Indiana Tribüne, Volume 26, Number 266, Indianapolis, Marion County, 1 July 1903 — Page 6

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Enroväische Nachrichten.

nch.cn. Dresden. Den vcrtraaenden Räthen im Ministerium des Innern Geheimen Reg-.erungsräthen Steglich und 'corgenstern und dem vortragenden Rath im Zvinanzministerium. stellvertretenden Bevollmächtigten zum Äundesraty Geheimen Finanzrath Dr. Rüger ist das Komturkreuz 2. Klasse, sowie dem Rechnunqsrath Thomas, aeHeimen expedirendcn Sekretär im Kriegsmmlstermm, das Ritterkreuz 1. Klasse des Albrechtordens verliehen worden. Zinngießermeisier C. Wilke, Ehrenvorsitzender des Militärvereinsbezirk Großenhain. feierte sein 50jähriges Meisterjubiläum. Die Feier iörer 25jährigen Berufsthätiakeit bei7.zen: Vergolde Louis Grase cl3 Statist beim Hoftheater; Sekretär bei der Vrandversicherungs-Kammer Ferdinand Wustmann; Prokurist der C. Heinrich'schen Buchhandlung Arthur Altermann, bei der Firma Dr.Stouve, Mineral-Anstalt. A l t o s ch a tz. Richt weniger als drei Kinder des hiesigen Gasthofshesitzers Gustav Kühne gaben ihre Hochzeit, und er selbst beging sein 30jähriges Geschäftsjubiläum nebst der Uebergäbe seines Betriebs an den einen der beiden nun verheiratheten Söhne. Kühne sen. erhielt die Ehrenmitgliedschaft des Oschatzer Gastwirthsvereins. Brunn. Infolge Brandstiftung wurde das Hummel'sche Wohnhaus sowie die dem Gasthofbesitzer Richter gehörige Scheune durch Feuer zerstört. D o r f st a d t. Feuer zerstörte Scheune, Wohn- und Stallgebäude des Gutsbesitzers Ebert, sowie eine Scheune des Gutsbesitzers Thoß. Frankenberg. Zwei bedeutende Firmen begingen Geschäftsjubiläen und zwar feierte die Kattundruckerei v. Uhlemann u. Lantzsch (eine der größten in Sachsen) das 75jährige Bestehen ihrer Firma, während die etwa 170 Arbeiter beschäftigende Cigarrenfabrik von H. C. Wacker auf eine 50jährige Existenz zurückblicken kann. Großenhain. Die goldene Hochzeit feierte das Vereinsdiener Kühnesche Ehepaar. Das Landesconsistorium ließ dem Jubelpaare durch Superintendent Pache eine Ehrenbibel überreichen. Leipzig. Das vierjährige Söhnchen des Lokomotivführers König wurde von einem Straßenbahnwagen überfahren und getödtet. Um die Freiheit zu erlangen, hatte der 24 Iahre alte Arbeiter Earl Emil FleischHauer aus Frauenwald aus dem Gefängnißgebäude des Amtsgerichts Lausigk einen verwegenen Fluchtversuch unternommen, wobei er sich eines Mordversuchs an dem Gerichtswachtmeister Kunze schuldig gemacht hatte. Fleischhauer wurde in Frauenwalde festgenommen. Das hiesige Schwurgericht verurtheilte ihn zu zehn Jahren Zuchthaus; ferner erhielt Zimmermann Friedrich Wolf wegen verschiedener Einbrüche und wegen gefährlicher Verletzung eines seiner Verfolger acht Jahre Zuchthaus. L ö b a u. Der 50 Jahre alte HauSbesitze? Ender hat sich aus unbekannten Gründen erbänat. R a u n d o r'f. Schadenfeuer zerstörte das Wohnhaus der Häuslersl l . rr" ' rolllwe iqler. Reichend ch. Die Rollband maßfabrik der Firma Philip & Kirsten ist sammt dem anstoßenden Wohnund Geschäftshaus eingeäschert worden. Tanneüerg. Der älteste Einwohner unserer