Indiana Tribüne, Volume 26, Number 287, Indianapolis, Marion County, 27 July 1903 — Page 3

Indianer Tribüne, 27. Juli 1903

3

' rrn mm hrmr. 37 uud 39 Süd Delaware Str. Der beliebteste und beftansgestattete Tanzsaal in der Stadt. Hauptquartier für alle deut scheu Vereine. Club und VersamlvugSzim er zu maßige Preise zu vermietheu. igenihüm. Dennis J. O'Brien's Sample Room 150 Kentucky Avenue. Neue Telephon 1631. Lunch von 9 Uhr Vorm. bis 1 Uhr Nachm. Jacob 301 West Washington Str Verkäufer be 5 berühmtm Quinine :: Whisky Das beste Mittel gegen Malaria und Erkältung. Saloon und Restaurant. Offen Tag und JUt. ürn.Stoeffler alssn. 202 Nord Noble Skr, Neues Telephon 2001. Dr. J. A. Sutcliffe Wund -Arzt, Geschlechts-, Urin- undRectum Arankheiten. Oiffce : 155 Ost Market Str. Tel. 941 Offtce-Siunden : 9 biZ 10 Uör Bm. : 2 tl 4125t N Zu vermiethen : Zimmer im Majestic :: Gebraude z rednzirten Preisen. Da? feinste Office-Gebäude in der Stadt vollständig seuersicöer. Schnelle Fahrstühle und alle modernen Bequemlichkeiten. Nachzufragen bei Gregory & Appel, Agenten, für die ZndianavoliS GaS Co. Stets ein großes Lager ...von. Kohlen Holz an Hand. Erhalten Sie unsere Preife bevor Sie kaufen AeueS Phvne 9291. AlteS (Main) 1150 Srohe uswahl von Aug. Diener, Ns. 449 Ost Washington Str. Jettes Telephon 2525. Neue Deutsche Apotheke Weber Dru Company. Ecke Washington und Illinois Str. Elaypool Hsttl. ZSix find errlustve gealt in JndianaVoliZ für VIN-TUNK. VIN-TONE wird von den hervorragendsten Ktrtttn s da fcfte tSrkunaSmittel emdsoblen. VIN-TONE erzeugt rast und Lebenskraft ist tat E Itnotgtstn.

Ger

Bo er.

2

J&JSKEX&JE Coal, Uti mä Co

Staatsstreich.

