Indiana Tribüne, Volume 26, Number 285, Indianapolis, Marion County, 24 July 1903 — Page 7
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Jndiana Tribüne, 2'i. Jli 1903.
0O0O o O o O O o o o o o o o o o o o o O o G o C o O o O o O o G o G Der weiße io'j& Slocittii auZ dc? Glctschcruclt. Von Uudols.Strad. qc ccCoOoOoOoOOoOoOoOoOoOOQ o o (Fortsetzung.) i'Cc. also, den Kopf hat's nicht gekostet!" fccji er recht rauh zu den Ankommenden. Herr von Nanda antwortete ihm nicht. Elisabeth" keuchte er, mit Pausen zw'schn jedem Wort. SÖir haben un5 da zu einem ganz ganz unvernünftigen Abenteuer bereden lassen! ich bestehe darauf daß wir jetzt auf der Stelle umkehren " Sie schaute ihn kali an. Ter Baren ersparte ihr eine Antwort. Setzen's sich da hin!" sagte er kurz. Trin!en Sie ordentlich Wein, dann kommen Si: auf bessere Gedanken!" -Scn kebre um!" widersvrack L)err ron ttanoa scharf, (äern gurmutyiges Gesicht war bleich und mit Schweißperlen bedeckt. ?!atürlich nicht wegen mir, sondern wegen meiner Frau!" Jbre Frau klettert wie ein Wiesei!" fiel ihm der Baron unwirsch in die Rede, lind Kourage hat sie mehr wie wie nöthig ist!" Er brach ab. Und unwillkürlich ergänzte sie sich im Geiste, was er eigentlich mit seinen letzten Worten hatte sagen wollen! Ta stand sie, unerschrecken, thatenlustig, nachdem sie durch eigene Willenskraft ihre Schwäche niedergekämpft, der Gefahr spottend und neben ihr sie blickte ihrem Mann in' Gesicht. Er cpb sich alle Mübc. ruhig zu bleiben, aber sie sah deutlich, was in ihm vorging. Er war ihr Mann. Sie mußte ihm beisichen! Eine Wolke finsteren Zorns glitt über i';: sch's Gesicht. Gehen wir also hinunter," sae sie, an ihm vorbei in die Weite siarrend, wenn Tu so besorgt um mich bist!" Aber da widersprachen nicht nur der Baron, sondern auch die beiden Führer, deren Ehrgeiz es natürlich war, die Reisenden bis auf den Gipfel zu bringen. Wenn Sie wieder im Schnee unten sind, machen Sie uns Vorwürfe, daß wir umgekehrt sind!" meinte der Eine, und der Andere wies nach oben: Es ist ja nur noch eine schwierige Stelle! Tann geht's ganz leicht in einer Stunde hinauf!" Elisabeth blickte auf ihren Mann. Er hatte einen starken Schluck Wein genommen. Seine Züge belebten sich. Er widersprach den Führern nicht. ie fühlte eine schwere Hand auf ihrem Arm. Kommen Sie!" sagte der Varcn halblaut. Wenn er Sie vor sich sieht, bleibt er schon dabei!" Sie kletterte mit ihm und dem einen Führer empor. Erst über mäßig steile Platte, dann auf einem kurzen dreiten Felsenband, da? jäh an einer vorspringenden Ecke des Gesteins abbrach. Jetzt kriegen Sie Ihren dritten Schluck Kognak!" sagte der Varon 'stehen bleibend. Ich rerschwinde jetzt um diese Ecke, trete aber nicht in die freie Luft, wie es den Anschein hat. sondern aui eine Steinrante. die auf der anderen Seite läuft. Wenn ich Ihnen dann zurufe: ,Jetzt!' so dergqjen. Sie, bitte, daß Sie ein Frauenzimmer sind und das Recht haben, sich zu fürchten, kneifen Sie die Augen fest zu. damit Ihnen nicht vor dem Abgründ unter Ihnen schwindelig wird, schwenken daS rechte Vein in die Luft hinaus um die Ecke und tasten, bis Sie auf der anderen Seite festen Tritt haben. verlegen allmälig den SchwerPunkt Ihres Körpers dahin, geben sich einen Ruck, ziehen den linken Fuß nach und stehen vergnügt auf der anderen Seite. Nur keine Angst. Sie können nickit fallen. Und wenn Sie fallen, sc Meisen Sie drei Schritte abwärts am Seil hängen, und wir ziehen Sie wieder in die .Höhe!" Vorsichtig tastend umklammerte er oen eljen. ann ein Schwung. st mächtige Gestalt verschwand vor ihren Augen. Nur das Seil zuckte leise, und man hörte, wie drüben ein Stein sich löste und herabkollerte. Dann ward es still. Nach endlos langer Zeit kam erst aus dem Abgrund der Rumpfe Schall. .Los!" Ihr