Indiana Tribüne, Volume 26, Number 272, Indianapolis, Marion County, 9 July 1903 — Page 6
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y A A A A A A A A A A A v vy vy vy vy v vy y w vy Nicht glücklich! A yy See kann s stin mit v 0 Ä V ZDyspepsia und A w A A A A A A A A y SKagenleiden. y y vy vy vy v vy Sir f!n vkkl zu nachlässig in Behandlung dieser Leiden und wenn wir dagegen et wat thun ist 4 gewöhnlich U spät. Weßdald gebraucht man nickt ein einfaches und sichere Heilmittel Dr. August Koenigs A vlDainburgetA Iti v vy A A A Xüvopfen, vy vy vy vy vy vy A A A A welche das ganz System ändern und wohlthuend aus de Magen einwirke. v Ptnn Sie das Beste wünschen KfT das es gibt in Möbeln, Teppichen ... und .... ...Oefen... so gehen Sie zu WILLIG'S Möbel-Lnden, 141 W. Washington Str. Baar oder Credit. 142 Nord Pennsylvania Straße, Hauptquttin für Brillen und Operngläser. IPOUCMMIA J m Wwz ',311 trvüt a tv. 11 'mKtau . jniQ UIÄ ZScllk werde naS en besten Methoden den Augtn lzepbt fifci&IlcSe Augen werden schmerzlos eingesetzt 4 Route ...Ercursion... Sonntaa, 12. Juli, Lavrenccburg, Aurora und Zwischcnstationcn. HI.. oder weniger für die Rundfahrt , Mfabrt des Sreüalmgs von hier um 7.30 Uhr Morgens; Retourfahrt von Aurora 7J20 Uhr Äbends. Für Einzelnheiten spreche man in der Big onr Ticket Office, No. 1 Ost Washington Straße vor. Louisville 91. 50 Nunvfahrt 81.30 Ätfabrt des Svenal;uaes von Indianapolis um 7 Uhr Morgens, Rückfahrt von Lcuisville
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7 Uhr Abends. H. M. Bro n son, A. G. P. A.
Europäische Nachrichten.
?!l?ctnpfrz. r f c n ht i rn. Der 60 Jahre alte Wittwer Christian Wetzel würd: 777 forncm Zimmer im biesiaen Armenhause unter dem umgestürzten Ofen J. l ii r-.r x. Tr QH legeno, looi aniaciuiucjl ährx' Taner Vbilivo Stuhlsauth, welcher vorher mit Wetzel Streit hatte, wurde verhaftet. Kleintarlbach. In der iyax tWrtfoif von Svien & Sohn brach Feuer aus, wobei die Dampfmühle v- , . -r . r . o und das Dach de iieneioauies aubrannten. K 0 n : e n. Infolge eines Streites stach der Steinklopfer LudwigStumpf den Michael Lensch nieder und verwundete ihn tödtlich. Ludwigs Hasen, er leoige c?cklsier Ludwia Cckert wurde von unbekannten Burschen derart mißhandelt, daß ihm em Auge au-gejcytagen wurde, es hat sich nun eine Gehirncrschütterung hinzugesellt, so daß er gestorben ist. Neuleiningen. Der 42 Iahr nft Mrtk, briitian rizani Rütt ger dahier machte seinem Leben durch Erhängen in semer scheuer ein enoe. 0?r binterlänt eine Wittwe mit fünf noch unversorgten Kindern. Der traurize Verzweislungsatt ist aus längeres kärverlickes Leiden und dadurch hervorgerufene Geistesstörung zurückzuuhren. W 6 6 a cfi. Vom Staatsanwalt in Aschaffenburg wird der von hier stammende 48jährige Spengler Sribis, genannt Adam Bolz, wegen Sittichkeitsverbrechens steclonerucn verelgt. N u n d o r f. Taaner Phil. Franz Rammele wurde am Thürpfosten seiner Wohnung erhängt aufgesunden. Rheingonnheim. er Jahre alte Tagner Simon Witz verunglückte in der