Indiana Tribüne, Volume 26, Number 285, Indianapolis, Marion County, 24 July 1903 — Page 1
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5 Benneville F. Gresh.
In seiner Wohnung No. 315 C. Ohio Str. ist heute Morgen kurz nach 1 UhrBenneville F. Gresh der Bright'schen Nierenkrankheit erlegen. Er kam vor 47 Jahren von Lawrenceburg hierher und etablirte die erste Tanzschule in Indianapolis. Er führte dieselbe bis vor einem Jahre, als er durch Krankheit gezwungen wurde, sich in's Privatleben zurückzu. ziehen. Der Verblichene war Frei' maurer, Pythias Ritter und Mitglied des Männerchor. Fahrnnsall an der Pennsylvania Strake. Der jugendliche Ray Knickerbocker, welcher bei der Firma Fertig & KeeverS angestellt ist, fuhr heute Vormittag die Pennsylvania Str. entlang, als sein Gaul vor einer dahersausenden elec irischen Ear scheu wurde und wie toll davonrannte. Vor dem Dennison Hause wurde Ray von seinem Sitz in den Rinnstein geschleudert. Er wurde in die benachbarte Sloan'sche Apotheke getragen, wo selbst Dr. Erockett vom Dispensarium ihm ärztliche Hülfe leistete. Derselbe brachte den Verletzten später per Anbulanz nach seiner Wohnung No. 907 O. 13. Str. Soweit die Untersuchung ergab, scheint er keine innerlichen Verletzungen erlitten zu haben. Der Gaul kam an der Court und Pennsylvania Str. zu Fall, als er ge gen das Buggy von John H. House von Southport rannte. Der Schluk des Nürnberger Turnfestes. Nürnberg, 23. Juli. Gestern war der letzte officielle Tag des X. Deutschen Turnfestes. Bis zur letzten Stunde ist das Fest erfolgreich verlaufen. Kein Mißklang hat weder die Vorfeier noch die Nachfeier gestört. Es waren Tage, welche allen Theilnehmern unvergeßlich bleiben werden. Mit zu dem selten schönen Erfolge haben auch die Amerikaner voll und ganz das Ihrige beigetragen. Sie ha ben den Beweis geliefert, daß sie an den Ideen und den Principien des TurnVaters Iahn anch in der neuen Heimath festgehalten haben. Daß sie für diese Ideen haben kämpfen müssen und damit Kämpfer zugleich gewesen sind für die Erhaltung deutschen Wesens in der Fremde, unter schwierigen VerhältNissen, das kam gestern bei einer festli. chen Veranstaltung zur Sprache. Es war beim Festessen, welches zu Ehren der ausländischen Gäste gestern Mittag stattfand. Auf die herzlichen Worte der Festgeber antworteten Namens der Amerikaner und speciell im Namen des Nordamerikanischen Turnerbundes" die Herren Prafner und der amerkanische Eonsul 6. Müncb in Zittau. sowie Herr Peter Heinrich Suder, der Superintendent des Turnunterrichtes an den Volksschulen von Chicag?, welcher vom Bundesvorort als Leiter der Turnübungen der Amerikaner auserwählt worden war. Herr Suder führte in seiner, mit enthusiastischem Beifall aufgenommenen Red: nun aus, wie es eine Zeit gegeben habe, in welcher alles Deutsche in Amerika beschimpft und in den Schmutz gezogen worden sei. Das sei damals gewesen, als es noch kein neues Deutsches Reich gegeben und keine Deutschen, sondern lediglich Preußen, Badenser, Sachsen, Bayern, Württemäerger, Mecklenburger, Hessen u. s. w. nach Amerika gekommen seien. Doch die deutschen Vereine, und na mentlich die Turner, hätten schon damals das deutsche Ansehen in Amerika gewahrt. Es wäre manchmal schwer gewesen, und mehr als einmal hätte der Arme Stärke dieses Ansehen fordern müssen, aber diesem Umstände sei doch zuzuschreiben, daß das Teutschthum in Amerika sich stets größeren Ansehens erfreute und daß schließlich das deutsche und das amerikanische Banner sich immer mehr näherten. Gestern Abend hielten die amerikaNischen Turner einen besonderen Ame-rikaner-Abend ab, zu welchem die hervorragendsten Leiter des Festes und Vertreter der Feststadt geladen' waren