Herz hämmert zum Zerspringen. Bleich, mit zitternden Händen. schob sie sicn bis zu der Stelle hm. Ta hörte sie von unten eine angsterstickte Stimme. Elisabeth!" Das Gesicht ihres Gatten war verzerrt. Zurück! Zurück, sag' ich das ist frevelhaft, ich erlaub's nicht!" Sie blickte auf ihn hernieder, mit einer Art traurigen Mitleids. Wie im Traume zog der Tag an ihr vorbei, da man sie in der Dorfkirche traute, unr sie vernahm wieder, vor dem Alta: kmeend, die Stimme des Pfarrers. Er soll Dein Herr sein!" Los!" tö5te es ungeduldig noch ein mal von drüben. Dein Herr! Der Mann da unten dem die Furcht aus dem Gesichtl sprach. Aber freilich die Fr.rcht um sie! Wenn sie drüben war, wurde er ihr gewlß folgen! jöoho! Also wirklich Angst! höhnte die Donnerstimme hinter dem Felsen. Sie fuhr zornig empor. Ihre Au gen sprühten sie schloß die Wimpern
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sie umrrampsle das öetiern ein kurzer Augenblick, in dem Athem und Herz schlag erstarrten. Tann stand sik drüben, und der Freund lachte sie gutmüthia an. II hab' keine Angst gehabt!" stammelte sie athemlcs. Mein Mann rief mich im entscheidenden Augenblick cm Ter will Sie wohl morden' brummte der Baron ingrimmig. Na. setzen Sie sich dahin, bis er herüberkommt!" Es zupft? am Seil. ,,A11 right? tönte , von drüben die Stimme des Führers. Der Varon setzte sich zurecht und spannte an. ,,Go on, Sir!' schrie er übermüthig, und der Führer schlüpfte herüber. Der Mann hatte das zweite Seil um den Arm gebunden und wog es unschlüssig in der Hand. Das ist bös!" sagte er, der Herr will nicht herüber!" Warum nicht?" Ter Varon run zelte die Stirn. Er hat Angst!" raunte der Andere ihm zu, leise, um nicht 'von Elisabeth gehört zu werden. Sie battc es doch vernommen. Ein wildes Lachen klang von ihren Lippen. Sie sprang auf und legte die Hände an den Mund. So komm' doch!" rief sie mit helle? Stimme, es ist ja gar nichts dabei!" Hinter dem Felsen blieb es still. Man vernahm, nur das dumpfe Mur meln des zweiten Führers. Ter erste hatte sich in Positur gebracht und das Seil über Felsblöcke befestigt, um den Touristen zu erwarten. Wo ist der 5err?" Eine Pause. Dann klang es dumpf aus dem Munde des zweiten Führers zurück: Dem Herrn widersteht die Stelle!' Er kehrt um!" Sein Bruder lachte und hielt dann mit einem Blick auf Elisabeth erschrocken still. Die Herrschaften möchten doch zurückkommen!" hallte wieder dumpf von
drüben die Stimme. Der Varcn sprang auf und reckte seine mächtige Brust. Fällt mir gar nicht ein! Wenn der Herr umkehren will, hat er an einem Führer ganz genug!" Der Herr Varon könne machen, was er wolle." Durch die Stimme des Führers klang es wie unterdrückte Heiterkeit. Aber die gnädige Frau müsse sofort umkehren!" Ihr Freund zuckte die Achseln. Ja das steht nun bei Ihnen." Sie antwortete nicht gleich. Ein Zug verächtlichen Stolzes spielte um ihre Lippen. Sie sah in diesem Augenblick hart, beinahe grausam aus. Meinen Sie, daß ich meinem Herrn und Gebieter auch diesmal gehorchen soll?" sagte sie rauh. Heute hab' ich Lust, einmal ungehorsam zu sein! Mag daraus werden, was da will!" Sie wandte sich zum Führer: Machen Sie das zweite Seil los und werfen Sie es den beiden Anderen hinüber. Ich geh' mit Ihnen und dem Herrn Varon auf oen Gipfel!" 