Gemeinde, Grundstückbesitze? Birkner, feierte mit seiner Ehefrau die goldene Hochzeit. Voigtsgrün. Die 19jährige Dienstmagd Hulda Stammler stürzte rücklings von einem Wirthschaftswagen, als die Pferde plötzlich anzogen, fiel mit dem Hinterkopf auf einen Stein und verletzte sich so schwer, daß sie verschied. Z w i ck a u. Der verheirathete Ofensetzer Junghans machte seinem Leben durch Erhängen ein Ende. Das Bachmann'sche Ehepaar beging unter reger Betheiligung das Fest der goldenen Hochzeit. w rr - s v r II KX C l . A l z e y. Der Stadt-Feldschütze Johann Müller beging die Feier seine? 25jährigen Dienstthätigkeit. B ü d i n g e n. Im hiesigen Gefängniß erhängte sich der Schneider Geis, welcher wegen Sittlichkeitsvergehens, verübt an schulpflichtigen Mädchen, angeklagt war. Der Mann hinterläßt eine Frau und zwei unmündige Kinder. G a m b a ch. Im hiesigen Krankenhaufe starb der Landwirth Haffer an Verletzungen, die er durch den Huftritt eines seiner Pferde erlitten hatte. Mainz. Schwere Jungen", die bedeutende Zuchthausstrafen hinter sich haben, hatten sich vor der hiesigen Strafkammer zu verantworten. Der 26jäh?ige A?beite? Ludwig Mülle? von hie? wa? am 29. Rovembe? Nachts in einem Goldwaa?enladen auf de? Gaugasse eingebrochen und hatte für 800 Mark Waaren gestohlen, während der 35jährige Tazlöhner Gg. Rothnaael Schmiere" stand. Die beiden wurden zu je 6 Jahren Zuchthaus verurtheilt. R a u h e i m. In geheimer Sitzung wurde einstimmig der Beigeordnete der Stadt Worms, Kayse?, zum Bü?ge?meister bierselbst gewählt. Kahser

war fruyer s:aal-anwalt in Darm stadt, darauf Amtsrichter in Vilbel,

von wo e? auf Veranlagung des damaliaen ' Overourgermeisters von Worms, d:s späteren Finanzministers Küchler, nach Worms kam. S ch i m s h e i m. Landwirth Hermann Zimmermann, der in den besten Verbaltnissen lebte, hat zuerst seine Gattin und dann sich selbst mittels einer Jagdflinte erschossen. Beweggründ waren erhebliche Zwistigkeiten. U d e n h e i m. Das kaum drei Jahre alte Mädchen der Eheleute Andreas Weigand gericth im Hofe in einem unbewachten Augenblick an die Pfuhlgrr.be, stürzte hinein und konnte, obgleich Hülfe alsbald zur Stelle war, nur noch als Leiche herausgeholt werden. Innern. München. Bankier Wörle von Bankfirma Wörle & Wagner hat sich wegen Zahlungsschwierigkeiten in seinem BUreau erschossen. Bankier 2U$ag ner wa? zu diese? Zeit auch im Bü?eau, ist abe? seitdem verschwunden. Die Firma hatte die Terraingesellschas: Graefenfing gegründet. De? hiesigen Universität ist durch die in Rürnberg vor kurzem verstorbene Frau Brandels ein Legat von etwa 100.000 Mark vermacht worden. Es sollen aus den Zinsen dieses Kapitals jährlich zwei Stipendien an Studirende der Ohrenheilkunde oder junge Aerzte, die sich als Spezialärz?2 für Qtriatik ausbilden wollen, verliehen werden. Das Waaren- und Möbelkredithaus I. Jttmann hier feierte das Jubiläum seines 2oiahrigen Bestehens. Augsburg. De? noch nicht ganz 19jährige Schweizer Stephan Schwanmger von Neuburg a. K., der den Bauern Joseph Mair von Ottisried auf dem Wege von Haldenwang nach Börwang hinterrücks mit einem Zaunstecken niedergeschlagen