Indiana Tribüne, Volume 26, Number 289, Indianapolis, Marion County, 29 July 1903 — Page 7
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Jndimia Tribune, 29. Juli 1903
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1 Der luci o o o o o Roman aus der Gletschcmclt. o o O o O von Ulldolf .Strich. O': OoOcOoOeOcOOoOoOoOoOoOoa o (Forisetzuug.) ich uz. Dcl tauchte er in dem cta m'm aus. Eine schwärzliche, ruckweise durch di? weißen Flocken niedersinkende Masse, die mit einem neuen .Aufgexaß:" und plötzlichem Aufschlag ihm vor die Füße kollerte. Er packte ihn und hielt ihn fest. Tie Leiden saßen im Schnee nebeneinander. Ter Professor lachte laut auf und faßte tnit leiden Händen die Rechte seines tyrtur"--' Er schien in rosigster Laune. Augen strahlten recht schönt lief er mit verklärtem Gesichtsausdruck, ucht von Herzen WO evi. h . ."V l i. v. . , Ihnen aber auch dank' ich Ihnen, lieber Freund! Jetzt hab' ich'z!" Was denn? einen Weg da hinunicr?" Ter Kleine machte eine verächtliche Handbewegung. Lassen's mich aus mit den Weg! Wir finden schon einen! Uns Beiden thut doch das Matterhorn nix! Aber das Bild hab' ich das Bild. Wissen's das mir seit Jahren vorgegangen is. Jetzt hab' ich erkannt. was die Berge sind jetzt haben sie mir ihr Geheimniß geben müssen jetzt mal' ich ein Bild, daß die Leut' mit gefalteten Händen davor stehen und mich kaum anzuschauen wagen, wenn ich unter sie tret' " Ter Baron erhob sich mühsam. Ihm wurde immer unheimlicher bei dem irren Reden des Zwergs. Macken's voran!" sagte er finster, wir rr.ü::t die Wand immer weiter 'runter, wie's eben geht, wenn man kein Seil mehr und nur einen Pickel hat" Ein mächtiges Poltern wurde über ihnen hörbar. Es kam rasch, in drohnenden Sprüngen näher. Ein Felsblock von riesenhaftem Umfang schoß über die Steinwände zu Thal. Unter der weißen Schneedecke sprühten die rothen Feuerfunken, wo er auf das Gestein aufschlug, und lange noch klang von unten der wüste Lärm. Und andere kleinere Geröllbrocken folgten ringsum. Im Wetterbrauen sah man sie ihre rasche, tödtliche Bahn ziehen, durch die Pausen des neuerwachenden Sturms hörte man ihr unheilverkündendes Prasseln und Kollern. Nur vorwärts so rasch wie möglich aus dem Bereich dieses furchtbaren Steinschlags heraus! Wieder begann die Kletterei auf Leben und Toi), über vereiste Klippen schräge hinab, aus haUg gehauenen Stufen übe? steile Eishänge, halb rutschend, halb niedersteigend zwischen Felsgewirr und Schnee, weiter, immer weiter unter den: Steinhagel, den der Berg an diese? seiner gefürchtetsten Flanke entsendet. Man konnte den Feind kaum sehen und kaum hören. Aus dem Schneestürm, der sein Nahen überbrüllte, schoß er plötzlich heran und verschwand ebenso schnell in der Dämmerung. Wii der Soldat in bet Schlacht hilflos lloer sich die stiedenden Granatenwolken schaut, an seinem Ohr das scheußliche Singen der Kugeln vernimmt, so erblickten sie über ihren Häuptern die in weitem Bogen springenden, in Stücke zerschellenden Steinklumpen, fühlten sie, wie neben ihnen, rings um sie her die oft kaum faustgroßen Unholde niederschnellten. Vorwärts!" schrie der Baron durch den Sturm, vorwärts, wenn das Wunder geschehen soll, daß wir i?a lebend herauskommen " Mit unheimlicher Geschwindigkeit ging es hinab. Und noch immer verschonte sie der Tod. Ter Professor lachte. Das hat keine Noth!" rief er von oben seinem Gefährten zu. Wissen's, wie' ' im Volkslied heißt: Eine jede Kugel wifft ja nicht!" Lästern Sie nicht." erwiderte der Andere dumpf und schwang sich mit rascher Schulterdrehung an einer überhängenden Platte vorbei. Das steht nicht bei uns! Hier sind wir in einer höheren Hand" Der Zwerg wollte etwas Spöttisches erwidern, als sein Blick auf ein breites, sich unter ihnen öffnendes Couloir fiel. Triumph!" zeterte er, Triumph, Baron! Da führt ja das Eouloir 'runter das hab ich schon lang gesucht das ist der rechte Weg die reine Chaussee für Leute wie wir " Allerdings durch das Couloir waren sie aufgestiegen! Man sah noch an den vereisten Stellen schwache, vom Schnee überdeckte Ueberreste der am Morgen gehauenen Stufen. Ter Baron warf einen prüfenden Blick hinunter. Wenn uns da der Steinschlag trifft " murmelte er. Ach was Steinschlag!" Das Männchen schlüpfte wie ein Wiesel in den Ritz hinein. So lange Sie bei mir sind, hat's keine Gefahr das Matterhorn und ich sind zwei gute Freunde das hat es mir gesagt da oben im Sturm ,Dich hab' ich gern!' hat's gesagt ,Dir thu' ich kein Leid an' " Und wirklich verstummte, während sie sich durch, die Ritze herabwanden.