10. Kapitel. öher immer höher hinauf, dem Eisriesen zu Leibe, der sich vergebens gegen seine winzigen Bezwinger wehrt. Hinderniß auf Hinderniß häuft er, um den schwarzen, unverdrossen vorwärts kriechenden Punkten den Weg zu verrammeln. Starre Felswände stellt er ihnen entgegen, faules . Gestein, das tückisch in der Hand bricht, furchtbar jäh abschießende Firnhänge. Aber über alles hin schlingt sich' das Seil, klirrt die Axt und hebt sich der Bergschuh Schritt für Schritt dem näher und näher kommenden Ziele entgegen. Das ist das Gewaltigste und Aufregendste im Leben des Hochtouristen, dieser letzte Kampf mit dem Koloß, dieser Streit, den da in viertausend Meter Höhe, weit über den Stätten der Menschen, weit über der Wolkendecke, drei schwache Lebewesen mit dem ungeheuren Stein- und Eisgebilde führen. In den Kerben seines Frostpanzers sich emporwindend, jeden Felszacken als Handgriff benutzend, aus dem spröden Firn sich eine Treppe schmiedend. geht es hartnäckig himmelan bis zu dem allerhöchsten, sanft geneigten Schneerücken, der kein:n Widerstand mehr bietet. Ter Augenblick des Triumphes ist nahe und gellend hallt durch das starre Reich des Todes das Juchzen der Führer. Etwas Thierischcs liegt in diesem Schrei, etwas von ungebändigter Kraft des Herrn der Schöpfung, jener unruhigen, kämpfsuchenden Kraft, die ihn in die fernsten Winkel seines Erdballs, in das starre Eis des Nordpols, den ewigen Schnee der Hochwelt zum Kampfe mit den Elementen treibt. Ein berauschendes Glücksgefllhl schwellte Elisabeths Brust, während sie mit den Männern höher und höher klomm. Sie dachte an nichts mehr, als an die trotzige Spitze über sich, die ihre Augen im Klettern kampfgierig suchten. Die Erinnerung an den Auftritt mit ihrem Mann, das Bewußtsein der Gefahr das alles verschwand in diesem einzigen Gefühl unbeschreiblicher Daseinsfreude, vurch diese Welt voll Graus und Schrecken sräi blühendes Leben siegreich und lachend bis zu den Grenzen des Himmels hinaufzutragen. Auch der Führer wurde immer lustiger, je höher sie kamen und je eisiger der Hauch der Berge ihre heißen Wangen umfächelte. Er schrie und juchzte bei jedem neuerklommenen Kamme. Zeder glücklich überwundenen Felswand, und in sein lärmendes Wesen
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klang zuweilen das tiefe, dröhnende Lachen des Barons, dessen mächtige Augen in kühnem Wagemuth glänzten." Sein Gesicht hatte sich geröthet. der blonde Vollbart wehte darüber hin. Er sah in dieser Stunde wahrhaft schon aus. Unwillkürick, mußte sie daran denken. Aber fast zugleich erfaßte sie ein beklemmendes, beängstigendes Gefühl, das sich schon die ganze Zeit dumpf bei ihr gemeldet hatte. Sie konnte keine Luft mehr bekommen! Sie mochte athmen, so tief sie wollte sie hatte trctzdem die Empfindung, als ob ihre Lungen sich nur unvollkommen füllten, wie bei einem Menschen, dem man unter der Luftpumpe .den Leöensstoff entzieht. Sie blieb stehen und rang nach Athem. Haben's Nasenbluten?" schrie der Baron über ihr. 'ne Handvoll Schnee in's Genick, das wirkt auf der Stelle!" Nein danke!" Sie sah empor. Aber ich glaub' ich ersticke!" Der Baron lachte. Ja. so dick wie im Ballsaal ist die Luft hier rn6i! Vlber 'S langt schon nochl 'J!u? ordentlich schnaufen und keine Angst dann geht's!" Wirklich, es ging wenn auch zur Noth. Und etwas seltsam Erfrischendes und Nervenstärkendes halte diese eisdünne Luft an sich, die wie ein kaltes Bad den Körper umspielte und durch alle Hüllen drang. Höher immer höher! Ter Riese gab sich nicht so leicht. Jetzt galt es noch die letzte, als dünne Pyramide aufschießende Spitze zu nehmen. Sie kletterten an diesem höchsten steilen Zacken empor, wie die Dachdecke? an einem Kirchthurm. Schon war es fast ringsum Luft, was sie umgab. Nur vor und über ihnen starrte noch, wie in den Wolken schwebend, der Stein, der ihren Füßen Halt bot, der sie mit der Erdenwelt verband. So mochte es Luftschiffern zu Muthe sein, wenn sie die blöde Lehmkugel da unten verlassen und in das unendliche Weltall emporsteigen. Immer kleiner und winziger wird alles da unten. Zu grünen Bändern schrumpfen die Thäler zusammen, zu schmutzigen Dunstflecken die Städte. Wie Maulwurfshügel ketten sich die Vorberge aneinander, und silbernen Bändern gleich senken sich die unten so