Indiana Tribüne, Volume 26, Number 271, Indianapolis, Marion County, 8 July 1903 — Page 4

Jnvmna Tribune, 8. Juli 1903.

Jndiana Tribüne. HerauZzegebkn von der utenberg Es. Indianapolis, Ind.

Harrz O. Thudmm t t Präsident. GeschaftSlocal: No. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 2. ntered at the Post Office of Indianapolis as second class matter. I 1 Die deutsche Neform-Bewe aung. Es kann wohl keinem Zweifel unterliegen, daß sich das deutsche Reich in den Anfängen einer staatssocialistischen .Entwicklung befindet, die immer wei tere Kreise des wirtschaftlichen und socialen Lebens in fixen Vereich zieht. Wenn auf dem Gebiete der eigentlichen socialen Gesetzgebung, durch das erlah. mende Jnteresie des Kaisers und den Widerstand der Großindustrie, auch derzeit ein beschämender Stillstand ein getreten ist, so bat sich die staatliche Fürsorge dafür neue Gebiete erschloen und vor allem wurde es als die Pflicht des RkicheS erkannt, die gesundheitlichen Verhältnisse der in dieser Richtung am meisten gefährdeten Bevölkerungsschichtcn zu überwachen. Von diesem Gedanken geleitet, nahm das Reich den Kampf gegen die verheerendste Volkskrankheit, die Tuberculose, durch Gründung von Lungenheilstätten auf und in diesem Zusammenhange ist die deutsche ffabrikinspektion, der man opferwillige Tüchtigkeit nicht absprechen kann, immer mehr zu einer wirksamen Schutzwehr sür die arbeitende Bevölkerung geworden. Angesichts dieser Tendenzen erscheint es auf den ersten Anblick befremdend. So? in Xrn hiyrfoiprtrfifrpn Prtttdp ht? VUQ U 45 V V v r Gründung einer Partei welche diese Bestrebungen verkörpert, noch immer nicht erfolgt ist. Sind doch die Ansätze hiezu schon lange vorhanden, indem eine Reihe hervorragender Nationalökonomen, Adolph Wagner u. a., auf durchaus staatssocialistischem Boden stehen und eine derartige Neubildung sicherlich aus den nationalliberal gesinnten Kreisen, die Großindustrie natürlich ausgenommen, wesentlichen Sukkurs erhalten würde. Es ist jetzt etwas über 13 Jahre, daß der Kaiser in Frankfurt zu dem damaligen Oberbürgermeister Miquel, kurz vor dessen Berufung als Finanzminister, das Wort über die veralteten Parteien sprach und erst die jüngsten Wahlen haben wieder gezeigt, daß befnrrhT5 her Liberalismus, der ae mäßigte wie der radikale, mit seinem gegenwärtigen Programm schlechterdings nicht mehr aktionssähig ist. Das Princip vom sog. Nachtwächterstaat, d. h. der möglichsten Beschränkung der staatlichen Einmischung, hat endgiltig Fiasco gemacht und feine Hauptvertreter, die Richter'sche Gruppe und die süddeutsche Volkspartei, vermögen trotz ihrer strammen Organisation keine Erfolge mehr zu erringen. Weit schärfer,, als in jedem anderen Culturlande, schlägt in Deutschland das sociale Gewissen. Die Ueberzegung, daß einschneidende Aenderungen im gesellschaftlichen Organismus nicht mehr lange aufschiebbar sind, ergreift immer größere Kreise der gebildeten Stände. Viele darunter suchen ihr Heil bei der Socialdemokratie, und es sind zum Theil jene Elemente, welche die Behauptungen über völlige Harmlosigkeit und ähnliche artige Mäuserungshistörchen für naive Gemüther erfinden. Doch die überwiegende Mehrzahl der Gebildeten steht heute noch abseits von der Socialdemokratie, und aus diesen Schichten, soweit sie sociales Empfinden besitzen, müßte sich der Kern der staalssocialistischen Partei der Zukunft rekrutiren. Möglicherweise wird die Bewegung durch die neue Parteiconstellation in Folge der Wahlen beschleunigt. Es ist in sichere Aussicht zu nehmen, daß zwischen der Singer'schen Richtung und der gemäßigten, der compromißbereiten innerhalb der socialdemokratischen fAnrf (Jrtmhf fmrstftn -fjutin, uyutb ciuinf v w vfk.i, i. i . r r r in. cn . , ; a und Der DreiiRi caoeui me neaierunavcurs wird schon allein dafür sorgen. daß aus diesen Fractionswirren eine stärkere Betonung der revolutionären giett yervorgeyl. uann 111 oer nooen ri w H c geebnet für das Wirken einer Reform Partei, deren Programm zwar bescheide ner ist, als das der Socialdemokratie, dessen Durchführung aber immerhin im Vergleiche zu den gegenwärtigen tröst