fic Tod ' ' o . o o
ganz rronria? uno unyelmttch das Praeln der fallenden Trümmer. Der Wind stöhnte nur in vereinzelten Stößen hoch über ihnen, das Flockengewirr lichtete sich, und die Luft begann merklich Keller zu werden. Sehen's wshl!- Der Professor kletterte geschäftig voraus. Das hab' ich gewußt. Ganz behaglich geht's hier hinunter. In ein paar Stunden sind wir daheim und ich morgen früh, wenn die Sonne aufgeht, vor der Leinwand. Sie dürfen zuschauen, Freund, wenn's still sind. Das wird schon's Höchste, sag' ich Ihn-" Er hatte den Kopf zurück nach oben gedreht, und plötzlich fuhr ein ungläubiges, staunendes Entsetzen über sein Gesicht. Der Andere that wi: er, und alle Muskeln erstarrten ihm in plötzlichem, jähem Krampf. Da kommt der Tod!" Das war sein einziger Gedanke. Kein einzelner Stein prasselte da nieder. Nein, in betäubendem Krachen und Dröhnen rauschte eine ganze Schutthalde durch den Kamin herab, Steine aller Art, vom wallnußgroßen Würfel bis zum ungefügen Block, rechts und links an die Wände prasselnd, in Sturmeseile niederstrebend auf die beiden Männer, die in den Felsen gefangen, sie wehrlos erwarten mußten. Und doch der Bruchtheil einer Sekünde war noch Zeit. Mit einem ungeheuren Satze schwang sich der Baron, schon fast unter dem herabschauernden Hagel, auf eine winzige, seitwärts des Kamins in die Luft ragende Kante, die gerade noch einem Fuße Halt bot. Fast in gleichem Augenblick schon dröhnte das Wetter um ihn her, im Funkenspritzen zitterte das Gestein, durch den Dampf zerpulverten Gerölls flogen Schnee- und Eisbrocken in die Luft, und zwischen der klirrenden Felsenmasse fuhr klagend wie ein kleines Kind ein dunkles Etwas mit in die Tiefe ein hilfloses, lebloses, sich schwerfällig wälzendes Etwas, das eben noch ein Mensch war. Er konnte dem Professor nicht nachschauen. Er fühlte, wie der verwitterte kleine Vorsprung unter seinem Fuße nachgab und sich von der Wand löste. Noch griff er, als kaltblütiger Berggänger, mit beiden Händen am Gestein entlang nach einem Halt, noch suchte das andere Bein in eilfertigem Tasten irgend eine Ritze, eine Kante in der schrägen Fläche es war nichts da zerbröckelnd wich alles unter ihm der Fuß fuhr in die Luft der Körper begann zu fallen. Im nächsten Augenblick lag er auf dem Rücken, den Kopf nach unten und fühlte, wie er schneller und immer schneller glitt. Schmerzen empfand er nicht. Er spürte wohl, wie sein Kopf hart da und dort an Felsen schlug, aber sein Geist blieb hell und unaetrübt. In unbegreiflicher Schnelle schoß sein ganzes bisheriges Leben an ihm vorbei. Was er gethan und gelitten, was er gedacht und gewünscht, das entrollte sich in bunten, leuchtenden Bildern bis zu jener letzten, entscheidungsschweren Stunde gestern. Und wieder sah er ihr Gesicht vor sich, das schöne, kluge Gesicht, um dessen leicht vom Hauch der Berge geröthete Wangen das goldene Lockenhaar spielte, und wieder hörte er ihre helle, klare Stimme immer süßer immer silberner in rauschenden Akkorden, die, mächtiger anschwellend, aus blühenden Regenbogen sich emporwölbend, sein Ohr umschmeicheln. Das hallt wie Klänge einer anderen Welt, gaukelt vor den Augen und dann ein harter Schlag die bunte Welt versinkt es wird still und stumm und fieses Dunkel rings umher. 15. Kapitel.
