Indiana Tribüne, Volume 26, Number 270, Indianapolis, Marion County, 7 July 1903 — Page 5

Indianer Tribüne, 7. Juli 1903.

Papst Leo XIII. ' i Ein Lebensbild des greisen Kirchen sürsten.

ür die kathslischc Christenheit nicht allein, sondern auch für die ganze Welt ist das Hinscheiden Leo des Dreizehnten ein öreigniß von eminenter Bedeutung, st e h t doch der Einfluß der sich von Rom aus über dieÄelt verbreitet, in innigslem Zusammenkana mit der Persönlichkeit, deren Haupt die Tiara krönt, und mit gespanntem Interesse frägt man sich: Was wird der Wechsel bringen?" Auch der Andersgläubige, jader lln gläubige vermag sich dem Eindruck der in der Person des PapsteS verkörperten geistigen Macht nicht zu entziehen. an; besonders zeigte sich das, wo uns als Träger dieser Macht ein so verehrungswürdiger, mit den edelsten Eigenschaften des Herzens und deS GeistcS ausgerüsteter Greis wie Leo der Dreizehnte entgegentrat. Papst Leo gehörte zu jener Genera tion thatkräftiger Männer, die erst hochbetagt an dem Lause der neuesten Weltgeschichte einen so großen Antheil genommen haben. Er war 3 Jahre alt, als er den Stuhl St. Petri bestieg. In Earpineto, einem Städtchen inmitten der Volskerberge, stand die Wiege des jungen Pecci. Das Geschlecht der Pecci war im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts von Siena nach dem Städtchen übergesiedelt, und die Familie gehörte zu den vornehmsten und begütertsten Geschlechtern des VolskerlandeS. Am 2. Man 1810 kam Leo der Dreizehnte zur Welt, zwei Tage später wurde er getauft und erhielt den Namen Joachim. Doch wurde er auf Wunsch der Mutter Vincenz genannt, zu .Ehren deS heiligen Vincenz Ferrier, und erst am önde seiner Studienzeit nahm er seinen ursprünglichen Namen wieder auf. Starke Eindrücke wurden dem Kinde m Theil: die Äeseyunz Roms durch die Franzosen warf auch ihren Schalten auf das idyllische Leben der Provinz. Die Lust zum Lcrnen, die in dem Knaben frühzeitig zum Ausdruck kam, bewog die Eltern, den erst achtjährigen Knaben zugleich mit seinem Äruder zur Ausbildung in das Kollegium der Jesuiten zu Vitcrbo zu senden. Unter Führung ihres BaterS traten im November des Jahres 1818 die Ärüder Joachim und Joseph Pecci ie Neise nach Viterbo an. Sie führte ÄSCarpineto. über Rom und auch diese Eindrücke übten eine tiefe Wirkung auf das Gemüth des Kindes aus. Unermüdlich im Lernen, drang er schnell in die Geheimnisse der grammalischen und humanistischen Lehren ein und legte den Grund zu den vorzüglichen Kenntnissen und der Sprachgewandthcit im Latein, wie sie nun alle Welt an dem verstorbenen Papst bewundert. Daß er auch sonst ein fleißiger Schüler, zudem mit den seltensten Talenten und edelsten Her;ens eigenschaften ausgestattet war, hat ein ehemaliger Mitschüler, der ehrwürdige Pater Äallerini, späterhin mit diesen Worten kundgetlzan: Ich kann bezeugen, daß ich, als ich in Viterbo war, seine Schlagfertigkeit bewunderte und noch mehr von seinem außerordentlich guten Betragen erbaut war. Auf dem Gymnasium, wo wir mit einander viel verkehrten und gewissermaßen Nebenbuhler waren, erschien er mir jedesmal, wenn ich ihn sah, wie ein Mensch voll Geist und Leben. In einem Alter von 12 oder 13 Jahren schrieb er lateinisch in Prosa und in Versen mit einer Leichtigkeit und Eleganz, die für sein Alter bewunderungsroüldig war." Es ist noch ein recht artiges lateinisches Gedichtchcn des 12jährigen Knaben vorhanden, worin er An kindlich frommer Weise seinen Namenöpatron Vincen; Ferner, den n' derbar eifrigen, begeisterten und erfolgreichen Prediger und doch so demüthigen Heiligen, anfleht, daß er, der Kleine Pccci, wie seinen Namen, so auch seine Tugenden gewinnen möge. Im Sommer 1824 starb die Mutter. Eö,war der erste Schmerz, der das fricd liche Leben der Brüder streifte. Auf Wunsch des Vaters siedelten sie im selben Jahre nach Rom über, um hier an der Gregorianischen Universität oder dem römischen Kolleg, wohin ganz kürzlich Leo der Zwölfte die Jesuiten

