Indiana Tribüne, Volume 26, Number 288, Indianapolis, Marion County, 28 July 1903 — Page 6
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Euroräischc Nachrichten. Provinz Schleswig-Kolstein. Schleswig. Dem emeritirten Lehrer Hinrich Blöcker ist der Adler der Inhaber des Hausordens oerliehen worden. A l t o n a. Sein 50jähriges Lehrerjubiläum begeht am 1. October d. I. Rektor E. ff. Horstmann, Leiter der zweiten Mädchen - Volksschule. Horstmann, einVeteran aus dem schleswigholsteinischen Befreiungskriege von 184851, amtirt Hierselbst seit 1853, also 45 Jahre. 'Der 7 Jahre alte Knabe Zarsen fiel in der elterlichen Wohnung in der großen Mühlenstraße von einem Stuhl und erlitt eine Gehirnerschütterung, an deren Folgen er verstorben ist. B r e i h o l z. Die Verlehnsleute Vollert Hierselbst feierten ihre goldene Hochzeit und erhielten aus dieser Veranlassung die Ehejubiläumsmedaille. G l ü ck st a d t. In Anlaß der goldenen Hochzeit des Hofbesitzers I. Meiner! und Frau am Neuendeich wurde dem Ehepaar die 50jährige Ehejubiläumsmedaille verliehen und durch Pastor Jacobsen überreicht. Die Eheleute Ä. Plorn und Frau erhielten aus demselben Anlasse ein Kaiserliches Geschenk von 30 Mark überwiesen. Hardebek. Dem Feldvogt Johann Gehrken beim Remontedepot Hierselbst ist das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen worden. H o r st. 40 Jahre ununterbrochen ist die Wittwe Schüder in unserer Stadt als Hebamme thätig. H u s u m. Böttchermeister Ovens und Frau feierten das Fest der goldenen Hochzeit in Rüstigkeit undGeistesfrische. Auch die Eltern des Ovens feierten dieses Fest und zwar im Jahre 1867. Krempe. Ihren 60. Geburtstag feierte die hiesige Liedertafel. Zur Feier desselben hatten sich viele Vereine zu einem Sängerfest vereinigt, das im Garten der Stadt Hamburg" abgehalten wurde. Es mögen wohl' insgesammt gegen 300 Sänger anwesend gewesen sein.' M e l d o r f. Dem am hiesigen Postamt angestellten Ober - Postschaffn Schlütter, welcher nach langer Dienstzeit in den Ruhestand tritt, ist das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen worden. N i e b ü l l. Eheleute Lütje Andresen und Frau ließen ihren achtenSohn taufen. Der Kaiser hatte die Patenschaft übernommen. Wanderup. Unter großer Betheiligung feierten Dachdecker I. Petersen und Ehefrau das Fest der goldenen Hochzeit. Trotz ihres hohen Alters, 83 bezw. 75 Jahre, sind die beiden Alten noch recht rüstig. Noch bis vor vier Jahren konnte der alteDachdecker" seinen Geschäften zur vollen Zufriedenheit seiner Kunden nachgehen. We st erhebe r. Die goldene Hochzeit feierten hier P. Zinnendorf und Frau, geborene Jensen. Provinz Sctzrcsien. B r e s l a u. Der Freiburgerstraße 13 beschäftigte Anstreicher Beicr trank versehentlich aus einer Flasche Natronlauge und erlitt innere Verletzungen, denen er erlegen ist. B r i e g. In dem alten Gebäude der Falch'schenDachpappensabri! brach im Strohlager Feuer aus. Das Maschinenhaus, der Schnitzel- und der Sortierraum wurden eingeäschert. Görlitz. ' Dem Oberpostschaffner a. D. Wilhelm Hagenstein