iefes Dunkel ein erstickendes, undurchdringliches, wie mit Händen zu greifendes Dunkel! Kein Laut keine Bewe gung alles Sein ertränkt in einer ungeheuren, endlosen Nacht! War das der Tod? Er wußte nicht, wo er sich befand. Er erschrak nicht einmal bei dem Gedanken, daß er vielleicht hier im Sarge, tief in der Erde liege. Aber er athmete doch. Und langsam kam-ihm die Erinnerung, daß vor langer Zeit er wußte nicht waren es Stunden, Tage, Wochen etwas mit ihm vorgegangen. Er war abgestürzt jawohl das war es von brüchigem Gestein in eine unbekannte Tiefe hinabgeglitten, die ihn jetzt noch umfangen hielt. Er schöpfte wiederum rasch und tief Athem. Das ging ohne sonderliche Beschwerde. Es war kein Zweifel: er lebte. Der Fall hatte ihn nicht getödtet. Sehr hoch konnte der also nicht gewesen sein. Aber wie kam das? Er wußte doch, wie schroff die Felswand sich hier zu Thale senkte. Einerlei wenn er nur unverletzt war. Vorsichtig bewegte er im Dunkeln die Arme. Die rechte Hand stieß an eine harte, kalte Fläche. Es mußte beeistes Gestein sein. Und zugleich hörte er den ersten Laut außer seinen schweren Athemzügen ein leises Schlürfen über dem Boden. Er griff danach. Es war das abgerissene Ende eines um sein Handgelenk geschlungenen Lederriemcns, das da im Schnee raschelte. ' An diesem Lederriemen hatte er nach Ar 93rct0'r''r C?2rf fv festigt getragen. Eine heftige (Lewatt. ein starker Ruck mußte den zähen Streifen aesvrenat haben. Und nun
wurde es 'ihm klar: im Niedergletten hatte sich der Pickel mit seinem scharfen Doppelzahn irgendwo in den Zacken und Rissen des Gesteins verbissen. Wie ein Anker hielt er den Sturz auf. Wohl riß das Lederband, das ihn mit dem leblosen Körper verbunden hielt doch dieser war in seinem Fall aehemmt eine ebene Fläche, die das Glück gerade hier aus der schroffen Wand hervorspringen ließ, fing ihn auf. Die Fläche war mit Schnee bedecki. Er hörte sein Knirschen unter sich und empfand seine Nässe. Aber wie groß die Fläcke war wohin sie verlief darauf blieb ihm das Dunkel die Antwort schuldig. Er streckte den linken, dann den rechten Fuß aus. Sie waren schmerzlos und unverletzt. Wohl aber fuhr das linke Bein, als er es etwas zur Seite rückte, in freie Luft dinaus. Er mußte also dicht am Rande des Abgrunds, auf einer schmalen Platte liegen. Bei dieser Erkenntniß richtete er sich jählings in die Höhe, und jetzt erst merkte er. wie schwer sein Kopf war. Eine unerträgliche, schmerzhafte Last wuchtete da auf der einen Seite. Es war. als habe ihm Jemand eine Bleikappe schräg über die Haare gestülpt und Blei über die rechte Schläfe und Wange bis zum Barte hinab gegossen. Unter dieser starren, seltsamen Decke aber rieselte es jetzt, als er sich aufsetzte, lauwarm und ganz angenehm in dünnen Strähnen über sein Gesicht. Er riß sich den Handschuh ab und griff danach. Es war etwas Feuchtes etwas Klebriges natürlich es war Blut Blut, das geronnen und in der Kälte gefroren, als drückende Last seinen Kopf umspannt hielt. Blut, das jetzt, bei seiner plötzlichen Bewegung, unter dieser Kruste hin frisch und warm hervorquoll. Er faßte in den Schnee, preßte ein paar handgroße Brocken davon auf die rieselnden Stellen und legte sich wieder lang. hin. In Kurzem hörte die Blutung auf. Er war also am Kopfe verletzt. Kein Wunder nach solchem Sturz. Auf dem Rücken liegend sah er mit offenen Augen in das unendliche Dunkel hinauf. Wie hoch mochte er von da herabgestürzt sein? Wenn der Tag graute, konnte man es wohl erkennen. Aber würde er das noch erleben? Vielleicht doch. Die Luft war jetzt kühl, aber weich. Der Schneefall hatte, wie gewöhnlich, ihre strenge Kälte gedämpft, und vom Sturm hörte man nichts mehr als zuweilen ein vereinzeltes Stöhnen hoch oben aus der Finsterniß