Indiana Tribüne, Volume 26, Number 279, Indianapolis, Marion County, 17 July 1903 — Page 6

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Europäische Nachrichten.

KlcdUcnOura. Schwerin. Der Großherzog verlieh dem Componisten des Gnpho rion", Berger, die Verdienstmedaille in Gold. Dobbertin. Auf dem Pachtgute 5?lein-Upahl, Pächter H. Wildfang, ging an zwei Stellen zugleich Feuer auf, durck das fünf Wirthschaftsge bäude in Asche gelegt wurden. D ö m i tz. Die Fabrikbote Schrader'scken Eheleute wurden von einem Raufbolde angerempelt und dann der Ehemann mit einem starken Spazierstocke arg zugerichtet, s? daß er ärztliche Hülfe in Anspruch nehmen mußte. F i n k e n t h a l. Auf dem Hausgute Kleverhof. Pächter Herr Lorenz. brannte eine Strohmiete von etwa 50 Fudern Inhalt nieder. G ü st r o w. Dem Maurer August Simoni, welcher den 5!naben Adolf Engel mit Lebensgefahr vom Tode des Ertrinkens rettete, ist für diese muthige Tbat die Nettunqsmedaille verliehen. N e u st a d t. Ter Gastwirth Wilh. Boldt im nahen Neu - Brenz kaufte die Erbpachtstelle des Erbpächters Stop sack in dem zu Parchim gehörigen Kämmereidorfe Strahlendorf. Der Kaufpreis beträgt 45,500 Mark. Stavenhagen. Die dem Lehrer Lübens Hierselbst wegen fahrlässicer Tödtung zuerkannte Gefängnißstrafe von zwei Monaten ist vom Großherzog in Gnaden erlassen worden. W i s m a r. Die EementwaarenFabrik der Frau H. Holzgreve ist an den Dampfpflugbesttzer Herrn H. Jantzen Hierselbst verkauft worden. Hrdcnvurg. Oldenburg. Das Fest. der silbernen Hochzeit feierten Herr Bäckermeiste? Wilhelm Sieglcr und Frau. Ueber das Vermögen des Landmannes Johann Heinrich Adolf Bakenhus zu Donnerschwee ist das Concursverfahren eröffnet worden. Verwalter ist Auktionator W. Köhler zu Oldenburg. E u t i n. Der Gemeinderath beschloß, die Legate der Frau Dr. Müller und des Hufners Dittmer von ie 30,000 Mark für den Bau einer Jrrenanstalt Hierselbst anzunehmen. Hammelwarden. Ein seltenes Jubiläum nämlich ein vierfaches feierte unser Mitbürger Herr H. G. Syassen zu Käseburg, und zwar seine silberne Hochzeit, sein 25jähriges Meisteriubiläum. seine 25Zähriae Mitaliedscyasl veim hiesigen rlegerveretn uno seinen 50. Geburtstag. Moorhausen. Das Fest der goldenen Hochzeit feierten die Eheleute Römer Hierselbst. N e u e n d e. Landwirth H. Muller, der die zur Neuender Pfarre gehörenden Ländereien für 381,000 Mark kaufte, hat den Kauf als Vertreter cines Consortiums unternommen, zu welchem u. a. die Herren I. Peper, Ed. Büß von Wilhelmshaven und Kaufmann B.-Varel gehören. W l a r d e n. Hier feierten die Eheleute M. I. Jhben und Ehefrau in voller Rüstigkeit das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Freie gfäMc. Hamburg. Der 13iährige Sohn des Rittmeisters a. D. v. Hoelck, d:r in Oevelgönne zu Besuch weilte, ist bei einer Segelpartie auf der Elbe ertrunken, indem er beim Festlegen des Fahrzeuges durch das herumschlagende Segel m das Wasser geschleudert wurde. Der wohl in allen Erdtheilen bekannte, bei