Indiana Tribüne, Volume 26, Number 274, Indianapolis, Marion County, 11 July 1903 — Page 4
4 .Indiana Tribüne, 11. Juli 1903.
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Iudiana Tribüne. HerauZzeAebea von der Suttnderg So. Indianapolis, Ind.
Harry O. ThudinA Präsident. GeschöftSlocal: No. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269. niered at the Post Office of Indianapolis as tecond dass matter. Treibholz. Driftwood", ba5 ist, wie nun aus den Vernehmungen der Budel-Sachver ständigen der Missourier Staatsgesetzgebung vor dem unermüdlichen Tistrikts-Anwalt Folk hervorgeht, der technische Ausdruck für Budel. Damit dem Budelwesen auch kein Element deZ Verbrecherwesens abgeht, hat es auch seine eigene Gaunersprache. Doch hö ren wir, was Senator Lancaster unter Eid aussagt : Das Budeln", erzählte Senator Lancaster, kam erst zu Anfang der neunziger Jahre in die Mode. Bis dahin war es in Jesserson City verhält nißmäßig ehrlich zugegangen. Als einmal mit der Annahme von Bestechungsgeldern der Anfang gemacht worden war, ward es von Jahr zu Jahr schlimmer, und während der letz ten Senatssitzung, der ich beiwohnte, im Jahre 1899 saßen unter 34 Staatssenatoren nicht weniger als 23 Vudler". Das Wort Budel" wurde damals wenig gebraucht. Die Herren nannten es Treibhoz" (driftwood). Jeder eingeweihte Senator wußte, was dieser Ausdruck bedeutete. Wenn die Sitzungen einmal allzu langweilig wurden und die Gelder nicht schnell genug einliefen, so wurde einer der Herren als Bote oder lAgent ausgewählt und beauftragt, an gewisse Leute die Botschaft zu senden, daß es bald Zeit sei, wieder etwas Treibholz" flußabwärts zu schicken. Dies genügte gewöhnlich und am nächsten Tage lief die Antwort ein : Der Fluß ist im Steigen. Das Treibholz kommt." Fanden sich'.keineKorporationen oder Politiker ein." erzählte Senator Lanca ster weiter, welche eineBill einzureichen hatten und Willens waren, Gelder für die Erreichung ihres Zweckes zu opfern, so wurde einfach eine sogenannte Sandbagging-Bill" eingereicht, d. h. eine Vorlage, welch: den Zweck hatte, reiche Korporationen oder Geschäftsleute einzuschüchtern und gehörig zu schröpfen. Häufig handelte es sich dabei um ganz absurde Vorlagen, die vermuthlich niemals angenommen worden wären. Die Budler aber erreichten gewöhnlich ihren Zweck. Die Leute, gegen welche die Bill gerichtet war. erschienen in Jefferson City und machten sich unverzüglich an's Abladen. Auf diese Weise wurden Brauer, Whiskeyhändler und besonders und geschröpft. Die Versicher-ungs-Gesellschasten wurden als das am leichtesten zu erlegende Wild" detrachtet. Man drohte, die VersicherungGesellschaften aus dem Staate vertreiben oder fernhalten zu wollen, und das Treibholz" kam. Im Durchschnitt verdiente ein solcher Budel-Senator, von denen es, wie gesagt, im Jahre 1897 nicht weniger als 23 gab, in einer Sitzung 81000 bis 85000. Die Schlaueren brachten es sogar bis auf 810,000 815,000. Sie schlugen eine bedeutendere Be stechungssumme'heraus, als sie ihren Genossen verriethen, behielten den Löwenantheil selbst und speisten ihre Helfershelfer mit unbedeutenderen Beträgen ab." Wenn man die Beschreibung dieser schauerlichen Zustände liest und