her. Erfrieren würde er also nicht. Und seine Wunde war kaum tödtlich. Wenn er Kraft genug behielt, sich bei Tagesanbruch weiterzuschleppen, wenn die Führer ihn suchten und glücklich fanden dann mochte er doch noch einmal sich der goldenen Sonne freuen. Und dann? Ein Schrecken zog plötzlich dem Einsamen das Herz zusammcn. Sie harrte ja morgen auf ihn! Vielleicht hatte sie eben jetzt ihrem Manne gesagt, wie es zwischen ihnen Beiden stand. War das geschehen, dann mochte ihn der arme, gutmüthige Mensch jetzt wohl aus allen Kräften seiner schwachen Seele hassen, wie man ein Raubthiei haßt, das alles verwüstend in eine friedliche Hürde einbricht. Er verlor seine Frau, sein Heim, sein Glück und Zutrauen zu den Menschen alles durch ihn! Wenn der Arme wüßte, wie es mit seinem grimmigen Gegner jetzt aussak wie der hilflos in einsamer Nacht auf weltenferner Schneeklippe mit dem Tode rang nein Mitleid konnte er ihm doch nicht zollen! Aber auch nicht von dem Anderen erwarten. Ter hatte das alles ja schon selbst durchgemacht. Ter that nichts anderes, als all das Leid und den Schmerz weitergeben, den man ihm selbst zuvor zugefügt. Da regte es sich in der schweigenden Nacht. Ein Poltern kam von oben ein sprungweise Kollern auf zwanzig dreißig Schritte Entfernung fuhr es wie ein Sausen herab, ein harter Anprall ein paar Feuerfunken sprühten durch das Dunkel dann verlor sich der Lärm in der Ferne. Der Steinfall! Seine Fäuste krumpften sich zusammen. Ließ der Tod denn noch nicht von ihm ab? Nein. Da donnerte es wieder, weit m der Ferne. Das mußte ein mächtiger Block sein. Er stürzte wohl in unergründliche Tiefen. Man hörte ihn nirgends mehr aufschlagen. So konnte es noch nicht spät in der Nacht sein! Um Mitternacht herum das wußte er hörte der Steinschlag völlig auf, wenn beim Sinken der Luftwärme die Felsen fest in ihren Eis- und Schneebetten einfrieren. Aber wie lange war es noch bis dahin? Und inzwischen lag er hier auf schmalem Frostbette, des Todes gewärtig, der jeden Augenblick unsichtbar durch das Dunkel auf ihn niederschießen konnte. Wäre nur ein schwacher Lichtstrahl da nur ein Augenblick Erlösung von dem entsetzlichen Dunkel, daß man den drohenden Feind wenigstens sehen konnte. Umsonst! Seine Zündhölzer waren ihm im Sturze mit allem anderen aus der Tasche geglitten. Und oben am Himmel spähte sein Auge vergebens nach Mond und Sternen. Auch sie waren verschluckt und verschwunden in der dichten, zu rabenschwarzen Wolken sich ballenden Nackt.
Am besten man dachte nicht an die
zefayr: - Wenn er ihr entging wenn er am Leben blieb ja. belfen konnte er ienem nveren nicht. Der mochte sehen, wie er damit fertig wurde. Er selbst hatte das ja einst auch thun müssen! Freilich er war stark und jener dort war schwach. Er trug den Schlag wie ein Mann. Jener würde darunter zusammenbrechen. Aber wieder regte sich in ihm trotz Roth und Tod der Trotz, das grimmige. kampfbereite Kraftgefühl: wenn jener schwach ist wohl, das ist sein Unglück! Wir sind nicht dazu da, die Schwachen zu erhalten! Mögen sie untergehen! Das ist der Lauf der Welt! Durch das Dunkel fuhr es heulend und pfeifend wie ein Wetterschlag nieder. Dicht neben seinem, entsetzt auffahrenden Haupte krachte es wie Donner von dem schmetternden -Aufprall des Steinblocks, der in jähem Satze weiter in die Nacht hinuntersprang. Kleine Felssplitter klirrten von den Wänden ab, und die Luft, die er schwerathmend einzog, füllte sich mit qualmigem, zwischen den Zähnen knirschendem Staube. Unwillkürlich griff seine Hand nach der jetzt schneefreien Stelle, wo, zwei Zoll von seinem Ohr, die Vernichtung einen Augenblick gerastet. Kalter Schweiß trat auf seine Stirne. Er fühlte sich wehrlos in der Hand fce allmächtigen Geschicks. Das spielte mit