der Rhederei F. Laeisz angestellte Capitän C. Bahlke feierte sein L5jähriges Jubiläum als Capitän. Das erste Schiff, das er geführt hat, war die Potnmpos". Sein 25jähriges Dienstjubiläum feierte der Versicherungsbeamte August Scharnberg bei der Firma H. Mutzenbecher. Bremen. Unter den am neuen Hafen lagernden Vaumwollballen brach ein großer Brand aus. Gegen 1200 Ballen wurden beschädigt. Oberpostsekretar Obermann vom hiesigen Postamt 1 (Domshaide) ist es vergönnt, auf eine Dienstthätigkeit von 50 Jahren zurückzublicken. Hiervon hat er über dreizehn Jahre hier zuletzt als Vorsteher der Briefannahmestelle des Postamts 1 verbracht. Der 48jährige Arbeiter Heuter aus der Grenzsiraße, der hier auf dem Gaswerk bei der Ammoniakfabrik beschäftlgt war, hatte den Druck in den ca. vier Meter hohen Wasserbehältern zu controlliren; als er zu diesem Zweck eine Leiter hinaufstieg, stürzte er ab auf den Steinfußboden und erlitt einen Schädelbruch. In dem Raume, rn dem er allein arbeitete, wurde er röchelnd auf dem Fußboden gefunden. Sofort wurde der Sanitätswagen herbeigerufen, doch war der Verunglückte schon todt, als der Wagen ankam. Schweiz. Bern. Der Regierungsrath wählte zu einem Vertreter des hiesigen Kantons im Verwaltungsrathe der Solothurn - Münster - Bahn Amtsschreir Gobat in Münster. Die Stelle ourde bisher von Regierungsrat'h Joliat bekleidet, der als Mitglied des Verwaltun?srathes demissionirt hat. A i r o l o. Auf dem Fort Fondo del Bosco lud der Soldat Robert KLenzi aus Inner - Birrmoos, 29 Jahre alt, eine Festungskanone, als das Projektil explodirte und ihn auf der Stelle tod tete. - Basel. Der Regierungsrath wählte auf Antrag des Erziehunasdevarte-

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ments den Kantonschemiker Dr. HanZ Kreis, Privatdozent an der Universität, zum außerordentlichen Professor. F r e i b u r g. Dr. Maximilian Westermaier, ordentlicher Professor der Botanik, ist im 51. Lebensjahre nach kurzer Krankheit verschieden. H e sterre i ct) "gl n g am. Wien. Am 12. Juni feierte der Uberhosmeister des rzyerzogs mau ner, GM. Maximilian Graf von Orsini und Rosenberg, sein vierzigjähriges Militär - Dienstjubiläum. In Anwesenheit des deutschen Botschafters Graf Wedel, des bayerischen Gesandten, Frhr. von Tucher, des Unterrichtsministers Hartell, des Bürgermeisters Dr. Lueger, zahlreicher Deputationen und Vereine und sonstigen Vertreter der musikalischen Welt fand die Enthüllung des Grabdenkmals für Johannes Brahms statt. Der 76jährige Graf Humbert Czernin, ein Bruder des Herrenhausmitgliedes Jaromir Czernin, wurde, als er die Straße überschreiten wollte, von einem elektrischen Motorwagen erfaßt und zur Seite geschleudert. Dem greisen Aristokraten wurde das Nasenbein gebrochen, außerdem erlitt er einen Bruch des Schlüsselbeins und mehrere Rißquetschungen. In einem Gasthause hat sich der pensionirte Staatsbahnadjunkt Georg Baron Petrino mit Arsenik vergiftet. Er dürfte die That wegen Schulden verübt haben. Petrino war