Vom Felde der organisirten
Arbeit. Die drei hiesigen Unionen der Eisen gießer hielten am Donnerstag Abend eine gemeinschaftliche Versammlung ab, in welcher Brook ElliS an Stelle des zum Vice-Präsidenten der Nationalen Union erwählten George Custer zum Geschäfts Agenten der Jron Molder's Union" erwählt.wurde. Er tritt sein Amt am 1. August an. Secretär Duffy von der Vereinigten Brüderschaft der Bauschreiner und Zimmerleute hat sechs neue Charter unterzeichnet und dieselben den lokalen Unionen zugesandt. Dieselben besinden sich :n Floren, Ala. ; Rich Hall, Mo.; Bellows Falls, Vt.; Williamfon, W. Va.; Alexandria, La. und Los Angeles, Cal. Mit diesen neuen Unionen umfaßt die Nationale Orga nisation jetzt 1720 localc Unionen mit einer Mitgliederzahl von 160,200. Schützenkönig. C. O. Lecompte, von Eminence, Ky., wurde Donnerstag wiederum zum Champion - Schützen von Jndiana, Kentucky, Illinois und Michigan er nannt, nachdem er H. M. Clark von Wabash, Ind.. besiegt hatte. Er traf 46 von den 50 in die Luft geschleuder ten Scheiben, während sein Gsgner eine weniger traf. Neue Inkorporationen. Mit einem 314,000 Capitale ist die St. Joseph Enterprise, Co.". Mushawaka. incorporirt worden, welche sich dem Handel mit Grundeigenthum und BondS widmen will. Die Direc toren sind: Andrew Anderson, James DuShane, W. G. Crabill, Albert G. Harlan und Andrew DuShane. Ferner wurden gestern incorporirt: Die Richmond Realty Co.", Capi tal $30,000; Tirectoren; Edward G. Hibberd, John L. Rupe und Wildern E.Bradbury, sämmtlich von Richmond. Die Angola Mediane Co.", An gola, Capital 810,000; Directoren und Beamte: Präsident, Sumner W. Bix ler; Vice-Präsident, And. D. Smith; Secretär und Schatzmeister, Zurtis G. Heckenlively. Die Sterling Electric Co.", La sayette, erhöhte ihr Capital von $100 000 auf $150,000. Zwei glückliche Jndianapoliser. Bei einer Frachtzug Entgleisung nahe Tremont in der Mittwoch Nacht, wurden der Conducteur Al. Richardson und der Bremser R. W. Croß, beide in Haughville wohnhaft, in schmerz licher aber nicht gefährlicher Weise ver letzt, während der Locomotivführer W. S. Odell aus Urbana, Jll., um's Leben kam und sein Heizer Edward Sanders, gleichfalls von dort, lebenSgefährliche innerliche Verletzungen erlitt. Personal-Notizen. Herr Edward A. Hermann von No. 32-4 Prospect Str., Secretär und Schatzmeister der Robt. Keller CoOperative Co., ist von seiner liebens würdigen Gattin mit einem prächtigen, kerngesunden Büblein beschenkt worden und stolz. Mutter und Kind be sinden sich wohl. H'err und Frau JohnBert e r m a n n nebst 2 Töchtern und Herr und Frau Irwin B e r t e r m a n n sind in die Som merfrische beim Clarke Lake, Mich., qe reist. Dort werden sich ihnen später Frl. Elsa Bertermann und Frau Her mann Junge nebst Tochter anschließen. HerrWm. P. Jungclaus hat seinen hiesigen Freunden durch An sichs-Postkarten den Beweis geliefert, daß er mit seiner Gemahlin Paris und Wien besucht hat und sich jetzt wieder in Berlin befindet, von wo aus weitere Deutschland-Reisen unternommen wer cen sollen. Wie . Herr JungclauS schreibt, sehnt er innig nach einem Humpen .Home-Btau". !