den Schwachen, wie mit denen, die sich stark dünkten. Auf's Neue überrieselte ihn das Blut, sein Bewußtsein begann zu dämmern. Und durch das Wandern und Verblassen seiner Gedanken klang es wie eine leise Mahnung: Laß Du dem Schicksal seinen Gang. Greife nicht in sein Walten ein! Dein Schicksal ist das blonde junge Weib da unten. Was die in heißen Kämpfen und Thränen bei sich beschließt und vor sich und ihrem Gewissen verantworten will, das allein sei der Urtheilsspruch über Deine Zukunft. Den nimm Du schweigend, ohne Drängen und Widerrede, hin " Das war der letzte Steinschlag gewesen. In kälterem Hauch umwehte die Luft den leblosen Körper, und hoch oben am Himmel verkündeten im Rinnen der Stunden ferne, durchsichtig glühende Feuerflecken das Nahen der Sonne. 16. Kapitel. in endloser, eintöniger Regentag lag hinter Elisabeth. Um das Hotel hatte der Sturm geheult und klatschende Gusse an die Fenster geschleudert. Man hatte gegähnt und dann dem Rufe der Luncheonglocke Folge geleistet, man hatte wieder gezähnt und in einem halb aufgeschnittenen Romane geblättert, man hatte abermals den Speiseraum zum Mittagsmahl aufgesucht und den Abend fröstelnd in dem engen Zimmer verbracht. Ein todter Tag, ein graues Nichts im Leben. Ihr war es. als sei sie vom Morgen bis zum Abend ganz allein mit sich und ihren Gedanken gewesen. Und doch hatte während des ganzen Tages ihr Gatte sie nur einmal auf eine halbe Stunde allein gelassen. Das war wegen einer Depesche, die er seltsamer Weise vostlaaernd erwarriete. ES siel ihr noch auf. wie wun derlich prüfend und ernst er sie ansah, während er Hut und Mantel nahm, um auf das Postamt gegenüber zu gehen. Auch gesprochen hatten sie miteinander. Viel sogar. Aber sie wußte nicht mehr, was. Es war ja auch gleichgiltig. Fremde Worte zwischen fremden Menschen. Sie hatte den ganzen lan gen Tag nichts von dem zu reden vermöcht, was auf ihr lastete und wenn doch der Gedanke in ihr aufstieg, dann genügte ein Blick auf sein trauriges, blasses Gesicht, um ihn zu verscheuchen. Nein sie wollte abwarten. Morgen, wenn sie noch einmal den Freund getroffen und sich und ihn geprüft, dann wurde es vielleicht klarer in ihr und fester, und sie fand den Ausweg aus allen Zweifeln. Ein Schrecken erfaßte sie doch immer wieder bei dem Gedanken, daß das alles nun so ganz anders werden sollte. Daß alles um sie her zusammenstürzen würde wie ein morsches Gebäude und etwas Neues daraus entstände etwas Unbekanntes, das sie sich gar nicht recht vorzustellen vermochte. Freilich das alles mußte ja nicht sein. Sie konnte ruhig zwischen den engen, altgewohnten Mauern bleiben, wenn sie die Kraft dazu fand. Das stand bei ihr. Aber dieser letzte, lange Regentag hatte sie wieder gelehrt, wie es dann um sie ausschauen werde ein endloses, einförmiges Grau, w dem sie sich in einsamem Sehnen verzehrte. Nun war der Morgen da. Sie war früh aufgestanden und schritt die Treppen hinab, um draußen frische Luft zu schöpfen. Der Regen hatte aufgehört. Auf der Dorfgasse vor dem Hotel standen einzelne Gruppen von Gästen und Führern. Sie schienen sich lebhaft zu besprechen, und ab und zu deutete einer von ihnen mit der Hand nach rechts in die Höhe, da, wo hinter den sich mälig verziehenden Wolken das Matterhorn stand. Ob es freilich an diesem Tage noch herauskommen würde, das war fraglich. Immer noch zog von der italienischen Grenze über den Theodoulpaß herüber der schwüle bedrückende Süd-
wmo, und das Barometer hlxtb hartnäckig auf Sturm und Gewitter stehen. Unter der Veranda des Hotels stritten ein paar Hochtouristen mit ernsten Gesichtern und gedämpfter Stimme über eine Nachricht, die ihnen ein erwartungsvoll daneben stehender Hotelbediensteter offenbar eben gebracht hatte. (Fortsetzunz folgt.)
