Indiana Tribüne, Volume 26, Number 287, Indianapolis, Marion County, 27 July 1903 — Page 6

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Euroräische Nachrichten.

gTrvvmj "gjranöenßurfl. Berlin. Der ordentliche Honorarprofessor in der juristischenFakultät der hiesigen Universität, Präsident der Justiz - Prüfungscommission. Wirk lieber Geheimer Rath. Mitglied des Herrenhauses. Dr. jur. et Phil. Adolf Etölzel. feiert sein fünfzigsähriges Dienstjubiläum. Major Freiherr von Nichthofen. beauftragt mit der Führunq des Regiments der Garde du Corps. Ist unter Belastung in dieser Stellung zum Flügeladjutanten des Kaisers ernannt worden. Der bekannte Landschaftsmaler Schmitgen ist einem HerUeidcn erlegen. Der Künstler, der erst im 47. Lebensjahre stand, war aus der Schule 6ugen Bracht's wrvorgcgangen. Erschossen hat sich der Inhaber" des Modewaarenhauses Deutschland", der 54 Jahre alteKaufmann Philipp Kadisch aus Alt-Moa-bit 17. Buchdruckereibescher Hugo Bernstein. Jnhaben des Ferd. Dümmlerschen Verlages, ist plötzlich gestorben. Eine eigenartige Rache hat die 24jähr!ge Confektionsschneiderin Elise Aeidler an ihrem ehemaligenGeliebten. einem Metalldreher Namens Gustav Elsncr, genommen, der ihrer überdrllssiz geworden war. Sie begegnete ihm auf" der Strafe und veranlagte ihn, mit ihr zu plaudern. Plötzlich zog sie ein Messer hervor und schnitt ihm mit einem Ruck das rechte Ohr ab. Beim Baden im Plötzensee ist der zehnjährige Schüler Otto Unger ertrunken. Erhängt hat sich in seiner Wohnung in der Caprivistraße der 73 Jahre alte Rentenempfänger Johannes Motzkur. Generalmajor Kaltenborn-Sta-chau. der nächst dem Präsidenten das rangälteste militärische Mitglied deZ Reichsmilitärgerichts war, wird inak tiv. Auf dem Grabhügel seiner derstorbenen Frau wurde der 70jährige Pensionär Scholz auf dem Chariteekirchhof in der Müllerstraße todt aufgefunden. Der alte Herr, in der 2o gostraße 80 wohnhaft, war nach dem Friedhof gegangen, um die Grabstelle seiner vor Jahren gestorbenen Gattin zu besuchen. Dort ereilte den Greis ein Schlagfluß. Potsdam. Landgerichtsrath G. Rickse. Moltkestr. 5. der seit etwa drei Jahren beimLandgericht Hierselbst thätig war und sich allgemeiner Beliebtheit erfreute, her sich in einem Zustand der Schwermuth erschossen. B ä r w a l d e. In unserem Dorfe überfiel der 18 Jahre alte Bäckergeselle 2H. Reinhardt in Abwesenheit des Meisters Kanzler dessen Mutter und eine andere bei dieser die Nacht übe: gebliebene Frau und verletzte beide schwer durch Beilhiebe. Nach der Blutthat stahl er seinem Meister einen Anzua. zoa diesen an, eignete sich alleBaargeld. sowie sämmtliche Werthsachen, die sich im Hause befanden, an und begab sich hierher nach Kyritz. Drebkau. Der Zug von Gro ßenhainnach Kottbus ijt zwei Kilometer vrn der hiesigen Station durch eine auf die Schienen gelegte Schwelle zur Entgleisung gebracht worden. Während Lokomotivführer und Heizer unverletzt blieben, wurde der Hilfsbremser Hermann Noock aus Kottbus auf der Stelle getödtet; drei Personen, der Packmeister Neumann, der Schaffner Nikusch und der Wagenführer Kune. sind schwer verletzt, drei Reisende aus Dresden und Kottbus, sowie drei Bremser leichter verletzt worden. P a n k o