Indiana Tribüne, Volume 26, Number 283, Indianapolis, Marion County, 22 July 1903 — Page 5

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N JJndialla Tribüne, 22. Juli 190.

perspekulirt. Humoreske von Karl Paul!. $n", sagte der Kaufmann Steinrück, als er eines Tages nach Hause kam zu seiner Frau, Deine Mutter malt jetzt an einem Bilde, so was hast Du in Deinem Leben noch nicht gese hen, wir sahen uns es drei zu gleicher Zeit' an, der eine hielt es für eine Seeschlächt, der andere für eine weidende Elphantenheerde und ich für eine ruffische Winterlandschaft übrigens, was erzähl' ich Dir denn. Du wirst es wohl selbst gesehen haben. Na, Hoffentlich hat es auf Dich denselben Eindruck gemacht, wie auf mich, ich habe mir noch auf der Straße die Seiten vor Lachen halten müssen!" Die junge Frau senkte betrübt den Kopf, es schmerzte sie immer, wenn ihr Mann geringschätzig von ihrer Mutter sprach, obwohl sie zugeben mußte, daß Frau Aurelie Vellerbeck, geb. Thugut, ihre Schrullen hatte. Sie antwortete daher auch nicht sofort, sondern sagte erst nach eine: kleinen Pause: Nein, ich habe das Bild nicht gesehen, Mama hat es mir nicht gezeigt, ich vermuthe, daß sie es mir zum Geburtstag schenken will!" Was!" rief der Mann entsetzt, auf keinen Fall nehme ich das an, auf keinen Fall, das Monstrum kommt mir nicht in's Haus, das schwöre ich Dir, ich wüßte absolut nicht mal, wo ich es hinhängen sollte." Er kam nicht dazu, weiter zu schimpfen, da ihn seine Frau mit dem entrüsteten Aufschrei: Adolf, besinne Dich!" unterbrach. Er besann sich auch wirklich, schwieg und ging brummend im Zimmer auf und ab. Die junge Frau, die vorhin aufgesprungen war, setzte sich wieder. Sieh', Adolf", begann sie mit sanfter Stimme, Du mußt nicht so über meine Mutter sprechen, ich weiß ja, sie hat ihre Eigenheiten, aber, wer hat die nicht; nun hat sie sich, seit sie mich, ihre einzige Tochter, verheirathet hat, auf die Kunst geworfen, sie malt ja keineswegs gut, ich gebe das zu, aber sie übt sich doch erst seit einem halben Jahr in dieser Kunst, wer weiß, , ob Du es besser können würdest in der kurzen Zeit!" Das glaub' ich auch nicht, und deshalb lasse ich's eben!" Mama muß doch eine Beschäftigung haben!" Dann soll sie Strümpfe stricken!" Das ist doch keine Befriedigung für den Geist!" Geist! Hahaha, sie hat ja gar keinen!" Adolf, Du wirst roh!" Ach, roh hin, roh her, meinetwegen mag sie malen so viel sie will, aber mich soll sie mit ihren Kunstproduktionen in 'Jtuhe lassen; schenkt sie Dir wirklich das Bild, und wir hängen es nicht im Salon an der besten Stelle auf, spielt sie doch mindestens acht Wochen die gekränkte Leberwurst!" Die junge Frau senkte mit einem leisen Seufzer den Kopf. Na also! "fuhr Steinrück, die Bewegung verstehend, fort: ich sehe doch nicht ein, warum ich mir den Salon rerschimpfiren lassen soll!" Die junge Frau nickte, dann aber sagte sie: Sieh' mal, Adolf, was soll mir Mama immer schenken, wir haben doch Alles, viel zu viel solchen Krimskrams, und dann denkt sie doch, sie macht mir eine Freude!" Sie soll nicht denken", rief Steinrück, das hat sie nicht gelernt! Aber was ein Geschenk zu Deinem Geburtstag anbetrifft, so mag sie deshalb wirklich in