Militärischer Putsch gegen den Gouverneur vou Panama. Das liberale Partei-Organ von Offizieren der Armee überfallen. Selfame Kunde bezüglich der Bal kanwirren. Serbien und Bulgarien angeblich bundniblustig. Zahlreiche Gläubige am arlophage des Papstes. Cardinal Gibbons trifft in der evi gen Stadt ein. Peter's Sohn für throuunsähig er klärt. Eolombia. Militärische Gewalt, thaten. Panama, 26. Juli. Seit den Tagen der letzten Revolution, als man einen Angriff der Liberalen auf die Stadt befürchtete, herrschte hier keine solche Panik wie gestern Nacht. Kurz nach 9 Uhr erschienen General st ab S' Offiziere in den BureauZ von (51 Laviz", deZ liberalen Partei-Or. gans auf dem Isthmus und zerstörten die gestrige Ausgabe der Zeitung. Einer der Direktoren wurde leicht vermundet, entkam aber. Da das Zeitungs-Eebäude in einem sehr belebten Distrikt liegt, verbreitete sich die Kunde von dem Vorfall rasch. Einige Liberale der Gegend wollten Vergeltung üben, kamen aber zu keinem Vorgehen. Später umringte eine Compagnie Soldaten, wahrscheinlich unter den Befehlen d:3 Commandeurs der natiznalen Streitkrüfte, des Generals Vas quez Cobos, dieWohnung von Gouverneur Mutis. Indeffen waren der Gouverneur und seine Frau, eine Ame rikanerin, wenige Minuten vor Än kunft der Truppen gewarnt worden und entflohen. General Huertas und Andere, die bei Cobos wegen der Ungefetzlichkeit seines Vorgehens vorstellig wurden, sollen verhaftet sein. Ferner wurde berichtet, daß ein erfolgloser Versuch gemacht wurde, den Finanzsekretär Guerra zu verhaften. Gouverneur Mutis verbrachte die gestrige Nacht auf dem britischen Consulat, will aber auf dem amerikanischen Zuflucht suchen. Der amer. Consul Gudger suchte heute vergebens verschiedentlich um eine Audienz bei General CoboS, einem Bruder des Kriegsministers, nach. Ge neral Cobos bot, wie gemeldet wird, das Gouverneursamt verschiedenenCon servativen an und will selbst ein Civilamt annehmen. Eine Depesche des Consuls Gudger an den amer. Ge sandten in Bogota wurde von dem Agenten nicht befördert, wahrscheinlich auf Anweisung der Militär-Behörden. Zar Zeit der Absendung dieser De. pesche sind verschiedene Verhaftete in Freiheit gesetzt; dagegen bleibt der gleichfalls internirte Polizei Chef Arango in Haft. Gouverneur MutiS ist thatsächlich Gefangener. Unzweifelhaft wird Cobos eine Proklamation erlassen. worin er die bis jetzt unbekannten Gründe für sein Vorgehen angibt. Die Weigerung des Gouverneurs, Departements Gelder für nationale Auslagen herzugeben, war der Anlaß des Streits zwischen Civil, und Mili-tär-Gewalt ; denn seit einiger Zeit haben die Soldaten keine Löhnung mehr bekommen. Colon, 26. Juli. Diese Stadt ist durchaus ruhig, da der Staatsstreich des Generals Cobos gegen den Gou verneur Mutis von der Provinz Pa nama vorerst nur wenigen bekannt ist. Der Gouverneur dieser Provinz, Gomez, ist in aller Eile nach Panama berufen und abgereist. Serbien. Ein angebliche Verschwö r u n g. Wien, 26. Juli. Der Uniber sal" in Bukarest veröffentlicht eini sensationelle Meldung von einem An schlage, um eine Vereinigung Serbiens und Bulgariens herbeizuführen. In diesen Plan wäre die Absetzung des Fürsten Ferdinand, sowie die Abschaf. fung der Karageorgewitch'Dynastie einbegriffen, und er soll, der Meldung nach, zugleich eine Regelung der mace donischen Frage herbeiführen.

Nach diesem Berichte fand kürzlich in Belgrad eine geheime, Versammlung von bulgarischen Parlamentariern, hervorragenden Serben und Macedoniern statt, in welcher man sich über die Einzelheiten des Vorgehens einigte. Es soll sich um eine Militärconvention und einen Zollverein handeln. Die Verschwörer sollen entschlossen sein, ihr Programm, wenn möglich durch gesetz-

