Indiana Tribüne, Volume 26, Number 279, Indianapolis, Marion County, 17 July 1903 — Page 7

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Jndiana Tribüne, 17. Juli IS7

OoOcOoOoOoOoCOoOoOoOoOoOoO 0 o 1 Der weiße Tod 1 s ' O

O O r O o Roman aus der Gletschrrwelt. 8 vy o 0 O v t e l. O q von uuaoif rray. q o o CoOcOcOoOoOoGOoOoOoOoOoOOQ (Fortsetzung.) Haben Sie sich's Gesicht tüchtig mtt Vcseliue eingerieben?" fragte der GletsQermann.a? Alsdann los! Sie stiegen den Schutthang hinab riZ zum Gletscher. Dort wurde das Seil bervoraeüolt. Kommen wir denn an gefährliche Stellen?" fraate Misadeth. wahrend sie die Arrne hochhob, uin sich das Seil uinleaen zu lauen. Aber ihr Begleiter sagte nur: In vier Stunden sind's unten!" und verknüpfte sorgsam den Knoten. Ueber den Gletscher, den sie schon von gestern kannte, gmg e mühelos dabin. Tann nach rechts m ein Cse wirr von Steinblöcken und Felstrümmern. die sich zwischen dem Eisstrom und der Bergwand hinzogen. Enger und enger wurde dieser Geröllstrich. Endlich borte er ganz auf. Vor ihnen senkte sich der Berasturz direkt zum Gletscher herab. Nur eine schmale mit blendendem Neuschnee bekleidete Kante zog sich als ein kaum fußbreiter Sims länas des verwitterten Gesteins dahin, ab und zu in deen senkrechten Rissen venchwindend und aus der anderen Seite der Kaminwand wieder auftauchend. JZsl sollen wir herüber?" fraate sie kühl. Aber ihr Herz pochte doch ein wenia. Er drehte sich zu ihr um. Sie sind gestern über ganz andere Stellen gegangen. Wenn nicht Neuschnee war', dann hätten wir hier die reine Ehaussee! Die :!änder kommen blos den Anfängern )o grauslich vor das ijt eine alte Geschichte. Vorsichtig tappten und schoben sie s:Ä dabin, bei ?edem Schritt mit dem Fuß in dem glitscherigen, tückischen Neuschnee den feiten Steinboden suchend und mit den Händen an den Griffen der überhängenden Felswand entlang tastend. Anfangs hatte sie starr vor sich auf die Fußstapfen geseben. fu'nt wurde sie kühner und wa: einen Blick nach rechts in den Abgrund hinab. Aber sie mußte sofort stehen bleiben und den Kops nach dem Geltem wen den. um das ihre ninaer sich krampfhaft krallten. Nicht, daß sie schwindlig geworden Ware! Aber diese scheun lichen Gletscherspalten da unten in der Tiefe, die wie hungrige Vestten mtt ausgerisjenen Nachen aus sie warte ten. Er drehte sich um. Wollen's wohl gradaus schauen!" schrie er zornig. as seblte noch, mit dem isiei Qer da unten zu kokettiren! Ich hab' keine Lust, mir wegen Ihnen 's Genick zu brechen! Uno der Christen auch nicht!" Seine Grobheit aab ihr neuen Muth. Sie stand jetzt an einer Stelle, wo das Band rn spitzem Kinkel in einen Felskamin einsprang und auf der anderen Seite wieder herausführte. Hier mußte man einen Schritt über den Abgrund thun, der fünfhundert faift tief unter ihr aahnte. Er war schon drüben. Vorwärts!" schrie er. Ein ordentlicher Svruna!" Sie holte tief Athem und sprang hinüber. Fast ehe sie dort mit den Füßen den Boden berührte, hatte er sie fckon mit einein aewaltiaen Ruck an sich gezogen, daß sie, hart an ihn gepreßt. feit dastand. 2er alte Christen stieg, zerstreut um sich blickend, mit einem lanaen, schlenkernden Siorchschritt über die Kluft. wie man eine Straßenrinne uberfchreitet; und weiter ging's, die steilen 5änge entlang, bis zu der letzten Wand. An dieser waren Eisenstifte zum 5zerunterklettern anaebracht. Aber die glasharte, spiegelglatte Eisschicht, die beute das Metall überzog, macote ine Sache mühsam. .Nur fest zuaevackt!" hörte sie unter sich eine Stimme, während sie, an den Felsplatten hängend und rutschend, mit Händen und Füßen tastend und mühsam unter dem straff gespannten, einschnürenden