Indiana Tribüne, Volume 26, Number 272, Indianapolis, Marion County, 9 July 1903 — Page 7
Jndilma Tribüne, 9. Juli 1903
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Eine vom Vrett'l.
Roman von Heinrich Lee. (Fortsetzung) - Die Bewegung, wie sie sich oben an den Tischen der Terrasse bemerklich machte, ging auch durch den ganzen übrigen, überfüllten Saal das Zeichen. daß nun der Höhepunkt des Abends kam. Tische und Stühle wurden gerückt, und rings herum hörte man Gespräche, in denen dieser wun derliche Name laut wurde RischRisch. Ob es wirtlich nur ganz gewohnliche, einfache Volkslieder seien, die diese Sängerin vortrug. Und wie es möglich sei, so viel Sensation damit zu erregen! Man könne sich keinen Begriff davon machm, und eben deshalb komme man. sich die Sache auch einmal anzusehen. Und wie die Sängerin, die noch blutjung, ja noch ein halbes Kind sein sollte, wohl mit ihrem wirklichen Namen heißen mochte. Es sollte dahinter ja eine merkwürdige Geschichte stecken. In einer Zeitung hatte gestern den. sie wäre eine durchgebrannte öfter reichische Comtesse, und manche wußten sogar noch mehr sie wäre früher als Soubrette an einem gewissen Hoftheater gewesen, dort hätte sich ein rinz, ja nach anderen Berichten der 2h.:onfolger selbst in sie verliebt und schon heirathen wollen; in ganzer Roman habe dabei gespielt, wobei schließlich di betreffende hohe Persönlichkeit tiefsinnig geworden sei u. s. w. Aber fast an jedem Tische wurde eine andere Geschichte über diese geheimnißvolle RischRisch erzählt. Daß derjenige, der alle diese Geschichten zuerst erzählt und dann für ihren weiteren Umlauf gesorgt hatte, niemand anders war als nämlich Herr Karoly wer konnte das im Publikum wissen! Solche Ge schichten gehörten eben zum Geschäft. Je romantischer der Hintergrund war, den eine Sache hatte um so lieber und auch um so gläubiger hörte das Publikum davon, und um so mehr würd: es angelockt. Hätte man den Leuten gesagt, daß Risch - Risch mit ihrem wahren Namen Fräulein Gertrud Tenhardt hieß, eine Doctorstochter war und seit ziemlich langer Zeit schon draußen in der prosaischen Gartenstraße wohnte Du lieber Gott!" Jetzt ging der Vorhang in die Höhe und die Erwartete, Risch - Risch, erschien. Es war derselbe von der Direction so umsichtig geleitete Empfang, der ihr heute wie an jedem Abend zu Theil wurde dann, nachdem Stille eingetreten war, begann sie. .Aber. Cecile." sagte Frau Natalie mißbilligend zu ihrer Tochter, das paßt sich doch nicht, Dich so hinzustellen, bleib sitzen!" Cecile hatte sich unwillkürlich von ihrem Stuhl erhoben, und ihre Blicke richteten sich hinüber auf R'sch - Risch, während sich in ihrem Gesicht ein seltsames Erstaunen malte. Auf den Befehl der Mutter setzte sie sich wiede und nun wandte sie sich zu Max. j Max uhi ganz blaß geworden, auch seine Augen hingen an der Erscheinung auf der Bühne drüben. Max!" rief Tante Ludwiga aus, und auch sie kehrte sich nach ihm um. Es war ein Ton des Entsetzens, den sie ausstieß. Aber was ist denn? Was giebt es denn? Was habt Ihr denn um Gottes willen?" fragte Frau Natalie verwundert. Cecile hatte sich von ihrem Erstaunen erholt. Jetzt lächelte, jetzt lachte sie in ihrer harmlosen, kindlichen Unschuld. Denke Dir doch. Mama," sagte sie, und das hat uns Herr Denhardt nicht einmal vorher erzählt. Aber ganz gewiß, er hat uns damit nur überraschen wollen. Denke Dir, Risch - Risch ist Herrn Denhardt's Schwester!" Ja, Max Max ist es denn möglich?" Tante Ludwiga hatte nstürlich bis zu dieser Sekunde gedacht, daß