Verlegenheit sein. Was ich Dir schenken sollte, wüßte ich augenblicklich selbst nicht, bei Deiner Mutter ist das viel leichte: zu finden!" So", rief die junge Frau eifrig, weißt Du ein passendes Geschenk für Mama?" Ein sehr passendes!" Was denn? ach bitte, sage es mir, was soll ich ihr zum nächsten Geburtstag schenken?" , Schenke ihr eine angefangeneHandarbeit. Da kann sie d'ran sticken!" Adolf!" Die junge Frau wollte sich eben in einer längeren Rede über die Güte ihrer Mutter u. dieTaktlosigkeit ihres Mannes ergehen, als dieser plötzlich im Zimmer herumzutanzen anfing und dazu rief: Ich hab's! ich hab's! ich hab's!" Was denn", rief die junge Frau, über ber Neugierde die Strafpredigt vergenend. Das werde ich Dir sagen, wenn Dein liebes Mütterlein hier ist", sang er im Recitativ und hopste dabei auf einem Beine. Kling", ahmte er der draußen gehenden Korridorglocke nach, mir scheint, da ist sie schon oder doch nicht? ach vielleicht, indem wir Hoffen, hat das Unglück schon getrosfen." Und es hatte getroffen, denn kaum hatte Steinrück ausgesprochen, so öffnete sich die Thür und Frau Aurelie trat in's Zimmer. Mit grinsenden Gesichtszügen eilte ihr Steinrück entgegen und rief mit ironischer Freundlichkeit: Ach, Mama, wie reizend, eben sprachen wir von Dir, jawohl, meine Frau wird es Dir bestätigen. Und weißt Du, was wir beschlossen haben? Nein, nun höre: weil 'Du Dich so sehr für den Wohlthätigkeitsverein Mißgunst heißt er ja wohl? nein, na, dann heißt er anders, interessirst, so haben wir beschlossen. Dir zu Ehren Alles, was meine Frau 'zum Geburtstag bekommt, als Gewinne für Eure Wohlfahrtslotterie zu stiften, und dan icb das tbue. darauf

gebe ich Dir hiermit mein Ehrenwort." Frau Aurelie, die ein paar Mal versucht hatte, deu Sprechenden zu unterbrechen, machte ein enttäuschtes Gesicht. Das ist eigentlich ein wenig viel für Jemand, der nicht einmal Mitglied des Vereins ist; es würde vollständig genugen, wenn jju einige Xioo)e nähmest!" Steinrück wehrte mit beiden Händen ab. Nein, Mama", rief er, das thue ich nicht, das thue ich wirklich nicht, auf keinen Fall; ich gebe jährlich fünfhundert Mark für wohlthätige Zwecke aus, und das ist gerade genug!" Fünfhundert Mark!" sagte Aurelie mit einem Anflug von Zweifel in der Stimme. So so, da wundert es mich aber sehr, daß ich Deinen Namen noch nie in einer der durch die Zeitungen veröffentlichten Listen gefunden habe." Das wirst Du auch kaum je sehen, weil ich mir das schönstens verbitte!" Aber welche Thorheit, wenn man so viel giebt, kann man doch stolz darauf sein!" Ja, liebe Mama", entgegneteSteinrück mit feinem Lächeln, es kommt eben darauf an, ob man wohlthun oder dickthun will!" Frau Aurelie antwortete nichts mehr und war den ganzen Abend recht mißgestimmt. So ärmlich wie diesen Geburtstag hatte Frau Anna Steinrllck noch keinen erlebt, von ihrem Manne bekam sie nur einen vernickelten Schuhanzieher, der laut Adolfs Wort sofort in die Wohlthätigkeitslotterie wanderte. Hier ist zu bemerken, daß Steinrück seine kleine Frau am Tage vor dem Geburtstage überreich beschenkt hatte. Von Frau Aurelie aber erschien zu dem Geburtstag der Tochter nichts als ein Brief. Er enthielt ein Dutzend Loose zu der