Indiana Tribüne, Volume 26, Number 287, Indianapolis, Marion County, 27 July 1903 — Page 7
V -J ...... "'I " V Jdiana Tribüne, 27. Juli 1903.
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O o O o O o o Der weiße Tod O o O o G o 0 o o o Roman aus der Glctschcrwelt. o O o O O O o C O Von NudolsSlrstz. OC OcCC'OoOoQoOOoOoOoOoOoOoo o o (Forlsetzung.) Sie erschrak. Wie hatten sich diese gleiten, gutmüthigen Züge seit dem Morgen verändert! Verzweifelte, bittere Traurigkeit sprach aus ihnen, ein klagender, hoffnungsloser Ausdruck lag in den wasserblauen Augen, die ganze Eestalt schien wie gebrochen von einem schweren Schicksalsschlag. Nun bist Du zurück!" sagte er leise und traurig. Sie nickte und trat an den Tisch. Sie wußte nicht, was sie zu ihm sprechen sollte. iüct es schön oben?" Seine Stimme behielt den müden Klang. Sehr schön!" Sie legte die Hand aus seine Schulter und sah ernst auf ihn hinab. Er war so ganz anders, als sie gedacht. Er that ihr sehr leid. Er wehrte ihr ab. Zieh Dich um. Kind." flüsterte er, ohne sie anzusehen, Du erkältest Dich sonst in Deinen feuchten Kleidern!" Sie ging gehorsam zum Nebenzimmer. An der Schwelle blieb sie noch einmal stehen. Bist Du mir böse?" fragte sie scheu. Vöse?" Ein trübes Lächeln glitt über sein Gesicht: Ach, liebes Kind was hilft das jetzt, ob ich Dir böse oder gut bin?" Uno wieder sank sein Haupt auf die Tischplatte nieder, während sie behütsam, wie um einen Kranken nicht zu stören, die Thüre schloß. Als sie zurückkam, fand sie ihn noch in derselben Stellung. Er hörte ihre leichten Tritte nicht. Erst als sie seine Hand ergriff, zuckte er zusammen und machte eine Bewegung, als wollte er sie ihr entziehen. Sie hielt sie fest und setzte sich neben ihn nieder. Das Mädchen brachte Thee. Ich hab' ihn gleich für Dich bestellt." murmelte er. Du brauchst etwas Warmes nach dem großen Marsch." Sie nickte dankend und schenkte ein. Bist Du gut heruntergekommen?" fragte sie nach einer langen Pause. Da fühlte sie sich am Arm ergriffen, daß sie die Tasse klirrend auf den Tisch setzen mute. Zum ersten Mal sah er ihr voll in's Gesicht, verstört und irre. wie ein Mensch, der furchtbare Schmerzen leidet. nzViq mcni Daoonr nefl er hervor. Du weißt nicht, was das für nich bedeutet." Er stand langsam, mit gesenktem Haupte auf und ging, nach seiner früheren Gewohnheit, ein paarmal durch das Zimmer. Dabei schien er ruhiger zu werden. Weißt Du auch, Elisabeth sagte er endlich, vor ihr stehen bleibend, in beinahe gleichgiliigem Ton. weißt Du auch, daß Du mich um ein Haar gar nicht mehr vorgefunden hättest ? 2ch war auf dem Punkte, mich heute Nackmittag umzubringen," setzte er halblaut hinzu, als sie ihn fragend ansah. Sie sprang entsetzt vom Stuhle auf. Er wandte sich von ihr ab. Ich hab's nicht gethan, wie Du siehst. Ich hab' an Jemand gedacht, als mir in der schrecklichen Stunde die Noth am höchsten war. Nicht an Dich! Du warst ja über alle Berge mit mit Deinem Freund und kümmertest Dich nicht um mich und jawohl Du hattest ganz recht nachdem das geschehen war da brauchtest Du Dich nicht mehr um mich zu kümmern. Aber an unser Kind hab' ich gedacht. Das bleibt uns eben doch gemeinsam, wenn auch alles andere und da würd' ich wieder ruhiger und brachte den Tag so hin und schrieb eine Depesche nach Hause - Er brach ab und seufzte tief auf. Wie der Arme so dastand, da durfte er von keinem Menschen