Indiana Tribüne, Volume 26, Number 271, Indianapolis, Marion County, 8 July 1903 — Page 5
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Jndiana Tribüno, 8. Juli 1003. 5
ilsasstas 3Tatuusdjafjc. Ihre zur Zeit och g?r!nge Ausbculuiist und die Ursachen.
Qlue CTittte Cnfel Citr.i etreiveanban, ?.Ic:,;l'.Ät, üccttaritljuni uiO V!ira lienlager KayslL, ?et?oleumflöer uod Ho!;des:änZe ii visenbahuprojekt. In fccr Entwicklung Alaskas ist ein neues Moment hervorgetreten, indem die Ler. Staaten-Regierung allen Tenen, die sich behufs des Betriebs von Ackerbau in jenem Territorium ansiedeln wollen, Heimstätten angeboten hat. Tas Areal Alaskas umfaßt 590.804 Quadratmeilen oder 363.000,000 Acker und kommt an Ausdehnung dem Flächencehalt der folgenden Staaten zufammengenommen gleich: Maine, New Hampshire. Vermont, Massachusetts, Nhode Island, Connecticut, New York, New Jersey, Telaware, Pcnnsylvanien, 'I'!ary!and, Virginien, West-Äir-ginie:'. Nord- und Süd-Carolina, Florida, Georgia, Alabama, Mississippi und Tennen. Ein großer Theil dieses ungeheueren Gebietes eignet sich vorzüglich zu Ackerbau und als Weideland. Alaska vermag 200.000 Familien je 320 Acker fruchtbares Land zu liefern und 3.000,000 Personen bequcm zu unterhalten. Schon jetzt werden in dem Territorium mit dem Anfou von Weizen, Gerste, Hafer, Roggen und Gemüse gute Erfolge erzielt, wabrend auf den grasreichen Weiden Ninder-, Schaf- und Schweineheerden ausreichend: Nahrung finden. Däneben erzeugt Alaska aller Arten Veerm im Ueberfluß. Alaska birgt aber noch andere Naturschätze, die zum größten Theil noch der Hebung harren. Bis jetzt war das Territorium der Außenwelt meist nur durch seine Goldfelder bekannt, die, obwohl sie kaum angezapft sind, den Münzen Onkel Sams bereits viele Millionen Tollars des gleißenden M:talls geliefert haben, weit mehr, als der Ankaufspreis für das Territorium in Höhe von 57,200.000 seiner Zeit betrug. Alaska verzeichnet noch ausgedehnte Lage? an Silber- und Kupfercrz. Kohlen, Blei, Zinn. Zinnober, Arsenil, Antimon, Mangan, 5!orund (Diamantspat), Schiefer, Thon und verschiedenen Arten Bausteinen. Desgleichen liefert das Land Petroleum. Große Kupfererzlagcr sind unter Anderem im Chittyna-Thale, an einem 140 Meilen von Valdes entfernten Punkte gefunden worden. Das Erz enthält von 16 bis 85 Prozent reines Kupfer. In dem Thale ereignete sich unlängst ein großer Bergrutsch, wobei ein Bett Kupfererz mit reichem Kupfergehalt zuTaae rrat; denGesammtgehalt des Lagers schätzt man auf 40.000.000 Tonnen.' ' ' Die ' Valdes-Bai und ' der nördlich davon befindliche Paß bilden die amerikanischen Eingänge zum Jukon-Thale, und man hat bereits nach dem Inneren eine Eisenbahn vermezzen und theilweise planirt, da das Kupfer im Chittyna-Thale. obzwar es so leicht zu brechen ist, wie das Eisenerz am Superior-See, ohne SchienenVerbindung der Außenwelt nicht zugeführt werden kann i;nb somit werthlos bleibt. Die Eisenbahn stellt zugleich die kürzeste Verkehrslinie nach Dawson und dem Jukon-Thale dar. Kohlen- und Kohlenölfelder sind in verschiedenen Gegenden Alaskas entdeckt worden, und zwar in einer Ausdehnung, daß das Territorium berufen sein dürfte, dereinst an die Stelle Pennsylvaniens, wenn dort die An-thracit-Kohlen-Lager und der Oelreichthum nach Generationen erschöpft sein sollten, zu treten. Eines der größten Kohlenfelder Alaskas liegt westlich von Kenal auf der Seward-Halbinsel. In der Ausdehnung rangirt es gleich nach dem Kohlenbett von Kayak, wo auch