Indiana Tribüne, Volume 26, Number 286, Indianapolis, Marion County, 25 July 1903 — Page 6
Jttdiana Tribüne, 23. Juli 1903.
A M 2 8 0 k vi V !Ü 0 i W o s In einem überhitzten Zustand I G $ A Ä on u viel Arbeit und 33er j gungen im Freien fühlen tr nt ,u easch ad, und als Resultat y leiven wir an $ i Steifheit der Klieder. d 5 4 4 m b i D! Anwendung on St Jakobs Oel Si V Z ? l p vW vi vty U SV v SV $ A Z Ä A Z A S 9 & A bringt schnelle und sichere Heilung. Preis 25c und 60c ! v B Denn Sie das Beste wünschen das es gibt in Möbeln, eppichcn . . . und. . . . ...Oefen... so gehen Sie zu WILLIG'S Möbel-Laden, 141. SB. Washington Str. Saar oder Credit. LE0IÄND0 ' M 0 142 Nord Pennsylvania Straße, Hauptyuirtler für Brillen und Operngläser. ZVM IJOWSflVfUlAj nstsi VrrVtfSG ' K WiA 1112 UrtSni erbe ach en besten Methode den lugt ajewt&U ffsaftltät Lngen werden schmerzlos eingeletzt. Big 4t Route .Ercursionen... Sonntqg, 2. Juli, Lavrenccöurg, Aurora und Zvischenftationen. $1 .0 Rundfahr?". . V . ; c . AbkaKrt des Spezialmgs von hier um 7.30 Uhr Morgens; Retourfahrt von Aurora 7.20 Uhr bends. H. M. Bronson, A.G.P.A. 1 Zurvatts, Eisen und Blech-Arbeiten, Joseph Eaidner. 3741 Kenwöy Avenus Telephon 322. Wilökannen, Oelbehalter und Aschenbehälter ans Bestellung gemacht.
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Europäische Nachrichten.
Ircic Städte. Bremen. Ter 23 Jahre alte Dreher Otto Düwahl aus öNel ist hier während einer Kahnfahrt auf der Weser über Bord gefallen und ertrunken. Mit einem Collegen zusammen feierte er des letzteren Geburtstag. Nachdem sie einige Bierhallen besucht hatten, kamen sie auf den unglücklichen Einfall, eine Bootfahrt auf der Weser zu machen, obwohl keiner der Beiden zu rudern verstand. Ertrunken ist der 27jährige Grünwaarenhändler Paul Krieg aus der Marthastraße 42, der mit zwei Freunden am Köhlbrand badete und dabei in eine Untiefe gerieth. Er war des Schwimmens nicht kundig. Die in der Claus - Gothstraße belegene große Holzsägerei von Robert Boß ist zum Theil ein Raub der Flammen geworden. Die Entstehungsursache des Feuers wird auf Selbstentzündung von Sägcspähnen zurückgeführt. Hausmakler I. S. Levten beging mit seiner Frau Henriette, geb. Weinheim, das Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar, der zu den ältesten, regelmäfeigen Besuchern der Börse gehört, konnte vor einiger Zeit seinen 80. Geburtstag begehen, während seine Gatiin im 74. Lebensjahr steht. Ein schwerer Unfall ereignete sich in der Nähe des Stellwerks Wtm beim Rangirbahnhof in Rothenburgsort. wo der Hülfsweichensteller Beters von einem Zuge überfahren und lebensgefährlich verletzt wurde. Der Berungluckte wurde in das Alte Allgemeine Krankenhaus gefahren und ist dort seinen Berletzungen erlegen. Lübeck. Senator Dr. Behmer beging unter vielen Aufmerksamkeiten von nah und fern seinen 73. Geburtstag. Die hiesige Regimentskapelle ehrte irrn ourcy ein i-tandchen. Der hochbetagte, aber noch rüstige Herr, der sich auf dem Gebiete der Geschichtsforschling und namentlich um den tfanfischen Geschichtsverein große Verdienste erworben hat. ist das älteste Mitglied des Senats und hat unserem Staate mehrmals schon als regierender Bürgermeister vorgestanden. Er gehört oem tetnat fett dem 27. Januar 1870 als Mitglied an. An der Ecke der Aegidien und Schild Straße brannten drei Hauser nieder. Der Brand entstand in der Wobnuna der Wittwe Hilbrecht, die schwere Brandwunden erlitt. Scywstz. Cherbres. Der ordentliche Professor der Philosophie an der Neuenburger Akademie, Dr. Ernst