Indiana Tribüne, Volume 26, Number 281, Indianapolis, Marion County, 20 July 1903 — Page 7
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Co'jcQoOoQoOoCOoOoOoOoOoOoO o o Der weiße Tod jj
o Q o o o Sionoi: aus der Gletschrrmelt. o o KO o O Hon UudolfSlrad. OC OcOcOoOoOoCOcOoOoOoOoOoq o (Fortsetzung.) Er sah sich um. Zum ersten Mal seit lange fühlte er sich fremd in dieser verblaßten, gespensterfarbigen Welt, fühlte er sich einsam in der Einsamkeit. Zum erstenmal seit lange empfand er den Wunsch, ein menschliches Wesen neben sich zu haben, eine menschliche Stimme zu hören und zu wissen, daß außer ihm noch etwas in der Eisöde lebte. Langsam, vorsichtig begann er den Rückwea durch die W:lt von Gefahren, die den einzelnen, mcyt angebellten Gletscberwanderer bedrohen. war geübt, cyon aus der Ferne unterschied sein Blick die Stellm, wo die Hochwelt ihre Menschenfalle, die schneeüberkleideten Gletscherspalten. gerüstet hatte. Unmertliche, geschlängelte Linien, auf denen der Schnee in besonders harmlosem Weiß schimmerte. wiesen die Stätte der Gefahr. Stieß man da. vorsichtig sich am Rande halrcd. die Kisart ein t?ormi! in den o?en, o furzte der pulltet) ein, di Schneebrocken kollerten in die Tiefe. und ein scheußliches, unergründliches Loch gähnte zum Tageslicht. Auch beim Stufenhauen mußte er jedes Zucken des Körpers beherrschen. Auch da klafften hart neben den Eishängen, an denen hin er seinem Fuße Bahn schuf, die Schrunde und Wassergefüllten Eislöcher. Wehe, wenn er 'ausglitt! Aus diesen grünlich spiegelnden Kesseln mit den hohen, glatten Rändern gab cS keine Rettung. Im Augenblick erstarrte man in der eisigen Fluth und sank hinab, tiefer und immer tiefer und erreichte selbst als Leiche nicht den Boden deö Schlundes. Und Vorsicht, wo man an den Abhängen des Gletschers, unter kühn ragenden Eisklippen und massigen Schneemauern dahinsieigt! Die Erschütterung des nägelbewehrten Schuhs genügt, die Kolosse in's Wanken zu bringcn. Ein Krachen und Poltern stürmender Majjen, und für immer verschwindet der schwache Menschenleib unter den Trümmern, die in der nächsten Nacht zu neuen, abenteuerlichen Fratzen zusammenfrieren. Selbst in dem Geröll der Moräne lauert noch das Verderben. Im achtlosen Schreiten gleitet der Fuß aus, der Knöchel bricht, und ein Unfall, der sonst sich auf dem Krankenlage: ohne Gefahren gibt, kann hier, in den ödesten Stellen des Gebirges, dem Hilflosen, sich mühsam ein paar hundert Schritte Fortschleppenden, den Hungertod drinen. orsicht! Vorsicht! Sie war ihm. wie jedem gereiften Glctschermann zur zweiten Natur geworden. Langsam und ?.äh wand er sich durch die zerrissene Wildniß. hier in einem Serac, einem Eisschrund, auf kurze Zeit verschwindend, dort auf dem schmalen Kamm einer Schneemauer schreitend, auf Stufen auf und nieder kletternd, über glatte Flächen rutschend und mit jähem Schritt, nach genauer Prüfung, die Risse überspringend, bis er endlich wieder auf festem Felsen stand und die verhaßte Brille in die Tasche schob. Dann schritt er, nach einem Blick auf die Karte, rüstig aus. Er hatte heute noch einen starken Marsch vor sich und ebenso die folgenden Tage auf der wilden. einsamen, nur über vergletscherte Hochnässe führenden Route einem rechten high level road im Jargon der Alpenklubs die ihm aus dem Berner Oberland in's Wallis, zu den Riesen der Südschweiz führte. 6. Kapitel. a kann man sich vorstellen, wie's zur Zeit der seligen Postkutsche bei uns ausgeschaut hat. Damals, als man noch zwischen Berlin und Danzig 'ne geschlagene Woche auf der Landstraße lag sieh doch 'mal hinunter, Elisabeth, 's ist wirklich ganz hübsch." Sie schlug langsam die Augen auf, während die Worte ihres Mannes nur halb verstanden an ihr Ohr klangen. Das stundenlange Rütteln des MiethsWagens, die Sonnengluth und die Staubwolken, die unablässig auf der Fahrt durch das Haslithal rechts und links den Blick verschleiert hielten das alles hatte sie in einen Halbschlaf versetzt, in eine müde Träumerei, aus der sie jetzt erst erwachte. Ihr Gesicht belebte sich. In der That das war ein interessanter Anblick: diese ungeheure, rückwärts durch die blendenden, jäh abfallenden Massen des Rhonegletschers abgeschlossene und von vielverzweigten Strömen durchrieselte Steinmulde, die kahlen, bäumund strauchlosen Höhen ringsum, von denen die drei Heerstraßen sich in endlosen Windungen zum Gletsch herabenkten. das fröhliche Treiben auf die m, sicher an den Grenzen des ewigen Schnees vorbeiführenden Chausseen, die langen Züge der vier- unl fünfspännigen Postwagen, die unter Peitschenknall, eine lange Staubfahne hinter sich herziehend, in schlankem Trab die gefährlichsten Kurven passirten, und unten im Thal, in seltsamem Gegensatz zu der öden Gebirgswelt, das aroße. moderne Hotel mit den endlosen.