wurde das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. Auf dem hiesigen Bahnhof ereignete sich ein schrecklicher Unglücksfall. Als der 63jährige Pochhilfsbeamte Schwanebeck auf dem Zittauer Geleis nach dem Postwagen ausschaute, fuhr ein Wagen, der wohl abgestoßen worden, von hinten über Schwanebeck hinweg. Der bedauernswertheMann war sofort todt. K a t t o w i tz. Als der Bauer Jelinek aus dem benachbarten Kozmerzow mit seiner Frau auf einem mit Stroh beladenen Waaen zum Markte fuyr, fchlicf er im ?troy em. eim Passiren der Grenze verabsäumte die Frau des Jelinek, dem nach Steuerbarem fragenden Beamten zu sagen, daß ihr Mann im Stroh schlafe, und als der Beamte die üblichen Stichproben in das Stroh machte, stach er den Jelinek so unglücklich, daß er nach wenigen Minuten seinen Geist aufgab. P u s ch k a u. Doppelte goldene Hochzeit feierten in hiesiger Kirche Rentier Verner - Muhran und Arbeiter Sanitter - Tschechen. Rauschwalde. In der Schmiede des Schmiedemeisters Wobus wurde der vermißte Schmiedegeselle Eckert erhängt aufgefunden und zwar unter Verhältnissen, welche die Annahme, daß ein Verbrechen vorliege, nur allzu gerechtfertigt erscheinen ließen. Schön au. Auf entsetzliche Weise das Leben genommen bat sich der 70-
jährige Rentier Ernst Lehmann aus Kupferberg auf dem als AussichtsPunkt bekannten Bolzenschloß." Lehmann hatte sich hier von dem östlich über 10 Meter hohen Felsen herabgestürzt und wurde leblos und mit zerschmettertem Kop.fe von einem Ausflügler aufgefunden. Provinz 'F'osen. Po f e n. Ein Straßenbahnunglück ereignete sich in der Großen Verlinerstraße. Der fünfjährige Sohn Marian des Tischlers Aitner und der
im selben Alter stehende Sohn Fritz des Maurerpoliers Pockrandt wurden von einem Wagen der elektrischen Straßenbahn überfahren. Fritz Pockrandt war auf der Stelle todt. Der andere Knabe erlag im Stadtlazareth seinen schweren Verletzungen. Auf dem biesiaen Güterbabnhofe wurde der angtrmeitter iXaxl SchoiZ von einer Lokomotive angefahren. Er erlitt so schwere innerliche Verletzungen, daß er starb. Vromberg. Dem Eisenbahnsekretär a. D. Rechnungsrath Kleinschmidt wurde der Kronenorden 3. Klasse und dem Oberlehrer an der Lehrerinnenbildungsanstalt Theodor Westphal der Kronenorden 4. Klasse verliehen. F r a u st a d t. Im Verlaufe eines Streites infolge der öfteren Trunkenheit des Mannes ergriff die Ehefrau des Arbeiters Emil Müller auf dem Roßmarktplatz em Küchenmesser und stieß es ihrem Manne in den Rücken. Schwer verletzt wurde Müller in das Johanniterkrankenhaus gebracht. Linden. Die Dominialarbeiterfrau Kutzner hat sich an der Thürklinke ihrer Wohnung erhängt. Als Beweggrund wird allgemein eheliche Zwistigkeit angenommen. O st r o w o. Die hiesige Schützengilde hat ihr langjähriges Mitglied und Mitbegründer des Schützenhauses Rentier Friedrich zum Ehrenmitglied ernannt. , R o g a s e n. Dem Eisenbahnsekretär a. D. Mallow wurde der Rothe Adlerorden vierter Klasse verliehen. R o k i t t e n. Die Schwester des Dr. Nobiling, der 1878 in Berlin einen Mordanschlag auf Kaiser Wilhelm