Indiana Tribüne, Volume 26, Number 276, Indianapolis, Marion County, 14 July 1903 — Page 7

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L X i x Jndiana Tribüne, 1. Juli 1903.

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Line vom Brett'1.

Noman von H e i tt r i ch- L e e. (Fortsetzung) Eines Abends saß Dolf im Garten der GoncotbtV, des großen europäischen Clubs. Zum ersten Mal kam er hierher: an kleinen, eisernen Tischchen saßen Damen und Herren, tranken Erfrischungen oder promenirten in den Gängen herum, und dazu ließ eine Militärkapelle ihre schmetternden Weisen erschallen. Dann spielte sie ein holländisches Volkslied, und in Dolf's Herzen zog eine Sehnsucht herauf, die Sehnsucht nach seine? Heimath. Jetzt kam wieder bald der Frühling nach Europa. Tann wurden in der Heirnath die Strohdecken von den braunen Feldern genommen; Hyacinthen, Tulpen und Narzissen blühten, daß ganze Meilen weit die Felder davon leuchteien und der Wohlgeruch hinzog; alle Grachten und Ufer waren von dem blühenden Zauber, derln die Stadt gefahren kam, bedeckt. Das war die Heimath! Ich will mit dem nächsten Schiff nach Hause reisen," sagte Dolf am nächsten Morgen im Comptoir zu Härmen Langhuysen. Wenn Sie noch vier Wochen warten," erwiderteLanghuysen, bann können wir zusammen reisen." Mit Langhuysen zusammen reisen! Das eben wollte Dolf nicht. Ein paar Tage später bestieg er das Schiff, das ihn nach Europa zurückbrachte. Er war wieder in Amsterdam. Noch immer saß er brütend auf seinem Stuhl. Trude! Seine Gedanken konnten sich loieder nicht losmachen von ihr. Einem anderen hatte sie sich vermählt. Wenn er daran dachte, wie sie damals cm Abschiedsabend an seiner Brust gelegen, ihn umklammernd, als sollte sie keine Macht der Erde mchr von ihn: reißen wie war es nur möglich gewesen, daß sie ihn so schnell vergessen hatte um eines anderen willen! Er lachte bitter vor sich hin. Hatte er sich nicht ganz dieselbe Frag? schon einmal in seinem Leben vorzulegen gehabt? Und doch es war ein Unterschied. Jenes Geschöpf, an dem er nichts verloren hatte und Trude! Selbst wenn er annahm, daß sie von ihren Verwandten zu dieser Heirath gezwungen worden war, warum hatte sie dann seine Briefe stets unbeantwortet gelassen, ihm nicht eine Zeile geschrieben, eine einzige, einen Aufschrei ihrer Angst und Noth an ihn gelangen lassen? Es war längst dunkel geworden, und die finstere Wand, die im Westen gestanden und nicht hatte weichen, wollen, war mit der allgemeinen Dunkelheit nun zusammenverschmolzen. Noch immer saß Dolf in dumpfem Brüten da. Hinter ihm erhob sich us den grünen Gebüschen ein schattenhafter, luftiger Holzbau, und darüber brannke in gelben Ga-flämmchen ein Lichtbild: Casino de Venise". Tann und wann hielt vo? dem durch ein besonderes Pflaster gekennzeichneten Pfad, der quer über den großen Promenadenweg, zuletzt durch das Eebüsch hinüber nach dem Theaterchen führte, ein Wagen, um noch verspätet Besucher zu bringen, denn die Dorsiellung hatte bei der vorgerückten Stunde wohl längst begonnen. Wieder hielt ein solches Gejährt jetzt, und heraus stieg ein eleganter, aristokratisch aussehender, älterer Herr, der einer juncen Dame, die neben ihm gesessen hatte, jetzt die Hand reichte. An der Bordschwelle des kleinen, gepflasterten Vsa-d-es erhoben sich Zwei höh: Candelaber, die mit ihren bläulichen Glühlichtlu$tln einen taghellen Schein über das Paar warfen, so daß man ganz deutlich auch die beiden Gesichter erkennen konnte. Dann reich': der Herr der jungen Dame gravitätisch den Arm, und beide verloren sich in der Richtung auf das zu beiden Säten des Pfades icfi theilende Gebüsch zu nach dem Tbeater. Dolf war aufaesvrunaen. Erst starrte er bewegungslos dem Paare, das sich nach niemandem umsah, nach. Als er ihnen beiden aber, von einer stürmischen Gewalt ergriffen, folgen wollte, war es zu spät. Sie waren verschwunden. Doch sie konnten nur in das Theater hineingegangen sein. Vielleicht hatte ihn auch nur ein Ähnlichkeit getäuscht. Wenigstens wollte er sich davon überzeugen. Er trat an die Kasse. Zauste sich ein Billet und befand sich einige Minuten später in dem dichtgefüllten Zuschauerraum. Jedoch veraeblich, daß er seine Blicke riack allen Seiten schweifen ließ, bis in die entferntesten Logenwinkel nichts war von den Beiden zu leyen. w.o l&llt iSn ein Svuk aefoppt. Aber vielleicht verspäteten sie sich nr. Er wollte warten wenn vp aucy exe Vorgänge auf der Bühm nicht interessirten. .Jetzt kommt sie." sagte jemand te der Loge, in deren nächster Nähe er saß und die nur von Herren gefüllt war. Es ging sehr geräuschvoll und lustig in dieser Loge zu. Auch hatten einige Herren stark gerathete Gesichter, wie vom Weingenuß. Ihre ganze Aufmerksamkeit. der ganze Zweck ihres Hierseins schien der kommenden Numrner zu elten.