sich anschließenden Stallungen, dem Gewirr der davor aufgefahrenen Wagen und dem Getümmel der zwischen Deichselstangen und Rädern mit ihren Pserden hantirenden Knechte und der durcheinanderhastenden Passagiere Der Kutscher ließ die Gäule laufen. Sie fuhren am Hotel Gletsch vor und erhielten nach kurzer Verhandlung, der die am Portal herumlungernden Angehörigen aller Nationen in gähnender Theilnahme folgten, ihr telegraphisch vorausbestelltes Zimmer angewiesen
Es lag zur ebenen Erde, und während Elisabeth mechanisch ihre Abendtoilette zur Table d'hote vollendete, hörte sie dicht ' unter dem Fenster die stimme ibres Gatten, der da draußen aus und ao promenirend )eme Cigarre rauchte. Er mußte Bekannte getroffen haben! Mehrere Stimmen klangen aufgeregt durcheinander. Helles Mädchengelächter. das Lispeln einer älteren Dame und der Bierbaß eines bejahrten Herrn. Diese tiefe, fettige Stimme mußte sie doch kennen! Sie blickte vorsichtig von der Seite durch die Scheiben. Richtig! Da stand ihr Verwandter und Gutsnachbar. Herr von Endemer. von seiner zierlichen, mädchenhaft schlanken Frau und zwei halbwüchsigen Töchtern umgeben. Ein hünenhafter, wohlbeleibter Greis mit blaurothem, ewig schmunzelndem Gesicht, listig zwinkernden Aug:n und spärlichen cynurroartyaaren die wie Katerborsten von den Lippei standen, beantwortete er in geräuschvoller Fröhlichkeit die Fragen ihre! Gatten. Wo Endemers herkamen? Aus Zermatt! Thatsächlich brillanteGegend zwar überfüllt, aber interessante Gesellschaft bessere Stände Bergkletterer aus ollen Ecken der Welt viel angenehme Engländer andere Sorten all die Cook'schen Reiselümmel da unten im Schweizer Seegebiet. Dabei Gegend prachtvoll würzige Luft, treffliche Hotels ich kann Dir nur rathen " schloß Herr von Endemer seinen Bericht geh' auch hin wird Dich nicht gereuen!" Sie sah. wie ihr Gatte die Achseln zuckte. Ich weiß nicht recht, wo ich meine Frau hinbringen soll," sagte er und trat mit dem weitläufigen Onkel etwas zur Seite. Die Reise schlägt ihr gar nicht gut an. Ist es nun, weil wir Edith nicht mithaben aber wie können wir denn das Kindchen hier mitschleppen, und es ist ja auch vorzüglich aufgehoben oder was sonst jedenfalls ist sie schon die ganze letzte Zeit melancholisch und schweigsam. Weißt Tu die Stimmung, wo einen die Frauen den ganzen Tag mit einem seelenvollcn Märtyrerblick anschauen.ohne daß man weiß, warum, bis man sich schließlich selber ganz dumm vorkommt und dann hat sie ganz abnorme Ideen will fortwährend in's Hochgebirge zurück, seit sie neulich gegen meinen Willen" Aber das paßt ja vortrefflich!" schrie der joviale, alte Herr in Zermatt hat sie die Auswahl, da ist ein Berg hher wie der andere!" Du hast mich nicht ausreden lassen!" Sein Ton klang etwas gereizt. Ich sage gegen meinen Willen ich habe es' ihr direkt verboten, und darüber kann sie sich nicht beruhigen." Herr von Endemer schüttelte wehmüthig lächelnd ' das graue Haupt. Kennste denn die Weiber noch nicht?" fragteer traurig. Denenmuß man nie etwas verbieten. Dann heißt's bei ihnen: Nu gerade! wie bei den kleinen Kindern unvernünftig, wie sie nun mal sind, waren und sein werden! Nein, mein Junge man muß immer so thun, als ob man auf alle ihre Kapricen einginge so thun verstehst Du. Sowie sie dann glauben, daß sie ihren Willen glücklich durchgesetzt haben, beruhigen sie sich und lassen sich ein X für ein U machen. Bring' Du Deine Frau richtig nach Zermatt und steig' mit ihr jeden Tag auf's Mettelhorn oder sonst einen ungefährlichen, nicht ganz ausgewachsenen Berg aber immer ordentlich über Geröll und steil bergan dann wirste