Indiana Tribüne, Volume 26, Number 290, Indianapolis, Marion County, 30 July 1903 — Page 5

Indianer Tribüne, 30. Juli lyv.'

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Zwan der Nnsfe. Skizze von Geoig von der Gabelentz. Ein schmales, graues Zimmer, da3 Zimmer unserer Großmutter. Vor den beiden epheuumsponnenen Fenstern lärmen noch immer die Sperlinge, wie damals, noch immer rauschen draußen die Linden, die hundertjährigen, den Hof umsäumenden Pappeln und die mächtige Platane am Thurm. Es ist fast alles in dem alten, hochgiebeligen Schlosse geblieben, wie es schon damals war, da ich als Kind dort spielte, und die Begegnung mit dem Ruen hatte. Das Haus ist voller Winkel und Ecken, voll geheimer Wandschränke und Kammern, in deuen wir Kinder aufEntdeckungen auszugehen liebten. Auf einer dieser Fahrten ward unter allerlei leeren Schachteln und den Pappkulissen eines Kindertheaters Iwan der Russe entdeckt. Iwan der Russe? Ja, ein ungeschlachter, abscheulich aussehenderKerl, mit breitem, langem Vollbarte und zwei Augen, ausdrucksvoll und hervorstehend, wie schwarze Stecknadelköpfe. Gelbe Beinkleider, eine blaue, faltenreiche Bluse, von einem rothen Gürtel zusammengehalten, und eine unförmlich hohe, schwarze Mütze verunstalteten seinen gedrungenen Körper. Und nun gar sein Pferd, ein erbärmlicher, langschweifiger, gelblichbrauner Klepper, mit hängenden Ohren und einem viel zu großen Kopfe. Schön konnte ihn wohl Niemand finden. selbst wir Kinder betrachteten mit einer gewissen Scheu den hölzernen Gesellen und schleppten ihn zur Großmutter. Ei, seht mal an, Kinder, was ihr da bringt! Habt acht,, daß ihr. den armen Kerl nicht verbrecht, das istJwan, der Russe. Ich habe ihn lange nicht mehr gesehen." Nun fragten wir neugierig, welche Bewandtniß es mit der fremdartigen Gestalt habe, und erfuhren ihre Geschichte. Es war im Anfange des vorigen Jahrhunderts, zu den Zeiten, da sich die Heere der Verbündeten sammelten, um Napoleon bei Leipzig entgegenzu-t.-eten. Mein Urgroßvater bekleidete damals die Stelle eines Kanzlers in einem der Tbüringer Fürstenthümer, und da die Kriegszeiten mit ihrenContributionen, Einquartirungen und anderm mehr seine Anwesenheit in der Residenz nothwendig machten, so hatte er das Familiengut verlassen und war in das nahegelegene Städtchen gezogen. Jeden Morgen verließ er, auf den hohen Rohrstock mit schwerem, silbernen Knäufe gestützt, der noch heute im alten Schirmständer lehnt, sein Haus, um nach dem Ministerium zu gehen, dort die laufenden Geschäfte zu erledigen und dann in dem stattlichen, auf steiler Höhe thronenden Residenzschlösse seinem gnädigen Landesherrn die gewichtige Mappe zur Vollziehung der Unterschriften eigenhändig hinaufzutragen und vorzulegen. Eines Tages durchflog eine Votschaft die kleine Stadt, wie derSturmwind im Herbst mit Liegen u:o Haaelschlossen durch die Gassen fährt, wie der Lärm vor drohender Feuers- oder Wassersnoth: Die Russen kommen! nein, viel schlimmer: dieKosaken kommen! ja, sie sind schon da! Der Thürmer auf dem Rathhause läutete Sturm, Niemand hatte es befahlen, aber der Bürgermeister gab beim Klänge der Glocken die Sache der Stadt verloren, schmückte sich mit seinem besten Staatsrocke und flüchtete in das Vorzimmer des Fürsten. Mein Urgroßvater rieth diesem, um den russischen General in eine mildeStimmung zu versetzen, ihn bei seiner An-