liche Mittel auszuführen, darunter eine Abstimmung des bulgarischen Parlaments. Sie sollen der Ansicht sein,, daß ein derart vereinigtes Königreich die Türkei überwältigen, die macedonischen Wirren enden und Serbien wie Bulgarien eine größere Zukunft garan tiren würde. Hier schenkt man der für phantastisch gehaltenen Erzählung keinen Glauben. Italien. Am Sarkophag Leo's. Rom, 26. Juli. Verschiedene tau. send Gläubige fanden sich heute in der Peterskirche ein, um an dem Sarkophag mit den Ueberresten des verstorbenen Papstes ihre Ehrfurcht zu bezeugen. Der Sarkophag trägt in vergoldeten Buchstaben die einfache Inschrift : Leo XIII. Pont. Max." In der Capelle des hlg. Sakraments wie in vielen anderen römischen Kirchen werden heute weitere Seelenmessen ab gehalten. Das Testament Leo's kam heute zur Verlesung. Obwohl das Besitzthum in Carpineto nominell dem Neffen Ludowico Pecci hinterlassen ist. so führt dies inWirklichkeit keine Aenderung herbei; denn das gesammte, auf annähernd 8120,000 geschätzte Familien-Eigen-thum war bereits unter die 3 Neffen vertheilt und Gras Camillo Pecci hat seinen Antheil bereits verkauft. Das Cardinals-Collegium traf heute weitere Vorbereitungen für das Conclave. Cardinal Gibbons ist heute angelangt, wohnte aber der Versammlung nicht bei. Um die Gemächer, wo das Conclave stattsindet, wird eine Mauer errichtet. Sie ist schon 10 Fuß hoch. Einige italienische Buchmacher wollten öffentliche Wetten auf die Aussichten der päpstlichen Candidaten veranstalten und um die nöthige Erlaubniß zu erwirken, erboten sie sich ihre Ge winne wohlthätigen Anstalten zu schenken. Die Regierung schlug indessen das Gesuch sofort ab. In der 6., heute abgehaltenen Sitzung des Cardinais Collegiums waren 45 Cardinäle zugegen. Cardinal Della Volpe, zugleich die Meinung einiger College ausdrückend, tadelte die Ceremonien beim gestrigen Begräbniß Leo'S des Dreizehnten, weil die Cardinäle sich nicht an der ganzen Procession betheiligten und beklagte sich im Allgemeinen über den Mangel an Ordnung. Cardinal Oreglia erwiderte, er hätte die selbst bemerkt und er werde die Schuldigen bestrafen. Bei dem kommenden Conclave wird das von Gregor XV. aufgestellte Ceremoniell beobachtet. Die Cardinäle haben beschlossen, während des Conclaves gemeinsam zu speisen, um die Arbeit zu erleichtern. Nach einem hiesigen Blatte entgegnete Cardinal Swampa auf die Frage, ob das Conclave von langer Dauer sein werde: Im Gegentheil, ich glaube, sehr kurz. Meiner Ansicht nach genügen 2 Tage zur Herbeiführung eines Uebereinkommens." Von dem Testamente Leo's, da? nach der Versammlung zur Verlesung kam, wurde nur der auf das Vermögen bezügliche Theil bekannt gemacht. Das religiöse Testament wurde nicht ver öffentlich!. Das Testament ist aus große Bogen in der kleinen, klaren Handschrist des Papstes geschrieben und wurde von den Testamentsvollstreckern, den Cardinälen Rampolla, Mocenni und Cretoni geöffnet. Die Verwandten waren eingeladen worden, aber nicht erschienen. Monsignor Merry del Val übermittelte in der heutigen Sitzung dem Col legmm den Bericht aus Santiago, Chile, über einen Vorfall, der sich da selbst bei der Seelenmesse für den ver storbenm Papst ereignete. Der Präsident der Republik und alle Behörden waren zugegen. Nach dem Berichte protestirte Mgr. Uguorto, der die Lob rede auf den Pontifex hielt, gegen die Usurpation des päpstlichen Gebiete durch Italien. Daraufhin verließ Graf Boasso die Kirche und ließ von der italienischen Gesandtschaft die italienische Fahne heraknehmen, die daselbst zum Zeichen der Trauer gehißt war. Der Vorfall machie einen unangenehmen Eindruck auf das hlg. Colle-

gium, da dies die erste Dissonanz-Note in der allgemeinen Trauer ist.

