Summe wurde als ungenügend betrachtet und eine Commission von Cardinälen damit beauftragt, den Betrag in angemessener Weise zu er höhen. Cuba. A u f st ä n d e. H a v a n a, 30. Juli. Trotz der gestrigen Versicherung des Sekretärs des Innern Vero, die Erschießung von 3 Leuten und die Gefangennahme ihres Führers, die einen Aufstand in der Provinz Santiago anzuzetteln gesucht, hätte alle Revolutions-Gelüste in Cuba
gestillt, wurden die Gerüchte von Aufständen in Ost'Cuba durch die Berichte des Gouverneurs und anderer Beamten der Santiago Provinz an die Regierunq in vollem Umfange bestätigt. Nach diesen Meldungen proklamirten am Sonntag 00 berittene Bewaffnete im Distrikt des Cauto-Flusses eine Revolution und verlangten Bezahlung für die ehemaligen Soldaten der Revolutionsarmee. Gewaltthaten werden nicht gemeldet, aber unter der Einwohnerschaft herrscht große Aufregung. Der Führer der Rebellen heißt Pupo. Nach dem Sekretär des Innern steht die öffentliche Meinung auf Seiten von Präsident Palma's Regierung und die Rebellen gehören zu der arbeitsscheuen Bevölkerung von Puerto Principe. Viele Freiwillige bieten, wie gemeldet wird, der Regierung ihre Dienste an. Großbritannien. Edward'S Reise. G a l w a y, 30. Juli. Das Königspaar s:tzte heute seine Motor-Fahrt durch einige der wildesten und romantischsten Gegenden von Irland fort. Die Fahrt ging von dem Städtchen Leenane am Ufer der Killarney Bay durch die schöne See und Berg-Gegend. deren Einwohner das Herrscherpaar in loyaler Weise begrüßten. In Receß endete die Motor-Fahrt, worauf das Kör.igspaar mit der Bahn nach Galway fuhr, um sich daselbst an Bord der in der Bay liegenden Kgl. Jacht zu begeben. Oesterreich'Ungarn. Aus dem Parlament. Budapest, 30. Juli. Die dritte Sitzung des ungarischen AbgeordnetenHauses währte, nach 2 vorgehenden Suspensionen, bis heute in die ersten Morgenstunden. Die Majorität nahm schließlich den Antrag deS Ministerpräsidenten, Lesung der JndemnitätsVorlage betreffend, an und das Haus vertagte sich bis Freitag. Gegen den früheren Abgeordneten Dienes hat die Staatsanwaltschaft ein Verfahren eingeleitet. Dienes wurde gestern vom Abg. Papp beschuldigt, ihm eine Bestechungssumme von 10.000 Kronen angeboten zu haben. Der Gouverneur van Fiume, Graf Szapary, ist zurückgstreten. Er soll das Geld zu der Bestechung Papp's her gegeben haben und wird vor eincm Parlamentsausschuß vernommen. Portugal. Der Besuch des amerikanischen Geschwaders. Lissabon, 30. Juli. Die ame rikanischen Offiziere machten heute bei prächtigem Wetter Auflüge über Land. Auf dem Marktplatze spielte unter lautem Beifall des Volks die Capelle der Brooklyn". Am Samstag frühstückt der König an Bord der Brooklyn". Admiral Cotton und verschiedene Offiziere besuchten heute das Schloß in Cintra, 4 Meilen von Lissabon, wo sie der Königin Amalia und der Königin Mutter Maria Pia vorgestellt wurden. Hawaii. N e u e s A m t. Honolulu, 30. Juli., (via Pa cinc Cabel). Gouverneur Dole hat T. F. L ansing zum Einwanderer-Com missar ernannt. DaS Amt wurde zu dem Zwecke geschaffen, um Touristen, Farmer und andere wünschenswerthe Elemente zur Reife nach den Inseln zu ermuthigen.