ein Neffe des ehemaligen Ackerbauministers. Tapeziergehilfe Josef Stelzl hat aus Eifersucht seine Geliebte Antonia Jiroschek durch einen Messerstich tödtlich verletzt und sich sodann durch einen Stich in die Brust getödtet. Das Mädchen starb noch auf dem Transport ins Spital. In einer Kammer der Garnisonsfchießstätte im Prater hat sich der ArtillerieZugSführer Niedermayer aus seinem Dienstrevolver einen Schuß in die rechte Brustseite geschossen und ist sofort todt geblieben. Das Motiv der That ist unbekannt. Drei Studenten der Hochschule für Bodenkultur veranstalteten eine Kneiperei. Zum Schluß tranken zwei von ihnen zwei Liter Slibowitz aus. Einer Namens Maueal starb infolge akuter AlkoholVergiftung, der zweite liegt schwer erkrankt im Svital darnieder. WaldseeZauber. Von Karl Stetter. In dämmernder Ferne Ein Schifflein zieht. Der Wind trägt herüber Ein altes Lied. Es schweigen die Vöglein, Es flüstert lind Im dunklen Riede Der Abendwind. Die Wipfel sie rauschen Wie halb im Traum; Es geht ein Grüßen Von Baum zu Baum. Ein heiliger Friede Auf Feld und Flur. Von fern klingt verloren Ein Glöckchen nur. In dämmernder Ferne Ein Schifflein zieht. Der Wind trägt herüber Ein altes Lied. uuyiskey aus die5?anz?i brachte zu Stanford in Connecticut der Temperenz - Pastor Cody. Er erregte nicht wenig Sensation dadurch, daß ec zwei Flaschen Whiskey auf der Kanzel vorzeigte, welche ein Gemeindemitglied frühmorgens gekauft habe. Er selbst, sagte er, sei in den letzten Wochen jeden Sonntag früh aufgestanden und babe gefunden, daß mindestens 80 Wirthe das Sonntagsgesetz verletzten. Die zwei Flaschen nahm er von der Kanzel mit. Was er mit ihnen getban bat. meldet die .Historie nickt. AmtlicheBerichte, dieim staatlichen Arbeitsnachweis - Bureau in Topeka, Kans., eingelaufen sind, ergeben, daß die Kansaser Weizenfelder von dem Hochwasser nicht so stark gelitten haben, wie zuerst gemeldet wurde. Manche Counties melden. daß die Ernteaussichten sich gebessert haben und sie eine große Zahl Erntearbeite? brauchen werden. Im Ganzen werden nicht so viele Leute von auswärts nöthig sein, als man zuerst glaubte, aber ohne Hülfe wird Kansas die heurige Ernte nicht hereinbringen können. Blutflecke in Tascheniüch e r n, WoLsachen, darf man niemals gleich mit Seife einreiben. Sie werden dadurch fast unauslöschlich. Weißzeug weiche man in Regenwasser, in Ermangelung dessen in erst klarem, dann mit Soda versetztem Wasser ein. Die Flecken sind dann mit Leichtigkeit mit Schmierseife zu entfernen. Bei' Wollzeug genügt ein kürzeres oder längeres Einweichen in Regenwasser. Oft wechseln! Bei kleineren Flecken ist dabei das Einweichen in einem Seifenschälchen zu empfehlen, damit sich die Nässe nicht zu weit ausdehne. Je frischer, desto leichter sind Blutflecken zu entfernen. Die Zahl der Chinesen in den Ver. Staaten verhält sich zu jener der Indianer wie zwei zu drei. Sprachen, nicht Dialekte, werden in Indien über 100 gesprochen, darunter 18 von mehr als 1,000.000 Menschen. i

