Indiana Tribüne, Volume 26, Number 288, Indianapolis, Marion County, 28 July 1903 — Page 4

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i V . J Y A, 7 Jndlana Tribüne, 2. Juli 1903. n

3nbiana Tribüne.

Herauszegebkn von der utenderg J. Indianapolis, Ind. Harry O. Thudium ... Präsident. Geschaftölocal: No. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 26. ntered at the Post Office of Indianapolis as second dass matter. Indirekter Schulzwang für Neer. Daß die Rassenfrage aufgehört, nur ein Problem für den Süden zu sein, sondern die ganzen Vereinigten Staa ten interessirt, zeigen die Vorgänge im Osten und Norden. Beinahe kein Tag vergeht, an welchem nicht irgendwie der Unwille des Volkes gegen schwarze Verbrecher zu Aufruhr führt. (Zine Erklärung dafür zu suchen ist kaum nöthig, denn erst in den letzten Jahr zehnten haben die Zuzüge der Neger nach den östlichen und nördlichen Städten bemerkenswerth zugenommen und nur, wo sie zahlreich sind, werden sie anmaßend. Damals gaden Norden und Osten ihrer sittlichen Empörung über die Behandlung der Farbigen im Süden lauten Ausdruck. Heute ist Osten und Norden unduldsamer und gewaltthätiger, wie e? jemals der Süden gegen den Neger war, denn dort gab man sich mit Lynch Justiz an dem einzelnen Verbrecher zufrieden, während Nord und Ost sich nicht dabei beruhigen konnten, sondern stets einen Rassenkrieg in's Werk setzen. Diese Rassenkriege nahmen in erschreckender Weise zu. 1. Seit Roose velt den Neger Booker Washington zur Tafel zog. 2. Seit der Präsident farbigen Politikern hohe Beamtenstellen gab, die über weiße Unterbeamte zu befehlen hatten, und 3. Seit Veröffentlichung der Roosevelt Briefe, in wel'chen der Präsident die thörichtesten Hoff nungen in dem leicht empfänglichen Kopfe der Neger erweckt. Wie richtig das Gesagte ist, beweisen die jüngsten Ausschreitungen. Nehmen' wir den Danville Fall. Ein Neger wollte durchaus in einer Wirthschaft be dient sein, deren Besitzer prinzipiell keine farbige Kundschaft wünscht. Er wird wiederholt abgewiesen. Er be trachtet dies als eine Beleidigung der ganzen Rasse, hat doch einer feiner Rassegenossen an der Tafel des Präsidenten gespeist. Er wird ausfällig und schießt ganz einfach den Mann, der den Verkäufer gegen seine Gewaltthätigkeit schützen wollte, wie einen Hund über den Haufen. Danville hat eine große Negercolonie, die im Bewußtsein ihrer 'Stärke anmaßend wurde und die Wei ßen tyrannisiren wollte. Lange kochte es schon im Volke, wenn eS zusehen mußte wie das käufliche Negervotum über die Geschicke der Stadt entschied. Der Mord erregte die Weißen zu Siede Hitze und Richter Lynch trat in Kraft. Wenn unsere Neger für die Stellung reif wären, die ihnen der Präsident in Anbetracht ihrer Stimmkraft gerne ge den möchte, so wären die grausigen Er eignisse der letzten Zeit nicht, geschehen. Anstatt diesem unreifen Volk große Rosinen in den Kops zu setzen, sollte man eö unter den strengsten Schul zwang stellen. Die Südstaaten, welche nur solchen Bürgern die lesen und schreiben können das Wählen gestatten, haben den anderen Staaten einen guten Weg gewiesen, dem sie folgen sollten. Trotzdem die Neger am Wahltage käuf lich sind, schätzen sie das Recht stimmen zu dürfen, an sich hoch. Ein junger Neger, der von klein auf in den Gassen herumlungert anstatt in die Schule zu gehen, wird, nur um später stimmen zu dürfen, gar bald zu lernen der suchen, ein indirekter Schulzwang, der auf die ganze Rasse segensreich wirken würde. Will man allen Ernstes dem Rassen krieg im Staate ein Ende machen. dann führe man die Lese- und Schrei beprobe als Bedingung zur Wahlbe rechtigung ein. Wie wenig der sogenannte Trust seldzug des Präsidenten das Großcapi tal von neuen Riesencombinationen ab schreckt, zeigt die Meldung nach welcher E. H. Harriman und James I. Hill die Gründung eines großen Holztrusts planen, der ihnen die Beherrschung des Welt'Holzmarkts ermöglichte. Diese Eisenbahnmagnaten haben ge meinfam mit Capitalien in den Holz gionen der'West'Stacten in Nd Californien und Oregon große Waldländer aufgekauft, die zusammen mit