Die Hikzccntrell hcs Erdballs Nords und CentralsAfrika die h:ißcs stcn Gegenden der Erde.
DaS mcrikanisÄe Hiygebiet Glühende Land komplexe im Innern von Australien Gluth, Herde in CebirgSIesscln Wirkung tropischer fit,e aus die WillenSenerg!. Es wäre irrig, anzunehmen, daß die heißesten Gegenden des Erdballes unter dem Aequaior liegen, vielmehr befinden sie sich, entsprechend der Häufung der kontinentalen Landmassen, vorwiegend auf der nördlichen Erdhalbkugel, wo sie bis weit über den Wendepunkt des Krebses, ja fogar bis gegen den 45. Breitegrad hinaufreichen, während sich auf der südlichen Erdhalbkugel nur zwei Hihcentren vorfinden. Das umfangreichste Hitzegebiet ist das nördliche und centrale Afrika. In einer Entfernung von höchstens 50 geographischen Meilen von d:n Küsten des kühlenden Atlantischen Ozeans und des Mittelländischen Meeres schwindet der mäßigende Einfluß des Meeres. Die französischen Kolonialtruppen in den südlich von Algerien und Tunesien liegenden Saharagebieten müssen alljährlich oft bei einer Hitze von 122 Grad Fahrenheit marschnen und manövriren. Kaum weniger heiß als diese Saharagebiete ist der angrenzende Sudan, wo sich ebenfalls Höchsttemperaturen von 113 bis 122 Grad Fahrenheit alljährlich wiederholen, und die Lybifche Wüste. Das schmale Rothe Meer, desscn Wärme von jedem nach Indien Reisenden als unerträglich geschildert wird, bildet keine Abgrenzung für das inner-afrikanische Hihecentrum, das hier nach Asien hinübergreift, ganz Arabien in seiner Breite einnimmt und sich über Persien. Afghanistan und Beludschistan, nach dem nördlichen Indien, den Stromgebieten des Indus und Ganges hinzieht. Noch weit höher nach Norden reicht das uns am nächsten liegende, zweitgrößte Hitzgebiet der Erde, das man als das mexikanische bezeichnen kann. Es beginnt etwa unter dem 20. nördlichen Breitengrade bei der Stadt Mexiko und bedeckt in der Gestalt einer auf dem Scheitel stehenden Ellipse den ganzen östlich der Kordilleren liegenden Theil Mexikos und denjenigen Theil der Ver. Staaten, der zwischen den Felsengebirgen und dem Mississippi liegt. In diesem ganzen, etwa 1.320.000 englischen Meilen großen Gebiete, das mit seiner nördlichsten Spitze bis nach dem Staate Montana, also bis in die Breite Süddeutschlands hinaufreicht, beträgt das mittlere Jahresmaximum der Temperatur mindestens 104 Grad Fahrenheit und erreicht seinen höchsten Betrag mit 120 Grad Fahrenheit in den Ländern des die Grenze zwischen den Ver. Staaten und Mexiko bildenden Rio Grande del Norte. Ein drittes, aber wenig umfangreiches Wärmecentrum der nördlichen Halbkugel liegt endlich noch in Hinterindien. Auch die heißesten Gegenden der südlichen Erdhalbkugel sind weit vom Aequator abgerückt. Das erste dieser Hitzecentren nimmt die oberen Stromgebiete des Rio de la Plata und seiner Nebenflüsse ein und bedeckt das Territorium der Republik Paraguay, die anstoßenden Gebietstheile Südbrasiliens und die weiten Ebenen Argentiniens und Volivias, die unter dem Namen El Gran Chaco" bekannt sind. Weit umfangreicher ist' der zur Zeit der Sommerhitze wahrhaft glühende Landkomplex, der vom inneren Australien gebildet wird. Es gibt überhaupt, wenn man von den Gebirgsgegenden und einigen Küstenstrecken absieht, keinen Punkt im fünften Erdtheile, der