17. Juli 1903.

81. Louis' ctusflcssunfl. Tir Abtheilungen, (Gruppen und Klassctt drö Unternehmens. In erstmalige Feature" Bilvhauererke zwischen Valmen uS Buschwerk Arsenal? Werkzeuge olsmülzle uuö Kohlenzeche. Lustschifsertournier. Die Weltausstellung in St. Louis wird an Ausdehnung alle ihre Vorgänge'.nen übertreffen. Die Ausstellung ist eingetheilt in 15 Abtheilungen mit 144 Gruppen und 807 Klassen. An die Spitze ist das Erziehungswesen mit 8 Gruppen und 26 Klassen gestellt. Der Andrang zu dieser Abtheilung war namentlich von zahlreichen Unionsstaaten und ameritanischen Städten so ungeheuer daß das ursprünglich dem Teztilgewerbe zugedachte Gebäude für Erziehung und Sozialwissenschaft freigemacht wurde. Es ist dies der erste Fall, daß ein eigenes Ausstellungsgebäude, und zwar eines der größten, diesem Zweige gewidinet wird. Die zweite Abtheilung umfaßt die Kunstausstellung (6 Gruppen in 10 Klassen), die namentlich auch der Kleinkunst in Glas. Porzellan. Metall, Leder, Holz und Geweben, sowie der Kunstbuchöinderei gewidmet sein soll. Bildhauerwerke aller Völker werden in einem Hof auf nacktem Erdboden aufgestellt sein zwischen Palmen und Buschwerk. Die gewerblichen Erzeugnisse sind in zwei Abtheilungen untergebracht, als Freie Künste und als Manufakturen. Die Liberal ArtsAbtheilung umfaßt in 13 Gruppen und 116 Klassen die graphischen Künste, wissenschaftliche und Präzisionsinstrumente, medizinische Werkzeuge. Musikinstrumente. Theater - Maschinerien, chemische Betriebe und Erzeugnisse, Darstellungen von Papier. Civil- und Militäringenieurkunde und Baukunst. Die vierte Abtheilung, die eigentlichen Manufakturen in 34 Gruppen und 231 Klassen, ist in zwei Gebäuden untergebracht, dem für Manufakturen und dem für verschiedene Industrien. In diese große Abtheilung gehören alle Textilgewerbe, Bekleidungs - Jndustrien. Eisen- und Glaswaaren, Möbel, Schmucksachen für das Haus und die Person. .Phantasiewaaren. Reiseartikel, Schreibpapier und Spielzeuge. In der Abtheilung für Maschinen finden wir nur 5 Gruppen und 35 Klassen, denn die meisten Maschinen werden in den vorher erwähnten Abtheilungen zusammen mit den von ihnen hervorgebrachten Fabrikaten ausgestellt. In der besonderen Maschinenabtheilung werden demnach nur Maschinen vorgeführt, deren geleistete Arbeit nicht ebenfalls zum Gegenstand der Ausstellung wird, natürlich auch Maschinentheile und Maschinenwerkzeuge. Eine besondere Gruppe dieser Abtheilung bilden die Arsenalwerkzeuge, wie überhaupt militärischen Dingen auf der Ausstellung große Beachtung zu Theil wird. Auch die elekirische Abtheilung ist nur in 5 Gruppen und 24 Klassen untergebracht, aber diese sind um so inhaltsschwerer. Die Abtheilung für Verkehrsmittel (6 Gruppen, 33 Klassen) ist in der zwntgrößten Halle untergebracht. Wagen und Wagenbau, Sattlerwaaren, Selbstfahrer und Fahrräder. Eisenbahnen und Bahndienst (Signale. Schneepflüae. Beleuchtuna. Bremsen. Reparaturwerkzeuge), Handels- und Ztriegssiotte und Lustschisssayrt werden hier vorgeführt werden. Die drei nächsten Abtbeilunaen. Landwirthschaft, Gartenbau und Forstkunde, mit 37 Gruppen und 182 Klassen, werden sich in Riesenmassen darstellen, ist doch das landwirthsckaftliche Gebäude 1575 Fuß lang und 492 utz breit. Die Mannigfaltigkeit der Ausstellunasaeaenstände ist fast unübersehbar. Theorie und Systeme der Landwirthschaft, Vodenerzeugnisse, eraiye uno 'cajchmen. lebendes Vieh und thierische Erzeugnisse, die zahllosen Gewerbe, deren Rohstoffe die Landwirthschaft liefert, wie Getreidemühlen. Stärkefabriken. Brauereien. Zuckerfabriken, dann Darstellung künstlichen Eises und Kühlräume für die Frischhaltung und den Versandt dem Verderb ausgesetzter Ackerbauerzeugnisse, Bäckereien, die Zubereitung der mannlasacben Tertilfasern. die Herstellung des Kaffees für den Markt und so