Indiana Tribüne, Volume 26, Number 285, Indianapolis, Marion County, 24 July 1903 — Page 6

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Europäische Nachrichten.

"garticmpcrcr. Stuttgart. In Dr. Fischer's Kurhaus in Neckargemünd ist der ordeutliche Professor für Bauentwürfe in der Abtheilung für Architektur der hiesigen Technischen Hochschule, S. Neckelmann, der Erbauer des hiesigen Gewerbemuseums, im 49. Lebensjahre gestorben. Neckelmann trat im Herbst 2901 in den Ruhestand. Im Alter von 71 Jahren starb Justizratb Max Leipheimer, einer der angesehensten hiesigen Rechtsanwälte. Von seinen Berufsgenossen hoch geachtet, gehörte er lange Jahre der Württembergischen Anwaltkammer an, zuletzt als deren Vorsitzender. Professor Stahlecker am Königin Katharinastift wurde sei nem Ansuchen gemäß in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlas; das Ritterkreuz 2. Klasse des Friedrichsordens verliehen. I e b e n h a u s e n. Der Blitz schlug in die Wohnung und Oekonomiegebäude des Käsers Reiter. Das AnWesen brannte völlig nieder. K a n n st a d t. Auf dem Vahnkörper in der Nähe des Seilerwasens fand man den Leichnam des in Ludwigsbürg in Garnison stehenden, von hier gebürtigen Soldaten Klemm; der Kopf war ihm vom Rumpfe getrennt. Laufen. Der 17 Jahre alte Johann Dauber von Steinreute. Gemeinde Frickenhofen, ist hier beim Baden ertrunken. L ü tz e n h a r d t. Der 35 Jahre alte, verheiratete Bürstenmacher Wilhelm Kaupp hat sich, vermuthlich in geistiger Umnachtung, erschossen. Der Unglückliche hinterläßt sieben Kinder. Ludwigs burg. Der 16 Jahre alte Malerlehrlina Auaust Stuber von Neckarweihingen hat im Hause seines Meisters hier seinem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht. Die Erklärunq des trauriaen Falles wurde durch ein aufgeschlagen auf dem Tisch liegendes Jndianerbuch gegeben. Metzingen. Die Möbelfabrik von Graser-Manz brannte vollständig nieder. Es wird Brandstiftung vermuthet. Der Schaden ist bedeutend. Obereßlingen. Im Gemeindewald beim Teufelsbrückle wurde ComMissionär Ernst Eckert aus Eßlingen erhängt aufgefunden. Schönbronn. In dem hiesigen Dorfe wurde an einem kleinen Knaben ein scheußlicher Mord verübt. Der Mörder heißt Hamann und ist der 16jährige, geistig beschränkte Onkel des Kindes. Dieser wurde von seinem Bruder nach Wildberg geschickt, wohin er dessen vierjährigen Knaben mitnahm; auf dem Heimweg schlug er das Kind mit Steinen todt und stach ihm dann die Augen aus. Der Thäter hat bereits em Gestandniß abgelegt. U l m. Der 54jährige Bauer Jacob Roach von Oberstetten und die 47jährige Maurzrswittwe Magdalena Schenzle von dort hatten am 14. December vorigen Jahres den Ehemann der letzteren gemeinschaftlich ermordet, um sich heirathen zu können, und wurden wegen Mordes vom hiesigen Schwurgericht zum Tode verurtheilt. Der König hat von demBegnadigungsrecht keinen Gebrauch gemacht. Die Verbrecher wurden nun im Hofe des hiesigen Amtsgerichtsgefängnisses mittels Fallbeiles hingerichtet. Waden. Heidelberg. Dem Exprotector hiesiger Universität, Hofrath Professor Dr. Heinrich Buhl, wurde der Charakter als Geheimer Hofrath verliehen. Universitäts - Buchdrucker I. Hörning beging sein 50jähriges Berufsjubiläum. Mannheim. Ein aufregender Vorfall ereignete sich im KolosseumTheater. Während der Aufführung von Almenrausch und Edelweiß" stürzte der Schauspieler Joseph Bendel auf offener Scene vom Schlage getroffen zu Boden. Die Vorstellung mußte abgebrochen werden. Bendel starb noch während des Transportes zum allgemeinen Krankenhaus. Bendel hatte sich vergiftet. Muckenschopf. Die 56 Jah-e nlt ffbefrau des Scbubmackers und Lanvn?lrlyes Jueoo aug yar wahrscheinlich im Zustande geistiger Umnachtung mit einemRasirmesser den Hals durchschnitten. Der Tod trat alsbald ein. Offenburg. Der Schreinerg:selle Karl Dollacker von Ulm (Würtmberg) kam betrunken zur Arbeit in den Neubau der hiesigen landwirthschaftlichen Kreiswinterschule, irank dann noch Schnaps und Bier und fiel schließlich vom 3. Stockwerk des Neubaues durch das Treppenhaus in das 1. Stockwerk hinab. Dollacker, welcher einen Schädelbruch erlitt und auch innere Verletzungen davontrug, wurde sofort in das städtische Krankenhaus verbracht, wo er seinen Verletzungen erlegen ist. Triberg. Dieser Tage wurde hier ein Brautpaar getraut, das 134 Lenze zählt. - Es sind dies die 69jährige Wittwe Lanvioa Meier von hier und der 65jährige frühere Gießer WilHelm Allgaier von Nußbach. 'Nyetnpfnkz. Frankenthal. Commercienrath Karl Karcher erhielt vom Kaiser den Kronenorden 3..Klasse. Ludwigshafen. Die in der Jazerstraße No. 12 wohnhafte Ehefrau des zur Zeit abwesenden Schiffers Jak. Kradt wollte auf die bren-

