Indiana Tribüne, Volume 26, Number 289, Indianapolis, Marion County, 29 July 1903 — Page 5
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VliilK. Clizze von Elfe Krassi. Sie hatten verabredet, sich Sonntag Nachmittag um drei Uhr am Wannseebahnhof zu treffen. Alle breMN lichten, luftigen Gewändern, mitSpitzen und buntem Band geschmückt, waren sie pünktlich zur Stelle und reichten sich lachend, im junqen Mädchenübermuth, die Hände. Und das prächtige Wetter, was wir haben," meinte Lenchen Stegemann, sich mit beiden Händen das helle Haar über der heißen Stirn zurückstreichend. Die Freundinnen und Gcschäftscolleginnen blickten bewundernd in das hübsche Mädchenantlitz. Wieder neu, das weiße?" fragte Grete Virk, indem sie noch einen Heftfaden aus dem Gewand Lenchens herauszuzupfen versuchte. Die nickte gleichmüthig. Natürlich, überhaupt zu Edith hinaus! Kinder, wir müssen doch auch noch ein bissel mit uns hermachen! Soll ja fürstlich sein, die Villa am Wannsee! Ach, was kann doch der Mensch für'n Glück haben." Frieda Neichel seufzte mit. Brünett, schlank gewachsen wie eine Tanne, hielt sie das lichtblaue Kleid zierlich emporgerafft und schritt neben den
Freundinnen die Stufen zum Bahnsteig hinauf. Ach ja, dieses Glückskind, die Edith! Was war sie denn, was hatte sie denn? Die Eltern todt, irgendwo bei Verwandten im Norden der Stadt gewohnt, und Kassirerin bei uns, was der Chef doch auch gerade nicht mit übermäßig vielem Gelde bezahlt," sagte sie achselzuckend. Grete Wirk nickte. Nun ja, aber Schick ha! die Edith, das muß man ihr lassen. Und hübsch, bildhübsch war sie auch. Sie konnte anziehen, was sie wollte, das bescheidenste Mullfähnchen, immer waren die Männer rein wie toll hinter ihr her. Daß sie freilich so ein reicher - Mann wie Direktor Jagenthal gleich heirathen würde, hätte ich nie gedacht. Soll doch so ein Lebemann gewesen sein, was Lene?" Leuchtn Ctegemann faß schon im Eoupee. Ja, das wären die besten in der Ehe, sagt Fräulein Pöllnitz immer. Die haben sich wenigstens die Hörner schön 'bgelaufen. Ich war damals auch ganz überrascht, als sich Edith mit ihm verlobte. Wir hatten doch steif und fest geglaubt, sie hielte ßu ihrem Fritz, nicht wahr?" ; Frieda lachte. ' Na. da wär' sie aber schön dumm gewesen! Junger Mann im Geschäft bei uns mit sechshundert Thaler Gehalt!'' Bitte, seit er reist, kriegt er viel mehr," unterbrach Grete Birk. Js ja ganz einerlei," nahm Lenchen Stegemann wieder das Wort. Wär doch man ne riesig kleine Partie gewesen!" Sie spielte, heiß und roth, mit ihre? Uhrkette und sah die Freundinnen dabei nicht an. Ist genau dasselbe wie mit Walter Ringstädt. Ihr wißt ja, er hat auch kaum siebenhundert Thaler alsSteuerbuchhalter." Die beiden anderen blickten interes--sirt in das feine, gesenkte Antlitz gegenüber in der Eoupeeccke. Magst ihn denn nicht mehr, Lenchen?" Mögen, was heißt mögen?" ' stotterte das blonde Mädchen. Ich werde doch nicht so dumm sein und ihn heirathen! Denke mal. so als kleine Bcamtenfrau, was hat man denn da? Und Edith dagegen! Nee, ich hab' ihm gestern Abend die Sache ordentlich klar gemacht. Wenn wir uns auch schon als Kinder kannten, aus ist's, absolut aus!" Sie blickte ganz triumphirend auf. Grete lächelte, stumm, und Frieda meinte: Weil man im Geschäft ist, denken die Leute immer, man solle froh sein. wenn sich überhaupt ein Mann für uns fände. Bah! Mein Papa hat studirt, und ehe er starb, hat kem Mensch haran gedacht, daß ich noch mal für Mama und die Kleinen mitverdienen müßte. Aber deshalb bleibt man doch, was man war, und kann genau dieselben Ansprüche itellen wie vorher. Selbstverständlich." pflichtete Grete bei, indem sie ihr Stupsn'äschen bedeutend höher hob. Wer weiß, wir kriegen am Ende auch noch so einen reichen Bankier oder Fabrikoentzer, wenn uns Edith oft einladet. Ob wohl heute aroße Geiellschast da draußen ist? Ei aentlich hätte sie uns doch schon früher auffordern müssen, was? Im November Hochzeit gehabt, dann bis Mai auf Reisen gewesen, und bald sechs Wochen hier, ohne an ihre alten Kämeradmnen zu denken. Am Ende ist sie jetzt stolz geworden in ihrem großen Glück," sagte Frieda, die Lippen schurzend. Lenchen schüttelte den Kopf. Aber nein, das glaube ich nicht. Wir drei waren doch ihre bestenFreundinnen im Geschäft. Wir und die Llsbeth!" Grete kicherte. Na, die Lisbeth! Die war schön dumm! Hat doch wirklich ihren Postassistenten geheirathet. Ehe der mal ZU was kommt. Nun sitzt sie da, wahrend wir uns noch amusiren können. Die Mädchen lachten. Sie lachten überbauvt aerne.