es bloß eine greuliche Täuschung ihrer Augen, ein Spuk der Hölle war, was da auf der Bübne vor ibr aaukelte. ir horte die Tante nicht. Er erwachte erst aus seiner Versteinerung, als sich eine andere Stimme in sein Ohr bohrte, eine Stimme mit einem harten, scharfen, kurzathmigen, zusammengepreßten Klang. Herr Denhardt, ich möchte da5um bitten wollen Sie uns nicht Auskunft geben? Verhält es sich wirklich so, daß diese Dame Ihre Schwester ist?" Er besann sich. Nein, es konnte nicht sein. Es war ein Blendwerk", wenn auch jeder Zug an der Erscheiuung da, auch der Klang ihrer Stimme ihm das Unglaubliche zu bestätigen schien. 'Sowohl meine Tante, als .,auch Zfräulein Cecile," erwiderte er wie auch ich selbst lassen uns jedenfalls durch eine Ähnlichkeit täuschen. Ich hoffe, gnädige Frau, wenn nicht schon heute Abend, so doch spätestens morgen Ihnen darüber eine bestimmte Antwort geben zu können." Das hoffe ich auch!" erwiderteFrau Natalie. Risch - Risch hatte ihre Nummer beendet. Der Vorhang fiel,um unter dem allgemeinen Beifallssturm sich wieder zu heben und noch ein Dutzend Mal die Gefeierte dem enthusiasmirten Publikum zu zeigen, bis endlich wieder die Musik .der Sache ein Ende mackte
und vte Vorstellung lrem Ende zuging. ' Ueberall hörte man noch, namentlich von den umsitzenden Damen, die Ausrufe des Entzückens und der großen Befriedigung. Ein ganz reizendes Geschöpf! Mal doch was anderes als diese ewigen Französinnen! Und wie jung sie noch ist!" Auch oben auf der Terrasse klang es so wo vorn an dem goldenen Geländer die vier Herrschaften saßen, wohl die einziqen im Hause, die nicht die Hand gerührt hatten. Selbst Cecile fühlte die ihren erlahmen, als sie sah, wie schrecklich verändert alle an dem Tische waren ihre Mutter, Herr Denhardt und seine Tante. Wenn es nun wirklich seine Schwester war, diese reizende Risch - Risch was war denn daran Schlimmes? Doch gerade das Gegentheil! Enorm stolz konnte doch ihr Bruder darauf sein, so eine Schwester ZU besitzen, so eine Künstlerin, so eine Berühmtheit. Und dieser Applaus! Und wie entzückt die Leute ringsherum waren und ganz mit Recht! Ja, diese süße Risch - Risch mußte und sollte seine Schwester sein! Und dann sollte sie ihre beste, ihre liebste Freundin werden, die sie küssen konnte. Nein, sie verstand nichts davon, warum sie jetzt alle Drei so dasaßen in einem so gräßlichen Schweigen, mit so gequälten Gesichtern, als hätte jedes geradezu ein Unglück erlebt. Und fragen, sich das von ihnen erklären lassen so viel fühlte sie natürlich heraus, das ging jetzt wohl nicht. Zu Hause wollte sie das. wenn sie mit der Mama allein war. Frau Natalie schlug vor, den Schluß der Vorstellung nicht abzuwarten. Es war, als ob damit an dem Tische das Wort der Erlösung ausgesprochen würde, und so brach man aus. Der Abschied auf der Straße draußen war kurz. Die Engel'schen Damen stiegen in ihren Landauer. Max erhielt von Cecile noch einen herzlichen Händedruck, anders freilich war es mit Frau Natalie. Sie war kühl geworden, wenn sie auch noch die freundliche Maske beibehielt, namentlich der Stiftsdame gegenüber. Von der räthselhaften Risch - Risch wurde kein Wort gesprochen. Erst mußte dieses Geheimniß aufgeklärt werden. Der Engel'sche Wagen fuhr auf seinen Gummirädern über das mit glitzerndem Schnee bedeckte Pflaster davon. Ja, aber sage mir um'S Himmels willen. Max " begann, als sie jetzt allein waren, Tante Ludwiga, die Hände ringend, von Neuem. Morgen, Tante, morgen," erwiderte er nervös. Aber an der Wahrheit konnte er nicht mehr zweifeln. Beim Hinausgehcn hatte er an der Saalthür eine Gestalt bemerkt Onkel Malthus, obwohl er ihn in der veränderten Kleidung zuerst kaum erkannte. Er begleitete die Tante bis an ihr