Kohlenöl gefunden wird. Unter allen Kohlenfeldern der Ver. Staaten liegt das von Kenal den überseeischen Besitzungen Hawaii. Samoa, Guam und den Philippinen am nächsten; die Entfernung von Kenal nach Asien ist um 2000 Meilen geringer, als die von den Minen am Puget-Sund oder von San Francisco nach jenem Erdtheile. Hinsichtlich des Vorkommens von Petroleum im südlichen Alaska kann man drei Gebiete unterscheiden, nämlich den -Cold Bai-, den Cook Buchtund den Kayak Distrikt. Während in allen diesen Bezirken unzweifelhafte Beweise für immensen Petroleumsreichthum vorliegen, dürfte in der Folgezeit die Aufmerksamkeit des Publikums im Großen sich zunächst dem Kayak Distrikte zuwenden, wo bereits mehrere hunderttausend Dollars ' rerausgabt worden sind zu Vermessungen, zum Landstraßenbau, zur Beschaffung von theueren Maschinen, Barken, Barkassen und kleinen Booten. Man sieht -schon zahlreiche Oelquellen-Der-ricks, ähnlich den in Pennsylvanien gebrauchten, und thatsächlich hat Kayak bereits seine Petroleumbörse. Eine Analysirung von Oelproben, die man einer vor etlichen Monaten in einer Tiefe von 305 Fuß erbohrten Quelle entnahm, ergab 69 Prozent Naphtha und Leuchtöl, sowie 16.5 Prozent Schmieröl; der Rest bestand aus Paraffin, Vaselin und einem geringen Prozentsatz .Boditz. Das Erzeugniß 'de? Quelle repcäseniirte somit die beste Petroleumsorte, die je auf der Erde entdeckt worden ist. Die Mündung des Brunnens wurde vorläufig geschlossen, Autoritäten behaupten aber, er sei ein 2000 Barrel-Gusher." . ' A . If, i . . . , , r
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in seiner ganzen Ausdehnung feines Bau- und Brennholz, zumeist Weißianne. Das Klima ist mild, und die Temperatur sinkt km Winter selten bis auf Null. Der Schneefall beträgt in diese? Jahresznt gewöhnlich drei bis fünf. Fuß. Der Kayak Distrikt ist für Schiffe zu allen Jahreszeiten zugänglich. Er hat zwei Eingänge, von denen der eine sich zwischen dem Festlande und Big Kcyak Island befindet, während der andere zwischen Big und Little Kayak Island liegt. Der eine Meile von Kayak Town. bei Little Kayak Jsland befindliche Ankerplatz gewährt bei Unwetter genügenden Schutz. Was Alaska zur Erschließung feiner mineralischen und agrikulturellen Schätze benöthigt, sind .ausreichende Verkehrsfazilitäten. Der Plan zur Anlage einer Eisenbahn von Seattle, Wash., oder Vancouve? durch Alaska hindurch bis zur Beringsstraße, wo mittelst Tunnels oder Fährboote eine Verbindung mit der transsibirischen Bahn hergestellt werden soll, mag als Chimäre bezeichnet werden; das Projekt ist aber nicht nur ausführbar, sondern seine Verwirklichung erscheint auch rathsam, so weit es das alaskische Glied betrifft. Durch die AckerbauDistrikte des Territoriums geführt und mit Zweiglinien nach den Hauptfachlichsten Minenbezirken versehen, würde solch' eine Eisenbahn in absehbarer Zeit die ersteren in Gebiete verwandeln, so reich und bevölkert wie die Staaten des mittleren WestenZ, während die Grubendistrikte in Bezug auf Bevölkerung und Prosperität auf gleiche Stufe mit Colorado, den Black 5)ills in Süd-Ta-kota und den reichen Grubenbezirken in Britifch-Columbia gelangen würden Kischinew macht Schule. In Nowgorod Ssjewerks im Gourernement Tschernigow war kurz nach dem Blutbad in Kischinew ein Gerücht im Umlauf, demjenigen ganz gleich, welchcs jenes Massacre verursachte, nämlich: daß die Regierung die Austilgung der Juden befohlen habe. Die Leute begannen ganz offen ihre Vorbereitungen zu