kunft höflichst zu einem Bankett auf dem Schlosse einzuladen. Der General nahm dankend an und kam, das feierliche Bankett fand statt. Es nahm einen unerwartet günstigen Verlauf für die Stadt, aber es sollte eine merk würdige Folge für meinen Urgroßva ter haben. Des russischen Generals unerreichte Leistungsfähigkeit im Trinken war nicht minder bekannt wie seine Tapferkeit und harte Willkür. Um nun dem Fremden zu zeigen, daß seinLand nicht ganz aller Männer bar sei, die selbst ein Kosakengeneral achten muß, hatte der Fürst mit echt landesväterlicher Weisheit seinem Kanzler besoh len, bei Tisch den Ehrenplatz neben dem Russen einzunehmen. Der Russe ließ sich von seinem Leibkosaken begleiten, einem bärtigen, gutmüthig aussehenden Burschen, der auf den Namen Iwan hörte, aber von seinem Herrn auch oft der deutlicheren Be Zeichnung wegen nur du Hund" oder du Schwein" gerufen wurde. Wie eine Bildsäule stand der treue Kosak hinter dem Stuhle seines Herrn, jedes Winkes gewärtig und ohne eine Miene zu verziehen. Als das Festmahl mit Musik und Reden beendet war, erhob sich meinUrgroßvater kerzengerade von seinem Platze, während der russische Obercommandirende wie einSchiff, das im Sturme schwankt, auf semen Leibkosaken zutaumelte. Er hatte diesmal seinen Meister gefunden. Die Ehre des Vaterlandes war gerettet, der Fürst und seine Räthe athmeten auf. Am nächsten Tage machte der General in Bealeituna Iwans des Koja ken meinem Uraroßvater einen formlichen Besuch, dankte gerührt für die treffliche Bewirthung im Residenz- , l' i r i. c r...ir.Yilanone uno iaaie. inoem er umicua

mit den kleinen Au?.en blinzelte, wobei

sein rothes Gesicht ncch röther wurde: Excellenz, Sie haben mir gestern größte Hochachtung abgezwungen! J, ' muß Mich erkenntlich zeigen, ich schenke Jhn zur Erinnerung meinen Leibeigenen, Iwan, den treuesten Diener, ben ick it aehabi habtl So kam Iwan, der Russe, wie ihn die Bauern nannten, mit Pferd. Lanze und Knute in das Thüringer Dorf und in das Schloß meines Urgroßvaters, das dieser nach Beendigung 'des I Krieges wieder bezogen hatte. Wohl schlug ihm mem Großvater vor, nach geschlossenem Frieden zu seinem General zurückzukehren, aber Iwan verund blieb. Wegjagen aber mochte man den treuen und braven Kerl nicht. Er schien sich schnell in die neuen Verhältm)t zu finden, lernte trotz semes AIters bald Deutsch und konnte sich als Kutscher und Diener im Hause nützlich machen. Er toat unverdrossen seinen Dienst und arbeitete für zwei, ohne je zu murren. Meine Urgroßeltern hatten nie einen willigeren Hausgenossen als ihn. Das Steppenpferd des Kojaken Iwan entstammte der südrussischen Steppe trug hinfort statt des schwerfälligen Kosakenlattels das leichte Geschirr des Milchwagens und zog diesen allmorgendlich zur Stadt. Iwan s Lanze ward m eine Ecke gelehnt; mein Großvater hat als Knabe mit ihr gespielt, jetzt ist sie wohl verloren oder zerbrochen: die Knute fand fortan nur noch im Hundezwlnger Verwendung. Iwan war em verschloß ener und schwerfälliger Mensch, er blieb