Wohlthätigkeitslotterie 'und ein Schreiben folgenden Inhalts: Geliebte Tochter! Mit den herzlichsten Glückwünschen für Dein Wchlergehen sende ich Dir einliegend ein Dutzend Loose, da ich will, daß Ihr von der von mir protegirten Wohlthätigkeitslotterie Nutzen, nicht aber Schaden habt. Ich beabsichtige erst, Dir mein letztgemaltes Bild zu widmen, da aber Dein Mann sagte, er wolle jedes Geschenk, welches Du erhältst, der Wohlthätigkeitslotterie stiften, so dachte ich. könne ich das Kunstwerk ja selbst stiften. Die Loose kann Dein

Mann übrigens nicht zurückschicken, denn die werden nicht angenommen. In einer Stunde bin ich bei Dir. Leb' wohl, auf Wiedersehen." Ueber den Brief und das Geschenk wollte sich Steinrück krank lachen, und Frau Anna war auch ganz zufrieden, daß es so gekommen. Das Bild hätte einen ewigen Zankapfel zwischen ihr und ihrem Manne gegeben . . Da Steinrllck die Billets nicht zurückschicken konnte, verschenkte er sie, was allerdings einige Mühe kostete, da sie niemand haben wollte. Aber er wurde sie doch los, bis auf eins, was er nothgedrungen behalten mußte. Gewöhnlich gewinnen nur Loose, die man verschenkt; hier trat aber das Gegentheil ein. Eines Abends kam Frau Aurelie und brachte dem erstaunten Ehepaar die Kunde, daß auf eins ihrer Loose ein bedeutender Gewinn gefallen sei. Beschämt gestand Adolf, daß er von dem ganzen Dutzend nur noch eins besitze. Als er aber dasselbe herbeiholte, stellte sich heraus, daß er gerade das Gewinnloos behalten hatte. Voll trüber Ahnung gab er Frau Aurelie das Loos zur Regelung der Angelegenheit mit. und seine Ahnung sollte ihn nicht betrogen haben. Am nächsten Tage kam der Gewinn, zwei Männer trugen ihn, es war ein langer, flacher Gegenstand, etwa in der Form einer Stubenthür. Entsetzt riß Adolf die Decke weg, die den Gegenstand verhüllte, dann sank er mit einem Aufschrei in die Arme seiner nicht minder entsetzten Frau: sie hatten auf das einzig unverschenkte Loos das Gemälde der Schwiegermutter gewonnen. Das Postscriptum. Eine amüsante Annoncen - Geschichte wird aus Paris berichtet: Die Verwaltung eines deutschen Badeortes hatte mehreren französischen Blättern eine Annonce übersandt, in welcher die Vorzüge des Bades gar Herrlich geschildert wurden. Der Annonce war eine Liste der besten Hotels des Badeortes beigefügt, und in einemBegleitschreiben der annoncirenden Ba deverwaltung hieß es: Diese Hoteladressen müssen unbedingt in gleicher Reihenfolge gedruckt werden, wieVorläge, andernfalls wird Inserat nicht bezahlt. Dieses Postscriptum" hielten alle Blätter für einen wesentlichen Bestandtheil der Annonce und am nächsten Morgen konnte man es überall gedruckt sehen. Die Herren von der Badeverwaltung mögen nicht schlecht geschimpft haben, als sie ihr Elaborat so verunstaltet sahen; in den Redaktionen der großen Pariser Zeitungen soll man aber jetzt mit dem Plane umgehen, sich eigens für die deutschen Annoncen einen deutschen Mitarbeiter zuzulegen", um sich nicht vor ganz Europa zu blamiren. Aus Gewohnheit. Tochter :Dem Herrn Oberförster sollten wir zu seinem Namenstag eine Gan3 verehren. eine Taube ist doch zu wemg." MutterDa sei ganz beruhigt mein Kind, deHerr Oberförster macht schon eine Gans daraus."