Seile Athem holend, die Sicht hinabstrebte, in das Eisen greifen, als ob man's zerquetschen wllt' so ist's recht." Sie kam ein wenig in's Rutschen und siieü mit der Stiefelspitze in seinen Nacken. Verzeihen Sie!" rief sie lachend. Er antwortete nicht, sondern schwang sich über einen Felsrand, der einige Fuß glatt abfiel, aus oas ue röll des Gletschers. So!" sagte er von unten und wii'cöte sich den Schweiß von der Stirne Das war die lekte Station. Von der kommen Sie nicht herunter, ehe Sie mir nicht Pardon gewährt baben!" Wofür denn?" Sie saß auf dem Rande des Felsens und schauleue un aeduldia mit den ftüfan. .Dafür, daß ich Sie vorhin angeschnauzt hab'! Aber im Gebirg ist das das beste Mittel, wenn einer zaghatt wird." Sie lachte hell auf, warf einen fluchtigen Blick nach hinten, ob Christens Seil lana aenua sei. und sprang so rasch herunter, daß er gerade noch Äeit

hatte, die Arme zu öffnen und sie aufzufangen. Eine Sekunde hing sie an seiner

Brust, seine Hände hielten iyren srfcLv:'", 9ih itmfn&t und ifi Augen trafen sich, dicht vor seinem Antlitz leuchtend, mit den seinen in einem jähen, fast erschrockenen Blick. Dann ließ er sie sanft auf den Boden gleiten. So jetzt ist's überstanden " sagte er rauh und wandte den Blick von ihr hinweg, wie sie von ihm, ient noch 'ne Stunde über den Gletscher! Dann kommen wir zum Chalet, und die arme Seele hat Ruh " Es war eine schweigsame Wande rung. Kaum ein Wort wurde zwischen den Beiden gewechselt, während sie in Nebel und Regen urer das Eis dahinschritten, und mehr als einmal mußte der alte Zum Brunnen von hinten einen warnenden Zuruf ertönen lassen. So sehr schienen die Beiden in die Gedanken versunken, die seltsam und jählings ihre Seele erfüllten. Auf hoben Leitern stiegen sie vom Gletscher zu dem kleinen BergwirthsHaus empor. Eine Menae Alpenstocke lehnten in der Veranda, Stimmengewirr und Gläserklirren tönten von innen, und in der Küche sah man vor dem slaciernden Herdfeuer eine Anzahl Führer. meist ältere, zu aroken Expeditionen nicht mehr brauchbare Männer sitzen. Der Lichtschein spielte über den verwetterten Gesichtern und den braun gekleideten Gestalten. Das Chalet war überfüllt. Gletscherbummler aller Nationen, bergstockbewehrte Touristen. Damen und Kinder, allerhand Leute, die hier einmal der Elsregwn einen ungefährlichen Besuch hatten abstatten wollen, drangten sich durcheinander und klagten über das schlechte Wetter. Der Rückzug nach Ermdelwald war abgeschnitten! Es stursten Wasserau e aus den Saumpfad, berichtete die Wirthin, während sie den Hochgcbirgswande: rern Wein und Brod vorsetzte man könne nicht durch, bis der Regen em paar Stunden aufgehört habe. Das waren schone Aussichten. Miß, mutbia sahen die Beiden in das Qt tümmel dieser mit Rundreisebillet und Bädecker behafteten alpensimpelnden Menschheit um sie her. Än einem isch ein Schwärm bebrillter. maaerer Studenten, andächtig um einen jungen Engländer geschaart, der die Stummelpfeife im Mund, die Sände in den Hosentaschen ihnen Aufschlösse über die Besteigung der Jung frau vom Trummletenthal aus gibt und sich für die in gebrochenem Deutsch hingeworfenen Weisheltsbrocken durch athemlose Aufmerksamkeit belohnt sieht. Daneben eine pikante Brünette. Eine Italienerin mit ihrem Mann. Sie bat sich als ..soria il. club Alnino Italiano" im Fremdenbuch einge schrieben und blickt verwegen darem. Aber unten in der Küche erzählen sich lackend die Führer, dan die zierliche Dame jchon auf dem Saumpfad ober Gnndelwald schwindlig wurde. Ein paar Genfer sitzen neben der socia und machen ihr in elegantem Franzosisch den Hof. Um den Mann, einen finsteren, bräunlichen Herrn mit pechschwarz