Ziegelei von David Blüm, indem er mit der am in oaGetriebe vom Erdaufzua kam. worauf der Arm und auch der Oberkörper in kurzer Zeit förmlich in das Getrieöc bineinaeoaen und dadurch so schwer zerdrückt wurde, daß der Tod des Witz eintrat. Zweibrücken. Der Präsident des hiesigen Qberlande-gerichts, Reichsrath von Hessert, der sein 70. Lebensjahr vollendete, hat seine Versetzung in den Ruhestand beantragt. Erscitz-Lc'tyrittgctt. Stranbura. Zum Superior des Priesterseminars ist Domkapitular Keller ernannt worden. Dem Obertelegraphen - Assisieuten a. D. Emil Goen wurde der Kronenorden 4. Klasse verliehen. Monteur Weckner stürzte bei dem zu den Zlalsertagen ausaefübrten Vorbereitunasarbeiten zur Illumination des hiesigen Hauptpostgebaudes av und ist semen mx letzungen erlegen. H a g e n a u. Der ehemalige französische Sprachlehrer Ravenue wurde festgenommen, um in der Irrenanstalt Stephansfeld internirt zu werden. Ravenne leistete bei seiner Festnahme heftigen Widerstand; er mußte zuletzt in eine Zwangsacke gesteckt werden.' Jngw eiler. In Buchsweiler fand das Kreisfeuerwehrfest statt; der hiesige Verein war mit seiner Musikfnhesfr reckt lahhiiA vertreten. 5it oerzelven vcaqx lonme oxc Attyr noa, in Thätigkeit treten, da der Bretterschuppen des Holzhändlers in hellen flammen stand. L u tz e l b u r g. In der von Herrn Sinn aus Zabern angekauften Oelmüble. die in den lenten Dreiiabrzebnten schon so manchen Wandel erlebt hat, wird jetzt eine Eisengießerei eingerichtet und betrieben werden. Metz. Im hohen Alter von 86 5abren verstarb bier der aus kalkenberg i. L. gebürtigeEhrendomherr und Aumonier am Waisenhaus St. Eonstance, Abb6 Schmitt. Der Verstorbene ist auch als Schriftsteller an die Oessentllchkelt getreten und hat von der biesiaen Akademie den ersten Vreis für religiöse Dichtung erhalten. Arbeiter Franz Pick aus Plantieres, welcher seinen alten Vater zu Tode mißhandelt hat. wurde hier verhaftet. Zileclirettburg. Schwerin. Dem Regierungsrath Dr. Dröscher wurde der Kronenorden 3. Klasse verliehen. Gudenhof. Auf dem hiesigen Gute, dem Besitzer Gaedke gehörend, diente der Kuhhirte Friedrich Scheefe. Derselbe steht seit 50 Jahren aus genanntem Gute in Dienst und hat sich durch Treue und Fleiß in der langen Zeit stets ausgezeichnet. Dem Jubilar wurde die Verdienstmedaille in Bronce verliehen. G ü st r o w. Anläßlich des Tages seiner 25jährigen Lehrtätigkeit am Realgymnasium unserer Stadt brachte die Gesangsvereinigung des Realgymnasiums Professor Dr. Bergholter vor seiner Wohnung in der Feldstraße ein Ständchen. N e u st r e l i tz. Oberförster Hahn Hierselbst ist aus Anlaß seines 50jährigen Dienstjubiläums zum Oberforstinspektor ernannt worden. Eonsistorialrath Praefkc beging sein 25jähriges Jubiläum als hiesiger StadtPfarrer. Plau. Ihr 60jähriges Bürgerjubiläum feierten Geheimer Eommissionsrath Senator Eichbaum und Tischlermeister F. Goldberg. Der Magistrat und Bürgerausschuß brachten den Jubilaren ihre Glückwünsche ar.
Serbische ßcsawjmnc. Blutige Geheimnisse der Belgrader Festung.