ricsenhaften Gletscher in sie hinab. Nebelstreifen. weißlicher Dunst da und dort in der Tiefe, ein Dampfen wie von einem kochenden Kessel. Das sind die Wolken, die über dem Bergthal brauen, und die Armen darunter sitzen im Regenschauer und ahnen gar nicht, daß hier oben die Sonne in strahlendem Glänze die ragenden Eiszinnen versilbert und den Himmel in einem leuchtenden Blau verschwimmen läßt, das, klar und unergründlich zugleich wie die Ewigkeit, sich über dem ewigen Eise wölbt. Hier ist das Reich des Todes! Kein Laut als ferner Lawinendonner und das Heulen des Windes, keine Vewegung als das Flimmern der Schneekristalle, die er über die blendenden Flächen hinstäubt, daß sie im Sonnen licht als Myriaden glitzernder Punkte blinken.' Hier gibt es kein Erwachen und kein Ersterben der Natur. Ob unten das Korn reift und die Rebe blüht, ob der Maiwind rauscht oder das bunte Laub zu Boden kreist, hier oben bleibt alles starr und weiß und todt, ob nun in seltenen Wochen die Sonne darüber lacht oder den Nest des Jahres durch regellose!. Wolkentreiben der Sturmwind seine heulende Bahn Zieht. Und in dieses geheimnißvolle Reich drangen sie jetzt ein, in diese unbekannte Welt, die nur Auserwählten ihre Pforten öffnet! Elisabeths Herz zitterte. Wie sie da nachstieg, ein Hinderniß nach dem anderen überwindend, im stolzen Vollgefühl von Muth und Kraft und Gesundheit, da empfand sie, daß nur der den wahren Werth des Lebens kennt, dem das Leben selbst ein Einsatz im Spiele ist. Das, was man aus tausend Nöthen und Gefahren glücklich gerettet, das hält man hoch, das schätzt man über seinen Werth und fühlt sich froh in seinem Besitz. Es lag etwas Wollüstiges in diesem jauchzenden Spiel mit dem Tode, in diesem Necken mit der Vernichtung. die wie ein drohendes Gespenst seit Stunden neben ihnen herschlich, und gegen das sich alles in ihr aufbäumte. Wir wollen leben!" krampften sich die Muskeln zusammen. Wir wollen leben!" zitterten die Nerden. Wir wollen leben!" hämmerte das Blut durch ihre Adern und wie eine mahnende, beruhigende Stimme antwortete in ihrem Innern das, was sie selbst war, ihr eigentliches, innerstes Wesen: Seid unbesorgt! Ich führe Euch vor die Augen des Todes, damit Ihr wißt, daß Ihr lebt! Und daß Ihr wißt, was Ihr am Leben habt!" Nun waren sie beinahe oben! Eine Firnkuppe, kaum größer als ein Häuschen, das war das letzte, leicht erreichte Ziel. Ueber der Kuppe schwamm die dünne Höhenluft,' sie umfing sie rechts und links, sie spielte fast unter ihren Füßen. Elisabeth mußte sich an dem Felsen anklammern, um sicher zu sein, daß sie noch irgendwo einen Halt an der alten, festen Mutter Erde habe. Seien's kein neugieriges Frauenzimmer und schauen's nicht zu viel herum. Sonst werden's zu guter letzt noch schwindlig!" sagte der Baron, sich in einem winzigen Felswinkel niedersetzend. Da nchmen's Vlak und
ruhen's aus, daß Sie nicht erhitzt aus die Spitzen kommen!" Der Platz war eng. Sie mußten sich dicht aneinander pressen. Er legte unwillkürlich den Arm um sie, um sie Zu halten. 5!br schwerer, rascher Ath::n schlug heiß ineinander, isat rend sie mit großen, leuchtenden Augen stumm und kühn hinaus in die uferlose Weite schauten. So muß einem Paar Thurmfalken zu Muthe sein." meinte Elisabeth träumerisch. Wenn man an die SeelenWanderung glaubt, könnt' ich schon so ein wilder Vogel gewesen sein und Sie glaub' ich auch!" Er wandte rasch den Kopf zu ihr. Meinen Sie? Da paßten wir Beide freilich zusammen!" Seine Stimme klang rauh und herb, daß sie erschrak. Aber nicht vor ihm mehr vor dem, waö durch ihren cignen Kopf ging. Sie sah wieder ihren Gatten vor sich, dort unten an der verhängnisvollen Stelle und neben ihr saß wie ein H?rr und Gebieter, den das Schicksal ihr gesandt, der kühne, gütige, kraftstrotzende Mann. Sie