sehen nach drei Tagen hat sie genug und bittet Dich selbst, sie zu Hause zu lassen!" Aber es ist gefährlich!" Da sieh' mal meine Mariellen an," der dicke Herr deutete auf seine beiden Töchter, die, verzweifelnd das Lachen verbeißend, mit tiefem Interesse zusahen, wie eine unförmlich dicke, prustende Französin vermittelst einer Leiter von zwei kräftigen Männern auf das Banket des Postwagens hinufgehißt wurde, die beiden Backfische da sind auf den Bergen 'rumgeklcttert wie die Wiesel natürlich mit einem guten Führer und Letter Eduard war auch dabei. Durch den Schnee sind sie ge-stapft--und Edelweiß haben sie gepflückt in ganzen Buschen und es ist ihnen gar nichts passirt. Wo's ängstlich war, da durften sie natürlich nicht hin!" . Elisabeth trat rasch vom Fenster, .ne Wolke des Unmuths glitt über ihre schönen Züge. Es ärgerte sie, daß sie das Geschwätz mit anhören mußte, und sie beeilte sich, mit ihrer Toilette fertig zu werden. Aber während sie durch das Zimmer ging, hörte sie wieder die Stimme ihres Mannes. Eigentlich hast Du recht!" sagte er in lachendem Ton, das ließe sich hören!" Versuch's nur!" sprach der sette Baß dagegen. Jck will's versuchen! Und wenn Zermatt wirklich so hübsch ist
:e verließ das Zimmer und ging hinunter, die Gesellschaft zu begrüßen. Vor derTable d'hote schlenderte man noch zusammen das Viertelstündchen hin bis zu dem Rhonegletscher, der, ein verirrte? Riese, ganz einsam in dem sonst schnee- nnd eisfreien Felsenkessel schimmerte. Es kam ihr wie ein Löwe im Käfig vor, dieses mächtig gethürmte, rings von kahlen Felswänden eingeschlossene Eisgebirge. Vor ihm die müßige, zähnestochernde. im Bädekcr blätternde 'enschyeit, schreiende Kinder, Photographiebuden. ein kleines Hotel, auf steinwurfweite an den Gletscher hingebaut, vor ihm alte Damen mit Opernguckern und schmutzige, mit Bergkrystall hausirende Jungen, weidende Kühe, Jodeln und Peitschenknall von der Chaussee sie wandte sich ab. Ihr ekelte vor dieser Profanirung der Wunder der Hochwelt. Aber sie würde diese Wunder ja wiedersehen! Sie konnte ja nun ziemlich sicher sein, daß ihr Mann noch heute den Vorschlag machte, dem Thal der Rhone entlang, die hier als trüber Gletscherstrom entsprang, gegen Zcrmatt hinzufahren, und ihr Herz pochte bei diesem Gedanken. Ein heißes banges Verlangen, wie sie es noch nie in ihrem Leben empfunden, trieb sie den Thoren der Alpenwelt entgegen, und schon die Erinnerung an die paar Tage, die sie dort verbracht, genügte sie in eine unernarltcye Stimmung lehnjuchttger Traurigkeit zu versetzen. Die Sonne war im Scheiden. Ein kühler Wind strich von den Hochgelegenen Pässen und vom Gletscher herab. Man wandte sich zum Gehen. Von überall her pilgerten schwarze Punkte über die Geröllhalde dem hochragenden Hotel zu, in dem die Futterstunde näher und näher rückte. Endlich war auch die Table d'rjoie überstanden. Auf dem langen, halbdunklen Korridor drängten sich die Gäste, die da, langsam auf und ab schlendernd, den langen herbstlichen Abend todtzuschlagen suchten. Draußen war es empfindlich kalt. Nur wenige wagten sich, den Mantel zuknöpfend, in die herbe Nachtluft hinaus. Andere wieder suchten die Vierstube auf, in der das Münchener Bräu vom Fasse rann und durch die Tabakswölken das Klappern der Billardbälle tönte. Das Gros der Gesellschaft aber sammelte sich im Vestibül. Hier loderte ein Kaminfeucr traulich durch die Dämmerung, und um sein, mehr das Auge erquickendes als wärmendes Geflacker räkelte und dehnte sich Old England auf den Sesseln im Halbkreis. Der ganze Raum war gesteckt vollMenschen. Im unsteten Feuerschein tauchten die