Grausanie Behandluiia politischer Tträsttnge. Kabiuelsjusti, der serbischen Fürsten? (Sang zum Brunnen ?aö Schicksal fcci serbisch, n 2o;ialistsülirers. Die .Zönigs-Katastrophe von Velgrad Hai es der Welt wieder einmal zum Bewußtsein gebracht, daß der Orient mit seinen furchtbaren Thaten, mit den Geheimnissen seiner Politi! und seiner Justiz bereits am Zigeunerberg bei Semlin beginnt. Wenn man hier unter denTrümmern des alten Hunyady-Schlosses umhergeht und über den mächtigen Strom hinweg zum anderen Tonau-Ufer hinüberblickt, sieht man, wie sich die Ravelins der Belgrader Festung vom Himmel abheben. Man glaubt, man irre sich, wenn mar sich erinnert, daß diese Zwingburg bis 1S67 in den Händen der Türken geblieden ist. Erst seit 36 Jahren also ist der Halbmond von ihren Zinnen verschwunden, und viel zu tief hat die Janitscharen-Moral demEeiste des ser-. bischen Volkes ihren Stempel aufgedrückt, als daß dieses seither Zeit gefunden haben könnte, in die modernen Kulturfcrmen, die es wenigstens in einigen Städten des Landes äußerlich zur Schau trägt, hineinzuwachsen. Diese Zitadelle von Belgrad ist eine Stätte, wie es wenige gibt, mit so viel Blut und Thränen ist sie gedüngt. Hier wurdeder Großwesir Kara Mustapha erdronelt; hier wurden in fast drittfalbhunderi Jahren türkischer Herrschaft unzählige Menschen, die den Machthabern verdächtig geworden, gefoltert und hingerichtet, und die Obrenowitsch, als sie das Erbe des Paschas antraten, haben zugleich mit der Herrschaft die Praxis der despotischen GeWaltthätigkeit übernommen. Vergeben Sie auch Ihren Feinden?" fragte einst ein Priester einen sterbenden spanischen General. Feinde?" antwortete dieser, ich habe keine; ich habe sie alle über die Klinge springen lassen!" Genau so haben es die Obrenowitsch mit ihren Gegnern gehalten. In einer, vor drei Jahren zu Berlin erschienenen Broschüre Das Ende der Dynastie Obrenowitch" finden sich einige Mittheilungen über die Kabinetsjustiz der serbischen Fürsicn. Der Verfasser schreibt: Die serbischen Gefängnisse haben seit der Zeit, da es bekannt wurde, daß die beiden Frauen Markovic und Knischämn im Kerker erdrosselt wurden, in Europa keinen guten Ruf. Man kann sagen, an der Milde, mit der ein Volk seine Gefangenen behandelt, kann man die Höhe seiner Kultur bemessen. Serbien wird sich wahrscheinlich gegen diese Sentenz aussprechen, denn es gibt kein Land in Europa, das mit größerer Grausamkeit und Härte seinen Gefan, genen gegenübertritt als eben Serbien. Serbien mißt mit zweierlei Maß: die schwersten Ketten, den Giftbecher, die Rebschur hält es für den Märtyrer seiner Ideen bereit; der gemeine Meuchelmörder dagegen führt im Zuchthaus ein friedliches Dasein und wenn Noth an Mann ist, so öffnet ein humaner" Polizeipräfekt die Thüren der Strafanstalt und der Zuchthäusler schreitet zur Wahlurne, ja er geht mitunter aus derselben als Gewählter hervor und wird zu einem Mitgliede der gesetzgebenhen Körperschaft seines Vaterlandes! Der politische Sträfling dagegen muß darauf gefaßt sein, aus dem Kerker nicht mehr lebend zurückzukehren. Er wird in schwere Ketten geworfen und die Brutalität der serbischen Machthaber weiß die gräßlichsten Höhlen zu seiner Zelle zu machen. Die Belgrader Festung beherbergt einen großen Theil der serbischen Sträflinge. Sie besitzt eine Unmenge großer und luftiger Zellen, Arbeitsfäle und dergleichen, welche für die Aufnähme gemeiner Verbrecher bestimmt sind. Für die politischen Sträflinge jedoch sind unterirdischeZellen da, kleine feuchte Löcher, die tiefer liegen als der Spiegel der vorüberfließenden Donau und zumeist gar keine Fenster besitzen; ein kleines rundes Loch läßt Luft ein, damit der Gefangene Nicht sogleich er stickt. In der Belgrader Festung gibt es übrigens eine noch einfachere Methode, um zu sterben, als den Giftbecher oder die Erdrosselung. Gegenüber dem Festungskommando fuhrt eme unheimlich tiefe Stiege zu einem unterirdischen, noch aus der Römerzeit stammenden Brunnen, dessen Spiegel tiefer liegt als der Grund der Donau. Mancher politische Sträfling hat den Gang zu diesem Brunnen unternommen und wurde nicht mehr wieder gesehen. Vasa Pelagic, der Führer der serbischen Sozialdemokraten, wurde wegen Hochverraths verurtheilt, und bald nachdem er in das Gefängniß eingeliefert worden, meldete das Belgrader Preßbureau: Pelagic ist gestorben! Allein der Jubel war verfrüht, das Quantum Gift scheint zu schwach gewesen zu sein, denn die Thatsache, daß Pelagac noch lebte, desavouirte das Auswärtige Amt. Pelagic war noch nicht todt, rang aber um's Leben und erst einige Wochen später hatte er ausgerungen. An was er starb? Amtlich hieß es an einem Unterleibsleiden . . Alkohol-Motorboote bis zu 300 Pferdekraft kamen in der russischen Marine mit Erfolg zur Wer-Wendung.
