Indiana Tribüne, Volume 26, Number 265, Indianapolis, Marion County, 30 June 1903 — Page 7
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e vom Brett l. ornan von Heinrich Lee. igortsetzungZ jca erst konnte Tilly die seltsame, kimmtzvolle Fremde deutlich erkenAuf ihrem von anzchelnend frühtig ergrautem Haar umrahmten. ilgejchnlttenen Gesicht, dessen gutir vlusorua sofortiges vertrauen creckte, hatte der Kummer seine tiefen furchen eingeprägt. Statt des losen, mr durch einen Gürtel zusammengezaltenen. langschleppenden, weißen aschmirkleides. das die Gestalt umfloß, hätte zu ihr vielleicht eher die ?sarbe gepaßt, die Tilly selber trug. die der Trauer. Tilly wußte eben noch nicht, daß in Rußland trauernde grauen sich auch in weiße Farben kleiden. Mit einem schmerzlichen und doch in wehmüthiger Freude glänzenden Blick sah die Fürstin sie lange an, dann erfaßte sie ihre beiden Hände. Sie sind schöner, als sie gewesen war", sprach sie, viel, viel schöner. Und doch welche Aehnlichkeit!" Wieder betrachtete sie stumm und prüfend, während Tilly sich eines unheimlichen Gefühls gegen sie Nicht erwehren konnte, ihr Gesicht. Dann beugte sie sich über ihre Stirn und berührte diese mit ihren Lippen. Erlauben Sie mir das", sagte sie mit einer Stimme, die vor Rührung zitterte. Ich bin Ihnen aber eine Erklärung schuldig, mein liebes Fräulein", setzte sie dann trübe lächelnd in einem Tilly unwillkürlich zu Herzen gehenden Ton hinzu; Ihr Gesicht, schon wie ich es auf dem Bilde sah. hat mich an meine Tochter erinnert. Sie war mein einziges Kind, und sie war gerade so jung und blühend wie Sie, als sie starb. Immer und immer könnte ich Sie ansehen und mir dabei vorstellen, sie wäre mir wieder aufer standen, nur in verklärterer Form. Wie dankbar bin ich Ihnen, mein fsräulein, daß Sie gekommen sind, daß Sie mir diese Freude gewähren. Und nun mein Herz ist zu bull von der Erinnerung, deshalb verzeihen Sie mir nun habe ich Sie noch nicht einmal zum Sitzen Ungeladen!" Sie zog Tilly neben sich auf ein Sopha, das in der Nähe stand. Die unbehagliche Empfindung, die Tilly noch vor wenigen Minuten vor der Dame gehabt, wich nun. nachdem sie ihr diese Erklärung gegeben, und bei der zurückhaltenden und doch gütigen Art. mit der die vornehme Frau sie jetzt in ein Gespräch zog, immer mehr. In zarter, huldvoller und lheilnehnuni Weise erkundigte sich die Frau Fürstin nach ihren Familienverhälnissen, und als sie von dem Tode des Vaters hörte und der Lage, in welch: die Familie dadurch gerathen war, malte sich in ihren Zügen ein tiefes Mitgefühl. Armes Kind", sprach sie vor sich hin. Dann verstummte sie und schien einem Gedanken nachzuhängen wohl dem an die Verstorbene. Auch Tilly schwieg. Uebrigens schickte es sich für sie wohl nicht,, noch langer zu bleiben. Auch war ja der Zweck ihres Besuches erfüllt. Sie erhob sich. Auch die Fürstin stand auf aber nicht, um sie schon von sich zu lassen . Hören Sie mich an, mein liebes Kind", sagte sie, als wäre sie in ihren stillen Gedanken zu einem Resultat gekommen, und ihre Stimme hatte den Klang eines fast mütterlich zärtlichen Gefühls; es steht in Ihrer Hand, einer unglücklichen Frau, die kein geliebies Wesen mehr aus der Welt hat, eine große Wohlthat zu erweisen, ihr wenigstens ein schwaches Abbild des verlorenen Glücks zurückzugeben. Ich bin beständig auf Reisen und dabei allein. Nur eine Kammerjungfer begleitet mich. Was ich Ihnen anbiete nein, um was ich Sie bitte, und was ich wie ein Geschenk von Ihnen annehmen würde, das ist: bleiben Sie bei mir. Lassen Sie mir Ihre Gesellschaft. lassen Sie mich denken, daß ich meine Tochter wieder habe. Sie sollen Zeit haben, sich