w. Rentier Fritz Klein feierte mit seiner Gattin das Fest der silbernen Hochzeit. R r e tz l q. Bon einem Großfeuer wurde unser Dorf heimgesucht, wobei neun große Gebäude ein Raub der Flammen wurden. Seinen Ausgang nahm das Feuer, das offenbar auf Brandstiftung zurückzuführen ist. von dem Gehöft des Lehngutsbesitzers Hansen; von dieser Besitzung ist nur eine Scheune von den Flammen verschont geblieben. Die Gehöfte der Bauern Spiecker und Schulz wurden ebenfalls in kurzer Zeit ein Raub der Flammen. Wegen dringenden Verdachts der Brandstiftung wurden der Gutsbesitzer Hansen und sein Verwalter in Haft genommen. S t e g l i tz. Gärtner Sewc-hl stürzte beim Baumbeschneiden herab und wurde auf dem eisernen Vorgartengitter buchstäblich aufgespießt. Er ist feinen schweren Verletzungen erlegen. Werder. Von einem Hunde z?rfleischt wurde hier der 6sähriae Sohn Robert des Arbeiters Lllck. 'der da? Thier, das vor einem Handwagen gespannt war. streicheln wollte. Der .Hund svrang an dem Knaben in die .Höhe, biß ihm die Nase ab und derletzte ihm Kinn und Zunge. Provinz Hstprcußen. Königsberg. Der ordentliche Professor der deutschen Litteraturgeschichte Hierselbst, phil. Hermann Baumgart, vollendete sein 60. Lebensjähr. Baumgart wirkt seit-26 Iahren an der Albertina und zwar seit 1879 als Titular - Professor und seit 1890 als Ordinarius. Freudenberg. Das bei dem Besitzer David beschäftigte Dienstmädchen Marie Dahler arbeitete mit mehreren anderen Personen auf einem in der Nähe des Gehöftes belegenen Zlckerstücke. Währ:nd die andern Leute sich in das Haus begaben, blieb das Mädchen auf dem Felde zurück und beauftragte einen der anderen Angestellten, ihr das Essen herauszubrin-

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ruinennen, fanden sie die Zahler mit dem Geucht m emer Wasserlache liegend als Leiche vor. Das Mädchen litt seit Jahren an Krämpfen; es ist vermuthlich infolge eines Anfalls zur Erde gestürzt und unglücklicherweife gerade in's Wasser gefallen, wo es um's Leben kam. ä t G i ! g e n b u r g. Als der Besitzer Pulwit aus Lehwalde mit einem mit zwei Pferden bespannten Wagen an den Okrunglosee fuhr, um in Tonnen Wasser zu holen, zogen die Pferde plötzlich an, geriethen zu tief in das Wasser und gingen mit dem Wagen unter. Pulwit hielt die Pferde an der Leine und ertrank ebenfalls. K a s s u b e n. Der frühere Ritterqutsbesitzer Hugo Arnoldt ist im Alter von 73 Jahren gestorben. Bis zum Jahre 1897 war der Heimgegangcne Mitglied des Kreistages. 33 Jahre hat er als Kreisdeputirter an hervorragender Stelle in der Vcrwaltung seines Heimathskreises gestanden. R e i ch e n b e r g. Pfarrer und Ortsfchulinspektor Hosmann feierte Hierselbst sein 50jähriges Priesterjubiläum, aus welchem Anlasse ihm der Kronenorden 3. Klasse verliehen wurde. Schützendorf. Auf eine schreckliche Art ist der Schmiedemeister Friedrich Lipka um's Leben gekommen. Ein Bulle verließ die Heerde, die von einem Hirten getrieben wurde, und raste auf der Dorfstraße herum. Lipka wurde von dem Thier angegriffen und derart zugerichtet, daß der Tod eintrat. Tilsit. Meiereibesitzer Zürcher in Lompönen, ein geborener Schweizcr, wurde mit Frau und Kind ermordet. Als Thäter ist Metzgermeister Hubert und seine Frau in Lompönen verhaftet worden. Hubert gestand den dreifachen Mord ein. Bei einer, in seinem Anwesen abgehaltenen Haussuchung wurde in der Scheune ein Beutel mit 12.000 Mark gefunden. Frovinz ZScslprcnßen. 