oiel. Dort wünschte er ihr eir,e Gute Nacht". Onkel Malthus saß am nächsten Morgen, in seinen neuen, schönen, grünsammetnen Schlafrock gehüllt, während im Ofen bereits ein von Frau Knieholz, der Aufwartefrau, angemachtes behagliches Feuer prasselte, an dem noch ungedeckten Kaffeetisch, obwohl die beiden geleerten Tassen bekundeten, daß man mit dem Frühstück schon fertig war; er rauchte eine auserlesene Regalia und studirte dabei einen eben mit der Post angekommenenBrief. Der Brief war von seiner Schwägerin, und sie schrieb, daß ihre Gesundheit nun Gott sei Dank wieder völlig hergestellt sei, und daß man dieserTage die Heimreise antreten würde auch sei das Geld zu Ende. Niemand anderem, als ihm, dem theuren Schwager, schulde sie ihre Genesung, und " sie müßte ihm zeitlebens dankbar bleiben. Adah hätte schon den Fahrplan stud!rt, und am Sonnabend hoffe man in Berlin einzutreffen. Hm! Er legte den Brief aus der Hand. Es war gut, daß Trude gerade nicht da war. Sie hatte irgend etwas in der Nachbarschaft zu thun, bei armen Leuten, die sie jetzt des öfteren besuchte auch eine ihrer neuen Launen. So war er allein, so konnte er ungestört über den Fall nachdenken. Wenn er der Schwägerin telegraphirte? Die Rückkehr jetzt im Winter konnte einen Rückschlag für sie zur Folge haben. Und auf frisches Geld kam es nicht an. Man wühlte ja jetzt drin Gott sei Dank! man konnte ihr schreiben, daß Hm! Aber einmal mußten sie und Adah die Wahrheit erfahren. Hm! Was denn? Hatte er die Wahrheit vielleicht zu scheue? Fürchtete er sich? Vor wem? Vor der Verantwortung, die er auf sich geladen? Welchen Vorwurf konnte man ihm machen? Welchen? Als wollt: ihm Jemand auf diese Frage eine Antwort geben, so klingelte es jetzt draußen. Frau Knieholz trat herein, einen Aufwaschlappen in der Hand, und meldete, daß ein jungn Herr da wäre, der den Herrn Hauptmann zu sprechen wünsche. Ein junger Herr? Sehr wahrscheinlich Kusey. Seit er seine Agentur betreib, die er mit der Entdeckung von Risch-Risch so glänzend eröffnet hatte, und die damit sofort in hervorragenden Ruf gekommen war, ließ er sich aus Zeitmangel immer seltener sehen. Das war unrecht von ihm. Ich lasse bitten!" Kusey sollte vor allen Dinaen eine
von den guten Cigarren ' haben. Wo stand die Kiste doch? Sie möchten reinkommen," sagte Frau Knieholz draußen zu dem jungen Herrn, nachdem sie sich davon überzeugt hatte, daß er sich ordentlich die Stiefelsohlen auf der Strohdecke abgewischt hatte und Max trat ein. Malthus wandte sich von dem Schranke, auf dem die Kiste stand, um, aber fast wäre. sie ihm bei dem Anblick seines Neffen jegt aus den Händen gefallen. Du bist es? Ick, hatte jemand anoeren erwarte:. Aber das freut mich, daß wir uns wieder einmal sehen. Du bist also von dieser Reise zurück?" Er sprach nicht weiter, denn die Haltung, in der er seinen Neffen vor sich stehen sah, der Ausdruck seines Gesichtes ließen ihn verstummen. Wo ist Trude?" Es war das erste Wort, das Max herausstieß. Trude? Sie ist nicht da. Sie ist ausgegangen." Um so besser. Dann habe ich cS mit Dir allein zu tbun. Ich weiß alles. Verstehst Du? Und Dich mache ich für sie verantwortlich. Denn nur Du allein kannst sie auf diesen Weg gebracht haben." Wie rasend stürzte er auf die Gestalt in dem grünen Schlafrock, die vor ihm stand, zu, als müßte er sie