m eoupee wurven vle anderen cy. van tcn eucyal wieDerhave, Sonntagsausflugler ordentlich ange- daß ich euch -, mal wiedersteckt von diesem klingenden, frischen habe," sagte sie mit mühsam beTrio. Dazu die goldene Junisonne, haupteter Fassung. die lauschigen Wald- und Wiesenwege, Sie nahm ihnsn die Hüte vom Kopf die zu beiden Seiten des Zuges auf- und trug sie selber in das Zimmer netauchten. es war doch eine Lust, das ben der Terrasse. Und dann strich sie staubige Berlin aus ein paar Stunden sich mit nervöser, hastiger Handbewemit dieser Freiheit im Grünen vertäu- gung über Stirn und Augen, und schen zu können. schellte dem Stubenmädchen, daß es Auf den verschiedenen Stationen den Kaffee bringe, lichtete sich dasWagenabtheil. Die letzte Und nun lächelte sie auch. Aber es Strecke bis Wannsee waren die drei war ein gnz anderes Lächeln als früMädchen allein im Coupee. her, und in die drei jungen Herzen fiel Sie warm stiller geworden und be- t5 l0t tn Reif, so daß sie ihre alte gannen an ihren Toiletten herumzu- Unbefangenheit nicht finden konnten, putzen. Edith hielt Lenchens Hand mit der Grete'Z kleiner Taschenkamm und Rechten, während die Linke ab und zu Spiegel wanderte von Hand zu Hand, die beiden anderen Mädchen streichelte, und eine jede erträumte heimlich von Aber seid doch nicht so stumm, so dem ersten Besuch bei der reichenFreun- fremd, Kinder, lacht doch mal, din draußen am Wannsee etwas Wun- redet doch mal etwas Tolles, seid derbares und Schönes, das ihr Leben doch lieb zu mir lieb zu mir," stotjäh in ein einziges, großes Glück ver- terte die junge Frau. Seht mal, ich wandeln würde. hätte euch ja so gern früher schon mal Lenchen besonders war ganz aufge- hier draußen gehabt, aber allein, ganz regt. Sie hatte das lustige, liebe Mä- allein wollt ich euch haben, Kinder, del, das heute Frau Direktor Jagen- Und immer waren Gäste hier, tagelang thal hieß, besonders gern gehabt, oft! Sportgenossen meines Mannes, Schöne Sonntage waren das früher Herren, immer Herren, die wüst und gewesen, wenn sie gemeinsam hinaus- laut, und sonderbar waren." , trn-rw sclif . rc'n i. t- t , , . c y. r.