2) an zig. Dem Schutzmann a. D. Johann Borchardt wurde das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens verliehen. Art schau. Den Kronenorden 3. Klasse erhielt der Amtsvorsteher und Rittergutsbesitzer Wendt. Deutsch - Krone. Hebamme Molkenthin rettete das drei Jahre alte Kind eines Klempners vom Tode des Ertrinkens. Beim Spielen war das Kind dem hochangeschwollenen Judenfließ zu nahe gekommen und hineingefallen. K r o j a n Z e. Bei dem in KleinHeide abgehaltenen Königsschießen errang die Königswürde Ackerbürger Paul Zytur. Erster und zweiter Ritter wurden Maurermeister Radowski kw. Uhrmacher Emil Hoffmann. 'eu-rui f i. Bejcher Joseph Pasta war mit anderen Fuhrleuten mit dem Anfahren von Holz beschäftigt. Nachdem in einer Gastwirthschaft iine Ruhepause gemacht war, bei welcher auch dem Schnaps tüchtig zugesprochen wurde, brachen alle gemeinschaftlich auf. Pasta fuhr als letzter fort, wollte jedoch sämmtliche Fuhrwerke überholen und trieb demnach seine Pferde zu rasender Gangart an. Hierbei fiel er so unglücklich vom Wagen, daß der Kopf von den Rädern zerquetscht wurde und der Tod auf der Stelle eintrat. Schirotzken. Während eines schweren Gewitters schlug der Blitz in das Gehöft des Besitzers Mietz ein. Eine langgestreckte Scheune und ein Stallgebäude wurden eingeäschert. Das Inventar wurde gerettet. Der Zufall wollte es, daß der Geschädigte zur Feier seiner Hochzeit verreist war. S ch ö n e ck. Unter großer Betheiligung wurde der Senior des Männergesangvereins Einigkeit", Malermeister Leopold Hecht, zur letzten Ruhe geleitet. Der Verstorbene, welcher ein Alter von 78 Jahren erreichte, gehörte seit 1850 dem Danziger und seit 1856 dem hiesigen Gesangverein, dessen Ehrenmitglied er war, ununterbrochen als eifriges Mitglied an, auch war er lange Jahre Mitglied des Gemeindekirchenraths. T h o r n. Superintendent Theodor Nehm, der langjährige Seelsorger der hiesigen evangelisch - lutherischen Gemeinde, ist einem schweren inneren Leiden im Alter von fast 75 Jahren erlegen. Zoppot. In der Ostsee ertranken hier zwei Schiffszimmergefellen und ein Lehrer: Treptow, Giesebrecht und Wessel aus Weichselmllnde. Provinz Sommern. Stettin. Dem Polizei - Sekretär Louis Veierlein ist bei seinem Uebertritt in den Ruhestand der Kronenorden 4. Klasse verliehen worden, ferner erhielt Zimmerpolier Wilhelm Hein das Allgemeine Ehrenzeichen. B e r g e n a. R. Bei hiesigen Kanalisationsarbeiten flog einem Arbeiter ein 20pfündiger Hammer vom Stiel, traf den Sohn des Schlachtmeisters Kathens aus Schien an den Kopf und spaltete ihm den Schädel. Der Schwergeschädigte wurde in das hiesige Krankenhaus eingeliefert. V ä r w a l d e. Zum Rektor der hiesigen Stadtschule wurde Conrektor Schulz aus Labes aewäUt. K o l 5 e r g. Aus Anlaß des 25jährigen Amtsjubiläums unseres Bürgermeisters Kümmert hatten die städtischen und viele Privatgebäude Flaggenschmuck angelegt. Dem Bürgermeister Kümmert, der sich allen Ehrun-

gen Durch eine Erholungsreise entzogen hat, sind trotzdem von hier aus