I. ausführte, ein Fräulein Edeling, das auf dem hiesigen Rittergut Wirthschafterin war, beging Selbstmord, indem sie sich vergiftete. Nach dem Anschlage ihres Bruders erhielten die übrigen Mitglieder der Familie Nobiling die behördliche Erlaubniß, sich Edeling zu nennen. Die Selbstmörderin hatte bereits vorher vergeblich versucht,, ihrem Leben durch Ertränken ein Ende zu machen. Storchnest b. Lissa. Der polnische Arzt Dr. Maj, welcher sich seit einiger Zeit hier niedergelassen hatte, ist auf einen Haftbefehl der Oberstaatsanwaltschaft in Breslau wegen Betruges, Körperverletzung, Medicinfälschung und anderer Vergehen verhaftet und als Untersuchunggefangener nach Breslau transportirt worden. T r e b ch e n. Dem Gutsstellmacher August Stasf wurde .das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. -zrovinz Sachsen. Magdeburg. Dem Major v. Wartenberg im hiesigen dritten Infanterie - Regiment No. 66 ist das Offizierskreuz des Ordens der italienischen Krone verliehen worden. Aschersleben. Dem bei einem hiesigen Bierverleger in Dienst stehenden Bierkutscher Hochtanz gingen in Sandersleben die Pferde durch, er wurde dabei von seinem Wagen überfahren und so schwer verletzt, daß er bald darauf starb. Eis leben. Durch einen Sturz in den Schacht ist der Bergschlosser Otto Windweh tödtlich verunglückt. Erfurt. Auf dem kiesigen GUterbahnhofe wurde dem Arbeiter K. Walter, der zwischen die Puffer zweier Güterwagen gerathen, die Brust zermalmt; der Tod trat auf der Stelle ein. F a l k e n b e r g. Der Husar Schumann, der se:l Herbst bei dem in Torgau garnisonirenden Husaren - Regiment No. 12 dient, ließ sich von einem auf der hiesigen Station einfahrenden Eisenbahnzuge überfahren. Er wurde gräßlich verstümmelt und war sofort todt. Halle. Bei einer Uebung des hiesigen Feldartillerie - Regiments No. 75 stürzte Major Dreßler mit dem Pferde und brach mehrere Rippen. Er wurde ZusKrankenhaus Bergmannströst" aebrackt. zuevlznburg. Der hiesige Lehrerverein hat den um Schule und Lehrerstand hoch verdienten Kreisfchulinspektor a. D. Schulrath Fr. Polack in Worbis. der aus dem Amte schied, zu seinem Ehrenmitglied ernannt. Eine vom Lehrer O. Bibrans hier künstlerisch ausgeführte Ehrentafel mit entsprechender Widmung wird dem hochverdienten Mann zu bleibender Erinnerung übermittelt werden. Westerhusen. Beim Baden in der Elbe an unerlaubter Stelle ertrank der Lehrling Paul Eitze von hier. Die Leiche des 16jährigen Burschen wurde gefunden. Wernigerode. In dem hoch am Blockshornberg gelegenen Laube'schen Gehöft brach Feuer aus. . Da der zur Verfügung stehendeWasservorrath sehr bald erschöpft war. wurde das ganze Gehöft ein Raub der Flammen.
EinFamiliendramahat sich kürzlich in Görlitz abgespielt. Der 30jährige nervenkranke Schlosser Ziesche tödtete, als seine Frau ausgegangen war, um eine Besorgung zu machen, seine beiden Kinder im Alter von 12 Wochen und iyA Jahr durch Messerstiche, öffnete sich hierauf die Pulsädern und stürzte sich dann aus einem Fenster seiner im dritten Stockwerk belegenen Wohnung auf die Straße hinab.