und seiner Baa?schaft von etwa 12 Ma?k beraubt hatte, wu?de zu 5 Jahren Gefängniß verurtheilt. Domkapellmeister Jo sef Decker beging die Feier seiner 25jährigen Thätigkeit am Chöre unserer Kathedrale. In der Wohnung des Hausdieners Schuegraf fand man dessen einjähriges Töchterchen in völlig verwahrlostem Zustand auf. Das arme Kind bot einen bedauernswerthen Anblick ; es war zum Skelett abgemagert. Wenige Stunden nach der Auffindung starb es an Entkräftigung. Die Rabeneltern, die sich tagelang nicht um ihr eigenes Kind kümmerten, wurden verhaftet. D o n a u w ö r t h. Dr. Jakob Gattermann, Bezirksarzt a. D. und Eh ?enbü?ge? unsere? Stadt, ist im 76. Jahre verschieden. Königslachen. Der verheirathete Meßner Lotter, welcher seit einiger Zeit vermißt wurde, ist als Leiche aus der Paar gezogen worden. 'ürn be?g. Die seit einige? Zeit ve?mißte 34jährige Maschinena?beite?sf?au Kath. Fleischmann wu?de als Leiche aus de? Pegnitz gezogen; da die F?au in letzte?e? Zeit geistesgestört war, liegt wohl Selbstmord vor. Im hiesigen Bahnhofe wurde der Weichensteller Eichner durch einen einsahrenden Zug übe?fahren und getödtet. Bei eine? Schlägerei wu?de de? 19jäh?ige F?iseu? Pavlik e?stochen. ZVürttcinbcrg. Stuttgart. Kaufmann Otto Maye?, Theilhaber de? Firma A. Mayer am Marktplatz und langjährigem früheren Vorstand des hiesigen Handelsvereins, ist der Titel eines Kommerzienraths verliehen worden. Direktor der Thierärztlichen Hochschule Professor Dr. Sußdorf feierte sein: 25jährige Thätigkeit als Dozent an dieser. Anstalt. In den Ruhestand wurde auf sein Ersuchen, unter gleichzeitiger Verleihung des Ritterkreuzes des Ordens der Württembergischen Krone, der Professor am EberhardLudwigs Gymnasium Dr. Biljinger versetzt. Aldingen. Schultheiß Fischer beging die Feier seines 25jährigen Amtsjubiläums. Am Vo?abend wa? p?ächtige? Fackelzug und Festessen im Gasthof zum Ste?n, an welchem sich viele Bürger und auswärtige Gäste betheiligten. B i b e r a ch. Der 36 Jahre alte Oekonom Anton Waibel von hier, ein in der ganzen schwäbischen Turnerschaft wohlbekannter Mann, der sich über 15 Siegeskränze errungen hat, wurde infolge Scheuwerdens der Pserde von seinem eigenen Wagen übersah, ren und getödtet. Seinem Leichenbegängniß wohnte auer der Turngemeinde und der Feuerwehr ein nahezu 2000 Personen zählendes Trauergefolge aus Stadt und Bezirk an. Dettenhausen. Das Doppel--Wohnhaus der Christian Zimmermann, Steinbauers Wittwe, das anliegend: Doppelwohnhaus der Gottlieb Halle?, Schreiners Wittwe und der Rosine Epple, Maurers Wittwe, brannten vollständig nieder. Es wird Brand stiftung vermuthet. .? E l l w a n g e n. De; älteste Einwohner hiesiger Stadt, Reallehrer a. Dr. Dr. Eble, verschied im, 93. Lebensjähre. Der Verstorbene war besonders hervo??agend auf dem Gebiete der Astronomie. Hall. Gastwirtk) M. Leidia wurre hier tn seinem Garten todt ausgefunden. Man glaubt, daß ein fll? ihn ungünstig ausgefallener Prozeß den Mann zum Selbstmord geführt hat. Waden. Karlsruhe. Zum Commandanten unserer Stadt ist an Stelle, des