Köpfe und Gestalten der Briten aus dem Dunkel auf und sanken wieder darin nieder. Davor ging eine Anzahl katholischer Priester auf und ab. Man hörte das sanfte, unablässige Rauschen ihrer Frauenröcke, dazwischen das leise Säbelklirren eines von Andermatt kommenden Schweizer Milizoffiziers, der, auf feinen Wagen wartend, müßig zwischen den Kofferhügeln im Vorplatz umherstrich. Elisabeth ließ müde die Zeitung sinken und griff nach einer anderen. Um das Lesen war es ihr nicht zu thun, aber sie wollte dem Gespräch entgehen, das neben ihr ihr Mann mit dem alten Endemer, dessen Familie sich bereits zurückgezogen, führte. Antrag Kanitz Doppelwährung Identitätsnachweis " sie begriff gar nicht, wie man hier in dieser fremden, großen Welt von all den Dingen sprechen konnte, die ihr schon daheim an den langen Winterabenden ein Greuel geworden waren. Und doch redeten die Beiden schon eine Stunde über die fehlerhaften Maßnahmen der Reichsregierung und erhitzten sich immer mehr. Und sprachen die anderen Menschen rings herum denn etwas Besseres? Bei den Engländern am Kamin wurde geflirtet, was das Zeug hielt, daß die Misses lachend den Kopf zurückwarfen und ihren, sich von hinten über ihren Stuhl beugenden Verehrern die tadellosen Gebisse zeigten; ein paar alte Aankees mit ausrasirter Oberlippe und fächerförmigem Vollbart rechneten stirnrunzelnd in ihren Notizbüchern, ein dicker, stark plattdeutsch sprechender Herr verbreitete sich ausführlich über die Grundsätze, nach welcher die Familie Seiler Küche und Keller ihrer Hotels leite, eine merklich geschminkte Französin sandte glänzende Blicke nach allen, einzeln vorüberschreitenden Gentlemen, ein alter, vornehmer Russe fragte, von einem Stab von Kellnern und Hausdienern umringt, zum zwanzigsten Mal nach seinen immer noch nicht eingetroffenen Koffern sie kam sich so fremd vor, so einsam unter diesem Touristenschwarm, der sich, der Mode, nicht dem eigenen Gefühle folgend, hier zusammengefunden hatte. Unter den zahlreichen Kurlisten und Fremdenblättern,' die vor ihr lagen, hatte sie sich halb instinktiv den Anzeiger" von Zermatt ausgesucht und überflog zerstreut die Liste der Angekommenm. Ihr Auge blieb an einem Namen hängen, und plötzlich fühlte sie etwas wie einen heftigen Schlag und merkte, daß ihr Herz blitzschnell zu hämmern begann. Das Papier zitterte in ihrer Hand. Zum drittenmal las sie, im Geiste jede Silbe buchstabirend. die Thatsache, daß unter vielen anderen Fremden auch der Baron von Gündlinaen mit Bedienung
im Hotel Mont-Cervin zu Zermatt abgestiegen war. Sie starrte vor sich hin, und ein Schrecken überrieselte sie langsam und lähmend. Ein betäubender Schrecken vor ihr selbst! In diesem Augenblick erst hatte sie an der Wirkung, die die paar Worte in der Fremdenliste da auf sie übten, erkannt, wie es um sie stand und was der Mann ihr war, den sie aus allen Kräften zu vergessen suchte und zu vergessen hoffte. Und was, im tiefsten Grunde ihres Herzens, die träumende Sehnsucht nach den Bergen bedeutete Sie athmete schwer. Da war die Versuchung, von der ihr wohl manchmal eine Freundin in der Dämmerstunde weinend gebeichtet, und von der sie selbst nock nie etwas emvfunden. Jetzt drohte jäh und herzbeklemmend die Gefahr und raubte ihr Ruhe und Ueberlequng. Die Versuchung meiden! Natürlich das war das Beste. Sie würde ihren Mann bitten, sie an den Genfer See zu führen oder in's Engadin. Er würde es thun und den Grund ihrer Bitte nicht ahnen. Aber etwas regte sich in ihr dagegen, etwas wie ein Gefühl herben Stolzes. War es nicht feige, erniedrigte es nicht ihre Selbstachtunq. wenn sie vor