?i britische Weis.vnln. Das Ministerium des Auswärtigen in LondonHat über den deutsch-kana-dischen Zollstreit ein Weißbuch herausgegeben, mit dcssen Hülfe es äugenscheinlich beweisen will, daß die Vorzugstarifi zwischen. Großbritannien und seinen 5iolonien eine reine Familienangolegcnhcit" seien, in die sich Deutschland ganz unbefugter Weise gemischt habe. Die telegraphischen Mittheilungen über die veröffentlichte Korrespondenz sind noch etwas dürf tig, sie lassen aber zur Genüge erkennen, daß Deutschland während des ganzcnZollstreites eine sehr ruhige und versöhnliche Haltung bewahrte und sich selbst durch die Flegeleien Ehamberlain's zur Aufgabe derselben nicht hinreißen ließ. Um die britische Behauptung auf ihreStichhaltigkeit zu prüfen, bedarf es eines Rückblickes auf die Entwickelung der kanadischen Zollverhältnisse. Der kanadische Tarif von 1897, mit dessen Erwähnung das Weißbuch beginnt, war nicht mehr und nicht weniger als die Antwort auf unsere eigene Ding-ley-Vorlage. Die liberale Partei hatte kurz vorher nach langer -konservative? Regierung gesiegt und , Sir W. Laurier an das Ruder gebracht. Kanada erwartete von der liberalen Regierung die Förderung der Handelsbeziehungen mit den Vereinigten Staaten. Da aber der Dingley-Tarif diese Aufgabe zu erschweren schien, so wurde als Zwangsmaßregel gegen diesen im Juni 1897 in den kanadischen Tarif die erste Gegenseitigkeitsklcmsel emgeschoben. die neben Großbritannien allen meistbegünstigten Staaten, darunter auch Deutschland, zugute kam, nicht aber den Vereinizten Staaten. Im November 1897 reiste der Premierminister Laurier nach Washington und begann Verhandlungen .die auch den Abschluß eines Handelsvertrages zum Ziele hatten, aber an der Robbenfrage scheiterten. Im Mai 1893 wurde eine Gemeinsame Hohe Kommission" ernannt, welche die abgebrochenen Verhandlunaen wieder ausnahm und erst in Quebec und dann in Washington taqte. Während dieser Verhandlungen änderte das kanadische Parlament die Gegenseitigkeitsklausel von 1897 dahin ab, daß nur für Großbritannien und tte britisch-westindischen Kolonien sowie Guiana die Vergünstigung des Nachlasses von 25 Prozent bestehen blieb. Die anderen britischen Kolonien hatten Zollerleichterungen zuzugestestehen, während alle übrigen Staaten der Vorzugsbedingungen verlustig gingen. Nichts desto weniger wurden die Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten fortgesetzt, sie scheiterten schließlich aber wieder, und zwar an der alaskischen Grenfrage. Hierauf also gründet Kanada seine Bchauptung, sein Vorzugstarif sei eine innere Angelegenheit der britischen Staatenfamilie. Daß der Verhandlungen in Washington, und namentlich der Bereitwilligkeit Kanada's, den Vereinigten Staaten seinen Familientarif" zugestehen zu wollen, in dem Weißbuche keinerlei Erwähnung gethan wird, läßt klar erkennen, daß die ganze Veröffentlichung auf eine Irreführung der öffentlichen Meinung berechnet ist. Erwähnenswerth bei der Gelegenheit ist es wohl auch, daß in dem Protokolle über die Konferenzen zwischen Ehamberlain und denKolonialministerPräsidenten deutlich zu lesen steht, daß den Kolonien freie Hand zur Ergreifung von Vergeltungsmaßregeln gelasscn werden solle, wenn die Gewährung von Vorzugszöllen an England ihnen die Meistbegünstigung anderer Länder kosten sollte. Damals dachte man eben noch nicht an die allbritische Zollfamilie". damals konnte freilich Ehamberlain auch noch nicht mit dc? Möglichkeit rechnen, das Schreckgespenst der deutschen Vergewaltigung Kanadasaus der Versenkung steigen lassen ZU können. Deutschlands anständige Haltung im Vurenkriege kann der englische Jin'go nicht vergessen, und deshalb findet Ehamberlain es für nützlich, sich als Schützer der Kolonien gegen den mächtigen deutschen Konkurrenten aufzuspielen. .Der Chauvinismus hat im südafrikanischen Kriege seine Macht bewährt, Herr Ehamberlain versucht jetzt mit ihm seine bekannten hochfliegenden Pläne zu fordern, und dabei ist ihm erfahrungsgemäß jedes Mittel recht, selbst ein so fadenscheiniger Schwindel wie das Märchen von der böswilligen Vergewaltigung der britischen Kolonien durch Deutschland. Der in Amsterdam bestehende Holländische Frauen-Genossenschafts-bund" hat sich nach seinem englischen Vorbilde die Förderung des genossenschaftlichcn Verständnisses unter den minder bemittelten Volksschichten zur Aufgabe gestellt. Die Mitglieder kommen alle vierzehn Tage zusammen, um Vortrage über Erziehung. Abstinenz, Volksbäder. Frauenwahlrecht etc. zu hören. Der Bund beabsichtigt jetzt, in Gemeinschaft mit einigen Consum, Vereinen, eine Gcnosscnschafts-Wasch-anstalt in's Leben zu rufen, in der hauptsächlich die Bedürfnisse der arbeitenden Schichten berücksichtigt werden sollen. In Leipzig wurde aus dem alterthümlichen Naschmarkt, gegenüber Auerbach's Keller, das Bronzedenkmal Goethes als Student, das von Professor Karl Seffner geschaffen ist. enthüllt. Der Feier wohnten die Chargierten der Studentenschaft und die Dekane der Universität bei. Der Eebeimrath Wach legte im Namen der Unrversität einen mächtigen Lorbeerkränz am Denkmal nieder.