zahlreiche Ehrungen zutheil geworden. Das Magistratscollegium hat eine kunstvolle Adresse übersandt, der Handwerkerverein ein Album mit künstlerisch ausgeführten Blättern. Labes. Der Sohn des hiesigen SchuhmachersBrandt wurde inZachow von einem Maurergesellen aus RegenWalde überfallen und mit emem Wagenschwengel über den Kopf geschlagen, sodaß das Gehirn bloßgelegt wurde. Es handelt sich um emen Racheakt. Der Uebelthäter ist in's hiesige Gerichtsgefängniß eingeliefert worden. S ch l a w e. Dem Besitzer Remhold Pagel wurde der siebente Sohn geboren, dessen Pathenschaft der Kaiser übernommen hat. W o h l q a st. Arbeiter Ehrke und seine Frau waren von Hause abwesend. als sich eines der Kinder, ein etwa fünfjähriges Mädchen, an der KochMaschine zu schaffen machte, wobei die Kleider der Kleinen Feuer fingen und das Kind schreckliche Brandwunden erlitt. Den hinzugeeilten Hausbewohnern gelang es, durch Ueberwerfen von Decken die Flammen zu ersticken. Jedoch ist das Kind inzwischen seinen Verletzungen erlegen. Auf dem stark belebten Jungfernstieg in Hamburg wurde neulich ein frecher Raubanfall verübt. Ein junger Mann entriß einer älteren Dame eine Handtasche, welche viertausend Mark enthielt, die sie soeben in der 'Dresdener Bank erhoben hatte. Der Räuber entfloh, wurde aber durch mehrere Straßen verfolgt, in der Poststraße von einemRadfahrer gestellt und dann verhaftet. Der unbekannte Thäter behauptet, er sei ein in Vermögensverfall gerathener Fahrradhändler aus Vernburg und erklärt, er habe ausVerzweiflung die That begangen, um seiner hungernden Familie zu helfen. Ein sonderbarer Fall beschäftigte kürzlich das Nürnberger Schwurgericht. Eine 20jährigeDienstmagd war der Tödtung ihres neugeborenen Kindes angeklagt. Die gerichtsärztliche Untersuchung der Leiche hat klar ergeben, daß das Kind kein Gehirn hatte; es fand sich statt dessen in dem überhaupt scheußlich mißbildeten Kopfe eine polsterartigeWucherung. Das Kind wäre gar nicht lebensfähig gewesen. Es konnte sich also bei der That das Mädchen hatte das Kind im Nalytgeschirr ertränkt nur um ein Verbrechen an einem hierzu untauglichen Gegenstande" handeln. Das Urtheil lautete auf die geringste zulässige Strafe, auf 6 Monate Gefängniß. Nach einem Erlasse des preußischen Ministers der öffentlichen Arbeiten ist in Aussicht genommen, auf der Weltausstellung zu St. Louis 1904 einige Stellwerke, elektrische Streckenblock-, größere Geleis- und Weichen - Anlagen der Preußischen Staatsbahnen theils in natürlicher Größe, theils in Modellen auszustellen und zu deren Beaufsichtigung und Erläuterung zwei Eisenbahnbedienstete etwa von Mitte April bis Mitte October k. I. nach St. Louis zu entsenden. Diese Beamten müssen natürlich fertig Englisch sprechen können, durchaus gesund und im Stande sein, die im Sommer in St. Louis herrschende große Hitze zu ertragen. Der Minister fordert die Direktionen zum Bericht darüber auf, ob sich unter den Bahnmeistern oder telegraphisch - technischen Beamten, event, auch den StellwerksSchlossern, geeignete Personen befinden, welche geneigt sind, zu dem oben bezeichneten Zwecke nach St. Louis zu sl hftt einten? leae aus Teppichen und Wollstoffen zu entfernen. Auf