niederschlagen. Halt!" klang eine donnernde Stimme ihm entgegen, und eine Hand preßte sich gegen seinen Hals. Er wich zurück, er kam wieder zur Besinnung. Eine andere Gestalt, wenn auch noch immer in de?l grünen Schlafrock, stand jetzt vor ihm da aufrecht, emporgereckt, straff, wie einst vor langen, langen Jahren auf dem Exercirplatz vor der schimmernden Front, mit funkelnden Augen und einer anschwellenden blauen Ader auf der gerötheten Stirn. Sekunden des Schweigens vergingen, dann hatte der Mann im grünen Schlafrocke seine Ruhe wieder. Vergiß nicht," sagte er daß ich der Bruder Deines Vaters bin, daß ich unseres Königs Rock getragen, daß ich dreißig Jahre älter bin als Du. Und wenn Tu mir dann noch etwas zu sagen hast, so sprich. Wenn Du willst, so setzen wir uns." Aber Max bileb stehen. Ich danke Dir. Was ich Dich zuerst zu fragen habe, ist: ob Du in Abrede stellst, daß dieser Skandal auf Deine Veranlassung, zum mindesten da die Mutter und Adah keine Kenntniß davon haben auf Dein Einverständniß zurückzuführen ist." Du sprichst von einem Skandal. Das verstehe ich nicht. Was meinst Tu damit?" Was ich damit meine? Noch ist es mir selbst, als hätte ich es nur geträumt, so unfaßbar erscheint es mir. bewiese mir Tein Benehmen nicht, daß es wirklich so ist. Trude läßt sich im Winterpalast" als Sängerin hören in einem Etablissement wie btr Winterpalast. Ich verlange Antwort. Rechenschaft von Dir!" Also Rechenschaft verlangst Du von mir! Erlaube mir. daß ich Dich erst frage: mit welchem Recht?" Mit welchem Recht? Ich bin Trudens Bruder." Deshalb?! Und willst Du mir sagen, wie Du als Bruder Deine Pflichten gegen sie erfüllt hast? Sie und Deine anderen Schwestern und Deine Mutter haben sich in Noth befunden. Wie hast Du ihnen geholfen, oder wie hast Du sonst Deine brüderttche Pflicht an ihnen gethan, daß Du 'mit einmal von Deinen brüderlichen Rechten sprechen darfst? Wäre es nach Deiner Pflichterfüllung gegangen Deine Mutter wäre gestorben, sie läge jetzt im Grabe, denn der Arzt hatte ihr das Leben abgesprochen, wenn wir keine Mittel fanden, sie diese Reise machen zu lassen. Die Erklärung, die wir Deiner Mutter über die Herkunft dieser Mittel gegeben, nur in der Absicht, daß sie von ihr angenommen wurden, war ein Märchen. Um die Mittel zu erlangen, gab es nur einen einzigen Weg, und den hat Deine Schwester Trude allerdings mit meiner Unterstützung, wie ich mir nun mit ruhigem Gewissen und zu meiner Freude sagen darf beschriften. Sie hat ihn beschritten, ohne Zögern, ohne Furcht nur um das für ihre Mutter zu thun, wozu ihr Bruder nicht den kleinsten Finger gerührt hat. Und nun sie es gethan hat' nun stürzt dieser Herr Bruder mit Fäusten auf sie zu, er schreit von seinen Rechten über sie, und damit nicht genug, er zieht sie und den Onkel auch noch zur Verantwortung: Warum habt Ihr meiner Mutter das Leben gerettet!" Der Tisch stand zwischen ihnen wie eine schützende Schranke. Max starrte, mit den Zähnen knirschend, zu Boden. Fehlten für ihn in dieser Antwort auch noch die näheren erklärenden Einzelheiten, so hatte er doch das Wesentlichste daraus begreifen können. Aber t Schm, die er dabei unter anderen begleitenden Umständen vielleicht endlich über sich selbst empfunden hätte, wurde zurückgedrängt durch den Gedanken, was nun für ihn auf dem Spiele stand. Heute Nachmittag erwartete Frau Natalie seine Antwort ob diese Risch-Risch wirklich seine Schwester war. Noch konnte er zu einer Nothlüge greifen aber nur dann, wenn Trud? keinen Fuß mehr auf diese Bretter setzte.