ZNeik Zjabersack's Zchreivebrief.

3$. Eeöhrter Miste: Editor! Seit ich den Tahk mit den Christ un i . j ' . . . , exe (selma gegabt Yen, oo is es ver rnta) acfettclt gewese, daß ich die Freilein Mehr Heirathe gehn. Ich hen mich unner die Hand schon e wenig umgescyaut, wo ich e schönes Heim sinne könnt, un ich hen auch en Platz ausgepickt, der war auteseit. E zwei Storie Haus mit en schöne Garte, was mer uff deitsch Jahrd nenne duht, in Front un in die Riehr; e ganze Latt Frucht un Flauersch un es is der eidiel Platz für e güalich uewenoes Paar, wie der Schehksbier so schön sage duht. Ich hen schon e Daunpehment gemacht, for den Bargen zu binde un dann hen ich mich aucy schon e ganze Latt Fornitscher ausgepickt, blkahs ich hen doch meine Tutziewutzie e schönes Heim uffficise wolle. Ich hen die Miß Mehr noch e paar mol gesehn; se is immer arig freindlich zu mich gewese un Hot auch zu mich geschmeilt; awwer denke Se, ich hätt dasHerz gehabt, die Kwcstsehen zu pappe? Nosser. Als e Ruhl fercht ich mich vor keim Deiwel, awwer jedesmal, wann ich das Mehdche gesehn hen un hen starte wolle, do hen ich gefühlt, als wann ich en Sponsch in mei Droht hätt stecke, wo immer größer geworde is un ich hen dann kein Wort eraus bringe könne. Ich hen dann gcdenkt, o well, das nächste Mal, do is es different un so is ein Dag nach den annere vergange un ich sin immer noch kein Stepp weiter gewese. Off Kohcs hen ich kein Moment gedautet, daß alles ohkeh wär, awwer ich hen nit ci wißt, wie ich's am Beste täckele sollt. Ich hen auch schon dran gedenkt, emol die Selma zu frage, ob die nit emol hin wollt gehn un mit die Freilein Mehr spreche, awwer ich hen den Gedanke bald Widder gedrappt, bikahs das hätt nit gut geguckt. Der Christ Hot emol zu mich gesproche: Seh, Mcik, du besser gehst ehett, ich hen schon e paar mol in die Zittie davon tahke höre, daß du die Jnteschen hätt'st, die Miß Mehr zu Heirathe un wann se das hört, dann macht se das schuhr genug nit gut fühle, bikahs se muß dann dcnke, daß du e Tahkingmeschien bist, awwer nit Bäckbohn genug Host, mit sie zu spreche." Ich muß sage, ich hen den Christ nit blehme könne; awwer ich möcht doch wisse, wer das Siekret ausgeplaudert Hot. Ich hen's doch kein Mensche gesagt, als wie den Christ und die Selma, un dann den FornitscherDiehler un den Saluhnkieper un den Riehl Esteht-Mann. wo ich das PrapPartie von h.'n kaufe wolle; un dann hen ich's auch den Barber verzählt, wo mich immer schehfe duht, awwer Jedem hen ich gesagt, daß er's unner sein Hut halte sollt un se hen mich's auch all geprammist. Do möcht ich dock' wisse, wer do gebabbelt Hot. Awwer das Hot jetzt kein Diffettnz mehr gemacht, es is heraus gewese un ich hen jetzt äckte müsse. Ich hen mein Meind uffgemacht, daß ich am folgende Mittwoch en Kahl bei die Mehrs - Piebcl mache un dann Bißneß tahke wollt. Wisse Se, der Mondag is en böser Dag; do duhn die Leit ihr Wasching un se wolle nit mit so Kleinigkeite gebattert sein. Am Dienstag do werd geeirend un da is dieselwe Geschieht. Am Donnerstag wer'n Kahls gemacht, der Freitag is en onlockie Dag un Samstag is Nickerdag. Also Mittwoch is ennihau der beste Dag gewcsc. Ich hen