Indiana Tribüne, Volume 26, Number 284, Indianapolis, Marion County, 23 July 1903 — Page 6

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:0 M H Kein Wunder lal wir off! leiden wen geplagt mit Leberleiden, Unreinem Blut, Magenleiden, Appetitlosigkeit, Unverd&ulichkeit, Verstopfung, und Oiliositst. H Wir brauchen jedoch nicht lang zu leiden. Dr. August Koenig's Damburger Tropken ist das spkein'chek Mittel gegen all dies Leide. H M Q Ü)enn Sie das Beste wünschen das es gibt in Möbeln. Teppicheil . . . .und. . . . ...Oefen... so gehen Sie zu WILLIG'S Möbel-Laden, 141 W. Washington Str. Baar oder Credit. TEftT ATmsi UAI.ItlWV "x'SrooA 6 c& 14 Nord Pennsylvania Straße, Hauvtgunier für Brillen und Operngläser. tmuiw j Ä YLtvrt$& 'R ii. mA JCTU htX BrlCra werde nach öe besten Methoden den ugt RAgepabt. JHtastilche Lugen werden schmerzlos eingesetzt. Big 4 Route ...Ercursionen... Sonntag, 2. Juli, Lavrenceburg, Aurora und Zwischcnftationcn. $1.00 Abfahrt des Svezialwgs von hier um 7.30 Uhr Morgens; Retourfahrt von Aurora 7.20 Nhr Abends. H. M. Bronson, A. G. P. A. Wir osserircn-Bonds Indianavrli! Schuler Staat Massachusetts J,d:anavoli Straßenbahn,.... Sndianavolt? Strsglndahn......, Neue Telephon (erfte. .314 3 .4

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Europäische Nachrichten.

Sachsen. Dresden. Zu Ehren des 25jähxwn Amtsiubiläums des Stadt- und Baurathes Richter vereinigte sich der Rath mit dem Jubltar unv oeen a milienangehörigen zu einem Festejsen im Restaurant des städtischen Aussteliungspalastes. Oberinspector Herzog feierte sein 23jähriges Dienstjubiläum als Kanzleivorstand bei der Commission für das Veterinärwesen und der Thierärztlichen Hochschule zu Dresden. ' Brand. Schuhmacher - Obermeister Hcnnig ertrank beim Baden im Rothbächer Teiche. Bock witz. In der Vrikettfabril Millygrube glitt der auf dem Kohlenboden mit Nachstoßen von Kohlen beschäftigte Arbeiter Gräfe aus Mückenberg aus, fiel in den Kohlentrichter und wurde von den nachstürzenden Kohlenmassen verschüttet. Seine Leiche wurde aufrecht stehend in der Kohle aufgefunden. Deuben. Milchhändler Franke erhängte sich aus unbekannten Gründen. Er hinterläßt eine zahlreiche Familie. Ebersbach. Sein 60jähriges Bcrufsjubiläum feierte Buchdrucker Emil Müller. Frankenberg. Der 14jährige Pferdejunge Adolf Haase ertrank fo'ivz Baden in der Zschopau. Großenhain. Das 3jährige Töchterchen desMagazinarbeiters Kliemann setzte beim Spielen mit Streichhölzern sein Kleidchen in Brand und erlitt so schwere Brandwunden, daß es starb. Als die Mutter nach Hause kam. fand sie das Kind zusammengekauert am Ofen todt vor. Hartmannsdorf. Die große chemische Fabrik von Krüger ist nieoergebrannt. Das Feuer entstand durch Selbstentzündung von BaumwoUvorrathen. Johanngeorgen st ad t. Die 56 Jahre alte Frau Zimmermann in Salmthal wollte sich am Ofen wärmen. Jyre tfietver ringen Feuer unv alsb'al stand die Frau in hellen Flammen. Den furchtbaren Brandwunden ist die Frau bald erlegen. Lug au. Berginvalid Seltmann feierte mit seiner Ehefrau