bedenkt, mit welcher Unverschämtheit dieses Bestechungsparadies von Leuten, an deren Ehrenhaftigkeit kein Zweifel war, ausgenutzt wurde, da fühlt man einen gewissen Stolz darin, Bürger eines anderen Staates zu sein bis man auch die eidlichen Angaben des früheren Vice-Gouverneurs John A. Lee von Missouri hört und seine Briefe liest. In einem derselben bittet der Schreider um Zusendung von 815,000, um dieselben unter 19 Senatoren und 40 Repräsentanten vertheilen zu können. Die Namen der Betreffenden sollen in dem Briefe genannt sein. In demselden Schreiben soll auch gesagt sein, daß sowohl Republikaner wie Demokraten für Audelgelder Verständniß zeigen, nur daß die Demokraten etwas schwerer zu kaufen seien. t In einem weiteren nicht minder in
tereanten Schreiben soll folgender PassS Ersichtlich sein: Sorgen Sie dafür, daß die verschiedenen Trusts zu einer Campagne beisteuern. Ich bin Candidat für das Gcuverneursamt und es liegt im Interesse der Trusts, daß ich erwählt werde. Allerdings werde ich auf einem Anti-Trust Ticket laufen", doch brauchen die Herren dieferhalb nicht besorgt zu sein; etc." Dann aber macht Lee die folgende Angabe unter Eid, die auch auf unsere Legislatur Bzzug hat. Kelley (der Backpulvermann) ist ein vorschlagen und fähiger Lobbyist, vielleicht der fähigste und erfahrenste im ganzen Lande Er.macht kein Geheimniß aus seinen Budeleien und behauptet, die Legisla tuten von I n d i a n a, Kentucky, Missouri, Kansas, Texas, Arknsas, Minnesota. Ohio, New Jork und anderer Staaten korrumpirt zu haben." Wenn Staatsanwalt Folk aus Budleruntersuchungcn in anderen Staaten eine derartige Angabe über Budeleien in Missouri zu Ohren gekommen wären, dann hätte er keinen Augenblick ge zögert sich den Herrn Kelley etwas nä her zu besehen deshalb ist er eben Folk". Es dürfte vielleicht auch für
unsere Staatsanwaltschaft, wir haben ja eine, gerathen sein etwas Neugierde zu zeigen, ob der betreffende Herr Kelley auch in unserem Staatsgebäude gesehen wurde. Polizeiliches Allerlei. Kurz nach Mittag wurde vom Polizisten Cox ein sich S. I. Staple nennender Mann wegen Trunkenheit und böswilligen Eindringens verhaftet. Derselbe war um die Mittagsstunde in angeduseltem Zustande in's Bismarck Cafe" gekommen und hatte, als ihm weitere Getränke verweigert wurden, Radau geschlagen. Dann- war er gestürzt und hatte den mit werthvollen Spiegeln geschmückten Bar-Screen mit umgerissen und.'zertrümmert. Herr C. E. Off von No. 434 Ost Washington Str. benachrichtigte gestern die Polizei, daß 2 Knaben ein neues Seil von etwa 100 Fuß Länge in sein Geschäft gebracht hatten, um dasselbe zu verlausen, daß er sie jedoch auf später wiederbestellt habe. Die Radler Askin und Duncan verhafteten dann auch den 11-jähr. Geo. Baker und den 10 Jahre alten Roscoe Gray und ermittelten, daß die Bürschlein das Seil vom Ost Markte 'gestohlen hatten, wo die Brown-Ketcham Jron Works Co. gegenwärtig das Eismgestell für die neue Markthalle errichtet. Ferner fanden die Beamten im I. I. Vetter'schen Trödlergeschäfte noch 50 Fuß mehr gestohlenen Seiles. Der Neger Lawson Slaughter von der Nord Delaware Str., und der Schwiegersohn seiner zweiten Frau, Ben Thomas, wurden gestern Abend