Aus den Gerichtshöfen.
Temporärer Emhaltsbefehl gegen die Stadt. Jennie M. Templeton, Grundbe sitzerin an der Ruckle Str., erwirkte heute vor Richter Carter einen temporären Einhaltsbefehl gegen die Behörde für öffentliche Werke, wodurch derselben einstweilen verboten wird, die Ver-besserungs-Arbeiten an der Ruckle Str. von der 17. Str. bis 21. Str. vorzu nehmen und den Grundeigenthümern AsseßmentS aufzuerlegen. In der Klage heißt eS, daß der Contractor I. H. Roberts sich in keiner Weife um die Specisi:ation gekümmert und bei der Pflasterung minderwerthiges Material als Kies benutzt hatte. Ferner sollte ein 36zölliger Rinnstein gelegt werden, während jedoch nur ein 23zölliger hergestellt wurde. Ueber die Klage wird am 29. Juli ! verhandelt werden. GeisteSumnachtet. John G. McCoy und Alfred D. Weizman wurden auf ihren Geisteszu stand'geprüft, für irrsinnig befunden und an das Jrren-Asyl überwiesen. McCoy leidet am Verfolgungswahn. Er bildet sich u. A. ein, daß Jemand $150 für seinen Körper bezahlthat und daß derselbe ihm auflauert, um ihn aufzuhängen. Weitzman leidet an der sixen Idee, daß Einbrecher von seinem Hause Be sitz ergriffen haben. Eine für Liebkosungen nicht zugängliche Kü ch e n m a i d. . In Friedensrichter Nickerson's Tribunal hatte sich der im Claypool-Hotel als Steward angestellte Engländer Hanson auf die Anklage hin zu verantWorten, den Versuch gemacht zu haben, der in der Küche beschäftigten Maid Margarethe Crafton einen Kuß zu rau den' Grethchen. scheint aber ihre be sonderen Ansichten über das Küssen haben, denn sie bot ihm ihre rosigen Lippen nicht zum Kusse dar. sondern sie retirirte. Und als er, durch ihren Widerstand gereizt, nur noch übermüthiger wurde und seine Arme um ihre Taille legte, da entfloh die keusche Jungfrau und sie flüchtete sich in die heiligen Hallen des genannten Fnedensrichters, vor welchem sie die Anklage des thätlichen Angriffs gegen den galanten Stewart erhob. Dieser erklärte, keine schlimmen Absichten ge habt zu haben. Er hätte geglaubt. daß derartige Vertraulichkeiten unter dem Küchenpersonale nur zu einem har manischen Zusammenwirken führen würden. Der biedere Squire konnte sich jedoch nicht auf diesen Standpunkt stellen und er verdonnerte den Schwere nöther zur Zahlung von $1 und Ko sten ($14). George Trindle von sei ner Braut angeklagt. Unter der Anklage des Diebstahls hatte George Trindle, ein Gast des California House, sich heute vor dem Polizeirichter zu verantworten. Die Anklage war von seiner Braut Emma Apple Legen ihn erhoben worden. Am 20. Juni sollte ihr Hochzeitstag sein. Am Nachmittage kam er zu ihr, borgte sich von idr $3.50 und ihren Regenschirm und ging dann fort mit dem Versprechen recht bald wieder zu kommen. Seitdem hatte er sich jedoch' nicht mehr bei seiner Braut sehen lassen. Vor einigen Tagen erwirkte sie einen Verhaftsbefehl gegen ihn, worauf am Donnerstag seine Festnahme erfolgte. Der Richter verurtheilte ihn zur Zah. lung von $1 und Kosten, suspendirte aber später das Urtheil. Verfehlte Ehe. Eeoage I. Crandall wünscht von seiner Gattin Mary geschieden zu werden. Das Paar vermählte sich im Jahre 1894 und lebte 7 Jahre zusammen. Er beschuldigt sie der lieblosen Äehandlung und der Pflichtvernachlässigung. So soll ihm offen erklärt ha ben, daß sie keine Liebe mehr für ihn empfinde. Im Polizeigericht wurde der Fall des Sidney Clston abermals und zwar auf den 31. ds.