über meinen Vorschlag mit Ihrer Familie zu berathen, x und Sie werden mich zu jeder Stunde, wenn Sie mir Antwort bringen, hier zu Hause finden. Nun gehen Sie und erfreun Sie mich recht bald mit einem zusagenden Bescheid." Noch einmal fühlte Tilly. wie die Dame, sie an die Thür geleitend, ihre Stirn berührte und dann sah sie sich wieder draußen auf dem stillen Corridor, wo der feinbefrackte Kellner wieder eineVerbeugung vor ih? machte. Mit hochklopfendem Herzen flog sie die Treppen hinab, an der Hausthür stan den die vier, fünf Pagen und rissen die Mützen vor ihr herunter und nun erst, wo sie auf der Straße war, konnte sie frei athmen und sich sammeln. Alles um sie her, die Straße, der Platz, vor dem sie stand, schien ihr wie verändert. Eine Fee war in ihr Leden getreten, und sie wollte sie mit sich entfuhren auf einem goldenen Luft schiff in das Land ihrer Träume das Land des Reichthums und in zauberhafte Fernen. Der Omnibus kam herangerumpelt. Mechanisch hatte sie auf ihn gewartet. ?ar derielbe Omnibus, der sie hericht hatte und der nun die gleiche ke zurückfuhr. Wie gräßlich pro-
sch kam ihr iekt dieser Äaitn
vor. Mit der Frau Fürstin würde sie
selbstverständlich nur Droschte und in ! Coupes erster Klasse fahren. Am besten war es, daß es zu Hause zuerst ) Oki Malthus erfuhr. Denn Adah würde natürlich nur wieder neidisch j werden und Warna sich vielleicht nickt von ihr trennen wollen. Onkel Malthus aber würde ihr helfen. So kam sie zu Hause an. Noch im Laufe des Abends fand, nachdem sie den Onkel vorerst zum Vertrauten gemacht, in dem Zimmer der Mutter eine Berathung über die große Anzelegenheit statt. Ich gestehe." sagte Onkel Malthus. daß es mir erwünschter sein würde, wenn die Frau Fürstin, statt sich weiter auf Reisen zu begeben, sich lieber in eine ständige, ruhige Pension geben würde, wie zum Beispiel wir ihr eine bieten könnten. Indessen scheint es mir aussichtslos, ihr nach dieser Richtunff. Vorschläge zu machen. Im übrigen siehe ich der Sache nicht abweisend gegenüber. Jedenfalls aber wird es nothwendig sein, daß Jemand von uns Sie. liebe Schwägerin, oder ich Ihre Durchlaucht erst persönlich kennen lernt und sich über die Stellung die Tilly bei ihr einnehmen soll, bestimmte Zusicherungen von ihr geben läßt. Ich denke, Sie können diese Aufgäbe ruhig mir überlassen. Meine Erfahrungen setzen mich in den Stand. mit hohen Personen richtig umzugehen. Ich werde Ihrer Durchlaucht also meine Aufwarrung machen darnach wollen wir uns entscheiden! Wie Tilly richtig vorausgesehen. wollte die Mutter von einer Trennung nichts wissen. Aber darin leistete ihr OnkelMalthus den erhofften Beistand. Wir dürfen. Frau Schwägerin . sagte er, in solchen Punkten nicht egoistisch denken. Tilly ist jetzt ein erwachsenes Mädchen, es bietet sich ihr eine günstigeChance, und wohin würde die Welt in ihrer Entwickelung kommen, wenn die Mütter ihre Kinder ewig an den Rockschößen behalten wollten? Ich kann Ihnen die Liebe, die Sie zu Ihren Kindern haben, nachempfinden. Gerade deshalb aber ist es Ihre Pflicht als Mutter, ihrem Glück nicht im Wege zu sein. Das müssen Sie beherzigen." Die Räthin seufzte tief, aber endlich ergab sie sich in ihres Schwagers Beweisführung. Wenn Tilly auch von Seiten Adahs sich auf Widerstand gefaßt gemacht hatte, so täuschte sie sich darin. Seit jener Scene von neulich, in der ihr Adah schweigend den Rücken gekehrt hatte, ließ sie die Schwester in allem gewähren und wenn auch in diesem ihrem. Benehmen gegen sie vielleicht etwas Abfälliges liegen sollte, so wünschte sich doch Tilly gar nichts Besseres von ihr. Im übrigen hatte Adah auch wirklich nichts dagegen, wenn