gqaqren waren in oen uuiu, uuiiy mit Fritz Stepfen, und sie mit Walter, und und sie stockte in ihren srt -i . fri. i . . eoanieii uno roouic mcni mci;c u die braunen Augen des Jugendfreundes denken, die gestern Abend so erschreckt und traurig an ihrem Antlitz gehaftet. Denk docy bloß. Lenchen. wie glucklich wir oft zusammen waren." Sie hatte datu? nur em Achselzucken gehabt. Kmderel, mit der es nun vorbei sein muß, Walter. Also leb wohl." Und sie war ganz kalt und ernst zu f nm ii I einer Muuer nocy emmai mnemgegangen, die eine Freundin ihrer MutI L ll C V sWL I icr war, uno yane oer aucy aoieu gesagt. Nein, sie wollte mcht. So eine Partie konnte man alle Tage machen! Und das mit Edith war doch auch ganz plötzlich gekommen, und sie hatte eme Hochzeit gehabt, wie eine Fürstin, und die kostbare Ausstattung hatte der Bräutigam auch noch selber bestellt, und dann die halbjährige Hochzettsreise nach dem Suden. dieVilla jetzt am zannsee, und uver alles Herrm sein, ja oa war oocy nocy err" &. l w II was, wenn man jung war, lebensluslig scyon. Lenchen griff noch einmal nach dem Spiegelchen der nreundm. .Sie sah ihr goldenes Haar mit den vlauen 'ugen oarunier. sau oas seine. r 1 srt r r t . , I anaiecjicgi oer oem lleiipisentragen uno ricgicic oa- nopen ,ioiz et.por. I rcut , jl t::crx.. v zuuif wu.t uuui.muii uuu wer, uuu r . l r r r tw r , l . r i. r I qai mq wiua gemaazi, oaazie sie vgig. "Ich werde euch den Wagen an die uiii uiucii, iuuc uic ;uuijc uiuu auf ihre Einladung geschrieben. zj,:j u c.n. : . Die drei jungen Mädchen fühlten schon jetzt so eine Art Größenwahn, ai t in anniee aus oem aynyos i IT'l r t l in i von einem wiener in Livree in ixrn pfang genommen und zu der bereit stehenden Equipage geführt wurden. Nur Grete konnte sich das Kichern nicht verbeinen. als Frieda Mit ganz ccranucricr unu cici oorncgrncr ai sonst klingender Stimme den Diener fragte: Das Befinden der gnädigen , . , . i - Frau ist hoffentlich ein gutes? Der in Livree verneigte sich bloß wurdevoll und ossnete den Wagenschlag. - Als Grete lustig weiterlachte und laut den Damast der Sitze und die sonstige elegante Einrichtung desFuhr- . - ... t ' s weris zu oerounoern oegann, gao iyr Frieda einen gelinden Stoß in die eile. ei ooen Nicyl 0 ctioern, rett! . t v t r . , . üiuuuji. uns uuui uci icuct muii w-x. rrv: ! ni Zeich anzumerken daß wir nicht alle -tage uquipugc fuymu Der Wagen fuhr wohlgepflegie Straßen, mit den prächtigstenBesitzungen zu Deicenwcncn, ennang uno yleil r r r . . -r ? r L , , , laziienlicy vor einem ooyen, eisernen Portal, hinter dem ein Sprmgbrun- . t m i . w i fv ii nen Platscherle uno zwischen anenaumen die weißen Thurme einer Billa hindurchschimmerten. Die Madchen schritten nun doch etwas befangen durch all die Herrlichkeit, Jeden Augenblick glaubten sie einen freudigen Zuruf zu vernehmen und lieoes, yeues acyen, wie es oer warmt : r jt" tviit -! . . 9eWn, monen öu9 eigen war. Es schien keine Gesellschaft zu sem. Der Garten war wie ausgestorben, Nur Rosen und immer wieder blühende Rosen auf den Beeten, Duft und Licht und Schönheit ringsum, doch kein Mensch zu sehen außer dem Diener, der die jungen Damen auf die Terrasse der Villa hinaufführte, wo f" . . ... m.r .ff.. "N sur vier Personen geoeaier asseetisch stand. Und nun trat durch die Glasthü? aus den inneren Räumen der Villa eine Frauengestalt mit ausgestreckten C.ml W V 5 V 0fiv jyuiiuni uuu ijiuiim m vtii .uütii. Kein Lachen. nein. es waren richtige Thränen in dem blassen, wunderschonen Antlitz. Die Mädchen standen wie angewurZelt. . rm i -i i n rv r - n ' rf . wax oas oilyz iianic, niuc Frau dort mit den müden Augen und i. . 4?. "" ? , . . oem Juaen um vie Kippen, oas wi? Weinen war? Aber a, sie lutzte eme jcDe mit verselben Herzlichkeit wie zruyer. '
vsie lcguiieue lieg uno legie lieg leijc und behutsam die weichen Finger der blonden Freundin über die Augen. 5 v