anderes als Trost hören. Du mußt Dir das nicht so zu Herzen nehmen " sagte Elisabeth mit weicher Stimme und erfaßte wieder seine Hand, so schrecklich ist es ja doch schließlich nicht. Und vor allem: es erfährt es ja Niemand. Wir Beide, unser Freund und ich wir schweigen natürlich die Führer bekommen ein gutes Trinkgeld und sonst hat es ja kein Mensch gesehen. Und wenn auch das kommt ja alle Augenblicke vor, daß Jemand in den Bergen krank wird und umkehrt. Da ist doch wirklich nichts daran. Das sagt Vanm Gündlingen auch - Er hörte gar nicht mehr auf ihre letzte, in der Eile erdichtete Behauphing, sondern schüttelte trübe lächelnd den Kopf. Was gehen mich die Anderen an?" sprach er langsam. Wie es zwischen uns steht, Elisabeth das ist ja doch die Hauptsache. Ueber das heute Morgen da kannst Du ja nicht heraus das seh' ich selbst am besten eine Frau muß den Mann achten können, den sie liebt und feit heute schau ich hab's ja immer gefühlt, daß Tu mir fremder wurdest anders als ich ich hab' nur nicht begriffen, wie und dacht', es würd' sich wieder geben: aber jetzt ja freilich Du bist stärker als ich Du siehst auf mich herunter, Du verachtest mich" Da sprach er schonungslos gegen sich selbst die Worte aus, die sie kaum auszudenken wagte. Es gab ihr einen Stich in's Herz. Das gewiß nickt"
sagte sie warm und lctc Und vor allem verzeih' Du mir. Es ist meine Schuld. Ich hätte mich Dir fügen sollen!" Er schüttelte den Kopf. Deine Schuld ist's nicht, Elisabeth! Was kannst denn Du dafür, daß Du ein starker, kraftvoller, muthiger Mensch bist? Sei froh, daß Du's bist. Aber hart ist es. furchtbar hart für mich. Ich fühl' es ja jetzt ist das Band zwischen uns ganz zerrissen " Sie schaute ihn bange an. Es erschreckte sie, wie er alle ihre Empfindüngen und Wünsche da in müden, gebrochenen Worten vor ihr entrollte. Wie soll das nun werden?" fuhr er fort, derlei verwischt sich nicht. Nein Elisabeth Du kannst es nicht vergessen beim besten Willen nicht. Und irgend ein Mann muß doch Dein Leben ausfüllen zu irgend einem mußt Du aufschauen, das ist Frauenrecht. Und da ich's nicht mehr sein kann, so wird es ein Anderer werden vielleicht der Baron da oder sonst Jemand und ich werde Dich verlieren " Sie richtete sich rauh auf. Zweifelst Du an meiner Pflicht?" Nein!" fagte er trübe. Ich kenne Dich, Elisabeth! Du wirst nie ein Geheimniß vor mir haben. Du bist viel zu stolz und rein dazu. Aber Du wirst es mir eines Tages selbst sagen Du wirst mir sagen: Das ist cix unwürdiger Zustand solch eine Ehe, in der ein Theil den anderen nicht mehr achtet. Laß mich gehen. Und dann verlier' ich Dich für immer!" Er sank auf einen Stuhl, das Gesicht in den Händen verbergend, und ein verzweifeltes Schluchzen durchschüttelte seinen Körper. Und ich hab' Dich ja so unendlich lieb. Elisabeth ich lieb' Dich ja so von Herzen " Es wurde still in dem Gemach. ' Sie wagte kaum zu athmen. Ein weinender Mann das hatte sie noch nie gesehen, nie für möglich gehalten. Und doch flößte er in diesem Augenblick keinen Widerwillen ein, sondern nur ein tiefes Mitleid. Er weinte ja um ihretwillen, aus Liebe zu ihr, die schon im Herzen das Bild eines Anderen trug. Sie setzte sich neben ihn und fuhr mit ihrer kühlen Hand über seine Stirne. Aber sie brachte kein Wort hervor. Heucheln konnte sie nicht, und das, was auf ihrem Herzen lag, das durfte sie in dieser Stunde dem Armen da nicht sagen.