flackernden Augen, kümmern sie sich nicht besonders. Wird an diesem Tisch geflüstert, so brüllt und wettert es an dem nächsten. Vollbärtige, dickbäuchige Männer aus Süddeutschland sind es. in Iäger'schen Normalhemden und mit grasgrünen Ruckfäcken bewehrt. Ihr Orakel ist der in ihrer Mitte thronende, dicke alte Herr, der vor zwanzig Jahren einmal auf dem Ortler war! kann das schon nicht imponiren, dies Gethue mit den Verner Alven. auf die schlieklich ieder SÄneidergeselle heutzutage steigt und überhaupt die Schweiz diese Hotels diese Englander diese Vreise. Der magere Tourist aus Frankfurt sekundirt ihm. Diese zerfallenen Strohstalle, die man in der Schweiz Klubhllttm zu nennen beliebt! Er möchte die verehrllchen Obmänner des Schweizer Alpenklubs nur 'mal an der Nase nehmen und nach Tirol fuhren in die Vaverhutte etwa oder meinetwegen auch in das bayrische KnorrHaus. Dort konnten sie ihr blaues Wunder sehen an reinlichen Betten und gutem Konservengulasch und Pschorrbräu vom ftatt. Er bricht erbost ab. und Niemand beareift. warum der magere Tourist aus Frankfurt nicht in der Payerhütte oder dem Knorrhaus bleibt, tatt alljährlich in die Schwen zu reisen. Em Svanmacher ist auch da. em junger, gelenkiger Mensch, in weißem Flanell und nmmelblauer Leibbinde. Er reißt Witte über das Wetter, er rennt hinter der Saaltochter her. und neben .seinem Stuhl lehnt eine lange. nägelbeschlagene Holzlatte, die er scheresbalber als Bergstock benutzt. fftrnce sich nellos im Zimmer rrumlummelnde iunge anlees zwischen zwölf und fünfzehn Jahren, eine bildhübsche und zwei gespenstig häß liche Engländerinnen in grünem Schleier und Wettermantel, ein deutsches Ehepaar auf der Hochzeitsreise, das öand in Sand dasitzend gleichmäßig in sanftmüthigem Takte gähnt, ein schnarchender robuster Urschweizer, auf semem Stuhl bin und her scowankend wie ein Sckm trn Sturm und dazu draußen das Rieseln des Regens. der Dunst der nassen Kleider, der Fett aualm aus der Kucke.

Lange halt' ich's hier nicht aus!"

sagte Elisabeth und schloß die Augen. Undeutlich klang, der Wirrwar der Gespräche an ihr Ohr. Goo(l wcatlicr gootl guiües." )er iunge Gentleman am Fenster blies einen Rauchring aus seiner Stummelpfeift and thc Gross-Schrcckhorn is not cxactly clifficiiltl'4 ..Sie waren wohl schon hausig oben?" erkundigte sich schüchtern ein Student. Den direkten Aufstieg zur Großglocknerscharte?" im Kreis der dicken Männer entsteht ein wüthender Wortstreit. .Ja lesen's denn die .Mittheilungen' überhaupt nichts Wenn ich's Ihnen doch sag' der Pallavicini hat's gemacht schon lang vor seinem Unglück!" Quelle culcur!" seufzt die schöne socia und weht mit der flachen Hand die vom Nebentisch herüberfluthenden Tabakswolken auseinander. Was ist ihm denn passirt diesem Herrn Pallavicini?" Der hagere Oberlehrer ruckt sich die Brille zurecht. Abgestürzt ist er der Markgraf!" belehrte ihn finster der Mann vom Ortler. Schon lange" Und aus seinem Ton klingt es heraus: Unbegreiflich, wie Jemand das nicht wissen kann! Der Jüngling mit der Holzlatte räusperte sich: Diese Art von Äergkraxelei ist doch einfach zememgezahrlich hat ja keinen sittlichen Werth! Ueöeihaupt Wirthshäuser von innen. Berge von unten Kirchen " Ich uollte morgen uenergehen, sagte die hübsche Engländerin und mustert wohlgefällig ihren schlanken, schnurrbärtigen Führer, den sie aus der Küche bat rufen lassen, aber das Ueg ist so schmal und ich bin so so schlecht im Kopfe!" Der Fuhrer lacht. Ihr Kopf schaut ganz gut aus!" meint er. Sie trennen sich mit derbem Handschlag und werden morgen, wenn das Wetter es erlaubt, welter zur Strahlegg pilgern. Der alte Christen schob sich in's Zimmer, suchte