vieles andere wird sich m verwirrender vceichyaltigkeit vor den Auatn des Beschauers ausbreiten. Und nicht das Uninteressanteste werden die Typen der ländlichen Besucher sein, die sich mit Vorliebe hier bewegen werden. Eine der anziehendsten Abtheilungen Wird die bergbauliche und metalluraische werken, in 5 Gruvven und 53 Klassen. Das Gebäude, etwa 4Z Acker an Bodenslache enthaltend, ist großer als alle, die auf früheren Ausstellungen diesem Zweck gewidmet waren, und dazu kommt em gleich großer Platz unter freiem üimmel. wo berabaulickie und metallurgische Unternehmungen im Betrieb vorgeführt werden, wie Bohrapparate, eine Goldmuhle, eine Zinkschmelzhütte, eine Kohlenzeche denn es werden auf dem Ausstellungsplatz selber Kohlen gefunden; auch ein Hochofen wird im Halbkreisdurchschnitt aufgestellt werden. Im Gebäude wird das ganze Mittelschiff von der Königin der amerikanischen Industrien, dem Klsen- und talzlaeweroe. ausaefullt sein, an das sich auf der einen Seite die ausländischen Ausstellungen anschlieö?n. auf der. anderen Seite die übri-

s.en amerikanischen Bergbauinteressen, :eöst den verwandten Industrien. Die Äbtheilung für Fische und Wild (5 Gruppen und li) Klassen) ist die letzte derer, die Bodenerzeugnisse bringen; sie schließt auch Menagerien ein. Die anthropologische Aütc'.lung (4 Grupven und 5 tfl""n enthält nalürliA diefacy nur Museumstüc!e, daneben lebende Vertreter nicht vollcivilisirter Stämme, die besonders aus den Philippincn in ungewöhnlicher Vollständigkeit erscheinen werden. In mancher Hinsicht eine der interessantesten Abtheilungen wird die sozialwissenschaftliche. (13 Gruppen und 58 Klassen), die sich mit der Lage der Armen, der Verbrecher, der Arbeiter, mit kooperatiren Unternehmungen, dem Versicherungswcsen, derTrinksrage, der öffentlichen Gesundheitspflege, der städtischen Verwaltung und städtischen Verschönerungen befaßt. Mehr als irgend früher auf einer Ausstellung soll in St. Louis alles auf Leben und Bewegung gestimmt sein, soll doch sogar Gelegenheit geboten werden, die ausgestellten Lokomotiven auf ihre Schnelligkeit und Leistungsfähigkeit zu prüfen, und für Selbstfah,:r soll ein Weg für Schnellfahrten hergestellt werden. Auch die privaten Vcrgnügungs - Ausstellungen, Side Shows." sind zum großen Theil in einem bisher unerreichten Umfang geplant; eine Nachbildung Jerusalems wird einen Umfang von annähernd fünf Acker haben, mit 500 Eingeborcnen belebt sein und Z1.000.000 kosten. Ebenso groß wird die Darstellung der Tiroler Alpen sein, gleichfalls etwa von 500 Eigeborenen bevölkert. Die olympischen Spiele, das Luftschiffertournier mit einem Preis von $100,000, die wissenschaftlichen und anderen Kongresse, 140 an der Zahl, nationale und internationale, brauchen nur erwähnt zu werden, um das Bild zu vervollständigen. Ein Land ohne Strucrn. Näturreli. soziale Berhöltnisse und Verkehr der Insel Jersey. Wohl einzigartig unter allen civilisirten Ländern der Erde, so schreibt ein deutscher Reisender, dürfte Jersey, eine der englischen Kanalinseln an der Nordwestküste Frankreichs, dastehen. Auf Jersey bezahlen nämlich die Einwohner keine Steuern, die fremden Besucher keine Zölle. Dabei besitzt die Insel noch andere große Vorzüge. Ich habe manches Land in Europa gesehen, kenne unter anderen auch Italien und Griechenland, und muß doch gestehen: einer solchen Vereinigung von feinsten Reizen der Natur, wie auf Jersey, verbunden mit vollendeter, höchster englischer Kultur, Bequemlichkeit. Sauberkeit, Gesittung bin ich bisher in meinem Leben noch nicht begegnet. Jtalien und Griechenland haben einen noch höheren, noch ätherischeren Himmel, das Meer um die griechischen Küsten ist noch tiefblauer als der Atlantische Ozean, der Jerseys Küsten bespült: an Kunstwerken übertrifft natürlich Jtalien ganz England und auch Jersey.