nicht durchschnittliche Jahresmaxima von 104 Grad Fahrenheit aufwiese. Wie in Afrika steigt aber auch hier die Hitze landeinwärts noch bedeutend höher, und macht in Verbindung mit dem Wassermangel speziell ganz Westaustralien mit Ausnahme der schmalen Küstenstriche zu dem fast unöewohnbaren Lande, in dem mancher Forschungsreisende, unter ihnen auch der Deutsche Leichhard, verschmachtete. Die im Vorstehenden gegebene Aufzählung der heißesten Gegenden kann nicht den Anspruch erheben, das Thema zu erschöpfen. Kleinere Gluthherde finden sich auch anderswo, wo die Gebirgsformation dadurch, daß geschlcssene Kessel oder enge Schluchten gebildet werden, der Wärmeaufspeicherung besonders günstig sind. Fast jeder Wanderer in den Schweizer und Tiroler Alpen z. V. kann es bestätigen, daß er bei seinen Touren durch Verhältnißmäßig hochgelegene, aber enge und wmdgeschutzte Bergthaler besonders stark unter der Hitze gelitten hat. Wahrhaft verhängnißvoll wirkt txo--pische Hitze nur dort, wo sich zu. ihr in wasserreichen Gegenden die Feuchtigkeit des Treibhausts gesellt. In feuchten Tropenländern lähmi die bei mangelnder Verdunstung doppelt und dreifach schwer auf dem Orga--nismus lastende Hitze einen großen Theil der Willensenergie der aus gemäßigten Zonen Eingewanderten, deren im Lande verbleibende Nachkommen fast immer der typischen Indolenz der dort akklimatisirten, aus Europa stammenden Rassen verfallen. Weit schlimmer wirkt freilich das ungezählte Heer de? im feuchten Boden und Wasser sich fast ohne Grenzen vermehrenden infektiösen Keime.
Chierdrrssurcn im Alterthum. Oti den lkgyptern. riechen und Römern in hohem Grad ausgebildet. Daß die Zähmung und Dressur v?n wilden Thieren bereits im Alterthume bekannt war, geht aus zahlreichen Lerichten hervor. So schreibt z. V. Aelicn: Der Affe lernt tanzen, Flöte spielen; ja ich habe einen g'seh:n, der db Zügel hielt, die Peitsche schwang und kutschirte." Zur Zeit der Ptolemäer lehrten die Egypter den Pavian buchsiabiren, auf der Flöte oder auf einem Saiteninstrument spielen. Das Thier ließ sich auch seine Mühe bezahlen und steckte, wie ein j:übter Bettler, den Lohn in sein angehängtes Ränzcben. Der römische Kaiser Heliogabal hielt sich zahme Löwen und Leoparden. Die Zähne und Krallen waren ihnen kurz und stumpf gemacht. Zuweilen, wenn er ein Gasimahl gab, ließ er beim Nachtisch die Bestien eintreten und neben den Gästen Platz nehmen und lachte sich dann über die Angst seiner Freunde halb todt. Er ließ auch Löwen vor seinen Wag:n spannen. Die Egypter richteten den Löwen zur Jagd und Zur Bekämpfung der Feinde ab. Im Amphithcater zu Rom traten wiederholt an einem Tage 100 Löwen auf. Die Dressur der Elephanten wird häufig erwähnt. Als Germanicus Eäsar den Römern Schauspick gab, waren von Elephanten, die man in Rom hielt, Junge gezogen worden, und diese nahm ein tüchtiger Lehrmeister in Iw terricht. Sie wurden an Flötenspiel, Trommelschlag und Gesang gehöhnt und lernten die Glieder bewegen, als ob sie tanzten. Als nun der Tag der Schauspiele kam, traten sie, zwölf an Zahl, mit bunten Kleidern geschmückt, auf; sie gingen mit zierlichen Schritten einher, wiegten den Leib hin und her, formirten auf Befehl des Meisters einen Kreis, führten Schwenkungen aus, streuten Blumen und ließen