13. Kapitel. t hatte am Kirchhofgitter gewartet, bis ihre schlanke Geftalt im Portal des Hotels Mont - Eervin verschwunden Dann folgte er ihr langsam war. Nach. Der Herr Professor aus München ver kleine Herr mir vem langen schwarzen Bart" meldete ihm ein Kellner, während er die Treppe heraufstieg, der sei heute schon zneimal dagewesen und hab? nach dem Herrn Baron gefragt. Er woll: wiederkommen. Es scheine sehr dringend zu sein " Er nickte, ohne recht auf das Geschwätz des Menschen zu hören, schloß die Thüre hinter ihm und sank schwer auf einen Stuhl nieder. Was sollte das werden? Tief aihmend starrte er durch die regenblinden Scheiben hinaus auf die leere Gasse. Er hatte keinen Willen mehr. Das fühlte er. Er trieb nur so hin im Strome der Leidenschaft einem geheimnißvollen, verlockenden Ziele entgegen. Sollte er noch versuchen. Widerstand zu leisten? Es war umsonst. Er konnte nichts mehr thun gegen das ungeheure, trotzige Kraftgefühl, das sich in ihm regte, gegen den wilden, jauchzenden Drang, um das schöne, stolze Wesen zu kämpfen, Auge um Auge und Zahn um Zahn, sie aus Noth und Gefahr heraus an seine Brust zu reißen und an sich zu pressen für immer für immer. Du thust unrecht an einem Manne, der Dir vertraute " Ja freilich das war wahr: sie war des Nächsten Weib. Aber gleich darauf stand er auf. Ein grimmiges Lachen entrang sich seiner breiten Brust. Das war ja eben die Sühne das war die Pergeltung für das Leid, das man ihm selbst einst zugefügt. Damals hatte man ihm das Liebste aus Erden genommen und sein Leben verwüstet nun mochte es einem Anderen ebenso ergehen! Warum sollte er allein leiden und trauern? Und dann war noch ein Unterschied: er war betrogen, schmählich mit zärtlichem Lächeln und dem Händedruck des Freundes betrogen worden. Hier aber sollte nichts geschehen, was das Licht des Tages scheuen mußte. Sie wollitn ehrlich handeln und frei und schlicht dem bort die Wahrheit sagen, daß sie nicht mehr voneinander lassen konnten. Ter mochte dann thun, was ihm beliebte der mochte sich fügen oder kämpfen um Sein und Nichtsein! Er trat an's Fenster, und unwillkürlich spannten sich seine kraftstrotzenden Muökeln. Auf Leben und Tod. wenn es sein mußte! Er war bereit. Wäre nur die Zeit des Harrens vorbei gewesen! Er begriff es ja wohl: ein solcher Entschluß, eine solche Ausspräche erforderte Zeit. Aber bis übermorgen hier zu sitzen, müßig und mit pochendem Herzen, im Regenwetter zwischen die Oede der Table d'hote oder an den Stammtisch der Bergfexe gebannt das war ein unerträglicher Gedanke, und doch blieb nichts daran zu ändern. Denn bei solchem Wetter in die Berge zu gehen, das hatte wahrlich nicht Sinn und Verstand. ... .
Da klopfte es andie TYUre. 2)er Professor trat ein. Er war in seltsamer Aufregung. Der lange Bart hing ihm ganz zerzaust vom nervösen Zupfen und Drehen über die schmächtige Brust, und in den pechschwarzen, kleinen Augen funkelte ein unHeimliches Feuer. Was Haben's denn, Professor?" Ter Baron trat ihm entgegen und musterte erstaunt den werabaften Maler. dessen buschiges Gnomenhaupt ihm noch nicht bis zur Brust reichte. Eine Bitte hab' ich," raunte der und faßte mit beiden Händen inständig die nasse Joppe seines Gegenüber, gengen's morgen früh mit mir in die Berge!" Bei dem Wetter! Sind Sie verrückt?" Ter Kleine warf einen scheuen Blick um sich, als könne man sie belauschen. Gerad' bei dem Wetter!" flüsterte er dann geheimnißvoll, das brauch' ich ja eben!" Ja wozu denn? In Sturm und Regen können Sie doch droben nicht malen?" Der Professor stieß ein höhnisches Gelächter aus. Malen und wie! Die Stümper freilich die malen mit den Fäust' und der Palette die freilich aber ich ich mal' mit