losen Verhältnissen den Himmel auf Erden bedeuten würde. EineMöglichkeit, der Socialdemokratie als durch eine Socialgesetzgebung großen Stils entgegenzutreten, giebt es nicht. Alles, was bisher auf diesem Gebiet geschehen, sind natürlich nur leise Anfänge. Einerseits der Mangel an organisatorischen Persönlichkeiten, andererseits der gegenwärtige Byzantinismus hat bisher die neue Partei bildung gehemmt. Die Führer dieser Partei müssen feste, lautere Charaktere sein, Männer von unbeugsamem Rechtssinn, die heute in deutschen Landen noch immer vorhanden, wenn auch dünner gesät sind als jemals. Dm Zusammenschluß von Männern, welche der Revolution von unten durch eine einschneidende Socialgesetzgebung zuvorkommen wollen, hat. wie bemerkt, bis jetzt hauptsächlich die ablehnende Haltung des Kaisers verhindert. " Das unheilvolle persönliche Regiment hat allgemach die Initiative der höheren

Stände in Teutschland, die nie allzu groß war, derart erschlafft, daß man nichts mehr obne die Fürsten anfangen zu können glaubt. So ist noch vor den letzten Wahlen die famose Kaiferpartei" entstanden, deren Name ihre Ziele genugsam bekundet und die allerdings bereits wieder der Erinnerung anzugehören scheint. Auch dies ist eines der Anzeichen, daß das deutsche Volk der nun 13jährigen Aera der Viel- und Ruhmredigkeit müde ist und wieder in der inneren wie äußeren Politik einen klar erkannten CurZ gesteuert haben will. Als neulich der Hohenzollerndichter Wildenbruch es als eine Art nationales Unglück bejammerte, weil der junge Großherzog von Weimar eine solch absolute Interesselosigkeit gegenüber dem Goethebunde an den Tag lege, erhoben sich laute Rufe der Abwehr. Man wies mit Recht darauf hin, wie dieser Große selbst über die Herren Landesväter gedacht, ohne deren Protection servilen Seelen jetzt die Pflege seines Andenkens gefährdet erscheint. Gleichwie aber die Nation auf geistigem Gebiete die Füh. rung ihrer Fürsten, deren Vergangenheit diesem Ansprüche widerspricht, nicht braucht, also kann sie auch ihrer Leitung in politischen Dingen entrathen. Nachdem selbst die Demokraten längst in den einstens verhöhnten Wadenstrümpfen einhergeben und sich ihre Führer, wie Payer, ihre freie Männerbrüst mit Ordensbändchen behängen, ist derzeit die sociuldemokratische Partei die einzige Stätte, die der unabhängi' gen Gesinnung, lwenigstens nach obm. noch Spielraum gewährt. Daß die andere Partei, von der wir gesprochen, ihr möglichst bald zur Seite trete, ist im Hinblick auf die vielerlei Gefahren, welche das deutsche Reich bedrohen, dringend zu wünschen. Nun sollen es gar Anarchisten ge Wesen sein, welche den Mob in Evans ville leiteten. Man braucht nur zu lesen, daß die Opfer die in den vordersten Reihen standen im Alter von 18 25 Jahren standen und aus angefehenen Bürgerfamilien stammen, um das Unsinnige der Behauptung zu ersehen. Es war ein nnverzeihlicher Fehler der Behörden, dem Mob in EvanSville die dortige Miliz Co. gegenüber zu stellen. Die zumeist jungen Leute, welche den Hauptkrakehl machten, dachten gar nicht daran, daß die Milizler mit denen sie aufgewachsen waren, blindlings darauf los schießen würden, sondern betrachteten die ganze Geschichte als einen Spaß. Sie rechneten nicht mit der Nervosität der jungen Soldaten, die sich einem tausendköpsigen johlenden Mob gegenüber befanden. Eine Bajonetattacke hätte jedenfalls genügt um den unbewassneten Mob zu Paaren zu treiben. Mannerchor-Damenverein. Am Freitag, 10. Juli, findet die nächste monatliche Kartenpartie des DamenvereinS. des Jndpls. Männerchor" statt. Die Arrangements liegen in den Händen der folgenden Damen: Vors. Frl. Laura Hauß; Assistentinnen: Frau Wm. Gardner, Frau Gust. Jose, Frl. Frieda Minier, Frl. Emma Adam und Frl. Gleichen Frick. Damenverein des Sudseite-Turn-Vereins. Heute Abend findet die. vom letzten Mittwoch verschobeneGeschäftsversammlung des DamenvereinS des SüdseiteTurnveremS statt.