an Massachusetts Ave. und Ohio Str. von der Polizei wegenl thätlichen Angriffs, resv. Mordangriffs verhaftet. Beide waren aneinandergerathen, weil Thomas Slaughter's eigene Tochter beredet hatte, am letzten Sonntag mit zu einem Picnic zu gehen. Slaughter wurde bei der Prügelei von seinem StiefSchwiegersohn mit einem Hammer gegen den Kopf geschlagen. Seine ungefährliche Wunde wurde im Dispen sarium von Dr. Sheek geflickt. S1.25-Cincinnati u. zurück-81.25 via C. H. & D. Eisenbahn. Sonntag, den 12. Juli. Zwei spezielle Schnellzüge. Der erste fährt um 6:30 Morgens ab und fährt ohne Aufenthalt durch. Der zweite fährt um 7:15 Uhr Morgens ab und hält nur in Rushville, Connersville und Hamilton an ; Retourfahrt von Cincinnati um 6:20 Uhr Abends. Base-Ball Cincinnati vs. New York. Tickets und weitere Auskunft im Union Bahnhof und in der Ticket Ofsice 3 und 10 N. Jlls.Str. Claypool Hotel. R. P. Algeo, D. P. A. Nord Bttchigan Sommer Nesorts sind am besten mit den Pennsylvania Bahnen zu erreichen. Die Nordland Limited mit durchlaufenden Schlafwaggons verläßt In dianapolis täglich um 6.50 Uhr Abends über die Alte Bahn, via Richmond und G. R. & I. Die Fischer Linie". W. W. Richardson, D. P.A . Verbringen Sie ihre Ferien an der Secküste. Nundfahrt von Indianapolis kostet nur 815.00, via Pennsylvania, am 6. August, nach Atlantic City. Cape May, Anglesea, Avalon, Holly Beach, Ocean City, Sea Jsle City, Wildwood, .N. I. oder Rehoboth, Del. WeitereEinzelheiten durch W. W. Richardson. D. P. A.. PennsylvaniaVandalia Linie.
94 Grad im Schatten.
Der heißeste Tag diescs Sommers. Der gestrige Freitag hat soweit den Hitze-Record" gebrochen. Denn die Temperatur stellte sich gemäß den Mes sungen der Bund?swetterwarte wie folgt; ; 7 Vorm 78 8 79 9 ., 80 10 84 11 .. 87 12 Mittags 89 1 Nachm 90 o J 3 4 5 6 7 93 94 93 92 90 82 Allgemein wurde über die drückende Schwüle geklagt. Jedermann suchte Schatten und Abkühlung, und als ge gen 6 Uhr Abends etliche Regen tropfen fielen, herrschte allgemeiner Jubel. Derselbe war aber nur von kurzer Dauer; denn bald ward's wieder schwül. Für heute und morgen wer den uns Strichregen verheißen, doch ist zu bezweifeln, daß dieselben sich auf Geheiß einstellen werden. Von der Polizei wurde ein ver muthlich aus Louisville, Ky., stam mender junger Mann in Obhut ge nommen, resp, der Pflege der Dispen sariums-Aerzte anvertraut, der am Ver folgungswahn leidend auf der Straße aufgefunden ward und nach Ansicht der Aerzte durch einen Sonnenstich temporär um seine Geisteskräfte gebracht worden ist. Die Eisengießer der Home Stove Co." stellten ferner gestern anläßlich der Hitze ihre Arbeit ein. Grundeigenthums Uedertragungcn. William H. Nimai an Emma McElweeö Sub vom Außenlot 70. 82700. James Johnston an Sherman Marshall, Lot 63, McKernan & Pierces Sub. vom Außenlot 121. 81000. Chauncey L. Tumer an Charles R. Balke, Lot 52 und Theil von Lot 51, Morrisons 2. Add. 815,000. Sarah E.. Jaryen an Edwin G: Allen, Lot 30, Kenwood. 84000 'v1 ThoZ. H. Spann an Jas. McCabe, Theil von Lots 2 und 3, DeweyS Sub von Murphy u. A.'s Add. 84750. . John Bocth an Elizabeth I. George, Lot 12, Long & Harlans Pleasant Ave. Add. 81800. Henry.C. Dawson an Wm. D. Case Theil der Section 32, Townsyip 15, Range 4. 