dem Kopf! Wann's erst dadrin steckt, dann is mir die Leinwand 'ne Spielerei!" Aber bei dem Nebel man sieht ja nicht zwanzig Schritte weit." Der Zwerg schaute zu ihm auf mit einem verzehrenden Blicke. Wann die Sonne scheint, kann jeder die Berge abpinseln," sprach er leise und feierlich. ..das is. weiß Gott, kein Kunststück mehr! Aber das sind die Berge net! So schauen's zwei, drei Wochen im Jahr aus aber den Rest der Zeit " Da kann man sie halt nicht malen! Sie sind ein großer Künstler, Professor das weiß ich aber aus Regen, Nebel. Sturm und Finsterniß macht man doch kein Bild." Man macht schon eins!" Der Kleine sah in tiefem Sinnen zu Boden und drehte langsam die pechschwarzen Bartsträhne. Nur anders wie die anderen! Heut' Nacht hab' ich's gespürt da is die Eingebung über mich gekommen die Natur is nicht todt, lieber Freund die lebt das haben die alten Griechen schon gewußt denen war jeder Baum eine Dryade und die Sonne ein feuriges Viergespann und das Meer ein mächtiges Greisenhaupt und so " er dämpfte seine Stimme noch mehr und sah in banger Erwartung zu dem Anderen empor, so muß ich den Berggeist malen." Ja aber wie denn?" Der Professor fubr sich mit der Hanö über die glänzenden Augen. werd' ihn schauen " sagte er geheimnißvoll. Morgen, wann ich herausgeh' ich weiß es morgen seh' ich das Größte in meinem Leben da seh' ich alles, was furchtbar und erhaben ist in den Alpen, in einer Gestalt zusammengefaßt. Die Gestalt muß mir morgen droben in den Schründen, in Sturm und Wetter erscheinen. Aber allein kann ich nicht herauf das begreift 'n Kind und ein Führer ja schauen's. Baron so 'n Kerl mordet mir dje Stimmung wann er auch's Maul halten muß durch seine bloße Gegenwart. Da brauch' ich 'nen Menschen neben mir, der dasselbe fühlt wie ich nur daß er's halt nicht auf der Leinwand aussprechen kann so einer sind Sie, Baron kommen' mit den Freundschaftsdienst dank' ich Ihnen ewig und die Kunst dankt's Ihnen auch. Wann erst das Bild im Glaspalast hängt, und das dumme Volk steht davor wie in der Kirche, dann " Wissen Sie, Professor," sagte der Andere, von der Kunst versteh' ich nichts, aber vom Bergsteigen schon. Und da muß ich Ihnen sagen, das ist und bleibt 'n Unsinn!" Aber nein" sagte er doch nicht, und der'Gnome ersah seinen Vortheil, um dem waghalsigen Bergsteiger den Mund wässerig zu machen. Und wissen's, wo ich hinaus will?" fragte er vertraulich. Vom Furggletscher will ich über das Matterhorn hinauf die Schulter erreichen und den gewöhnlichen Weg über den Kamm zurück." Was und die Steine das ist ja einfach lebensgefährlich!" Ach so!" Der Kleine machte eine Bewegung spöttischen Bedauerns. Also Sie 'reden auch von Gefahr. Ich sag' mir die Kunst steht in Gottes Hand der da oben nimmt mich nicht zu sich, so lang' ich noch 'was Leidliches zusammenpinseln kann." Der andere Bergsteiger antwortete ihm nicht. Ein Gottesurtheil! das Wort klang plötzlich in seinem Inneren auf. Sollte er gerade jetzt das Schicksal herausfordern gerade jetzt, in diefer entscheidenden Wendung seines Lebens? Und in ihm regte sich der Trotz: Jawohl gerade jetzt! Er war nun einmal in den Händen des Geschicks mochte es ihn führen, wohin es wollte, und ihn verderben, wenn er auf falschem Wege wandelte! Besser den Tod, als morgen den langen Regentag hinter dem Ofen sitzen und thatenlos warten, was ein Weib über sein Leben und seine Zukunft entscheidet. Bis morgen Abend muß ich zurück sein." sagte-er- finster, denn übermorgen hab' ich mehr zu thun, als mir Ihnen blödsinnig am Matterhorn herumzukrazeln!" Morgen Abend sind wir zurück!" versprach der Professor seelenvergnügt und vor Aufregunz zitternd, aber wissen's was naß sind's eh schon aeben, wir doch heut' die Stund' bis