Tilly aus dem Hause kam. Was nützte sie "ihnen denn? Nicht das Geringste, und man hatte nur eine Last mit ihr. Nur vor etwas hatte Tilly noch Furcht vor der Aufwartung, die der Onkel bei der Füstin machen wollte. Wenn er sich und damit auch sie selbst vor der vornehmen Frau nur nicht noch lächerlich machte. Schon am nächsten Tage, gegen Mittag er erklärte, daß dies die feinste Zeit sei trat er den Gang an. Aber in welchem Aufzuge! Trude mußte ihm ein Paar alte, zerknitterte, citronengelbe Handschuhe, die er aus seinen Sachen hervorgesucht hatte Handschuhe, wie sie sonst fttn Mensch mehr trug waschen, daß sie auf zehn Schritte weit nach Benzin rochen; dazu seine schwarzen, ganz prall anliegenden und mit Stegen versehenen Beinkleider, die er noch vom Militär her hatte, und an denen nur die rothe Biese abgetrennt war und der in der Kleinstadt gefertigte schwarze Cantorrock. Von dem altmodischen Cylinderhut und den Stiefeln nicht zu reden. Und wie lange er noch außerdem blieb. Wer weiß, was er mit der Fürstin alles redete. Je länger er blieb, desto schlimmer war es. Erst nach dem Essen und nachdem bereits der Tisch geräumt worden war, kehrte er zurück. Eine feine, eine wahrhaft arisiokratische Dame, Frau Schwägerin." sprach er mit großer Befriedigung, bei der Kranken eintretend, und indem er wieder seine citronengelben Handschuhe abknöpfte ich darf wohl sagen, daß ich mich mit ihr in hervorragender Weise unterhalten habe. Die Aristokratie, ich meine die der großen Welt das ist kein leerer Wahn. Tilly wird bei Ihrer Durchlaucht vorzüglich aufgehoben sein. Sie wird Allüren lernen, in die vornehmsten Kreise kommen und so weiter. Sie wird bei i-Ihrer Durchlaucht aucb über ihren Gehalt verständigt. Ihre Durchlaucht reist zuerst von hier nach Paris, und es ist ihr Wunsch, daß Tilly mit ihren Sachen kommen und sofort ihr Amt antreten soll. Roch heute mit dem Nachtzug will sie fort. Natürlich fährt sie mit dem Nord - Expreß. Der Nord - Expreß geht bis Paris nur neunzehn Stunden. Morgen um diese Zeit wäre Tilly also schon dort in Paris. Ein Jubellaut wollte sich Tilly über die Lippen drängen. Nach Paris! Und mit dem Nord - Expreß! Wenn sie auch dieses Wort Nord - Expreß" bisher noch nie gehört hatte welcher Wohlklang lag doch darin! Aber sie fürchtete, wenn sie ihre Freude so offen zeigen würde, daß dann noch irgend ein Hinderniß eintreten könnte. Auch mußte sie doch an den Abschied von
der Mutter denken, und dazu hätte ein Freudenausbruch schlecht gepaßt. Die nächsten Stunden vergingen mit dem Packen der Koffer. Was sollte sie in oer Hast einpacken, mitnehmen was nicht ? Es war noch ein Glück, daß sie Trude da hatte. In drei Worten hatte Trude von ihr erfahren, um was es sich handelte und daß sie sich trennen würden zu Weiterem war nicht Zeit. Und Trude ließ sich von ihr in einen Papierlaken schicken, Seidenpapier holen, um darin eine Blouse einzupacken, Trude mußte ihr fehlende Handschuhknöpfe annähen, in oer ucye einen Äoizen einlegen und ein paar Halsbänder aufplätten, auch die Schirmschleife bei der Gelegenheit mit aufstreichen, und auch einen heftigen erzürnten Klaps mußte sich Trude gefallen lassen. Was hast Du denn da gemacht", schrie Tilly sie außer sich an. Tilly hatte nämlich den schwarzen Kreppschleier auch gleich mit aufgepiätiei, und dadurch war der Schleier ganz glatt geworden und hatte seine ganze schöne Kräuselung verloren. Im selben Augenblicke aber, als Tilly ihrem Unwillen so freien Lauf ließ, öffnete sich die Küchenthür und Dolf van den Meulen trat herein. Er kam nur, um sich ein Glas Wasser zu holen. Dabei mußte er den Schlag gesehen haben, wenn er auch so that und