Indiana Tribüne, Volume 26, Number 289, Indianapolis, Marion County, 29 July 1903 — Page 3

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Todtenmeffe In der Peters-Kirche von über wältigendem Eindruck.

Bischof Kopp von Vreslau als Papavili genannt. Die Feier in Notre Tame. Tumulte in deutschen Kranken' hausern. Die Differenzen mit England. Nuklands schwere Hand über den binnen. Edward bei den Jrländern. Italien. Trauermesse in bet S i xt i n i sch c n C a p e l l e. Rom. 23. Juli." In der Sixtinischen Capelle stand ein 30 Fuß hoher weißer Catafalk; auf 2 Purpurkissen lag eine dreifache Krone von Gold, in glänzendem Lichte von hundert Kerzen. Der Altar war ganz durch den Catafalk verhüllt. Auf besonders hergerichteten Bänken um den Catafalk saßen fast sämmtliche Mitglieder des Hl. Collegiums, mit rothen Kappen über dem violetten Gewände. Zu ihren Füßen, auf Stühen, saßen die Conlavisten oder Sekreäre, in violett. Außerdem waren Nobelgaroen anwesend. Uumittelbar dahinter kam auf reser virten Sitzen das gesammte diplomatiche Corps. Auf der Gallerie zur Linen saßen etwa 100 Damen, alle in iefem Schwarz. Auf der Gzllerie zur Rechten saßen die Special-Gesandschaf-en, darunter auch die Vertreter der irischen Parlamentspartei. Der Sirtinische-Chor trug zunächst den gregorianischen Gesang vor und war mit solcher Vollendung, daß selbst die Cardinäle durch diese Meisterschaft ichtlich gepackt waren. Keinerlei In strumental'Musik wurde während der Messe gehört. Als die 50 Cardinäle und die 50 Conclavisten vor dem Catafalk knieten, bot sich dem Auge durch den Farben reichthum der Gewänderein äußerst anziehendes Schauspiel. Während der Vorträge des Chores herrschte tiefes Schweigen, nur durch Waffengeräusch Unterbrochen, als die Nobelgarden ihre Degen präsentirt'en. Nach dem Schlüsse der Messe be sprengte Cardinal Nannuttelli den 6a tafalk mit hlg. Wasser, worauf Jeder der amtirenden Cardinäle folgte. An der Celebrirung der Messe nalim Cardinal Gibbons keinen Antheil. Er saß neben Cardinal Martnetti, in der Reihe der Cardinäle, unter denen Car dinal Gotti heute den weißen Mantel des Carmeliter-Ordens trug. Die heutige Sitzung der Cardinäle war sehr kurz und drehte sich um Mei nungsaustausch über laufende Ange legenheiten. Bischof Kopp genannt. Rom, 23. Juli. Allgemein glaubt man, daß das Conclave sich bald über einen Nachfolger Leo's einigen wird. Man kommt zu dem obigen Schlüsse, weil die Köche und sonstigen Bedienten der Prälaten, die an dem Conclave theilnehmen, nur auf drei Tage ange stellt wurden. Die beiden Parteien der Conclave-Cardinäle kommen stündlich mehr auseinander. Die Gegner Rampolla's drohen damit, einen Nicht Italiener zu wählen, wenn man ihnen nicht zu Willen ist. In dieser Verbindung wird Cardinal Kopp Bischof von Breslau genannt. Daß dies besten Falls nur eine leere Drohung ist, versteht sich von selbst. Besonders da durch die Wahl eines Deutschen, Frankreich der Kirche gänz lich verloren gehen würde. Rom, 23. Juli. Die Tribrnia" sagt, daß der vermißte Fischermanns Ring höchst wahrscheinlich in einer der verschlossenen Schubläden gefunden werden wird. Der Camerlengo Cardinal Oreglia hat aber der Vorsicht wegen einen neuen Ring bestellt, um denselben bei der Jnvestirung des neuen Papstes zur Hand zu haben. Portugal. Das Geschwader in Portugal. Lissabon, 23. Juli. König Karl gab den Offizieren des amerikanischeu Geschwaders ein Festessen in Cm tra, einem etwa 14 Meilen von Lissa bon entfernten GebirgSschlößchen.