5 i t Aus! a n d 5 T y tw Tragisches Geschick. In Riederpleis bei Königswinter am Siebengebirge fiel unlängst die zehnjährige Tochter eines Fabritarbeiters, welche aus einem Bache Wasser schöpfen wollte, in das Wasser und ertrank. Die zur Hilfe herbeigeeilte Mutter ertrank ebenfalls. Sie hinterläßt sechs Kinder. Ehrung einer deutschen Musikkapelle. In Genf fand kÜ7ilich eine bis jetzt noch nicht dagewesene Kundgebung statt. Das Trompeterlorps des 3. radischen DragonerRegiments Prinz Karl Nr. 22 aus Mülhausen gab vor dem Rathhaus ein Konzert. Ter Regierungsrath unterbrach seine Sitzung, um dem Konzert beizuwohnen, dann entsandte er einen Weilel im Mantel der Landesfarben zur Musik und ließ sie ersuchen, an einem Ehrenweine theilzunehmen. Starb im Sprechzimmer der Strafanstalt. Der Sohn eine- angesehenen Wiener Baumeisters und Schwiegersohn eines reichen Svenglermeisters war wegen Betruges vom Wiener Landesgerichte zu drei Jahren schweren Kerkers verurtheilt worden, die er in Stein verbüßte. Die Haft sollte dieser Tage zu Ende gehen. Seine Frau, die ihn auch.mehrmals besucht hatte, fuhr nun nach Stein und erbat sich die Erlaubniß, dem Sträfling persönlich Kleide? überbringen zu dürfen, damit er sie bei seiner Entlassung anlegen können Jn's Sprechzimmer geführt, stürzte er deim Anblick seiner Frau mit einem lauten Aufschrei todt nieder. Ein Herzschlag hatte sein Leben beendet. Gegnerin des Duells. Als erfolgreiche Duellgegnerin hat sich kürzlich die Gattin eines Berliner Faöriksbesitzers erwiesen. Ihr Mann war wegen einer Kleinigkeit mit einem Oberleutnant in Streit gerathen und hatte ihm eine Forderung auf Pistolen zugehen lassen. Sie wurde' angenommen und der Kampf sollte in aller Früh den nächsten Morgen auf der Jungfernheide stattfinden. Die Wagen mit Sekundanten, Aerzten etc. waren schon zur Stelle, auch der Oberleutnant war bereits da. Nur der Forderer erschien immer noch nicht. Statt seiner traf endlich ein Böte ein. mit der Nachricht, daß die Frau des Fabrikbesitzers das Duell nicht gestatte, die Betheiligten daher ruhig unverrichteier Sache nach Hause gehen möchten. Einfach, aber wirtsam! Hat keine fru st , Soldat zu sein. Zum dritten Mal ergriffen wurde dieser Tage ein fahnenflüchtiger Soldat von der 12. Kompagnie des 4. Garde-Regiments z. F. zu Berlin. Der Füsilier Fröhlich, der aus dem Elsaß stammt und im ersten Tienstjahre steht, scheint sich durchaus nicht an ein geordnetes Leben gewöhnen zu können. Er verschwand jedesmal in seiner Uniform aus der Kaserne und trieb sich in der Jungfernhcide oder in anderen Waldungen bei Spandau umher. Jedesmal war er fast mittellos und blieb so lange im Verborgenen, bis ihn der Hunger zwang, sich einem Gendarmen oder einer anderen Militarperson zu stellen. Die beiden Strafen, die er wegen der beiden ersten Fälle erlitt, haben seinen Sinn nicht geändert. Jetzt wird er auf seinen Geisteszustand beobachtet. Krasser Aberglaube. Ein Dienstmädchen in Verona hatte ein Verhältniß mit einem jungen Mann; aus irgend welchen Gründen kam aber eine Heirath nicht zu Stande. Der junge Mann wurde kurz darauf irrsinnig. und, obwohl ein Wahnsinnsfall bereits in der Familie vorgekommen war, glaubten seine Angehörigen, daß die frühere Geliebte ihn verhext habe. Sie lockten sie in ihr Haus und forderten sie auf, ihren Hexenbann zurückzunehmen. Als die Aermste ihre Unschuld betheuerte, wurde sie von der Mutter, den beiden Schwestern und dem Bruder auf barbarische Weise mißhandelt. Erst, - nachdem sie eine ganze Nacht diese Behandlung hatte erdulden müssen, wurde sie am anderen Morgen in erbarmungswürdiaem Zustand befreit. Die vier Missethäter werden im Gefängniß ihre Rohheit zu büken haben. uzzland oder Japanz Eine eigenthümliche Aufgabe ist den Studenten der Pelinger Universität ge stellt worden. Die jungen Leute sollen sich nämlich in eingehenden Aufsätzen über die Frage aussprechen, ob es für China rathsa.er ist, mit Rußland in nahe Beziehungen zu treten, oder mit Japan. HeuschreckenschwLrme. Auf der Zaryziner Linie der Wladikawkesbah, Rußland, fanden sich unlängst derartige Heuschreckenschwärme ein, daß das Geleise auf über sechs Meilen mit ihnen bedeckt war, und die Züge nicht weiter fahren konnten und warten mußten, bis die Schwärme die Strecke vassirt hatten. ;
Feuer Signale.