wieder hinaus ging, als hätte er nichts bemerkt. Sollte Tilly sich aber noch darüber ärgern? Gott sei Danr das lohnte sich nicht mehr. Nachher kam noch Jagenberg. Er hatte auszugehen und wollte sich gleich von ihr verabschieden. Trotz des Abschieds war er in recht zufriedener Stimmung. Die Fürstin hatte einen guten Preis für das Bild bezahlt, und Niemand in der Familie dachte natürlich daran, gegen diesen Handel etwas einzuwenden. Und war er nicht, so mußte sich Tilly fragen, mit dem Bilde der Urheber ihres Glücks? Sie dankte ihm auch jetzt dafür, und er nahm ihre Hand und sah ihr dabei derart in die Augen, daß ihr das Blut in die Wangen stieg. Lassen Sie meine Hand los." stieß sie hervor. Wenn blos Jemand zufällig in's Zimmer trat. Aber er hielt sie fest. Ich hoffe, Fräulein Tilly,- faqte er. daß wir uns im Leben noch mal wiedersehen. Jetzt kann ich's Ihnen ja bekennen, ich habe mein Herz an Sie verloren." Dann mußte Trude eine Droschke holen, noch einmal fiel die Räthin ihrem scheidenden Kinde, Thränen vergießend, um den Hals, wobei ihr einziger Trost der war, daß Tilly häufig schreiben würde so hatte sie es versprechen müssen noch einmal schärfte ihr Onkel Malthus verschie-
oene Äeryaiiungsmaregein ein, namentlich über den Verkehr mit der hohen Aristokratie, dann reichte sie sich kühl mit Adah die Hand, gab Trüben nachdem sie ihr noch eine halte, verblaßte rosa Schleife und eine Schürze, die sie nicht mehr brauchen konnte, geschenkt einen Kuß, verabschiedete sich in gebührender Weise von Miß Spatterdash. und endlich rollte der Wagen, denKosfer auf dem Bock, durch die laternenglänzendeStraße, zu deren Seiten die schon winterlich entlaubten Bäume ihr nackten, dürren Aeste in die dunkle Abendluft streckten, mit ihr davon. sxrau Schwägerin," jagte Onkel Malthus, sie ist die schönste Ihrer Töchter. Schönheit ist ein Empfehlungsbrief unter den Leuten. Sie wird ihr Glück in der Welt machen und wer weiß, wie förderlich das für uns alle noch einmal werden kann." Trude stand am Erkerfenster, wo sie, eine unendliche dunkle Sehnsucht im Herzen, noch immer dem Wagen nachsah, bis er hinter der fernen Ecke verschwand, und sie hörte die Worte des Onkels. Von Tillys Schönheit sprach er. Ja. Tilly war schön sie selber aber war nur eine häßliche graue Motte mit einer großen Küchenschürze. Wenn sie noch klug gewesen wäre wie Adah, aber auch damit war es nichts. Nichts war sie gar nichts. Früher, als oer Vater noch lebte, war sie wenigstens noch lustig gewesen und war herumgetollt und hatte allerhand frohe Lieder gesungen. Aber auch damit war's vorbei alles war so traurig, so traurig geworden, auch in ihr selber. Nieniand, seit der Vater todt war, bekümmerte sich mehr um sie ... Niemand? Und plötzlich sah sie zwei dunkelblaue, ernste Augen auf sich gerichtet, und eine seltsame Verwirrung überfiel sie. Was war mit ihr geschehen? Niemand konnte es ihr sagen. Niemand ihr helfen nur der Vater hätte es können, und der Vater war todt. Xtt Sinter war. obwohl man noch vcr Weihnachten stand, bereits mit aller Macht gekommen, und zu ixn Erscheinungen, die er in das Bild der Hauptstadt brachte, gehörten auch die Eisbahnen die künstlichen in den während der jetzigen Jahreszeit unnütz daliegenden Gärten der Restaurationslokal, auf den Sportspielplätzen, auf den Baugrundstücken. bie durch Berieselungen hergestellt wurden, und die noch viel schöneren, welche Mutter Natur ohne Menschenhilfe selbst gezimmert, wie die im weiß verhüllten Thiergarten und auf den sich meilenweit in die Umgegend zerstreuenden Flußläufen der Spree und Havel und den von blauenden Fichten- und Kiefernwäldern umrahmten Seespiegeln.