nenoe ampe Petroleum ausfüllen.

D:e Petroleumkanne explodirte ledock. und sofort stand die Frau in hellen flammen. Obgleich sämmtliche Hausdewohner zur Hilfe eilten und die Frau mit Decken überwarfen, mußte sie doch in das Krankenhaus geschafft werden, wo sie nach kurzer Zeit unter den arnhttfhtlert CXAmrrrt farsnrft M a i k a m m e r. In der hiesigen Ortschaft, wo gerade Kirchweih stattfand, sind dem Rentner Jakob Wigheim aus dessen Wohnzimmer durch Einbruch 10,470 Mark in Baar und Pfandbriefen, sowie eine goldene Da menuhr. 4 Trauringe, goldene Schmucksachen und Anderes gestohlen worden. Z w e i b r ü ck e n. Die Strafkammer hier verurtheilte den früheren Direktor des Äorschußvereins Landstuhl und Besitzer der Spritfabrik Bumb & Herrle in Landstuhl, I. Herrle, weil er einen Wechsel von 100 Mark auf cie umrnc von uu,uuu uiaxi fälschte und in 10 Fällen Wechselformulare, welche von Landwirthen als Quittengen unterschrieben worden waren, zu Wechseln ausfüllte und dabei die ur sprüngliche Höhe des Betrags jeweils um 1000 Mark erhöhte, zu einer gesammten Zuchthausstrafe von drei Jahren. Das Mitangeklagte Vor standmitglled des Vorschußvereins Landstuhl Namens Feinthel wurde von der Anklage der Wcchselfälschung r V C V . eyfreigesprochen, zeoocy wegen ergeyen gegen das Genossenschaftsgesetz er hatte eine Anzahl von Wechseln nicht gebucht zu 2 Jahren Gefängniß und 100 Mark Geldstrafe verurtheilt. Erstz-Lotyrittgezr. Straßburg. Der außerordentliehe Professor an der hiesigen Unioersität Dr. Matthias Kantor wurde zum außerordentlichen Professor an der philosophischen Fakultät der Univer sität Würzburg mit dem Lehrauftrag sur Physik, insbesondere theoretische Physik, ernannt. Diedenhofen. ' Orgeldrcher Johann Genson von hier prügelte seine Geliebte zu Tode. Er wurde an der französischen Grenze verhaftet. M e tz. Das hiesige Schwurgericht verurtheilte den Tagner Malhasse, den Mörder des Ackerers Girard aus Eraincourt, zu lebenslängl'-chemZucht-Haus. u e ck t n g e n. Der hier wohnende Hüttenarbeiter Neeser wurde das Opfer eines schweren Unglücks. Mit dem Reinigen von Röhren auf dem Hüttenwerke beschäftigt, wurde er hierbei von ausströmenden Gasen betäubt, infolge dessen er aus einer beträchtliehen Anhöhe herabfiel und auf der Stelle todt blieb. Zjlccürcnburg. Schwerin. Nach langer Krankheit verstarb Hierselbst infolge Brustfellentzündung der Zahlmeister a. D. Rechnungsrath Georg Bühring im 79. Jahre. G ü st r o w. Die beiden Söhne des Arbeiters Becker aus Dörgelin bei Dargun, ein Schuhmacher- und ein Zimmermannslehrling im Alter von 19 und 16 Jahren, sind beim Baden in einem sehr tiesen Wasserloche hier ertrunken. Die sofort angestellten Wiederbelebungsversuche hatten keinen Erfolg. Kropelin. Schuhmachermeister Hildebrandt und dessen Ehefrau feierten ihre goldene Hochzeit. Der Großherzog sandte dem Jubelpaare, das sich des besten Wohlseins erfreut, ein Gnadengeschenk nebst Glückwunschschreiben. M a l ch i n. Ein seltenes Jubiläum feierte der Zimmerer Kipphaut; derselbe ist 50 Jahre als Geselle in einem und demselben Geschäfte thätig gewesen. Bürgermeister Steinkopff überreichte im Austrage des Großherzogs die Verdienst-Medaille. N i e n h u s e n. Der 78jährige Altentheiler Kleinow erhängte sich in seinem Hause an der Bodenleiter. Die Ursache der That ist unbekannt. R o st o ck. Das seltene Fest ihrer eisernen Hochzeit" feierten der Rentner Helmuth Mentz sen. und Frau, geb. Schnäckel. Das Jubelpaar. 90 bezw. 92 Jahre alt, erfreut sich noch einer außerordentlichen körperlichen Rüstigkeit und geistigen Frische. S ch w a a n. Mehrere kleine Knaben badeten in einer Lehmgrube bei der Stadtziegelei. Der 6jihrige Hans Voß war shon aus dem Wasser heraus, wollte nun die steile Wand der Grube emporklettern, verlor das Gleichgewicht, fiel rücklings in's Wasser und ertrank. Hrdenvurg. Oldenbura. Einen plötzlichen Tod erlitt der Rittmeister v. d. Groeben des Oldenburaer Draaoner - Regiments Ro. 19. Als das Regiment aus oem fternourger ujercierpian angetreten war, sank der bedauernswerthe Officier vlönlick vom en schlage getroffen todt vom Pferde. Der schnell zugezogene Stabsarzt Dr. Löhr konnte nur den Tod konstatiren. Gotbendorf. Vier Kinder des Arbeiters Benecke verursachten einen Hausbrand durch Spielen mit Zündyoizern m Abwesenheit der Eltern. Drei Kinder verbrannten, das vierte wurde schwer verletzt. H o l d o r f. Der Großherzog ver-, lieh dem Pfarrer Johanning zu dessen 50jährigem Priesterjubiläum den Titel Kirchenrath. L o b n e. Aus Anlak des aold,. Amtsjubiläums erhielt Vikar Meyer das Ehrenkreuz 1. Klasse.