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zurückberufen hatte, ihre Studien fortzuscycn. Sie wohnten unter der Obhut eines Oheims inx Palazzo des Marquis Muti und besuchten täglich die Vorlcsungcn der Jesuitenpatres. Der, Erfolg blieb nicht aus. Zu Ende 1825 gewann Joachim Pecci in feinenFächern fast sämmtliche Preise, im Jahre 1827 trua er den ersten Preis in der Ehemie davon und in der Mathematik stand er an erster Stelle unter den ehrenvoll Erwähnten. Beim Schlüsse seiner philoscphischen Studien ward ihm die ehrenvolle Aufgabe zu Theil, in der Kirche des heiligen Jgnatius eine ösfentlicl'e Disputation über das ge-

jammic ivernet der Pi)iioopi)ie zu hat - - ' - v vj im folgenden Jahre ergriff ihn wieder das Fieber. Inzwischen hatte er sich den theolo gischen Studien ergeben. Im Jahre 1831 ward ihm die theologische Dok torwürde zu Theil. Halten auch seine Studien je?zt einen Abschluß erreicht, so ging er doch noch weiter in seinem Lerneifer und besuchte die geistliche Akademie eer das Kolleg der Adeligen, in wuchern, junge Geistliche von Adel für di ' kirchliche Verwaltung besndcrö ausgebildet werden. Nachdem JZtT 4 P4 v--,- --i'-i-'' . jjlj f K iL.rixyji -t ! vg Zrrffr--I '"',.: !2l 4 ' vte-ir'' ( V 5 V'JsHRfr M Tcr Vatikan, er dcn Doktorhut beider Rechte erworben, schied er 1837 aus der Akademie und trat jeyt in das praktische Leben ein. Aber während er die Aemter, die ihm übertragen wurden, umsichtig verwaltete, bereitete er sich zum Empfang der höheren Weihen vor. Er empfing am 17. Dezember 1837 die Subdiakoniztswcihe und am folgenden Sonntag, den im. desselben Monats die Weihe zum Diakon. Als Priester blieb Joachim Pecci aber nickt lange in Rom. Er wurde als Statthalter nach der Provinz Benevent gesandt, wo er sich besonders durch die Unterdrückung des Räuberunwesens verdient machte. Drei Jahre später erfolgte seine Ernennung zum Delegatcn der Provinz Umbrien. In seinem Bezirke genoß er die allgemeinen Sympathien der Bevölkerung, und als er im Jahre 1843 die Hauptstadt Perugia verließ, wurde ihm von Seiten des Magistrats der Stadt eine ehrende Gedenktafel gewidmet. Er war von Gregor dem Sechzehnten nach Rom berufen worden, um als päpstlicher Nuntius nach Brüssel an den belgischen Hof zu gehen. Um ihn aber für diese wichtige Stellung mit einer entsprechend hohen geistlichen Würde auszustatten, präkonisirte der Papst seinen bisherigen Delegaten zum Titular-Erzbischof von Damiette. Am 19. Februar 1843 empfing Joachim Pecci unter Anwesenheit zahlreicher Freunde und der Mitglieder der belzischen Gesandschaft von der Hand des Kardinal-StaatsfekretärSLambruSchini Die bischöfliche Weihe. Die Einwirkung deS nordischen KlimaS auf seine ohnehin schwächliche Gesunddeit rief in ihm jedoch bald den Wunsch hervor, nach der Heimath zurückzukehren. Aus Bitten der Perugianer wurde Joachim Pecci zum Bischof von Perugia ernannt, und zu Beginn des PonlifikateS PiuS des Neunten kehrte er in die Stadt zurück, die er als Dclegat verlassen hatte. Seine bischöfliche Thätigkeit wurde erst durch seine Wahl zum Papst beendet. Im Jahre 1853 zum Kardinal ernannt, wurde ihm San Erisogono in Trastevere als Titelkirche verliehen. Als Papst PiuS der Neunte am 7. Februar 1378 starb, befand sich Kardinal Pccci in Rom. Ein Jahr vorher war er zum Eamerlengo oder Kämmerer der heiligen Römischen Kirche ernannt worden und hatte als solcher zu Lebzeiten deS Papstes eine Reihe wichtiger Aemter zu verwalten, sofort nach dessen & jlStTi -MVWchN 3 . Borzimmkr zu den inneren ?emäckern. Tode aber während der Sedisvakanz des päpstlichen Stuhles an der Spitze der drei vornehmsten Kardinäle im Namen des heiligen Kollegiums die oberste Leitung der Kirche zuführen. Insbesondere lag dem Kardinal-Käm merer die Aufgabe ob, nach dem Tode des Papstes für dessen ftierliche Bestattung zu sorgen, die Verwaltung der Apostolischen Paläste zu überwachen und für die Einrichtung und Abhaltung deö Konklave Sorge j,u tragen. Die begleitend.G Umstände der Papste