Wenn jemand unter den ungezählten Sportfreunden die Eröffnung der Eisbahnen mit aller Dringlichkeit herbeigesehnt hatte, so war es Max. Bei seinen Heirathsprojekten hatte er eines ganz außer acht gelassen, das war die Familientrauer, auf die er nun einmal Rücksicht zu nehmen hatte. Bälle und größere Gesellschaften, wo man solchen Plänen am besten nachgehen kann, waren damit für ihn ausgeschlössen die ..Iours" aber, die er allenfalls besuchen durfte, boten nicht die richtige Gelegenheit. Welches andere Feld blieb ihm also noch übrig als die Eisbahn! Nach dem persönlichen Gegenstand seiner Pläne brauchte er nun nicht länger zu suchen. Er hatte ihn gefunden in Cecile. Nur ems gav es dabei zu bedenken: die zahlreichen Mitbewerber, die um das reiche Mädchen kerumflatterten. jivaf uane er freilich leinen zu furchten. denn Cecile selbst in ihrer Frisch und Harmlosigkeit machte den Eindruck, als könnte ihr Herz überhaupt nicht ernstlich gefährdet werden und als würde sie die Wahl ihres zukünftigen Gatten ganz dem Ermessen ihrer Mutter überlassen. Welche Ansprüche aber Frau. Natal'e Engel an ihren Schwiegersohn stellen würde, das war für alle Welt klar. Das sprach offen aus ihrem ganzen Wesen, aus dem ganzen Zuschnitt der in ihrem Hause gepflegten Geselligkeit. Das Schwergewicht ihrer Ansprüche würde sie auf die Familie" ihres Schwiegersohnes legen. Da war er wieder da der dunkle Schatten. Noch hatte ihn niemals Frau Natalie nach seiner Familie gefragt. Natürlich welche Veranlassung hätte sie bisher dazu auch gehabt! Noch brauchte er 'vor ihr nicht das Bekenntnis abzulegen, daß seine Mutter sich von einem Pensionat ernährt, und daß eine Schwester von ihm sich ihren Unterhalt als GesellIchafterin einer russischen Fürstin suchte. Was würd Frau Natal, wenn es darauf ankam, zu diesem Bekenntnitz sagen? Er bedürfte also eines Bundesgenossen, und das konnte nur Cecile sein. Wie manchen Flirt hatte er in früheren Jahren mit jungen Mädchen gehabt, und nur an ihm hatte es gelegen, so weit damit zu kommen, wie er wollte. Gerade weil Cecile so harmlos war, so konnte es ihm mit ihr ebenso gut gelingen. Er mußte ihre Neigung zu gewinnen suchen. An den Empfangstagen bei Frau Natalie. zu denen er sich nun regelmäßig einfand, hatte er mit Cecile nur wenige Worte wechseln können, und auch die nur in den gewohnten, conventionellen Grenzen. Da war, am Zoologischen Garten, die Westeisbahn eröffnet worden. Schon vorher hatte er Cecile sagen hören, wie sehr sie sich auf den Eissport freue. Nun war sie jeden Mittag hier zu treffen, und wenn sie auch hier von Herren umfchwärmt war, fo fand sich doch immer Gelegenheit, einmal allein mit ihr, Hand in Hand, in der bunten Menge, die sie so gut verbarg, umherzugleiten, den Ritter gegen sie zu spielen, mit ihr zu plaudern und ihr Helles Lachen zu wecken mit einem Wort, den ht absichtigten Feldzug gegen sie mit aller Taktik zu eröffnen. Winkten die Trophäen dabei auch noch in weiter Ferne, so durfte er mit seinem bisher errungenen Erfolge doch zufrieden sein. Jedenfalls sagte ihm schon ihre erfreute Miene, wenn sie seiner ansichtig wurde, daß er ihr nicht unwillkommen war, daß