der Gefahr floh, statt ihr die Stirne zu bieten und zu sieqen? Und das wußte sie vor allem aus manchem, was sie gesehen und erlebt: nicht immer tödtet, wie die landläufige Weisheit, sagt, die Entfernung die Liebe. Oft facht sie sie nur noch mehr an. Sie schafft in träumendem innen ein Idealbild des geliebten Wesens, sie trägt geschäftig immer neue Züge des Schönen und Edlen herbei, und oft mochte es sich ereignen, was sie einmal bei Verwandten erlebt: daß zwei Menschen, die durch Feuer und Wasser den Weg zu einander gefunden, sich dann in Kurzem fremd und enttäuscht gegenüberstanden und wieder schieden. War es da nicht besser, einen Menschen, der nur einmal in flüchtiger Begegnung einen so tiefen Eindruck auf einen anderen gemacht, in all seinen Fehlern und Schwächen aus der Nähe zu sehen und ernst zu prüfen? Wenige Tage vielleicht nur. und die Enttäuschung war da! Und mit ihr die Ruhe und der Sieg. Und sie konnte selbst über die verblaßte Wundergestalt lächeln, die ihre erregten, zitternden Nerven in den Schrecken des Hochgebirges, in ungewohnten Entbehrungen und Anstrengungen, in de: Todesgefahr, sich geschaffen hatten. Ihr Gatte berührte ihren Arm. Hör' mal, Elisabeth!" sagte er. Endemer erzählte mir davorhin wahre Wunderdinge von Zermatt und seinen Bergen! Damit Du siehst, daß ich kein Unmensch bin wenn Du willst, führe ich Dich morgen hin, und wir kraxeln da meinetwegen ein bischen herum!" Er ergriff gutmüthig lachend ihre Hand. Sie schauderte leise zusammen. Ihr war. als habe sie ihn schon verrathen. Ich danke Dir!" sagte sie leise. Ein kalter Glanz kam aus ihren Augen, und um ihre Lippen legte sich ein harter, kampfbereiter Zug. (Fortsetzung folgt.) Etulzulidcrnnr 2)tchlcrgcvurtStag. Am a ch t e n I u l i 1803 wurde zu Marieney, einem Dorfe im sächsischen Vogtlanee. I u l i u s M o s e n geboren, dessen Ruhm hauptsächlich Oldenburg zu gute kommt; denn dort fand der sächsische Jurist eine seinem dichterischen Berufe entsprechende Stellung als Dramaturg deZ großherzoglichen Hostheaters, und dort ist er in seinem fünfundsechzigsten Jahro gestorben, nachdem er, wie Heine, Jabre lang körperlich gelähmt gc'wesen und dabei gleichfalls gcisteskräftig geblieben. Er hat Bedeutendes geleistet als dramatischer Dichter, namentlich durch seine zum Theil der deutschen Geschichte entnommenen Werke: Heinrich der Finkler, Kaiser Otto der Dritte. Herzog Bernhard, und im Roman durch seinen Congreß von Verona" voll meisterhafter Geschichtsbilder. Am Bedeutendsten ist et aber durch seine kleineren Gedichte, von denen einige zu wahren Volksliedern gewordcn sind, so: Die letzten Zehn vom vierten Regiment", worin polnische? Heldenmuth aus der polnischen Revolution gegen Rußland von 1831 verherrlicht wird; Andreas Hofer", "den tragischen Tod des Tyrollr Helden betreffend; und Der Trompeter von der Katzb a ch", zur Verherrlichung des herr
lichen Sieges, welcher an jenem Zusluß der Öder vom prächtigen Marschall Vorwärts über das französische Heer unter Napoleon's Marschall Macdonald erfochten wurde. Auch Novellen hat er geschrieben voll reizender Naturbilder und geheimnißvoller Märchen. Tiefsinnig ist sein: Dichtung von Ritter Wahn", worin er das Erlöschen der Griechenwelt und die Sehnsucht nach dem Christenthum darstellt. Mosen hat auch noch andere schone Dichtungen geschaffen. Während sein edler Name eine Zeit lang zu verblassen schien, lebt er seit einigen Iah rcn wieder auf. wie sich's gebührt, so daß vor wenigen Jahren eine neue Ausgabe seiner Werke nöthiq wurde. In Plauen. der Amtshauptstadt seines Geburtsortes, ist ihm ein Denkmal trv&le.