ene encyen icy naiiL euch nicht zusammenbringen mögen mit ihnen." Die drei saßen wie unter einem Bann. Sie hatten sich das Glück ganz anders ooraestellt. als hier in dieser müden, schlanken Frau verkörpert. Sie tranken und aßen auf das Zureden der Freundin, ohne zu wissen, was. Sie verspürten auch plötzlich von der Schönheit des Aufenthaltes und dem Duft der Rosen nichts mehr. Immer nur in das weiße Frauenantlitz muß- . , . . . . . m ne schauen, m dem die Auaen o tief und dunkel geworden und das gol- . . vene Lachen erstorden war. Edith fragte. Sie fragte hundert cerinafügiae Sachen in hastiger, sich überstürzender Weise. Was macht's Geschäft, Frieda, und lebt der alte, dicke Mertens noch, der mir früher immer das Bier zum Frühstück holte? Hast Du denn nun endlich Zulage bekommen, Grete. und ist Fräulein Grashoff noch erste Direc iricc? War denn eure Landpartie schon m diesem Sommer, und und tanzt ihr dann wieder trn . t mim Wald und spielt Pfänderspiele? zt zuckte die Stimme schon wieund die Thränen waren auch da. mim h,rrIM Frieda würgte krampfhaft an ihrem Stück Kuchen. v J Fräulein Grashoff hat augenblickUrlaub. Edith, kannst Dir a den fn ru tShsstsc riffT,t 2 VniftrnS v - t x.nn h, uns anrreht. llnb unsere Partie ist am fünften Juli. Große "ll"' o " i Mittagessen wie immer am Kosten des c?f,?fs und ?lnds Ritt in ftmhritfis I . ' . ' kaaen fcfet tbaute Grete auch auf. .Aufein! 5s doch iedes ?lahr aleich schön! Weißt Du noch.vorigen Som- . . M. - m mer, Ediths Du tanztest noch den MenuettwaNer aan, alle ne mit ?rik Stepfen, die anderen umringten euch und sahen zu, weil ihr beide so gut," sie stockte, da die runge Frau iah und klirrend ihre Tasse Niedersetzte. Ist ist er noch bei euch, Herr . Stepfen?" Grete nickte. Sie merkte gar nicht, daß Lenchen Stegemann sie warnend auf den Fun trat. .So halb und halb ia. Er reist für's Geschäft seit letzten Winter. War rein versessen, von hier fortzukommen seit Du " Nun merkte sie doch, was das ??unI - wr . '. ., . . - ignai ZU veoeuten datte. Das Stuvs naschen senkte sich schuldbewußt. m.,,,:, r?Stf. f.t. ,;rs;A I . . v iwihhw neraessen. dan ibr frük,?r sn intim ' -u -i aitsrtmmpn hisir?t'M Die junge Frau erhob sich. Lak nur " saate sie b tter. Redet nur aanz so unaenirt wie früher, .br münt es ia dock selber seken. wie es . mit mir bestellt ist. Glück schaut anI. . ' ' .. ' ' ders drein, was. Lenchen?" Sie beugte sich plötzlich nieder und I -','T"r küßte das blonde Mädchen unvermit telt und leidenschaftlich auf den Mund, Im nächsten Auaenblick war sie von d-r Terrasse in das Nebenzimmer gegangen und blieb ein paar Minuten verschwunden. Als sie Zurückkam. brannten ein paar heiße, rothe Flecke auf ihren Wangen. I 1 ' 0 Das Stubenmädchen räumte den Kaffeetisch ab, brachte Obst und Naschwerk auf einer Schale herbei und entfernte sich wieder, Schade, daß Lisbeth nicht mit euch -am," begann Edith ruhig. Sie srieb mir eine kurze Absaae. die sebr verworren klang. Lebt sie glücklich mit ihrem Mann? Sie heirathete ja vier A . . . ' Wochen früher als ich damals, Lencken nickte. Sehr glücklich. Sie ist noch rosiger geworden denn als Mädchen. Und jedesmal fragt sie nach Dir, Edith, ? r f C M wenn wir oei?ammen lino. Frieda lächelte mitleidia. fo jhicht zu sein als verheiraihtit rau! Als ick eulick mnl war denkt mal. vier Treppen hoch in der Alten Jakobstraße ' ' u aten die beiden Leutchen noch, als ob ftc sich eben verlobt hätten. Ein viertel ' . ' Pnd Leberwurst hatten sie als Abendbrot und dazu Braunbier! Und ric lachten und machten einen Unsinn, ' als hätten sie Sekt getrunken. Ja. er
ruizle ne iogar tn memer Mgenwarr.-