Murisier, ist, 93 Jahre alt, hier gestorben. Genf. Auf dem Salöve verunglückte tödtlich der Mechaniker Jean Schmutz von Basel. In der schonen Jahreszeit unternahm er oft einsame Ausflüge. Der Unglückliche scheint auf einem durch die Feuchtigkeit glatten Fels ausgeglitscht zu sein. Er that einen Fall von etwa 50 Meter. Luzern. Das hiesige Tageblatt widmete dem seit vierzig Jahren im Dienste der kantonalen Militärverwaltung stehenden Kreiscommandanten Oberstleutnant Rud. Luternauer einen sympathischen Artikel. S a r n e n. Der Kantonsrath wählte zu seinem Präsidenten 1903 1904 Nationalrath Ming und zu sei nem Bicepräsidenten Xaver Spichtig. St. Gallen. Fabrikinspektor Dr. Schuler ist gestorben. Dr. Schuler, ursprünglich Arzt, war schweizerischer Fabrikinspektor seit dem Erlaß des Fabrikgesetzes im Jahre 1877. Zürich. Die hiesige Universität feierte ihr 70. Gründungsfest. Eingeleitet wurde dasselbe mit einem Festzuge der Studentenschaft durch die Stadt hinauf zum Universitätsgebäude. Sodann fand in der Aula des Polytechnikums die offizielle Feier statt, zu welcher sich fast sämmtliche Universitäts - Professoren mit dem derzeitigen Rektor Professor Dr.Georg Cohn und dem Prorektor Professor Christ an der Spitze eingefunden hatten. Heskorreicl?''Zlgrn. Wien. Eine in ihrer Art wohl höchst seltene Familienfeier wurde in der Michaelkirche begangen. Josef Helfenbein und seine Gattin Theresia, geborene Ziffer, feierten die goldene, der Schwiegersohn des Paares, Josef Kohl, Druckereileiter der Wiener Zeitung", und seine Gattin Johanna die silberne Hochzeit und zur gleichen Stunde fand die Trauung des Fräulein Ottilie Kohl mit dem Postassistenten Alois Grabner statt. In Perchtoldsdorf hat sich der 43jährige Jsidor. Guthmann von hier erschossen. Guthmann war Mitbesitzer der Wiener Wechselstube I. Guthmann Söh. ne, die bis vor zwei Jahren im 1. Bezirke, Singerstraße No. 5, bestand. Der in Währing, Gentzgasse, wohnhafte Getreideagent Julius Schwarz, welcher, nachdem er einem GetreideHändler 15.000 Kronen unterschlagen hatte, flüchtig geworden war, wurde in Budapest verhaftet. Die neun Jahre alte Josefine Walter wurde in der Nähe der elterlichen Wohnung, Favoriten. Erlachgasse No. 113, von einem Milchwagen überfahren. Das Mädchen, welchem die Räder über den Kopf gegangen waren, erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Der in Theaterkreisen bekannte Komponist Leo Held hat sich in seiner Wohnung erschossen. Der Selbstmord erreate
großes Aussehen. Das Motiv ist unbekannt. Bogen. Elektrotechniker Franz Dejacom, welcher in einem Transformatorcnhäuschen arbeitete, wurde plötzlich todt hinausgeschleuv:rt. G r a z. Dem mit dem Titel und Charakter eines Hofraths bekleideten oernnanzralye uno inanzprolurator Dr. Gustav Conrad wurde das Komthurkreuz des Franz Josef-Or-dens verliehen. Statthaltereirath Heinrich Freiherr von Hammer-Purg-stall wurde zum Hofrath ernannt. Gumpoldskirchen. Beim Sprengen der Stcinfelsen wurden zwei Arbeiter durch einen, sich vorzeitig ablösenden Felsblock getroffen. Einer der Arbeiter I. Cechini wurde getödtet, der