Technischer Sanerflojs. LZersiü'siung und Zerlegung der Lust in ihre Bestandtheile.
P!c::tS Lebenwerk ..LustschnapA" Gin srioritätSstreit Zai ..Tnudilat Raoul Piktet" Haupte und Nebenprodukt und ihre Verwendung JuknnstSbilber. Sensationelle Nachrichten kommen aus dem Berliner Laboratorium Prosessor Raoul Pictets: Die Zeit scheint nicht mehr fern zu sein, da unsere ganzen Lebens- und Arbeitsverhältnisse wieder einmal eine wesentliche Umgestaltung erfahren und zwar durch das Lcbenswerk des großen Pl-ysikers Pictet. der in der deutschen Reichshauptstadt eine zweite Heimath gefunden hat. Bereits vor einem Vierteljahrhundcrt gelang Pictet. der 1842 in Genf geboren wurde und als Professor an der dortigen Universität wirkte, eine Leistung, die seinen Namen für immer in die Geschichte der Wissenschaft geschrieben hat. Er widerlegte die bis dahin geltenden Anschauungen von den permanenten" Gasen, die nicht verflüssigt" werden können, indem er durch Anwendung von Druck und Kälte Wasserstoff, Sauerstoff und Stickstoff in flüssigem Zustand überführte. Sein Professor Raoul Pictet. Verfahren wurde im Dezember 1877 in einer Versammlung der Akademie der Wissenschaften inParis vorgeführt, wobei der dortige Physiker Eailletet über gleiche von ihm erzielte Resultate berichtete, die aber durch eine ganz andere Methode, als diejenige Pictets. gewonnen worden waren. Die Bedeutung der Pictet'schen Entdeckung wurde zwar in den Kreisen der Chemiker und Physiker erkannt, das Publikum interessirte sich aber noch wenig hierfür; man dachte sich bei den Ausdrücken flüssiger Sauerstoff," flüssiger Stickstoff" nicht viel. Anders wurde es, als man von flüssiger Luft" hörte. Wie, es sollte möglich sein, aus Luft etwas Greifbares, eine Flüssigkeit, so eine Art Schnäpschen zu machen? Der erste, dem es gelang, eine größere Menge dieses Luftschnapses" in einer offenen Rohre herzustellen, war Professor Dewar, der 1891 in der Royal Society i London zum erstenmal seinen Versuch vorführte. Noch größer war das Aufsehen, als der deutsche Ingenieur Slaxl Linde vor etlichen Jahren in die Technik eine Maschine einführte, die Luft in großen Mengen auf einfache Art verflüssigte. Linde ging alsbald daran, seine Idee auch für die Gewinnung von Sauerstoff in großen Mengen zu verwerthen. Inzwischen hatte aber auch Pictet neue Erfolge nach derselben Richtung hin erzielt, und es kam deshalb zu einem Streit zwischen den beiden Forschern über die Priorität. Gegen die Patentanmeldung Pictets bei dem deutschen Patentamte wurde Einspruch erhoben; das Patentamt wies jedoch die gegnerischen Einsprüche zurück und erkannte das angemeldete Verfahren Pictets zur kontinuirlichen Herstellung von industriellem technischem Sauerstoff mit Hilfe minimaler Kompressionsarbeit" als vollkommen neu. Für Ausnutzung dieses Verfahrens hat sich bereits ein Syndikat Raoul Pictet" gebildet, das in Manchester eine große Anlage mit 200 Pferdekräften baut, durch welche die Galloway'schen Kessclwerke, auf deren Terrain sie errichtet wird, und die ganze Stadt Manchester mit technischem Sauerstoff versorgt werden soll. Die Maschinen in Manchester sollen täglich ein Quantum von 450,000 Kilogramm Luft verflüssigen, beziehungsweise Sauerstoff, Stickstoff und Kohlensäure verarbeiten. Die Betriebskosten werden fast ganz durch die Herstellung flüssiger Kohlensäure gettckt. In Deutschland wurden im vergangenen Jahre 45.000.000 Kilogramm