In Denver, ffol.,

Soll ein Jndianapoliser Selbstmord began gen haben. Laut einer Depesche aus . Denver, Col., hat dort der Civil-Jngenieur Charlls I. Coghlan von dahier in seinem Zimmer im Cobb-Hotel Selbstmord begangen, indem er sich mit dem Rasirmesser den Hals abschnitt. Vor etlichen Tagen hatte Coghlan, der im Juni von Indianapolis nach Denver gekommen war, von , seinem hiesigen Anwälte die Nachricht erhalten, daß am 26. Juni seine hier lebende Frau die nachgesuchte Schei dung von ihm erhalten hatte, sowie auch daß die beiden der Ehe entsprössenen Knaben vom Gerichte der Obhut der Mutter andertraut worden waren. Diese Nachricht soll den Mann in den Tod getrieben haben. Im Adreßbuche ist übrigens der Name Chas. I. Coghlan nicht zu sinden. - Neue Inkorporationen. Zwei ncue Gas-und OelCompagnien u.s. w. Mit einem Capitale von $40,000 ist die Chicago Gas & Oil Co Marion, incorporirt worden. Die Directoren find A. I. Whipple, John T. Alliug. C. Forest McLean, I. I. Nugent und J. K. Chandler. Als auswärtige Gesellschaft incorporirt wurde die Petra Oil Co.". '.SüdDakota, deren Gesammt - Capital 9500,000 beträgt, wovon 850.000 in Jndiana angelegt sind. Staatsagent ist T. H. Condon in Parker City. Andere neue Inkorporationen von gestern sind: Die State Bank", Walkerton; Capital 525.000. Jncorp?ratcren: John C. Vannatta, Vrookston, Ind.; M. S. Jount, Shelbyville, Ind.; I. D. Moore, Walkerton, Ind.; C. E. MeCarty, Walkerton, Ind.; D. W.Place, Walkerton, Ind., und 17 Andere. I. F. Hogan & Co., Capital 310,000; Marion, Ind. Jncorporatoren: I. R. Bennett, I. F. Hogan, W. I. Dean, H. M. Gilchrist und L. T. Hixon. Das Abbott Sanitarium", For Wayne, S10,000; Christian B. Stemen. Albert H. Macbeth, Louis Fox und Martin F. Scheck, Directoren... Die Progreß Building and Savings Association", Dillsdoro; Capital 325,000; Directoren: D. E. Kumler. A. F. Riester, William Neutrup,,und W. C. D. Stevenson. Die Arnold Abstract and Title Guaranty Company", South Bind, Capital $20,00; Directoren : Francis M. Jackson, Wildert Ward und Joseph E. Talbot. Kleine Stadtnachrichten. Mit d e m B a u t des neuen Eisenbahn -Y. M. C. A. Gebäudes in Brightwood, das $25,000 kosten wird, ist gestern begonnen worden. Die Big Four-Bahngesellschaft allein hat für den Bau 917,000 subscribirt. Man hofft, daß das Gebäude, das u. A. 52 Schlafzimmer haben wird, im October eröffnet werden kann. Die C i t i z e n s' L e a g u e" hat trotz ihres Fiascos wiederum Circulare an die Bürger der Stadt versandt, worin Jedermann aufgefordert wird, entweder der Liga und ihrenBestrebungen finanzielle Beihülfe zu leisten oder aber durch Beitritt als Mitglied die Stärke der Liga zu schwellen. In der gestrigen Sitzung der Jndiana Advocaten Vereinigung" wurden 60 neue Mitglieder aufgenom men. Zu Ehren der im verflossenen Jahre verstorbenen Mitglieder Frank B. Vurke, Nathan Morris, Charles C. Binkley und Ralph Applenhite fanden Memorial-Feiern statt. Im L ause der Sitzung wurden Vorträge vom Staats Präsidenten Trumann E. Palmer und Walter S. Logan gehalten. Von der Sitze überwältigt. An Meridian und New York Str. wurde gestern der "in No. 2123 Bellefontaine Straße wohnhafte, an einem Herzfehler leidende I. D. Hockerfmith von der Hitze überwältigt und stürzte ohnmächtig nieder. ' , Bei dem Falle erlitt er eine Kopfwunde. Dr Crockett vom Dispenfarium nahm sich seiner an und tranöportirte ihn, nachdem er wieder zum Bewußtsein gekommen war, per Ambulanz in seine Wohjnung.