daher den Bauern und der Dienerschaft immer ein Fremder, auch gab er sich keine Mühe, mit irgend Jemand nähere Bekanntsmaft zu schließen. Er besaß nur einen wahren Freund, mit dem er stundenlang plaudern konnte, dem er den langmähnigen Kopf kraute, und für den er im Laufe der Jahre aus meiner Urgroßeltern Küche manchesmal Zucker und Brot entwendete, seinen Gaul, seinen Mischinka. Mit ihm sprach er die Sprache, die ihn seme Mutter gelehrt hatte, ihm ward er nicht müde, von der fernenHeimath,, von dem saftigen Futter der Steppe, von seinen Geschwistern an den Ufern des braunen, schilfumsäumten Don zu erzählen. Dem alten Burschen Iwan's Bart, der sein Gesicht fast bis zu den Augen bedeckte, war grau geworden und seine Stirn faltig rannen oftmals die Thränen über die gefurchten Wangen, wenn er mit Mischinka von der Steppe sprach. Anfangs hatte er, müde des ruhelosen Umherziehens mit der Armee, den Zufall gepriesen, der es ihm gestattete, friedlich am Herde zu sitzen, feinen leichten Dienst zu verrichten und Mischinka zu warten. Nun aber kam doch mit dem zunehmenden Alter die Sehnsucht über ihn, erst leise, dann lauter, immerqualender. Er konnte sie nicht vergeben, seine weite Steppe mit ihren wogenden Grasnachen, ihrem Heimchenzirpen, ihrem blauen Himmel. Und dieses Heimweh wurde noch stärker, als eines Tages sein Landsmann, sein emziger Freund, der krummbeinige Klepper verendete. An der Grenze des Parkes, unter wildem Hollundergebüsch schaufelte Iwan eine tiefe Grube, da hinein ward das alte Thier gebettet und ein niederer Hügel über dem Grabe errichtet. J'wan schnitzte selbst ein griechisches 5reuz und planzte es dort auf. Den Hügel habe ich noch als Kind gesehen, das Holzkreuz aber war schon damals längst vermodert. Tagelang schlich Iwan wie ein geprügelte? Hund umher. -Nun hörten auch die Vorübergehenden nicht wieder Iwan's Gespräche mit seinem Gefährten, horten nicht mehr die schwermuthigen. russischen Lieder, die er gewohnt gewesen war, Abends auf der Schwelle des Pferdestalles iitzend zu singen, wenn er mit dem großen Messer für die Kinder seines Herrn allerlei Spielzeug schnitzte. Mein Urgroßvater bot daher abermals dem Alten an, seinen Dienst zu verlassen und in seine Heimath zurückzukehren. Ter aber schlug es kopfschüttelnd aus. Wohin soll ich gehen? sagte der Kosak achselzuckend, die Mütze zwischen den Händen drehend und traurig zu Boden blickend. Wohin? Nun, zu den Deinen, Iwan. Die kenn ich mcht mehr, die sind wohl lange todt. Nun, dann doch in deine Heimath, in die Steppe. Die Steppe ist zu weit und Iwan's Augen zu blind, ich finde sie nicht mehr. Dort ist wohl jetzt auch alles ganz anders geworden, es sind andere Menschen dort, keiner würde Iwan Jwanowitsch grüßen. Gut, Iwan, so bleibe! sagte mein Urgroßvater. Da nahm dieser die Hand iemes Herrn, rußte sie unterwürfig, wie er es von feinem General her gewohnt war, schlich m semeKam mer zurück und blieb. In dieser Zeit war es, da machte sich der Alte, nachdem er lange darüber nachgedacht hatte, in den Abendstunden daran, das Bild Mischinkas zu schnitzen. Wohl zwanzigmal ver warf er sein Kunstwerk, denn trotz sei ner Geschicklichkeit schien ihm die hölzerne Figur feines todten Genossen nicht würdig. Endlich zeigte er sie, strahlend vor Stolz, allen Dienstboten im Hause. Als man ihm aber sagte, Mischinka sei doch kein Schimmel geWesen, da erstand er sich braune Far