Rennt denn jemand diesen Herrn Onkel?" horte Dolf, während seine Pulse hämmerten, eine andere Stimme aus 'der Loge fragen. Die Logenin fassen sprachen so ungenirt und so unbekümmert um das andere Publikum in ihrer Nähe, daß Dolf sie auch gegen seinen THl'n fiör?n lind n?rftEn mußte. Bei dem Worte ..Onkel" zuckte er zusammen. Ich habe das Vergnügen," erwiderte eine dritte Stimme auf die letzte Frage sonst sitzt er jeden Abend drüben in der Orchesterloge. Ein richtiger Sauerkrautesser nur daß er gern den Pariser herausbeißen möchte. Ich wundere mich, wo er bleibt. Vielleicht, daß er sich gerade heute in einem gewissen ahnungsvollen VorgesÄhl von seinem Küchlein nicht zu trennen vermag." Ein geräuschvolles Gelächter aus der Loge folgte diesen spottenden Worten und Dolf, den es bei dem Worte Sauerkrautesser" von neuem durchfuhr, denn er wußte wohl, daß es bet

den Franzosen ein Spitzname sur die Deutschen war. dielt iefet leine Auaen mit starrem Ausdruck auf die von den Herren bezeichnete gegenüberliegende Orchesterloge gerichtet. .Da kommt er eben! Da sitzt er!" l'en na vieieive glimme weller vernehmen, die zuletzt gesprochen hatte. Nein, es war keine Täuschung mehr. Dolf erkannte ihn jetzt ganz deutlich den Onkel Malthus, nur daß er in seinem Aeußern, in seinem ganzen Austreten etwas anderes als sruyer hatte. Jetzt bückte er sich, indem er sich mit großer Ostentation auf seinen Stubl niederließ und leine Zsraclichone dabei au-:inandcrbrei!e!e denn auch den ??rack hatte er an, genau so, wie andere vornehme Pariser, sogar ein Monocle im Auge und dann sah er mit großer Seldstzusriedenheit von seinem erhöhten, abgesonderten Platz? in's Publikum hinein, mit einem Ausdruck, als seien diese Leute nur lernet wegen da. Dann ging der Vorhang aus. Dolf börte mcht mehr, was rn der Loae neben ihm gesprochen wurde. Er hatte seine Sinne nur ncch für die Gestalt. die da oben aus die Äretter g:treten war. Da stand sie in einem weinen Kleide einen Kranz im Haar. Wo kam sie her und wie kam ye hierher? Und tausend fremde Blicke waren auf sie gerichtet. Sie gab sich ihnen preis. Ein Lächeln schwebte über ihr Gesicht. Aber warum war es so wenig fröhlich so leer, so gequält, 0 müde? Und sie sana. Deutsche Laute waren es, die von ihren Lippen kamen deutsche Lieder. Jedes Wort verstand er. Sie hat mir Treu' versprochen, - Gab mir ein'n Ning dabei. Sie hat die Treu' gebrochen. Das Ringlein sprang entzwei.So sang sie und dann: Stirbt Blum' und Hoffnung gleich, Wir sind an Liebe reich, Denn die stirbt nie bei mir -Das glaube mir." Vielleicht, daß er der einzige imici all' den Menschen hier war. der diese Worte verstand. Gewiß, er träumte das alles nur aber sie sang und sprach diese Worte nur zu ihm allein und nur zu ihm unter allen diesen Hunderten von fremden Menschen; nur deshalb stand sie dort oben, hier in dem Lande, das ihnen beiden fremd war. um sie ihm zuzurufen, zuzuschreien aus wunder Seele, weil sie ausgezogen war. hin durch alle Welt, um ihn zu suchen. Und sah er nun nicht wirklich ihre dunklen Augen von dort oben txixah aus sich gerichtet immer langer, fester, starrer? Und ihre Stimme fing an zu zittern, und ihre Wangen wurden blaß. Wie eine rage lag es in ibrem Blick: Bist Tu es. oder bist Du es nicht? Sprich! Um Gottes willen!" Es Zixl ihn von seinem Sitze auf. und nun hörte das Publikum, das über die plötzliche Veränderung, mt mit rer kleinen deutschen Ehanteuse da obcn vorging, bereits in Unruhe gerathen war, einen lauten Aufschrei durch den Raum ertönen: Trude!" Die kleine Deutsche sang nicht wei ter. Mit beiden Armen tastete sie schwankend hoch in die Luft, als wollte sie sich dort an etwas festhalten, vann brach sie zusammen . . . Die Ohnmächtige war. während sich das Publikum über den sensationellen Zwlschenfall noch immer in der gron ten Aufregung befand, in ihre Gar derobe geschafft