den Fleck tröpfelt man ein wenig süße Milch und saugt dieselbe mit einem Stückchen reiner Watte auf. Dieses Verfahren muß mehrmals wiederholt werden. Schließlich wird der Fleck mit reinem Seifensud ausgewaschen und mit einem Tuch trocken abgerieben. Ist der Fleck schon älter und eingetrocknet, so muß die Milch länger darauf stehen bleiben. Gegen akuten Schnupfen wird folgendes Mittel empfohlen: Ein Theelöffel voll Kampferpulver wird in ein mehr tiefes als weites Gefäß gegössen und dieses zur Hälfte mit kochendem Wasser gefüllt. Ueber dasselbe stülpt man dann eine dreieckige Papierdüte, deren Spitze man so weit abreißt, daß man die ganze Nase hineinstecken kann. Auf diese Weise athmet man die warmen kampferhaltigen Wasserdämpfe 10 15 Minunten lang durch die Nase ein. Das Verfahren wird nach 4 5 Stunden wiederholt und selbst der hartnäckigste Schnupfen leistet ihm nicht Widerstand, meist verschwindet er schon nach dreimaligem Einathmen. ??leischzuräuchernundzu conserviren. Das noch warme Fleisch frisch geschlachteter Thiere wird mit einem zuvor bereiteten innigen Gemenge von 1 Theil pulverisirtem Salpeter in 32 Theile Kochsalz eingerieben, sodann ringsum mit so viel Kornkleie bestreut, als hängen bleibt. Hierauf wird das Fleisch entweder unmittelbar, oder nachdem es zuvor in eine einfache Lage Zeitungspapier eingewickelt worden, in den Rauch gehängt. Das so geräucherte Fleisch bekommt ein dem geräucherten Lachse ähnliches Aussehen, schmeckt sehr angenehm und hält sich jahrelang, ohne zu verderben.

Die Scrbcn.

Hauptckaraktrzüge, ZZamlli,nlben und Ve gnügungen dö VolkeS. Ein interessantes Charakterbild der Serben zeichnet der Engländer Vivian in seinem Buche ,,Sei-via, thc Poor Man's Paradise." Daß das serbische Volk an der Ermordung des Königs Alezander I. und seiner Gemahlin unschuldig ist, davon ist der Verfasser vollkommen überzeugt. Bei seinen Reisen in Bulgarien hat er meist mürrische und verschlagen?, boshafte Gesichter gesehen; in Serbien dagegen fand er nur lächelnde, glückliche und zufriedene Menschen. ES gibt in Serbien weder reiche noch arme Leute. Keiner hat sehr viel Geld; aber dort braucht ein Mann auch nicht viel, denn er fertigt seine eigene Kleidung an, die Nahrung wächst ihm zu, und Geld braucht er kaum auszugeben. E: arbeitet nicht einmal schwer, da der Boden fruchtbar ist, die Schweine sich sehr schnell vermehren und bei warmem Wetter einige Stunden täglicher Arbeit genügen, um alle seine Bedürfnisse zu befriedigen. Er murrt nur darüber, daß er Steuern bezahlen muß. Für die Unterhaltung der Wege und andere Einrichtungen arbeitet er lieber zwei bis drei Tage im Jahre. Um die Politik kümmert er sich nur vom ökonomischen Gesichtspunkte aus, und der radikalen Partei hat er nur deshalb angehört, weil die Führer der Radikalen in ihren Versprechungen am verschwenderischsten waren. Am Wahltage jedoch stimmt er, wie die Beamten es ihm eingeschärft haben. Während die Serben gern von Fortschritt, Civilisation, Demokratie und ähnlichen Idealen sprechen, bleiben sie doch mit größter Zähigkeit an den alten Gebräuchen hängen. Das ist vielleicht am auffallendsten an ihrer wunderbaren Beobachtung des vierten Gebots. Ter Familienvater gmießt in seinem kleinen Gebiet alle Autorität und Achtung eines despotischen Königs. Ein Serbe denkt nicht daran, zu heirathen, zu kaufen, zu verkaufen, auszuwandern oder eine auch noch so unbedeutende Handlung zu begehen, ohne das Familienoberhaupt zu befragen. Man kann in Serbien noch große Haushaltungen von 70. 