vernorrenen GeneralleuwanlS reiHerrn von Schönau-Wehr de? Gene?almajo? Freihe?? v. Reibnitz e?nannt worden, bisher Commandeur der 33. Jnfanterie-Brigade in Altona. Nach längerem Leiden starb im Alte: von 74 Jahren der ehedem so gefeierte Baritonist der hiesigen Hofbühne,

Kammersänger Joseph Hauser. Grenadier Kern der 7. Compagnie des hiesigen Leibgrenadir - Regiments verübte Selbstmord indem er sich mit einem Rasirmesser den Hals durchschnitt. Kern ist aus Freiburg gebürtig. Baden-Baden. Medizinalrath Dr. Baumgärtner, leitender Arzt des städtischen Krankenhauses, feierte sein 40jähriges Dienstjubiläum ; er e?hielt von de? G?oßhe?zogin und vom Stadt?ath Glückwunschschreiben. Bühl. Eine? de? ältesten f?üheren Officiere des 14. Feld-Artillerie-RegZ-ments, Generalmajor z. D. v. Fabert, veging yier unter großer Theilnahme seinen 80. Geburtstag. E h r st a d t. Mehrere Kinder spielten am Gemeindebrunnen, als ein Pferd zur T?änke kam, ausschlug und die 3jäh?ige Mathilde Höre so Unglücklich traf, daß sie infolge einer Gehirnerschütterung starb. F r e i b u ? g. De? aus Hambu?g stammende Unte?offizie? Kluth von de? 9. Compagnie des hiesigen Jnfante?iz Reg. 113 ve?übte Selbstmord. Es verlautet, daß auf Grund bow Briefen Kluths gegen einen Vorgesetzten Untersuchung eingeleitet sei. Haag. Das zweijährige Kind des Landwirths und Schmieds Philipp Wesch kam beim Spielen einem im Wohnzimmer stehenden Topf voll kochenden Wassers zu nahe und fiel rückwärts hinein. Es zog sich so erhebliche Brandwunden zu, daß es starb. Heidelberg. Aus Anlaß des 25jäh?igen Jubiläums des Gemeinen Hofrath Dr. Otto Blltschli als ordentlicher Professor der Zoologie an unsere? Hochschule fand im Zoologischen Institut eine akademische Feie? statt. Mannheim. Das zwei Jah?e alte Kind Ma?ia Geye? wu?de du?ch ein beladenes Fuh?we?k übe?fahren und sofort getödtet. Der Lenker des Fuhrwerks, ein Fuhrknecht aus Kirchheim, wurde festgenommen, weil er die nöthige Vorsicht außer Acht gelassen haben soll. K o n st a n z. Die verwittwete Excellenz Frau Emlhe von Breidenbach, Tochter des Barons von Eisendrehe?, ist hier gestorben. Oberachern. Oberhalb der Morgenthalerschen Sägemühle wurde die Leiche des in den 50er Jahren stehenden landwirths Friedrich Fischer aus dem Muhlkanal gezogen. Ob em Unglücks fall oder ein Verbrechen vorliegt, steht noch nicht fest. Oppenau. Der greise Dichter Adolf Katsch, der namentlich in aka demischen Kreisen wohlbekannte 33er fasser des preisgekrönten und vielgesungenen Kommersliedes Hundert Semester trat in sein 91. Lebensjähr und zugleich in sein 140. Semester. Pforzheim. Der bei Güterbestatter Lohr bedienste Kutscher Gottlieb Weber wollte mit einem mit zwei Pferden bespannten Pritschenwagen in den Hof des Lagerhauses, Kiehnlestraße, fahren, als an der Einfahrt das Handpferd scheute. Weber wurde so unglücklich an den Thürpfosten gedrückt, daß er, in seine Wohnung verbracht, starb. S t ü h l i n g e n. Der 53jährige Taglöhner Joseph Bitche fiel in der Gastwirthschaft von Jehle die hinter dem Haus in den Garten fühlende Treppe so unglücklich herunter, daß er das Genick brach und auf der Stelle todt blieb. W a l d s h u t. Vorschußkassirer Tanner feierte mit serner Ehefrau das