treffen, besprachen die Sache öffentlich und bestimmten den 27. Mai, den Krönungstag, für die Massakres. Ein panischer Schrecken befiel die jüdische Bevölkerung, welche sich an dem fraglichen Tage in der Synagoge versammelte. Vor und in dem Gebäude befanden sich 5000 Personen, welche dem Beginn des Maakre entgegensahen, aber eine starke Polizeimacht patrouillirte die Straßen und verhinderte die Ansammlung von Volkshaufen. Doch schrieen hier und da Gruppen: Schlagt die Juden todt!" Der Tag ging aber ohne ernste Unruhen vorüber. Fürst Galitzin und mehrere Priester der russischen Lirche wohnten der Krönungsfeier in der Synagoge bei, um die Juden zu beruhigen., Ihre Gegenwart setzte der Verfolgungswuth des Pöbels einen Dämpfer auf. Glücksnummer neun. Während der jüngsten Rennen in Longchamps bei Paris erschien über der Rennbahn Sants Dumont mit seinem Luftschiff Nr. 9 und vollführte mit demselben eine Anzahl verschiedener Bewegungen, welche den Enthusiasmus der Menge erregten. Dumont landete dann ohne fremde Hilfe in der Mitte des Rennplatzes, wo ihm große Qvationen bereitet wurden. Dann stieg er wieder auf und fuhr, nachdem er eine zweite Serie von Manövern gemacht hatte, in der Richtung von Bagatelle heim. Ein merkwürdiger Zufall während der Anwesenheit von Dumonts Luftschiff Nr 9 war es, daß zwei Rennen von Pferden gewonnen wurden, welche auf dem Rennprogramm die Nummer 9 trugen. Beleidigung eines Sult a n s. Unliebsames Aufsehen erregte in London eine Beleidigung, die dem Sultan von Johore, einem der angeschönsten indischen Fürsten, zugefügt wurde, als er jüngst in Freemantle in Westaustralien eintraf. Der Zollbe amte, der an Bord kam, entschied, der Sultan sei als Asiate ein verbotener Einwanderer" und dürfe daher nicht landen. Der Sultan wußte sich zu helfen und erklärte, er werde künftig in diesem ungastlichen Lande kein einziges Pferd mehr kaufen." Der Sultan ist ein großer Pferdezüchter; nach vier Stunden traf der Bescheid ein, Seine Hoheit" könne landen.
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Der Fesselballon, in seiner Verwendung für Kaffeekränzchen, bietet die einzige Sicherheit, daß die Unterhalt tung nicht vörr Unberufenen belauscht werden kann.
TaS Galgcnliaus in Berlin
Noch im Beginn des 19. Jahrhun. derts führte den Beinamen Galqen Haus" das Haus Brüderstraße 10. nahe der Spreegasse in Berlin; durch folgende Begebenheit hatte ihn das Haus erhalten: Unter der Regierung des Königs Friedrich Wilhelm I. fanden in Berlin sehr viele Hausdiebstähle statt, und keine behördliche Maßregel wollte dagegen fruchten, so daß der König im Zorn ein Edikt ergehen ließ, wonach jeder ertappte Hau.dieb, zur öffentlichen Warnung, ohne.'weitere Prozedur vor dem Hause, worin er gestohlen, aufgehängt werden sollte! Der Befehl war kaum ergangen, als in dem Hause des Ministers von Hoppe ein silberner Löffel vermißt wurde, auf den der Minister selbst rinen großen Werth legte. Der Verdacht fiel auf ein kurz vorher in den Dienst getretenes Hausmädchen, dessen Umgang mit einem armen Soldaten ihm die Feindschaft der übrigen Dienstgenossen und endlich die Anklage zugezogen hatte, von der es sich zu reinigen nicht vermochte. Mehrere Umstände sprachen außerdem gegen das arme Mädchen, welches keinen Vertheidiger fand und sofort dem Edikt geopfert wurde. So unangenehm dem Minister die Ezecution vor seinem Hause auch war, so durfte er doch dem Befehl des Monarchen nicht zuwiderhandeln; man errichtete dicht vor der Thüre seines