seine Dame und blieb dann schwelgend vor ihr stehen. Das hieß: Sollen wir uns hier häuslich einrichten, oder versuchen wir trotz alledem nach Gnndelwald zu kommen? Sie stand auf und langte nach dem triefend feuchten Wetterhütchen und den durchweichten Handschuhen. Hier ist's greulich!" sagte sie entschlossen..Jch gehe!" Der Bergführer warf einen zweifeln den Blick auf den Herrn. Der erhob sich schwerfällig. Patschnaß werden Sie! sprach er schmunzelnd. Wie eine gebadete Katz' kommen's nach Gnndelwald und müssen Sie unterbrach ihn empört. Fang,n Sie auch schon an? Als ob ich von Zucker wäre! Lächerlich! Dabei hatte sie schon die Thunlmke in der Hand und erst sein Zuruf: Sie wollen wohl mit der Zeche durchgehen! veranlaßte sie, wenigstens so lange zu warten, bis d:e Rechnung berichtigt war. Da ist mein Antheil!" sagte sie, druckte ihm das Geld in die Hand, das er zu ihrer Beruhigung, ohne ein Wort zu verlieren, einsteckte, die Thüre fiel hinter den Dreien ins Schloß und trennte sie von den Philistern. Gott sei Dank, daß wir da heraus sind!" rief sie und schaute, die Arme ausbreitend, rn das sturmische Regen und Schneetreiben, das sie umgab. Hier ist s viel schöner! Am Chalet begann der Saumpfad, der nach Grindelwald hinabführte. Sie blieb noch einmal stehen und sah sehn süchtig in die Nebelwelt hinauf, aus der sie kamen. Ihre Augen glänzten. Freundlich waren die Berge ja nicht zu mir! sagte sie ernst. Sie haben mich recht unwirsch empfangen, ganz wie einen kecken Eindringling. Aber es ist gut so. Die beiden Tage da oben die stehen ganz für sich in meinem Leben. Die vergess' ich nicht. Und ich komm' wieder. Ich werbe um die Gunst der Berge, bis sie mir gnädig sind. Einmal muß ja auch dort wieder die Sonne scheinen! Er sah sie an. Mit einem langen, seltsamen Blick. Und lange noch, als sie stumm den gerolluberschütteten Pfad hinabstiegen, klang es in seiner Seele nach: Einmal muß rn doch wieder die Sonne scheinen. Christen Zum Brunnen blieb plötzlich stehen und stieß ein herzliches Eelächter aus. Das war bei ihm so neu und überraschend, daß die Touristen sich ganz erschrocken nach ihm umwandten. Er zeigte stillvergnügt den Weg ent lang, und jetzt merkten sie, warum Niemand aus dem Chalet hatte den Rückweg antreten wollen. Durch den Regenguß hatten sich Bäche gebildet, die. den Berg herabströmend, als rauschender Wasserfall auf dem Pfad aufschlugen und dann auf der anderen Seite in schäumendem Gischt weiter zu Thale rannen. Wer den Weg fortsetzen wollte, mußte unter dieser eisigen Riesendouche hindurch! Sonst blieb nur die Wahl, umzukehren und sich im Chalet auslachen zu lassen. Vorwärts!" rief Elisabeth kampfesfreudig., Ihr Begleiter lachte und auch der Alte meckerte fröhlich auf. Es machte ihm offenbar Spaß, daß sie alle nun platschnaß wurden. Mit einem raschen Ruck fuhr er in den Wassersturz hinein, drehte sich einmal darin .um und zog das Seil, das er in der Hand nach sich geschleift hatte, straff. Fest

am Eeu halten!" schrle er ver Vame zu.

Die packte das Seil, schloß die Augen und stürzte sich in das Abenteuer. Vrrrr! Sie schrie laut auf. als plötzuch mit einem drohnenden Schlag auf den Kopf die Wassermassen auf sie nieverkracyten und das eisige Naß im Augenblick den ganzen Leib entlang rann. Aber da war sie schon draußen und schüttelte sich. Ein Gefühl tollen Uebermuths kam über sie. Juhuu!" schrie sie, die Hand an den Mund legend, in den Nebel hinein, und aus der Ferne kam das lachende Echo. Sie fühlte sica am Arm berührt. Ihr Begleiter stand triefend neben ihr. Rasch laufen!" rief er ihr durch das Brausen des Falles in's Ohr, damit Sie sich nicht erkälten!" Im Laufschritt ging's jetzt