sich auf für sie hingelegte Kissen nieder. Auch Meister Petz wurde schon im Alterthume gezähmt. Bereits Jsokrates spricht von jährlichen Schaustellungen zu Athen, wobei Vären -sich im Kreise drehten. Ringkämpfe aufführten und Kunstfertigkeiten der Menschen nachahmten. Plinius erwähnt gezähmte Seehunde, die das Publikum mit Schreien und Anblicken begrüßten und, wenn man sie beim Namen gerufen, durch Brummen antworteten. An der afrikanischen Küste bei der Stadt Hippo Zarytos, jetzt Viferta, so schreibt ein Anderer, fraß ein Delphin den Menschen aus der Hand; er ließ sid, willig angreifen, spielte mit den Baden den und ließ auf sich reiten. Mit den Ombiten in Egypten, er zählt Aelian, sind die Krokodile so vertraut, daß diejenigen, welche in den heiligen Seen gehalten werden, auf den Ruf ihrer Wärter hören. Diese bringen ihnen die Köpfe der geopferten Thiere, denn sie selbst genießen diese Köpfe nicht. Ebenso sollen die Egypter die Zähmung der Aspisschlange in hohem Grade verstanden haben, wie aus folgender Schilderung des Phylarchus hervorgeht: Die Aspisschlangen werden in hohen Ehren gehalten und hierdurch zahm und umgänglich. Werden sie mit Kindern zusammen aufgezogen, so thun sie diesen nichts zu leide und kommen aus ihren Löchern, wenn man mit den Fingern klatscht. Haben die Egypter aögetafelt, so weichen sie Brod in Wein und Honig, setzen es auf den Tisch, woran sie gegessen haben, und klatschen dann. Die Schlangen kommen sogleich herbei, stellen sich mit emporgehobenen Köpfen um den Tisch und sättigen sich an dem Brode. Der Papagei, sagt Plinius, ahmt di: menschliche Stimme nach und führt ordeutliche Gespräche. Er begrüßt den Kaiser und spricht die Worte nach, die er hört. Unter der Herrschaft des Tiberius flog ein junger Rabe aus einem Neste, welches auf dem Kastortempcl stand, in die gegenüber siehende Werkstatt eines Schusters und wurde von diesem aufgenommen. Er lernte hie? bald sprechen, flog jeden Morgen auf die Rednerbühne, wendete sich dem Markte zu und grüßte namentlich den Kaiser Tiberis, dann den Germanicus und Drusus und bald darauf das vorbeigehende römische Volk, worauf er in seine Schusterwerkstatt zurückkehrte. Ein alter Römer berichtet über Ochsen. welche auf Befehl kämpften, Räder schlugen, auf die Hörner fielen und wieder aufstanden, sich auf die Erde legten und wegtragen ließen und scgcir auf schnell rennenden Wagen wie Kutscher standen. Von einem Hunde erzählt Plutarch endlich das Folgende: Ein Mann zeigte im Theater des Marcellus zu Rom einen dressirten Hund. Dieser führte erst allerlei Kunststückch. aus und sollte zuletzt zum Schein Gift bekommen, davon betäubt werden und sterben. Er nahm das Brod, worin das Gift verborgen sein sollte, fraß es auf.
begann zu zittern, zu wanken, senkte den Kopf, als ob er ihm zu schwer würde, legte sich endlich, streckte sich. schien todt zu sein, ließ sich hin und h?r schleppen und tragen, ohne sich zu regen. Endlich rührte er sich wieder ein wenig, dann allmälig mehr that wie wenn er aus tiefem Schlafe erwache, hob den Kopf, sah sich um und ging endlich freundlich wedelnd zu dem, der ihn rief. Die altherkömmlichen lateinischen Jmmatrikulations-Urkun-den haben die Universitäten Zürich und Bern nunmehr durch solche in deutscher Sprache ersetzt.