Fest der goldenen HIchzeit. Winden. In einem Anfalle von Schwermuth erhängte sich der Wittwe? Nikolaus Christ im Walde. BeimPfänderspiel. H??? Dokto?, ich bitte um einPfand." Hie?, mein Ehering." O, Sie Schlaumeie?, den lösen Sie m Ende nicht mis!" M o d e ? n. Besuchen: Sehe ich ?echt Jh? Herr Sohn beschäftigt sich wohl gar mit weiblichen Handarbetten?" Hausfrau: Ach ja! der gute Junge stickt für seine Schwester, unsere Studentin, einen Kaffezivfel." Kennzeichen. Wirth (zum Bäcker, der sieben Töchter hat): 63 heirathet wohl bald wieder eine Tochter von dir?" Bäcker: Wsher weißt du denn das?" Wirth: Nun die Semmeln werden schon wieder klerner!" E i n g u t e r M e n s ch. Ihre Schuld mit 600 Mark haben Sie nicht bezahlt, und nun zahlen Sie die Vergleichsraten mit monatlich 10 Mark auch nicht; Sie haben mir diese doch selbst angeboten!" Ja, ich hab' mir eben gedacht, jeden Monat zehn Mark verlieren Sie doch leiöter!Slymelcyelyaster Vergleich. Sänge? (welche? eben ausgezischt wurde): Herr Direktor, ich kann nicht weiter singen, es kocht in mir!" Direktor: Ach was! Ein Theekessel singt immer am besten, wenn es kocht." Angenehm. Dame (zum Schlächter, dessen Hund sich gerade an den ZZleischvorräthen zu schaffen macht): Frißt der Hund Ihnen auch manchmal Fleisch auf? Schlächter: Nein, er leckt höchstens ein bischen daran, aber fressen thut er's nie!

Ein ungewöhnlich cZ Beispiel dafür, wie in der Bege:sterung die Kräfte wachsen, ist ein Vorgang, der sich beim Musiksest in Stuttgart abspielte. Als der gefeierte Festdirigent, Generalmusikdirector F?itz Steinbach aus Köln, wäh?end de? Pause in den Nebensaal t?at, in dem sich die am Chorgesang betheiligten Damen aufhielten, eilten einige beherzte Sängerinnen auf ihn zu, hoben den in doppeltem Sinne großen" Kapellmeister, der ein ungewöhnliches Körpergewicht hat, mit vereinten Kräften in die Höhe und trugen ihn im Triumphe durch den Saal eine Leistung, die nicht nur von der außerordentlichen Begeisterung, sondern auch von der athletischen Stärke der schwäbischen Damen beredte Kunde gibt. Außer Stuttgarterinnen sollen noch Canstatterinnen und Ludwigsburgerinnen an diesem kühnen Schwabenoder richtiger Schwäbinnenstreiche betheiligt gewesen sein. Eine Abbröckelung der Felsmassen der Insel Helgoland ist auch in diesem Frühjahre wieder vor sich gegangen. Es finden trotz aller Maßregeln Felsenstürzs infolge von Unterwaschungen und durch in Spalten eingedrungenes Regenwasser statt. In besonderem Maße bedroht ist der Commandeu?stand und BeobachtungsPosten in de? Nähe de? Lummenfelsen an de? Westseite. Es werden gegenwärtig erneute umfangreiche Arbeiten in Angriff genommen, um die Insel zu erhalten, die ausgewaschenen Höhlungen werden mit Beton ausgefijllt. An einer bedrohten anderen Stelle soll eine Schutzmauer gezogen werden. Die Befestigungsarbeiten werden den ganzen Sommer hindurch dauern und in den nächsten Jahren fortgeführt werden, um die Insel um jeden Preis als Stützpunkt der Flotte und zur Vertheidigung der deutschen Nordsee zu erhalten. Verzögert werden die Arbeiten dadurch, daß die Arbeiten nu? bei Ebbezeit, und bei gutem Wetter vorgenommen werden können. DiestudirendenDamen der altehrwürdigen Ruperto Carola in Heidelberg haben wieder ihre canse eelebre. Kürzlich wählte die medizinische Facultät ihre nicht-incorporir-ten Vertreter in den weiteren Studentenausschuß. Aus der Wahlurne gingen neben zwei Herren zwei Damen hervor, und zwar die eine als erste