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t?ahl, die dcn Kardinal und Eamerlcngc. Pecci auf den Stuhl des Heiligen Vaters führen sollte, schildert Dr. 5ioscvh Galland in seiner Heft

schritt zum goldenen PriefterJubiläum Leo des Dreizehnten recht anschaulich: Fünf Tage nach der feierlichen Beiseung der Leiche Pius des Neunten, am Abend des .., versammelten sich nach feierlichem Gottesdienste 0 Kardinäle, zu denen am folgenden Tagc noch der Kardinal-Patriarch von Lissabon sich gesellte, zur Wahl des neuen Papstes im Konklave im Vatikan. Wer von diesen i greisen, ehrwürdigen Männern war von der Vorsehung dazu ausersehen, in diesen Zeiten wilder Stürme der oberste Steuermann des Schiffleins Petri zu werden? Wer von diesen Fürsten der römischen Kirche sollte über Kur; oder Lang als der Würdigste erkoren werden, um fortan die dreifache Krone des Papstkönigs zu tragen? Diese Frage schwebte damals auf Aller Lippen und hatte auch schon zu Lebzeiten Pius des Neunten das Interesse weiter Kreise beschäftigt. Freilich heißt ein altes, durch die Erfahrung erprobtzs Wort: Wer als Papst in's Konklave eintritt, kommt als Kardinal wieder heraus." Aber diesmal ist es zu Schanden geworden. Schon Jahre vorher hatte die öffentllche stimme als Rachsolger Plus des Neunten den Kardinal Joachim Pecci bezeichnet. So nannte bereits im Jahre 1874 Pappalettere. Abt von MonteEassino, den Bischof von Perugia den zukünftigen Pavst. ebenso der liberale Schriftsteller Rafaele de Eesaro im folgenden Zahre, und ein paar Jahre später wiederum der Tcvutirte und frühere Minister Bonghi, der noch beifugte, dan Kardinal Peccl alle vom heiligen Bernhard geforderten Tugcnden eines Kardinals in hohem Maße besitze. Und in dem Momente, da die Väter des heiligen Kollegiums in'S Konklave einzogen, zeigte man allgemein auf den Kardinal-Eamerlengo mit den Worten: Das ist der zukünftiae avst kAuch im heiligen Kollegium selber gab es eine große Anzahl von Mitgliedern, die von vornherein entschieden waren, nur dem 'Bischöfe von Perugia ihre Stimme zu geben; Andere dachten, den frommen und thatkräftigen Kardinal Bilio, wieder Andere, wie die Spanier, de Kardinal Franchi zu wählen, der als Nuntius in Spanien groize Klugheit und Liebenswürdigkeit an dcn Tag gelegt hatte. Gleich bei der ersten Abstimmung, welche am Morgen deö 19. Februar stattfand, ober wegen eines Formfehlers für ungiltig erklärt wurde, erhielt der Kardinal-Eamerlengo Pecci 19, die Kardinäle Bilio tt und Franchi 5 Stimmen. Die übrigen vertheilten sich auf andere Mitglieder des heiligen Kollegiums. Bei der zweiten AbfliM' mung am Nachmittage wurden 4J9 Stimmen für Pecci. 7 für Bilio abgegeben, während die anderen sich zersplitterten. Man war überzeugt, daß schon am nächsten Tage der neue Papst erwähl! und dies kein anderer fein wülde, als der Kardinal Pecci. Dieser aber, ohnehin durch die Aufregunzcn und Arbeiten der letzten Zeit ermüdet und bis zum Kranksein erschöpft, befand sich in der gedrücktesten Stimmung. Er wollte Niemanden sehen, war sehr erregt und dann wieder tief in Gedanken versunken und glich dem vom Sturme gepeitschten Schifflein auf wogendem Meere. Und als dennoch ein Freund es wagte, in seiner Zelle ihn auszusuchen und ihn zu fragen, warum er so aufgeregt und traurig sei. erwiderte er: Wissen Sie denn nicht, was man von mir will?- Gewiß weiß ich es," fiel Jener ein, die Ursachen Ihrer Erregung sind äußerst ernster Natur; aber waö hilft eS, zu zaqen und zu zitlern! Das Schifslein Petri, hat einen geschickten Steuermann von. Nöthen und Niemand wird . eS besser als Sie zu leiten verstehen." Tarauf Pccci: Aber ich befinde mich schon in vorge rücktem Alter; ich besitze wenig Stärke und kann ein so hohes Amt nicht übernehmen. In wenig Tagen werde ich demselben erliegen. Nicht die Tiara ist es, die man mir gibt, sondern der Tod. Der Kelch ist bitter, und ich habe nicht den Muth, ihn zu leeren ; ich bin entschlossen,, die Wahl .nicht anzunehmen."