Wie ein römisches Blatt meldet, äußerte sich Mgr. Novz über einen Papst, der den Vatikan und Quirinal ver söhnen könnte, folgendermaßen: . Kein Papst haßte jemals Italien. Es ist die Regierung, die sich mit dem Papste auszusöhnen hat. Sicherlich zeigte sich Italien, beim Tode Leo's. zu einer Versöhnung befähigt." Cardinal Gibbons. Rom, 26. Juli. Cardinal Gib bons kam in Begleitung seines Sekretärs Garvar an und wurde von Mgr. Kennedy, dem Rektor des Am. Collegs, u. A. empfangen. Der Cardinal, der im SulpicianerHaus wohnt, machte heute dem Cardinal Oreglia im Vatikan seine AufWartung. DenkmalfürLeo XIII. R o m, 26. Juli. Dic Municipalität von Carpineto, dem Geburtsorte des Papstes, hat eine Subscription zur Errichtung einer Colossalstatue für den Verstorbenen begonnen. Das Denkmal soll vierzig Meter hoch sein und auf dem benachbarten Monte Capreo stehen, wo Leo in seinen jungen Jah ren der Jagd huldigte. Katholiken in der ganzen Welt werden aufgefordert. zu dem Fonds beizusteuern. Ernesto Biondi ist als Bildhauer .in Aussicht genommen. Nuszland. P?ters ältester Sohn. St. Petersburg, 26. Juli. Ein Specialist in der Behandlung zurückgebliebener Kinder untersuchte wäh rend der letzten Woche auf Befehl der kaiserlichen Regierung Prinz Georg, den ältesten Sohn des Königs Peter Karazeorgevitch von Serbien. Er meldete dem Kaiser, daß der Knabe degenerirt sei. Georg, 1883 geboren, wurde unter Leitung des russischen Hofes erzogen und ein kurz nach der Belgrader Tragödie , veröffentlichter Bericht besagte, er sei herangebildet worden, um den Thron Serbien's einzunehmen. Am 12. Juni meldete eine Berliner Depesche an die LondonerTimes, König Peter wolle zu Gunsten seines Sohnes abdanken. Deutschland. Große Kalilager entdeckt. B e r l i n, 26. Juli. Bei Mönchsgennten in der Provinz Hannover sind mächtige Kalilager entdeckt worden. aber mit der Ausbeutung dürfte man sich nicht allzu sehr beeilen, denn der Verbrauch von Kalisalzen hat sich in neuerer Zeit durchaus nicht so ge steigert, daß eine Mehrförderung großen Nutzen verspricht. Mit der Entdeckung neuer Kalilager hat die Nachfrage keinen Schritt gehalten. Das Unglück in Schlesien. Berlin, 26. Juli. Cin Artikel der ministeriellen Berliner Correspon denz", welche die Stellungnahme der preußischen Regierung zu der verhängnißvollen schlesischen Hochwasser-Kata-strophe behandelt, hat allgemein höchstes Befremden hervorgerufen und begegnet vielfach dem schärfsten Tadel. Nach den Auslassungen jenes Organs wird sich die Erwartung, daß die Regierung sofort mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln eingreifen werde, um dem Elende der so schwer Heimgesuchten zu steuern, nicht erfüllen. Vielmehr will die Regierung die Linderung der ersten Noth gänzlich der Privatwohlthä tigkeit überlassen und erst helfen, nach dem die localen Verwaltungsbehörden den Umfang des Schadens, sowie die beste Art der Vertheilung von Geld vnd anderen Unterstützungsmitteln festgr stellt haben. Noch ungünstiger wird es vermerkt, daß aus privaten Spenden auch die Kosten für die Aufräumung der durch die Hochfluth geschaffenen Trümmer und die äußerst nothwendige Desinfection in den betroffenen Bezirken bestritten werden sollen. Denn die Verhütunz von Epidemien ist klärlich polizeiliche Aufgabe, un) die Behörden haben kein Recht, die Verantwortung dafür auf private Schultern abzuwälzen. Das wird offen und laut gerügt. und der Regierung wird ihre unweise Stellungnahme sehr verdacht. Man wirst ihr vor, daß für zahllose Denkmäler, großartige Feierlichkeiten und allen möglichen festlichen Klimbim die Hunderttausende zum Fenster hinausgeworfen würden, aber dem Elend und der Noth der unglücklichen Schle sier gegenüber versage ihre Opferwillig keit und Hülfsbereitschaft.

Selbst regierungsfreundliche Blätter äußern ihr Befremden und sprechen die Erwartung aus, daß man sich an maß gebender Stelle ehestens eines Besseren besinnen werde. Inzwischen hat, wie bereits gemeldet wurde, das preußische Ministerium 10 Millionen Mark für die Nothleidenden aussetzt. Gnadengehalt für Lilien c r o n. Berlin. 26. Juli. Kaiser MlHelm hat dem Lyriker Freiherrn Detlev von Liliencron. welcher in Alt-Rohl-stadt wohnhaft ist, ein Gnadengehalt von jährlich 2000 Mark aus seiner Privatschatulle bewilligt. Liliencron ist Veteran der Feldzüge von 1866 und 187071 und wurde in beiden ernst