worden. Arzt, Gar derobentrau und das aaiue zusammen erlaufene weibliche Künstlerpersonal waren um sie beschäftigt. Dazwischen n der Werwirruna borte man die frei schende Stimme des Directors, der nach dem Urheber des Skandals ichrte, und den Angstrus, der von einem tut setzten, älteren, eleganten Herrn kam, welcher sich an das Lager, auf das man die Bewußtlose gebettet hatte, dräute und ihr fast unter Thränen die zätt lirtften Mmeichelworte in's Ohr rief. die aber, weil sie putsch lauteten, ntemand von den UilTedenden der tano, bis der Arzt ihn endlich, um sich Platz zu verschaffen, auf energische Weise zurückwies. Mit einer Scheere, die der jurrge Mediciner bei sich hatte, schnitt er oben in Stück des Kleides auf. daS die

zarte, bleiche, hingebettete Gestalt duf-

tig umschloß. Dava kam ein Gegenstand zum Vorschein, den die Daliegende unter der Gewandung an einem grünseidenen Faden um den Hals trug es war ein goldener Fingerring mit einem Saphir! Trude!" klang es bei dem Anblick dieses einfachen Juwels in unterdrückten Lauten von der weit offenstehenden Thür her, und ehe es sich jemand versehen konnte, denn der Arzt war zur Seite getreten, um eine Flasche Eau de Cologne in Empfang zu nehmen, die er befohlen hatte war an dem Lager der Obnmäcktiaen ein iunaer Mann Niedergestürzt und blieb nun aus den Knieen vor ihr liegen. Niemand wußte, wie er hergekommen war. Vielleicht wußte er es selbst nicht. Aber ob ihn auch einige sofort als den Urheber des ganzen Zwischenfalls erkannten, schon allein an diesem Namen, den er wieder ausgerufen hatte ob auch der Arzt, iekt eifria unterstützt von dem bereits erwähnten eleganten, älteren Herrn, ihn zuruckreitzen wollte allein der Klana feiner Stimme, mit Ux er jenen Namen ausgestoßen hatte. schien aus die Ohnmächtige wie ein Zauber zu wirken. . cip irnnrn Dte irnaen aus. ne latz den Knicenden vor sich, sie fühlte seine Hände, die sich um die ihrigen preßten, sie hörte sein Stammeln. Saa. dan es eine Luae war: Saa'. dak Tu keinem anderen angehörst! Sag', daß Du mich noch liebst!" Und nun sah er, wie sich ein Strahl seliger Freude über ihr Gesicht ergoß, wie sich verlangend ihre Hand nach ihm streckte mehr brauchte er nicyt. ..Trude! Theure, geliedte ruoe: Zerzeih!" . An demselben Abend fand sich in den fashionablen Räumen des Caf6 Anglais eine sehr aufgeräumte, lustige Herrengesellschaft zusammen. Rektor batte seine Wette verloren wenn es auch nur ein unvorhergesehener Zufall war, der ihn zum Verlieren derselben gebracht. Aber als man sich letzt nach ihm umsah, war er verschwunden. Wo war er hin? Am Büffet erfuhr man nur so viel über ihn. dan er dort Auftrag aegeben hatte, ihm die Rechnung über das Souper morgen in seine Wohnung zu schicken. Das Wetter war losaebrocheu, mit Tonner und Blitz und eir.em Regcnguß, daß es wie Hagelkörner an die wohlverwahrten Scheiben des molligen Restaurants schlug. Niemand natürlich konnte ahnen, daß der Vermißte um diese Zeit, über seinem ??rack den Ueberzieher mit hochgeschlagenem Kragen, einsam über die Boulevards spazierte. Das Wetter that ihm wohl, mochte es ihm auch die Kleider verderben und obendrein noch eine kleine Erkältung bringen. Niemand von den Zurückgebliebenen wußte auch, wie aern er. nachdem ihn iener Zwischenfall im Theater erst nüchtern gemacht hatte, seme Wette verlor und der Sturm, der ihm ietu m's Ge sicht schlug, verscheuchte die letzten von dem Champagner herbeigelockten Geister, die ihn noch einmal in Versuchung hatten führen wollen. Hätte er für sich selbst noch einer Prüfung hörnst, öd ec Tllln wirklich und wahrhaft liebte jetzt hatte er sie überstanden, und jetzt fühlte er auch mit einmal die Kraft, in Geduld die paar Wochen noch abzuwarten und dann ihrer Entscheidung zu harren. Und doch fiel ihm wieder, als er nun einen Fiaker anrief, um nach seiner Wohnung zu fahren sein dort belassener