y vs f ' 9 "1 I 'Ji I ' p li w ) 4L I fi Ncliesbild Leo des Dreizehnten.

In- solcher Stimmung überraschte ihn. die Nacht. Doch auch diese ließ ihn keine Ruhe finden. In den unter

ieiner clle befindlichen Räumen mackten die mit der Einrichtung der Ä?ohnung des neuen Papstes eifrigst beschäftigten ?immerleute ein solches Geräusch, daß er kein Auge zu schließen vermochte. Da lien er es war schon elf Uhr geworden sein Bett in einem anstoßenden Gemach aufschlagen, woselbst aber-der Lärm auch noch zu hören war. Dakam der Konklavist deö KardinalS von Santiago, ein junger spanischer Priester, hinzu und bat den Kardinal. Kämmerer inständigst, doch in seiner etwas entfernter liegenden Zelle der nöthigen Ruhe zu pflegen. Dieser nahm nach einigem Zögern das Anerbieten an und legte sich, ohne die Kleider abzulegen, auf das in jener Zelle befindliche Ruhebett zum Schla fen nieder. Um zehn Uhr de anderen Morgens, am Mittwoch den 20. Februar, versammelten sich die Kardinäle zuerst in der Paulinischen Kapelle, woselbst der ehemalige Beichtvater'Pius des Neun ten der Bischof Marinelli, die Messe vom heiligen Geiste las; alssann zogen alle in die benachbarte Siftinische Kapelle, um hier den Wahlakt fortzusetzen. Der Eamerlengo trat zuletzt ein. Aller Augen richteten sich auf ihn. Er schien seinen Gleichmuth wiedergewonnen zu haben ; aber er war sehr bleich und zitterte stark. Nach einigen Vorbesprechungen fand gegen Mittag die letzte Abstimmung statt. Kardinal Pecci erhielt mehr als zwei Drittel, 44 der abgegebenen 61 Stimmen. Er war der erwählte Papst. Vox populi die Stimme des Volkes hatte nicht getrogen; denn wenn immer man damals in Rom die iZrage gestellt, was da Ergebniß der Papst wähl sein würde, erhielt man den Na men des Kardinals Pecci zur Antwort. Die feierliche Jnthronisirung aus dem Studle Petri erfolgte am 3. März. Es würde mehr Raum, als uns zugemessen ist, beanspruchen, wollten wir der historischen Bedeutung Leo des Dreizehnten im Einzelnen gerecht werden; doch sei eS uns gestattet, hier ein zusammenfassendes Urtheil wiederzugeben, wie eS gelegentlich der Feier des goldenen BischoföjubiläumS Leo des Dreizehnten im Jahre 1803 von einer Berliner Zeitung, die nickt aeraoe zu oen freunden Roms geyorr, ausgesprochen wurde : Die Person Leo des Dreizehnten zeichnet sich vor zahlreichen Voraängern, oie aus oem uqie Petri gesessen haben, vortheilhaft aus. Sein iiebenswürdiges und friedfertiges Wesen, eine diplomatische Klugheit haben ihn von Erfolgen zu Erfolgen geführt. Die Beilegung deö Kulturkampfes in Preußen ist zum großen Theil sein Werk. Seikie Duldsamkeit mit der französischen Republik hat seine Stellung wesentlich gefestigt. Indem er die soziale Frage in den Kreis seiner Betrachtungen zog, zeigte er ein Verständniß sür den eigentlichen Punkt, bei dem der Hebel angesetzt werden muß. um Leo der Dreizehnte und sein Vorleser. . die unbefriedigenden Verhältnisse der Kullurstaaten umzugestalten. Wenn er nickt immer den Erfolg hatte, den er erkoffte. so laa eS weniger an seinem LUten Willen aU an dem Druck und' ku V AJklfeJ W ä 4 X 4fc wung oes jiiiye, ijtycii nie uuu ein Papst nicht allmächtig ist. Aber das .darf unS glicht hindern, anzuerkennen. daß er seine Stellung weise und in vi len Fallen vorbildlich zu Gunsten des katholischen Christenthums einzusetzen versteht. . Unter den vielen Jubiläen, welche es Leo dem Drei:eKnten veraönnt'war zu erleben' und die zumeist Anlaß zu entsprechenden kirchlichen ' Feierlichkeiten boten waren wohl sein goldenes