Kohlensäure zum Preise von 40 bis 80 Pfennige per Kilogramm verbraucht. Der Sauerstoff kann zu z Pfennig pro Kubikmeter erzeugt und mit drei bis vier Pfennigen pro Kubi!meter abgegeben werden. Die technische Verwerthung der ge wonnenen Produkte hat also bereits einen beträchtlichen Umfang angenommen. Es sei nur daran erinnert, daß flüssige Kohlensäure zu Kältemischungen. zum Betrieb von Eismaschinen und Bierdruckapparaten, zur Darstellung künstlicher Mineralwässer, als Feuerlöschmittel verwendet wird und daß der Stickstoff zur Darstellung von Salpetersäure und Salpetersalzen (Dünger) benutzt werden kann. Aber Stickstoff und Kohlensäure sind gewissermaßen Nebenprodukte; die Haupt-
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sache bleibt der Sauerstoff, dessen Mas senhersteüung auf zahlreichen Gebieten eiv.e Ilmwälzu.g hervorrufen wird. Man bedenke nur, daß der Sauerstoff es ist, der die Verbrennung bewirkt, baß Zufuhr von Sauerstoff aso in Betracht kommt, wo es sich um Gewinnung rcn Wärme oder Licht handelt, und daß der Sauerstoff unsere Lebensluft" ist. Man wird nun mit dem kostbaren Gase ohne große Kosten die Luft in Wohnräumen. Schulen. Spitälern verbeijern und es als bereits bewährtes Heilmittel weit umfangreicher verwenden können; man wird die Kohle im häuslichen Ofen wie in der Fabrik weit besser ausnutzen als bisher. Hunderte von Industrien, insbesondere d'.e Hüttentechnik, werden zu besseren und billigeren Betriebsarten gelangen; neue Beleuchtungsmcthoden werden auch bercits angekündigt. Der Mitarbeiter Pictets, Professor Sauermann, theil! unter Anderem das Folgende mit: Ein von uns erfundener, winzig kleiner Gasglühkörper von kaum 20 Lttern Konsum per Stunde gibt auf den gleichfalls von uns ausgearbeiteten Brennern mit Sauerstoffzufuhr ein Licht, das dem einer kleinen Bogenlampe fast gleichkommt. Dabei kosten die 250 bis 300 Kerzen, die es ausstrahlt, nicht ganz einen halben Psennig per Stunde, bei WassergasbeNutzung noch viel weniger. Wir können natürlich auch größere Brenner mit 1000 und 2000 Kerzen Lichtstärke herstellen, womit die elektrische Beleuchtung auf ihrem ureigensten Gebiete, dem Starklichte, geschlagen wäre." Alle die vorgenannten Unternehmungen und Pläne stellen leicht erreichbare Ziele dar; aber auch der Phantaste eröffnet sich ein weites Gebiet. Bedenkt man z. B., daß Sauerstoff. Kohlenstoff. Stickstoff und Wasserstoff die Hauptbestandtheile der organischen Materie sind, daß jeder Organismus sich in der Hauptsache aus Elementen aufbaut, die in der Atmosphäre enthalten sind, so bietet sich reichlich Gelegenheit zu kühnen Spekulationen. Die Neigung der einzelnen Elemente, chemische Verbindungen miteinander einzugehen, hängt mit der Temperatur zusammen. Substanzen, die sich bei hoher Temperatur stürmisch miteinan-
der verbinden, haben nicht die geringste Neigung dazu, wenn's kalt ist. Durch Anwendung so außerordentlicher Kältegrade, wie sie nun Pictet und seine Kollegen erzeugen, werden ganz neue Möglichkeiten eröffnet. Das vcisiwurmbrcnncn. Eigenartige Industrie im t5lbZhale an der böhmischzsächfischen ?reuze. Wenn sich zur Sommerszeit der Abend auf das Elöthal an der böh-misch-sächsischen Grenze herniedersenkt, kommen von allen Seiten her Leute mit Körben, die am Ufer einen Dreifuß mit kesselartigem Obertheil aufstellen. 