Zum Schwarzseehotel hinauf. Da haden wir's morgen näher!" Er war auch damit zufrieden. Wenn er sie doch bis zu der entscheidenden Stunde nicht sehen, nicht mit ihr sprechen sollte, so war es besser, er blieb auch räumlich von ihr getrennt. El7.e Stunde später stiegen sie im Abendgrauen den Maulthierpfad zum chwarzsee empor. Ein Knecht trug ihr Gepäck. Sturm, Nebelreißen und Regenschauer umgaben sie. Ter Baron blieb einen Augenblick stehen. Nehmen's mir's nicht Übel. Profejjor!" sagte er,. aber Sie sind komplet verrückt. Das ist ja ein wahres Hundewetter." Machte nichts!" Der .wera sckütteile ven itopf und sah, aus seine mächtige Eisart gestützt, gierig zu den Wo!ken empor. Ich muß hinauf! und morgen um die Zeit das schwör' ich Ihnen da haben die Berge kein Ge-hein-.niß mehr vor uns!" Legen's 'mal den Pickel an's Ohr!" rief der Andere trocken. Ter Kleine that's. Jawohl der Pickel summte! Ein leises Knistern entströmte rastlos dem kalten Metall. Heut' singen die Stöcke nicht schlecht." Der Baron preßte die scharfgeschliffene Stahlspitze hart an's Ohr, und sein Gesicht wurde ernst. Sie wissen, was das heißt! Die Luft ist mit elektrischer Spannung geladen. Das zeigt für morgen Sturm und Unweiter von der schlimmsten Sorte." ..Kommen's!" sagte der Maler leichthin, und sie schritten weiter. Aber immer wieder hob von Zeit zu Zeit im Aufwärtssteigen der eine Wanderer die Eisaxt zum Ohr, und immer wieder klang das leise, dräuende Summen, als warne die leblose Waffe ihren Herrn. 1 14. Kapitel.
f in Donnern und Heulen ging V V a ri cu 1a o ri vuiuf vic iuwucuucyii: cui, ein Brüllen, wie die Hetzjagd böser Geister, die in dem strudelnden Nebel- und Wolkenmee: ihr Wesen trieben. Zwei Gewaltige rangen da miieinender: der Föhnsturm und das Matter!)orn. Aus dem Süden, aus der Gluth der italienischen Sonne, kam der Föhn daher und stürzte sich gierig in die kalten Alpenthäler. Die Lärchenwaldung?n krachten und prasselten, in hundertästigem Gewirr zusammenstürzend, unter seinem flammenden Hauch, die Sennhütten fegte er, einen Haufen wirbelnder Schindeln und Balken, spielend über die Matten und blies mit seinem Sturmesathem die Wolken am Himmel in Fetzen auseinander. Aber an dem starren Steingespcnst, das höhnisch über diese Wolken hinausgrinste, da zerschmetterte sich seine Kraft. Die Felswände hielten den Anprall auf. Wohl stürzten von ihnen haushohe Blöcke zu Thal, und rieselndes Schuttgeröll glitt über die schroffen Platten nieder, wohl schien es, als wanke der ganze Riesenbau, wenn ihn der Orkan brüllend an den Schultern faßte und schüttelte und rüttelte, aber immer wieder theilten sich machtlos die zerschellten Luftwogcn an den Klippen und strudelten ziellos an den .Schründen des Abhangs dahin. Es stöhnte in allen 5Nüften, es fauchte in den Spalten des Gesteins und zischte wüthend um die ragenden Zacken, und in diesen Wirbeln tanzten und stiegen, zusammengiblascn, aufeinander gerissen und m tollem Spiel zu neuen Fetzen und Klumpen sich einend, die ungeheuren, grauen Schwaden. Weiter unten, gegen das Thal hin, entströmte triefender Regen dieser schwankenden, haltlos durcheinander fluthendcn Dunstwelt. Hier obcn aber sprühte es in der Ferne glitzernd weiß aus den herantreibenden Wettern. Was sie an Schneeflocken besaßen, das schüttelten die Wolken in wilden Würfen, in millionenfachem, weißem Gewimmel in den Sturm hinein aus, der jauchzend das Spielzeug empfing. Hier stäubte er es wagrecht über die aufgepflügten Schncehänge hin, dort mußte es in schrägen Strahlen an der Felswand branden, da wieder ließ er es durch Felscntrichter in sausendem Gewirre kreisen und blies es nach oben, nach den Wolken zurück, von denen es stammte. Scin ungeheures Gebrüll verschlang alles andere. Sein Feind, das Mattcrhorn, konnte dagegen nicht aufkommen. Das bischen Lawinendonner und Krachen abstürzender Bergmassen, das verhallte spurlos in dem Jauchzen und Gellen der entfesselten Sturmgeister, die, in wirbelnde Schneeflocken gehüllt, die Wände umtollten. Da sind sie!