mich, wie der Dag komme is, en forschtreht Schehf gewwe losse, hen mei beste Suht angezoge un hen ihwen Kittglohfs angezoge, wenn das als e Ruhl auch sonst gar nit mei Häbbit is. Dann sin ich in den Saluhn gange un hen e paar Drinks genomme, bikahs ich hen doch erscht e wenig Korretsch uffpicke misse. Wie ich so e wenig geläppcrt gehabt hen, do hen ich gleich ganz different gefühlt; ich sin in e Kandischen gewese, daß ich die Missus Mehr hätt frage könne, ob sie mich Heirathe wollt. Es sin noch e paar gute Freinde dazu komme un die hen all gewunnert, daß ich so fein uffgefickstwar. Se hen mit den Auge gewinkt un einer Hot gesagt, er deht einiges bette, daß ich ebbes vorhätt, un daß mer in e korze Zeit ebbes erlewe dehte. Do hen ich geschmeilt, awwer ich hen nicks gesagt, ich hen blos e Battel Wein geordert UN dann sin ich fort UN sin deirekt zu den Mister Mehr sein Haus. Wie ich die Dohrbell gerunge hen, do Hot mich die Freilein Mehr ufsgemacht un das hen ich for e glückliches Nomen, wie der Schultietscher immer sage duht, zenomme. Se Hot mich in den Parlc? genomme un Hot gefragt, was se sor mich duhn könnt. Do hen ich gesagt: Freileinche, ich komme eckspreh hierher, for en Tahk mit Jhne zu hen un es duht mich forschtreht suhte, daß Keins von Ihre Herrn Eltern presset is." Ei, was is denn die Matter?" Kot die MiK Mebr aefraat un bot so

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mneZsent geguckt, als wann t von gm nicks wißt. Do hen ich awwer mei letzte Korretsch uffgepickt un hen gcsagt: Miß Mehr, Sie hen mich doch den Ettwcis gcwwe, for e Frau auszugucke un icy 'hen Ihren Ettweis gefolat." Is dat so?" Hot se gesagt, das freit mich awwer." Se Hot gar nit gefragt, wer's is, un do hen ich doch gleich gesehn, daß se angeketscht Hot. Ich hen dann gesagt: Ich hen mich e schönes Haus kauft, hen alle Fornitscher angeschafft un es is jetzt nicks mehr zu duhn, als daß Sie mit mich zu den Minister gehn un dann mit in Ihr neues Heim komme." Do Hot se awwer arig surpreist geguckt. Wei, Mister Habersack, Sie sickere doch nit an mich? Ich sin ingehtscht un in vier Woche gehn ich den Mister Wuttermilk, wo e Jahr zurick aus London komme is un en guter Freind von mein Pa is, Heirathe." Do hen ich e Gesicht gemacht wie en Esel, wann er denkt, cr hätt en Pehl voll Wasser gefunne un es is Weitwasch. In mein nächste Brief will ich Jhne schreiwe, wie die Geschicht ausgange is. Mit beste Riegahrdö, Juhrs Trulie, . Meik Habersack. ESkweier un Sheriff von Apple JaZ. Holie Terrer Kauntie. mi im m f Kunst lersünden. Der Künstler hat bei der Schöpfung eines größeren Werkes so vieles zu be-

denken, daß lhm sehr leicht kleine Unterlassungssünden begegnen, die, zufäl lig entdeckt, eine mehr oder minder komische Wirkung üben. Dabei wundert sich der Laie auch wohl, wie derlei bei einem ernsthaften Kunstwerke geschehen könne. Aber sie werden deshalb doch immer wieder vorkommen und für den Kunstwcrth eines Werkes sind sie auch unschädlich. Die Tägliche Rundschau" erzählt zwei sehr gute Scherze dieser Art. Der eine betrifft ein großes Schlachtenbild in der Berliner Rationalgallerie, auf dem im Vordergrund ein Infanterist dargestellt