FranIreiH. Trauer-Feier i n N o t r e Dame. Paris. 23. Juli. Die heutige

Trauerfeier in der Notre Dame Kirche gewann ein officielles Aussehen durch die Anwesenheit der Spitzen der Regierung, darunter der auswärtige Mini ster Delcasse, Kriegsminister Andre, Vertreter des Präsidenten Loubet und Madame Sl. Prix, die Tochter des Präsidenten. Auffehen erregte die Abwesenheit des Ministerpräsidenten CombeS, da ihm in seiner Eigenschaft als Cultusminister die Kirchenverwaltung untersteht. Die Trauerfeier währte 3 Stunden. Die befürchteten Gegen-Demonstratio-nen außerhalb der Cathedrale fanden nicht statt, da zahlreiche Truppenund Polizeimannschaften zur Unterdrückung von Unruhen bereit standen. Ein Mann, der nieder mit den Priestern" rief, wurde verhaftet ; auch noch einige andere, die Kundgebungen veranstalten wollten, als die Geistlichen die Kirche verließen. Einen der Verhasten, der Tod dem Papst rief", wollte die Menge als Friedensstörer in den Fluß werfen. Als Kriegsminister Andre mit seinem Stäbe die Kirche verließ, wurde er von verschiedenen ausgezischt, was wiederum einige Verhaftungen zur Folge hatte. Gedächtniß-Gotiesdienste für Papst Leo XIII. fanden heute in ganz Frankreich statt. Es kamen keine Unrnhen vor. Teutschland. SchwererBahnunfall. Berlin, 23. Juli. Zwischen Buchholz und Annaberg im sächsischen Kreise Zwickau ist auf der Strecke der Chemnitz-Weipert-Eisenbahn ein großes Unglück infolge der Entgleisung eines Personenzuges passirt. Vier Todte und zwei Schwerverletzte hat die Katastrophe als Opfer gefordert. Tumulte in KrankenHäusern. Bochum, 23. Juli. Gegen die Wurmkrankheit, welche sich immer noch unter den Bergleuten der westfälischen Gruben in alarmirmder Weife aus breitet, werden entschiedene Maßregeln getroffen. Dazu gehört, daß die Er krankten nicht früher aus den Hospitä lern, in welchen sie Aufnahme gefunden haben, entlassen werden, als bis die vollständige Genesung constatirt ist. Die Patienten selbst, welche sich nach kurzer Behandlung äußerlich ganz wohl fühlen, sind mit dieser langen Jnter nirung aber wenig einverstanden, und so ist es, in verschiedenen Anstalten zu direkten Tumulten gekommen. Im hiesigen katholischen Krankenhaus ha ben 130 wurmkranke Bergleute stür misch ihre Entlassung gefoedert, weil sie gesund wären und unnütz in der An stalt zurückgehalten würden. Aehnliche Vorgänge, welche stellenweise einen ernsten Charakter angenommen, haben sich auch in anderen Krankenhäusern abgespielt. Die Differenzen mit England. Berlin, 23. Juli. Die deutsch feindlichen Anzapfungen britischer Par lamentarier haben hier äußerst kühl gelassen. Man stellt sie mit Leistungen der Alldeutschen und deren Rodomontaden auf eine politische Stufe. Ernster wird aber die Behauptung des britischen ColonialsekrrtärS Chamberlain angesehen, daß die Note des deutschen Staatssekretär des Aeußern Freiherrn von Richthofen über die Zollstreitfrag. mit Canada eine Drohnung enthalten habe. Diese Behauptung wird als bewußte Unwahrheit hingestellt, von Chamberlain nur zu dem Zweck in die Welt gesetzt und aufrecht erhalten, um für seine neuen wirthschaftlichen Ideen Propaganda zu machen. Die Berliner Amtskreise lehnen eS indessen ab, darauf zu reagiren, weil eine freundschaftliche Regelung der ganzen canadischenStreitfrage in Aussicht stehe, sodaß jedwelche Polemik nur störend wirken könne. Soweit die offiziöse Darstellung. Aber die nicht von solch' offiziöser Sophistik angekränkelten Beobachter fragen sich kopfschüttelnd, wie eine freundschaftliche Regelung möglich sei, wenn der audereTheil fortwährend in deuischfeindlichem Sinne anzapft oder gar bewußte Unwahrheiten in die Welt hinausposaunt und aufrecht erhält. Ritmeister Horn verhaftet. München, 23. Juli. Baron Horn, der frühere, jetzt aus der bayerischen Armeelifte gestrichine Rittmeister bei der Münchener Escadron Jäger zu