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Ällchoissudlläum und dasjenige seiner i vu-: cy v. : .z .i:.ri..

-uiuijiiijcn juijuiuuy sie luiujuy Nicht blos zeigte sich bei denselben in äußerlicher Prachtentfaltung die Macht des Vatikans, sondern noch mehr gaben die zahllosen Beweise hoher Werthschälzuna. auch von Seiten der Gegner. den Zeitgenossen einen Begriff von ri. t "i oer zeseulung, sie inan noerail in oer Welt aerade dem Verstorbenen beimaß. Tiamit iinö wir zur Betrachtung des vihaiaucri eo o?S lanat. Dreizehnten ge on aewisien Gesichtsvunkten aus betrachtet, war der Papst Leo iraÄ A ftessrl Vroße Funktion. die Rückseite der Medaille seines BorgängerS. PiuS der Neunte liebte heitere, geistreiche Gesellschaft, gute Mahlzeiten und erlaubte Vergnügungen. Leo der Dreizehnte war ein unermüdlicher, leidenschaftlicher Arbeiter und führte das Leben eines Anackoretcn. .PiuS der Neunte war großmüthig mit selnem Clgenthum; Leo der Dreizehnte ging sparsam damit um. Die , ersten inneren Einrichtungen, welche er traf, brachten einen Umsturz in die ganze vatikanische Welt. Entschlössen, Ordnung in die Verwaltung zu bringen, welche unter der langen Herrschaft Pius deS Neunten etwas zügellos geworden war, strich er ohne Erbarmen Alles, was überflüssig war oder ihm so erschien. Eines schönen Tages begab er sich, da er Alles mit eigenen Augen sehen wollte, persönlich in denMarstall, und da er so viele Pserde sah, fragte er: Wozu dienen alle diese Thiere? Der Papst braucht sie nicht, da er den Vatikan nicht verläßt." Eme Helliakelt!" anlworlete man ihm, sie dienen für die Beamten." Wier1" Heden Morgen werden mebrere Wagen angespannt, welche die BeamSchlafzimmer Leo des Treizehuten. . ten abholen, sie von ihren Wohnungen nach dem Vatikan und später wieder von dort nach Hause fahren.Das Municipium," erwiderte Papst Leo, .hat für diese Bedürfnisse durch die Einrichtung der OmnibuS-Linien gesorgt, welche den Vatikan mit den verschiedenen Gegenden der Stadt verbinden. Die Beamten können im Omnibus fahren, wenn sie es nicht vorziehen, zu Fuße zu gehen." Und er gab den Acsehl. daß die zahl reichen Pferde verkauft würden. Leo der Dreizehnte war kein Redner wie Pius der neunte, dem ganz ungesucht und mühelos die Worte von den Lippen flössen. Leo der Dreizehnte sprach langsam und bedächtig. Jeder ay, ia scdes 3i?crl nar vorher mit Fleiß überdackt. die ,orm mit Kunst gewählt, das Ganze zumeist sorglich vorher ausgeschrieben. Die Nedeweize war aber keineswegs trocken, sondern das Organ wohlklingend und die Gesten unterstützten den Eindruck deS gesprochenen Wortes. Wie einfach die Lebensweise des Papstes war. ist bekannt. Leo der Dreizehnte stand sehr früh aus uno verkrachte, troli seiner schwankenden Gesundheit, Tag um Tag in angestrengter Thätigkeit, um der Aufgabe, die Kirche und Welt an ihn stellten, gerecht zu werden. Zuerst, nachdem er sich angekleidet, begab er sich in seine Hauskapelle, um zu beten. Dann folgte die heilige Messe und die Arbeit am Schreibtisch im Arbeitskabinett und ein Theil der Audienzen. Das Frühstück, das ver heilige Vater in den Morgenstunden einzunehmen pflegte, war das denkbar einfachste, ein leickteö Gericht, etwas Obst und Wein. Den Abschluß des Vormittags bildete ein Spaziergang . in den vatika nischen Gärten. War das Wetter schlecht oder fühlte sich der Papst zu sehr ermüdet, um zu gehen, so wurde die Sänfte benüt. Der Sanfte voraus schritten zwei Schweizer und zu beiden Seiten bildeten je zwei Nobelgardisten die Eskorte. Präl-ten, mit denen sich der Papst gelegentlich unterhielt, begleiteten ihn. Hinter der Sänfte folgten wieder zwei Schweizer und hieraus vier andere Sänftenträger, um abwechseln zu können. Auf den Treppen wurde die Sänfte von vier Personen getragen, so daß sie immer in horizontaler Richtung blieb. Zuweilen benutzte der Papjl auch einen Wagen. ku Um zwei Uhr vfleate der Vavt zu Mittag zu speisen und der Nachnlütag