den Ländern, der Hill'schen Bahnen

und der Südpacisic. Bahn in einen Trust verschmolzen werden sollen. Daß die Ausführung dieses Planes ein beschleuniztes Tempo bei den WaldverWüstungen bedeutet, ist das Traurigste an der ganzen Geschichte. Wenn der Leser Mirabeau und sei' nen Charakter zu kennen glaubte, so wird ihn die Lektüre der Lettres a Julie" noch mehr verblüffen, sobald er an die Stellen kommt, die die zwar schon ost ausgesprochene, aber bisher noch unbewiesene Behauptung, zur Wahrheit erheben, daß auch die be kannte, in der Revolution grausam hwgemordete Prinzessin Lamballe, die Freundin Marie Antoinettens, zu Mirabeau in vertrauten Beziehungen gestanden hat. Wirklich ein äußerst complicirter Charakter, dieser Mirabeau, der mit den Frauen des ancien regime" so lange Blindekuh spielte, bis eines Tages der Löwe in ihm erwachte und die Donnerworte des Weltgerichts aus seinem Munde Schlösser und Throne erbeben machten. (Lit. Echo.) Eine sehr bemcrkcnswerthe Unter redung hatte am Samstag Direktor Hartwig, der Vorstand des asiatischen Departements im russischen auswärti gen Amte, mit dem Vertreter der Asscc. Presse über die Manschurei-Frage. Herr Hartwig versprach nicht die Oeffnung 2er weiterer Häfen, bemerkte aber, er sehe keinen Grund für Ruß land, sich einer solchen zu widersetzen". Da alles, was hierüber gesagt werden kann, vorerst auf Muthmaßungen be ruht, so ist die andere Mittheilung des Direktors ungleich wichtiger. Er sagt klar und deutlich, daß Rußland eine Ausnahmestellung für sich in China in Anspruch nehme und auch den Kampf mit fünf Mächten" nicht scheue. Das heißt mit anderen Worten, daß Rußland mit allen Mitteln an seinem vermeint lichen oder wirklichen Rechte festhält. alle wichtigen Handels und sonstigen Concessionen in China nur von seiner Erlaubniß abhängig zu machen. Freiwillig weicht Rußland hier sicher nicht zurück. Wenn schließlich Hartwig Amerika vor dem trügerischen Doppelspiele Eng land's in der ostasiat. Frage warnt. so kann man ihm hierin nur beistimmen. Es wäre der verhängnißvollste Schritt für unser Land, sich auf eine gemein same Aktion mit Britannien einzu lassen. Der Stahltrust hat bekanntlich vor einiger Zeit seine" Arbeiter ,.be theiligt". Das heißt, er hat sie mit sanftem Druck zu seinen Aktionären gemacht. Auf dem bequemen Wege der Abzahlung gestattete er ihnen. Mitglieder des Trusts zu werden. Dadurch sollte die Harmonie zwischen Kapital und Arbeiter wieder einmal um einen tüchtigen Schritt vorwärts gebracht werden. 27,000 Angestellte des Trusts mach ten Gebrauch von seiner Offerte. Sie erhielten aus besonderer Gunst bevor zugte Aktien desselben zu 82 Dollars per Stück Nominalwerth 100 Dollars. Gestern stand der Curs dieser Aktien auf 72. Wenn die Arbeiter.Aktionäre des Trusts ihre Papierchen jetzt los werden wollen, so verlieren sie 10 Doll. am Stück. Am gescheitsten wird es sein, wenn sie eS thun, denn sie kom men dann wenigstens mit einem blauen Auge davon. Andernfalls mag es ihnen noch bedeutend schlechter gehen. Der Plan, die unverdauten Papiere des Herrn Morgan den Arbeitern auf zuhängen, war großartig, wurde aber etwas zu spät in's Werk gesetzt. Der Trust hält zwar noch auf Preise, schon aber wird gemeldet, daß eine Ueberpro duktion von Eifen und Stahl bereits vorliege und daß die ofsiciellen Preise unter der Hand von den Fabrikanten gekürzt werden, um Austräge zu erhalten. , Auch hat der Trust in seinem letzten Bericht bereits ein Herabgehen seines Profites gestehen müssen. Er zahlt aber noch Dividenden soaar auf seine gewöhnlichen Aktien, folglich wäre gar leme Gesahr für seme bevorzugten. Und doch stehen dies: sechsprozentiaen Papiere auf 72. Die gewöhnlichen Aktien aus 23 biS 23. D e Leute welche diese Preise machen, müssen also diese Papiere für sehr zweifelhaft halten. Erwägt man. daß das Bestktbum des Trusts höchstens 350 Millionen Dollars werth ist. woaeaen er an Ak tien und Obligationen etwa 1100 Millionen ausgegeben, hat, so ergiedt sich der Schluß, daß diese colossale Schöpfung des Herrn Morgan über kurz clltr lang die Wege des Schiffs bau.TrustS wandeln wird. (Philadel phia Tageblatt.)