verschoben. Er hatte bekanntlich vor einigen Tagen den Botenjungen John Neff mit seinem Automobil überfahren, wodurch derselbe schwer verletzt wurde, lston ist des thätlichen Angriffs und des zu raschen Fahrens beschuldigt. Eö. Crosby, welcher unter den nämliehen Anklagen steht, wird am 6. August processirt werden. Die Gebrüder Jesse und John Baker, welche beschuldigt sind, aus dem Stalle des John Kimber Pferdegeschirre gestohlen zu haben, haben am
23. ds. Mts. ibr Vorverbör au bestehen. Sie sind die Diebstahls und Einbruchs angeklagt. Die Fälle des farbigen Carl Harris und des Wm. Williams, welche am Mittwoch Abend am Fountain Square ein Revolver-Duell hatten, kommen am 30. ds. zur Verhandlung. An demselben Tage wird auch Emerson Denton, welcher des Betrugs angeklagt ist, processirt werden. Dago Mike" ein italienischerFruchtHändler erhielt seinen Fall auf den 30. Juli verschoben. Er hatte am letzten Sonntag in Hammonds Park James Gordon in solch brutaler Weise mißhandelt, daß derselbe gestern noch nicht fähig war, im Gericht zu erscheinen. Eine neue Spur Bezüglich des mystenöfen Todes Merle WrightS. Derselbe starb nicht an Vergiftung. Hülfs-Coroner Dr. Geis hat gestern in ' dem Falle des 20,jähriaen Merle Wright ans Peru, der am letzten Sonn tag bewußtlos im Brookside Park auf gefunden wurde und bald nach seiner Ankunft im Hospitale starb, den Wahr spruch abgegeben, daß der Tod Merle's durch den Tritt oder Stoß gegen den Unterleib desselben verursacht wurde. den ihm. .ein soweit Unbekannter ver setzte. Dieser Tritt oder Stoß veranlaßte innerliche Blutunzen und Verletzungen aller Unterleibs-Organe, die den Tod unvermeidlich machten. V o n O p i u m oder anderen Giften würd bei der chemischen Analyse des Mageninhalts kein, Spür gefunden. Merle's Vater machte gestern Vor mittag dem Dr. Geis Mittheilung von einer neuen, offenbar wichtigen Spur bezüglich des Mordes und Dr. Geis wird dieselbe von den Detectivs weiter verfolgen lassen. Selbstredend wird dieselbe vorläufig geheim gehalten. Bis zum Dienstag verschoben Wurde die Vorverhandlunz in dem Falle des Wm. Summers. Im Polizei-Gerichte wurde gestern der Fall des Wm. Summers, welcher der Ermordung feines Schwagers John Hörne beklagt ist, bis zum nächsten Dienstag, 23. Juli, verschoben, um dem Coroner Gelegenheit zu geben, zuerst seine Untersuchung des Falles zu beendigen. Hülfs-Coro-ner Dr. Geis hat bereits den Wahrspruch abgegeben, daß der Tod Horne's durch einen Schädelbruch, verursacht durch einen Beilhieb Summers', herbeigeführt wurde. Uebrigens ist nachträglich zu berichten, daß Summers geschiedene erste Frau, die jetzige Frau Augusta Perrin von der Arrow Ave., als sie von ihres Ex-Gatten That hörte, am Mittwoch Abend versuchte, sich zu vergiften, weil sie immer noch gut von Bill dachte." Ihr Celbstmord-Verfuch wurde aber vereitelt. Zwei jugendliche Mörder gehenkt. Lexington, Ky., 24. Juli. Carl Whitney 18 und Claude O'Blien 19 Jahre lt, welche am 10. Oktober 1902 den! angesehenen Kaufmann A. B. Chinn!' in dessen HauS sie eingekrochen waren, ermordet hatten, büß en heute Morgen ihr Verbrechen am Galgen. Ueber 100 Personen wohnten der Hinrichtung bei. John Weber's Wirthschaft, No. 7G4 West Nortk Str.