zweite. Franz Klos, am Oberkörper und den unteren Extremitäten schwer verwundet. Innsbruck. Bei dem Juwelier Virsing wurde ein Einbruchsdiebstahl verübt. Die Diebe, welche noch nicht ermittelt sind, räumten das gesammte Lager aus. L a i b a ch. Gymnasialprofessor Si mon Ruthar starb infolge Verbrennung. indem seine Kleider an einer Kerzenflamme Feuer fingen und er bewußtlos niederfiel, ehe er sich noch der brennenden Kleider entledigen konnte. M e r a n. Im Philippinum", dem hiesigen Priesterkrankenhause, verübte Pfarrer A. Danek aus Mähren einen Selbstmordversuch, indem er Gift nahm sowie die Halsadern und die Pulsadern am Handgelenke öffnete. Der 58jährige Priester ist infolge der schweren Verletzungen gestorben; er litt an Verfolgungswahn. St. P ö l t e n. Die niederösterreichische Landes - Realschule und das Obergymnasium Hierselbst feierten das Jubiläum des vierzigjährigen Vestandes unter lebhafter Theilnahme der Bevölkerung und der Unterrichtsbehörden. Wiener-Neusiadt. Der Sekretär der hiesigen Vezirkshauptmannschaft Franz Gröschl, der nach Unterschlagung von Amtsgeldern in der Höhe von 000 Kronen flüchtig wurde und aus Oedcnburg an seine Frau ein Schreiben richtete, daß er sich erschießen werde, hat sich der hiesigen Staatsanwaltschaft selbst gestellt. Gröschl wurde sofort in Haft genommen. ' Windischgratz. Eine Feuersbrunst, welche durch herrschenden Sturm große Verbreitung fand, äscherte 45 Häuser sammt Wirthschaftsgebäuden vollständig ein. Luxemburg. Luxemburg. In dem Caf6 Kremer - Jacques wurde eingebrochen. Die Diebe stahlen das vorhandene Geld, Silbergeschirr, Cigarren und gingen unbehklligt von dannen. E s ch. Der Arbeiter Piermarin wurde von zwei manövrirenden Waggons dermaßen getroffen, daß er seinen Verletzungen erlaa. I m Schloßparke des Grafen von der Recke - Volmerstein zu Oberwitz bei Gogolin in Schlesien ist der Kriegs- oder Heerwurm fünf Tage lang beobachtet worden. Er besteht aus der wandernden Masse zahlloser Larven der Thomas - Trauermücke" (Sciara militaris). Tausende und Abertausende grauer, fast durchsichtiger Maden, die durch .Schleimmasse zusammengehalten werden, schleichen mit der Schwerfälligkeit der Schnecke, wie diese einen silberglänzenden Streifen getrockneten Schleimes hinter sich zurücklassend, dahin, im Ansehen ganz einer getrockneten, doch beweglichen Schlangenhaut gleichend. Das Erscheinen des Heerwurmes gab seit seinem ersten Bekanntwerden in Schlesien im Jahre 1603 Veranlassung zu mancherlei Aberglauben, so zur Erwartung von Krieg. Pestilenz und Hundersnoth. galt langeZeit als Spuk und war bis um 'abre 1852 noch eine wissenschaftlicheStreitsrage. Ein Riesenprozeß fand kürzlich in Como statt. Vor den Schranken des Gerichts befanden sich nicht weniger als 65 Angeklagte und einige hundert Zeugen die ganze Bevölkerung des Dorfes Cabiate. Der Thatbestand ist folgender: Don Bizzozero. der grauhaarige Seelsorger des Ortes, hatte als Coadjutor einen jungen Priester, Don Comi, der durch seine leidenschaftliche Propaganda für die Sache der christlichen Demokratie den Zorn des Bischofs erregte und in eine andere Gemeinde versetzt wurde. Don Comi schickte sich an. dem Vefeble zu genügen; aber als die Stunde der Abfahrt nahte, lauteten die Bauern Sturm, schaarten sich zusammen, verhinderten die Abfahrt Don Comis und zwangen ihren alten Seelsorger durch Drohungen, aus dem Orte zu entfliehen, da man annahm, er habe die Verfetzung des Coadjutors bewirkt. Als Don Comi nun einen zweiten Versuch machte, demBefehle des Bischofs Folge zu leisten, brachte ihn die Menge mit Gewalt in seine Amtswohnung zurück und umstellte das Haus mit Wachen, denen der junge Priester sich erst nach dreitägiger Belagerung durch dieFlucht zu entziehen wußte. Am Tage darauf kehrte Don Bizzozzero auf seinen Posten zurück, starb aber nach kurzer Zeit infolge der erlittenen Aufregungen. Jetzt haben sich die angesehensten Leute des Dorfes unter der Anklage des Landfriedensbruches vor Gericht zu verantworten.