ist, der seinen verwundeten rechten Fuß verbindet, aber zu diesem Zwecke einen linken Stiefel ausgogen hat, der neben ihm am Boden liegt. Ein anderer ergötzlicher Schnitzer ist an einem Reiterstandbild des großen Kaisers entdeckt worden. Da ist am Sockel Kriegers Auszug und Heimkehr als Relief dargestellt. Hauptgestalt beim Auszug 1870 ist ein Ulan, der feldmarschmäßig ausgerüstet schon auf seinem Gaule sitzt, zum Abreiten fertig. Dem alten Vater reicht der Ulan zum letzten Abschied die tapfere Linke, denn die Rechte hat er nicht frei. Die hat er nöthig, um wie beim Patrouillereiten heutzutage den Karabiner auf den rechten Schenkel zu stemcken. ' Nun hatten aber die Ulanen beim Ausmarsch 1870 nur Pistolen, keine Karabiner und erst recht keine aptirten. wie der Relief - Ulan. Ein künstlerisches Versehen, das seinerzeit die lebhafteste Fehde für uvd wider hervorrief, ist dem Schöpfer des Rationaldenkmals für Kaiser Wilhelm I. vor dem Berliner Schloß untergelaufen. Der Kaiser reitet in voller Paradeausrüstung ohne Degen. In einem anderen Falle ist die künstlerische Freiheit, mit der derselbe Künstler das Aeußere des berühmtesten aller Deutschen behandelt hat, weniger zu rechtfertigen. Der Bismarck auf dem Bismarckdenkmal vor dem Reichstag trägt nämlich eine ganz unmögliche Uniform: Ueberrock mit Helm, aber ohne Achselstücke. Warum der Bildhauer diese fortgelassen hat, ist bisher noch nicht aufgeklärt worden. Es entstand denn auch in militärischen Kreisen nach der Enthüllung folgender Witz: Commandanturbefehl: Ich habe den Generalobersten Fürsten v. Bismarck mit 24 Stunden Stubenarrest bestraft, weil ich ihn auf dem Königsplatz ohne Achselstücke mit aufgeknöpftem Ueberrock, schlotternden Hosen und dem Helm im Genick angetroffen habe." Noch ein weiteres Beispiel. Auf dem bekannten Kossakschen Bilde Tod des Prinzen Louis Ferdinand bei Saalfeld" trägt der Prinz Epaulettes, obwohl die preußische Armee damals noch keine Epaulettes kannte, da diese erst 1810 allgemein eingeführt wurden. In diesem Zusammenhange möchten wir eine Geschichte von Kaiser Wilhelm I. und dem Schlachtenmaler Camphausen erzählen. Kaiser Wilhelm duldete auf Militärbildern keine künftlevschen Freiheiten. Camphausen hatte darzustellen, wie der Kaiser auf dem Schlachtfelde von Königgrätz dem Kronprinzen den Orden Pour le merite" überreicht, und that dies, indem er den Kaiser seinem Sohn den Orden unmittelbar an die Brust heften ließ. Ich habe meinem Sohn den Orden m einem Etui überreicht!" rügte der Kaiser an der ihm vorgelegten Skizze, und nicht ohne Mühe brachte Camphausen einen Vergleich zu Stande, wonach der Kaiser den Orden wenigstens ohne Etui seinem Sohn entgegenhielt. Sehr erzürnt war Kaiser Wilhelm aber ein anderes. Mal, als ihn Camphausen portrährte und dabei an der Uniform ein Knopfloch geöffnet ließ. Was hatte aber der Heldenareis wool darüber gesagt, daß Reinhold Begas an seinem Berliner Denkmal vergaß, ibm einen Degen zu geben? . Beliebter Hinweis. VeWerber: . . . Und so hoffe ich, Herr Redakteur, daß Sie mir einem treuen Abonnenten Ihres Blattes Ihre Tochter zur Frau geben werdend

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