Nachrichten aus Jndiana. Ein Opfer des Wabash. L a f a y e t t e. Der Schildermaler Henry F. Kruse fand am Donnerstag im Wabash seinen Tod. Er hatte vorher seine Kinder aus den Fluthen gerettet und war noch einmal in's Wasser zurückgegangen, um seinen Hut zu holen. Er hatte seine Kräfte jedoch überschätzt. Dieselben verließen ihn und er sank unter und kam nicht mehr an die Oberfläche. Der traurige Vorfall ereignete sich vor den Augen seiner Frau und seiner Kinder. Der Seward Mord. Greencastle. Mit dem Vorverhör des Henry Seward, welcher beschuldigt ist, seine Frau ermordet zu haben, ist am Donnerstag begonnen worden. Das Beweismaterial war ein solch schwaches, daß der Richter nach Vernehmung der Zeugen erklärte, daß, wenn die Polizei nicht stichhaltigere Beweise herbeibringen könne, er den Angeklagten nicht an die Großgefchworenen überweisen würde.
Kein St rike in Elwood. E l w o o d. Zum ersten Male sei Jahren sind die neuen Lohnscalen der Amalgamated Ass'n." und der Trn Plate Workers Protective Ass'n." in deren Fabriken in Kraft getreten, ohne daß ein Strike der Arbeiter voraufge gangen war. In Folge der vielen öffentlichen Straßen-Verbesserungen und der Trac tion Bahndauten ist die Nachfrage nach Arbeitern bedeutend gestiegen und die selben erhalten auch höhere Löhne als früher. So beschäftigt der Contracto O'Brien 100 Arbeiter, welche er einen Tagelohn von $1.60 zahlt ; die Wasser werke Gesellschaft bezahlt ihren Arbei tern $1.75 pro Tag. NeueBankinMilton. Richmond. An Stelle der ver krachten Citizens Bank in Milton isi die Farmer's Bank getreten. Da Actien-Capital ist $25,000. Die Ac tionäre sind wohlhabende Bürger von Milton und Farmer aus der Nachbar schaft. Fürstliches Einkomme eines Farmers. M u n c i e. Ephraim Cecil, welcher ausgedehnte Ländereien in dem Parker O:l District verpachtet hat, hat von der Gesellschaft einen Check auf den Betrag von $2985 erhalten. Derselbe reprä sentirt den Gesammtbetrag der Ab gaben, welche die Gesellschaft für das während des verflossenen Monats ge wonnene Oel an ihn zu zahlen hatte. Während dcr letzten Monate ha Ephraim durchschnittlich S3000 per Monat erhalten. Recht bezeichnend. Fort Wayne. Von Rome City wird ein Streit gemeldet, welcher zwi schen der Inland Park Assembly, einem methodistischen Camp Meeting und den Besitzern und Gästen von Sommer Häusern ausgebrochen ist. Fast alle dort wohnhaften Sommer srischler sind Geschäftsleute aus dem Staate und eignen die hübschen Villen, in denen sie mit ibren Familien den Sommer verbringen. Sie bilden eine gemüthliche Gesellschaft unter sich, de ren Vorsitzer der Präsident der Fort .'Wayne Trust Co., E. H. McDonald, ist. Die Methodisten, die dort campiren, sind Zuzügler und haben sogar auf die Scholle, wo ihre Zelte erbaut sind, keinen Anspruch. Die Sommerfrischler, von denen eine große Anzahl nur Sonntags ihre dort fommernden Familien besuchen können, vergnügen sich mit Bootfahrten, Angeln oder Ba den. Das war natürlich den Methodisten ein Dorn im Auge. Durch Zettel verkündigten sie, daß die Villenbewohner eine gottlose Bande wären, die den Sonntag entheiligten. Die Sommerfrischler werden vor der Hölle gewarnt und aufgefordert, in das Betzelt zu kommen und dort den Sonntag mit Singen und Beten zu verbringen. Die Afsichen waren so beleidigend ab. gefaßt, daß sie den Unwillen der Sommerfrischler erregten und hatsen zur Folge, daß nun erst recht gebaoef und geangelt wird. '