be und strich das Pferdchen damit an. Die Arbeit hatte ihm Freude gemacht, er begann von Neuem seine Thätigkeit und schnitzte sein eigenes Bild. Aber diesmal nahm er es weniger oewissenhaft, als mit seinem Thiere, darum ward er aucö weniger schön. Wieder lief er in das'Städtchen. wo ihn längst jeder Gassenjunge kannte, und kaufte sich vielerlei Farben. Schwarz für die hohe Mütze und die Augen, blau für

die Jacke, roth für den Gürtel uno gelb für die Beinkleider. Dann saß er oft in seiner Kutscherstube eingeschlossen vor seinem und Mischinkas böl;ernem Ebenbilde, unterhielt sich mit ihm n seiner Muttersprache und sang ihm die alten Lieder der Steppe vor. Im Dorf aber verbreitete sich bald das Gerücht. Iwan, der Russe, sei Heide und habe sich selbst ein Götzenbild gechnltzt, zu dem er allabendlich bete. Eines Tages kam der Jager von den Feldern zurück und brachte einen unbekannten, graugefiederten Vcgel reim, den er draußen auf der Wiese geschossen hatte. Niemand wußte. was das sei, die einen meinten, es sei eine Taube, andere glaubten' einen leinen Raubvogel zu erkennen. Da am Iwan vorbei. Der Alte stutzte, runzelte die Stirn und trat plötzlich mit einer Raschhelt auf die Gruppe zu, die Niemand an dem gleichmütigen Manne gewohnt war. Er riß dem Jäger den Vogel aus der Hand, berachtete ihn von allen Selten und drückte dann seine bärtigen, zitternden Lippen auf den leblos herabhängenden Kopf desselben. Sein Mund zuckte. eine Augen feuchteten sich, er nannte das todte Geschöpf mit allerlei weichllngenden, rusjlschen Kosenamen. Was hast du, Iwan? fragte mein Urgroßvater, der gerade vorbeikam. Herr, antwortete Iwan, den lebloen Körper streichelnd, der Vogel ist ein wildes Sieppenhuhn vom Don. Der todte Vogel war für ihn ein Gruß aus seiner fernen Heimath, der ich, Gott weiß wie, hierher zu ' ihm nach Thüringen verirrt hatte. Iwan nahm den Vogel mit sich, über das schmuckloseGefieder immer von neuem, mit den großen, schwieligen Fäusten streichend und es heimlich küssend. Um nicht verlacht zu werden, ist er bei Dunkelheit hinausgeschlichen und hat ihn neben Mischinka unter dem wilden Hollunder begraben. Die nächsten Tage ging der Alte ruhig seiner Arbeit nach, nur war er stiller als sonst, Gesicht und Gestalt schienen älter geworden, auch seine Hände zitteriger. Da schob er sich eines Tages verlegen meinem Urgroßvater in den Weg, er hatte die Mütze abgenommen, der Abendwind strich ihm durch die langen. schlohweißen Haare. Was willst du, Iwan? fragte sein Herr. Ich mochte, lassen Sie mich zurück in die Steppe! Wie du willst, Iwan, geh mit Gott! Da küßte er meinem Urgroßvater unter Thränen die Hand. Am andern Morgen war Iwan der Russe verschwunden, Niemand hat erfahren, ob der Greis die grüne Steppe seiner Heimath wiedergefunden hat. Sein und Miichinka's hölzernes Bild aber werden in unserm Hause ausöewayrt bis aus den heutigen Tag. Eine Hasele?Anckdote. Um die plötzlichen, oft mitten in der Nacht angeordneten Alarmirungen, die der sruyere Äcetzer