Tie serdisiyen Mtniflc?. Der Ministerpräsident Jowan Awakumovitsch ist der politischen Welt kein Unbekannter. Vor elf Jahren war er bereits einmal Ministerpräsident, vorher auch mehrmals Justizminister UNter Ristitsch. Dem Anwaltsstandi? angehörig, war der jetzt 58iährige Mann seit langen Jahren politisch "als entschiedener Liberaler, zuletzt Radikaler thätig. Er galt als einer der gcfährlichsten Gegner des letzten Kabinetts. Ljubomir Kaljewitsch, der neue Ministor des Aeußeren. ist ebenfalls kein
Neuling in der Politik. Auch er war schon einmal 1875 Ministerpräsident. Später aber als Gesandter in Wien thätig. Er ist vielleicht der befähigste Kopf des neuen Kabinetts, und mit seinen 60 Jahren derjenige, der über die meiste praktische Ersahrung verfügt. Zwei der hervorragendsten übrer der Radikalen sind der neue Minister des Inneren. Stojan Protitsck. und der Jnstizminister Ljubomir Schiwko witsch. Beide wissen ein Lied von der Huld der Obrenowitsch an singen: beide wurden anläßlich des Attentats auf Milan zu 20 Jahren Kerker verur theilt, später jedoch begnadigt. Si? stehen auf der .'döhe ihrer Kraft. Pro titsch zählt 47. Schiwkowitsch 42 Jahre. Auch der neue 5andelsminister Gentschitsch hat den Zorn der Obreno. witsch am eigciien Leibe erfahren. Als Alexander zur Heirath mit Traga Maschin schritt, trat er. damals Mini, ster des Inneren, entschieden gegen diese Heirath auf. Ein Brief, den er nach vollzogener Vermählung aus Abbazia an den König schrieb, bracht? ibm vor zwei Jahren die Verurthei lung zu acht Jahren Gefängniß, später wurde er begnadigt. Vom zvinanzminister Woiislaw Weljkowitsch ist zu erwähnen, daß cr früher Kabinettschef König Alexanbers war: in der Skupschtina gehörte cr zur liberalen Opposition. Ljubomir Stojanowitsch schließlich, der Kultusminister, ist der Oeffentlichkeit ebensowohl als Politiker wie als Hochschullehrer bekannt. Der Vautenminister Maschin war Offiuer, gehört zur Verwandtschaft der Königin Draga und nahm an dem Königsmordc Theil. Taufe rusftstZ'er Juvcn. Der heilige Synod in Rußland hat auf Veranlassuna des Ministeriums des Inneren einen Ukas erlanen. nach welchem es verboten wird .eine Zaii an einem Juden außerhalb des Ansiedlunasravons zu vollziehen, falls derselbe nicht ein Zeugniß der örtlichen Polizei vorweist, daß ihm das uoynrecht außerhalb des jüdischen Ansicdelung.srayons zusteht. Besitzt er dieses Recht nicht, so kann der Jude nicht getauft werden, sondern muß in sein Ansiedelunasravon zurückkehren und sich dort die Erlaubniß zu einem Glaubenswechsel auswirken. Wer yeUlge Svnod. das heikt richtiger ausgedrückt. .Ierr Vobiednostzew. will auf diese Weise verhindern, daß Juden durch ihren Uebertntt zur orthodoxen Kirche das russische Tindiacnat und damit die Erlaubniß gewinnen, überall imReiche sich niederlassen. Handel treiben und Grundbesitz erwerben zu dürfen. Es ist ia nicht zu bestreiten. dtö die Zahl dieser russischen ..Neuchristen" in den leiten Jahren sehr uberhand genommen hat. Hier wiederholen sich dicselben Erscheinungen, die vor länger als vierhundert Jahren in Spanien sich bemerkbar machten. Wie damals die Inquisition etaen die Nucvos Christianos" scheinbar bekehrte Mauren und Juden mit allen gesetzlich verfügbaren Mitteln vorging, so möchte man in Runland aeaen die Neuchristen im zwanzigsten Jahrhundert verfahren. Herr Pobedonostzew will den Uebertritt vieler russischer 5!uden zur orthodoxenKirche aus anderen als ausGründen der religiösen Ueberzeugung nach Möglichkeit erschweren, ja am liebsten ganz verhindern. Die berillztnte 5chlttt B:n Tlala b-i Thusis im Hinter-Rheinthal. in welcher drei hohe Brücken den wildschäumenden jungen