die diamantene Hochzeit. Leipzig. Der am 27. September in Neckargemünd verstorbene, früher hier wohnhaft gewesene Rechtsanwalt Robert Reiche! hat der hier bestehenden Vereinigung zur Fürsorge für kranke Arbeiter 50.000 Mark vermacht. Die Vereinigung hat in Stötteritz eine Erholungsstätte begründet, in der vierzig kranke Arbeiter untergebracht sind. Meißen. Beim Svielen am Elbufer ertrank der 4jährige Knabe Weidelt aus der Obergasse. Die diamantene Hochzeit feierte der Privatus Gottfried Busch mit seiner Ehefrau. In der Behausung fand die Einfegnung durch Pastor Höhne statt. P a u s a. Beim Baden in der Elster ertrank hier der 10jährige Schüler Fischer aus Obergrochlitz. Tharandt. Bürgermeister Dr. Schauer hat seine Stelle als Bürgermeister für den 1. August gekündigt, um sich aus Gesundheitsrücksichten in's Privatleben zurückzuziehen. Zwick au. Polizeiactuar Heinz, ein allgemein beliebter Beamter, hat sich eines hartnäckigen Leidens wegen an der Mauer des städtischen Kirchho fes erschossen. Er war verheirathet und hlnterlaßt em Krnd. Kcsscn'Aarlnslabt. D a r m st a d t. An Stelle des in den Ruhestand versetzten Geheimen Oberfinanzrathes Weigel ist Oberfinanzrath Glaessing zum. Vorsitzenden der Landescommijsion für Steuersachen in Hessen ernannt worden. Das 25jährige Arbeitsiubiläum feierten: Schriftsetzer Johannes Lotter in der Hofbuchdruckerei von Heinrich Kichler, sowie Hufsarbelter Wilhelm Elsäner. beschäftigt in der Konrad Herbert'schen Hosouchdruckerel. A l s b a ch. Nach langem Leiden verstarb dahier in seiner Villa Rentner Heinrich Becker. Unsere Gemeinde ver liert in ihm ihren größten Wohlthäter. Die Diakonissenstation ist durch ihn in's Leben getreten, denn etwa 20,000 Mark hat Becker zur Gründung dieser Anstalt seinerzeit hergegeben. Babenhausen. Nach kurzem Kranksein verschied der erste evangelische Pfarrer unserer Stadt, Dekan Emil Hof, im 73. Lebensjahre. Der Entschlafene hat 23 Jahre lang segensreich als Geistlicher in unserer Gemeinde gewirkt. Dromersheim. Auf bisher noch nicht aufgeklärte Weise gerieth das 7 Jahre alte Söhnchen des Händlers Strohburger in eine unbedeckte Pfuhlgrube und ertrank. Gießen. Genremaler Otto ' Fritz hat sich, 38 Jahre alt, erschossen. Ein Nervenleiden, welches den Künstler schon lange Zeit am Schaffen hinderte. hat ihn wohl veranlaßt, die Waffe ge gen sich zu richten. Mainz. Der Mainzer Ruderver ein feierte im herrlich geschmückten Saale der Liedertafel das Fest seines 25jährigen Bestehens. Insgesammt verzeichnet der Verein 208 Siege und mmmt die zweite Stelle unter allen deutschen Ruderveremen ein. De hier zu 15 Jahren Zuchthaus verurtheilte Kaufmann Harmens hat emge ri.. mit dem noch flücbtiaenScbrö

der aus Hamburg und' seiner'Maitresse Neubert in den Jahren 1898 bis 1901 300 bis 400 Einüruchsdiebstähle ausgeführt zu haben. Gestohlen wurden Wcrthpapiere. Gold- und Silbersachen, sowie Legitimationspapiere. Nieder - Jngelheim. Hier fiel der 60 Jahre alte Landwirtb Iovann )ein reim (trohabladen von der Scbeuer ab und blieb sofort todt.