ÄuS dem Staatshause.

)ie Verunreinigung des Whitc River. Dr. I. N. Hurty, Secretär der Staatö-GesundheitS - Behörde hat sich nach Anderson begeben, um an Ort und Stelle zu untersuchen, ob die Verunreinigungen des White River, in Folge derer die Fische zu Tausenden crepiren. von den Abfällen herrühren, welche aus den Pappensabriken von Vorltown stammen. Gouverneur Durbin hat ein Schrei ben an Wardein Reid, den Präsidenten derGefängniß'ReforM'Commission, ge richtet, in welchem er denselben ersucht, daß die Commission so bald als mög lich mit einer Jnspicirung von jedem Gefängniß und Arbeitshaus im Staate beginne. Die Staats-Steuer-Behörde hält in dieser Woche nur geheime Sitzungen ab. In denselben wird der Steuer werth des Eigenthums der Bahn-Ge fellschaften und Corporationen festge setzt werden, deren Repräsentanten in der verflossenen Woche gehört wurden. Die Commission, welche ernannt morden ist, ein Areal auszusuchen, auf welchem die neuen Gebäude der Mädchen'ReformSchule errichtet werden sollen, hofft am Mittwoch zu einer ent gültigen Entscheidung zu kommen. Zu nächst soll ein Expert aufgefordert werden, zu bestimmen, welchen von den drei Landcomplexen, über welche die Commission bis jetzt sich nicht einigen konnte, er für den geeignetsten hält. Das Feldlager der Milizen. Im Laufe des gestrigen Tages lang ten noch im Lager die Truppen von South Bend, Gosden, Auburn,' Crawfordsville und Fort Wal,ne ein. Capt. Benton Winship vom 16. Remiment des Departements der Seen, und Col. Arthur L. Wagner, Assistent General-Adjutant von demselben Departement, welche den Offizieren Instructionsstunden ertheilen werden, sind hier eingetroffen. Sie haben während des TageS ihr Hauptquartier im Quar tier deZ Generals McKee, logiren werden sie im Columbia Club. Gouverneur Durbin wird während der ganzen Woche den Rest der Tage und auch die Nächte im Lager zubringen. Eines der größten und luftigsten Zelte ist für das Hospital bestimmt. Die Oberleitung über dasselbe führt Stabsarzt Dr. Pfaff; seine Assistenten sind die Drs.: Fred. Towles, Kent Jeffries und Albert Seaton; Stewards: Stillson Judah, O. P. Mercer, Martin Dob son, D. O. Kearny, George Lee, H. Figg, C. L. Bodkins, H. G. Haymer, Charles White, D. O. Kirby, Bert Hollingsworth, H. O. Meek, I. F. Meyer, W. W. Wallace, G. B. Mitchell, Harry McDonald, E. E. Mack, R. Bailey, C. Russell. I. Sturdevant, L. Carter, E. K. Westhaver, D.Hacker, C. G. Cameron und Harry Dunn. Die Evansville Compagnie wurde von allen Seiten, als sie ihren Einzug in das Lager hielt, mit Begeisterung grüßt. Sie sind sozusagen die Helden des Lagers". Local-PolitischeS. Herr John W. Holtzman, der demokratische Mayorschafts-Candidat, fand gestern, als er sich in seiner Office einstellte, eine riesige Menge Glückwunsch Schreiben aus der ganzen 'Stadt; darunter befanden sich auch viele von bisherigen Republikanern. Ex-Mayor Taggart hatte aus French Lick ein per sönliches Glückwunsch Schreiben ge fandt, wie er solche auch allen anderen am Samstag nominirten Candidaten zugehen ließ. Vors. Keach vom demokr. und Vors. Logsdon vom republ. Stadt-Comite hatten gestern, ehe Logsdon eine Reise nach dem Westen antrat, eine kurze Un terredung bezüglich der Precinct-Neu eintheilung, doch wurde kein bestimm ter Entscheid getroffen. , Die meisten Politiker besuchten gestern den CircuS. Abends hielt in der Alliance Halle an New York und . Alabama Str. Oliver W. Stewart aus Chicago, der Natio nalVorfitzer der Prohibitionisten eine Rede, doch war's zu heiß dadrinnen. Areade Kneipe, 38 Virg. Ave., Nenners Brommer, Cigenth.