Vertreterin. Die Damen nahmen nach gegenseitiger Aufmunterung den ehrenden Ruf an. Darob entstand bei den Nichtincorporirten wie den Jncorporirten eine große Bestürzung, denn auf dieses Ergebniß war man bei der verhältnißmäßig doch kleinen Zahl der Medizinerinnen nicht gefaßt. Es erhob sich ein allgemeiner Protest, dem die Studentinnen nicht Stand halten konnten: Die Damen verzichteten freiwillig auf die ordnungsgemäß zustände gekommene Wahl. Damit sind sie einer schwierigen Etikettefrage enthoben. Wie hätten sie auch bei feierlichen Anlässen, z. B. beim bevorstehenden Jubiläum in vollem Wichs" erscheinen sollen, das Sporenstiefel und Rapier vorschreibt? Eine große BetrügerCompagnie, welche mit viel Geschiö und gutem Erfolge nach dem Recepte der Humberts openrte, ist in Paris festgenommen worden. Die Bande bestand aus zwölf Personen, emem ge wissen Jollivet. welcher ein Kartoffelgeschäft zum Scheine unterhielt, dessen Frau, genannt die Marquise , serner Therese Martin, genannt die schöne Therese", Albert Jondrier und dessen Frau, Christine Capitan, Bomsace.Fenati, einer Frau Claireul, einer gewissen Delalaude, genannt die Erzie herin", Pierre Moeterling, genannt der Graveur", u. a. m. Das Haupt und die Säule der ganzen Gesellschaft war der Kartoffelhandler Jollivet. Durch seine Geschäfte stand er mit vielen kleinen Rentiers, Beamten und Industriellen in Verbindung. Einer der Complicen des Kartoffelhändlers mußte sich mit einem von Jollivet gefälschten Testamente zu dem ausersehenen Opfer begeben, dessen FamilienverHältnisse Jollivet aus Gesprächen bekannt waren, das wichtige Document vorzeigen, aber gleichzeitig die Mittheilung daran knüpfen, daß die im Testament ausgesetzten Summen nur im Wege des Processes würden erlangt werden können. Der Ueberöringer des. Testamentes erbat sich sodann einen Geldbetrag, welcher auch überall bereitwilligst zur Eröffnung des Processes gegeben wurde. Nach einiger Zeit erschien dann ein anderes Mitglied der Betrügerbande bei dem vermeintlichen Erben, stellte sich als Bevollmächtigter eines Rechtsanwaltes vor und erzählte, daß der Proceß gewonnen sei. Dabei kassirte er im Auftrage seines Rechtsanwaltes das Honorar für die Proceßführung ein und forderte den Erben auf, sich nach dem Gericht zu begeben, um die Erbschastssumme abzuheben. Damit nicht genug, wurde der Erbe" noch von einem anderen Genossen der Gauner heimgesucht, welcher sich als Geheimpolizist einführte und die Mittheilung brachte, daß die Erbschaft von einem Diebe und Schwindler widerrechtlich in Besitz genommen worden wäre. Er verlangte 500 Francs, um einen Proceß im Namen des Erben gegen den Betrüger anstrengen zu können. Auf diese raffinirte Weise arbettete" die Gesellschaft mehrer- Jährt hindurch und erschwindelte Tausende , ev du ii Hluncs.