lich verwundet. Er ist Hauptmann a. D. Der Kaiser hat bei verschiedenen Gelegenheiten seiner Sympathie für den Dichter, dessen materielle Lage eine sehr beschränkte ist, Ausdruck verliehen. Frankreich. Frankreich nicht der Ver mittler. Paris. 26. Juli. ES werden Meldungen veröffentlicht, nach welchen der japanische Prinz Jmpahama nach Paris kommen solle, um im Auftrage des Kaisers von Japan Frankreich's Vermittlung zwischen Rußland und Japan nachzusuchen. La Patrie" ließ bei einem hohen Beamten der japanischen Gesandtschaft anfragen und dieser stellt in Abrede, daß dem Prinzen eine derartige Mission ertheilt sei. Japan brauche nichts als Frieden, sei aber entschlossen, seine Rechte zu behaupten. Philippinen. Der Commandowechsel. Manila, 26. Juli. General' major G. W. Davis, der die Altersgrenze erreichte, hat das Commando über das Philippinen - Departement dem Generalmajor James F. Wade übertragen. Als letzte Amtshandlung nahm General Davis eine Besichtigung aller Truppen bei Manila vor. Er fährt auf dem Transportdampfer Sherman uach San Francisco. Der Bericht über den Fall des Oberleutnants Hamilton Foley. der der Unterschlagung von Soldaten-Geldern und anderer finanzieller Vergehen beschuldigt ist, wurde nach Washington übermittelt. Er wird wahrscheinlich entlassen. Mysteriöse Liebestragödie. New York, 26. Juli.O Heute Morgen erschien ein gut gekleideter Mann mit einer eleganten und hübschen Dame von etwa 23 Jahren im Morton Haus und schrieb sich als C. Weiß mit Frau aus Syracuse, N. Z)., ein. Am Spätnachmittag hörte man die Frau schreien, 3 Schüsse folgten und als man das Zimmer betrat', fand man Beide erschossen. Neben dem Mann lag ein Revolver und nach Ansicht der Polizei erschoß er zuerst die Frau und verübte sodann Selbstmord. Ueber das Motiv der That fehlt jeder Anhaltspunkt. Schiffsnachrichten. Angekommen. NemJork: Cymric" von Liverpool; La Bretagne" von Havre; Umbria" von Liverpool. Abgefahren: Queenstown : Lucania" nach New York. Ein Dynamit - Attentat wurde in dem Dorfe Przonsna, Kreis Rybnik in Schlesien, gegen den Hauptlehrer Magura verübt, der bei der Reichstagswahl gegen den polnischen Kandidaten Kowalczyk eifrig agitirt hatte. Bisher nicht ermittelte Personen warfen in die Wohnung Magura's zwei Dynamitpatronen, welche dort explodirten. Ein Theil des Hauses wurde demolirt, die M'öbcl in den Zimmern sind zertrümmert. Menschen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden. Ein unangenehmes Abenteuer auf der Zugspitze hatten fünf Herren aus München zu bestehen. Sie waren ohne Führer zu der Tour aufgebrochen, kamen vom Wege ab und blieben hilflos lange Zeit in der Jrmenscharte sitzen. Nach vielen Mit hen erst entdeckte einer der Herren den Weg zum Zugspitzenhaus und requirirte dort Hilfsmannschaften, welche die vier anderen Verirrten in fast bewußtlosem Zustande auffanden und nach der Höllenthalhütte transportir-ten.

Galvrslons Acc-Schukwäll. Ein OunLerwcrk Ver modernen Ingenieurs kunst und sein Ju?e. Für die Hafenstadt Galreston, Tex., wird zur Zeit ein See-Schutzwall errichtet, der nach seiner Vollendung der Stadt die Gewähr bieten dürfte, daß sie nie wieder eine ähnliche Katastrophe erleben wird, wie die im September 1900. Die mächtige Barriere vermag auch dem höchsten und stärksten Wellenschlage Trotz zu bieten. Die Pläne für das Millionen von Dollars verschlingende Werk stammen von dem vor zwei Jahren pensionirten Brigade-