Wieder ein Niveau-Kreuzungs-Unfall

Mit tödtlichem Ausganze. Von der Arbeit der Hochbahn-Com Mission oder von anderen Bestrebungen zur Beseitigung der Todesgefahr auf den Eisebahn - Niveaukreuzungen hat man in letzter Zeit nicht mehr gehört. Ab und zu ereignet sich jedoch ein entsetzliches Unglück, welches der Bürgerschaft in's Gedächtniß zurückruft, was gethan werden könnte, wenn man wollte, um diese höchst gefährlichen Kreuzungen zu beseitigen. Ein solcher Unfall ereignete sich gestern gegen 6 Uhr auf der Big Four Kreuzung an der 15. Straße. Dort wurde nämlich die in No. 1127 Ost 22. Straße wohnhafte Negerin Annie Powell beim Ueberschreiten der Geleise von dem aus Chicago einfahrenden Passagierzuge No. 13 niedergerannt. Sie trug einen doppelten Beinbruch, sowie Schädelbruch mit Gehirnverblutung davon und starb in der HospitalAmbulanz, die mit Dr. Schenck zu Hülfe gerufen worden war, während des Transports zum Hospitale. Augenzeugen dzs Unglücksfalles waren merkwürdiger Weis? nicht zu erMitteln. Die Leiche der Verunglückten wurde einstweilen im städtischen Todten hause untergebracht. Das Unkraut muß fort! Die Gefundheitsbehörde macht die Besitzer leerstehender Grundstücke nochmals darauf aufmerksam, daß das auf diesen Bauplätzen wuchernde Unkraut unbedingt niedergemäht werden muß, da dasselbe für gesundheitsschädlich gilt. Jeder Grundbesitzer hat nach Empfang der betr. Notiz eine Frist von 10 Tagen, um das Unkraut selbst zu entfernen oder entfernen zu lassen. Kommt er der Aufforderung nicht nach, so wird die Behörde das Niedermähen besorgen lassen und per Lot $1 dafür berechnen. Indpls. Creinatioii Society Die Indpls. Crernation Society" versammelt sich am morgigen Abend (9. Juli) im Clubzimmer des Circle Park Hotel. Annahme der Nebengesetze. Die Anwesenheit aller Mitglieder ist dringend erwünscht. Freunde der Feuerbestattung sind freundlich eingeladen, der Versamm lung beizuwohnen. Grundeigenthums Uebertragnngen. Charles F. Smith an John W. Schmidt, Lot 22. Martindale's Add., Delaware und 18. Str. $35,000. Christian F. Koenig an Maggie E. Clark. Lot 102, MCarty's Subdiv. von Outlot 110. S1,200. Ezrtt C. Boris an Harrison E. Friedley u. A., Theil von Section 16, Twp. 14, Jange4. $7,500. Margaret Bruce an Harvey H. Daugherty, Lot 43, Brouce's Add. 81,750. Peter Hellman an Christopher Hoerger, Theil von Section 4, Twp. 15, Range 3. $1,790. Christopher Hoerger an Louis E. Hoerger, dasselbe. $4,500. Harvey E. Daugherty an Margaret Bruce, Theil von Lot 17, Block 2, Lincoln Park. $2,450. Charles I. Gauß an Caroline Gauß, Lots 9 und 10, Duncan's Subdivision, Outlot 23. $1,380. Marion Heaton an Otto F. Haueisen u. A., Lots 11 und 1?, Square 2, Bruce's North Park Add. $23,000. Minnie A. Green an Charles Muellerschoen, Lot 110, Allen & Rt'S N. Add. $4,800. Chambers I. Starkey u. A. an Mary I. Featherstone, Theil von Sect. 33, Township 13, Range 2. $1.00 Edward L. Morris an dieselbe, Theil von, Lot 17, Dawson's Addition, Broad Ripple. $1,000. Mary I, Featherstone an Edward L. Morris, Theil von Section 33, Township 15, Range 3. $1,000. John W. I. Marshall an Mary E. Fromhold, Theil von Lot 61, Fletcher's 1. Add., Brightwood. $1,100. Mary C. T. Howe an William P. Knode, Lot 184, Talbott'S verbesserte Add. $1.400. Bauerlaubnißscheine I. F. Sickler. 964 N. Meridian, Umbau, $6,000. Catherine E. Watson, Jackson, nahe Harris, Wohnhaus, $1000. L. Thornburgh, 220 Richland Ave., Anbau 425.