Kammerdiener hatte ein- für allemal den Befehl, sie beständig in Zedem Augenblick für ihn in Bereitschaft zu halten diese kleine deutsche Säncerin ein. Sie hatte für ihn ein Geheimniß an sich sie hatte etwas, worin sie der Geliebten glich. Schon deshalb hätte er seine Wette mit ihr nicht gewinnen mögen, schon deshalb dankte er diesem noch unaufgeklärten Zwischenfall, der ihn noch rechtzeitig und glücklich davon zurückgehalten hatte. Die alte Hänsle wußte nicht, ob sie sich über die allerneueste Veränderung, die sich mit ihrem jungen Herrn, seitdem er von seiner Reise zurückgekehrt war, vollzogen hatte, freuen sollte oder nicht. Hier, Hanske." hatte er vollFreundlichkeit zu ihr nach seiner gestrigen Ankunft gesagt hier bringe ich Ihnen auch etwas von Paris mit." Ach. Tu lieber Gott! Was der junge Herr ihr mitgebracht hatte und Hanske mußte lachen das war eine kostbare seidene Blouse, wie sie in Amsterdam nicht einmal von den vornehmsten Damen getragen wurde. Nicht für die junge Frau Königin wäre so eine Blouse zu schade gewesen. Was sie wohl anfangen sollte mit der Kostbarkeit! In die Truhe packen und sür ihre Erben aufheben? Da bekam die Seide allerhandNisse und Sprünge. Aber es war doch ein gutes Zeichen, daß der junge Herr an die alte Hanske gedacht hatte ein Zeichen, daß er vielleicht wieder munter und fröhlich werden würde, wie einst ach wie lange war das her! Und sah nun Hanske ihr Hoffen nicht an ihm erfüllt? Sein Gesicht glänzte ja in manchen Augenblicken förmlich- von einem geheimnißvollen, neuen Glück, das er ge funden haben mußte dort in dem französischen Lande. Manchmal aber

verfinsterte es sich auch wieder, und wenn die Hausglocke klang, zuckte er zusammen. Hanske." sprach er dann zu ihr sehen Sie nach, ob es Härmen Langhuysen ist." Aber es war nicht Härmen Langhuysen, obwohl das Schisf. mit dem er kommen wollte, schon gestern hätte eintreffen sollen. Wer die Glocke zog, war nur der Fleischer oder der Lumpenmann, der in früher Morgenstunde mit seiner Klapper durch die Straßen zog, oder jemand, der in's Comptoir kam. Bis wieder einmal die Glocke klang und diesmal sah Hanske, weil sie gerade beim Fensterputzen war, wirklich Härmen Langhuysen unten vor der grünen Thür auf der von einem eisernen Geländer umgebenen Steinplatte stehen, zu der von der Straße aus fünf Treppenstufen führten. Den jungen Herrn brauchte sie nicht erst zu rufen er war schon un7en Im Comptoir. Jetzt wurde dte Thür geöffnet, und Härmen Langhuysen trat in's Haus. Alles im Comptoir erhob sich bei seinem Erscheinen von den Pulten, die beiden ältesten Buchhalter traten auf ihn zu und begrüßten sich mit ihm, d!e Thür zum Privatcomptoir ging auf, und auf der Schwelle stand der junge Chef. Dolf hatte sich auf den Ankömmling stürzen wollen, aber wie eine Bildsäule von Erz stand der vor ihm da, so fest, so ruhig. Und doch war es, als verstünde er die Blitze, die ihm aus den Augen des jungen Herren entgegenfunkelten. Langhuysen, kommen Sie herein!" sagte Dolf. Gelassenen Schrittes folgte ihm der alte Diener des Hauses. Dann schloß sich hinter den Beiden die Thür. Mit seiner ganzen Ruhe blieb der Vronzefarbene, da ihn sein Herr nicht zum Sitzen einlud, an dem schweren, alten, großen Mahagoni-Schreibtisch mit den Messingbeschlägen, der nun schon seit über hundert Jahren an dieser Stelle wurzelte, stehen. Und ruhig wartete er ab, bis Dolf, der bleich, mit hochathmender Brust und einer Miene, als wollte er sich hier von Neuem auf ihn, den Räuber und Vernichter seines Glückes, stürzen, vor ihm auf und ab ging das Wort an ihn richten würde. Auge in Auge stand er endlich vor ihm still. Langhuysen," begann er haben Sie mir etwas zu gestehen? Ich meine nichts, was dir Firma betrifft, ich meine etwas anderes. Haben Sie mir etwas zu gestehen?" Ja," kam es klar und furchtlos aus dem Munde des anderen. (Schluß folgt.)