810.000. Connecticut Mutual Life Insurance Company an Frank D. Stainaker, Lot 123 und Theil von 124, Morrisons 3. Add. 85000. Anabel P. Kerney an Winifred B. Adams, Lot 52, Talbotts Addition, 85000. Itl Die Lebenszahigleit des Pabges ist wunderbar wenn man bedenkt, daß sie sogar die eines ZeitungLberichterstat. ters der seinen Tod einberichten will, überdauert. Da von verschiedener Seite behauptet wird, daß alle Nachrichten über das Befinden des Pabstes Enten sind, so liezt es nahe daß unser verblichener Kollege sich zu gütlich an dem schwer verdaulichen Geflügel ge than hatte und an verdorbenem Magen starb. Jetzt geht auch noch der Com mercial Club dem armen Bookwalter zu Leibe. Der Mayor kann es sich zur Ehre anrechnen, daß er sich gewisse Faktionen zu Feinden gemacht hat. Die amerikanische Presse scheint keine blasse Ahnung von dem Unterschied zwischen Socialdemokraten und Anarchisten zu haben. Es wäre wirklich an der Zeit, daß sie sich darüber informirt. Warum die Diplomaten der amerikanischen Tageszeitungen die Kischi neff-Petition und die MandschureiFrage durchaus in einem Topf kochen wollen, ist nicht ganz klar, aber der Amerikaner liebt einmal das Hash". Schließlich wird auch noch dehaup tet, daß die BungalooZ Socialisten sind. Die Idee wäre geradeso berechtigt wie die, daß die Socialisten den Rassenkrieg in Evanöville geschürt hätten. Die Schwarzen sind in erster Linie für den Haß verantwortlich, der jetzt überall zu Tage tritt.
Lllcdulcnplage.
Tltsan:e Naturerscheinung an den beiden Rivier. An der Ligurischen Küste in Italien hat sich unlanast eine wunderbare Na turerscheinung gezeigt. Das Meer war mit einer ungeheuren Masse von Meeresthieren bedeckt, die durch heftige ürnnce aus Ost-Sudost. die zwei Wo chen lang unaufhörlich geweht hatten, gegen die ötuste getrieben worden waren. Diese lebendige Fluthwclle bestand aus unzählicien Individuen der Gattung Velella," die zur Familie der Regelten) üjsinmm - Polypen gerechnet wird und in weiterem Sinne zu den Polyquallen oder Polypomedusen ae hört. Die Überschwemmung mit die sen Thieren erstreckte sich über die Rt viera di Vonente und die Niviera di Levante in so enormen Massen, daß in einigen Orten, wie in Pegn, Sturla, Sori u. a. die Ufer damit vollständig überdeckt waren, und für die Bewohner der Küste eine wahre Plage daraus entstand. li munte Sorae dafür aetra gen werden, die Quallen zu vernichten. weil ihre Rorper bald m Raulnrn über gingen und einen furchtbaren Geruch verbreiteten. Ganze Wagenladungen dieser Thier leichen. welche die Luft au verpesten- begonnen hatten, wurden im Sand vergraben. Die Reisenden m den längs der Riviera fahrenden Zügen sahen sich genöthigt, die Fenster der Wagen zu icrnienen, um dem entsek lichen Gestank zu entaehen. der vom Meeresufer herüberwehte. Nach der Untersuchung eines Zoologen waren die Polypen sämmtlich von der Aelella spirans ," die im Mittelmeer sehr verbreitet ist und gewöhnlich in großen Trupps zusammen angetroffen wird. Sie besteht aus einer flachen knorpligen Scheibe, die auf der Oberseite wie ein Segel einen senkrecht gestellten Kamm tragt, durch den sich das Thier vom Wind treiben