Erfolgreiche Geldschranks v r e n g e r. M o n t p I i c r. Einbrecher statteten in nächtlicher Stunde der Office" Wirthschaft einen Besuch ab, sprengten den Geldschrank und erbeuteten 5800 in Baar. Billige Kohlen. T e r r e Haute. Eine eigenartige Organisation hat sich unter den Angestellten der hiesigen Granitwaarenfabrik vollzogen. Die Vormänner der verschiedenen Departements haben nämlich zu ihrem gegenseitigen Besten eine Art Kohlengesellschaft gegründet. Der Plan der Arbeiter ist, Kohlen in Waggonladungen von drei bis fünf einzukaufen und sie dann unter sich zu einem Preise, der die Kosten der Fracht und Ablieferung decken soll, zu vertheilen. Die Big Four soll außerhalb der Fabrik ein Nebenzeleise bauen, auf welchem die Kohlen dann abgeliefert werden sollen. Der Schandfleck" vom County beseitigt. M u n c i e. Das County-Council hat für die Verbesserung der FrauenAbtheilung des Delaware County Gefängnisses 81500 bewilligt. Dieselbe wurde kürzlich von der County-Behörde für Wohlthätigkeits- und Strafanstalten als ein Schandfleck des Countys bezeichnet. Auf geheimnißvolle Wei se um'S Leben gekommen. Lawrenceburg. George Schu ler von Cincinnati kam auf geheimnißvolle Weife in einem AnglerCamp" am großen Miami-Fluß unweit Lawrenceburg um's Leben. Seine Leiche wurde zwischen den Ruinen eines Zeltes gefunden, das während eines heftigen Windsturmes zusammengeweht worden war. Sein Schädel war dem Anscheine nach durch einen noch nicht gefundenen schweren Gegenstand zerschmettert. Mit knapper Noth dem Tode entronnen. Jeffersonville. Conrad Eberts, einer der bekanntesten Jeffersonviller Bürger, entging mit knapper Noth dem Tode und liegt jetzt in feinem Heim gefährlich verletzt darnieder. Eberts ist Senior der Firma EbertS und BroS., die eine große Mühle betreibt und befand sich feit etlichen Tagen nicht wohl. Trotzdem begab er sich am Donnerstag in die Fabrik, doch beschloß er bald, wieder heim zu gehen. An der Court Avenue sah er kurz vor elf Uhr einen SuburbanZug in die Station einfahren, und wollte vor demselben die Geleise kreuzen. Dog die Lokomotive traf ihn, .ohne daß ihn der Führer, Tim. Leonard, gesehen hätte. Er wurde am Hinterkopf und den Schultern schwer verletzt. Gerädert.
Entsetzlicher Tod des WagzonJnspectorS Ed. C. Gelderman in Norwood. Ein Opfer seines gefährlichen Berufes und der Nachlässigkeit eines anderen Bahnbeamten wurde gestern Abend der in No. 1707 gleicher Ave. wohnhafte Waggon-Jnspector Edmund C. Gelderman in den Big Four Bahngehöften in Norwood. Gelderman, ein 36 Jahre alter, verheiratheter Mann, war dort mit der Besichtigung der Waggons eines auf dem Geleise haltenden GüterzugeS beschäftigt und zu dem Zwecke unter die Wagen gekrochen; da sauste plötzlich eine Rangirlocomotive die betreffende Weiche war nicht abgestellt worden über dasselbe Geleise heran und gegen den Zug, und im nächsten Augenblicke war Gelderman von den Rädern in grauenhafter Weise verstümmelt worden. DaS linke Bein war ibm am Unterschenkel zermalmt worden, das rechte am Oberschenkel, und der Untereib war ihm völlig zerrissen worden. Die Leiche- wurde per Dispensa-r!ums-Ambulanz von Dr. Cunningham in's städtische Todtenhaus gebracht, wo HülfS-Coroner Dr. Geis sie in Augenschein nahm, und später einem Bestatter überwiesen. Gelderman hinterläßt eine Wittwe mit zwei Kindern.