R i m h o r n t. O. Nach längerem Leiden verstarb der langjährige Bürgcrmeister der hiesigen Gemeinde, Phiivp Hartland, nachdem er 29 Jahre hindurch das hiesige Gemeindwesen zu aller Zufriedenheit geleitet hatte. S p i e s h e i m. In angetrunkenem Zustande schnitt sich der 26jährige Georg Schmitt die Pulsadern durch und verblutete. W o r m s. Wegen Steuerhinterziehung wurde den Inhabern der Firma Pfeiffer & Diller in Horchheim, Kaffce - Essenzfabrik, eine Strafe von 80,000 Mark auferlegt. Bei dieser Gelegenheit wurde auch bekannt, daß die Firma trotz der schlechten Zeit im fahre 1901 bei verhaltmßmaßia ge ringem Anlagecavital einen Reingewinn von 180000 Mark hatte. 'KZctyern. München. Landgerichtsrath Dr. Guggenheimer, der die Frau eines Freundes verführte, mit diesem ein Pistolenduell hatte und zu Festungshaft verurtheilt, nach Verbußung der Hälfte der Strafe aber aus Gesundheitsrücksichten aus der Festung beurlaubt wurde, hat die erbetene Entlassuna aus dem Staatsdienst erhalten. Wie man hört, tritt Dr. Guggenbei mer in Privatdienste. Obermusikmeister Adolf Fach des 1. InfanterieRegiments hier feierte sein 40jähriges Dienstjubilaum. N e u - U l m. Privatier Christian Habdank verschied im Alter von 71 fahren. Der Verstorbene war viele Jahre Mitglied des Gemeindecollegiums, Obmann der Feldgeschworenn und vieljähriacs Mitglied der protetantischen Kirchenverwaltung. Nürnberg. Die hiesiae Straflammer verurtheilte drn 26 Jahre alten Buchbinder Stefan Gluth, welcher in acht hiesigen Gastwirthschaften Einbruche verübte und erhebliche Gelobeträge stahl, dazu 20 weiterer Einbrüche in Wirthshäusern verdächtig ist, zu 12 Jahren Zuchthaus. P a s f a u. Der in weiten Kreisen bekannte Buchhändler Adalbert Deiters von hier ist nach kurzer Krankheit im Alter von 63 Jahren gestorben. Rbibebd. Das grone Anwesen des Oekonomen Schmauß wurde ein Raub der Flammen. Die Funken flogen über die ganze Ortschaft. Dabei sing das Haus des Taglöhners Klotz, das Strohdachung trug, Feuer und brannte gänzlich nieder. (schwabmunchen. Beim Sandwerfen im Lech wurde der Oekonomenssohn Max Schmid von der Strömung fortgerissen und ertrank. Straublna. Scharfrichter Reichhardt aus München vollzog hier die Hinrichtung der beiden Raubmörder Karl und Max Bradl (Vater und Sohn) aus Viechtach, die Ende vorigen Jahres den Mischen Reisenden David Bergmann aus Günzburg erdrosselt und beraubt hatten. Eine schwarze Majestät weilt augenblicklich in den Mauern von Paterson, N. I. Es ist dies Prinz Beukajakani, der Sohn eines mächtigen Häuptlings eines slldafrikanischen Stammes. Der HäuptlingsSohn wurde von emer Mlssionarrn zum Christenthum bekehrt und weilt jetzt in Amerika unter dem Namen Prinz Hozana, um sich eine gute Vlldung anzueignen. Es wird erwartet, daß die schwarze Hoheit nächstens Vorträge über das Leben und Treiben semer Landleute halten wird. Eine Schwester des Prinzen, die am Livingston College in Salisbury, N. C., studirt, wird ebenfalls Vorträge zum Besten geben, und zwar über ihre Erlebnisse an einer amerikanischen. GeWerbeschule. Nebenbei bemerkt wiegt ihre schwarze Hoheit nicht weniger als 400 Pfund. In den Detentionsräumen auf Ellis Island befand sich kürzlich ein greises Paar, der 70 Jahre alte Terrence Collins und seine 72 Jahre alte Ehehälfte, die bei der Registrirung zurückgehalten wurden, trotzdem der Mann in seinen jüngeren Jahren für die Freiheit Amerikas geblutet und eine größere Geldsumme im Besitz hatte, die er bei dem Verkauf seines Anwesens in Irland erzielt. Das Paar kam auf dem Dampfer Cymric" an, um sich zu den drei verheiratheten Töchtern von Frau Collins, nach Lowell, Mass., zu begeben. Da man jetzt auf Ellis Island wieder strenge mit den Ankömmlingen verfahrt, so wurde das alte Paar der In quisition überwiesen und mußte auf der Insel bleiben, bis sein Schicksal von der Behörde entschieden war. Collins erzählte, daß er m seiner Ju gend amerikanischer Bürger war. Er kam als 6 Jahre alter Junge nach New Fork und als der Krieg ausbrach, schloß er sich den freiwilligen Regimentern an. Er war bei mehreren Schlach ten und wurde bei Antietam verwun det. Er kehrte nach dem Krieg in die Heimath zurück, wo er sich niederließ und wieder heirathete. Drei Töchter seiner jetzigen Gattin veranlaßten die itern. bierher zu kommen.