-Jch seh' sie!" schrie der Maler im Aufwärtsklcttern seinem Freunde zu. Heut' fast' ich Euch, Ihr Burschen heut' entgeht Ihr mir nicht." Seine Augen glühten. Ter lange Bart flatterte, schneeweiß überreift, im Sturme weit von dem dürftigen Körperchen ab. das mit unheimlicher Gelenkigkeit die senkrechten Felsen hinaufklomm. Was zum Teufel sehen Sie nur?" dröhnte hinter ihm durch das Heulen des Föhns die Stimme des Barons. Seit drei Stunden krarele ich nun mit Ihnen bei drohendem Schneesturme in die Höhe bei drohendem Schneesturme am Matterhorn! 's wär' ja wahrhaftig zum Lachen, Wenn's nicht so verflucht ernsthaft wäre." Eine senkrechte Felswand, Tausende von ftufc über ibnen aufaethürmt.zweiI tausend Fuß unter ihnen bis zum Glet-
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reiHenv und cn diesem ichreaenvollen Gebilde der Natur, an winzigen Kanten und Vorsprüngen klebend, zwei menschliche Wesen, an denen vorbei alle paar Minuten ein niederstürzender Stein seine dräuende Bahn zieht jawol)!, das war ernst. (Fortsetzung folgt.) (Qcfälffttc Univcrsilä soiplome. Ein in Berlin geborener Schwindler Namens Theodor Friedrich Wittig ist in Brüssel, wo er sich als Zahnarzt" niedergelassen hatte, festgenommen worden. Wittig. der etwa 40 Jahre alt ist, wird schon seit mohreren Iahsti wegen Schwindeleien von den Staatsanwaltschaften der verschiedensten Länder verfolgt. Sein Hauptgschäft waren die Anfertigung und der Verkauf von amerikanischen Doktordivlomon; daneben betrieb er War'nschwindet. Im März erhielt die Brüsseler Staatsanwaltschaft :inen Haftbefehl gegen einen gewissen Dr Friedrich Eollcrt", der zahlreiche Postanweisungen gefälscht hatte. Der konnte aber in Brüssel nicht gefunden werden. Einige Tage später bat einKaufmann aus Olmütz die Brüsseler Polizeibehörde um Auskunft über die Zahlungsfähigkeit eines Herrn Eollert", der für mehrere hundert Mark Waaren bestellt hatte. Dieser Brief bewies, daß Dr. Ecllert sich dock in Brüssel befinden mußte. Nach vielen Erkundigungen gelang es der Polizei, festzustellen, daß ein Mann unter dem Namen Dr. Collert" in einem Hause des Boulevard du Nord ein Zimmerchen gemiethet hatte, das er aber nur hin und wieder besuchte, um Briefe in Empfang zu nehmen. Als der Dr. Collert" eines Tages dieses Zimmer verließ, wurde er von Geheimpolizisten verfolgt und bald darauf in einer eleganten Wohnung des Quartier Leopold verhaftet. Dort fand man eine große Anzahl gefälchtir Universitätdiplome und eine umfangreiche Korropondenz in französichcr, englischer und deutscher Sprache. Collert gab zu. daß er seit mehreren Jahren in Gemeinschast mit anderen Schwindlern, die in Deutschland und in Amerika leben, eine Diplomfabrikation betreibe. Er verkaufte die verschiedenartigsten Dektortitel amerikanischer, spanischer und italienischer Universitäten. Die Diplome sind wunderbar nachgeahmt. En Diplom kostet gewöhnlich 800 bis 1000 Mark. Es wurden von CollertWittig aber auch Ehrcnauszeichnungen verschiedener Länder verkauft, die je nach der Bedeutung des Landes 200 bis 6000 Mark kosteten. Für 4000 bis 8000 Mark verschaffte Collert seinen Kunden" Konsulate und Vi?ekonsulate erotischer Staaten. Collerts Frau und Tochter wohnten im vornehmsten Viertel von Antwerpen; der Gatte und Vater besuchte sie aber vorsichtshalber" nur äußerst selten.