Die Kirschenernte am Mittelrhein wird, wie von dort berichtet wird, Heuer fast ganz ausfallen. Man kann das erst jetzt sagen, da in der letzten Woche erst die Frucht, auf deren Nachwuchs nach der halbverfrorenen Blüthe man noch rechnete, ganz gewelkt und abgefallen ist. Die Bäume stehen ganz leer. Die Frühtirschen versprechen eine gute Ernte. Für die Gegend bei Salzig, Boppard und Kamp bedeutet die Mißernte nach dem Durchschnittsertrag der letzten Jahre einen Ausfall von rund 150 bis 200.000 Mark. Dem Componisten volksthümlicher Lieder Justus Wilhelm Lyra soll in der Musenstadt Bonn ein Denkmal errichtet werden. Mit der Ausführung ist Harro Magnussen betraut. Es wird eine Bronzebüste, für welche der Künstler das Thonmodell bereits vollendet hat. Der Componist erscheint im Priesterrock, der Kopf zeigt feine sinnige Züge. Lyra war 1822 zu Osnabrück geboren. Als Berliner Student componirte er viele Melodien, die das Volk singt, so z. B. Der Mai ist gekommen", Meine Mus' ist gegangen", Zwischen Frankreich und dem Böhmerwald" u. a. Als Geistlicher wirkte Lyra in Bevensen, Wittingen, Lingen und dann als Pastor primarius zu Gehrden in Hannover. Sein Leben war durch schwere

ranlyeit getrübt. In Paris besteht die A b s i ch t, ein Denkmal für die Tauben der Belagerung" zu errichten, das die Dankbarkeit der Pariser für die geflügelten Boten während der Tage der Belagerung bezeugen soll. Der Bildhauer Fr6miet. der bekannte Thierdarsteller, hat einen Entwurf dieses Denkmals fertiggestellt. Das Denkmal setzt sich zusammen aus einer Säule und einem mit Lorbeern bekränzten Wappenschild darüber, das die Stadt Paris symbolisirt; um die Säule sind Motive angebracht, die das Leben der Brieftaube darstellen. Links befindet sich ein Nest, in dem zwei Junge von den Alten gepflegt werden; am oberen Ende nimmt eine Taube, die eine Depesche trägt, ihren Flug; rechts stirbt eine andere, die von der feindlichen Kugel getroffen ist. unter zerbrochenen Flintenkolben und Granatstücken. Auf der Säule ist nur das Datum 1870" angebracht. Ueber ein Eisenbahnattentat aus einem merkwürdigen Grunde wird aus Gitschin in Böhmen berichtet: Gegen den nach Prag fahrenden Personenzug wurde unweit Weikersdorf bei Trautenau ein Anschlag verübt, indem bei einer Biegung des Geleises eine Schiene ausgeschraubt wurde. Es gelang, den Zug noch rechtzeitig zum Stehen zu bringen und so ein Unglück zu verhüten. Den Nachforschungen der Gendarmerie gelang es bald, den Urheber des Anschlages in der Person des Aushilfswächters Anton Tuma ausfindig zu machen und zu verhaften. Tuma soAe zur Waffenllbung einrücken und kam, da er Geld benöthigte, auf den Gedanken, eine Eisenbahnschiene abzuschrauben und dann den Zug noch rechtzeitig auf die drobende Gefabr aufmerksam m machen, um sich dadurch eine Belohnung zu sichern. Die Reisenden des Personenzuges hatten thatsächlich für den Retter Tuma eine Collecte veranstaltet, die 40 Kronen ergab. Tuma wurde dem Kreisgerichte eingeliefert. i n e i) o q i c u 1 1 o 1 1 a;c dung brachte kürzlich der Etoile Belge" aus Berlin. Das Blatt ließ sich den Bären aufbinden, daß die Berliner Polizei vor wenigen Tagen mehrere Studentinnen verhaftet habe, die in rothen Röcken, auf denen in großen, weißen Buchstaben die Worte prangten: Nieder mit dem Absolutismus!" durch die Straßen promenirten. Die Polizei hatte anfangs angenommen, daß es sich um einen harmlosen Cotillonscherz handele, durch den dem männlichen Geschlecht gezeigt werden sollte, daß die Frauenbewegung sich nicht länger durch die Männer und den von ihnen verübten Absolutismus wolle bedrücken und verdrängen lassen. Dann aber hätte man doch das Staatsgesährliche dieses Aufzuges erkannt, sodaß man zur Verhaftung der rothberockten Musenjungfrauen schritt, die nunmehr einer Bestrafung wegen Majestätsbeleidigung entgegensehen! An dieser Sensationsgeschichte ist selbstverständlich kein wahres Wort. EingroßerSchatzalter Goldmünzen ist auf der Feldmark des Gutes Suckow in Mecklenburg durch Schnitter gefunden worden. Sie boten am zweiten Pfingsttage einem Goldschmiede in dem Landstädtchen Plan eine alte Goldmünze zum Kauf an. Der Meister erkannte in ihr einen Dukaten, bot 20 Mark dafür und erfuhr dann, daß sie noch 160 Goldmünzen, zwei goldene Ringe und ein Stück Gold, das zu einer Stange zusammengebogen war, besaßen. Alles das hatten die Arbeiter am Abend vor Pfingsten beim Torfstechen gefunden. Der Schatz ist nun vorläufig in amtliche Verwahrung genommen worden. Die Münzen, unter denen sich sehr viele polnische und auch türkische befinden, stammen aus dem Ende des 16. und dem ersten Drittel des 17. Jahrhunderts, die jüngste weist die Jahreszahl 1620 auf. Man darf hieraus mit großer Wahrscheinlichkeit schließen, daß der Schatz im Laufe des 30jährigen Krieges vergraben worden ist. Der Gesammtwerth des Schatzes beträgt etwa 2000 Mark.