Plattdeutscher NnterstntznngsVerein. Derselbe wird sich mit Begeisterung an der Feier des Teutschen Tages be theiligen.

In der gestrigen, gut besuchten Versammlung deS Plattdeutschen Unter-stützungs-Vercins in Keller & Boll's Halle berichteten nach Erledigung der Routine-Geschäste die Delegaten zum Verbände deutscher Vereine über die ge plante diesjährige Feier des Deutschen TageS am 16. August. Die Versammlung beschloß, nachdem der Bericht der Delegaten entgegen genommen worden war, mit Begeister UNZ, daß der Verein mit Kind und Ke gel an der Feier theilnehmen soll. d. h. vollzählig und mit Weib und Kind und Liebsten. Ferner wurde beschlossen, daß der Verein auf dem Festplatze sein eignes Hauptlager aufschlagen soll, wo plattdeutscher Witz und Humor das Scepter führen werden. Mit den Vorbereitungen für dieses Hauptquartier wurden die Herren Carl Riese, Hv. Weiland und Louis Brandt betraut. Zu Vertretern des Vereins bei der Fahnen-Parade am Vormittage des Festes wurden ernannt: Marschall Hy. Tielking. Fahnenträger Carl Lillau. Fahnenbegleiter Wm. Bohnenberg, Paul Gellert. Friedr. Schmidt und Ernst Spanuth. Stellvertreter Paul Echert und Friedr. Heiden. An die Versammlung schloß sich wie üblich eine gemüthliche Unterhaltung. Grundeigenthums Übertragungen. Henry T. Jameson an Wm. Elmarner, Lot 4, Bruce Place, East End Addition. 53650. Wm. W. Baker an Adda Achenbach it., Lot 1, Nicholson's Addition, S2500. Hiram R. Ellis an Grandison Bains, Lot 863, Stout's Vermont Str. Addition, $2000. Verbringen Sie ihre Ferien an d:r Seeküste. Rundfahrt von Indianapolis kostet nur $15.00, via Pennsylvania, am 6. August, nach Atlantic City. Cape May. Anglesea, Avalon, Holly Beach, Ocean City, Sea Jsle City. Wildwood, N. I. oder Reboboth, Del. WeitereEinzelheiten durch W. W. Richardson, D. P. A., Pennsylvania. Vandalia Linie. (., H. & D. S1.23-Dccatllr und zuruck-81.25 Sonntag, 2. Augusts Svecial-Zug verläßt Indianapolis um 7 Uhr Morgens. Rückfahrt von Decatur um 6.20 Abends. Tickets und weitere Auskunft im Union Bahnhof und in der Ticket Ofsice 3 und 10 N. Jlls.Str. Claypool Hotel. R. P. Algeo, D. P. A. Auöflug nach den Niagara Fällen via C. H. & D. und Eric Bahnen Dienstag, den 4. August. 7.00 Rundfahrt $7.0 Fahrkarten gültig für 12 Tage. Spezialzüge durchgehender Passagierund Schlafwagen verlassen Jndianapolis um 5 Uhr Nachmittags. Das Ueberliegen ist gestattet zu Chautauqua Lake und Cambridge Springs. R.P. Algeo, D. P.A. Daö Datum, 0. August. $15 für die Rundfahrt von Indianapolis nach Atlantic City, Cape May und sieben andere attraktive Ocean Aufenthaltsorte. Einzelnheit von W. W.. Richardson, D. P. A. Pennsylvania-Vandalia Linien. Kurze Depeschen. Montgomery, Ala. I. Todd und A. Hardy wurden wegen Peonage zu je $1,000 verurtheilt. New York. Bei einer Explosion in Ruppert's Eisfabrik wurden 2 Arbeiter getödtet und 6 andere verletzt. Philadelphia. I. Kimball, seit 1883 Präsident der Norfolk und Western Co., ist in Radnor, Pa., 59 Jahre alt gestorben. London. Bei einem Bahnunfall in Glasgow wurden 13 Personen getödtet und eine Anzahl verletzt. S h a n g a i. Schwerer Regenfall hatte in der eingeborenen Stadt ungeheuren Verlust an Leben und Eigenthum zur Folge; auch bedeutenden Schaden für die FremdenColonie.