fiiljH; jen Druck seines starke Armes. b:r sie beschirmte und vor dem Sturz bewahrte, und in ihr Ohr klang seine markige Stimme. Hier passen wir zu einander " sagle sie schwerathmend, ohne ihn anzusehen. Hier gewiß!" Ein kurzes Schweigen. Sie fühlte, daß er leise, wie erschrocken, den Arm von ihr nahm und eine Bewegung machte, um seitwärts zu rücken. Aber das war nicht möglich. Hier war eine Trennung für sie der Tod. Und dann schauten sich Beide in's Auge. Stumm, mit angstvoll forschender Neugierde sahen sie sich an, wie fremde, unheimliche Wesen, die auf unbegreifliche Weise in ihnen selbst mitleoten, die dasselbe dachten wie sie, dasselbe wünschten und empfanden wie sie, die nichts anderes waren als sie selbst in der Verkleidung des anderen Geschlechts, ihr Spiegelbild, das ihnen räthsclhaft und vertraut zugleich zulächelte. Sie schwiegen. Denn sie wußten: in diesem Augenblicke entschied sich ihr
Schl-sal. Ter Führer, der weiter oben an einem Fels'n kauerte, mahnte zum Aufbruchi Sie stiegen die letzte Höhe empor. N::n standen sie oben auf der kleinen Insel inmitten des schwach bewegten Luftmecrs. Und unter ihnen lagen die Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit. Elisabeth faltete die Hände. Ein einziger Gedanke lebte in ihr, ein siumme Gebet: Herrgott ich danke Dir, daß Du mich das schauen ließest!" In unermeßliche Weiten schweifte ihr Blick. Von den Reisfeldern der Lombardei bis zu den Rebenhängen Tirols, von den grünen Wellen des Genfersees bis zu dem Tannendunkel des Schwarzwaldes entrollte sich ihr die Erde. Wohl schwebte über diesen N.ederungcn ein feiner Dunst. Wol!en zogen darüber hin und ließen nur unbestimmt die Lage der Länder und der Seen errathen, aber aus diesem rauchigen Untergrund hob es sich hundertthürmig. in leuchtenden Zacken empor. Ein Schmegipfel schob sich hinter den anderen, eine Kette schloß sich der nächsten an. Was hier in dem alten Europa groß und gewaltig war, was über das Mittelmaß der Erde hinausragte, das reihte sich hier zu einem unermeßlichen Kreis von flimmernden Firnen, von wild aufstarrcnden Felsspitzen, zwischen denen sich in blendendem Weiß die Schncefclder, in flammendem Farbenspiel die Gletscher über die röthlichbraunen Untcrberge hinab in das Vereich der Nebel und der Wälder, hinab zu den Thälern der Menschen senkten. Da standen sie. die Riesen des alten Erdtheils, in starrer Majestät sich übe? Firn und Wolken hin grüßend. Dicht vor den einsam athmenden Wesen da oben bäumte sich die satanische Gestalt des Matterhqrns in wüthendem Trotz gegen den Himmel auf. und mit dem Ungeheuer strebten seine Nachbarn, das Rothhorn und der weißle'lchtende fürchterliche TentBlanche, empor zum ewigen Vlau. Zur anderen S:ite krümmte das sanfte, große Vreithorn den geduldigen Rücken. In blendenden Zacken schimwerte drüben die lange Reihe der italienischcn Secalpen. Und von ihnen weg zog der Blick in immer weitere Fernen. Tort, wo der unschöne Koloß des Domes sich wölbte, dort flimmerte es weit hinten in der klaren Eisluft von kühn ragenden Gipfeln und endlosem Schnee. Dort schaarten sich die Giganten des Berner Oberlandes um ihre Königin, die Jungfrau, die im Strahlenglanz aus ihrer Mitte sich erhob. Um sie herum die riesigen Recken alles überragend als mächtigster Vafall das Finjteraarhorn, neben ihm des Großschreckhorns ungefüge Gestalt und die Lauteraarhörner. Auf der anderen Seite, im Eisglanz gleißend, die tückische Blümlisalp und, schauernd in ihren Schnccpelz gehüllt, die Weiße Frau. (Forisetzung folgt.) Die Sonne spendet uns 36.000.000 Mal mehr Licht als alle Sterne zusammen. Sie ist 600.000 Mal Heller als der Vollmond. Die Helligkeit des Sonnenlichtes in den Tropenländern ist gleich dem von 6263 Wachskerzen in drr Entfernung von einem Fuß vom I Aue.