Theile des See-SchutznisllcS. general H. H. Robert vom Äer. Staa-ten-Jngenieurkorps. Alfred Noble von Chicago und H. C. Nipley von Ann Arbor. Der im Oktober 1902 begonnene Bau wird so schnell gefördert, als die großen Hilfsmittel der modernen Jngenieurskunst es nur gestatten, und in weniger als einem Jahre hofft man das Werk fertiggestellt zu haben. Der aus Concrete-Masse erbaute Wall erstreckt sich vom südlichen Hafendämme Galvestons auf eine Länge vsn 17.593 Fuß oder über 3 Meilen am Ufer des mexikanischen Golfes. Er ist an seiner Basis 16 Fuß und an seiner oberen Kante 5 Fuß breit. Letztere liegt 17 Fuß über dem mittleren Wasferstande und 1 Fuß 4 Zoll über dem höchsten Punkte, den die Sturmfluth im Jahre 1900 erreichte. Die nach der Seeseite liegende Wallfläche beschreibt eine Kurve, so daß ihr oberster Theil senkrecht abfällt. Das Wallfundament besteht aus Pfahlwerk, das durch Sheet Piling" und Steinschütjungen vor Unterminirung geschützt ist. Das Pfahlwerk ist ungefähr 40 Fuß tief in den Thonbodcn eingelassen. Außerhalb des Pfahlwerks zieht sich die Sheet Piling hin. mächtige, dicht aneinander stehende Baumstämme, die in den Boden eingerammt sind. Auf dem Pfahlwerk erhebt sich der Wall. Die an der Wasserseite des Walles liegenden Steinschüttungen bestehen aus Granitblöcken, von denen manche über eine Tonne wiegen. Die Schüttungen sind von 3 bis 5 Fuß hoch und erstre cken sich bis zu 27 Fuß in die See hin aus. An der Rückseite des WalleS wird der Boden in einer Breite von 200 Fuß bis zur Höhe der oberen Wallkanie aufgeschüttet. Auf der Fläche wird ein 30 Fuß breiter Fahr weg und eine 9 Fuß breite Promen'ad für Fußgänger angelegt. Außerhalb der Promenade wird die Aufschüttung auf eine Breite von 60 Fuß mit Wermudagras besät, das wegen der Zähigkeit bekannt ist, mit der es das Erdreich von Küstengeländen bei heftigen Attacken der Wellen zusammenhält. Aus Waidhofen a. d. Fbbs wird gemeldet: Der durch die Besteigung des Wiener Stephansthurms bekannt gewordene Sprenglergehilfe Joseph Pircher stürzte beim Anstreichen des hohen eisernen Schlotes der hiesigen Elektrizitätswerke etwa 9 Meter auf die Böschung, wo er bewußtlos liegen blieb. Als ärztliche Hilft aus der Stctdt kam. war Pircher vcrschwunden. Er hatte sich erholt und war hinkend in die Stadt zurückzegangen. Pircher klagt über Krcuzschmerzen, befindet sich aber sonst wohl. Er hcmtt ihn. Studiosus: Heute-heißt es also zu Hause bleiben der Onkel kommt!" (Es klopft Studiosus in die Bücher vertieft) Herein!" H aus f r a u : Herr Süffel, Ihr Herr Onkel schickt von der Kneipe her und läßt fragen, warum Sie heute nicht kommen!" , Weibliche Krebse unterscheiden sich in ihrer Bauart insofern von den männlichen, als ihre Form im Ganzen kürzer, gedrungener und der Schwanz breiter ist. die Scheeren aber kleiner sind. Dies zu wissen, ist deshalb nicht unwichtig, weil bei entvölkerten Gewässern die gefangenen Weibchen sämmtlich wieder in's Wasser gebracht werden sollten. Sehkraftkehrtewieder. Jos. Brink in Binghampton, N. Y.. der vor einigen Jahren plötzlich total erblindete. ist ebenso plötzlich wieder sehend geworden, nachdem er die berühmtesten Spezialisten des Landes vergeblich konsultirt. Er erklärt, daß seine Augen jetzt besser seien, wie noch je zuvor. Sechszehn jerbischeOffi ziere sind in Zivil nach der ungarischen Donaustadt Pancsova gereist und H2ben den dortigen Stadthauptmann gebeten. in vier verschied;nen Städten der Umgegend Wohnung nehmen zu dürfen, weil sie unter dem neuen Regiment aus Serbien hätt:n fliehi'n müssen.