Hauses den hölzernen Galgen (einen SchandPfahl mit einemArm) und hing die angebliche Hausdiebin auf. Welch Aufsehen diese Begebenheit in Berlin machte, und welch einen Zulauf dieses neue Schauspiel fand, wird jeder ermessen können. Am Tage der Hinrichtung konnte Niemand die Brüderstraße Passiren, und noch ein Jahr nach der Ezecution standen immer ganze Haufen Neugieriger dem Hause gegenüber und erzählten einander von dem Galgen, der dort gestanden, von dem schönen Dienstmädchen und dem rührenden Schauspiel der Hinrichtung. Unter solchen Umständen konnte dem Minister sein Haus nicht mehr ange-' nehm sein, besonders als kurze Zeit darauf der Zufall die Unschuld des geopferten Dienstmädchens und den eigentlichen Dieb an's Tageslicht brachte. Der Hausdieb war eine zahme Ziege gewesen, welche den silbernen Löffel verschleppt hatte und ihn selbst wieder zum Vorschein brachte. War das Haus bisher von Neugierigen umlagert, so wurde es nach dieser Entdeckung beinahe erstürmt; Jedermann wollte die Ziege, den Löffel, den Ort, wo derselbe versteckt gewesen, sehen. Die Polizei war nicht mehr imStande. die Zudringlichen zu halten, und der Minister beschloß, sein Haus zu verkaufen. Doch Niemand wollte das Ealgenhaus besitzen. Der König nahm, nachdem die Unschuld des Mädchens erwiesen, das strenge Edikt zurück und ließ das Haus durch den Magistrat dem Minister abkaufen. Noch in den dreißiger Jahren ' des vorigen JahrHunderts war vor der Thüre des Hauses Brüderstraße 10 das Loch zu sehen, worin der hölzerne Galgen gestanden; es wurde später mit einem eisernen Gitter versehen und als Kellerloch benutzt. Aufderrichtigen Spur. Ein kleines Mädchen hat sich in München verlaufen und weint jämmerlich. Zwischen ihm und einem hinzugekommenen Polizisten entspinnt sich folgendes Zwiegespräch: Wie heißt du?" Woiß net!" Wo wohnst du?" Woiß net!" Wie heißt dein Vater?" Woiß net!" Wie heißt deine Mutter?" Woiß net!" Wo holt deine Mutter 's Biar?" Im Augustinerbräu." Dorthin geführt, wird das Kind als Sternhubers Resi erkannt! Ein Meteorolog. Es sind dreißig Grad Reaumur im Schatten weißt du übrigens. Kleiner, wer Reaumur war? Freilich: der Mann, der die Hitze erfunden hat. Als Störer der Militär. Disciplin haben sich neuerdings die berüchtigten New Jersey' Moskitos erwiesen. Im Feldlager von SeaGiri lagen unlängst zwei Compagnien Bundes - Infanterie, um daselbst Schießübungen abzuhalten. Das Aufziehen der Wachen erfolgte dort jeden Abend gegen 6 Uhr. Es schien nun ein: geradezu internationale Verabredung der Moskitos der ganzen Welt zu sein, jeden Abend gegen 6 Uhr einen Angriff auf die geplagte Menschheit zu unternehmen. Am meisten heimgesucht waren diejenigen Soldaten der Bcl'anung des Lagers, welche an dem Aufziehen der Wachen betheiligt waren. Gerade in dem Augenblicke, da die Inspektion der Truppe begann und jeder Mann in Uniform auf das Commando Stillgestanden" nicht mehr mit der Wimper zucken sollte, stürzten sich die blutgierigen kleinen Dinger unbarmherzig auf die armen Soldaten, welche fürchterliche Qualen ausgestanden haben müssen. Eine ganze Anzahl derselben war nicht im Stande, die scheußliche Folter länger auszuhalten und jagte mit der Hand ihre Peiniger weg, obwohl dies gegen die Disciplin verstieß. Aber die Officiere, hatten ein Einsehen mit der die Handlung der Soldaten entschuldigenden Situation und keiner derselben wurde wegen der begangenen Be:letzung der militärischen Disciplin zur Verantwortung , gezogen oder in Strafe genommen.