Die MidmmInscln. Idre Bedeutung für daS amerikanische eiftc-ttabel und ihre Zukuns. Anläßlich der Eröffnung des amerikanischen Pacisictabels richiet sich mit Recht die Aufmerksamkeit auf den wichtigen Anteil, welchen die erste und kleinste Jnsel-Besitzung des Landes, die Midway Islands, an dem Unternehmen haben. hne diese Inselgruppe wären die Aufgaben der Ingenieure bei der Legung des Kabels gänzlich verschieden: und Unterhandlungen für den Erwerb einer Kabelstation auf einer Pacific-Vesitzung einer anderen Macht unerläßlich gewesen. Ohne die Midway Islands als Landungsplatz für das Kabel hätte ferner die Schnell!keit des Verkehrs von 20 Worten in der Minute, wie es jetzt möglich ist. auf sechs herabgesetzt werden müssen. Seit der Entdeckung der Inseln im Jahre 1859 durch Kapitän N. E. Brooks, einen Amerikaner, der sich auf der Fahrt von Honolulu unter Hawai'scher Flagge befand, und seit ihm Wiederentdeckung und Besitznahme im Namen der Ver. Staaten durch Marinekapitän Reynolds im Jahre 1867 sind die Midway-Jnseln von der Unions-Regierunz mehr oder weniger vernachlässigt worden, doch niemals in dem Maße, daß sie in die Hände einer anderen Macht hätten übergehen können, obgleich Japan bei verschiedenen Gelegenheiten bei der Hawai'schen Regierung Vorschläge zur Annektirung oder Pachtung der Inseln machte. Sie wurden vor 30 Jahren von der "Pacific Mail Steamship Go, als Lagerplatz für ihre gewaltigen Kohlenvorräthe be nutzt. Die Gesellschaft ließ einen einzigen Mann zur Bewachung der Kohlen dort, der jedoch, nachdem er dort ein volles Johr allein gehaust hatte, des Alleinseins müde wurde, die Kohlenvorräthe im Stich ließ und mit einem vorbeikommenden Schiff davonfuhr. Als später in San Francisco die Kohlenpreise sehr hoch waren, fuhr ein unternehmender Norweger, der von den riesigen unbewacht daliegenden Vorräthen wußte, in einer Bark dorthin und holte eine volle Ladung, die er mit großem Profit losschlug. Die Dampfergesellschaft, die später von dem Tiebstahl erfuhr, strengte einen Prozeß an und erhielt Schadenersatz. Das Verdienst, die Nützlichkeit der Midway Islands als Kabelstation erkannt zu haben, ist Kontre-Admiral R. V. Bradford zuzuschreiben, und nur seinen Vorstellungen ist es zu verdanken, daß die beiden winzigen Punkte auf der Landkarte von der Jurisdiktion des Departements des Innern auf die des Marine-Devartements übertragen wurden. Die Pacific Cable Co. erwirkte das Recht, ihre lange Kabelstrecke unterbrechen und auf einer der beiden Inseln landen zu dürfen. Die Ver. Staaten werden die Insel genügend befestigen, um die Kabelstation zu schützen. Die Inseln bieten auch einen trefflichen Hafen und können im Nothfall als Basis für Flottenoperationcn dienen. Die Inseln sind beide Korallen-For-mationen. Die eine derselben, Sand Island, hat einen Flächeninhalt von 850 Ackern, während die andere, Eastern Island, 328 Acker enthält. Es wird ertragfähiges Erdreich nach den Inseln geschafft werden, damit die Vesatzung der Befestigungen auch Gelegenheit hat. sich zur Abwechslung auf ihrem öden Posten mit Ackerbau zu beschäftigen. Der Hafen enthält die besten Fischgründe. Die KorallenFormation bildet eine Bucht, die tief genug ist, um als Ankerplatz zu dienen. Sie repräsentirt einen idealen Futterplatz für Fische, Seehunde und Schildkröten. Die Fische ziehen die Vögel an, und die Inseln sind daher bedeckt mit gefiederten Bewohnern. Vor einigen Jahren wurde ein kleiner Trupp Japaner auf der Insel gelassen, um Federn zu sammeln. Die Marineverwaltung verwies sie jedoch von der Insel. Unter der neuen Wandlung der Dinge werden die Inseln mit Fruchtbäumen bepflanzt werden, Gemüse soll gezogen werden, so daß das ideale Klima, die geschützte Bucht, die vorzüglichen Fischgründe und die direkte Kabelverdindung mit der Außenwelt den Dienst für die Beamten der Kabelgeselllchaft und die Besatzung zweifellos zu einem bevorzugten gestalten werden. Die Verbesserung des Kabelverkehrs zwischen den Ver. Staaten und den Philippinen ist am Besten durch einen Vergleich ersichtlich. Auf dem früheren Wege ging eine Depesche von Manila zuerst, nach Hongkong in China, von da nach Labuan in Bornes, nach Singapore auf den Malayen-Jnfeln, nach Penang, nach Madras, Bombay, Aden, Suez, Port Said, Alexandria, Malta, Marokko. Penzance. Valentia an der irischen Küste, Nova Scotia. Canso und von dori nach New Fork. Die ganze Strecke ist 14,000 Meilen lang, die neue Linie hat nur eine Länge von L000 Meilen. Der Tarif ist von $1.56 pro Wort auf 50 Cents herabgesetzt. Die Kabelgebühren, die von der Negierung allein für ein Jahr für ihren Verkehr mit den Philippinen gezahlt wurden, beliefen sich auf $400,000. Unter der neuen Rate werden mindestens zwei Drittel von dieser Summe erspart. Die erste centralameritanischeRepublik, welche in ihrem ganzen Territorium den Telephondienst eingeführt hat, ist San Salvador.