Pferde, welcher nach beträchtlichen! Wechselfälschungen München verließ und dann in Meran die bekannt: Selbstmord - Tragödie aufführte, ist

nunmehr in Tricnt in Tirol verhaftet worden. Nukland. ?lusweisungen von Finnl ü n d e r n. Berlin, 23. Juli. Die National - Zeitung veröffentlicht heute den Text eines Briefes aus Finland, worin gesagt ist, daß die Ausweisungen wieder begonnen haben daß auch der bekannte Rev. Magnus Rosendal, ein Schriftsteller und Vorsteher des Lyceums m Uleabora. abgesetzt wurde und das Land verlassen mußte. Rosendal, ein Pretisten-Geistlicher, geht nach Amerika, um unter den finnischen Einwanderern zu wirken. Wirbelwind in Rußland. St. Petersburg, 28 Juli. Ein furchtbarer Tornado hat den Distrikt Tshernigoff heimgesucht. Drei Dörfer wurden in wenigen Minuten gänzlich zerstört. Der Verlust an Menschenleben ist groß. Marokko. Schwindel - Bericht. London, 23. Juli. Hier ist nichts bekannt über ein Massacre in Ofran bei Tanger, das eine amerikanische Neuigkeits - Agentur veröffentlichte. Der Morning Leader" bringt eine Depesche, nach der Araber am 17. Juli in das Judenviertel Kon Ofran einbrachen, ein Gebäude zerstörten, und ein Mädchen entführten. In dem Streite um das Mädchen wurden sechs Araber getödtet. Dies ist ohne Zweifel die Grundlage für das gemeldete Massacre" von Juden in Ofran. Canada. Reicher Kohlenfund. Vancouver, B. C.. 28. Juli. Ein Kohlenlager, das nach konservativer Schätzung 250,000.000 Tonnen Kohlen enthalten soll, wurde am Peace River Ufer entdeckt. Mehrere der Adern sind 9 Fuß dick. Die Qualität des werthvollen Brennstoffes soll sehr gut sein. Großbritannien. Edward in Irland. Londonderry. Irland, 23. Juli. König Edward und Königin Alexandra trafen heute hier ein, als erste englische Fürsten, die jemals den Ort besucht haben. Sie wurden am Bahnhof von einer zahlreichen Menge erwartet und vom Bürgermeister nebst Stadtrath empfangen. Die Ueberreichung der üblichen Adressen, nebst Antwort des Königs folgte. London, 28. Juli. In Cork ist eine besondere Polizeimannschast ernannt worden, um darüber zu wachen, daß die Dekorationen von den Gegnern des Königsbesuchs nicht zerstört werden. In vielen Fällen sind die Dekorationen bereits niedergerissen oder sonst be schädigt. Seelenmesse. L ondon, 23. Juli. Bei der heutigen Seelenmesse für Papst Leo, die im Oratorium, Brompton, stattfand, war das diplomatische Corps, darunter Botschafter Choate, irische Parlamentarier und ein zahlreiches Publikum anwesend. Türkei. Dynamit-Attentate bef ü r ch t.e t. ' Salonichi, 28. Juli. 18 bulgarische Offiziere sind von Sofia nach hier unterwegs, um die Dynamit-Ver-brechen zu erneuern. Verschiedene sind, wie man annimmt, bereits angelangt. Die Bevölkerung ist in großer Besorgniß. Der neue türkische Marin e m i n i st e r. Constantinopel, 23. Juli. Djalal Bey, der Cnltusminister, ist zum Nachfolger des verstorbenen Ma rineministers Hassan Pascha, der 43 Jahre im Amte war, ernannt worden. Hassan soll, wie behauptet wird, durch russisches Geld beeinflußt, die Entwickelung der türkischen Marine hintertrieben haben. China. Englands Handelsvertrag mit China ratifieirt. Peking, 23. Juli. Die HandelsVerträge zwischen England und China wurden ratificirt und i ausgetauscht. Diese Verträge wurden .schon im letzten September von Sir James I. Mackay und den chinesischen Commiffären in Shanghai unterzeichnet.