den steinigen Pfad bergab. Merkwürdig sie fühlte gar keinen Frost, und als man an ein zweites. kleineres Rinnsal kam, tollte sie lachend mit gesenktem Kopf in die Fluth hinein und mit einem mächtigen Sprung wieder hinaus, als ob es sich um eine angenehme Erfrischung handele. Schien doch derselbe zarte Körper, dem im Ballsaal ein offen stehendes Fenster schwere Krankheit bringen konnte, hier in Anspannung und kraftiger Bewegung wie gefeit gegen alle Schäden. Und nun lagen endlich GrindelWalds weit über die Matten hin zerstreuten Häuschen und die um den Bahnhof gruppirte Hotclkolonie vor ihr. In der regenglänzenden Dorfgasse standen überall Gäste, Bergführer und Dienerschaft vor den Hotels und war teten auf die zurückkehrenden Expeditionen, denen bei dem üblen Wetter so leicht ein Unfall in den Bergen zustoßen konnte. Am Portal des Bär" verhandelte em schmächtiger, peinlich elegant gekleideter Herr mit einigen Führern und dem Hotelier. Er mochte zu Mitte der Dreißig sein. Sein fein geschnittenes gutmüthiges Gesicht mit dem kleinen blonden Schnurrbart trug den Ausdruck von Angst und Erregung. Natürlich!" sagte Elisabeth stehen bleibend, und ein Schatten des Unmuths zog über ihr schönes Gesicht, und in tausend Acngsten, wie ich mir's dachte!" Kennen Sie den Herrn?" fragte ihr Begleiter. Sie sah zur Seite. Es war ja eigentlich nicht recht sagte sie mit gepreßter, unsicherer Stimme, aber es machte mir anfangs so Spaß, wie Sie mich gleich mit .Fräulein' anredeten und Mich als iunges Madchen behandelten. Den Ring hatt' ich ja auch in die Tasche gesteckt, weil er mir beim Klettern so binderlich war und dann später fand ich gar nicht mehr den Muth, Ihnen meine Unvernunft zu gestehen" Der Herr trat einige Schritte vor. Da hört denn doch alles auf, Elisabeth!" rief er, und man merkte an seiner Stimme, wie viel Mühe er sich gab, sich vor den Fremden zu beHerrschen. Ich fahre, nichts Vöfes ahnend, auf einen Tag nach Jnterlaken, und das benutzest Du, um " Es ist mein Mann!" Elisabeth sprach das rasch und halblaut vor sich hin, ohne ihren Begleiter anzusehen. Dann reichte sie dem alten Christen und ihm die Hand. Schönsten Dank! ich muß mich jetzt eilen! Wir sehen uns ja heute Abend bei der Table d'hote!" Sie ging mit raschen Schritten davon. Der Andere sah ihr einen Au genblrck nach, dann trat er durch eine Cettenthure m die Kuchenraume des Hotels. Nichten Sie mir Proviant für drei oder vier Tage! ordnete er an. Ich gehe in ein paar Stunden wieder hinaus!" Zum Brunnen, der ihm gefolgt war. nahm vor Erstaunen die Pfeife aus dem Mund. Bei dem Wetter geht der Herr aus?" Ja." iWohin denn?" Ich denk', in's Lauteraargebiet!" Und wenn das schlechte Wetter an hält?" Dann, mein guter Christen," der Herr klopfte ihm auf die Schulter, wird es hier im Thal regnen und oben auf dem Firn schneien. Und ich werde in der Klubhütte sitzen und mir was pfeifen!" Der alte Christen zweifelte. 's könnt' ja sein, daß sich'! bis übermorgen aufhellt," meinte er endlich gedankenvoll. Um so besser!" Der Andere wandte sich zum Kellner: Also rasch die Pro Visionen und die Rechnung.. Ich pack' unterdessen und zieh' mich um " Geht der Herr denn ganz fort?' Ich denke!" sagte der. Für's erste wenigstens komme ich nicht-nach Gnndelwald zurück. (Fortsetzung folgt.) Vielversprechende Jug e n d. In Zürich, Schweiz, wurde eine Bande von etwa 20 jugendlichen Dieben entdeckt, deren Spezialität das Stibiken von altem Eisen. Dach röbren und Tbürbeschlägen war. Vom Erlös der gestohlenen Sachen, die bei Hehlern verkaust wurden, gründeten die Burschen u?.ter Anderem einen Fußballklub Liberias." Selbst an einer Kirche stahlen sie die cetallbestandtheue.