Feuer - Signale.
I Pennsylv und Markt 5 English'SOpern-HauS 6 EastundNwFork 7 Noble und Michigan 5 31. Jerjcy u. Nag Äv 9 Pine und North 10 Market und Pine 11 Lennont nah Eaft 12 31?. 8 Spritzenhaus Mass. Ave nahe Noble 13 Tclwark Und Walnut 14 .Jersey Central A. 16 Vass. und CornellAve 6 Ash m d ii. Straße 7 Park Ave und 12 Ctr .6 Columbia ndHillside 19 Highland Ave u.P,att kl Illinois und St. Jo Pennsvlv. und Pratt 4 Nendian und 11. St? 25 ?,'.S Spritzenhaus 15. nahe Jllinvlj Z Senate Ave u. SuTia Illinois und Michigan if Pesylvania und 14. s Senate Ave. und 13. 31 TiO. 1 Spritzenhaus Jnd Ave nahsMichiga 32 Meridian und Walnut ii California u Vermont ZS Blake und New Dort ZS Jnd. Av. u. fc Clair N eity Hospital 28 Blake und 92jyt 33 Michigan undTIneS II No. 6 Spritzenhaus Washington nahe West 2 Ssendorf u Wash. 3 Missouri u New Dort 45 Meridian u Wash 8 JllmoiS und Ohio 7 Capitol Av. u Wash 48 Kmgan'S PorkhauS 49 Straßenbahn Ställe 28. Washington Str i No. 10 Spritzenhaus JllmoiS u Merrill 52 Jllwoii u Louisiana 63 Wett und South 64 West und McCarty s Senate Ave. u Henry 67 Meridian und Ray SS No. 4 Spritzenhaus Madison Av. u MorviS öS Madiion Av.u Tunlop 1 No2HakenLeiterhauS South nahe Telawar 2 Pmn.u Merrill LZ Telawar u. McCsrtö 4 äst und McEarty S New Jersey .NerriU S7 Lirg. Av. u Bradsha 88 Last und Prospekt 65 Bicking und High 71 N. 11 Spritzenhaus Lir Ave. nahe Huron 72 East und Eeorgia 73 Eeda, und Elm 74 Davidson u Eeorgia 75 english Av.u Pine 76 Shelby und BateS 7? No. 3 Spritzenhaus Prospekt nahe Shelby 7 Fletchcr Av. u Shelby 81 Market u. New Jersey 8? Telaware und Wash. 83 East u Washington 84 New York u.Tavidsor 85 Taubstummen Anstalt 86 Bcr. Staaten Arsenal 87 Oriental und Wash. 9 Frauen-Neformat, 91 No. 13 Spritzenhaus Marhland nahe Mer. 2 Meridian u. Gcorqia. 93 Meridian und South 4 Pennsylv u. Louisiana 95 Virginia, Ave u. Alab. SS Hauptquartier. S7 Grand Hotel. 93 Capital Ave und Cti .23 No 16 Spritzenhaus 16. und Ash. 124 Alabama und 16. 125 Central Ave und lt. 126 JandeS und 15. 127 Brookside und Jupiter 123 Central Ave und 17. 129 Telaware und 19. 131 Alabama und 11. 132 Bcllefontaine und U. 134 College Av und 2S. 135 Delaware und 13. 136 Alabama und North 137 Newmann und 19. 138 College Ave und 14. 139 Cornell Ave und 13. 141 Dandes un IS. 142 Highland Ave und IS. 143 Tecumseh und 10. 145 New Jrrscy nd 22. 146 Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus Hiltside Ave und 16. 148 College Ave und 22. 149 College Av und 27. i.52 Park Ave und 22. 15 L E u. W Bahn u. 22. 154 Ramsey Ave und 10. 156 Ctoughton u Newman 157 Atlas und Pike. 158 Blohd und Patrpaw. 159 No. 21 Spritzenhaus Brightwood l2 Arden und Depot 163 Brightwood und 25. 164 Rural und Bloyd 165 St. Clair u. Kcystone 167 Arsenal Ave un 23. 163 Bcllefontaine und 28. 169 Park Ave und 10. 213 Capital Ave nd 17. 213 Pennft,lv. .Wchigao 214 JllinoiS und 2. 215 Senate Ave und 21. 216 Pennsvlvani und 22. 217 Meridian nd 16. 213 Capital Ave und L. 219 Broadway und 1. 231 JllinoiS und VlcLean 234 No. 14 Spritzenhaus Acnood nd 30. 35 JllinoiS und 33. S36 Annetta und so. 237 No. 9. SpritzenhUlS Udell und 3tavcr 238 Udetl Ladder WorU 139 Nabel und 7. 