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WcL,a ihmhauS inb 30. anb 33. f -' Ecke Noble und St. Clund so s. ' Ich erlaube mit meinen Freunds und Ectunrtta in,uzeigk, daß ich unter dem Namen "The Victor' an obengenanntem Playe eine in jeder LeiieHun erste Klaffe WirtHschast eröffnet Habe. E wird mein Bestreben sei, ein in leder Be,dun ktwettablel Haus zu führen und an meine Sescljt srnlude. bei roulanter Bedienung, die besten Quali tZten an imrortirten und einheimsen Weine. Liquvren. Cigarren. Bier, etc. zu verabreichen. wird mir ,ur Ehre gereichen. 6ie in meinen: jetzig,, vokale begrüßen ,u können. Achtungsvoll HENRV VICTOR. ffienn Sie das Beste wünschen aVu T tf-s-iP m$ .dizr &t&$&ys4 ä das es gibt in Möbeln, eppicheil . . . .und. . . . ...Oefen... so gehen Sie zu WILLIG'S Mööcl-LaÄcil, 141 W. Washington Str. Baar oder Credit. IE0MD0 A& Nord Pennsylvania Straße, Hauptquartier für Brillen und Operngläser. k5MS IPWKSMWM, iL nSTfl TinrTJs, ( YLrrfitä apaäs kMV.!"--H'k JPTIÖ ClAirYy B eillen werden nach den besten Methoden den Luge angepaßt. imft!i$e Lugen werden lchmerzlo! eingesetzt. ig 4 Route ...Ercursioncn... Sonntag, 2. Juni, 81.25 incinnatl u. zurück S1.25 Spe,ialzüge die in keiner Richtung anhalten, verlassen den Indianapolis Union Bahnhof um 7.00 Uhr Morgens ; Rückfahrt vom Cm cinnati Central Union Bahnhof 7 Uhr Abds. Terre Haute $1.00 Greencastle 75c Rundfahrt. Abfahrt von hier 7Mhr Morqenö; Rück, fahrt von Terre Haute 7 Uhr Abends. H. M. Bronson, A. G. P. 21. Arrick& Company Lombard Gebäude. Offeriern ?30.00 Indianapolis SchulBondS...s;; Proj. 519,000 State of Massachusetts.. 3 . 110,000 tL.XA Saata S" 4 . kio.000 Southern Pacifte o Y 5 2.000 Ct. Louis Nat. Etock JardS Co...4 2,000 JndianavsliS Etratzknbahn 4 . 1 1,000 New Telephone etfte-. 5 , klO.000 Jnd'poliS Straßenbahn Aktien... . 5.000 MerchantS Bank ttien. 6 . I 500 Judiana Trust Co. Aktien. . 600 BrorwKetcham Eisenwerke . S voo Law Gebäude Aktien 4 . Korrespondenz eingeladen. IM ERIE & WESTERII R. N. . ..Fahrzeit der Züge Abfahrt nlunft Toledo. Chicago und Vichigan Expreß 7.15 tiO.? Xoltfco, Detroit und Chicago Lim 12.S0 t " Vichizan ktty, Muncie u.Lasalzetteepl.1' 7.25 - V täglich t ausgenommen onntijJitt

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