dagegen findet sich aus Jersey kaum irgend etwas von den zahllosen großen und kleinen Widerwärtigkeiten, die gerade dem Reisenden in Italien wie in Griechenland manche ärgerliche Minute bereiten. Auf Jersey gibt es keine Bettler. Eine österreichische Dame, der ich in Jersey begegnete, erzählte mir, daß sie ihrem Töchterchen eine französische Geldmünze gegeben, mit dem Auftrage, sie irgend einem Bettler zu schenken, und daß es dem Kinde während eines ganzen Tages in der ansehnlichen Stadt St. Helier mit ihren 26.000 Einwohnern nicht gelungen war, die Münze an einen Bettler oder auch nur an einen wie ein Bettler aussehenden armen Teufel los zu werden. St. Helier ist eine Hafenstadt, m der tagein. tagaus große und kleine Dampfer wie Segelschiffe, besonders aus England und Frankreich, verkehren. Ich bin bis in die Nacht hinein an den Hafenmauern umhergewandelt niemals ist mir eine der in Hafenstädten üblichen Rohheiten vorgekommen. Dabei erinnere ich mich nicht, während meines mehrtägigen Aufenthalts auf der Insel einem einzigen Polizisten begeanet zu sein. Natürlich gibt es auch dort Polizisten, denn so paradiesisch ist wohl kein Kulturland, daß es ohne Polizei auskäme. Aber ist es nicht schon wundervoll, daß man drei Tage lang keinen Hüter der Ordnung zu sehen bekommt und doch überall schönste Ordnung walten sieht? Himmel und Meer, Städte und Wälder, Dörfer und einzelne Landhäuser alle erinnert an südeuropäisches warmes, reiches Leben, aber auch alles im Gehege englischer ssreihelt, Sitte und Ordnung. Dabei stellen sich die Aufenthalts kosten für oen Fremden, selbst bei Benützung der besten Gasthäuser, wesentlich niedriger als in irgend einem der meistbesuchten deutschen Ostsee- oder Nordseebäder, billiger als jede anständige Unterkunft im Harz, in Thüringen, im Niesengebirge. Den Verkehr auf der Insel verMitteln zwei Eisenbahnen, von denen die eine von St. Helier nach Gorey, die indere von St. Helier nach St. Aubin führt. Gold- und öuoetgei o liegen am Boden des atlantischen Ozeans nach ungefährer Schätzung $50.000.000. Das einzige civili sirte Land, in welchem die verheirateten Frauen ihren eigenen Familien namen fortführen, ist Portugal.

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Alexander von Lervien in dc Aüzcn seines Le..r?rs. Herr Albert Malet, Professor am Lycee Voltair; in Paris, weilte im Jahre 159394 auf Wunsch der serbischen Regierung als Geschichtslehrer des Königs Alexander in Belgrad. Ein Mitarbeiter des Temps" suchte ihn auf und fragte ihn, was er zu der Ermordung seines ehemaligenSchülers sage. Die gräßliche Blutthat." erwidertc Herr Malet, erscheint mir immer noch ganz unfaßbar. Das serbische Volk, das ich sehr genau kenne, ist kein orientalisches Volk; es ist ein sanftmüthiger und seit langer Zeit civilinrtcr Menschenschlag. Ich empfand einst für diesen königlichen Knaben eine ganz besondcre Zuneigung, vor Allem weil ich in einer kritischen Epoche seines Lebens mit ihm in Berührung stand. Es war in dem Augenblick, wo zwischen dem König Milan und der Königin Nathalie ernste Zwistigkeiten entstanden waren. Der junge Mann sah sich verlassen wie ein Waisenkind, und seine zarte und empfindsame Natur litt sehr darunter. Später stand er unter dem unheilvollen Einflüsse seines Vaters, der den Grundsatz hatte: Divide et impera". Des jurgen Königs Unglück war, daß er der inneren Politik viel zu viel Zeit widmete. Trotzdem aber und das kann nicht oft genug gesagt werden war er ein sehr guter ÄZcnsch. Er besaß Geist und gcsunden Menschenverstand. Mir fällt da ein Vorfall ein. der Ihnen sowohl einen seiner Hauptfehler wie eino