Allerlei für's rni3. Kaffee und Thee müssen stets mit frischem Wasser, welches sprudelnd kocht, aufgegossen werden; cbgestandencs, schon einmal erhitztes Wasser sollte man nie dazu benutzen. Auch muß das Getränk stets kurz vor dem Gebrauch aufgegossen werden. Um ObstfleckeanMessern zu entfernen, taucht man einen Wollenlappen in feine Kohlenasche und reibt hiermit die Klingen tüchtig ab. Dann spült man die Messer in warmem Wasser, bestreicht sie mit Oel und reibt sie mit einem weichen Tuch, bis sie trocken und blank sind. er ackwerken' darf man niemals das Garwerden im Herde durch Abkühlen stören, Herd- und Bratofenthür sind nur, wenn nothwendig, zu öffnen. Die richtige Hitze ist vorher zu prüfen. Kleine Kuchen brauchen weniger Hitze. Zu backende Mehlspeisen stellt man am besten in ein Gefäß mit kochendem Wasser; dadurch backen sie gleichmäßig und steigen nicht allzu schnell, wodurch das Zusammenfallen, wenn sie aus dem Ofen kommcn, verhütet wird. Schwarzes Messing wird vielfach zu optischen und anderen Instrumenten verwendet. Um es herzustellen, hält man den Gegenstand mit einer eisernen Stange fest und bestreicht ihn mittelst eines Röllchens Fließpapier mit rauchender oder selbst rother Salpetersäure und erhitzt ihn dann (etwa über einer Spirituslampe), bis der Ueberzug ganz schwarz erscheint, bläst das lockere Pulver ab und reibt die Fläche, noch warm, mit einem mit Wachs bestrichenen weichen FließPapier und hierauf kräftig mit Wollentuch ab. Die Fläche ist tiesschwarz mit schwachem Glänze. Ä!aiblumcnkeime in der C i g a r r e n k i st e. Man füllt ein leeres Kistchen mit Moos und setzt darin kräftige Keime dicht zusammen. Es gehen etwa 25s-30 Stück hinein. Die Spitzen sollen bis zum Rand des Kistchens reichen, darüber deckt man eine Lage Moos. Nun stellt man das Kistchen auf einen umgekehrten Teller auf den Ofen und bespritzt die Keime taglich drei- bis viermal mit warmem Wasser, indem man die Moosdecke abhebt. Soll das Kästchen einen Schmuck haben, so kann man es mit grünem, gelbem oder blauem Papier bekleben, so daß der obere Rand eine Spitzenborde zeigt. Treiben die Maiblumen, so wird die Moosdecke dünner gehalten. damit die Spitzen durch das Moos wachsen. Sobald die Glocken der Blumen entwickelt sind, muß man sie an das Zimmerfenster oder in die Glashalle stellen.