25cißwi:rmbrei'.nen cn der Elbe. Rings um den Dreifuß werden Tücher ausgebreitet, und bald prasselt in dem kesselartigen Obertheil ein loderndes Holzfeuer. Durch die hoch aufflackernde Flamme werden die über dem Wasserspiegel schwärmenden Eintagsfliegen angelockt; sie durchfliegen in Schwärmen das Feuer kreuz und quer, verbrennen sich aber dabei die Flügel und fallen auf die ausgebreiteten Tücher. Um neun Uhr Abends ist gewöhnlich die Flugzeit des Weißwurms, wie die Eintagsfliege genannt wird, vorüber. Die Tücher werden sorgsam zusammengenommen, der Korb wird gepackt, nachdem das Feuer verloschen ist. Am nachsten Morgen breitet man die Tücher im Garten auf einem Rasenplätze in der Sonne aus. Die Reste der Flügel dörren nun ab und die Körper werden in einer Mulde durch schwingende Bewegung und Luftzug von ihnen befreit. Die Leiber der Eintagsfliegen sehen wie Roggenkörner aus und werden quartweise als Vogelfutter, besonders -für Nachtigallen,' Schwarzplättchen, Rothkehlchen etc. verkauft. Die Puppen des Weißwurms schwimmen im Juli zu Tausenln stromabwärts und die Eintagsfliege entsteigt am Abend ihrer Hülle, um ihren ersten und letzten Ausflug zu unternehmen, denn diejenigen, die nicht den Feuertod sterben, enden auf natürliche Weise noch in derselben Nacht. Der materielle Erfolg des Weißwurmbrennens ist nicht bedeutend, da ein Quart mit nur 10 bis 25 Cents bezahlt wird. Ans einczn ftmtmt. Elise besah sich noch einmal in ihrem Taschenspiegel und setzte den Hut zurecht dann sprang sie in di? kalte Fl,.th!"
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Eine seine Ars Kardinal. Ein und ein halbes Pfund ungeblauten Zucker taucht man rasch in kaltes Wasser und legt ihn darauf in die Terrine. Wenn er geschmolzen ist, vermischt man eine Flasche Burgunder, eine halbe Flasche Arrak und eine Flasche Champagner damit, gibt nach Geschmack Pommeranzcnessenz hinzu und stellt das Ganze kurze Zeit auf Eis. Vutterbiskuit. Dreiviertel Pfund feingestoßenen Zucker, acht Eier, ein halbes Pfund Mehl, ein halbes Pfund zerlassene Butter, Zucker und ' Eigelb werden zusammen verrührt.das abgeriebene einer Zitrone dazu gethan, dann der Schnee, alsdann das Mehl und zuletzt die Butter. Alles wird sachte behandelt, in eine mit Butter bestrichen? Form gefüllt und in nicht allzu heißem Ofen gebacken. Mais als Schassutt e r. Zum Mästen der Lämmer oder ausgereiften Schafe ist der Mais ein vorzügliches Futter. Zuchtschafcn müssen Wurzeln, Rüben, Kleie, Hafer, Kleeheu und andere Futterarten, die viel Eiiveiß enthalten, verabreicht werden. Mutterschafe verlangen auch stickstofshaltiges Futter, wenn sie lediglich zum Mästen bestimmt sind, und es ist deshalb enthülster Mais und Kleeheu für sie zu empfehlen. Heringsauflauf. Zwei Heringe werden gut gewaschen, gehäutet ausgegrätet und in Würfel geschnitten. In eine mit Butter bestrichene Form legt man zuerst gekochte Kartoffelscheiben. dann Heringe, dann wieder Kartoffeln, immer einige Butterstückchen darauf; die obersten Schichten müssen Kartoffeln sein. Darüber gießt man einige Eier mit saurem Rahm verklopft, noch etwas Butter und bäckt dieselben schön gelb. Man kann den Guß von Rahm und Eiern auch weglassen und dafür unter den Hering hartgesottene Eier, in Scheiben geschnitten, legen. Die Kartoffeln werden etwas gesalzen. Salat von gemischten Gemüsen, In Art der bekannten Mixed Pickles läßt sich ein delikate? Salat bereiten. Hierzu nehme man z. B. Blumenkohl, Karotten. Spargel, Sellerie, Bohnen, Kohlrabi u. s. w.