Amrrilzas PacMc-l;abcl. ' Seine voklensete Legung uns (5rö.?Znuug am 4. Juli unv leine esentung. Der jüngste 4. Juli war für die Ver. Staaten besonders bedeutungsvoll, indem an dem Tage die Legung des aiuerikanischen Pacific-5Zabels San Fran-cisco-Manila vollendet ward. Präsidcnt Roosevelt hob dos Riesenkind der Commercial Mahlt Company aus der Taufe; er sandte uk 10 Uhr 53 Minuten Abends von S.igamore Hill, seinem Landsitze auf Long Island aus. die erste Depesche über das neue Kabel an Gouverneur Taft nach Manila. Die Depesche gelangte zuerst in die Hände Präsident Clarence W. Mackeys, von der Commercial Cable Company,

der ihrer in seinem New vjoxux Bureau den ganzen Tag geharrt hatte. Sofort erfolgte die Absendung. und um 11 Uhr 19 Minuten befand die Antwort Tafis sich in Roosevclts Händen. Anfangs hatte man Vorbereitungen zur Entsendung der Depesche um zehn Uhr Morgens getroffen. Dann traf die Nachricht ein. daß nahe Honolulu ein Sturm wüthe und das Kabelichiff nicht im Stande sei, die Station zu erreichen. Es erfolgte eine Verschiebung bis drei Uhr Nachmittags, und spater mußte aus gleichen Gründen eine nochmalige Programmänderung vorgcnomi. r n r 4 i men weroen. zix naaz zeyn uyr nas die Nachricht ein, daß nun das Kabel vollständig sei. Die Nouie umfaßt vier Ozeanabiheilungen von 2276, 2254, 2593 respektive 1499 Meilen. Die erste Abtheilung gM von San Francisco nach Hawai, die zweite von Hawai nach Midway Island, die dritte von Midway nach Guam und die vierte von Guam nach der Philippinen-Jnsel Luzon. Die folgenden Zahlen geben eine Idee über die Großartigkeit des Unternehmens. Das Kabel ist von Kupfer, behufs Jsolirung mit Guttapercha umgeben. Um diesen Kern befindet sich eine Messingblech-Einfassung, dann eine solche von Jute und als Außenschütz eine Umhüllung von Eisen- und Stahldraht. Zur Herstellung des Kabels. welches L300 nautische oder 9600 Landmeilen lang ist, wurde folgendes Material verwandt: 19,000,000 Pfund Eisen- und Stahldraht; 2,010,000 Pfund Jute-Garn. 306.000.000 Jards Prascrvir-Band, zum Gewicht von 5.090.000 Pfund; 52.000 Pfund Messingblech; 3.600.000 Pfund Kupfer; 2.310.000 Pfund Guttapercha und 4,220,000 Pfund anderes Material. Die ganze Arbeit wurde in 18 Monaten, von der Unterzeichnung des Kontraktes an, geleistet. Die Commercial Cable Company Übernahm die Legung des Kabels auf eigene Rechnung, ohne RegierungsSubvention; sie verpflichtete sich von vornherein, eine Maximalrate pro Wort nicht zu überschreiten und der Regierung bei Beförderung amtlicher Telegramme das Wegerecht und billigere Preise zu berechnen; dafür erhielt sie vom Kongreß nachgesuchten Charter, sowie das Recht, ihre Kabel in Honolulu, auf den Midway-Jnseln, auf Guam und in Manila zu landen. Das Kabel ruht stellenweise in Tiefen, die früher nie von einem transozeanisehen Kabel erreicht worden sind. Allerdings hatte es die Gesellschaft insofern leicht, als schon vorher vom Manne departement sehr genaue Lothungen vorgenommen worden waren, welche sofort benutzt werden konnten. Zu Weihnachten 1902 war bereits die Verbindung zwischen Honolulu und San Francisco hergestellt. Die kommerzielle Bedeutung der Vollendung des großen Unternehmens wird sofort klar, wenn man bedenkt, daß bisher die telegraphische Verbindung mit den Philippinen und ganz Ottasien über Europa und Asien bewerkstelligt werden mußte, so daß die zurückzulegende Entfernung 14.000 Meilen betrug, mit zahlreichen Umschaltungen. Jetzt ist diese Entfernung auf mehr als die Hälfte mit drei Umschaltungen reduzirt worden. Allein die Ankündigung der Thatsache, daß das Kabel gelegt werden würde, genügte