Allerlei sür's .auS.

Die Reinigung von Badewannen erfordert Sorafalt und sackgemäße Behandlung, sollen sie tadellos erhalten bleiben. Die Reinigung ist verschieden, sie richtet sich nach dem Material, aus dem die Wanne beraestellt; Marmorwannen werden nur mit einem mit Seife bettrickenen. feuckten Wolltuch abgerieben und mit einem Leinentuch ausgetrocknet, zu Porzellanwannen dagegen nimmt man mit i-elfe und Soda zu gleichen Theilen versetztes Wasser, reibt sie mit einem Frottierlappen damit gründlich ab und mit einem beliebiaen anderen Tücke trocken. Schwieriger als diese Wannen ist das Reinigen der Metallwannen. kupferne Wannen scheuert man mit sehr feinem weißen Sand und einer breiartigen Mlsckuna von Roaaenmeb und Essig mit Sckeuerrobr. Zinkwan nen mit meinem Sand. Seife Soda und Wasser, ebenso behandelt man aucy Die Älechwannen, wobei ein tüchtiges Nachspülen mit kaltem Wasser und darauffolgendes Trockenreiber nicht zu versäumen ist. Ein angenehmes Naschw e r r wird wie folg: angefertigt: Gebrühte Mandeln werden enthäutet und in Oel so lanae aerö'tet. bis sie eine schöne goldgelbe Farbe haben. Dann werden sie mit einem Sieblöffel herausgenommen, nebeneinander auf einen Teller gelegt uno reichlich mitSalz bestreut. Diese bllbsck aussehende. pikante Näscherei läßt sich längere Zeit ausvewayren und fchmeckt gut zum yee. Eierflecke in Wollklekdern müssen vor ihrer Beseitigung ganz trocken ft-'n. Dann sind die betreffenden Stellen zwischen den Häilden durchzureiben und die Reite soviel wie möglich mit dem Fingernagel zu enlfernen. in gle'.chracbiger Lappen, in lauwarmem Wasser aufgefeuchtet, und mit etwas weißer Seife angerieben, wird auch noch die lekten Svuren fortnehmen. Sollte dir Stoss sebr naß geworden sein, so bedecke man ihn mit Alpaka und überp'ätte ihn. Grünkohl mitKastanien. Man nimmt Grünkohl oder Braunloyl, streift ihn von den Stielen und kocht ihn in Wasser weich. Er soll offen gekocht und in kochendem Wasser zugesetzt werden. Dann gießt man ihn aus einen Durchschlag, so daß das Wasser ganz abläuft, drückt 'es mit einem Kochlöffel vollends aus. tbut sodann den Kohl in einen Tiegel, gießt Mlndfleischdoulllon darauf, thut reich lich Schweine- oder Gänseschmalz bi zu, auch etwas Mucker und das notbwendige Salz und läßt es gut durchlocyen. ie Kastanien werden eingekerbt, in Salzwasser ganz weich gekocht, dann von