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HcittrichHeine's AbiturientenZeugniß. Anläßlich eines kürzlich in Deutschland entbranntenMemungsstreits übe? den Werth oder Unwerth der SchulPrüfungen wurde ein von Professor H. Hüsfer aus Bonner Universttätsakten erstatteter Bericht über die Prüfung veröffentlicht, welche Heinrich Heine vor einer Commission am 2. und 4. December 1819 in Bonn ablegte, um an der dortigen Universität die Rechtswissenschaft studiren zu können. Infolge der Freiheitskriege gab es zahlreiche junge Leute, die ohne regelmäßiges Gymnasialzeuauiß die Hochschule zu besuchen würschtcn. In Bonn war eine Commission von Professoren einoesetzt, in welcher der Vorsitzende, der Historiker Hüllmann, in der Geschichte, Windischmann in der deutschen Sprache. Heinrich im Lateinischen und Griechischen. Diesterweg in der Mathematik und den Naturwissenschaften die Prüfung abnahmen. Heine wurde am 2. December nur im Lateinischen, am 4. December in der Geschichte geprüft. In dem Gesammtbericht, den die ComMission am 30. December dem Conssstorium in Köln überschickt, laute: Heine's Zeugniß: Harry Heine. No. III. Griechisch hat er nicht gelernt. Im Lateinischen ist er von unsicherer Kenntniß und zu geringer Uebung, weshalb er auch keinen Aufsatz geliefert hat. Zu einer Prüfung in der Mathematik hat er sich nicht verstan den. In der Geschichte ist er nicht ohne alle Kenntnisse. (Alle", ist Zusatz des Gesammtberichts, nach dem Protokoll war Heine von 16 Leidensgeführten in der Geschichte der beste.) Seine deutsche Arbeit, wiewohl auf wunderliche Weise gefaßt, beweist ein gutes Bestreben." Das Thema lautete: Die Gründe, worauf es bei der Entscheidung für einen bestimmten Beruf wesentlich ankommt." Heine füllte sehr bald die Lücken seines Wissens an der Universität gewissenhaft aus. Dieselben waren sehr erklärlich, da dem mangelhaften Unterricht in Düsseldorf bereits die Zeit, da Heine als Bankierlehrling in Hamburg lebte, gefolgt war. PrinzArsenKaraglorg i e w i t s ch, der Bruder des Königs Peter von Serbien, sollte angeblich ein $ax lustiger Herr sein, der nicht nur Extravaganzen, sondern auch dem Alkohol huldigte. Diese Vorwürfe glaubte aber Prinz Arsen nicht auf sich sitzen lassen zu dürfen. Und so richtete er, wie aus Paris gemeldet wird, an die dortigen Zeitungen ein Schreiben, in dem er Verwahrung dagegen einlegt, daß ihm allerlei Streiche und Trunksucht zugeschrieben würden. Ein werthvoller Fund von 230 alten Silbe.rmünzen in Thalergröße ist, wie aus der Rhön geschrieben wird, bei einem Umbau in dem sogenannten Schweizergartcn", einer ehemaligen Papiermühle, in Vacha im Oberstock unter dem Fußboden gemacht worden. Der Fund, der für Münzliebhaber von großem Werth ist, wird noch einen verwickelten Rechtsstreit veranlassen, da dieNachkommen eines früheren Besitzers der Papiermühle die Münzen gerichtlich mit Beschlag haben belegen lassen. Da indessen die jüngsten Münzen die Jahreszahl 1730 tragen, so sind die Aussichten der Kläger nicht gerade groß. Ein historisches Gebäude in Berlin, das bei der Freilegung der Universitätsstraße demnächst zumAbbruch gelangen wird, um einem modernen Bau zu weichen, ist das ehemalig Graf Pourtales'sche Palais an der Ecke der Georgenstraße, dessen überaus schöne Facade jetzt bei der Verbreiterung der Straße besonders wirksam erscheint. Dieses Gebäude besaß noch in den achtziger Jahren Graf Pourtales, der Vater des jetzigen preußischen Gesandten in München, der ein intimer Freund Kaiser WilHelms des Ersten war. Nach ihm bewohnte der Bruder der deutschen Kaiserin, Herzog Ernst Günther zu Schleswig - Holstein, das Haus, das häufig genug alle drei deutschen Kaiser in seinen gastlichen Räumen gesehen hat. . NachofficiellenAngaben eines Berichts, welcher kürzlich dem Ackerbaudepartement in Washington unterbreitet wurde, sind imJahre 1902 im Staate New York 59,920,270 Pfund Butter producirt worden, eine Zunahme von 20,736.959 Pfund gegen das Jahr 1900. Die Käseproduktion belief sich aufl24L79.296 Pfund. Der Staat New Aork ptoducirt nahezu die Hälfte alles in deitfiB. Staaten erzeugten Käses.