(Hne Aenderung im KriegSmini stcrium. Ein großer Verlust für's -Kriegs-Ministerium ist der freiwillige Rücktritt des Unterkriegsministers Sanger. Im Kriegsministerium giebt es nur einen Unterminister, während in den meisten Ministerien deren mehrere sind. Viele unserer Leser werden sich der trefflichen Arbeit Sanger's über das schweizerische Milizwesen im Gegensatze zu dem unserigen erinnern. Ebenso tüchtig war er in anderen Dingen. Sanger's Rücktritt ist um so mehr zu bedauern, als der Kriegsminister Root in seiner Eiaenschaft eines Mitgliedes der Alaska'er Grenzcommission, deren Sitzungen am 3. September in London beginnen, längere Zeit abwesend sein wird. Ein anderer New Forker, Gen. Oliver, tritt an Sanger's Stelle. Oliver besitzt eine große Eisenhandlung in der New Jorker Staatshauptstadt Albany; an militärischer Ersahnurg fehlt es ihm nicht; den Bürgerkrieg machte er als Freiwilligenoffizier mit; dann befand er sich mehrere Jabre beim stehenden Heere im Infanterieund Cavallerie - Dienst. Gegenwärtig ist er Befehlshaber einer Brigade der New Yorker Miliz. Leute, die das politische Gras wach sen hören, wollen bereits wissen, daß Oliver zum Nachfolger des Kriegsministers Root bestimmt sei, der bald zu seiner Advokatenpraxis in New York zurückkehren wolle. Aber da muß sich der Mann eben doch erst in seiner neuen Stellung als zweiter im KriegsMinisterium bewähren. Und Root's Rücktritt scheint keine Eile zu haben. Bksrcicr vom Militärdirnst. Im Jahre 1891 vcrurtheilte das Militär - Gericht in Odessa einen gewissen Jchenholz wegen gewerbsmäßiger Verstümmelung militärpflichtiger Personen durch Einspritzung einer Entzündung erregenden Substanz in die Gelenke zum Verlust aller Rechte und zur Einreihung in die ArrestantenCompagnie auf 3j Jahre. So verschwand der unberufene Chirurg von der Bildfläche, doch sein Geheimniß ging als Erbschaft an seine Frau über, die diese Kunst" mit einer ganzen Bande ausübte, bis sie während einer Operation" in einem Eisenbahnabtheil auf der That ertappt wurde. Der Prozeß gegen die Frau und ihre Helfer spielte sich in Rostow am Don ab. Die Untersuchung der zur Einspritzung benützten Flüssigkeit erwies sich als eine Lösung verschiedener aromatischer Ingredienzien in Spiritus. Die Medizinal - Behörde sprach sich dahin aus, daß Einspritzungen mit dieser Lösung und Kerosin zweifellos zu GelenkentZündungen führen müßten. Insoweit folgte die Angeklagte den Spuren ihres Gatten, wich aber darir von ihnen ab, als das Ziel, auf das sie hinarbeitete, ein anderes war. Ihr war es nicht um die Befreiung der Patienten" vom Militärdienst zu thun, sondern darum, den operirten Personen, die für den Fall dsr Invalidität versichert waren, die Verl'erungs - Prämie zuzuwenden, was auch in vielen Fällen gelang.