beiden Schalen befreit, unter den Kohl aemenat und so anaerichtet. Man putzt gewöhnlich den öioyt m der Mitte mit einem Stern von hart gekochten Eiern aus und umlegt den Rand mit kleinen, ausg?stöhnen, in Zucker und Butter braun ge chmorten Kartoffelchen. Dock kann aucy jeder Ausputz fortbleiben. Kompott für Kranke. Gute Aepfet werden geschalt rn feine Scheiben geschnitten; auf 4 Pfund läutert man. mit etwas Wasser und dem Satt von zwei bis drei Eitromn, drei Pfund Zucker. In diese Flüssigkeit werden die Aevfel bineinaesckllttet und von einer Citrone die feingehackte scyale yinzugesugt, dann muß der Saft auf nickt zu bellem Xttxwr d,-?! bis. I - ifc , (j vw r vier Stunden kochen, bis ' das Gelee steif und klar ist. Es wird in Gläser gefüllt, die gut verschlossen werden. Das Kompott hält sich Monate lang. Gedämpftes Rindfleisch aus ungarische Art. Vier Pfund Rindfleisch vom Schwanzstück werden geklopft und gespickt, nachdenr man die peckstrelfen in fern gehackten Kräutern umgewendet hat; hierauf legt man das Fleisch in 4 Quart Brühe aus Liebig's Fleischertract mit Wurzelwerk, einigen Speck- und Schlnkenschlben, Chalotten. Gewürz. einem Lorbeerblatt und etlichen Citroncnschelben :n eine Kasserolle, salzt es und dünstet es wohl zugedeckt unter öfterem Umwenden, bis das Fleisch, der Speck und das Wurzelwerk sich gebräunt haben. Nun stäubt man einen Löffel Mehl darüber und giekt 4 Quart Rothwein an, läßt das Fleisch langsam uder sehr gelindem Feuer weich werden, seiht die Sauce durch. entfettet sie, gibt ein Weinglas voll Wein, fügt 2 gehäufte Eßlöffel geriebenen Meerrettig hinzu und dämpst das Rindfleisch noch eine Viertelstunde darin durch. Eier sind Eier." wird Jeder sagen; manchmal sind' Eier aber aucy ieoesvriese, wie nachstehender Fall zeigt: Der Laaerverwalter eines großen Eier - Jmporthauses in LiverPool war mit dem Oeffnen von soeben aus Canada angekommenen Eierkisten beschäftigt, wobei ihm ein Ei mit sol. gender Inschrift auffiel: Gepackt von Frau Meade. einer einsamen Wittwe. 30 Jahre alt. Meade's Farm in BelleView, Atomtod.- Was lag näher, als daß der Kaufmann, zufällia ein Wittwer von 40 Jahren, sich unter Bet fugung semer Photographie an die Schreiberin dieses sonderbaren Lie. besbriefes" wandte. Drei Wochen spa ter erhielt er ein Telegramm .des In. Halts: Komm." Er kam, und Beide haben aufgehört, einsam zu sein.