Und hast Tu auch daran gedacht," warf er, sich wieder ermannend, dem Onkel entgegen was Trude nun ist? Denn ich bin überzeugt, daß sie bei ihrer Unerfahrenheit nicht einmal das Bewußtsein davon hat daß sie gar nicht weiß, wozu sie sich jeden Abend hergiebt, und wie man über diese Bretter, auf die Du sie gestellt hast, denkt! Du aber kanntest es, Du mußtest es wissen! Meine Schwester, Deine Nichte eine Tingeltangelsängerin!" Wenn Max glaubte, 'mit diesem Worte einen Trumpf auszuspielen, so täuschte er sich. Im Gegentheil! Dies Wort schien dem Onkel aus seinem Munde nicht einmal ganz unerwartet zu kommen. Bravo," erwiderte er ich wußte, daß Du so etwas oder etwas Aehnliches sagen würdest. Und nun wunveru Du Dich vielleicht, daß ich meine Fassung vor Dir bewahre, daß ich Dir auch in diesem Punkte Stand zu halten gedenke. Du hast einen gewissen Ausdruck gebraucht einen Ausdruck, den ich aber nicht wiederholen möchte. Was ist das ein Ausdruck ein Name? Nun, mein Lieber, so viel weiß ich doch von unseren Dichtern, daß einer von ihnen sagt und ich glaube, es ist Goethe Name ist Schall und Rauch". Mit einem Namen. mit einem Ausdruck, mein lieber Junge, schreckst Du mich also nicht. Aber Du meinst etwas damit gut, und darauf wollen wir eingehen. Du meinst, was so viele andere Leute meinen. daß nicht die ureigene Persönlichkeit eines Menschen, sondern seine rein äußerlichen Verhältnisse, seine Umgebung seinen Werth bestimmen und Du rechnest diejenige, in welche Deine Schwester jetzt getreten ist, nämlich die Sphäre eines Vari6t6theaters, zu den minderwerthigen dieser Art. Wollte ich, so könnte ich Dir über diesenPunkt eine historische Vorlesung halten, ich könnte Dich daran erinnern, daß auch das Theater und seine Angehörigen vor noch nicht so langen Zeiten unter dem Banne gesellschaftlichen Vorurtheils standen, ich könnte Dich darauf hinweisen, wie heutzutage selbst strenge ästhetische Beurtheiler der von Deiner Schwester vertretenen Kunst ein neues Relief, Ehre und Ansehen beimessen, so daß sich schon alle Welt ihrer zu bemächtigen beginnt und sie in die vornehmsten Salons eindringt. Keinen von allen diesen Rechtfertigungsgründen aber nehme ich'für mich in Anspruch. Denn, mein Lieber, wir haben uns gar nicht zu rechtfertigen Deine Schwester und ich. Genug, daß ich meine Hand über sie halte genug, daß jeder, der es wagen würde, ihr den Respekt zu verweigern, damit mich beleidigt. Und was dann meine Pflicht wäre, mein Sohn so denke ich, daß Niemand mir diese zu lehren haben wird. Auch Du nicht!" Wirklich, der grüne Schlafrock paßte zu Onkel Malthus in diesem Augenblicke gar nicht mehr. Es war, als hätte er wieder seinen Degen an der Seite, der doch oben auf dem Hausboden in einer Kiste verpackt lag. Max hatte ihn noch niemals so gesehen oder in einem solchen Tone sprechen hören. Aber gerade seine letzten Worte erinnerten ihn wieder daran, was er für sich zu retten oder aber unwiderbringlich zu verlieren hatte. Und wenn es sich nicht darum handelt," fuhr er auf, nicht um eine offene Beleidigung, sondern eben um dieses schweigende Vorurtheil, das Du selbst anerkennst und dem sich Gertrud aussetzt, zum Verderben für uns alle? Was dann?" Was heißt das? Ich verstehe Dich nicht!" Bei den Beziehungen, in welchen Max zu den Seinigen stand, hatte er von Cecile und seinen Plänen mit ihr bisher kein Wort gegen sie erwähnt und der wackere Onkel wäre wahrhaftig der letzte gewesen, gegen den er das für nöthig befunden hätte. Jetzt aber mußte er reden. Er mußte sprechen von dem, was gestern geschehen war, von Cecile, von den Hoffnungen, die sich ihm in Bezug auf sie eröffnet hatten, von Frau Natalie, die auf Familie" hielt und die ihm gestern deutlich zu verstehen gegeben hatte, daß der Mann, dessen Schwester solchen Kreisen angehörte, nicht erwarten könne, ihr Schwiegersohn zu wer den. Jetzt war er mit seiner Erzählung fertig, und Malthus rieb sich, in der Stube auf und ab gehend, ruhig die Hände. Gut also," sagte er, an dem Tische wieder stehen bleibend und womit können wir Dir in dieser Sache dienen?" - Trude darf nicht mehr auftreten. Sie darf keinen Fuß mehr auf diese Bretter setzen." Damit Du diese junge Dame heirathen kannst?" Nicht nur deshalb, sondern auch, weil, wenn es bekannt wird, daß diese daß dieser neue Stern des Vari6t6theaters meine Schwester ist. meine ganze Carriöre in Frage kommen kann. Es steht für mich eine Beförderung in Aussicht. Erfährt man, daß ich eine solche Schwester habe und ich bin verpflichtet, über Mine Familie Auskunft zu geben so wird die Beförderung unterbleiben. Im Namen meiner Familie, im Namen meiner Mutter und meiner anderen Schwestern verlange ich das." (Fortsetzung folgt.)