läßt. In Folge dessen sammeln sich diese Quallen bei langanhaltendem warmem Seewind häufig am User, jedoch ist eine so kolossale und über eine weite Küstenstrecke Qusaebreitete Ueberschemmung, wie sie jetzt im Ligurischen Meerbusen eingetreten war, eine ziemlich seltene Erscheinung, deren ich oaar die natürlich auch an den bei den Rivieren vertretene Spezies der ältesten Leute nicht zu entsinnen weiß. Erklärt wird die Plaqe dadurch, dan in diesem Frühjahr die Fortpflanzung der Quallen durch die Temperaturverhältnljje besonders begünstigt gewesen ist. weil monatelang schönes, ruhiges Wetter herrschte. Abbröckclnngm dcr st(cckülc. In Teutsckzland feit viel,,, Jahrk,unvcrtc vor sich gelicuö. Die deutsche 'Ostseeküste ist in langsamem,, aber ununterbrochenem, , Abbruch begriffen. Jahr für Jahr geht vom Steilrande, dem Klint oder Kliff, etwas verloren, und schon im Verlauf eines Menschenalters erreicht dieser Verlust an vielen Stellen einen sehr merklichen Betrag. Es handelt sich hier um einen Vorgang, der bis in die vorhistorische Zeit zurückreicht, denn während der ganzen Dauer der geschichtlichen Ueberlieferung mußte dort der Mensch gegen die andringende See kämpfen. Professor Geinitz in Rostock hat die daselbst seit der quartären Abschmelzperiode stattgefundenen Veränderungen genauer untersucht. Er kommt zu dem Ergebniß, daß das südwestliche Ostseegebiet nach der allgemeinen Eisbedeckung der Quartärzeit ein Festland und mit Dänemark und Schweden verbunden war. Menschen der Steinzeit bewohnten dasselbe. Dann tauchte es zum Theil unter den Seespiegel hinab, wodurch die Gewässer der Nordsee Zutritt erhielten, bis eine neue Hebung der nördlichen Gebiete das Baltikum auf die gegenwärtigen Umrisse beschränkte. Bon dieser Zeit an setzten dann die Wogen des Meeres ihre zerstörende Thätigkeit bis in die Gegenwart fort und verkleinerten das Land mehr und mehr. Die von der säkularen Senkung verursachten Ereignisse hält Geinitz für identisch mit der cimbrischen Fluth. von der schon im 4. Jahrhundert v. Ehr. sagenhafte Berichte bis nach Griechenland gelanat waren. Natürlich braucht jene Zeit nicht den Anfang der Katastrophe zu lezeichncn, sondern, wie Gc:nitz betont, fallt m diese Epoche vielleicht ein besonders gewaltsames Vordringen der See. das die Bevölkerung 'zur Ausloanderung veranlaßte. Den Beginn der Senkung kann man nach Geinitz etwa auf die Zeit von 700 bis 600 v. Chr. verlegen. B.ergänglicher Ruhm. In Chicago wurde letzthin das große Fer-ris-Nad, welches seiner Zeit eine Hauptattraktion der Midway auf der Weltausstellung des Jahres 1893 bildete, als altes Eisen auf öffentlicher Auktion an einen Handler, emschließIid fcer Dampfmaschinen, Gebäude. Kenel etc. für $1.800 verkauft. Die Kosten hatten sich ursprünglich auf $362,000 belaufen und es waren darauf Bonds im Betrage von Z300.000 ausgegeben und eine schwebende Schuld von $100.000 aufgenommen worden. Erfolgreiche Erperim e n t e wurden kürzlich veranstaltet, um die nöthige Elektrizität zur Be-leuchtung-eines Eisenbahnzuges durch einen am vorderen Ende der Lokomotive angebrachten Fächer zu erzeugen. Die Pressung der Luft setzt den Fächer in Bewegung und liefert so die nötbiae Betrieöskraft.