Rhein überqueren. wird in Kurzem den staunenden Blicken noch mehr als bisher erschlosscn. Um die ganze schauenich-schone Schlucht inAugenschein zu nehmen, genügten die 7276 Meter hohen steinernen Brücken, die in kühnen Bogen die schroff abfallenden Felsen mit einander verbinden, nicht; es mußte zwischen der ersten und zweiten Brücke ein Ganz in die Tiefe' ermöglicht werden, und dieses Werk ist nun durch den Berkehrsvercin Thusis ausgeführt; es ist ne auf Felsen ruhende, in Serpentinen angelegte, aus behauenen Steinen bestehrnde und mit eisernem Geländer versehene, 300 Stufen zählende Treppe, auf welcher man in die Nähe des Wassers hinunterst-igt, um von dort aus an zahlreichen Wassermühlen vorbei durch eine Halbgallcrie an Aussichtspunkte zu gelangen, die einen Blick in die ganze großartige Schlucht gestatten. 2z i n o c x weroen in Lonoon zayrlich zwischen 15.000 und 16,000 verloren, aber beinahe 98 Prozent derselben werden durch die Hilfe der Polizei ihren Eltern wieder zugestellt. Der Gesammtwerth bt3 Exports von Schuhen und Stiefeln aus den Ver. Staaten ist von rund 5500.000" im Jahre 1893 auf über 86.000.000 im Jabre 1903 gestiegen.
y-M 1 I MM ! i : : 7 :!"!"! ! II :!!; i HiNlü, Huf und Plnd
J--V'-t---..-....-. ...... : 4 .i Sardelleneier. Frischgekochte, harte Eier werden in der Mitte durchgeschnitten, auf eine flache Schüs fei gelegt, auf jedes Ei eine gerollte Sardelle und auf diese eine Kaper gelegt. Um Schimmel an Würsten. Schinken und dergleichen aufzubewahrenden Eßwaaren vorzubeugen, oder ihn da, wo er eingetreten ist, zu beseitigen, ist nichts empfehlenswerther, als gewöhnliches Kochsalz in einem Teller nur mit so viel Wasser zu übergießen, daß eme breiartige Lo sung des Salzes erfolgt. Wenn man schimmelige Wurste mit diesem Salz brei dann anstreicht, verschwindet der Schimmel sofort, und nach einigen Tagen überziehen sich die Wurste m: überaus feinen Salzkristallen, die jeder weiteren Schimmelbildung vorbeugen. Ein ausgezeichnetes Rührei-Rezept ist folgendes: Man löst eine halbe Maggische Bouillonkapsel in drei Eßlöffeln kochenden Wassers auf, verquirlt mit dieser Kraftbrühe zwei bis drei Eier und ein bis zwei Eßlöffel Tomatenmus. In flacher Pfanne läßt man etwas Butter zergehen, dünstet darin wenig kleingehackten, zarten Schinken, gibt die vor bereiteten Eier dazu und macht das Rührei fertig. Beim Anrichten misch man vier bis fünf Tropfen Maggis Suppen- und Speifen-Wurze gut dar unter. Wer es liebt, kann auch noch geriebenenParmesankäse darüber streuen. Tomaten einzulegen. Die dankbarste und beste Methode, Tomaten zu konserviren, ist das Einlegen derselben in Salzlake. Letztere bereite man, indem man ein Ei mit Nachweislich ganzer Schale m ern Gefäß nu Wasser legt und in dieses nun so vie Salz schüttet, bis das Ei in die Höhe steigt. Nun legt man in den Steintopf, in welchem die Tomaten aufbe wahrt werden sollen, letztere schichtenweise, so fest es nur geht, und gießt die Lake darüber. Bedingung ist, daß man tadellcs frische Tomaten verwen det und dieselben noch vor dem Ein legen mit einem Tuche abwischt. Aus die ganz mit Lake bedeckten Früchte legt man ein kleines Brett und beschwert es mit einem Stein. Nun verbindet man den Topf gut mit starkem Papier, und man wird sich wundern über die Haltbarkeit und den guten Geschmack der konservirten Tomaten. Gewinnung der Ameis e n e l e r. Ameiseneier richtiger ae sagt, Ameisenpuppen sind ein ganz vorzügliches Vogelfutter. Am besten eignen sich zum Einsammeln derselben warme, sonige Tage; an trüben Tagen liegen die Puppen statt m den obe ren Stockwerken des Baues mehr in der Tiefe, oft sogar meist rn den unter irdischen Gängen. Die