den die Kontrolle ausübenden englischen Kabelgesellschaften, eine Herabsetzung des Tarifs für Ostasicn um fast die Hälfte herbeizuführen. Mit dem amerikanischen Pacific-Kabel ist von Neuem Bresche gelegt in das große Monopol, welches bis vor Kurzem England überhaupt auf diesem Gebiet besaß. Die Ver. Staaten haben jetzt direkte Kabelverbindung mit Deutschland. Dieses steht im Begriff, fein Kabelnetz im Bunde mit Holland nach Ostasien auszudehnen. Wenn das erreicht ist, so bildet das amerikanische Kabel das letzte Glied in der Kette, um den Erdball mit einem Kabel zu umspannen, das absolut frei von irgend welcher englischer Kontrolle ist. Von welchem gewaltigen politischen und. a: gebenen Falls, militärischen Werth das für alle anderen Länder ist, leuchte! ein. Kohlenlagerung unter Wasser. Ein wichtiges Experiment der britischen Admiralität, Kohlen un ter Wasser aufzuspeichern, wurde letztbin in Portsmoutb begonnen. AI Marinestationen hatten berichtet, daß Kohlen, welche der Atmosphäre ausgesetzt werden, in Verfall kommen. Bei dem Experimente wurden etwa 20 Tonnen Walliser Kohlen in hölzernen Kisten in's Wasser gesetzt; sie werden nach Verlaus eines Jahres gehoben, um dann auf ihre DampferzeugungsZähigkeit erprobt zu werden.

ZZaumöcmohner.

Ihre Vorführung auf der Si. Louiscr Wcltaussicllung geplant. Eebräucke der fr!,vsertigen SakaiS aus der malaiischen Halöinsel Einrichtung der lustigen Bchausungtu Zittcu dcS wilden TtammeS der JgorroieS auf Zuzon. Auf der Weltausstellung in St. Louis im nächsten Sommer wird man in Baumwipfcln errichtete Behausungen zu sehen bekommen. Sie werden aler nicht aufgestellt werden, um die Besucher bei einer etwaigen neuen Überschwemmung des Mississippi zu beherbergen, sondern sollen ausschließich einem Philippinenstamm zum Aufenthalt dienen, der dort gerade so wie auf der Insel Luzon leben wird. Häuser dieser Art, wie sie Robinson Crusoe baute, findet man in einzelnen Dsffiiknapln F)?fnrrhra im fiidältliAn I -...- .... , ... y... Theile von Asien und auf der malaiischen Halbinsel. Hin und wieder bringen Forschungsreisende Nachnch ten über diese luftigen Behausungen, die, oben in den Bäumen zurechtgezimmert, durch einen Belag von Stroh und großen Blättern Sonne und Regen abhalten und mit dem Erdboden durch Leitern aus Vambusholz in V:rbindung stehen. Die Vaumbewohner aus der malaiischen Halbinsel, die bei den Ethnologen Sakai heißen, haben diezen Aufenthalsort nicht der Bequemlichkeit der der Wissenschaft wegen gewählt, sondern um den wilden Elephanten, Rhinozerossen und anderen wilden Thieren, die m den Dschungeln hausen, zu entgehen, denen sie mit ihren primitiven Waffen nicht zu Leibe rücken können. Bei den Sakais findet keine Arbcitstheilung zwischen Mann und Frau statt. Sie gehen zusammen auf die Jagd und theilen dann die Beute. Die Manner haben, weil sie nur Waffen von ganz primitiver Natur tragen, einen frauenhaften Zug in ihrem Wclen. sind friedfertig und zutraulich. Das Freien geschieht bei ihnen auf merkwürdige Weise. Entweder muß der Jüngling das Mädchen im Wettlauf Überholen, oder beim Wettrudern im Canoe oder endlich im Ringkampf Sieger bleiben. Beim letzteren wird das Mädchen mit vielen Blumen bekränzt, hat aber das Recht, wenn sie nach Verlauf von zwölf Stunden nicht geworfen wird, den Bewerber zurückzuweisen. Der W'.nd gilt bei den Sakais als die Quelle allen Uebels und sie glauben daran, daß er Blitz und Donner mit sich bringe. Wie bei den Jndianern die Vorstellung von ewigen Jagdgründen sich findet, so denkeii sie sich einen Fruchtgarten als Aufenthaltsort der Verblichenen, den Ne sich als rn