Lackschuhe werden ambe-

sten aufbewahrt, indem sie inwendig mit Papier oder einem Stiefelholz ausgefüllt, in Seidenpapier oder weiches Tuch eingeschlagen und an mäßig warmen Orten aufbewahrt werden. Nach dem Gebrauch sind sie mit einem weichen Stoffe vorsichtig abzureiben; wenn sie naß geworden sind.in mäßige Temperatur zu bringen und langsam trocknen zu lassen. Ein Abreiben mit Milch bewährt sich gut und erhält den Glanz. Die Schule in der sranzofischen Stadt Eton war vor einiget Zeit der Schauplatz eines verhängnißvollen Brandes, dem zwei Schüler zum Opfer fielen. Jetzt ist ein 17jähriger Schüler entlassen worden, weil er in der Nacht vom 11. zum 12. Juni versucht hatte, in einem anderen Theile der Schule Brand zu stiften. Der jugendliche Brandstifter lag früher in dem abgebrannten Theile der Schule, so daß der Verdacht naheliegt, daß er auch damals den verhängnißvollen Brand veranlaßte. Die ärztliche Untersuchung des bei der That Beobachteten ergab, daß der junge Mann wahrscheinlich Nachtwandler ist, und daß man seinerBersicherung, er wisse nichts von seinem Verhalten während der Nacht, Glauben beimessen kann. Am Berliner Seminar für orientalischeSprachen wird am 15. October ein Kursus zur Ausbildung von Reichs - Post- und TelegraphenBeamten im praktischen Gebrauche der russischen Sprache eröffnet werden. Der Kursus wird Ende Juli 1904 geschlössen. Geeignete Beamte sollen auf Kosten der Postkasse an dem Kursus theilnehmen. Zu diesem Zwecke werden sie vom Post- und Telegraphendienste während der Dauer des Kursus befreit werden, auch wird ihnen ihr Diensteinkommen belassen. Besondere Zuschüsse erhalten die Beamten dagcgen nicht. Die ausgebildeten Beamten sollen später nöthigenfalls zeitweise an solchen Orten verwendet werden, fü: welche die Beherrschung der russischen Sprache erwünscht ist. Mt t. 1 t . 4 ! a y r e n o eines llNizugs tschechischer Vereine in Prag wurden kürzlich vier gegenwärtig in Böhmen weilende deutsche Burschenschafter, darunter zwei Mitglieder der Vreslauer Burschenschaft der Raczeks, von Tschechen angegriffen und mit Stöcken geschlagen. Vor dem deutschen Kasino machte dann der Zug Halt,, und die Musikkapellen mußten hier abwechselnd das tschechische Kampflied und die tschechischeNationalHymne spielen. Eine entsetzliche Blutthat ist im Ruhrrevier verübt worden. In der Ortschaft Buschhausen gerieth ein Bergmann mit den Eltern seiner Braut in Streit, die ihm die Einwilligung zur Ehe mit dem Mädchen nicht ertheilen wollten. Sinnlos vor Wuth zog der abgewiesene Freier einen Revolver hervor, erschoß seine Braut und deren Vater und verletzte die Mutter schwer; die Polizei verhafttie oen Rasenden. Ein Niesenschiff läßt gegenwärtig die Hamburg - Amerikanische Packetfahrt - Aktiengesellschaft auf einer Werft zu Belfast bauen. Das neue Fahrzeug, ein DoppelschraubenKämpfer, wird nicht nur die unter deutscher Flagge segelnden Kolosse, sondern auch den bekannten englischen Dampfer Eedric" von der White Star-Line an Größe um vieles übertreffen. Es soll 630 Fuß lang wct den, eine größte Breite von 74 Fuß und eine Tiefe von 44 Fuß 6 Zoll erkalten. Ueber einen bedauerlichenJagdunfallin Westpreußen werden jetzt folgende Einzelheiten gemeldet. Der Hauptmann Leopold Weste vom Stäbe des FeldartllleneRegiments No. 72 in Danzig fuhr in die Oberförstern Hammerstein auf Rehbockbirsche. Er verließ im Walde seinen Krümperwagen und ging in einen Waldweg hinein. In einer Entfernung von etwa 120 Schritt bog er seitwärts, bückte sich, und ein Schuß ging los. Der Kanonier, der den Wagen führte, glaubte, daß der Hauptmann einen Rehbock erblickt und geschössen habe. Erst nach anderthalb Stunden wurde er ängstlich; er ging nach der Stelle, wo der Schuß gefallen war, und fand hier den Hauptmann als Leiche. Der Officier war jedenfalls gestrauchelt, dabei hatte sich wohl sein Gewehr entladen, und ein Schuß war dem unglücklichen Jäger durch Lunge und Herz gegangen. Gegen einen Berliner Schauspieler, Oskar v. Fielitz vom Karl Weiß - Theater, schwebt ein Prozeß wegen einer Majestätsbeleidigung, die er, einer Denunciation zufolge, in Amsterdam begangen haben soll. Jnkriminirt werden einige Lieder, die Fielitz in einem Amsterdamer Cafe chantant", als er dort engagirt war, gesungen hat. Im December vorigen Jahres hat Fielitz diese Lieder vorgetragen; seit April d. I. befindet er sich in Berlin in Untersuchungshaft, d vermuthlich noch geraume Zeit dauern wird, weil das zur Begründung der Anklage nöthige Aktenmaterial aus Holland herbeigeschafft werden muß. Einige Amsterdamer Theaterkritiker, die den Fielitz'fchen Vorträgen beigewohnt haben, sendeten dem Berliner Gerichte eine Erklärung zu, in welcher sowohl die Absicht wie dieThatfache einer Beleidigung des deutschen Kaisers in Abrede stellt wird.

Feuer -Signale.