Ein Bourvon alö Schauspieler. Im Teatro de la Zarzuela" zu Madrid trat dieser Tage ein Mitglied des königlichen Hauses Bourbon als Schauspieler in einem Stücke auf, in welchem die Republik verherrlicht wird. Es handelt sich um den Sportsmann Allens Perkins y Borbon. einen Vetter zweiten Grades des Königs Alfonso. Der königliche Herr befindet sich in so schlechter Vermögenslage, daß er sich der dramatischen Kunst in die Arme werfen mußte, um Geld zu verdienen. Die Gesellschaft Fuentes, die gegenwärtig im Zarzuela - Theater spielt, nahm ihn mit Freuden auf und gab ihm eine Hauptrolle in einem Revolutionsdrama. das aus den Miserables" von Victor Hugo geschöpft ist. Es war ein eigenartiges Schauspiel, einen Bourbon auf den Barrikaden zu fehen und fortwährend Hoch die Republik!" rufen zu hören. Das Publikum verhielt sich ganz merkwürdig. Während es den Schauspieler aus königlichem Geblüt bei seinem Auftreten und auch sonst an mehreren Stellen des Dramas freundlich begrüßt hatte, lachte es ihn dort, wo er die Revolution zu verHerrlichen hatte, regelrecht aus. Der neue ungarische Ministerprä sident, frühere Vanus von Kroatien, Karl Graf Khuen-Belasi-Hedervary ist das Haupt der slavonischen Linie der Khuen von Belast. Er erhielt auf lebtwilligen Wunsch des am 23. December 1873 verstorbenen letzten Grafen Vic-zay-Hedervary von Vicza die ungarische Genehmigung, den Namen Hedervary vereint mit dem seinigen zu führen. Er ist am 23. Mai 1849 in ttrevwaldau in Oe?terreich-Schleslen geboren, hat also vor kurzem sein 54. tAiY..Wai fi x. . f 3iC0CUSüyi vuucuvu. vuuii ciumut, im dem Sturz Wekerles infolge der Kämpfe um die Einführung der Civilehe in Ungarn, war Graf KhuenHedervary der Kandidat der Wiener Hofpartei für das ungarische MinisterPräsidium, vermochte aber damals anqesichts der inneren Widerstände im öande kein Kabinet zuStande zu bringen. Die elektrische Stra-ßen-Beleuchtung abgeschafft und Gas-Beleuchtung wieder eingeführt haben die städtischen Behörden von Ensield, einer westlichen Vorstadt von Svdnev in Australien.
5lf Baren an einen Tage. Ein Jagdergebuiß. das selbst in den wildgesegneten skandinavischen Jagdgründen als ein besonderer HulderweiZ der sichelgekrönten Göttin gelten darf, wurde dieser Tage von einer kleinen Gesellschaft schwedischer Weidmänner unweit Torasjöri, einem weltentlczenen Urwald - Dörfchen. 150 Kilometer von der finnischen Grenze, erzieht. Die aus vier Personen bestehende 'Gesellschaft hatte sich einem Bärenlager genähert, dessen Ring" (d. i. weiter? Umgebung, in der das Lager des Raubwildes sich befindet) tags zuvor von einem finnischen Bauern gegen entsprechende Entschädigung ausgckundschaftet worden war. Man vermuthete anfangs, daß das Lager zwei, allenfalls drei Braunpelze enthalte, da die von den zottigen Winterschläfern hergerichtete Ruhestätte einen so neugen Umfang hatte, wie er von dem einzelnen Bären niemals in Anspruch genommen wird. Als die Hunde angehetzt waren, zeigte es sich jedoch, daß in dem Lager nicht weniger als fünf Vären. nämlich ein altes Pärchen und drei halbwüchsige Junge, ihr Rubeplätzchen bezogen hatten. Alle fünf Petze wurden innerhalb weniger Sekunden von den hageldicht aufeinander folgenden Schüssen der Jäger auf die Decke gelegt. Auf dem Heimwege nach Torasjörvi entdeckten die frei umherstöbcrnden Hunde ein zweites Bärenlager, in dem drei Petze 'den Schlaf des Gerechten schliefen. Die Braunpelze zeigten sich ob der Störung im höchsten Maße unaehalten und suchten sich dadurch 'u rächen, daß zwei von ihnen