IHelfc Zabersack's Schreibedrirf. 29.

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Geöbrter Mister Editor! Ich hen emol gedriemt, ich w'ar'n zu e arig steilische Riesepschen inweitet gewese. Mer wäre in en feine Saal un die Lehdies un Schentelmänner wäre alle in Vull Dreß Suhts. Wie ich mich all die Pracht un den Steil betrachte, do nohtiß ich uff einmal, daß ich meiselbst nicks angehabt hen, wie e paar seckendhändige Schwimmhose. Ich hen ganz schrecklich gefiehlt un es war nur das eine gute dabei, daß noch Niemand von die Kompenie meine Kandischen gesehn Hot. Es is jetzt mein einziger Wunsch gewese. fort zu schnieke, mitaus daß mich Jemand sehn deht, awwer wie ich's auch gestalt hen immer sin mich die Lehdies un Schentelmänner in den Weg gewese un ich hen Minute erlebt, die wäre fierfuhl. In selle Nacht Hot sich mein Bahlhett wenigstens um en halwe Jnsch an jede Seit inlartscht. Do könne Se sich denke, wie ich gesoffert hen. Sellen Driem hen ich Jhne jetzt nur als e Jllustrehschen von meln jetzige Fiehling verzählt. Wie die Miß Mehr mich gesagt Hot, daß sie mit Jemand Differentes so gut wie verheirathet wär, do hen ich ecksäcktlie so gefiehlt, wie in sellem Driem. Denke Se nur mal, was hen ich nur die Leut sage solle? Wei die Selma, die wär for Lache geborstet, wann die's erfahre hätt un die annere Piebels hätte einfach gesagt: Das is gut für den alte Esel. So Riemarcks hätt ich nit stende könne un ich sin schon mit die Eidie umgange, mich mit e Peintche Lahdenum mei Lewenslicht auszublase. Wisse Se. ich kann en Tschohk ahlrecht genug stende, awwer in so en Kehs do kann ich kein Tschohk sehn UN es gibt Leut. die warte gern for so en Oportjunithee, for ihre böse Mailer spaziere gehn zu losse. Ich hen in inet ganzes Lewe noch tut so viel gedenkt, wie in die letzte paar. Dage. Nemme Se emal an, wann mer so e Siekret mit sich herum trage duht un mer darf nicks sage. In die ersche Lein hen ich mich vorgenomme, gar nicks zu sage. Awwer wie mich die Selma gesehn Hot, do Hot sie gefragt: Well Meik, wann is die Wedding?" Do hen ich gesagt, das is nit von dein Bißneß; wart ganz schon ab un es wird e große Surpreis for dich sein. Der Christ Hot off Kohrj? auch gefragt un Hot sogar e Riemarck gemacht, als ob mehbie die Sach en Hitsch hätt. Ich hen zu ihn gesagt, er sollt sich nur nit truwele, ich deht schon for mein Jnterest ausgucke. Wenigstens hunnert Mensche hen mich jeden Dag gefragt un Se könne sich denke, daß mich das Hot ar:g schlecht fühle mache. Schließlich hen ich en Eidie kriegt. Ich sin zu den Mister Mehr gange un hen e kliere Brust zu den gemacht. Ich hen ihm alles verzählt un do Hot er gesagt, do wär ich off Kohrs in e böse Ficks, awwer ich müßt mich blos selbst for blehme, warum hätt ich denn nit erscht emol zu ihn gesprochn Mer hen dann lang driwwer nachgedenkt tdn getahkt, was in den Kehs zu duhn wär. Der Mister Mehr sagt, sei Kind wär ja off Kohrs e wenig zu. jung for F.nch un se könnt auch nit gut zwei. Männer heirathe, mitaus in Trubel zu komme. Uff emol sagt der Mister Mehr: Meik, ich weiß was mer duhn un das is der einzige Weg aus. Er Hot dann e Battel Wein geholt un wie mer emol gedrunke hatte, do sagt er: Jetzt. Meik. spitz emol die Ohre. Befor daß ich meine Alte geheirath hen, sin ich schon emol geheirath gewese. Meine erschte Frau is gestorwe un Hot mich eBaby hinnerlosse un das kannst du Heirathe." Do hen ich gesagt: For Pittisehk, ich kann doch kein Baby Heirathe. Meik", Hot der Mehr gesagt, wann du nit der Sheriff wärschst. dann deht ich sage: Du bist e Rindvieh. Selles Baby is jetzt kein Baby mehr. Es is e Mehdche geworde un Hot sich verheirathet un is jetzt e Widdoh. Se Hot so en gute Mann gehabt, daß se krehsig is, Widder en annere zu heiratke un se deht gar nicks drum gewwe, wer's is, un ich kann kein Riesen sehn, warum se dich nit Heirathe sollt. Wann die Sach zu fickse wär, dann hätt'st du keine Lüg gesagt, bikahs dann wär'st du ennihau mein Sohn in Lah." Ich muß sage, ich hen die Propposischen ganz gut gegliche un ich hen nur gefragt, ob ich denn die Lehdie nit emal sehn könnt. Schuhr Ding, Hot er gesagt, mer kaufe doch keine Katz im Sack. Se wohnt in Bluffburg. Du nimmst den Trehn un fährst hin un machst en Kahl ar se un dann Host du e Tschehns sie kenne zu lerne, mitaus daß sie en Eidie Hot. was deine Jntenschen is. Well, was brauch ich noch viel Worte zu mache. Jnseit von e Stund hen ich in den Trehn gesoffe un es war um 4 Uhr