Allerlei sur'S Haus. Um Eisen und Stahl von einander zu unterscheiden, gibt es ein einfaches und dab:i sicheres Mittel. Man braucht auf den fraglichen Gegenstand nur einen Tropfen verdünnter Salpetersäure zu setzen, einige Minuten darauf zu belassen und dann mit Wasser fortzuspülen. Ist der Gegenstand aus Stahl, so zeigt sich an der mit der Säure benetzten Stelle ein schwarzer Fleck; ist er aus Eisen, so zeigt sich ein grauer Fleck. Diese Fleckenbildung rührt davon her, daß so wohl im Eisen als auch im Stahl etwas Kohle vorhanden ist und diese Kohle durch die Einwirkung der Säure frei an's Tageslicht tritt. Nun ist im Stahl viel Kohle enthalt '. im Eisen aber nur wenig, und so i- 1 Kohlegehalt des Stahls, um i... . schwarzen Fleck hervorzurufen, während es bei dem geringeren Kohlegehalt des Eisens nur zur Hervorbringung eines grauen Fleckes kommt. Es ist wohl darauf zu achten, daß man die Salpetersäure nicht etwa wegwischt oder wegtupft, sondern nur mit Wasfer fortspült. Gegen Halsweh und Hei s e r k e i t. Ist Erkältung die Veranlassuna von Halsweh, Katarrh, Husten oder Schnupfen, so ist das Allerbeste ein starker Salbeithee, dem man Honig bis zum Süßwerden zusitzt. Beim Schnupfen nimmt man täglich 6 21 Mal einen Eßlöffel voll, beim Husten ebenso viel und bei Erkältung des Halses gurgelt man täglich 2030 Mal damit. Halsgeschwüre werden durch das wiederholte langsame Verschlucken von Quittenkernschleim mit Honig, sowie mit fleißigen warmen Umschlägen am besten geheilt. Zur Reinigung heller Sonnenschirme, gleichviel, ob sie von Baumwolle, Bast oder Seide sind, nehme man eine weiche Bürste, tauche sie in lauwarmes Wasser und reibe sie mit etwas weißer Seife an. Mit dieser bürste man den aufgespannten Schirm innen und außen gut ab. Nachdem man ihn in klarem Wasser in gleicher Weise gut nachgewaschen hat, lasse man ihn aufgespannt trocknen. Lackstiefel bewahrt man vor dem Brechen, wenn man sie während des Nichttragens mitVaseline oder ungesalzener Butter einreibt. Der Fettüberzug ist vor dem Anziehen zu entfernen. Stahlhaarbürsten zur eirl i g e n. Um eine durch längeren Gebrauch schmutzig und fett gewordene Stahlhaarbü'-ste zu reinigen, tauche man dieselbe in Terpentinöl, doch so, daß die Gummiunterlage nicht beseuchtet wird. Eine Lösung von Soda in warmem Wasser kann gleichfalls verwendet werden; man wäscht damit die Bürste aus und trocknet sie bei gelinder Wärme. Vorzügliches Fleckenreinigungsmittel. Flecke jeder Art l'nd aus jedem Stoff beseitigt man am einfachsten mittelst Meerschaumpulvcrs. Man überstreicht den Fleck mit diesem Pulver etwa 1 Millimeter dick, läßt dasselbe etwa 10 Minuten ruhig darauf liegen, dann reibt man auf demselben mit einem Wolllappen so lange hin und her, bis der Fleck ganzlich verschwunden ist, nimmt dann zuletzt eine Bürste und bürstet den Staub tüchtig aus. Möbelpolitur. Um die Möbcl möglichst neu zu erhalten, muß man sie wenigstens einmal jährlich mit einer Möbelpolitur, sei sie flüssig oder in Pomadenform, gründlich aufpoliren. Mittelst dieser Politur kann jede Hausfrau ihre polirten Gegenstände mit geringen Kosten so glänzend selbst herstellen, vaß sie stets wie neu aussehen. Die Politur wird mittelst woljenen Lappens aufgerieben und entfernt den Oelausschlag und Schmutz. RiechpulverfürfeineWas ch e. 6 Unzen Pfefferminze, 1 Unze Lavendel, 6 Unzen Feldkümmel, 7 Unzen Majoran, 6 Unzen Tymian, 1 Pfund Centifolienrosenblätter, 2 Unzen Gewürznelkenpulver, ls10 Unze Moschus. Pfund gepulverten Kalmus. Die innigst zusammengemischten Substanzen näht man in Seidensäckchen ein, welche man zwischen die Wäsche legt, die alsdann in kurzer Zeit einen lieblichen Geruch annimmt. Metallgegenstände vor Rost zu schützen. In 14 Pfund Schweineschmalz werden y2 Unze Kampfer geschmolzen und mit etwas Graphit gemengt. JDic gut gereinigten Objekte werden mit dieser Salbe besirichen; nach 24 Stunden wird letztere entfernt; sie schützt metallene Gegenstände auf Monate hinaus vor jedem Rostansatz.
Besorgn i ß. Bauer (im Eisenbahnwagen): Jesses, Jesses, wenn's nur heut kein Zusammenstoß giebt! Schaffner: Warum haben Sie denn so Angst? Bauer: Ja wissen's, i hab' a KLrb'l voll Eier bei mir! Ueberraschung. Schwiegervater in spo zum angehenden, sehr verschuldeten Schwiegersohn: Nur heraus damit, wenn Sie Schulden ha ben scheniren Sie sich nicht ich hab' ja selbst genug!" Alles selbst. Junge Gattin (die ihrem Gatten ein Huhn servirt): Schau, dieses Huhn habe ich selbst auf dem Markte gekauft, selbst ausgenommen und auch selbst zubereitet! Gatte lals er gekostet): Du kannst es auch selbst essen!"