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fand ihn wieder in seinem Arbeitszimmer. Den Abschluß seiner Thätigkeit bildete das Vorlesen d:r Zeitungen, denn Leo der Dreizehnte war ein Freund der Presse und verfolgte deren Wirken mit großer Aufmerksamkeit. Nachdem der heilige Vater um neun Uhr Abends gebetet halte, folgte um zehn Uhr die Abendkollation, und dar auf begab er sich in sein Privatgemach, aber meist noch nickt zur Ruhe, sondern eS folgte weitere Arbeit, die sich

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PrivZlkJpeUe i'co des Dreizehnten. namentlich auf das Entwerfen der Rundschreiben und Allokutionen er streckte. Leo der Dreizehnte war in der Reihenfolge der Päpste de? 2L5ste. Von den Päpsten, welche seinen Namen trugen, haben die vier ersten in dem Zeitraum von 4-10 bis 855 regiert ; in den hierauf folgenden 150 Jahren gab' es fünf Päpste dieses Namens und die übrigen vier vertheilen sich aus den Zeitraum von 1513 an. Am längsten lir'Ä ftnni rrr .i M rfäS Das Konsistorium, regierten Veo der Erste und Leo der Dritte, nämlich 21 Jahre, am kürzesten Leo der Elfte .us dem Hanse Medici, nämlich vom I. bis 27. April IG05. Nur einer dieser Päpste stammte nicht aus Italien. Es war Leo der Neunte, 104 bis 1054, ein Graf von Egisheim aus dem Elsaß, der gleiche, welcher später unter die Heiligen versetzt wurde. In seine Regierungszeit fällt der Höhepunkt der Streitigkeiten mit der griechischen Äircke, die kurz nach feinem Tode zur völligen Trennung derselben von der lateinischen führten. In der Tt,at waren es noch die Legaten Leo des Neunten, die, kaum zwei Monate nach dem Tode des Pavstes, auf dem Altar der Scphienkirche zu Konstantinopel die Bannbulle niederlegten, in welcher der allgemeine Patriarch" Michael EärulariuS und die Einrichtungen seiner Kirche verflucht wurden. Wohl der berühmteste Papst mit Namen Leo war Leo der Erste oder der Große, 440 bis 461. Einer der bedeutendsten Kirchenlehrer, war er eS. welcher zuerst die Idee des Primats deS römischen Stuhls über die gesammte Kirche aussprach und durch das Verhältniß desselben zu Petrus dogmatisch begründete. Leo der Erste bestimmte auch durch seine Beredlsamkeit den gegen Rom anstürmenden Hunnenkönig Atiila zum Abzug. Leo der Dritte drückte an jenem bedeutsamen Weihnachtstage des Jahres 800 dem großen deutschen FrankenSpaziergang in den vatikanischen Gärten. könige Karl, der ihm gegen seine einde Schulz gewahrt hatte, die römische Kaiserkrone auf'S Sauvt. und Leo der Zehnte, ein Medizäer, 15IZ vlö 1Ö21- gab seinem Zeitalter den Stempel durch seine außerordentliche zörderuna von Kunst und Wis,en,cdaft. so daß eS das Leoninische" heißt. a n c n a iTi cnen cTaria nissen befindlichen Sträflingen, o:e einer fremden Nationalität anaehören, wird in Zukunft kein Handwerk aelebrt.

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