angriff--weise gegen die Jäger vorgingen. Das lief indessen auch diesmal unblutig für die Schützen ab, indem beide Bären in demselben Augenblick, wo sie Miene machten, , die Störenfriede mit der üblichen Umarmung zu beglücken, unter geschickt angetragenen Blattschüssen zusammenbrachen. Die glücklichen Jäger hatten kaum Zeit gefunden, ihre acht Kopf starke Beute nach dem gemeinsamen Lager zu schaffen, als aus einem benachbarten Dorfe die Meldung eintraf, daß dort frische Bärenspuren bestätigt worden seien, und daß sich voraussichtlich ein größeres Lager ganz in der Nähe befinde. Trotz Müdigkeit und vorgeschrittener Tageszeit beeilten sich die Jäger, die Verfolgung aufzunehmen. Die angestellte Sucke. bei der die mitgeführten Elchhunve wiederum die Führung übernahmen, endigte damit. daß thatsächlich ein drittes Lager aufgefunden wurde, in dem wiederum fünf Bären Unterkunft gefunden hatten. Drei von diesen wurden beim Verlassen des Lagers gestreckt, während man die beiden anderen, welche die Treiberkette durchbrochen hatten und flücktig abgegangen waren, nach mehrstündiger Hatz auf Schneeschuhen preisgeben mußte. (Sin Revanchen-General. Der kommandirende General des 5. französischen Armeekorps in Orleans, Farny. ein geborener Straßburger, hat in diesem Jahre von der reichsländischen Behörde keine Erlaubniß erhalten, seinen hochbetagten Vater in Straßburg zu besuchen. Daß die Anwesenheit des Generals Farny in Elsaß-Lothringen nicht wünscher.swerth und die Verweigerung des Besuches begründet ist, ergiebt sich aus der ungewöhnlich offenen RevancheRede, die der General bei der im November 1902 in Coulmiers veranstalteten Gedächtnißfeier zu Ehren der 1870 gefallenen Krieger gehalten Hai. In dieser Rede kam folgende' Stell: vor: Wozu würde dieses Denkmal, wozu würde die Gedächtnißfeier, würde . die unauslöschliche Erinnerung an die Heldenthaten der Jungfrau von Orleans dienen, wenn man uns verbieten wollte, auf Revanche zu hoffzn? Drommeten, verkündet die Ehre der Sieger von Coulmiers! Eines TaeZ werden die hellen Fanfaren der Revanche dem Vaterlande melden, daß die Wunden, die es in der Brust trägt, vernarbt sind, eines Tages werden 'sie den Sieg verkünden, der ElsaßLothringen an Frankreich zurückgieb:. Und aus diesen Gräbern wird sich der Ruf erheben: Endlich gerächt! Frankreich siegreich und stark!" i Chamverlaitt! Chamberlain ! Einen zeitgemäßen politischenScherz leistet sich ein liberales Londoner Abendblatt in Beantwortung der Frage einer imperialistischen englischen Zeitung,, ob es nicht möglich sei, Lors Rosebery und Mr. Ehamberlain zu gemeinschaftlicher Arbl.il zu veranlassen. Mr. Ehamberlain, heißt es da, ist sehr gern bereit dazu, aber nur unter der Bedingung, daß oas zu bilde:. 5tabinett sich wie folgt zusammensetzt: Premierminister Mr. Joseph Chan:berlain; Lordkanzler Mr. Joseph Ehamberlain; Finanzminister Mr. Jo, seph Ehamberlain; Minister des Innern Mr. Joseph Ehamberlain; Kolonialsekretär Mr. Joseph Ehamberlain; Minister des Auswärtigen Mr. Joseph Ehamberlain; Kriegsminister Mr. Joseph Ehamberlain, Unter den ubrigen Aemtern könnte sich Lord Rosebery etwas aussuchen, natürlich selbstverständlich nachdem vorher Mr. Austen Ehamberlain, der Sohn Joseph's des Großen, seine Machtgelüste befriedigt hat. Mr. Chamberlain's Stimme solle bei allen Beschlüssen den Ausschlag geben, und dieses einflußreiche Mitglied der R:oierung solle mit einem Throne, einem Szepter und einer aryßen Trommel versehen werden.
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