Feuer - Signale.
I Pennsylv und Market 5 English'iOpnnHzuS 6 East und Sttv Fork 7 Noble unb Michigan s N. Jerlcy u. Mass 5ü 9 Pine im North 10 Market und Pine 11 Vermont nah East 12 No.. 8 Spritzenhau Maff. Ave nahe Noble 13 Teaware und Walnut U 6. Jersey EentralA. 15 Mast, und Eornell Ave 1 Ash l d 11. Straße 17 Park Ave und 12 Etr .3 Columbia nkHillfid 19 Highland Ave u. P,att 21 Illinois und Ct. Joe 3 Pennsylv. und Pratt Meridian und 11. Etr 25 No. 6 Epnyenhaui 15. nahe JllinvlS 6 Senate Ave. StTla 27 JUinoiS und Mchigan 2 Pesylvania und 14. i9 Senate Ave. und 15. 31 No. 1 CpritzmhauZ JndAvknahkVichig 32 Meridian und Walnut 44 California u vnmont 35 Blake und New Aork 3 Ind. Av. u. St. Elair Z7 City Hospital 8 Blake und Ny? Z Michigan undaek 41 No. 6 Cprltzenhauk Washington nah West 42 l?sendorf u Wash. 43 Missouri u New Dork 45 Meridian u Wash e JllmoiS und Chiö 47 Capitel Av. u Wash 48 mgan'S PorkhauS 49 Straßenbahn Stalle 23. Washington Zit 51 N. 10 Spritzenhaus Illinois u Merrill 5 Illinois u Louisiana 53 Wett und South 54 West und Mcarty 5 Sent Ave. u Henry 57 Meridian und Nav 55 No. 4 Spritzenhaus MadisonAv.uMor-.-l 59 Madion Av.u Tunlop Cl No 2 Haken Leiterhaus South nahe Telawar 52 Penn, u Merrill . 3 Telaware u. McCart 4 Sast und VcCarty 5 New Jersey .Merrill 7 irg. Av. Bradsha LS East und Prospekt 69 Bicking und High 71 No. 11 Spritzenhaus ir Ave. khe Huro 72 East und Georgia 73 Ceda, und Etat 74 Davidson u Seorgia 75 english Av.u Pine 7 Chelby und Bäte 7S No. z Spritzenhaus Prospcct nahe Shelby 74 Fletcher Av. u Chelbtz öl Market u. New Zersey 2 Telaware und Wash. 83 East u Washington 84 New Forku.Tavidsor 85 Taubstummen Anstalt SS Ver. Staaten Arsenal 67 Orient! und Wash. 89 Frauen-Neformat. 91 No. 13 Spritzenhaus Marvland nab Mer. 2 Meridian u. ScorPa. 33 Meridian und South 44 Pennsylv u. Louisiana Z5 Lirgini Ave u. Alab. ?6 Hauptquartier. 97 Erand Hotel. 93 Capital Ave und Dhi 23 No. IC Spritzenhaus :c. und Ash. ;24 Alabama und 15. 125 Central Ave und 15. 126 DandeS und 15. 127 Brookside und Jupiter .23 Central Ave und 17. '.29 Telaware und 19. 131 Alabama und li. 132 Bellesontaine und ;34 College Av und 2S. 135 Telaware und 13. 136 Alabama und North 137 Newmann und 19. 133 College Av und 14. 13? Cornell Ave und 13. 141 Dandes xltü 12. 142 Highland Ave und 10. U3 Tecumseh und 10. 145 Zleto Jersey and 22. 146 Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus HiUfid Ave und 16. 148 College Ave und 22. 149 College Av und 27. 52 Park Av und 22. 15. LEu. W Bahn u. 22. 134 Ramsey Are und 10. l56 Stoughton u Newman '.57 Atlas und Pike. 158 Blovd und Pawvaw. 159 No. 21 Cprinyaus Brightwood i2 Arden und Depot 162 Brightwood und 25. 164 Rural und Blohd 165 St. Clair u. Aeyston 167 Arsenal Ave im 23. 163 Bellefontaine und 28. 169 Park Stxnil& 212 Capital Ave und 17. 213 Pennsylv. n. Michigao 214 Jllinvls und 2. 215 Senate Av und 21 21 Pennsvlvania und 22. 217 Meridian und 16. .213 Capital Ave und d 19 Broadtvay und 10. 231 Illinois und McLum 234 No. 14 Spritzenhaus Kenwood und SO. 35 JllinoiS und 33. 33 Annetta und 80. 237 No. . Spritzenhaus Udell und Hcuxt 238 lldcil Lsdder Works 239 Jsabel und 27. 241 Meridian und 24. 249 JllinoiS u Et. Clk 243 Eldridge und 23. Z12 kst uud Walnut 313 West und 2. 314 Howard und 15. 