Die medizinische G e sellschaft in Tokio brachte kürzlich in der Deutschen medizinischen Wochenfchrift zum ersten Male in deutscher Sprache einen Bericht über ihre VerHandlungen in den Sitzunzen vom October 1902 bis zum März, 1903. Die Verhandlungen legen, so schreibt jenes Blatt, ein beredtes Zeugniß ab für den, regen wissenschaftlichen Geist, der in den Kreisen der japanischen Aerzte herrscht, und sie geben überdies ein erfreuliches Zeichen für die vorzügliche Beherrschung der deutschen Sprache, die sich dieselben erworben haben. A n d e r amerikanischen Versicherungs - Gesellschaft Mutual, welche auch in Oesterreich Geschäfte betreibt, wurde ein raffinirter Betrug berübt. Der in Trieft ansässige Kaufmann Alois Grebenz, sowie der beim Mutual bedienstete Victor von Zeritsch machten an Lungenschwindsucht leidende Personen ausfindig und erlangten durch falsche Angaben oder Unterschiebung von anderen Personen Gesundheitserzeugnisse des versicherten Kranken auf hohe Summen. Im Ganzen wurden solche Policen auf 345.000 Kronen ' ausgestellt. Durch den raschen Tod eines gewissen Petschek, welcher wenige Wochen nach dem Abschluß der Versicherung an Lungen schwindsucht starb, schöpfte die Gesellschaft Verdacht und stellte den Thatbestand des Betruges fest, worauf die oben genannten Personen verhaftet wurden. EinAttentataufeinen Hauptmann ist in der Provinz Posen von einem Soldaten verübt worden. Auf dem Truppenübungsplatz Viedrusko (Weißenburg), wo großeTruppenllbungen stattfanden, waren u. a. das 37. Infanterie - Regiment aus Krotoschin und das Feldartillerie-Re-giment No. 56 aus Lissa unterg:bracht. Nachts fuhren mehrere Offiziere in Civil, die bei einem Schützenfeste in einer der umliegenden Ortschaften gewesen waren, auf einem Krümperwagen die Chaussee Prämnitz - Goslin entlang, um nach Viedrusko zurückzukehren. Unterwegs wurde der Wagen von Soldaten angehalten; diese verlangten, mitgenommen zu werden. Als ihnen dies abgeschlagen wurde, zog einer der Leute blank, und der Hauptmann Maschke vom 37. Infanterie - Regiment aus Krotoschin, der auf dem Rücksitz saß, erhielt einen Hieb über den Kopf. Der Offizier trug eine stark blutende Stirnwunde davon und mußte nach dem Garnison - Lazareth übergeführt werden. Man vermuthet, daß derAttentäter ein Soldat des Feld - Artillerie - Regiments No. 56 ist. i I m Londoner Hippodrom, in dem 33 Löwen vorgeführt werden, ereignete sich dieser Tage eine heitere Scene. Ein Herr Ahrensmeyer, berufsmäßiger Hypnotiseur, hatte sich erboten, den prächtigen Löpen Abdullah" zu hypnotisiren. Ahrensmeyer betrat den Kcifig in Begleitung des Löwenbändigers, und Abdullah", der Löwe, benahm sich zunächst ganz ruhig und artig und würde wahrscheinlich auch von dem Hypnotiseur keine Notiz genommen haben, hätte dieser ihm nicht fortgesetzt in die Augen gestarrt. Da riß dem Könige der Thiere schließlich der Geduldsfaden. Abdullah" richtete sich majestätisch auf, duckte sich und würde Herrn Ahrensmeyer sicherlich seine Zudringlichleiten heimgezahlt haben, hätte sich der Bändiger nicht ins Mittel gelegt. Er ließ seine Peitsche knallen und hielt den Löwen so lange in Schach, bis der Hypnotiseur glücklich draußen war. Aber auch dann sprang Abdullah" noch mehrere Male wüthend cezen das Gitter des Käfigs und verfolgte seinen mit so großen Vorsätzen gekommenen Gegner unausgesetzt mit den Augen, bis er entschwunden war. Ahrensmeyer behauptete später noch immer, keine Furcht vor Löwen zu haben und sie mit Hilfe seiner unwidersiehlichen Augen bändigen zu können. JnderungarischenGemeinde Bazos verschied kürzlich ein wohlhabender Landmann, Namens Bellu. Wenige Tage nach seinem Tode schon nahm seine Wittwe, eine hübsche Frau von 35 Jahren, den 28jährigen Bauernburschen Vikul, mit dem sie seit längerer Zeit ein intimes Verhältniß unterhalten hatte, in ihr Haus und lebte ungenirt mit ihm. Der 18jährige Sohn der Wittwe, Joseph Bellu, machte der Mutter vergebns die heftigsten Vorwürfe, und statt sie von dem Liebhaber zu trennen, war er selbst gezwungen, das Haus zu verlassen. Neulich Morgens suchte nun Bellu den Geliebten seiner Mutter auf dem Felde auf, um ihn zu bewegen, von dem schändlichen Verhältniß abzustehen. Statt, aller Antwort versetzte Vikul dem jungen Bellu mehrere Peitschenhiebe ins Gesicht. Darob gerieth der Geschlagene in solche Wuth, daß er mit dem Geliebten seiner Mutter auf dcrStelle abzurechnen beschloß. Er ergriff eine Sense und bohrte sie dem Vikul in den Unterleib. Tödtlich getroffen stürzte Vikul zusammen. Aber noch war des jungen Bellu Rache nicht -gestillt. Er hob nochmals die Eense und riß dem Sterbenden mit einem, schnellen Schnitt den Kopf vom Rumpfe. Dann ging er vom Schauplatze des Mordes zur Gendarmerie, wo er unter genauer Schilderung des ganzen Herganges und der Motive des Mordes selbst seine Verhaftung beLehrte. '
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