Skliwerti im wcjUichcn Sudan. TaS Vorgehen europäischer', Mächzle uns S: FuUah:Hcrrsck,er Kabnrra. Ewer der Haupts" t in dem Vorgehen der europäischen cächte zur Aufschließung des westlichen 'Sudans war das von Oberst Pavel geleitete vorjährige Unternehmen der deutschen Schutztruppe in Kamerun. Eine Eroberung, wie sie sich den Franzosen am Nigerbogen und am Tschadsee als eine Nothwendigkeit aufdrängte, ein Vorgehen mit gewaltigen Mitteln, ist den Tcutschen erspart geblieben. Die französische Eroberung ist aber seit einigen Jahren eine vollendete Thatsache. Bei den Briten hat sich jetzt die Eroberung der Haussastaaten biZ nach Sokoto hin in befriedigender Weise vollzogen. Damit fällt nach einer britischen Vcrfügung für die Eingeborenen die drückende, mit Sklavenjagden verbundene Fremdherrschaft der Fullani wog, nicht nur im britischen Nigcricn, sondern auch in NordZamerun, denn der Sultan war der Lehnsherr der großen und kleinen Fullaherrscher des deutschen Adamauas bis nach FranzösischKongo hin. Nach dem Urtheil von Kennern der Verhältnisse werden jedoch diese Menschenjagden nicht so bald auszurotten sein. Die Grundursache für die letzteren bildet die im ganzen Sudan vorhandele Einricktung der Haussllaverci. Die Menschenjagden bilden die vornehmlichste Beschäftigung der FullaHerrscher, die zu diesem Zweck besondere Krieger unterhalten und alljährlich ihre Sireifzüge in südlicher und östlicher Richtung unternehmen. Diese Krieger, im Kameruner Theil Adamauas &aburra genannt, sind rohe und gefährliche Gesellen. Die menschliche Beute wird zum Theil unter die Krieger eingereiht, zum Theil als Hau-sklaren verwendet, zum Theil verkauft. Große Mcnschcnmanen sind außerdem zu den Tributzahlungen der Häuptlinge an die Emire und von diesen an den Sultan von Sokoto crfordcrlicb. Es ist ausgerechnet worden, daß bis Kurzem allein der Emir von Jola dem Sultan jährlich 10.000 Sklaven zugesandt hat; der größte Theil dieser Leute kam aus dem deutschen Schutzgebiet. Die Entfernung von Zola nach Sokoto beträgt ungefähr 620 englische Meilen, und man kann annehmen, das; nur die Hälfte dieser Leute lebend angekommen sind. Allein die in dieser und anderen Richtungen anfgeiriebcnen Menschen machen !aum den zehnten Theil von den Massen aus, die erjagt werden, um von den Sklavenmärkten in die Dienstbarkeit der Fullani und Haussa zu wandern oder als Träger verwandt zu werden. Da jede brauchbare Wahrung unbekannt ist, müssen die Menschen als Träger