Die Pest in Indien. Wenn lange Zeit keine oder nur spärliche Nachrichten aus Indien über die furchtbare Krankheit, die der Eng länder so bezeichnend plague nennt, jju uns gelangt sind, dann denken wir vielleicht, es wird wohl nicht mehr so schlimm sein. In Wirklichkeit ist e3 leider schlimme? denn je, wie die letzt Nachrichten beweisen, die ganz erschre ckende Zahlen über Erkrankungen und Todesfälle bringsn. Bombay marschirt wie bisher 4n der Spitze der traurigen Liste; überhaupt war die westliche Hälfte Indiens von Anfang an mehr in Mitleidenschaft gezogen, als der Osten. Jetzt meldet aber Kal. kutta auch 468 Todesfälle in einer Woche, was jgegen 1182 Fälle in Bom-

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r- uV 6 r AAZ '"ti ofii ZtMlk . CT wtÄ J m p&VZZ ZfFJm i iiV ! mMAmi VWMM 101 Impfung eines Eingeborenen in Bombay. bay wenig erscheint. Wenn man jedoch in Betracht zieht, daß Kalkutta bish:r nur vereinzelte Pestfälle aufwies, so ist die Thatsache besorgnißerregend, und es ist nicht ausgeschlossen, daß Kalkutta sich mit der Zeit zu einem zweiten Hauptherd der Pest entwickelt. Als die Krankheit im August 1896 ?uerst in vereinzelten Fällen in Bombay, und zwar im Stadttheil Mandwi auftrat, nahm man die Sache nicht weiter ernst, nannte die Seuche nur imbonic fever und sprach allgemein davon, daß es wahrscheinlich möglich sein würde, die übrige Stadt vor Mandwi zu schützen. Das war aber nicht möglich, ohne den ganzen Handel von Bombay preiszugeben, denn Mandwi liegt unmittelbar neben den Docks, wo über drei Viertel aller in Bombay ankommenden Dampfer laden und löschen. Außerdem wohnen in Mandwi die meisten bedeutenden eintimrmz FVi AußenansichtderPe st bar ri ll en. geborenen Kaufleute, die namentlich mit Getreide, Oelsortcn, Myrabollanen und europäischen Stapelartikeln handein. In Mandwi sind die größten Lagerräume, die jedoch in der Saison December bis Mai nicht dem Andrang der Waaren aus dem Innern des armen, reichen Indien gewachsen sind. deshalb lagern Hunderttausende von Säcken unter freiem Himmel. Sorg los wird der Segen des Feldes, namentlich der Oelsaaten, dort aufgestapelt, denn man weiß genau, daß Regen nur m der Reaenzeü fallt. Gewohnlich erreicht die Pest ihren Höhepunkt im März; im Mai, dem heißesten Monat Indiens, Hort sie fast ganz auf, und jedes Jahr kehren dann in den Zeitungen die gleichen Betrach tungen über die Aussichten für den nächsten Winter wieder. Anfang Juni, ewohnlich am zehnten, fängt es :n Zombay an zu regnen und regnet dann munter weite? bis gegen Mitte September, der durchschnittliche Regenfall ist 70 80 Zoll. Während der Regenzeit hält sich die Pest auch !n bescheidenen Grenzen, ebenfalls in ;-i r-i-t f r? MVS?StMZ i "ÄAr.SrMf --iTnjJKrir.'-ir-w-- 1 1!'-' QerboteneWohnhä'user. dem darauf folgenden, sehr warmen Monat October. Im November fängt z an. kühl zu werden, und dann stellt sich Jahr für Jahr auch wieder der unyeimlicye Gast ein, den man erfl imlxrnic fever nannte, aber schon nach wenigen Monaten mit dem Namen plugue bezeichnen mußte. Bombay wurde aus seinem alten chlendrian aufgerüttelt, die Schmutzhaüfen verschwanden, die Rinnsteins und engen Gassen, die sogenannten sullies", wurden gesäubert, düstere Winkel wurden hell, altersgraue Häuer, ganze Stadttheile wurden neu geals t andere wurden eingerissen oder mit dem omiösen UHU, unfit hu- . U f man naoitaiion unoraucyoare menschliche Wohnung) bezeichnet, Dächer abgedeckt, damit die Sonne Zuritt zu den .Wohnhohlen bekam und mit ihrem warmen Strahl die Pestkeime verbrennen konnte. Für solche Leute, deren Wohnungen uafit" oder zerstört waren, wurden auf neuangeegten Gesundheitskamps leichte Hütten hergestellt, aus geflochtenen Matten