315 Torbet und Paca 316 Capital v und It. 317 Northwestern Ave u 13 Gent und 18. 319 Canal und 10 IH Eerealine Werks 324 Vermont und Ltim 325 Bismaxcku Srandvietr 326 No. 29 Sntzenhaus Haughville. 527 Michigan u. Helmes, 328 Michigan u. Concord 341 West und McJntyre 412 Missouri u. Waryland 413 Missouri und V)io 415 Capital Ave Georgia 416 Missouri cntucky?. 417 Senat Av tu Wash. 421 P und E RundKus W. Washington. 423 Jrren-Hospital. 424 Miy Av u.JDZZ 425 Wash and Harris 426 No. 13 Spritzenhaus Q. Washükgtou 427 Oliver und Birch 423 Oliver und Osgood 429 Nordhke und Dort 4Z1 Hadlcy Ave u. Morris 432 River Av u. Morris 454 Niver Ave und Ray 435 Harding u. Big 4 N 7 436 Harding und tZlwa 437 No. 19 Cpritzenh? MorriS und Hardina. 42g Hot cxi DiSaa 430 ZtotyaH 451 Reisn und SSiSe 452 Howard und L 453 Morris und JlafcjwS 456 Lambert und SSetcrf 457 Nordhke Ave u. Vor tnon Works 612 West und Ray M3 Kenwcky Av .MerriiZ 514 Meridian und Morris 1 Illinois und ans 7 Morns und Daketa 613 Morris und Church 519 Capital A. u McCsrtY 521 Meridian und Paln? 523 Pine urü Lord 624 Madisor. Av u kincok. Ö Meridian und Belt RZ 627 Carlos und Ray 523 Meridian und Tr?,rira 529 Meridian .Nahmond 531 Meridian u. McCcn. 532 No. 17 Cpritzenhls MorriS nahe West 612 McKerna'-.und Douny, 613 East u. Lincoln n 614 East und Beecher 615 Wright und Sander 617 McCarty und Beaty 618 New Jersey u Lrc Avk 712 Epruce und Prvspecl 73 English Ave. u. Laurek 714 State Ave u.Velt R X 715 Chelby und Beech 716 State Ave und Orang. 718 Orange und Laurel 7 Chelby u. Citaae Av. 721 LeringtonA. Lau 723 Fletcher Vu.Op?u 724 State Av u. Plealan 725 Prospctt und nleasaÄ 726 Orange und Ha.la? 723 Liberty und Mea 729 Nblz und South LZ No. 15 Spritzenhaus Ost Washington L13 Market und Noble L14 Ot,io u. Highland SEX 815 Michigan u. Highlant 16 Market u Arsenal Av, 817 Ost S. Clair und ' Union Bahn Geleise. &21 Pan Handle Sho;s 23 Vermont und Wakott 824 Wash. und State A 825 Madden's toung Flx 826 Tucka und Dorfey 827 Wash. und LeviLe Av 829 No. 12 Spritzenhaus eville nah Michiga, 631 Coutheastml JÜkusI Woodside. 832 Wash. und Dearbor, 834 Soxtheastern und Arsenal Aves. 835 New Dork und Tmpk 12 Illinois und Marhl. 1, Illinois und Varktt. 14 Penn, und Z2asl 15 Telaware und a Spezial-Siznale. Ersten 2 SchlZg, zweiter Alarm, Jweiten 2 Schläge, dritter Alarm, Dritten 2 CchlZge, vierter Alarm. l-2-l, Feuer auZ und Schlauch ausgervA. z SchlZge, Skasserdruck ab. 1 Schlag, l Uhr Mittags. 9 Die p bezeichneten Cignae lrerdm nur ten Thür Wächter angegeben da an den betreffend Straß kreuzung feine AlarmUsten anarbracht find. Chicago und der große Nordweften dia e)) fjizmlvszrxa tfrrewm RL'g Ulakka-vawalt-PHiliPptue Inseln. Aier tägliche Schnellzüge nach Chicago. tW Von der Mono 47. Ctr. Etation, Chlcago, flnd s nur 5 Minuten mittelst elektrischer gar nach den Union Biehdöfen Frencli Llck Springs, indem Orange ttonntp Hochland. ffamilien-Hotel anter neuer SeschäftSleitung. Pluto, Proserptn md Bowle? Quellen. Bestes Mineralwasser der Seit. Zwei Züge täglich via Gree.icafile. Ticket-Officea : Union Station, Magachusetts Ave nd 25 West Washingten Strabe.z R. P. A l g e o, Tistrtkt Vass. Agent, JndianapoU. Ind. .HMcDoel, ö.H.Rockwell, Präs. und Sen. Mgr. Betriebileiker Frank J. 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