Im ganzen Lande gibt es nicht mehr als 1000 Geschäfte, die im Großen annonciren, eine erstaunlich geringe Zahl im Verhältniß zu der Cesammtzahl von Firmen und Korporatior.en. welche Geschäfte haben, für die das Annonciren Werth hat. Ein neues Viehfutter, Molascuit geheißen, wird in Argentinien aus Molasses und den Fasern vom Zuckerrohr hergestellt. Kürzlich wurden in den Ver. Staaten Maschinerien bestellt, um wöchentlich 230 Tonnen dieses Futters erzeugen zu können. tfort mit den D r a h t z ci u -nen. Spezialagent Tixon von dem Departement des Innern befindet sich zur Zeit im östlichen Oregon. um dafür Sorge zu tragen, daß die Viehzüchter die von ihnen eigenmächtig errichteten Trahtzäune, mit denen sie ReaierungsLändereien für Weidezwecke abgegrenzt haben, wieder beseitigen. Durch die Beseitigung der Einzäunungen werden über 500.000 Acker Negierungsland der Veüedeluna erschlossen. Zur Verhütung des Hitzs ch l a g s. Ein gutes Vorbeugungsmittel für diejenigen, welche bei großer Hitze gezwungen sind, viel auf der Straße zu sein, ist es, ein angefeuchtetes und von Zeit zu Zeit wieder anzufeuchtendes Kohlblatt im Hut zu tragen. Die K n u ch t n to t i ch e. Bei jungen Thieren, besonders aber bei Schweinen, tritt öfter die Knochenweiche auf. Das Skelett besteht im jugendlichen Alter erst aus einem Theil Knochenmasse, zum wesentlichen Theil jedoch aus Knorpelgewebe. Durch Einlagerung von Kochsalzen entsteht allmälig das Knochengerüst. Diese Verknöcherung geht nicht in der gehörigen Weise vor sich, wenn in der Nahrung zu wenig Kalk enthalten ist, und die Knochen bleiben länger weich. Dadurch entsiehe-n verschiedene Verbildungen, Verdickungen und Anschwellungen der Knochen, namentlich an den Gelenkenden. Knochenweiche kann jedoch auch in Folge erblicher Belastung auftreten, wobei Thiere, die einer frühreifen, feinen Rasse angehören und sich durch hohe Maltfähigkeit auszeichnen, sehr leicht davon ergriffen werden. Die mit Knochenweiche behafteten Ferkel haben einen steifen, gespannten Gang und liegen viel. An den Knochen der Gliedmaßen treten Verdickungen auf, und sie werden krumm. Ebenso verbiegt sich häufig der Rücken nach oben oder unten. Die Freßlust verringert sich nach und nach, es entstehen leichte Durchfälle, die Thiere magern ab und gehen schließlich zu Grunde. Zur Besserung oder Verhütung dieser Krankheit ist eine passende Ernährung und Haltung der Thiere erforderlich. An Futter reiche man ihnen hauptsächlich Milch. Hafer oder Gerste, auch ist der Aufenthalt auf der Weide von guter Wirkung. Als Beimischung unter das Futter gibt man mit Erfolg aufgeschlcssenes Knochenmehl, sogenannten Futterkalk. Etwa drei Monate alte Thiere erhalten davon täglich dreimal einen halben Theelöffel voll. Knollengewächse bei Kaninchen ganz verfüttern. Manche Züchter haben es im Gebrauch, die Kartoffeln, Rüben, sowie andere Knollengewächse zu zerkleinern. um sie als Kaninchenfutter zu verwenden. Man thut aber besser, diese Nahrungsmittel den Kaninchen im Ganzen vorzulegen. Eine solche Fütterung ist die naturgemäßeste, denn die Kaninchen als Nagethiere finden dadurch Beschäftigung und Unterhaliung. Auch sind sie gezwungen, lang sam und gleichmäßig zu fressen, und bleiben vor schädlicher Ueberstürzung bewahrt. Es genügt, wenn man die Knollengewächse einfach im Futterbarren vorlegt, so daß die Kaninchen daran nagen können. Auf diese Weise wird die angeborene Nagelust der Kaninchen naturgemäß befriedigt, und die Holztheile des Stalles, welche sonst gewohnlich zu unserem Verdruß von ihnen benagt werden, bleiben verschont. Ferner wird auf diese Weise auch Fut ter gespart, da die Kaninchen dasselbe nicht verstreuen können, wie es bei zerkleinertem möglich ist. Etwaige übrigbleibende Stücke sind leicht zu. sammeln und noch als Futter für Großvieh zu verwenden. Sind die Knollengewächse zu groß, so muß man sie allerdings in zwei oder vier Theile theilen.