Nachmittags, do hen ich in Front von

die Lehdie ihr ö)a'us gestanne. Ich Yen die Bell gerunge un es Hot mich e dicke fette alte Lehdie mit rothe Haar uffgemacht. Se Hot gefragt, was die Mätter wär un ob ich nit mehr Männers hätt als daß ich so e Neus an t diesentes Haus mache deht. Ich hen mich ecksjuhst un hen gesagt, ich hätt nit gewißt, daß sie so schwache Nöhrfs hätt. Do is se ersch! recht mähd geworde un Hot gesagt, sie hätt keine

schwache Nohrfs, un es war iwwerHaupt mcks schwaches an ihr. Was ich ennhau wollt? Do hen ich gefragt, ob die Missus Bellhaus heim wär. Do Hot se gesagt, das war sie selbst, un do is es bei mich gesettelt gewese, daß ich die in mei ganzes Lewe nit Heirathe deht. Ich hen ihr dann en Gruß von ihren Pa ausgericht un do is se ganz schrecklich iwwer den alte Mann hergezöge. Se Hot gesagt, er hätt ja nie nicks drum sie gewwe un es wär auch jetzt kein Juhs, daß er sie so en ungebildete Mensche in's Haus schicke deht. Do hen ich gesagt: Ich hen gedenkt, Sie wollte sich mehbie Widder verhei-rathe-. Wie ich selles Wort gesagt hatt, do Hot se alliwwer geschmeilt, se Hot hawwe wolle, ich sollt mit in den Parjor komm: un sollt e Koppche Kaffe' trinke. Se is in die Kitschen gelaufe un ich sin die Frontdohr enausgeschniekt un fünf Minnits später hen ich Widder in den Trehn gesosse uri sin heim gefahre. Ich wunnere, wie die Sach noch ende werd. Mit beste RiegahrdS, Juhrs Trulie, Meik Habersack. SSkweier un Sheriff von Apple JaZ, Holie Terrer Kauntie. Gelagesteuern in alter Zeit. Die Lustbarkeitssteuer ist durchaus keine neueErfindung, denn sie bestand, wenn auch in einer von der heutigen etwas abweichenden Form, schon vor Jahrhunderten. Wahrend heute Mu-sik-und Theateraufführungen, Bälle u. f. w. als Lustbarkeiten im Sinne der Steuergesetzgebung gelten, erblickte man früher die Lustbarkeit besonders im Essen und Trinken sowie in der Kleiderpracht. Die namentlich im Mittelalter und bis gegen Ende des 17. Jahrhunderts erlassenen KleiderverOrdnungen waren, da die Uebertretung stets nur mit Geldstrafen geahndet war. nichts weiter als Lustbarkeitssteuern. Die landesväterliche Fürsorge wußte damals dem erschlaffenden Säckel so gut zu helfen, wie die nach neuen Steuern suchenden heutigen Stadtv'äter. In Ermangelung der besonders durch die Vereinsmeierei der Neuzeit geförderten, zur Besteurung geeigneten Lustbarkeiten mußten Hochzeiten und Gelage herhalten. Ein