AusrüstunasGegenstände für den Sammler sind eine große Botanisirbüchse, ein großer Schöpflöffel, ein Bett- oder Tischtuch und eine Serviette. Nachdem in der Nähe der Ansiedlung das Bett- oder Tischtuch ausgebreitet ist, schlägt man dessen Ecken und Kanten um und birgt darunter Zweige von Laub- oder Na delholz; man kann diese auch in der Mitte des ganz ausgebreiteten Tuches zusammenlegen. Dann sucht man sich zunächst durch Handschuhe und durch Zubinden der Beinkleider möglichst ae gen die schmerzhaften Bisse der Ameisen zu schützen, um nun so rasch wie möglich zu den Amelsenpuppen zu gelangen, indem man die oberen leeren Schichten des Baues auseinander wirft. Die Puppen werden dann, wie sie sich vorfinden, mit den Ameisen und den Bestandtheilen des Baues auf dtt bereit gehaltene Serviette geschöpft und auf das größere Tuch geschüttet. Liegen die kleinen Zweige in der Mitte des Tuches, so legt man die Serviette mit ihrem ganzen Inhalt darauf. Die Ameisen werden sich nun ängstlich bemühen, die zärtlich gehegten Puppen dem schädlichen Einflüsse der Sonnenstrahlen zu entziehen, indem sie dieselben eiligst unter die schattigen Zweige tragen. Von Zeit zu Zeit rührt man den kleinen Hausen auf der Serviette um. damit die Puppen bloßgelegi werden. In kurzer Zeit liegen diesel ben sämmtlich hübsch sauber unter den Büscheln. Man bringt nun die leeren Baumaterialien wieder an den früheren Ort, scharrt den Ameisenhaufen wieder vorsichtig zusammen und lösfelt die Puppen in die Botanisirbüchse. Einen solchen Bau kann man von vie' zu vier Wochen wiederholt ausnützen; die später gewonnenen Puppen sind ebenso gut wie die erste Ausbeute. EZ ist nur ein Unterschied in der Brauchbarkeit zwischen den großen Puppen der geschlechtlichen und den erheblich kleineren der geschlechtslosen Ameisen; die letzteren sind die besten. Schweinemast. In einem Alter von vier bis fünf Monaten eignen sich die Schweine am besten zur Mastung für den Markt. Die Erfahrung bewährter Züchter beweist, daß ein junges Thier unter Aufwendung gerinaerer Futterkosten fett wird und ern Fleisch von vorzüglicherer Beschaffenheit erzeugt als ein älteres. Die Großzuchter erzielen fette Marktwaare, ehe die Thiere ein Alter don neun Monaten erreichen, und halten nur noch die Zuchtschweine über den Winter. Einige derselben lassen jede Zuchtsau zweimal iäbrlich werfen. In diesem Falle wer-
den dte Ferkel bereits in einem Alter von sechs Monaten geschlachtet, um für die folgenden Würfe Platz zu machen. Falls diese im Herbste eintreten, muß jedenfalls für warme Ställe gesorgt werden, denn sonst können die Ferkel nicht gedeihen. Ungeziefer, womit der Hund behaftet ist, vertreibt man folgendermaßen: Gegen Flöhe und Läuse ist am besten ein Vollbad nebst gründlicher Abwaschung mit schwarzer Seife, worauf der Hund abgetrocknet und gekämmt wird. Ist er vollständig trocken, so reibt man ihn mit Insektenpulver ein. Sogenannte Zecken (Waldholzböcke) reiße man dem Thiere nicht aus es bleibt dann der Kopf in der Haut stecken sondern bepinsele sie stark mit Oel oder Spiritus, worauf sie bald von selbst herausfallen oder leicht herausgenommen werden können. Um das Lager des Hundes gegen Ungeziefer zu schützen, streue man unter das Stroh Kreolin. Nutzbringende Verwendung des Farnkrautes. Das Farnkraut, verbrannt, gibt eine überaus alkalienreiche Asche, welckic eine Lauge gewährt, die der aus Pottasche hergestellten gleichkommt und zuWäsche wie zum Bleichen überaus nütz, lich sich erweist. In den großen Bleichereien wird das Kraut getrocknet, in kleine, aber lichte Gebäude gebracht und zur Heizung der Kessel verwendet, wobei beträchtliche Mengen Holz erspart