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mit. Palmenblatkrn gedecki. Eir: healtli officer sorgte in jeder einzelnen Abtheilung für Ordnung und Reinlichkeit. Man kann sich denken, daß die Obrigkeit keinen leichten Standpunkt hatte, das ungebildete Volk, das seit Jahrhunderten soMa. gen in seinem eigenen Schmutz lebte, plötzlich zu überzeugen, daß ihm Rein lichkeit, Licht und Luft dienlicher seien, als enge dunkle Räume voll Unrath und Ungeziefer. Aber nicht gegen die Gewohnheit allein, auch gegen religiöse Gebräuche und Vorschriften mußte angekämpft werden, und das war das Schwerste, denn hier ging der Gebildete mit dem Ungebildeten, der Arbeiter mit dem Millionär Schulter an Schulter. Die größten Schwierigleiten machte es, die Leute zu veranlassen, ihre Kranken, die ja die ganze Familie mit Ansteckung bedrohten, ins Hospital zu bringen. Als die Sterblichkeitsziffer wuchs, sah man sich gezwungen, Hospitäler und Baracken zu bauen. Mit dem gewöhnlichen praktischen Sinn ging de? Engländer ans Werk und baute nach dem Prinzip: Licht, Luft und Reinlichkeit. Die hübschen kleinen Baracken im Bungalowstil, die man auf einem unserer Bilder sieht, erscheinen beinah wie Sommerwohnungen. Auch das Innere ist bequem und praktisch eingerichtet. Die freundlichen Gestalten der Schwestern, die sauberen Dienstboten und die überall herrschende Ordnung machen durchaus einen vertrau-

ßTii- '. ji?il im ) ä",uTim, f jjf , Z.?,. i. m mzm UtsVA aM -rr-A . s 'rr- j. w VJ-Vt- ' i l ZL yf'yi. iraaär KÄ SSU A a - ,u 1 . " Tz. - -J - - Das Innere eines PestHospitals. enerweckenden Eindruck. Natürlich sind sämmtliche Angestellte der Hospitäler, vom Arzt bis zum svonpor, mit Heilserum geimpft. Unsere Abbildung zeigt, wie ein Hindu sich impfen läßt. Zuerst war die Bevölkerung gar nicht zu bewegen, sich impfen zu lassen; aber heute haben sich dieAnschauungen schon geändert. Es wird flott geimpft, unentgeltlich natürlich, und in jedem Stadtbezirk sind mehrere amtliche Impfstellen. Dieschwerst'eArbeit. Anwalt: . . . Aber, Hannes, jetzt lauft Ihr bei dem Hundewetter zwei Stunden weit her, um mir diese nebensächliche Mittheilung zu machen!. . . Warum habt Ihr denn nicht aeschrieben?" Hannes: Moana S', dös ich leichter?" N e u e s M a ß. Wünschen Herr Comurerzienrath den Ueberzieher wieder so lang wie den alten?" Nein! Machen Se ihn zwei bis drei Coupon-Breiten länger!" Gegen das Beschlagen der Fenster hat sich folgendes Mittel wahrt: 2 Unzen Glycerin werden :n einem Quart 63prozentigen Spiritus aufgelöst, dem mgn, um einen angenehmen Geruch zu erzielen, etwas Bernsteinöl zufügen kann. Sobald die Mischung wasserklar erscheint,w!rd die innere Fläche des Fensters mit ei nem Leder- oder Leinwandlappen. abgerieben. Ein gutes Mittel gegen Kopfschuppen ist es, wenn man den Kopf zweimal wöchentlich mit einer Mischung von 6 Unzen Settenspiritus. 1 Unze rektifizirtem Weingeist, y2 Unze Bayrum, j unze avendelspiritus, y Unze Franzbranntwein in der Weise wäscht, daß man zwei Eßlöffel davon in ein Weinglas thut und dies mit lauem Wasser vollgießt. An den übrigen Tagen möge man mit einer Lösung von etwas gereinigtem Borar in abgekochtem Wasser waschen, nachdem man noch etwas Kölnisches Wasser, Orangenblüthenwasser, Glycerin und Benzoetinktur zugesetzt hat.

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