80 ja selbst 100 Leuten finden, die in völliger Freundschaft und Disziplin zusammenleben. Ein Mann, der nicht einmal der älteste sein muß, herrscht absolut über sie. Dieses Verhältniß beginnt damit, daß ein Mann mit allen seinen Kindern, Enkeln und deren Frauen zusammenlebt. Nach seinem Tode geht seine Herrschaft nicht nothwendiger Weise auf den ältesten Sohn über, sondern auf das einflußreichste Mitglied des Haushalts. Man findet, daß ein junger Bauer nicht nur seinen Kindern, sondern auch seinen Geschwistern, Schwägerinnen, Vettern, Kousinen. Onkeln und Tanten befiehlt. Der Verdienst aber fließt in seine Tasche und wird nach seiner Vestimmung ausgegeben. Gibt er seine Einwilligung zur Heircih eines seiner männlichen Unterthanen, so wird von der ganzen Familie ein neues Häuschen gebaut, und dort wohnt die junge Frau. Alle Mahlzeiten werden gemeinsam eingenommen und von Frauen aufgetragen, die nachher die kalten Ueberbleibsel essen dürfen. Die Stellung der Frauen ist ganz mittelalterlich. Ich bin." so führt Vivian aus, oft zum Frühstück oder Mittag von einem wohlhabenden Landmann bewirthet worden, der vielleicht Mitglied des Parlaments war; ich bin mit vielen Männern hereingekommen, die sich mit mir auf die besten Sophas und Stühle setzten, während Frau und Töchter, sogar die weiblichen Gäste, schüchtern an der Thür standen oder Liköre und Obstmarmeladen holen mußten, die einem Gast angeboten werden, sobald er das Haus betreten hat. Die vollkommene Unterwerfung der Frauen erhält sich natürlich nur bei der Landbevölkerung, die aber 99 Prozent des Volkes ausmacht. Die Belgrader diplomatische Gesellschaft, die einen äußeren Anstrich westlicher Sitten hat, beschränkt ihre Höflichkeit gegen die Frauen auf bloße äußere Förmlichkeit und vertheidigt instinktiv die Ueberlegenheit des männlichen Geschlechts. Bei den förmlichsten Gesellschaften in der Hauptstadt rauchen, spielen und amüsiren sich die Männer, während die Frauen gewöhnlich in einer Gruppe zusammenstehen und ohne Lebhaftigkeit schwatzen. Da die Serbinnen gewöhnlich sehr schön sind, erklärt sich diese Haltung nur durch die langen Jahre der Unterwerfung durch die Türken. Ist die Familie eims Mannes nicht groß genug, um sein Stück Land zu pflügen oder zu ernten, so ladet er alle seine Nachbarn zur ,,moba" ein, und sie kommen ihm dann zu Hilfe. Da die Serben sich nicht überarbeiten, finden sie Zeit zu allerhand unschuldigen Vergnügungen. Am beliebtesten ist der Tanz. Beim nationalen Kolo" bilden alle Frauen eine lange Kette und alle Männer eine zweite. Dann neigen sie sich beim Klänge der Sackpfeisen oder einsaitiger Jnstrumente in träumerischem, rhythmischem Schritt hin und her. Dieser Tanz ist sehr anmuthig. ui den? (5cviM&TaaL Richter: Wie kamen Sie denn dazu, Ihrem Manne bei dem Einbruche behilflich zu sein?" A n g eklagte (kleinlaut): Er brachte mir immer Sachen Liit, die nicht mehr modern waren!"