i Pennsylv und Market 5 ?glish' Opn-Hau5 6 Eastund N-w Dork 7 Noble und Nichigan 5 N. Jerjey u. Msff Ab i Pine und North 10 Market und Pine 11 Vermont nah Last 12 Ng. S Spritzenhaus Mass. Ave nahe Noble !3 TttZwareund Wainut 11 N. Jersey u Central A. 15 Mass, und CorneL Lv 6 Ash m d II. Strabe '.7 Park Ave und 12 Ctr .3 Columbia undHillftd 19 High land Ave u. Pratt il JUinoiS und Ct. Jo 25 Pennsylv. und Pratt Meridian und 11. Srr 2S No.s Spritzenhaus 15. nahe JllinvlS :s Senate Ave .StCla 27 Iliix.oiZ und Mchigan Pesylvania und 14. i Senate Ave. und 13. 11 No. 1 Spritzenhaus Jnd AvenaheMchigan 32 Meridian und Walnut U California u Vermont 25 831: und New York 16 Ind. Av. u. St. Cklt 37 City Hospital 58 Blake und Nqxw 39 Mchigan und!?neS U No. 6 Spritzenhaus Washington nahe West 12 Ssendorf u Wash. 43 Missouri u New York 15 Meridian u Wash li Jllmois und Ohio 47 Capitol Av. u Wash 43 Kmgan'S Porkhaus 19 Straßenbahn Ställe W. Washington Ctr 51 No. 10 Spritzenhaus Illinois u Merrill 52 Illinois u Louisiana 53 West und South 54 West und McCartv 56 Senate Ave. u Henry 57 Meridian und Ray 58 No. 4 Cpritzenhmui MadisonAv.uMor-.-iS 69 Madiion Av.u Tunlop 61 No 2 Haken Leiterhaus South nahe Delawar 2 Penn, u MerriU 53 Telaware u. McCarU, 4 Casl und McEarty 65 New Jersey u. Merrill 7 Birg. Av. u Bradsha 38 Last und Prospekt 69 Vickmg und High 71 No. 11 Spritzenhaus Lir Ave. nahe Huron 72 Last und Seorgia 73 Ceda und Elm 7 Davidson u Seorgia 75 Snglish Av.u Pine 7S Shclby und Bäte 7? No. 3 Spritzenhaus Prospekt nahe Shelby 7) gleicher Av. u Shelby ZI Market u. New Zersey 52 Telaware und Wash. 8Z East u Washington "4 New Jork u.Tavidsor ?5 Taubstummen Anstalt ZS Lcr. Staaten Arsenal 57 Qriental und Wash. ?S Frauen-Nesormat. n No. 13 Spritzenhaus Maryland nahe Wer. 2 Meridian u. Ecerqia. Z3 Meridian und South ? l Pennsylv u. Louisiana 35 Lirqini?. Ave u. Alav. Hauptquartier. 37 Grand Hotel. 93 Capital Ave und Ohl 23 Na. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. 124 Alabttma und 16. 125 Central Ave und lC 123 ?)ndeZ und 15. 127 Vrookside und Jupiter 123 Central Ave und 17. ?23 Dclaware und 19. 131 Alabama und 11. 132 Bellcsontaine und 24 College Av und 20. 135 Telaware und 13. 12S Alabama und North 137 Ncwmann und IS. 133 College Ul-e und 14. 13 Cornell Ave und 13. 141 AandeZ un'o IS. in Highland Ave und 10. 143 Tecumseh und 10. 145 New Jersey nd 22. 145 Alvcrd und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus Hillside Ave und 16. 143 College Ave und 22. H9 College Ave und 7. 152 Park Ave und 22. lö? .. E u. W Bahn d. 22. 154 Namsey Are und 10. 156 Stoughtonu Newman 157 AtlaS und Pike. 153 Bloyd und Pawpaw. 159 No. 21 Spritzenhaus Brightwood 162 Arden und Depot 163 Brightwood und 25. 164 Rural und Bloyd 165 St. Clair u. eystone 167 Arsenal Ave und 23. 163 Bellefontaine und 28. leg Park Are rrd ia, 12 Capital Av und 17. 213 Pennsylv. u. Michiz, 214 Illinois und 20. 215 Senate Att und 21. 216 Pennsv'.vania und 22. 217 Meridian und 16. 213 Capital Av und 26. 219 Broadway und IS. 231 JllinoiS und McLe, 234 No. 14 Spritzenhaus Senwood und ZI. 235 JllinoiS und 33. Annctta und SO. 237 No. . Spritzen? luk Ildell und Rac? 2ZS Udeil Ladd Wor 229 Jsabel und 27. 241 Meridian und 24. 242 JllinoiS St.CI.rx, 243 Eldridge und 23. 312 West uud Walrnti 313 West und 12. 