Ganz wie vci unö. Der Petersburger Deutsche scheint sich so schreibt die Petersburger Zeitug" in den letzten hundert Jahren nicht sonderlich verändert zu htbtn, was man daraus schließen kann. dc:ß sein Verhältnis zur Muttersprache dasselbe qeblieben ist. - In seines Gemälde von St. Petersburg" (1794) lobt H. Storch den Petersburger Deutfchen wegen des Eifers, mit dem er die russische Sprache zu erlernen sucht, füqt aber hinzu: ..Zu wünschen wäre es. bc diese lobenswerthe Anstrengung nicht zu der Affeation verführte, die hin und wieder in deutschen Häusern herrschend ist. überall und ohne Veranlassung russische Brocken in die Untcrredung zu mischen." Ein Theil dieses Vorwurfs verliert dadurch seine Stärke, daß es oft unmöglich ist. gewisse Nationalbenennungen mit eben 6er Bestimmtheit in einer fremden Sprache auszudrücken, ohne mißverstanden zu werden oder in eine lächerliche Pedanterie zu verfallen. Wer würde sich z. V. getrauen, die Worte ..Jswoschtschik". Prodrjadtschik". Droschka", Adel" u. a. zu verdeutschen? Eine Menge täglich vorkommender Bedürfnisse und eigen--thümlicher Bezeichnungen ist ebenso unübersetzbar;. aber es ist nicht zu vergessen. daß die deutsche Sprache dadurch bei den Petersburger Herren und Damen ein sehr buntscheckiges Aussehen gewinnt. Jeden Augenblick kann man in deutschen Familien in Petersburg Redensarten hören wie: Ist die Leshanka geheizt? Die Kalifka steht offen. Der Plotnik ist gekommen. Hat man den Togrebschtschik bestellt?" u: unzählige andere, die geduldet werden müssen, weil sie ohne Äffektation nicht verdeutscht werden können"(!) Je unausweichlicher dieser Uebelstand ist, um so weniger ist es zu verzeihen, wenn man ohne Noth russische Worte gebraucht, die sich ganz gut durch allgemein gebräuchliche deutsche ersetzen lassen. Aber man hört fast überall Tscbulan" - statt Vorrathskammer. Krischka" statt Ofendeckel. Jhnfoi'
statt Volksstube, Agarodnik" statt Kuchengartner. Liteina" statt StückHof. oder wohl gar: Befehlen Sie Kasse: mit oder ohne Srnkl lSabne)?" .Es fehlt ein Tribor" (Gedeck) u.s.w. Daß die rn-Petersburg geborenen Deutschen eine Menae ..Rutbenismen" in ihre Sprache verweben, ist selbstverjtanollch. Die Redensarten: Ich liebe, nicht das zu essen", er bat es an mich aesagt" und dergl. mehr sind zuweilen sogar unter gebildeten Leuten üblich. Deutsche Provinzialismen hört man seltener, und der Accent wird durcn das Zusammenschmelzen so vieler Dialeite eigenthümlich sanft und wohlklingend. Spiel in spanischen Offiziers, kreisen. Vor Kurzem ging durch die Bläkter dre Nachricht, daß der spanische General oe ouroon - a tely. ein Tl . c rr -r , Verwandter des königlichen Hauses von Spanien, vom obersten spanischen Gerichtshofe freigesprochen worden sei. Die Vorgeschichte der Verhaftunq und des Verfahrens gegen General deBourvon bildete folgende Affare: Im Dezember des Vorjahres berichteten Madrider Blätter, daß in verschiedenen Cercles der spanischen Hauptstadt sehr hoch hazardirt werde. Dies gab Anlaß zu Maßnahmen der Militärbehörde gegen das Ueberhandnehmen des Hazardspiels. da auch viele Offiziere diesen Cercles angehörten. Der General - Kapitän von Madrid ließ alle Präsidenten der Cercles von Madrid, so weit sie Militärs waren, zu sich bescheiden und machte sie darauf aufmerksam. sie möchten dahin wirken, oaß das Hazardspiel rn ihren Clubs, wenn nicht ganz eingestellt, so doch zumindest eingeschränkt werde. Alle Präsidenten machten dem General-Kapitan eine Zusage, nur der Divisions-General de Bourbon erklärte, rn seinem Club, der