Eorpscommandeur Graf Häseler durch persönliches Erscheinen oder durch teleqraphiichen Be fehl veranlaßte, hat sich eine Art von Legende gewoben. Mehr als einmal sahen sich die Ossiciercorps überraschenderweise von Festlichkeiten, von geselligen Vereinigungen fortgerufen, aus dem Ballsaal hinaus in die kalte Regennacht. Häseler sah eben hierin. d. h. in der blitzschnellen Auffassung auch der ungewöhnlichsten Lage, die beste Gewähr für die Schlagfertigkeit. Man erzählt sich, daß Graf Häseler die Garnison Mörchingen einmal in sehr origineller Weise alarmirt habe. Der General fuhr mit dem Schnellzug, de damals von Metz nach Straßburg fahrplanmäßig ohne Aufenthalt in Mörchingen durchging, von Metz ab. Niemand war in Mörchingen darauf aefaßt, daß eine larmirung bevor stand. Kurz vor der Station Mörchmqen zog der General die Nothleine; der Zug stand; der General zahlte die Strafe und hatte dafür die Genugthuunq. die Garnison wirklich einmal thatsächlich überrascht zu haben. Die kleine Geschichte ist in der Kölnischen Zeitung" von glaubhafter Seite berichtet wordm. Der Studiosus. Hast Du auch schon 'mal einen SonnenAufgang beobachtet?" Nem, Onle!! Das ist mir zu strapaziös!" Du meinst natürlich das Aufsteh'n?!" Nein 's Durchkneipen!" Doppelsinnig. Herr Re dakteur! Ich habe nun schon wieder holt vergeblich um Rücksendung mei nes Manuskriptes vom 1. d. M. gebe ten. Mich befremdet dies um so mehr. als ich gewohnt bin, von anderen Blattern meine Beitrage iederzei pünktlich zurückzuerhalten. Ergebenst, Schwach, Schriftsteller. Boshaft. Da drüben geh der Mayer, dessen älteste Tochter sich soeben verlobt hat!" Wer ist der srt Y nu W wmanqtr er iitaneir

I n ! ü h E X4W-- - '-'-!-'-'-'-'.r',-'AV.V.V.T .. . . . , Erfüllte Bitte. In Balti more kam unlängst ein junger Mann in angeheitertem Zunande nach einer! Polizeistation und ersuchte den Polizeinegier, ihn nach etrern Ort zu bringen, wo er nüchtern werden könne. Der Kadi verstand keinen Spaß und sandte ihn auf zwei Monate nach dem Arbeithause. Verderblicher Blitzschlag. Bei einem schweren Gewitter schlug neulich der Blitz in das Pe-rolcum-Resecvoir der United Oil Co. zu Marcus Hook. Pa., welche 30,000 Gallonen Del enthielt. Es erfolgte eine furchtbare Explosion, welche die Häuser in Marcus Hook und Vienna erschuitertc und einen Schaden von $60,000 anrichtete. Einsichtiger Kadi. Der Korrektions richte? Hiram N. Moore in vst. Louis ertheilte bei der neullchen tropischen Hitze den im Gerichtssaale anwesenden Anwälten. Zeugen und Zuschauern die Erlaubniß, die Röcke wahrend der Verhandlungen abzulegen. Diese Neuerung wurde, da sie eine große Erleichterung brachte, von Allen mit Freuden begrüßt. In Afrika erwischt. Zwei amerikanische Detektivs haben vor Kurzem einen gewissen James M. Bcasley. der beschuldigt ist. in Kap Nome Wechsel auf das Schatzamt der Ver. Staaten gefälscht zu haben, 17,000 Meilen weit verfolgt und an einem Platze 70 Meilen hinler Pietersburg in Transvaal erwischt. Beasley war, nachdem er die Hälste eines gefälschten Wechsels im Betrage von $7609 er langt hatte, von Kap Nome nach den Philippinen und von dort nach AustraIren und Sud-Afrika gefluchtet. Erlebniß eines Minist e r s o h