Mnsstsüic Sittendil?. In das Komptoir einer bekannten Fabrik in Jwanowa - Wosnessenst (Gouv. Wladimir) tritt der Direktor und Aktionär Pawel Alexandrowitsch. Alles verstummt, nur ein leises Flüstern regt sich: Der Chef ist da!" Der Chef begicbt sich in sein Arbeitszimmer". wo sogleich der dicke Verwalter erscheint, der sich bemüht, einem Fragezeichen möglichst ähnlich zu werver. Wassili Wassiljewitsch," beginnt der Chef, ich habe einige Unordnung in der Fabrik bemerkt! In der Bleichkammer sind vier Arbeiter mit übermäßig langen Bärten. Das ist nicht anständig. Man könnte glauben, daß alle unsere Arbeiter Altgläubige sind. Das ist unkultivirt! Die Leute müssen entlassen werden!" Weshalb entlassen?" fragte der Verroalter. Mißfallen Ihnen die Arbeiter selbst oder nur die Bärte?" Die Bärte, nur die Bärte!" Dann werde ich doch vorher mit den Arbeitcrn ein Wort reden." Ja, thun Sie das. Und nun auf Wiedersehen; der Kartentisch wartet!" Der Verwalter läßt die Arbeiter mit den anstandswidrizen Bärten rusen und redet mit ihnen. Das Resultat ist. daß die Leute, um ihre Stellen nicht zu verlieren, sich .die Bärte abschneidrn lassen. Das schen die anderen bärtigen Arbeiter; die Furcht vor dem Zorn des Chefs packt sie. und auch sie opfern die Zierde des Mannes. Am folgenden Tage erscheint Pawel Alexandrowitsch in der Fabrik, sieht die glatten Gesichter der Arbeiter und lächelt selbstgefällig. Dann schüttelt er dem Verwalter die Hand und sagt: Ich danke Jhncn! Jetzt ist es ein Vergnügen, durch die Fabrik zu gehen ein ganz anderes Bild. Famos!" Das alte st e Vier, von dem die Geschichte zu berichten weiß, ließ der König Osiris im Jahre 1900 v. Chr. in Egypten aus ßemalztem Getreibe herstellen. Die Londoner Times" meldet: 150 wilde Eingeborene auf Formosa überfielen die Dampfer-Rei-maungsanlage in Gilen und tödteten 11 Japaner, darunter einige Polizisten. Südafrika ist großentkzeUZ vulkanischen Ursprungs, und das Land in der Nähe von Kimberley soll so schwefelreich sein, daß nicht einmal Ameisen darauf leben können. Kaiser Wilhel rn'll.Land hat die deutsche SüdpolarExpedition Gauß" das neuentdeckte Terrain getauft, das mit Ausnahme eines erloschenen Vulkans mit Eis bedeckt war.
Feuer - Signale.
Vennsdlv und Market 5 english'S OPern-Haus L Eastund NFi:rt 7 Noble und Michiaan 3 N.Jerjey u.?v 9 Pine und Nvrth 10 Market und Pine '.1 Vermont nahe Caft 12 91c. S Spritzenhaus Mass. A nahe Noble ;3 Tewareund Walnut i Jersey u Eentral U. i Mass mH EsrnellAve 6 Tsh u.d 11. Cnaöt 7 Park Ave und 12 Str Columbia unHiLsi5t Hizyland2ve u.P,att ?i JUinois und St. Jo Z?rnnlv. unb ratt t Mcndian und 11. St S.S TprikenhauZ KS. NZhk JlllNklZ iö Senate Ave. StTls n Illinois und lAchigan Petfylvania und l. ' Senat: Ave. und 13. 'ii No. l Spritzenhaus IndölvenaheMchizau Meridian und Söalirot 54 California u Vermont 'b Bläke und New Jork a Ind. Av. u. St. a 7 Sity Hospital J8 Vlake und Nrtt 33 TUchigan und?IA 11 91c. 6 Spritzenhaus Washington nahe West Esendorf u Wash. 43 llisseuri u New Dort Meridian u Wash 6 Illinois und Ohio 17 Eapitol Av. u Wash 3 Ämgan'S PorkhauZ 49 Straßenbahn Ställe 23. Washington Str 51 91. 10 Spritzenhaus JllinoiS u Werrill 68 Jllinms u Louisiana 53 Welt und South 5 West und McCarty 55 Senate Ave. u Henry 67 Meridian und Ray LS No. 4 CpntzenhauS Sladison Av. u MorviS 69 Madiion Av.u Tunlop 1 No 2 Haken Leiterhaus South nahe Telawar 2 Penn, u Merrill 63 Telaware u. McErttz 4 ast und SkOort? 