Teutsche in Frankreich. Wenn von den Deutschen in Frank-

reich die Rede war. so dachte man bisher nur an Paris und Marseille, wo es deutsche Gemelndeii.- giebt, allenalls auch an dle niederdeutschen Ä'amen im Nordosten. Von einer deutchen Gemeinde m Lvon hat man bisher kaum ein Wort vernommen. Diese deutsch-evanaelische Gemeinde ist freiick klein genug. Sie zahlt wenig über 500 Seelen. Leider ist es noch keineswegs gelungen, diese alle zu den hellr w r i orr samen nroeiien zum gemeinen uoy berbeizu.leben. Den Mittel- und Sammelpunkt der Lyoner Deutschen b ldet der deutsche Gottesdienst. , Ein Jungfrauen- und ein Jünglingsverein kalten regelmäßige Versammlungen ab, die theils der Erbauung, theils der Geselligkeit dienen.. Für die deutschen Kinder wird einmal wöchentlich deutscher Religionsunterricht ertheilt. Die Betheiligung leider sehr gering. Segensrelch wlrkt das errichtete deutschevangelische Mädchenheim. 54 Mäd chen konnten im letzten Jahr, dem zwe undfunNigsten seitBesteken beriÄemeinde. auf eine zum Theil lange Zeit des Suchens nal Stellung beherbergt werden. Welchen Segen das bedeutet, wird ieder einigermaßen ermessen, der auch nur davon gehört hat, welchen Gefahren gerade die deutschen Dtenstmadchen im Ausland ausgesetzt sind. Wohlthäligen .wecken dient auch ei Frauen-Nähverein. der für die Armen der Gemeinde arbeitet. Diese bilden leider die Ueberzahl in der Gemeinde, di der Unterstützungen aus der Heimath nicht entbehren kann. Solche Unterstützungen gewähren regelmäß!z die Gusiav-Adolf-Stiftuna. die prote-stantisch-kirchlichen Hülfsvereine in der Schweiz und namentlich das komgl. Oberkonustorium der oarzerlschen protestantischen Landeskirche. 5Xn Beantwort u n a einer Anfrage betreffend die französisch? -r"i s. k, i M(uiViricüiiion cruanc ucr ipani sche Minister des Aeußeren. die Erpebitten habe lediglich die Bestimmung, die Aufständigen zu züchtigen. Die svanische Reaieruna dürfe sich in diese Angelegenheit nicht einmischen. Reiches Vermächtnis. ??ür wobltbätiae Zwecke hat ein auf der enalischen nsel Man verstorbener Mann Nainens Noble I5uu,uuu ($2.350.000) hinterlassen. Auayn sinnige gab es letztes Jahr in Southwark, dem kleinsten Stadttheil Londons, mehr, als in irgend einem anderen Theile der Me tropole. Das größte Weizenfeld der Welt befindet sich in Argentinien. Es geHort emem Italiener, Namens Guazone und bedeckt über 100 Qua dratmeilen. Mann' in Frauen kle.id e r n. Verschiedenen Personen in Spremberg, Brandenburg, war in letzter Zeit eine weibliche Person ausgesät len, Wittwe Hedwig Fischer" mit Namen, von der man annehmen mutzte, daß sie keine Frau sei. Es wurden Erkundiqunaen eingezogen, und nach einer vorgenommenen Verhandlung wurde durch einen Zeugen festgestellt, daß die Hedwig Fischers die 1850 in Königsbrück geboren M?ollte, der 1845 in Großenhain gebo'nne Weber Paul Fischer war. Er war in Großenhain verheirathet, lebte seit einigen Jahren aber von der Frau wegen Ehezwisng leiten getrennt und hatte zu der Ver kleidung seine Zuflucht genommen, um dadurch ein besseres Fortkommen zu haben. Dieser Weber Fischer war, wie ferner festgestellt wurde, m Posen oereits seit ein paar Jahren als Kinderfrau in Stellung gewesen. JohannesburgimSchnee Das ungewohnte Bild eines Schneefalls bot sich unlängst der Stadt Johannesbura im Transvaal. Ganz possirlich war das maßlose Erstaunen der Kaffern, besonders der aus dem Sambesigebiet, die von Schnee noch nicht einmal gehört hatten. Die Neger standen sprachlos, mit weit geöffnetem Munde da. als sie den Schnee sahen. der eiskalte Wind aber, der über das vVeld fegte, ließ sie in ihre wollenen Decken schlüpfen, in die gehüllt sie dann in kindischer Ausgelassenheit sich im Schnee wälzten. Der eiskalte SüdWestwind deutete darauf hin, daß im Atlantischen Ozean große Eismassen sich vom Sudpol aus herausbewegten. Wahlkuriosum. In einem Dorfe bei Lauban, Schlesien, hatte gelegentlich der jüngsten deutschen Reichstagswahl der Wahlvorsteher verkündigt, daß jetzt die Wahl ganz geheim und versteckt sei. Als hierauf ein Wähler aus dem Nebenraum trat, wo der Stimmzettel in den Wahlumschlag zu legen war, kam er mit leeren Handen zurück. Auf die verwunderte Frage des Wahlvorstehers, wo er das Wahlkouvert habe, erwiderte der Wähler, daß er es doch verstecken sollte, und da habe er es in das in dem Raume oe findliche Bett gesteckt! Uralte Wähler. Die Gemeinde Goldenberg, Rheinprovinz, kann sich rühmen, den vielleicht ältesten Wähler im deutschen Reiche zu ihrem Mitbürger zu zählen. Es ist der 93jährige Jakob Westen, welcher gelegentlich der jüngsten Reichstagswahlen in der dortigen Schule sein Wahlrecht ausübte. Er erfreut sich noch hoher körperlicher Rüstigkeit und großer frische. Der wackere Greis verabschie dete sich vom Wahlvorstande mit den Worten: Bis en fies Johren!"

Leuer - Signale.