seiner Haupttugenden zeigen wird. In Serbien kommt es manchmal vor. daß die Studenten, die gewöhnlich arm sind, während gewisser Stunden des Tages in vornehmen Häusern als Bediente thätig sind, um sich etwas Geld zu vcrdienen. Einer der Minister des Königs war einst in dieser Lage gewesen. Eines Tages sprach der König Alexander von diesem Minister in ?inem geringschätzigen Tone. Er ist Bedienter gewesen." sagte er zu mir. Ich sah ihm scharf in's Gesicht und sagte dann: Dieser Vorwurf setzt mich in Erstaunen. In Frankreich würde man einen Mann, der, nachdem er arm gewesen ist, sich zu einer ehrenvollen Stellung aufschwingt, nicht tadeln. Und doch könnte man in Frankreich sich damit entschuldigen, daß man einen uralten Adel habe. Hier aker stammen die Leute, die solche Vorwürfe machen, von einem Vorfahr ab, der bestenfalls Schweinehirt gewesen ist." (Ich spielte auf Milosch, den Gründer der Dynastie. an. der thatsächlich Hirte gewesen ist.) Der König reichte mir sofort die Hand und saate beschämt: Sie haben recht." Professor Malet sprach dann von der Partei der Karageorgewitsch (die schwarzen George"): Diese Partei," sagte er, bilden nur eine Handvoll Menschen, und es ist mir unmöglich, mir das vorzustellen, was jetzt unter ihrer Regierung passiren wird. Vor nicht langer Zeit unterhielt ich mich mit einer der hervorragendsten politischen Persönlichkeiten Serbiens, und ich fragte sie, was sie von den Chancen cines Putschversuches der Kara-George halte. Der König," erwiderte mir der Serbe, hatte unrecht, als er die Verfassung revidirte; aber die beiden Dynastien sind einander werth, und da behalten wir doch lieber die alte." Cine sonderbare älsckiung. sollte in Kamenez-Podolsk vorgenommen werden, wurde aber im letzten Augenblick von der Polizei glücklick verhindert. Ein russischer Artist hatte in irgend einem kleinen Städtchen Oesterichs einen Lsterrei,ischen Geiger Namens Franz Wister kennen gelernt, der eine auffallende Aehnlichkeit mit Jan Kubelik besaß. Auf diese Aehnlichkeit bare der schlaue Russe seinen Plan, als er Frani Wister auf Grund der ihm vorgelegten Kritiken zu einer Tournee durchRußland engagirte. Das erste Konzert sollte in der kleinen, aber überaus malerischen und alterthümlichen Stadt Kamenez-Podolsk stattfinden. Alles schien nach Wunsch zu gehen, denn die Billetts zu dem Abend waren, wie der Impresario. SemanqoJgssinski. versichern konnte, in wenigen Stunden ausverkauft, bis dem überglücklichen Franz Wister das KonzertProgramm in die Hände fiel, und er zu seinem Staunen sah. daß er als Jan Kubelik vor das Publikum treten sollte. Mit dieser Fälschung erklärte sich der Geiger zum Entsetzen des Uttternehmers nicht einverstanden, der die Behauptung aufstellte, daß kein Mensch in Kamenez-Podolsk die Fälschung merken würde. Franz Wister ließ die Polizei holen und erstattete ihr Anzeiae worauf diese eine Rückzahlung der verkauften Eintrittskarten anordncte. an deren Verkaufssumme jedoch 40 Rubel fehlten, die Wister aus eigener Tasche ersetzte und damit sein Letztes hergab. Im fremden Lande, der Sprache unkundig, versuchte er, als herumziehender Musikant sich seinen Unterhalt zu verdienen, und langte halbverhungert in Odessa an. wo sich seiner gute Menschen annahmen uud für die Rückfahrt in seine Heimaih Sorge trugen. In Dürkheim versuchte in einem Anfalle von Geistesstörung die Wittwe des Winzers Lorenz Walther ihre beiden 13 und 17 Jahre alten Söhne 'zu ermorden, indem sie ihnen im Schlaf mit einem Rasisrmesscr den Hals abzuschneiden suchte. Die Verletzungen sind nicht lebensgefäh:lich. Die Frau ertränkte sich hierauf in der Pfuhlgrube.