Urue Shakcsprarc-Statuk. Von deutscher Künstlerhand für eine deutsch, ZtaJJ geschaffen. In kurzer Frist wird ein, lange schon gehegter Gedanke seine Verwirklichung finden vmb in Weimar, wo durch Goethe und Schiller das deutsche Drama sich zur Blüthe entfaltete, auch ein Denkmal Shakespeares als eine monumentale Verherrlichung des Dich ters emporragen, in dem Deutschland den Vorgänger und Bahnbrecher seiner eigenen Bühnenkunst verehrt. Aus dem Wettbewerb, den man veranstaltete, um den Entwurf dieses Denkmals zu gewinnen, g?ng als Sieger der Bcrliner Bildhauer Otto Lessing hervor, und die von ihm modellirte Statue auf einem ihr entsprechenden Postamente wird sich dem von Rietschel geschaffenen Doppelstandbild Goethes und Schillers als ein Werk von wesentlich anders geartetem Gepräge hinzugesellen. In der Art des Historienmalers, der. auf geschichtlichen Studien fußend, an die äußeren Formen einer gewesenen Zeit anknüpft und aus ihnen heraus einen höchstmöglichen Grad überzeugender Wahrscheinlichkeit zu erreichen sucht, hat Lessing die schwere Aufgabe.

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Shakkspcare.Statue für Weimar. der Darstellung des gewaltigen Geistesheroen einer weit zurückliegenden Vergangenheit, dessen Erscheinung nur noch in verschwommenen Umrissen lebt, originell und packend gelöst. Wie er einst in Gestalt und Tracht unter seinen Zeitgenossen gewandelt haben mag, stellt er den großen britischen Dichter, der zugleich Schauspieler und Theaterleiter war, in zwanglos bewegter Haltung und in einer genrehaft anklingenden Auffassung dar, die in jedem Zuge darauf abzielt, den Menschen und Poeten zu kennzeichnen, der frei ist von aller beengenden Konvention und mit klarem Blick in das Leben hinausschaut, an dessen bunten Bildern sein eindringend beobachtendes Auge, seine lebendige gestaltende Phantasie sich erfreut. Die Rolle in der einen, die frisch erblühte Rose in der anderen Hand des Dichters sowie das lorbeerumkränzte Schwert und der mit der Narrenkappe bedeckte Schädel zu Füßen der Gestalt sind allegorische Hindeutungen auf Shakespeares Schaffen, auf seinen Ernst und auf seinen Humor, die so deutlich sprechen, daß sie der Erklärung nicht bedürfen. Trauriges Loos eine Seemanns. Auf dem Wrack des Schooners Courtneyfort," der an der Küste von Jzenbeck Island, Alaska, strandete, war der Matrose William Ode am 30. September zurückgelassen worden, während der Kapitän und die sämmtliche Mannschaft von einem vorüberfahrenden Schiffe aufgenommen und nach Seattle gebracht worden war. Aber erst vor einigen Wochen war der Schooner Carrie and Annie" nach Jzenbeck abgefahren, um den Matrosen zu retten, leider zu spät für den Aerm ften. der umsonst vier Monate auf Hilft gehofft hatte. Das nunmehr gefundene Logbuch, das der Matcofe geführt, gewährt einen schrecklichen Einblick in die Leiden dieses Mannes. Mit Bleistift schrieb er am 3. und 4. Februar seinen letzten Eintrag nieder: Endlich kommt der Tod. Ich war vier Monate Lllcin Grobe Fahrlässigkeit. Der Restaurateur Bumann zur Schwedenlinde" in Augsburg kam dieser Tage von der Jagd nach Hause und gab dem Kegelbuben das Gewehr, um es in die Wohnung zu tragen. Der Junge stolperte auf der Treppe, wobei sich das Gewehr entlud und der Schuß einer Putzfrau, die die Stiege putzte, in den Leib ging. Die Frau erlag schon nach dreiviertel Stunden der Verletzung. Beim Essen erstickte in einem Brooklyner Restaurant ein Fleischer, während er ein Beefsteak verzehrte. Er hatte das beste Beefsteak das zu haben war. bestellt und aß tüchtig darauf los. Auf einmal blieb ihm ein Stück in der Kehle stecken und er fiel vom Stuhle. Alle Bemühungen, ihn zum Leben zu bringen, waren vergeblich. Das Fleisch, an dem er erstickte, soll aus seinem eigenen Laden gewesen sein.

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