241 Meridian und 24. 242 JllinoiS u Et. Clk 243 Eldrioge und 23. 512 West uud Walnut 13 Wcft und ii. 314 Howard und IC 315 korbet und Paca 31 Capital Ave und lt. 317 Notthwestcrn Ave u 318 Gent und 18. 319 Canal und 10. 321 Ccrealine WorU 324 Vermont nd Lyi 325 BiSmariku Srandv 326 No. 2 SntzenhauS Haghville. 327 Michigan u. Holmes, 328 Michigan u. Concord 341 West und McJntyre 412 Missouri u. Mary land 415 Missouri und 415 Capital Ave. eorg 416 Missouri KcntuckyA. 417 Senate Ave u. Wash. 421 P und S RundmS 33. Washington. 423 Irren-Hospital. 424 Miy Av u. 3 ttO 425 Wash nd Harri 426 No. IS Cpritzenhmtz W. Washmgto 427 Oliver und Birch 423 Oliver und Osgood 429 3iordvke und Jork 4Z1 Hadlcv Ave u. MorriS 432 River Ave u. MrniS 434 River Ave nd Ray 435 Harding u. Big 4 9 436 Harding und Oliva 437 No. 19 Epritzenha- Z MorriS und Hardina, 139 $Me mXB3axsP 439 StofyttM 451 ReiSner und VfZc 452 Howard und See 453 MorriS und 456 Lamvert und Belcftd . 457 Nordyke Sc u. Vtaae XRsn SSortl 512 West ud Ray 613 enwcky Ave u.Ver? 614 Meridian und MorrtS 61 JllinoiS vaii StcaxaM 517 Morrvi und Dakota 618 MorriS und Ohurch 619 Capital X u McCarty 621 Meridian und Palm 623 Pine unk, Lord 524 Madisor AveukincolA 26 Meridian und Belt RZk 627 CarloS und Ray 623 Meridian und Arizon 529 Meridian .Raymond 631 Meridian u. McCar. 53 No. 17 Spritzenhaus Morrii nahe Weit 12 McÄerna.and Douy. 613 East u. Lincoln 614 East und Beecher 15 Wright und Sanderk 617 McCarty und veaty 618 New Jersey u Lic Ave 712 Spruce und Prospec 7 Caglish Are. u. Laurek 714 State Ave u.elt RZ 716 Shelby und 716 Statt Ave und Orangt 718 Orange und Laurel 7 Shelby u. Giuagc 9Qm 721 LeringtonA. Limrel 723 gleicher Ave u. Syrua 724 State Aveu. Pleasan 725 Prosxck uniz NkasaÄ 72 Orange und Qaxla 728 Liberty und Meer 729 Ni5U und South 8lt No. 15 Spritzenhaus Ost Washington tt 813 Market und Noble 14 Ol,io . Highland Ad 815 Michigan u. Highlant Ll Market u Arsenal Av 817 Ost S. Clair und Union Bahn Geleise. b2i Pan Handle Sho?5 825 Lennont und Walcott 824 Wash. und State Z. 825 Madden' koung Fab. 8! Tucka und Torscy 827 Wash. und BeviZle !v 829 No. 12 Spritzenhaus Veville nahe Nichig 831 Southeaster Ae und Wsodside. 632 Wash. und Tearbor, 4 Southeaster in Arsenal kveS. 835 New Fork und Tenchk 912 JllinoiS und Wyr. 13 JllinoiS und Market. 14 Penn, nd 92a 815 Telaioar nud kz Spezial Signale. ersten Schläge, zweiter Alarm, Aweitm SchlÄge, dritter Alarm, Dritten 2 EchlZge, vierter Alarm. 1-2-1, Feuer auZ und Schlauch aufgerollt. Schläge, Wasserdruck ab. 12 SchlZge, 15 Uhr Mittag. Die so bezeichneten Signal werden nur lern Thür Wächter angegeben da an den betreffende Straße? Kreuzung e kcwe Alaruivsten anaebracht find. Chicago und der große Nordwefteu via Ulatta-Sawatt-VbittHPioe Inseln. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. tT" Von der Monon 47. Str. Station. Tdicago, Knd S nnrS Minuten mittelst elektrischer gar nach den Union Blehdöfen French Lick Springs, in dem Orange Eountq Hochland. ffamilien-Hotn anter neuer GescdäftSleitung. Pluto, Proserpine ind BowleS Quellen. 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