den Namen Feder und Schwert" fuhrt, werde erst dann mit dem Spiel aufgehört werden, wenn er die Ueberzeugung haben werde, daß auch in allen anderen Cercles nicht mehr gespielt werde. Einige Tage später rief General de Bourbon den General-Kapitän telephonisch an und theilte ihm mit, er werde dafür Sorge tragen, daß in seinem Club weiter hazardirt werde. da auch in zwei anderen Clubs, die er mit Namen bezeichnete, das Spiel fort- " etzt werde. Der General-Kapitan antwortete, General de Bourbon möge sich um seinen Club bekümmern, aus seine Polizeidienste verzichte er. Aufgebracht über diese Antwort, eilte General de Bourbon in das Bureau des General-Kapitäns und machte dort dem Letzteren Vorwürfe, daß er partensch sei und die beiden bezeichneten Clubs begünstige. Es gab nun einen heftigen Wortwechsel, in dessen Verlaufe der . General de Bourbon den General-Kapitän zum Duell forderte. Der General-Kapitän ließ de Bourron ausreden und, nachdem er geendet hatte, erklärte er ihn für verhaftet und lies ihn in den Arrest abführen. Es wurde dem General ein Vrozeß gemacht, der aber mit seiner Freisprechung geendet hat. Champagner erportirte Frankreich im Zeitraume 19021903 22.523.476 Flaschen; k die Zahl der in Frankreich expedirten ' Flaschen belief sich auf 9.335.412, so daß der Gesammtumsatz aus 31,859,153 .Flaschen bestand. jj
Frenzel
iros.,
No. 1 W. Washington Str (Mercliant8 National Bank.) Ein europäisches Department. Wechsel, Creditbriefe und Postanweisungen auf alle Städte Europas. Schiffsscheine nTZm 71n- und verkauf ausländischen Geldes. 1 Ztcht was man verdient, , sondern was man erspart führt zum Reichthum. .... 3Dic . . . . Indiana Trust Company nimmt Depositen! an .'von $1.00 aufwärtö die zu jeder Zeitigemacht werden können. ES bedarf weder eines bestimmten Betragi noch eine bestimmte'Zeit zu deponiren. Office: Indiana Trust Gebäude. Ecke Wash. Str. und Virginia Ave. Capital $1,000,000 Snrpluö 150,000 ...Samstag Nachmittag geschloffen... Vase-Ball. Die gestrigen Spiele resultirten wiefolgt: American-ZAssociation. Indianapolis, 10. Juli. Indianapolis . 00102200 05 Louisville.... 0 20 00100 03 Minneapolis, 10. Juli. Minneapolis . 2 0 01 0 0 1 0 Milwaukee . . .' 0 0 0 0 0 0 0 0 0 Toledo ) Wegen des Brandes der Columbus S Zuschauertridüne (Grand Stand) fielldas Spiel aus. St. Paul, 10. Juli. St. Paul. . 001301001 6 Kansas City 4Z1 0 0 0 0 O 3 0 210 Nchionall.L iga. Cincinnati, 10. Juli. Cincinnati ... 1 1 012 0 0 0 2 6 Boston ...... 0 0 0 2 10 0 1 1 5 Chicago, 10. Juli. Chicago ..... 00020041 7 Philadel .300001 0004 Pittsburg, 10. Juli. IiÄ 1 1 Kein Spiel,!Regen. St. Louis, 10. Juli. St. Louis .. 102000000 14 New York.. 11000000103 Die neue Airma Dold &Steplieiisoii, lNachfolger don Earl TierkingZ 407 Virginia Ave. u.11 Süd EastStr. Händler in Tapctcnund Wandleiften. Wir haben soeben eine Waggonladuna Taveten erhalten, welche wir zu äußerst niedrigen Preisen offeriren. Alle Arbeit garantirt. fltutt Tl,pho 9467. ach, Zit ei:Vrb mit uns. Theodore F. Smithcr. geschickter und7zuderlässiger ...DachöcSer... yech und ttiesdacher, Döcher von Malt und Gilsonit. Enaros-SLndler in allen Arten von achmaterialien. Telephon 861. 801 WeftMaryland Str. vkdwepl. kcke von Senate ve. und Martzland S'r. LAKE ERIE & WESTERN R. R. . ..Fahrzeit der Züge.. .. Abfahrt nkunst Toledo, khicago nud Michigan Expreßt 7.15 ti0.25 roledo, Detroit und Chicago Lim 12.20 f 3.15 Wichigan ity, Muncü u.Lasa?etteeplf 7.25 flO.25 toglich t ausgenommen Svnu?g.
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