und Waare zugleich dienen. Wenn ein Kaufmann yon Kano nach den Elfenbeinmärkten von DeutschAdamaua reist und eine gewisse Menge Toben (Haussatalare) oder Baumwcllstoffe dort absetzen will, braucht er zur Bestreitung seines Unterhalts unterWegs einen ganzen Haufen Kaurimuschein. Er kauft daher auf dem Sklavenmarkte einen oder zwei Leute ab, was immer leicht angeht. In Bautschi oder Fcla hält er sich einige Tage auf und läßt dann wieder einen Sklaven als Zahlung für seinen und seiner Leute Verzehr zurück. Auf diese Weise wird der Sklave zum Hauptzahlungsmittel. Erst wenn in den Richtungen des jetzigen Verkehrs Eisenbahnen führen und die Einführung von geprägtem Geld möglich wird, kann das jetzt übliche Trögerwesen aufhören. Der Kaufmann, 'der dann noch von der großen HandelsstadtKano etwa auf den Elfenbcinmarkt nach Banyo in Kamerun reist, braucht nur seine harten Thaler in einen Zipfel seiner Tobe einzuknoten und wird der Sicherheit halber über die europäischen Stationen reisen. Dieser Sklavenhandel wird, wie gesagt, in absehbarer Zeit noch nicht zu unterdrücken sein, und die britische Verwaltung Nigerias wird schon viel gethan haben, wenn sie nur, wie vor ihr in einem Theil dieses Gebiets die Nigergesellschaft gethan hatte, die Erklärung erläßt, daß die Sklavenhalter nicht auf ihre Unterstützung für den Schutz des Eigenthums an Sklaven zählen dürfen und entlaufen? Sklaven gehen dürfen, wohin es ihnen beliebt. Im deutschen Schutzgebiete liegen die Militärstationen viel zu weit auseinander, so daß eine wirksame Beaufsichtigung der Fullahherrscher fast, zur Unmöglichkeit wird. , . E r s ch o ß s e rn e Braut. In Salisbury,-Md., wurde kürzlich Fräulein 5iatie Atkins von ihrem Bräutigam Eimer Heath erschossen. Die Hochzeit der jungen Leute, die noch nicht 21 Jahre alt waren, war auf einen der nächsten Tage angesetzt, Frl. Atkins hatte aber die Verlobung aufgehoben, weil sie in Erfahrung gebracht hatte, daß Heath seinen Arbeitgeber bestohlen hatte. Heath mußte von der Polizei schnell -in Sicherheit ' gebracht werden, sonst hätte man ihn gelyncht. Der anaclzcndo Dranintilrer. .Studiosus (zum Leibfuchs): Du, ich hab' eine sehr Idee für ein Drama! Im ersten Akt sitzen also Alle 'im Wirthshaus. , Plötzlich ruft der Held meines Dramas aus: ' .Kellner, zahlen!'. Sofort fällt der Vorhang der erste Akt ist zu Ende. Nun denk' Dir 'mal die' riesige Spannung des Publikums: wird erim folgenden Akt zahlen oder nicht?" .' -

25. 3nli.