814 Howard und 1s. 515 Torbet und Pa 516 Capital Ave und XI. 317 Northwestern Aveu 313 Cent und 13. 319 Canal und 10. 324 Cerealine WorkS 324 Vermont und Lyna 325 BismarckuSrandvie 326 No. 29 Spritzenhaus Haughvllle. 327 Michigan u. Holmes, 523 Michig u. Concord 341 West und McJntyr 412 Missouri u. Maryland 413 Missouri und khio 415 Capital Ave seorgia 416 Misiourt u Kentucky Z. 417 Senate Ave u. Wash. 421 P und E NrntfcuJ 33. Washington. 423 Jrren-Hosvital. 424 Mi.'-y Ave u.J 2)u8 425 Wash und Harris 426 No. 13 Cpritzenhaul W. Washington 427 Oliver und Birch 23 Oliver und Osgood 429 Nordyk und Dort 431 Hadl.'y Ave u. Morris 432 River Ave u. NorriZ 434 River Ave und Ray 435 Harding u. Big 4 9t 7 436 Harding und Olivci 437 No. 19 Spritzenhz Morris und harding, SHovstz !3ES3? 439 tocky 451 Reisn und 3210 452 Howard und L 453 Morris und Lapps 456 Lambert und Bekent 457 Nordyke Ave u. fcear o Works 612 West und Ray 613 Kenwky Lve u.V!n7L 614 Meridian und Morris 616 Illinois nn'c ansät 17 Morris und Takota 613 MorriS und Church 619 Capital A. u WcTarty 621 Mcndia und Palm 623 Pine un), Lord 624 Madlsor.Lveu tincolk 26 Meridian und Belt RR 627 Carlos und Nay 623 Meridian und Arizona 629 Meridian. Aeymond 631 Meridian u. McCarty 622 No. 17 Spritzenhaus MorriS nahe West 61 McKerna-.und Tough. 613 Last u. Lincoln 614 Gast und Beecher 613 Wright und Sander 17 McCarty und Beaty 513 New Jersey u S5k? Ave 71 Spruce und Prospekt 712 Cngllsh Are. u. Lauret 714 State Ave u. Belt N 715 Chelby uud Beccher 716 Ctate Ave und OranA 713 Orange und Laurel 713 Sheldy u. Getagt Lvt 721 Lcrington A. Lrnire 723 Fletchcr Ave u-Spruc, 724 State Ave u. Pleasan 725 Prospekt und lcasat 726 Orange und Hla? 728 Liberty und Mea 729 Nble und South Bit No. 15 Spritzenhaus Ost Washington fc'tt 813 Market und Noble 14 Ohio u. Highland Av 815 Michigan u. Highlant 816 Market u Arsenal Av, 817 Ost S. Clair und Union Bahn Scleise. bil Han Handle Shops 823 Vermont und Wakott 824 Wash. und State Atz. 825 Madden's kounge & 82 Tkn und Torsey 827 Wash. und VeviLe Av 829 No. 1 Spritzenhaus Beville nahe Michig 831 Southeastern HaCt Woodside. 83 Wash. und Tearbor? 834 Southeastern und Arsenal LveS. 835 New Dork und Tnnpk 12 Illinois undMaryl, 913 JllinoiS und Market. 914 Penn, und Wash. 915 Telaware nd atf Spezial Signale. Ersten 8 SchlZg, zweiter Alarm, Aweiten Schläge, dritter Alarm, Dritten 2 Schläge, vierter Alarm. 1-2-1, Feu aus und Schlauch aufgerollt. 3 SchlZg, Wasserdruck ab. 12 Schlage, 12 Uhr Mittags. Die Zo btzeichnetnl Signale werden nur dom Thun Wächter angegeben da an den betreffend Straß kreuzung kwe TlarmIZe? anaebracht find. und der große Nordwesten via )) f Bito.frMsP0utfcivmi P4iuw UlaLka-Sawail-Vbiliddioe Inseln. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. tW Bon der Monon 47. Str. Station, Chicago, indsnur Minuten mittelst elektrischer Gar na cd den Union Biehdofen Frndi LIck Springs, indem Orange County Hochland. ffamilien-Hote anter neuer Geschaft41eituna. Pluto, ZZroserxlne ind BowleS Quellen. Bestes , Mineralwasser der Seit. Zwei Züge täglich via Gree-.icaftle. Ticket-Ossteen : Union Station, Massachusetts Av nd 25 West Washington Strabe.L R.P.AIgeo. Distrikt Pass. Agent, Indianapolis. Ind. .HMcDoel, E.H.Stockwell, Präs. und Gen. Mgr. BettiebSleitkt Frank J.Reed. Vkn.Plki. Agent. 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