4 Pmnshlv nd Starte 6 English'i Opm-Haut 8 Eastund N'w Fork 7 Noblk und Michigan s N. Jerlcy u. Mag Av 5 Pine und North "89 Park Ave ab 10. 212 Capital Av und 17. 213 Pennfylv. .Vichigao 214 JllininS nd 29. 215 Senate Av und 21 216 Pennsylvania und 22. 217 Meridian nd 16. 218 Capital Av und 24. 219 Broadway und 1. 231 JllinoiS und DtcLe 224 No. 14 Spritzenhaus Kenwood und 80. 35 JllinoiS und 33. 036 Annetta und 30 227 No. 9. EpritzachuiS Udell und Naoer 223 UdeU Laddcr WorU 239 Jfabel und 27. 241 Mttidia und 24. 242 JllinoiS u Ct. Clttk 243 Eldrioge und 23. 312 West uud Walnut 513 West und 12. 314 Howard und 16. 315 Torbet und Pac 316 Capital Ave und IC 317 Northwestern Av 813 Gent und 18. 319 Canal und IC. 324 Cerealine Wer 324 Vermont nd Lynn 525 Bismarcku Grandvietc 826 No. 29 LpntzenhauS Haughville. 27 Michigan u. HslmeL, 523 Michigan u. Concord 541 West und McJntyre 412 Missouri u. Waryland 413 Missouri und "& 415 Capital Ave,Forgia 416 Missouri u AentwfyX. 417 Senate Ave u. Was. 421 P und E RundKeuS W. Washington. 423 Jrren-Hosvital. 424 Mi.-y Av u. I D usl 425 Wash and HarriS 426 No. 13 Spritzenhaut . W. ZuZashmgton 427 Oliver und Birch 423 Oliver und OSgood 429 Nordhke und Fort 431 Hadlcv Ave u. Morril 432 River Ave u. MorriS 454 River Ave und Ratz 435 Harding u. Big 4 R 436 Harding und ÜktifX 437 No. 19 Cpritzenh? Morris und Hardina, 438 Hot tabZ&Zkcdß 439 Stocky 451 ReiSn und Mir 452 Howard und L 453 MorriS und appS 455 Lambert und Seb&Dnl 457 Nordyke Av u. Va tnon WorU 512 West uud Siay 513 entucky Ave .MerriS 14 Meridian und MorrU 51 JllinoiS tun' LansaS 617 MorriS und Dakota 513 MorriS und Ehurch 519 Capital A. u McCsrty 521 Meridian und Palm 523 Pine un, Lord 524 Madisor.Aveu kincob, $26 Meridian und Blt RR 527 CarloS und Siay 528 Meridian uud Arizona 529 Meridian. Raymond 531 Meridian u. McCarty 522 No. 17 CpritzenhlS MorriS nahe West 612 McAerna'-.und Douny. 613 East u. Lincoln fc 614 East und Brecher 615 Wright und EanderR 617 McCarty und Beaty 13 Ne Jersey u Li.'ve 712 Spruce und Prospect 713 Exglish Ave. u. Laurck 714 State Aoe u.Bclt R K 715 Shelby und Bch 716 State Ave und Orangß 713 Orange und Laurel 7 Shelby u. Cuiaa Av4 721 LeringtonA. Laurel 723 FIetchn Aveu.cprua 724 State Av u. Pleasan 725 Prospttt und leasat 726 Orange und Harla? 723 Liberty und Mea 729 Nole und South 81 No. 1 Spritzenhaus Ost Washington tt 813 Market und Noble L14 Ohio n. Highland Av 815 Michigan u. Highland S16 Market LrsenalAv, 817 Ost S. Clair und Union Bahn leise. Ul Pan Handle Ehep 823 Vermont und Walutt 824 Wash. und etafe 2. LZSMadrm'SkollngeFak 826 Tuck und Torsey 27 Wash. und eville Av, 829 No. 12 Spritzenhaus Bcville nahe Michigc 831 Southeaster A und Woodside. 832 Wash. und Dearbor, 834 Southeaftern und Arsenal AveS. 835 New Kork und Tempi, 912 JllinoiS und Maryl. 913 JllinoiS und Markt. 14 Penn, nd & i5Telau?an und 10 Mavket und Pine 11 Vermont ah East 12 Nz. S Spritzenhaus Maff. Zlv nahe Noble 13 DttZware und Walnut li Jersey u Centra! A. 15 Mass. und Lornell Av i Ash m.d 11. Etraße 17 Park Lve und 12 Str .3 Columbia undHillflde 19 Highland Ave u.P,att kl Jllino und St. Jo 23 Pennsylv. und Pratt il Meridian und 11. Str 25 No. 5 Spritzenhaus 15. nahe Illinois 16 Senate Ave u. CtClair 27 JllixoiS und Mchigan 23 Pefylvania und lt. 29 Senate Ave. und 15. 