Das Datum für die demokr. NominationsConvention. Vors. Keach vom demokr. StadtComite hat gestern nach einer abermaligen Berathung mit den verschiede. nen Nominations-Candidaten ofsiciell bekannt gemacht, daß die DelegatenVersammlung zur Nomination ' deS demokr. Stadt-Tickets am Samstag, 25. Juli, Vormittags um 10 Uhr, in der Tomlinson Halle abgehalten, werden soll. An demselben Tage sollen auch die Ward-Stadtraths-Candidaten nominirt werden, doch wird der ZeitPunkt für diese Delegaten-Conventionen erst später bekannt gemacht werden. Die Primärwahlen zur Erwählung der Precinct Delegaten werden am Freitag, 24. Juli, von 4 bis 8 Uhr Abends, abgehalten. Die Indianapolis Nennen. Gestern begannen die Nennen für Traber und Paßgänger, die ebenfalls ein sehr großes Publikum anlockten und einen sehr interessanten Verlauf nahmen. Dieselben wurden heute fort gesetzt und morgen kommt noch das Hürden - Rennen (Lteeple Ctas) dazu. Mit dem Indpls. Handicap" am Samstag enden die unter den Auspicken der Indpls. Nenn - Gesellschaft" aus den Staats - Fairgründen veranstalteten gegenwärtigen Rennen. lnilo - American IVomaii's Kestoration League. Donnerstag, 9. Juli Vormittags 9 Uhr, findet in den Parlors der W. C. A. eine Versammlung der obigen Liga statt. Alle Damen, welche sich für diesesWerk interessiren, sind freundlichst zur Theilnahme eingeladen. Nord Michigan Sommer Nesorts sind am besten mit den Pennsylvania Bahnen zu erreichen. Die Nordland Limited mit durchlaufenden Schlafwaggons verläßt Indianapolis täglich um 6.50 Uhr AbmdS über die Alte Bahn, via Richmond und G. R. & I. Die Fischer Linie. W. W. R i ch a r d so n, D. P.A . S1.25-Cincinnati u. zurück-91.25 via C. H. & D. Eisenbahn. Sonntag, den 12. Juli. Zwei spezielle Schnellzüge. Ter erste fährt um 6:30 Morgens ab und fährt ohne Aufenthalt durch. Ter zweite fährt um 7:15 Uhr Morgens ad und hält nur in Rushville, Connersville und Hamilton an ; Retourfahrt von Cincinnati um 6:20 Uhr Abends. Base-Ball Cincinnati vs. New York. Tickets und weitere Auskunft im Union Bahnhof und in der Ticket Ofsice 8 und 10 N. Jlls.Str. Claypool Hotel. R. P. Algeo, D. P. A. Frenze! No. 1 W. Washington Str (Merchants National Back.) Ein europäisches Department. Wechsel, Creditbriefe und Postanweisungen auf alle Städte Europas. tttO "ach ur.N von vUlw Eurovu. An- und verkauf ausländischen Geldes. 2Zicht was man verdient, sondern was man erspart, führt zum Reichthum. . -, & Indiana Trust Company nimmt Depositen an von $1.00 aufwärts die zu jeder Zeit gemacht werden können. ES bedarf weder eines bestimmten Betrags nnch eine destimmteZeit zu deponirm." Ossie: Jndiana . Trust Gebäude. Ecke Wash. Str. und Virginia Lve. j Capital 91,000,000 Snrplnö 150,000 ...Samstag 5!eHaittag Glossen...

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