Der ucrharnttc FakrNnlll.' Provinzler (zum Portier eines Hotels in der Residenz): Ich möcht' gern ein nicht zu theures Zimmer haben!" P o r t i e r (den Gast zum Fahrstuhl führend, um ihn in den vierten Stock zu befördern): " Bitte einzutreten!" Provinzler: Aber, Verehrtester, a' bissel was Besser's möcht' ich doch hab'n da iS nicht amal a' Bett d'rin!"
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Feuer - Signale.
I Pennshlv nd Market 5 English's Opan-Haul 6 Eastund No Dork7 Noble und Michigan 5 N. Jersey u. Mass Av 9 Pine und North 10 Market und 'Pine 11 Lcrmont nahe East 12 No.. 8 Spritzenhaus Mass. Ave ncche Noble 13 TttZwareund Walnut U 5l. Jersey u Centtal A. 15 Mass. uniCcntcaSo 6 Ash md 11. Straße 17 Park Ave und 12 Str .3 Columbia undHillstde l9 Hizhland Avu.P,att kl JUinoiS und St. Joe 23 Pennsvlv. und Pratt u Meridian und ll. Str 25 No.ö Spritzenhaus 15. nahe JllinoiS Senate Ave u.Eu?la 27 Jlli.oiS und Mchigan IS Pk chlvania und 14. 3 Senate Ave. und 13. No. 1 Spritzenhaus JndAvenahiMichizan 32 Meridian und Walnut 54 California u Vermont 35 Blake und New York i ?nd. Av. u. St. lau? 37 City Hospital $ Blake und North 19 Michigan und Agnes II No. 6 Spritzenhaus Washington nahe West i2 Gsendork,u Wash. 3 Missouri u New York 45 Meridian u Wash 6 Illinois und Obio 17 Capitol Av. u Wash 43 Kmgan'S Porkhaus 9 Straßenbahn Ställe 23. Washington Str 51 No. 10 Spritzenhaus JUinoiS u Merrill 52 Illinois u Louisiana 53 Wett und South 54 West und McCarty 56 Senate Ave. u Henry 57 Meriöian und Ray 68 No. 4 Spritzenhaus Madison Llv.uMor-.-iz 9 Madison Av.uTunlop 1 No 2 Haken Leiterhaui South nahe Telawar 2 Penn. Merrill 3 Telaware u. McEartö 4 East und McTartY 5 New Jersey u. Merrill 7 Birg. As. u Bradsha 55 Last und Prospect SS Bicking und High 71 No. 11 Spritzenhaus Vir Ave. nhe Huron 72 East und Seorgia 73 Ceda, und Elm 74 Davidson u Eeorgia 75 Snglish Aö. u Pine 76 CHelöy und Bates 78 No. 5 Spritzenhaus Prospekt nahe Shelby 7$ Fletcher Av. u Shelby Ll Market u. New Zcrsey 82 Telaware und Wash. 83 East u Washington 84 New Fork u.Tavidsor 85 Taubstummen Anstalt 86 Ber. Staaten Arsenal 87 Onental und Wash. 89 Frauen-Resormat. VI No. 13 Spritzenhaus Marhland nahe Mer. 92 Meridian u. Gcoraia. 93 Meridian und South 4 Pennsylv u. Louisiana 95 Tiraini Ave u. Alab. 96 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 93 Capital Ave und .23 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. 124 Alabama und 16. 125 Central Ave und 15. 126 DandeS und 15. 127 Brookside und Jupiter 123 Central Ave und 17. 129 Telaware und 19. 131 Alabama und 11. 132 Bellefontaine und W. 134 College Ave und 9. 135 Telaware und 13. 136 Alabama und North 137 Newmann Lnd 19. 133 College Ave und 14. 13? Coroell Ave und 13. 141 DandeS unj IS. 142 Highland Ave und 10. 143 Tecumfeh und 10. 145 New Jersey nd 22. 146 Alvcrd und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus Hilsibe Av und 16. 143 College Ave und 22. 149 College Av und 27. 152 Park Ave und 22. 15. LEu. W Bahn u. 22. 124 Lkamsey Ave und 10. 156 Stoughton u Newman 157 AtlaS und Pike. 1SS Blohd und Pawpaw. 