sie sich mit Vergnügen seine Gesellschaft gefallen ließ. Ein prachtvoller, krystallblauer, fonnendurchglänzter Himmel spannte sich über der weiten, in der kaltenWintersonne glitzernden, von einem eleganten Publikum belebten Eisfläche aus. Vom Musikpavillon aus tönte eine Straußsche Polka, auf der benachbarten Stadtbahn rollten und brausten die Züge vorbei, und auf den Grundstücken im anliegenden Westen hoben sich die noch imBau begriffenen, nun von den Mauern und Arbeitern verlassenen Mauern der neuen Königchen Musikschule in die blaue, durchsichtige Luft. Max hatte seineSchlittschuhe angeschnallt und hielt, in wohlgeübten Kreisen durch die wimmelnde Menge schießend und ein Veilchensiräußchen im Knopfloch. Umschau. Endlich glaubte er in einiger Entfernung Cecile zu erkennen. Sie trug hier auf der Bahn immer ein kornblumblaues Kleid mit Pelzbesatz, in dem ihre zarte, schmale Gestalt sich ganz besonders reizend abhob, und ein ebensolches Barett. Er täuschte sich auch nicht sie war es. Aber sie war nicht allein. Neben sich hatte sie einen Herrn. Auch den Herrn ernannte cr jetzt, und eine unangenehme Empfindung kam über ihn. Der Herr war ihm von Frau Nataliens Empfangstagen her bekannt, ein Maler seinenNamen hatte er natürlich nie verstanden. Seit kurzer Zeit machte sich dieser Mensch auffallend an Cecile heran. Hier auf der Eisbahn aber begegnete er ihm zum ersten Mal. Er war noch unentschlossen, ob er unter solchen Umständen dem Paar sich nähern sollte, als er schon Ceciles Gesicht auf sich gerichtet sah. Mit dem Ausweichen war es zu spät. Ein paar Augenblicke später stand er, seinen Veilchenstrauh ihr überreichend und mit dem Maler sich ceremoniell begrüßend, vor ihr. Die Kälte hatte ihre Wangen geröthet, und in der doppelten Frische, die so von ihrem Antlitz strahlte, sah sie jetzt wirklich hübsch us. Ich dachte schon." beaann sie in
ihrer heiteren Unbefangenheit Sie würden heute nicht da sein. Aber die Herren kennen sich doch? HerrTenhardt Herr Jagenberg." Max entgegnete, das Vergnügen schon gehabt zu haben, und Jagenberg, in seiner etwas cordialen Manier, erwiderte desgleichen. Bleiben wir nun hier stehen oder segeln wir weiter?" fragte er. Cecile lachte, sie wollte, daß man sich, alle drei, kreuzweise die Hände gab, und so mit verschränkten Armen welche Einwendungen b :nte Max auch machen lief man auch weiter. Es war wirklich kein Kinderspiel, zu dreien so überall durch die Menge durchzukomm:. aber gerade das machte Cecile Spaß. Dazu spielte jetzt das Orchester den Geishawalzer. ihr Lieblingsstück, und nun glitt man mit einem Anlauf eine kleine, gebogene Brücke hinauf, um aus der anderen Seite wie der Wind wieder hinabzusausen. Cecile jubelte laut auf. Ich glaube, dort fit Ihr Fräulein Schwester," sagte Jagenberg zu Max aewendet plötzlich. (Fortsetzung folgt.) Auch ein Vorzug. G.rg: Du, die Annamierl Heirath l, die hat die richtigen Bratzen zum Knödel machen!" Erkannt. il i&iü. Arzt: Bitte, meine Gnädige, sagen Sie mir vor Allem: Wohin fehlt es Ihnen?!" Einern vurchzulanges frei williges Fasten herbeigeführten Hungertode ist der 47jährige Hotelier Ed. McJntyre aus Minocka, Pa., erlegen. Er