werden, ohne daß ein sonderlicher Verlust an Asche entsteht. So erspart tl dort gänzlich die Pottasche. In Enaland benutzt man diese Asche statt der Seife. Man sammelt die Farnkrautblätter, bringt sie in große Schober, zündet diese an und sammelt die Asche. Diese macht man mit Lauge naß, läßt sie durchfeuchten und fertigt alsdann Kugeln daraus, welche man auf Vrettern trocknet und so. hart gemacht, als Seife verbraucht. Diese Kugeln geben der Wäsche nicht, wie die Seife, einen unangenehmen Geruch. Zu einer reinen Lauge ist es indessen nöthig, die gesammelte Asche noch besonders auszubrennen, da bei allen leichten und schwachen Pflanzenstoffen gewöhnlich Theilchen unverbrannt, d. h. als Kohlen zurückbleiben. Gebisse fürAckerpferde. Die besten Gebisse für Ackerpferde sind glatte, dike Trensengebisse mit Mittelgelenk. Gewundene, eckige oder gar gezähnte Gebisse üben auf die Lippenfalten, die Zunge und Laden eine zu scharfe Wirkung aus, weshalb sie nur bei sehr hartmäuligen Pferden zu empfehlen sind. Verletzungen und Einschnitte an der Zunge treten sehr leicht bei der Verwendung von Trensengebissen ohne Mittelgelenk ein. Ob das Gebiß außerdem noch eine mittlere Aufbiegung und eine seitliche Abneigung haben soll, hängt von der Beschaffenheit der Zunge, Laden und Lippenfalten im. Einzelfalle ab. Im Allgemeinen wird auf die Aufbiegung und AbNeigung des Gebisses Bedacht genommen werden müssen, da ein gerades Gebiß beim Anziehen vornehmlich die Zunge trifft und zu Beschädigungen derselben Veranlassung gibt. ' Zweckmäßiges Vermacht n i ß. Der in Chicago verstorbene Bankpräsident Horace P. Taylor hat den größten Theil seines auf $168,000 geschätzten Nachlasses den Armen seiner Vaterstadt Chesterfield, Mass., vermacht, und zwar mit der Bestimmung, daß nur solche Armen unterstützt werden sollen, die dem Gemeinwesen nicht zur Last gefallen sind, sich vielmehr so gut sie es konnten, zu ernähren suchten. Geschichte eines Gemäld e s. Wie die Daily Chronicle" erzählt, konnte ein Gemälde, das jährelang in Bristol, England, im Saal des Christlichen Vereins junger Leute" hing, für den Preis von 10 (1 gleich $4.70) nicht verkauft werden. Man schickte es nach London, wo man sofort 7000 dafür bot, aber man forderte hierauf 510,000 für das Bild. Es ist ein Werk des Meisters Pietro da Cortona aus dem Anfang des 17. JahrHunderts. Studenten als Feldarbeite?. Den Studenten östlicher Hochschulen und Universitäten in den Ver. Staaten gehen zahlreiche Einladungen von Farmern in Nebraska zu, nach diesem Staate zu kommen und
beim Einheimsen der Ernte gegen eine Bezahlung von $2 bis $3 per Tag zhelfen. Die Beschaffung von Feldarbeitern um die Zeit der Ernte ist für viele westliche Staaten geradezu eine Lebensfrage, da die vorhandene gewohnliche Zahl solcher Arbeiter bei Weitem nicht zulänglich ist. Arbeiter von auswärts können bis zum September sowohl in Nebraska wie im südlichen Kansas und North Dakota Beschäftigung finden. Angemessene StrafVerschärfung. Eine eigenthümliche Bestimmung des neuen BaileyAutomobilgesetzes für den Staat New Fork brachten jüngst in New Z)ork die Richter der Spezialassisen zur Anwendung. Ein Autofahrer war verhaftet worden, weil er in seinem Töff-Töff-polizeiwidrig schnell gefahren war. Er wurde schuldig gesprochen und zur Zahlung einer Geldstrafe von $10 verurtheilt. Außerdem wurde dem Schuldiggcsprcchenen, wie der Richter bei Verkündung des Urtheils erklärte, verboten, innerhalb der folgenden zwei Wochen seinen Selbstfahrer durch die Straßen sausen zu lassen. Eine solche Strafverscharfung ist in dem neuen Automobilaesed voraesckrieben.
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