der Luft befindlich vorstellen. Dementsprechend bauen sie auch über dem Grabe sogenannte Seelenhäuser, die. dreieckig, ein zeltartiges Aussehen haben, aus Blättern und Zweigen hergestellt und mit einer Miniatur-Leite? versehen sind. Während die Sakais die Nacht in ihren luftigen Behausungen verbringen,' gehen sie am Tage mit einer Art Blasmstrument auf die Jagd. Dieses Instrument besteht aus einem sechs Fuß langen stark ausgehöhlten Stock, durch dessen Oeffnung der Jäger mit sehr starkem Pusten einen neunzölligen Pfeil gegen Vögel, Eidechsen, Schlangen oder Assen 60 bis 100 Fuß weit mit tödtlicher Sicherheit zu senden die Geschicklichkeit und Kraft besitzt. Schlangen und Eidechsen besonders gelten den Sakais als Leckerbissen. Gilt der Kampf einem Feinde, so pflegt der Sakai den Pfeil zu vergiften und sendet d.as tödtliche Geschoß aus undurchdringlichem Gebüsch heraus. In seinen Mußestunden, oder wenn er einer Schönen den Hof macht, läßt er die Flöte ertönen, die er an die Nase, nicht an den Mund setzt. Durch die Uebung mit dem Blasinstrument ist seine Lungenkraft so erheblich, daß er sehr laute Töne hervorbringen kann. Die Vaumbewohner auf den Philippinen besitzen keineswegs das friedliche Temperament der Sakais. Ihr Hauptbestreben ist, die Schädel ihrer Feinde zu erobern, mit denen sie dann ihre luftige Wohnung schmücken. Ihr Stamm, Jgorrotes genannt, zählt 300.000, also gerade so viel wie sämmtliche Indianer in den Ver. Staaten zusammengenommen, und hat bisher allen Civilisationsbestrebungen der Missionäre Widerstand geleistet. Unter dem spanischen Regime ließ man die Jgorrotes ruhig gewähren. In jener Zeit waren die von ihnen bewohnten Dschungeln im nördlichen Theile von Luzon in elf Departements getheilt, über welche ein Kapitän mit einer Jnfanterie-Kompagnie gesetzt war. Eine ganze Anzahl spanischer Mönche suchte den Stamm zum Cbrisienthum zu bekehren, aber der Häuptling erklärte wiederholt, nur dann zur katholischen Religion übertreten zu wollen, wenn man ihnen die Jagd auf die Schädel ihrer Feinde gewährte. Rache, nicht Liebe ist ihr Lebensprinzip. Wenn Jemand den Angehörigen eines anderen Stammes tödtet, so gilt es als die Pflicht des Sohnes oder nächsten Verwandten des Cetödteten, den Kopf eines anderen Feindes dafür zu erbeuten. Die amerikanischen Missionäre bemühen sich jetzt, diesen wilden Stamm zu civilistren.

Farmarbcitcr verlangt. Cin Vorschlag zur Abhilfe der ländlichen Arbciternoth. Im Hinblick auf die Erntezeit ist im Westen, besonders in Kansas,die Frage nach Arbeitskräften wieder akut geworden. da der Farmer mit den wenigen Knechten, die er das ganze Jahr hindurch hält, die Masse auf einmal sich häufender Arbeit nicht bewältigen kann. Der Superintendent des Freien Arbeitsnachweisbureaus des States Kansas ist, wie der Milwaukee Herold" zu melden weiß, mit Gesuchen um ZuWeisung von Leuten überlaufen, denen bis zu $3 Lohn per Tag bei freier Station geboten wird. An einem einzigen Orte wereden für die Farmer der Umgegend 1000 Mann verlangt, im ganzen Staate sind circa 23,000 nöthig. Ter Lohn," schreibt das genannte Blatt, ist verlockend genug. Mit $18 per Woche oder $70 im Monat, ohne Gelegenheit, einen Cent davon auszuoeben, würde stch Mancher glücklich schätzen. Ter Fehler ist nur, daß der schöne Lohn nicht lange anhält. Nach ein paar Wochen hat der Aushelfer seine Schuldigkeit gethan und kann gehen, woher er gekommen ist, und kein Mensch kümmert sich weiter um ihn. Es ist deshalb auch nicht darauf zurechnen, daß Arbeiter aus anderen Erwerbszweigen sich bestimmen lassen würden, auf's Land zu gehen. In diesen Zeiten flotten