, Pmnsvlv und Market 5 Englisy'4 Opern-Hauö S Erstund Rio Dort 7 Neble und Mickigan N. Jersey u. l'latj S.x i Pine und Nrrth 0 Market unb Pine ' Cement nah Easl '2 Ne. 8 EpnzcndauZ Mail. Av nafr Noble 1.3 Teware und Waliiuk u Jersey Centra! 3. : 5 Mass unb CcmtU Av Ash Ui b 11. ertast 7 Park See und 12 tr lolumtta undHillsid . H'gdland S!v . $ratt :l Jllincii und St. I 5 PennZylv. und Pratt 4 Sicvidiar uno 11. Str tf S SprizenhauS 15. nahe JlttnoiS 'S SeneteAveu. StCIatt " JllinoiS und Mchigan i Pksylvsnia unb 14. s Senate Ave. unb u. i No. l Spritznhau JnbAvenayeMichiga 12 Meridia unb LZalnut u California u SJcrmont 35 Blake und New Jork ZS Ind. Lv. u. St. lavc rr City Hospital 28 Blake unb Norty ZS Tlichigan und ä,jne l No. 6 Spritzenhaus Washington nahe West 42 Esendors u Wash. 42 Wissouri u New Dork 45 Meridian u Wasd 45 JllmoiZ unb Ohio 47 Eapitol Av. u Wash 3 Kmgan'ö PorkhauZ 4 Straßenbahn Ställe SB. Washington Str 51 No. 10 Spritzenhaus Illinois u WerriU 6 Illinois u Leuisiana 53 West und Couth 54 West und McCarty 5 Eenste 2t. u Henry 67 Meridian unb Ray 58 No. 4 Spritzenhaus MadisonAv.uMorviS 55 Madiion Av.u Tunlop 1 NoS Haken LnterhauS South nahe Telawar 52 Penn, u Merrill 83 Telsware u. McCsrttz 54 aft und WcEarty 5 New Jersey .Merrill 57 Lirg. Äv. u Bradsha 58 Last und Prospekt 55 Bicking unb High 71 No. II CpritzenhauS Lir Ave. mche Huron 72 East unb Eeorgia 73 Eeda, und eint 74 Davidson u Georgi 75 önglish Av. u Pine 75 Shelby und BateS 7S No. S Spritzenhaus Prospekt nahe Shelbs T Fletcher Av. u Shelby 81 Market u. Ne Zersetz 82 Telaware und Wash. 83 East u Washington 84 New York .Tavidsor 85 Taubstummen Anstalt 86 Ver. Staaten Arsenal 7 Ortental und Wash. 69 Fraucn-Nesormat. 1 No. 13 SpritzenhguS Marvland nahe Mer. 92 Meridian u. Gcsrqia. 93 Meridian und South 4 Pennsylv u. Louisiana 95 Virginia Ave u, Alab. 36 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 93 Capital Ave und Oh L3 No. 16 Spritzenhaus 16. und Lsh. 124 Alabama und 15. 125 Central Ave und 15. 125 Fände und 15. 127 Brookside und Jupiter 123 Central Ave und 17. 12g Telaware unv 19. 121 Alabama und 11. 132 Bellesontain und W. 134 College Ave und 29. 135 Telaware und 13. 136 Alabama und North 137 Netomann und 19. 138 College Ave und II. 139 Cornell Ave und 13. . 141 FandeS un'j 19. 142 Highland Ave und lg. 143 Tecumseh und 10. 145 New Jersey and 22, 146 Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus Hiltsid Ave und 16. 143 College Ave und 22. 149 College Ave und 27. 152 Park Ave und 22. 15?. L E u. W Bahn u. 22. 154 Ramsey Are unb 10. 156 Stoughton u Newman 157 Atlas und Pike. 158 Blohd und Pawpaw. 159 No. 21 Spritzenhaus Brightwood 12 Arden und Depot 163 Brightwood und 25. 164 Rural und Bloyd 165 St. Elair u. Keystone 167 Arsenal Ave 23. 163 Bellefontaine und 28. 169 Park Ist ab ltt 213 Cavül Lv unb 17. 213 Pennftzlv. u. Sut;i.jC. ' 214 IllmmZ und 2. 215 Senate 21 tx iiitft tl. 216 Ttnr.sslranu und 2a. 217 li;tr.run un 1. 213 Capital Sive nb 4, 2u Aroadway unb 10. 231 ,!lmU unb Sioltcm 34 3Jo. 14 Spritzenhaus Kenn'ood unb 30. 