159 No. 21 CpriMhaus Brightwood I2 Arden und Depot 163 Brightwood und 25. 1K4 Rural unh Bloyd 165 St. Clair u. Kcystone 167 Arsenal Ave und 23. 163 Bellesontaine und 23. 169 Park Ave und 10. 21 Capital Ave nd 17. 213 Pennsylv. .Michigav 214 JllinoiS und SO. 215 Senate Ave und 21. 216 Pennsylvania und 22. 217 Meridian n 16. 218 Capital Lve und 2. 219 Broadtvay und 10. 231 JllinoiS und WkStcm 234 No. 14 Spritzenhaus Aenwood und SO. 35 JllinoiS und 33. ?33 Annetta und 30. 837 No. 9. epri?enhS Udell und Raoer 233 UdeU Ladder Worfl 239 Jsabel und 27. 241 Neridia und 24. 242 JllinoiS u Ct. &0X 243 Eldridge und 23. 312 West uud Walnut 313 West und 12. 814 Howard und 16. 15 Torbet und Paca 316 Capital Ave und TC 317 Northwestern Ave ull 313 Gent und 13. 819 Canal und 10, 321 Cerealine WorkS 324 Vermont und Lyna 325 Bismaeck u Srandvie 326 No. 29 Spritzenhaus Haughville. 327 Michigan U. Hslme, 323 Michigan u. Concord 841 West und McJntyre 412 Miffouri u. Maröland 413 Missouri und rih 415 Capital Ave seorgia 416 Missouri u AenruS,. 417 Senate Ave u. Wasy. 421 P und E Runtaus 83. Washington. 423 Irren-Hospital. 424 Mi.ö Ave u. J D uQ 425 Wash und Harri 426 No. 13 Spritzenhaus. W. Washington 427 Oliver und Birch 428 Oliver und Osgood 429 Nordvke und Fort 431 Hadlev Ave u. Morris 432 River Ave u. Morris 434 River Ave und Ray 435 Harding u. Big 4 R 9 436 Harding und Oliv 437 No. 19 SpritzenhaZ MorriS und Hardina. 4 Hotx ta&BSkxt 439 5wkyds 451 ReiSner und Mille 452 Howard und Set 453 Morris und Sapps 456 Lambert und Belk 457 NordtzK Ave u. Vw on Works 612 West uud Ray 613 Kentucky Ave u. Wer? 614 Meridian und Morris 61 Illinois uiti anlas 517 Morris und Dakota 613 Morris und Church 619 Capital A. u McCarty 621 Meridian und Palm 623 Pine un), Lord 624 Madisor.Aveu LincolK 26 Meridian unBeltRR 527 Carlos und Ray 628 Meridian und Arizona 529 Meridian. Aaymond 631 Meridian u. McCarty 6Z2 No. 17 Spritzenhaus Morris nahe Lest 61 McKerna-.und Tough. 613 East u. 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Ersten Schläge, zweiter Alarm, kZweiten 2 Schläge, dritter Alarm,. Dritten 2 Schlage, vierter Alarm. 1-2-1, Feuer auö und Schlauch aufgerollt. 8 Schläge, ZQafserdruck ab. 12 Schläge, 12 Uhr Mittags. Die bezeichneten Signale werden nur don Thun Wächter angegeben da an den betreffende Straß Keujunge keine AlarmUsten anaebracht sind. (ÜKlOÄZO und der große Nordwefte UlaSka-Sawalt-PhlttPPine Insel. . Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. PW Bon der Monon 47. Str. Station, Chicago, Ind s nurö Minuten mittelst elektrischer C den Union Biehdöfen Frencb liiek Spring:, in dem Orange Eounty Hochland. ssamlliell-Hokei unter neuer GescdäftSleitung. Pluto, Vroserpine ind Bowle Quellen. Beste? Minirelwaffer der Welt. Zwei Lüge täglich via Gree-.icastle. TicketOfftcen : Union Station, MasiachusettZ ve nd 25 West Washington Straße. R. P. A l g e o, Distrikt Pass. Azevt, Indianapolis. Ind. . H. M c D o e l, C. H. R o ck w e l k. Präs. und Gen. Mgr. Bttriedklette, Frank J.Reed, lken.Ptss. 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