Geschäftsganges schon einmal gar nicht. Ter geschulte Arbeiter verdient ohnehin so viel, wenn nicht mehr, als der Farmer bieten kann, und der Tagelöhner, der etwa nur $1.25 erhält, hat in den Städten zur Zeit genug zu thun, bleibt selbstverständlich am liebsten da, wo er ansässig geworden oder im Kosthaus eingewöhnt ist, und denkt nicht daran, einen sicheren Job" aufzugeben. Selbst in schlechten Zeiten wird es schwer halten, die Arbeitslosen von der Stadt auf das Land zu schicken. Wer das Stadtleben gewohnt ist, bleibt gern dabei und zudem ist die Arbeit im Felde doch eine so wesentlich andere als die des Tagelöhners, daß dieser sich sehr ungeschickt anstellen, dem Farmer nur von geringem Nutzen sein würde." Alle Versuche, das Problem zu lösen, sind bislang fehlgeschlagen. Die Schwierigkeit wird sich nicht anders

heben lassen, als indem man eine Aenderung im System vornimmt. Eine theilweise Lösung der brennenden Frage wäre es, wenn der Farmers der die erforderliche Anzahl von Arbeitskräften nicht aufzutreiben vermag, sich darauf beschränkte, eine geringere Zahl von Aecker mit Getreide zu bestellen, und sich lieber auf vielseitigere Kultur verlegte, bei welcher sich die Arbcit über einen größerenZeitraum, über das ganze Jahr vertheilt. Eine durchgreifendere Reform würde erzielt werden, wenn man an's Werk ginge, inmitten der Farmbezirke verwandte Industrien einzuführen, in denen eine größere Anzahl Arbeiter das ganze Jahr hindurch Beschäftigung haben würde. Es müßte dann die Arbeit in der Fabrik so eingerichtet werden, daß die Leute während der Erntezeit austreten und zur Arbeit auf das Feld gehen. Obendrein kann kein Zweifel darüber obwalten, daß diese Maßregel auf den allgemeinen Gesundheitszustand der Arbeiter von nur wohlthat!gem Einfluß sich erweisen würde. Taö neue Arrnccgewcbr. Der Kriegssekretär in Washington hat die.von General Crozier, dem Chef des Artillerie-Bureaus, befürwortete Einführung des verbesserten Magazingewehrs für die Bundesarmee, mit welchem feit einem Jahre Versuche gemacht worden sind, gutgeheißen, und Crozier hat an die Offiziere des Arsenals in Springfield die Ordre ergehen lassen, die Vorbereitungen für die Fabrikation des neuen Gewehrs fo viel wie möglich zu beschleunigen. Es wird wahrscheinlich ein Jahr nehmen, eine genügende Anzahl der neuen Gewehre herzustellen, um die ganze reguläre Armee mit diesem bewaffnen zu können, an Stelle des jetzt gebrauchten Krag-Jörgensen-Gewehrs. Der Lauf des neuen GeWehrs hat eine Länge von nur 24 Zoll, während der Lauf des Krag-Jörgen-sen-Jnfanteriegewehres 30 Zoll und der der jetzigen Karabiner der Kavallerie 22 Zoll lang ist. Das neue Gewehr ist leichter zu handhaben als das alte und auch von geringerem Gewichte als dieses. Es ist mit einem Stichbajonett, anstatt des jetzigen Haubajonetts, versehen und soll auch in der Marine eingeführt werden, so daß dieselbe Art von Munition in der Armee und in der Marine gebraucht werden kann. Neuerungen in Aale. Der Vorstand der Aale-Universität hat beschlossen, den Freshmen" die Wahl von fünf unter acht Studienkursen freizugeben und zu gestatten, daß für die Aufnahme in's Kollege an Stelle des Griechischen Leistungen in der höheren Mathematik und in modernen Sprachen (Deutsch und Französisch) substituirt werden können. Die Neuerung tritt mit dem Studienjahr 1904 in Kraft. Von den fünf Kursen, wofür sich die Freshmen" entscheiden, müssen drei von denselben schon in einer Vorbereitungsschule betrieben worden sein. Gifford Pincott, Chef des Forst-Departements in Washington, wurde mit der Professur für Forstwissenschaft an der Universität be. traut.