n s. Elihu Root jun., ein Sohn des Kriegssekretärs, welcher vor Kurzem im Hamilton College zu Clinton, N. y)., gradmrt hatte, und Mi! einem Studiengenossen auf einer Fußtour von Clinton nach New Nork begriffen war, wäre beinahe, als er mit seinem Chum" staubbedeckt und von der Hitze schrecklich mitgenommen, in Middlctown, N. )., einzog, von einem übereifrigen Polizisten als Landstreich:r verhaftet worden. Die beiden jungen Leute wußten jedoch sich so gut auszuweisen, daß der . Wächter der Sicherheit seinen Fehler einsah und die Beiden nach einem guten Gasthaus diriairte. Eine seltene FamilienR e u n i o n hielt kürzlich in Menärdsville. Tex.. die Wittwe Mary Ann Ellis im Hause ihres Sohnes W. B. 'Ellis ab. wo sich 117 Abkommen eingefunden hatten, und zwar 7 Kinder. 53 Enkel. 50 Urrnkel und 2 Ur- - P v rw r urcnrei. ?au ums, sruyer ma Ainsworth, wurde im Jahre 1822 in Alabama geboren; 1840 verheirathete sie jtdj mit Afa Ellis und das Paar kam nach Leon County, Tex., wo es fünf Jahre wohnte, dann zog es nach Palo Pmto Eounty und tm Jahre 1866 nach Menard County. Der Mann starb im Jahre 1880. Das Fest wurde durch ein Barbecue mit Musik, Tanz und Reden gefeiert. Neue G o l d q u e l l e. Einer der größten Goldfunde, der je gemacht wurde, wird aus Waunita, Hot Springs. im Box Canyon. 23 Meilen östlich von Gunnison, Col., gemeldet. Ein Prospektor Namens Blurman begab sich vor mehreren Wochen nach dem Distrikt und entdeckte die Ader, aus der seit Jahren Gold nach Hot Springs gewaschen wird. Der Bericht von dem reichen Goldfunde verbreitete sich blitzschnell und Hunderte von Prospektsren" zogen auf Pferden und Wagen nach dem Platze, um Ansprüche zu belegen. Etwa 2 Meilen südöstlich von Waunita auf der alten Meyer Ranch ist. ein Schacht von zehn Fuß Tiefe gegraben und dort befindet sich eine Ader Quarz von 2 Fuß Mächtigkeit, die buchstäblich mit Gold gefüllt ist. Die Ader soll bis auf $1000 werth Gold per Tonne Erz liefern. Liebe macht blind. Er stand vor dem Schalter des städtischen Hundelicenz-Amtes in Chicago. Sie ist 19 Jahre alt." theilte er sichtlich befangen dem Bureauschreiber mit. Welche Farbe?" wandte sich dieser an den jungen Mann mit verlegenem Blick. Die träumerischen Augen des jungen Menschen öffneten sich weit und hefteten sich fest auf den Fragesteller. Welche Farbe?" wiederholte er mechauisch, natürlich weiß," fügte er hinzu. Im nächsten Augenblick ward sein Blick auf das über dem Schalter angebrachte Schild: Hundelicenzen" gerichtet. Nun erst fing es bei ihm zu tagen an. Ach." sagte er. .ich glaubte, hier wären Heirath5licenzen zu haben." Es war dies übrigens nicht der einzige Irrthum, der zufällig am sclben Tage in der Gartenstadt von jungenHeirathskandidaten begangen ward. Ein jugendlicher Neger meldete sich im Bureau des- stadtischen Ingenieurs Ellicott. Auch er trachtete nach eine? Heirathslrcenz. Da er von einer Licenz sprach, wurden ihm die für Chauffeur-Kandidaten üblichen Fragen vorgelegt, welche er sämmtlich so zufriedenstellend beantwortete, daß lbm ein .Berechtigungsschein als Automobi list ausgestellt werden sollte m weiterer Beweis für unser vielgerühmtes

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