31 No. l CpritznHauA Jnd2venah,ichiga 32 Meridian und Walnut 34 California u Vermont 35 Blake und New Fort 3 Ind. Av. u. Et. Clair 37 City Hospital 8 Blake und Ni W ibzrjne 39 Michigan und 11 No. 6 Spritzenhaus Washington nah West 12 Gsendorf u Wash. 3 Missouri u New Dork t5 Meridian u Wash 6 JUmoiS und Ohio 47 Capitol Nv. u Wash 48 Klngan' PvrkhauS 49 Straßenbahn Ställe W. Washington Str öl No. 10 Spritzenhaus JUinoiS u Nerrill 62 JllinoiS u Louisiana 53 West und South 54 West und WcTarry 56 Senate Ave. u Henry s? Meridian und Ray 53 No. 4 Spritzenhaus Madrson Av. u Mor.-iS 55 Madion Lv.uTunlop 1 No 2 Haken LeiterhauS South nahe Telaware 2 Penn. Merrill 33 Delaware u. McCart 4 Last und VcCarty 5 New Jersey u. Merrill 7 Lirg.Av.u Bradsha 68 East und Prospect 69 Bicking und High 71 No. 11 Spritzenhaus Vir Ave. nhe Huron 72 East und Georgia 73 Ceda und Elm 74 Davidson u Georgia 75 Cnglish Av.u Pine 76 Shelby und BatcS 78 No. 3 Spritzenhaus Prospect nahe Shelby 79 Fletchcr Av. u Chelby Sl Market u. New Jersey 82 Telaware und Wash. 83 East u Washington 54 New Fork u.Davidscr 5 Taubstummen Anstalt 86 Ver. Staaten Arsenal 87 Orient! und Wash. 89 Frauen-Reformat. 91 No. 13 Spritzenhaus Maryland nahe Mer. 2 Meridian u. Scorqia. 02 Meridian und South 4 Pennfylv u. Louisiana 95 Virgini Ave u. Alab. 06 Hauptquartier. 97 Erand Hotel. 55 Capital Ave und Dhl .23 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. 124 Alabama unl 16. 125 Central Ave und 15. 126 DandeS und 15. 127 Brookside und Jupiter 128 Central Ave und 17. 129 Delaware und 19. 131 Alabama und 11. 132 Bcllefontaine und. 134 College Ave und 29. 125 Tlaware und 13. 136 Alabama und North 137 Newmann und 19. 138 College Uve und 14. 13s Corneil Ave und 13. 141 DandeS un!) 12. 142 Highland Ave und lg. 143 Tecumsch und 10. 145 New Jersey nd 2. 146 Alvord und 17. lt7 No. 2 CpritzenhauZ Hil.,side Av und 16. US College Ave und 2. 149 College Ave und 27. 152 Park Av und 82. lö?. LEu. W Bahn u. 22. 154 Namsey Are und 10. 156 Stoughton u Newman 157 AtlaS und Pike. 153 Bloyd und Patrpaw. 159 No. 21 Spritzenhaus Brightwood 12 Arven und Depot 163 Brightwood und 25. 164 Rural und Blohd 165 St. Clair u. eystone 167 Arsenal Av 23. 163 Bellefontaine und 28. Spezial Signale. krsten 2 Schläge, zweiter Alarm, Aweiten Schläge, dritter Alarm, Dritten 2 Schlage, vierter Alarm. l--l, Feuer auZ und Schlauch aufgerollt. 3 SchlZge, Wasserdruck ab. 12 Schlage, 12 Uhr Mittag!. Die p bezeichneten Signaie werden nur vom Thun toSchter angegeben da en den betreffenden Ekaß Kreuzung e kW AlcnmUen anaebracht find. Chicago und der große Nordweste . dla WM m US wrtS smuco.ln": 6.7,11 Lu.v laSka-Sawaii-PlztlipPtoe Inseln. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. PW Bon der Sftonon 47. Str. Station, Chicago, sind 4 nur 5 Minuten mittelst elektrischer Ear nach den Union Viehdöfen rrenck Lick Spring, Indern Orange Eountn Hochland. ffamilien-Hot anter neuer GesSSZtsleitung. Pluto. Proserpine ind Bowle Quellen. BeittS Mineralwasser der Welt. Zwei Züge tSalicd via Grer.tcaftle. Tickct-Officen : Union Station, Maffachusett? Slve nd A West Washington Straßen R. P. A l g e 0. DiftttN Paff. Agent, Indianapolis. Ind. .H.McDoel. S.H.Rockwell, Präs. und Sen. Mgr. 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