und kocbe diese, sauber gereinigt, in Salzwaner weick. Wte dieses abtrovsen, arrangire die geschnittenen Gemüse dann hübsch auf einer Schüssel und gieße die Sauce darüber. Zu dieser benutzt man die Salatingredienzien, nachdem man im Oel geriebene hartgekochte Eidotter verrührt hat und der Sauce etwas Senf zufügte. Ein Garniren ist bei so bunter Schüssel nicht nöhig. Heilung der Kummetwunden. Wenn ein Pferd durch ein schlecht sitzendes Kummet wund gerieben ist, soll man es, wenn möglich, einige Tage ruhen lassen. Während dieser Zeit reinigt man die Wunde mit einer lauwarmen Abkochung von Nußblättern, der warmer Wein oder etwas Branntwein beigemischt wird, und wäscht die Wunde öfter mit KreolinWasser aus. Die auf diese Weise behandelte Wunde wird schnell heilen. Trotzdem wird es gut sein, das erste Mal, wenn das Pferd wieder im Kummet geht, die Wunde mit einem reinen Leinwandll-vpen, auf den etwas Honig gestrichen ist, zu bedecken. Zinngerä the silberweiß zu putzen empfiehlt sich folgendes Mittel: Man scheuert das Zinn in einer Lösung von Wasser mit etwas Soda und Seife erst ab, läßt ablaufen, trocknet und reibt dann mit einfachem Mehl und zerknülltem, alten ZeitungsPapier nach. Eine zweite Art der Reinigung geschieht, indem man gewöhnliches Kochsalz mit einer Kleinigkeit Wasser anfeuchtet, so daß man einen dicken Salzbrei erhält. Mit diesem scheuert man alsdann das Zinn rein, spült es, läßt es abtropfen und ganz trocken werden und reibt es danach mit einem Kreidelappen über. Die Hzuptfache ist, daß das Zinn weißen Glanz behält und nicht einen blaugrauen Schein annimmt, durch den es unsauber aussieht. Fremdkörper im Auge und im Magen. Durch Unachtsamkeit kann es gtschehen, daß man Glasur, Glassplitter, Fischgräten oder sonstige spitze Körper verschluckt. Der erste Gedanke, der sich in solchen Fällen einstellt, ist natürlich, so schnell wie. möglich ein Brechmittel zu geben. Dieses Mittel ist aber entschieden schädlich, denn durch Brechen wird der fremde Körper nicht nur nicht abgeführt, sondern die Schleimhäute des Magens werden angegriffen und die Speiseröhre wird womöglich verletzt. Zuerst gibt man dcmPatienten etwas zu essen, und zwar solche Speisen, die eine bedeutende Masse darstellen, und somit eine dichte Hülle für den Fremdkörper onoen. Aann erst kann man das Brechmittel anwenden. Die in Frage stehenden Speisen bestehen aus Bohnen, Kartoffeln. Erbsen u. s. w., schneller noch, ist in solchen Fällen eine gute, dicke Brodsuppe bereitet; auch half in solchen Fällen mit Erfolg ein Butterbrod, dick mit Honig bestrichen. Bei einem verletzten Auge, in welches sich etwa ein Sandkörnchen einlogirt hat, genügt es, zu verhindern, daß das Auge berührt wird. Dann ist das obere Augenlid über das untere zu ziehen, so daß das Auge thränt; auch kann man mittelst eines kleinen Stäbchens von zusammengerolltem SeidenPapier Kohlenstückchen, Sandkörnchen u. s. w. leicht entfernen.