nahm 40 Tage lang keine Nahrung zu sich, weil er glaubte daß er hierdurch von einem Lähmungsanfalle genesen werde. Während seines Fastens sank sein Gewicht von 167 auf 118 Pfund, und in den drei Tagen, in welchen er wieder Speisen genoß, nahm es um sieben Pfund zu. In der vierten Nacht verfiel er in ein Delirium und wurde dann bewußtlos, in welchem Zustande er blieb, bis er starb. In Petricken, einem Dorfe des Labiauer Kreises in OstPreußen, fand dieser Tage eine Wähleroersammlung statt, die ordnungb. mäßig polizeilich angemeldet war. Der Diebner hatte bereits 20 Minuten gesprachen, als sich bei dem überwachenden Gendarmen eine sonderbare Unruhe bemerkbar machte. Gleich darauf unterbrach er den Redner mit folgenden Worten: Diese Versammlung ist angemeldet im Hause des Besitzers. Es sind aber die Fenster geöffnet und vor denselben stehen im Garten Leute. Es ist dies somit eine Versammlung unter freiem Himmel", wozu die Genehmigung nicht nachgesucht ist. Ich löse daher die Versammlung auf." Man hielt dem Gendarmen die Ungesetzlichkeit dieser Auflösung vor. jedoch ohne Erfolg. g) a i Zigeunerunwesen nimmt in den sächsisch-böhmischen Grenzorten mächtig überHand. So kam es an einem der letzten Tage in Neuenbrand bei Asch gelegentlich einer opulenten Zigeuner - Hochzeit, an welcher gegen hundert Personen theilnahmen, nachdem annähernd ein halbes Dutzend Hektoliter Bier verzapft war, zu einer förmlichen Schlacht der braunen Gesellen untereinander. Das Blut floß in Strömen, da fast keiner der Hochzeitsgäste unverletzt blieb. Gendarmerie und Grenzwächter mußten aufgeboten werden und es gelang ihnen, von bewaffneten Leuten unterstützt, nur schwer, die Bande zum Weichen zu bringen. Aber im nächsten Dorfe revanchirte sich die angetrunkene Horde, indem sie den Gasthof ausraubte und alles Hausgeräth demolirte, um dann eiligst gegen Eger weiter zuziehen. Der Bräutigam und die Braut hatten es vorgezogen, gleich beim Erscheinen der Gendarmerie sich avfs Pferd zu werfen und in den böhmischen Wäldern zu verschwinden.
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Ersten Schlag, zweiter Alarm, Zweit 8 Schläge, dritter Alarm, Dritten 8 Schlag, vierter Alarm. i-2-i, Feuer au und Schlauch aufgerollt, 3 Schlage, Wasserdruck ab. 18 Schlage. 18 Uchx Mittag, Die bezeichneten Signale werden nur wem ZHur achter angegeben da an den betreffenden Siratz eujunge kine AlarmUsien anpebracht find. Chicago und der grotze Norvweften via ä V laeka Qawan Pbilldvlnr Insel. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. Bon der Monon 7. Sir. Etation. Chicago. nd s nur 5 Minuten mitielft elektrischer Car ach den Union Viehbösen French Lick Spring, in dem Orange Eounrv Hochland. Famili n-Hotet unter neuer Veschästsleikuna. Pluto, Proserpin md Bowle Quellen. Beste? Mineralwasser der Veit. Zwei Züge täglich via Vrer.lcaftle. licket-Ossicen : Union Station, affachuseklk ve nd A eft Washington Straße. R.P.Alge,. Distrikt Baff. Agent. Indianapolis. st,d. . H.McDoel, .H.Rock well, Präs. und Ven. Vgr. Betriebsltil Frank I. eed. Ven. Biff. genk. Chicago. Jll.
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