65 New Jersey u. Merrill 7 Lirg. Av. u Bradsha 8 East und Prospekt 6S Bicking und High 71 9!o. 11 Spritzenhaus Lir Ave. nhe Huron 72 East und Georgia 73 Eeda und Clm 74 Tavidson u Veorgia 75 Snglish Av.u Pine 7S Shclby und Bates 78 No. 3 Spritzenhaus Prospekt nahe Shelb 74 Fletcher Av. u Shclby 81 Market u. New Zerfey 82 Telaware und Wash. 83 East u Washington 84 New Dork u.Tavidsor 5 Taubstummen Anstalt 8 Ver. Staaten Arsenal 87 Cnental und Wash. 9 Frauen-Neformat. 1 No. 13 Spritzenhaus Tlaryland nahe Wer. 2 Meridian u. Gcorqia. S3 Meridian und South 4 Pennfylv u. Lomsiana 95 irzini Ave u. Alab. 36 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 93 Capital Ave und .23 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. 124 Alabama und 16. 125 Central Ave und 15. 12 7ndkS und 15. 127 Brookside und Jupiter 128 Central Ave und 17. 129 Delaware und 19. 131 Alabama und 11. 132 Bellefontaine und 134 College Ave und 9. 135 Tclaware und 1Z. 136 Alabama und North 1Z7 Newmann und 13. 133 College Lbk und 14. 12 Eornell Ave und 13. 141 Dandes un'o IS. 142 Highland Ave und 10. 143 Tecumseh und 10. 145 New Jersey nd 22. 146 Llvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus Hil.side Ave und 16. 148 College Ave und 22. 149 College Ave und 27. 152 Park Ave und 2. 15 L E u. 23 Bahn a. 12. 154 Ramsey Ave und 10. 156 Stoughton u Newman 157 AtlaS und Pike. 155 Blohd und Pawpaw. 159 No. 21 Spritzenhaus Brightwood l2 Zlrdm und Depot 163 Brightwood und 25. 164 Rural und Bloyd 165 St. Clair u. Keystone 167 Arsenal Ave un 23. 165 Bellefontam und 2S. 1? Park Av ab i& 212 Capital Lve no 17. 213 Pennftlö. u. 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Laurrl 714 State Ave .Belt N?. 715 Sbelby uud Dch 716 State Ave und OranA 718 Orange und Laurel 7 Ehelby u. Uumt Avtz 721 Lexington Ä.u Lm 723 FletcherAveu-Ofirua 724 State Ave u-Pleasan' 726 Prospctt und leasil 726 Orange und Harla? 723 Liberty und Men 729 Nole und South 81 No. 16 Spritzenhaus Ost WashKtLttn ttt 813 Market und Noble 814 Ohio . Highland A 815 Michigan u. Highlanl 816 Market u Arsenal Av, 817 Ost S. Clair und Union Bahn Geleise. 821 Pan Handle Cho?s 823 Vermont und Waleett 24 Wash. und State 24 825 Madden's tounge 26 Tmka und Dorsey 827 Wash. und VeviS Av, 629 No. 12 Spritzenhaus Bevi5e nahe Michig 821 Southeastern A und Woodside. LZ2 Wash. und Teartor, 834 Soutbeaftern un Arsenal AveS. 885 New Dort und Templk 912 Illinois und Maryl. 913 Illinois und Market. 14 Penn, und 3afc 915 Delaware tu e Spezial, Signale. Erste t Schläge, zweiter Alarm, Jweite Schlage, dritter Alarm, Dritten 2 Schläge, vierter Alarm. 1-2-1, Feuer aus und Schlauch ausgerollt. Schläge, Wasserdruck ab. 1, Schlage, Uhr Mittagk. Die so bezeichneten Signale werden nur fco Thurm Wächter angegeben da an den betreffende Strab kreuzunge keine Alarmvste? anaebracht find. Chicago und der große Nordwesten via )) fc(SttS32H VX ((a laka Sawaii Pdittddie Insel. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. Lon der Mono 47. Str. Station, Chicago, tad nur 5 Minuten mittelst elekrriZcher ar na den Union iehdöfeu rreued Lick Springg, lade Orange Tounty Hochland. ffamillen-Hote auter neue? Seschafttleituna. Pluto. Prvserxine ind Bowles Quellen. Bestes Mineralwasser du Seit. Zwei Züge täglich via Greecaftle. licket-Offtcen : Union Station. Massachusetts Nve nd L5 West Washington Strebe. R. P. l g e . Distrikt Paff. Agent. Jndianapoli, Znd. .H MeDoel, E.H.Rockwell, Präs. und Sen. Mgr. Betriebtteile, Frank J.Reed, Sen.Pifi. Agent. Shicago, Jll.
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