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P b I 9 Eine italienische Hochzeit, an der die gesammte jüdische Nachbarschaft theilnahm, fand kürzlich in Newark, N. I., statt. Die Jüdin Raffaela Pacefier wurde in der St. Nocco Kirche mit dem Italiener Grazino Spina getraut. Obgleich es sonst nicht üblich ist, daß die Juden mit den Italienern sympathisiren, so befanden sich in diesem Falle unter den 300 Gästen ebensoviele Jsraeliten wie Söhne des sonnigen Südens, und Alles verlief ohne Störung, es amüsirte sich Jeder vortrefflich. Erfrischungen waren im Uebcrfluß vorhanden, während eine italienische Kapelle lustige Weise aufspielte. JnderMeinung, daß man sie foppen wolle, und daß es nur da rauf abgesehen sei, Geld aus ihr her, auszuschlagen, hat die 70 Jahre alte jZrau Anna Christi in Dale, Wis., die bereits seit 1876 in Outagamie County wohnt, sich seit Jahren geweigert, die Aufforderungen verschiedener österrei chischer Konsuln, welche Anstrengung machten, ihn Wohnort zu erfahren, um ihr eine in Oesterreich hinterlassene Erbschaft zukommen zu lassen, zu be antworten. Da die Beamten wußten, baß sie in dem County wohnte, wendeten sie sich schließlich an einen PolizeiCapitan, der sie auffand und nach langem Zureden von ihr die Legitima tionspapien erhielt, die sofort an den Consul Veith in Milwaukee geschickt wurden. Die Erbschaft stammt vo.i der Mutter von Frau Christ!, die vor einigen Jahren in Karlsbad, Oesterreich, starb. Eine Epistel eigener Art erhielt kürzlich der Superintendent des Brooklyner Baudepartements von einem dortigen Weinhändler zugesandt. Mit wachsendemStaunen las der Bauchcf: Ich möchte eine Beschwerde einreichen über den knallrothen Anstrich eines Hauses an Pacific Str. Zwar weiß ich nicht, wem , dasselbe gehört, aber wer immer es sein mag. sollte man ihm nicht erlauben, sein Eigenthum und das Aussehen der Stadt in der Weise zu verunstalten, wie er es thut. Mein Wohnhaus liegt auf dem angrenzenden Grundstück und die nach dem besagten Hause hinausgehenden Fenster können des grellen Widerscheincs wegen, den die Sonne von der rothen Farbe herüberwirft, nicht benutzt werden." Der Bauchef antwortete dem Klageführenden, daß er zu seinem Bedauern keine Jurisdiktion in dieser rothestrichenen Sache besitze. Frenzel No. 1 W. Washington Str (Mrchaat8 National Bank.) Ein europäisches Department. Wechsel, Creditbriefe und Poftanweifunnen uf alle Städte Europas. Schisssscheine nacö und xcn Europa. An und verkauf ausländischen Geldes. Äicht was man verdient, sondern was man erspar führt zum Reichthum. . . . . i ... Indiana Trust Company nimmt Depositen an von $1.00 auftrat die iu jeder Zeit gemacht verdm können ES bedarf weder eineS bestimmten Betrags. nch eine beftimmtelZeit zu deponinn. Diiittit Jndiana Trust Gebäude. Ecke Wash. Str. und Virginia Lve. Capital 51,000,000 LurplnS 150,000 ...Sangag NeSrnttag gesöloff

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