Edith saß still und verträumt da. Ja." fügte Grete hinzu, und nun geht sie auch gar nicht mehr aus. Näht immer nur kleine, wmzig kleine Hemdchen. Jäckchen und Lätzchen. Natürlich soll's ein Junge werden und aussehen wie der Papa." Es wurde still nach diesen Worten. Die junge Frau hielt die Hände im Schooß gefaltet, ein Paar schwere Thränen glitten langsam über das marmorblasse Gesicht. Und nun sah ste empor und direkt in die heißen, verwirrten Mädchenaugen. .Die Glückliche die Reiche," flüsterte sie heiser. Ich will euch mal etwas sagen. Lenchen, Frieda. Grete. Ihr seid auch noch so jung, so unbedacht, so voller Sehnsucht nach etwas Wunderbarem, Großem, Glänzendem, da da kommen soll, wie ich es war. Hort nicht auf diese. LockungZ bitte bitte, hört nicht darauf! Geht nur nach der Stimme des Herzens, wenn's mal so weit ist, eßt lieber trockenes Brot bei jungen Seligkeiten, als verkaust euch! Ach, Kinder, Kinder, man glaubt ja immer, dieLiebe kommt, sie muß ja kommen, wenn sie nicht schon vor der Hochzelt da ist. Oder, du hast sie ja gar nicht nöthig bei all dem Glanz, all dem Reichthum! Und nachher wartet man. wartet Tage und Nächte auf das Wunderbare, - und hat doch nichts als einen kranken Mann, der vor unserer Zeit sein Bestes fortgegeben und sich mit seinemGolde durch uns Kraft und Ju-, gend zurückkaufen will.... Mädchen, das wünsch ich euch Niemals, die Stunde darf euch nimmer kommen, wo ihr schaudert bei der Nähe eures eigen?n Mannes, wo ihr in Qual undReue euch zurücksehnt nach einem Menschen, der welter eben Nicht viel besaß, als eben dieses goldene Herz! Seht mal, das konnt ihr ja auch noch wissen, ich habe damals den Fritz Stepfan lieb gehabt, lieb, lieb so lieb! Aber er war mir Nicht gut genug, ich wollte höher hinaus und... Sie schwieg, wie vor sich selber erschreckend, erhob stch jäh von ihremSitz und lachte dann ganz laut und forcitt auf. Aber nein, was red ich euch denn da alles vor, kommt in den Garten, Kinder, laßt uns lustig sein, lustig wie früher!" v . Aber es wollte mit der Lustigkeit nur schlecht gehen an diesem Nachmittag. - Es war noch hell, und die Abendsonne färbte den Westen blutroth, als sich die Mädchen schon zur Heimfahrt rüsteten. Edith hatte ihnen die Hände mit Rosen gefüllt und ihnen das Geleit bis zum Bahnhof gegeben. '.Nun saßen sie :m Coupee, wortkarg, gedrückt und ernst. 'Besonders Lenchen. Sie band m unerklärlicher innerer Unruhe wieder und wieder ihren Blumenstrauß zusammen. Ob wohl der Walter heute Abend noch daheim war? Aber ja seine Mutter kränkelte viel in letzter Zeit, da btteb, er des Sonntags ia stets be: der alten Frau und las ihr vor oder spielte Violine an stillen Sommerabenden. Ob sie wohl noch hinaufgehen könnte nachher und seiner Mutter die schönen Rosen bringen? Und dem Walter vielleicht gleich ein gutes Wort dabei sagen, weil weil sie ihn doch so lieb so lieb ach so lieb hatte!" Das blonde Mädchen saß plötzlich da und weinte. Und als die Freundinnen ganz erschreckt ihre Hand nahmen, schluchzte sie nur noch mehr. Mußt Dir das nicht so zu Herzen nehmen mit Edith," meinte Frieda klug, 's is ja traurig, aber mein Gott, sie kann sich ja scheiden lassen." Und Grete setzte hinzu: Ja, und alle reichen Männer sind d?ch auch nicht krank und haben eine Glatze wie Direktor Jagenthal!" Lenchen antwortete gar nicht. Sie umklammerte mit beiden Händen ihre Llumen, und in ihre Thränen stahl sich, je mehr der Zug stch Berlin naherte, ein weiches, träumerisches Lachcln. Ja, sie würde noch hinaufgehen zu Walter und seiner Mutter. Ja, das mußte ste doch sicher heute Abend noch thun! Weil doch sonst die Rosen verwelken könnten, wenn sie noch wartete. Eine Schmach und Schande ! Auch unsere Fische dem Untergange geweiht Gestern Mittag haben sich auch bier. und zwar bei Broad Ripple, im White I River die ersten Zeichen des Verder benS eingesunden, welches, wie allgemein angenommen wird und an ande rer Stelle berichtet ist, dem Umstände i zu verdanken sein soll, daß die Leim enthaltenden Abfälle einer Pappdeckel Fabrik in Yorktown ungehindert in den Fluß abgelassen worden sind und an geblich noch werden. Nachmittags wurden inBroad Ripple viele Hunderte von todten oder sterben den Fischen im Flusse bemerkt, und wird befürchtet, daß nun auch die erst kürzlich von Washington zuBrutzwecken hierhergesandten und beim Riverside Park in den Fluß gesetzten jungen Barsche der Vernichtung verfallen sind.
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