Beispiel hierfür gibt eine VerOrdnung, die am 16. Juni 1516 am Rathhaus zuMons angeschlagen wurde, und die neuerdings vom Brüsseler Soir aufgefrischt wird. Sie besagte, dem Gouverneur des Hennezaues, Grafen de Lalaing, seien zahlreiche Klagen und Beschwerden über die UnMäßigkeit und Geldvergeudung bei Hochzeiten und sonstigen außergewöhnlichen Tischgelagen zugegangen. Viele Personen befürchteten in den gerügten Uebelständen einenchaden für die Nation. Die Gelage mehrten sich von Tag zu Tag; oft nähmen 150 und mehr Leute daran theil, und man fände keine Säle mehr, die groß genug seien, die Gäste unterzubringen. Abgesehen von dem Aufwand an Dienern und Dienerinnen würden meistens fünfzehn bis siebzehn Gänge Fleisch aufgetischt, wodurch dies nicht allein auf den Märkten der Stadt, sondern auch in den umliegenden Dörfern kaum zu haben sei und eine allgemeine Vertheurunz der Lebensmittel hervorgerufen werde. Der Generalgouverneur macht dann bekannt, daß in Zukunft an Hochzeiten und Festmählern nicht mehr als zwanzig Personen theilnehmen dürften; ferner seien dabei nur drei Gänge erlaubt, nämlich eine Vorspeise, dann Fleisch oder Fisch und schließlich der Nachtisch, d. h. Obst oder Käse. Des weitern werde nur noch ein Verlobungmahl zu zwanzig Theilnehmern gestattet. Das Hochzeitsmahl dürfe nicht über den Nachmittag deZ folgenden Tages hinaus dauern. Zum Schluß hieß es dann: Das Ganze unter Androhung von 50 Gold - Karolus (Piaster) Geldstrafe, wovon je ein Drittel dem König, dem Denunzianten und dem die Strafe eintreibenden Beamten zufallen soll. Zweifellos war die Geldstrafe für die damalige spanische Regierung der Niederlande die Hauptsache. Ein Neunfundländer Namens Jack", der Liebling des neun Jahre alten Timothy Hayden, in Jersey City, rettete kürzlich feinen jungen Herrn vom Tode des Ertrinkens. Timothy und sein elfjähriger Freund Frank Robinson, amüsirten sich auf dem Dock am Fuße der 6. St. damit, Holzstücke in's Wasser zu werfen und von Jack" apportiren zu lassen. Als Robinson sich dabei einmal zu weit vorbeugte, fiel er in's Wasser. Timothy rief um Hilfe und als Niemand kam, sprang er seinem Kameraden nach, um ihn zu retten. Da er aber nicht schwimmen konnte, kam er selbst in Lebensgefahr. Auf seine Hilferufe schwamm Jack" auf seinen Herrn zu, packte ihn an der Schulter und

l brachte ihn an das Ufer.

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