35 IllinoiS unb 33. Är.uktta und 8. 237 No. 9. Spriy-nhiue U!l unb Stauer 2 Ute.l Ladd Worl 239 Jkatl und 27. 241 Äeridia unb 4. 242 JllinoiS u St.Cla, 243 Eldrioge unb 23. 312 West uud Vatnut 513 West und 12. 314 Howard unb 16. ' 315 Torbet nd Paca 316 Capital Ave und K 817 Northwestern Dve u . 813 Gent und IS. 819 Eanal und 10. 8, Cerealine WorkS 324 Vermont unb Lynn 325 Bismarcku ErandvieU 825 No. 29 SntzenhauS Haughvtlle. 827 Michigan u. HslmeS. 323 Michigan u. Concord S41 West und McJntyr? 412 Miffori u. Maryland 413 Mijsouri unb hio 415 Capital Aveeorgia 415 Miffoun u Aentucky. 417 Senate Ave n. Wasy. 421 P und E RundkauS SB. Washington 423 Jrren-Hosvital. 424 Mi.-Y Av u.JDuS 425 Wash anb Harris 426 No. 18 Spritzenhaus S. Washington 427 Oliver unb Airch 423 Oliver und Osgoob 4Z9 Nordhke unb Fort 431 Hadley Ave u. Morril 432 Niver Ave u. MorriS 454 River Ave und Ray 435 Harding u. Big 4 R ? 436 Harding und OIükx 457 No. 19 SvritzenhsZ MorriS und Harbins, 4 ufthBCBas 439 etwtbttH 451 ReiSn unk SH2c 452 Howard unb See 453 Mor?iS unb JtafejM 56 Lambext unb LelM! 457 Norddke Ave u, Zxar won WorkS 612 West usb Ray 513 Aentucky Av u. VerrS 514 MerMan und MorriS öl JllinoiS und SsnsaS 17 MorriS und Dakota 618 MorriS und Church 519 Capital X u McCarth 621 Meridian unb Palm 623 Pine uns Lord 624 Madiscr Ave u Ancol 26 Meridian und Belt RR 627 CarloS und Ray 523 Meridian ud Arizona 529 Meridian u. Slaymonb 631 Meridian u. McSau 632 No. 17 Spritzenhaus MorriS nahe West 51 MKerna-.und Douy. 513 East u. Lincoln oe 614 East und Beecher 515 Wright und Sanda 617 McCarty und Beaty 518 New Jersey u 83k Ave 71 Spruce und Prospekt 7 English Are. u. Laurek 714 StaAvu.clt R X '.15 Shelby und Beecher 715 State Ave und Orang 718 Orange und Laurel 7 Shelby u. Culaae Tot 721 Lerington A. U Laurek 723 Fletcher Ave u-Opruc, 724 S täte Ave u. Pleasa 725 Prospekt und leafal 726 Orange und Havlsl? 728 Liberty und SKen 729 Novle und South 81 No. 15 Spritzenhaus Oft Washington Vtt L18 Market und Noble 814 Ohio . Highland Av L15 Michigan u. Highkant 616 Market u Arsenal Av, 817 Ost Clair und Union Bahn Geleise. b2l Pan Handle ShcpS 23 Vermont und WalttU 824 Wash. und State A. 826 Madden'S5ounge Kal 826 ludet unb Dvrfey 827 Wash. und BeviSe Av 829 No. 1 Spritzenhaus Beville nahe Michiga 31 Southeafter A und Woodside. 88 Wash. und Dearbor, 634 Southeaftern und Arsenal Llveö. 886 New Dork und Tenchk 912 JllinoiS und Msryl. 913 JllinoiS und Market. 914 Penn, und Sash. 915 Telaware und $ Spezial-Signale. krsten 8 SchlZge, zweiter Alarm, Jweiten 2 SchlZg, dritter Alarm, Dritten Schläge, vierter Alarm. 1-2-1, Feuer auZ und Schlauch aufgerollt. 8 SchlZge, Wasserdruck ab. 12 Schläge, 1 Uhr Mittags. 9 Die so bezeichneten Cianale werden nur vom Thur Wächter angegeben da an den betreffende Straft kreujunge seine ZUarmUsten angebracht sind. Chicago und der große Nordweften via (T Oft D wwwm m )) ijs&g&Essssafcsasu (G Maika-Sawaii-VbiliHdine Inseln. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. Bon der Mono 47. Str. 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