Indiana Tribüne, Volume 26, Number 265, Indianapolis, Marion County, 30 June 1903 — Page 6

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Jttdiana Tribüne, 30. Juni 19086

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25 Sah der Heilungen. j 8bn ausende geheilt. Millionen von Flaschen ersauft. St. j Jakobs Oel fährt fort der große WoKIthäter zu sein in der Sur von Rheumatismus, Neuralgie, riuftensch merzen, Ruckenschrnerzen, j Verrenkungen, Kopfschmerzen, 5 Steifheit, Schmerzen. G ird immer A das grosse Heilmittel ? t gegen Schmerzen sein. SilIS)IAi))!AS)AASAAA fficw Sie das Beste wünschen das es gibt in Möbeln. Teppiche . . . .und .... ...Ccfcn... so gehen Sie zu WILLIG'S Möbel-Laden, 141 W. Washington Str. Baar oder VrcSit. UM0 y V IIUA ftmzi WftSßtEi vsnm 144 Nord Pennsylvania Strahe, Hauvtgur:i'r für Brillen und Operngläser. Tr tHHKJW . hSTf 0C iTk fVLmraViK WrmHs ürRU"IWK ML SiiDen werde nach oen besten Methoden den Augen naepafct. KuvftNche Augen werden schmerzlos eingesetzt. Mg A Route .Ercursioncn... Sonntag, 28. Juni, 81.25 Eincinnati . zurück SI.2! Spenalzüze die in keiner Richtung anhalten, verlassen den Indianapolis Union Bahnhof mm n im . . . , m - i i rum Y.uu uyr morgens ; Nuaiayrl vom litn cinnan Central Union Bahnhof 7 Uhr Abds. Terre Haute $1.00 Qreencastle 75c Rundfahrt. Abfahrt von hier 7 Uhr Morgens ; Rück fahrt von Terre Haute 7 Uhr Abends. H. M. B r o n s o n, A. G. P. A. LAKE ERIE & WESTERN R. R. Fahrzeit der Züge. . . Abfahrt nkunst Xoled. hicago und ichigan rprefc...- 7.16 10.25 oledo, Detroii und Eh'cago im 12.0 t 3. V'chigau TUh, Munne u.LafayetttSpl.. 7.2 fio. täglich 7 ausgenommen Sonntags.

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Europäische Nachrichten 'FIHeirlprcr?inz. Köln. Die älteste Einwohnerin unserer Stadt, Wittwe Johanna Kaufmann, geborene Friedsam, feierte ihren 103. Geburtstag. Insgesammt feierten 2 Söhne, 4 Töchter, 25 Enkel, 31 Urenkel den Ehrentag ihrer Ahne im Familienkreise. Die Greism erfreut sich guter Gesundheit und gei stiger Frische. Bankier Adolph Joseph Fürth, Inhaber desBankgeschäfts D. I. Fürth, hat sich in seiner Wohnung, Äarspfortengasse 18, erschossen. Er litt seit längerer Zeit an Gehirnerweichung und hct den Selbstmord in einem Anfall geistiger Umnachtung begangen. Die Kölnische Rückversicherung- - Gesellschaft beging das Fest ihres 50jährigen Bestehens durch eine große Feier. Barmen. Die StadtverordnetenVersammlung bewilligte eine Million Mark zum Neubau des vor Jahresfrist abgebrannten Stadtth.'aters. B i t b u r g. Der Abgeordnete Wallenborn wurde an Stelle des ngen Alters ausscheidenden Herrn Gilen in den Kreistag gewählt. D ü s s e l d o r f. Die hiesige Strafkammer verurtheilte die Polizeisergeanten Wolters und Heinrichs aus Gerresheim wegen wiederholter MißHandlung im Amte mit blanker Waffe zu je 15 Monaten Gefängniß und aus

gleichem Grunde die Schutzleute Hohn und Adrian zu 4 und 7 Monaten Gefängniß. E l b e r f e l d. Selbstmord beging ein 16jähriges Mädchen Namens Stosberg. Sie sollte wegen einer strafbaren Angelegenheit in Haft genommen werden. Als sie hörte, daß die Polizei nach ihr fahndete, nahm sie Gift. Jn's Krankenhaus gebracht, ist sie dort gestorben. Essen. Der bekannte deutsche Berufsringer Eberle ist hier im Alt von 28 Jahren gestorben. Eberle hat sich bei großen Preisringen und bei verschiedenen Wettkämpfen um die Weltmeisterschaft hervorgethan. G o ch. Bankier Rosenheim in Paris, ein geborener Gocher, hat dem hiesigen Wilhelm Anton Hospitale" 20,000 Francs zur beliebigen Verfügung geschenkt. H ö h s ch e i d. Hauptlehrer Eckhardt beging die Feier seines 25jährigen Berufsjubiläums an der evangelischen Schule Hierselbst. Hör st. Unweit Dammers Mühle wurde die Leiche des 13jährigen Schülers Karl Ridder aus der Ruhr gezogen. Cr war Zeitungsbote und ist auf seinem letzten Gange auf dem schmalen Pfade am Wasser vom Sturme erfaßt und in die Ruhr geschleudert worden. Provinz elTerpTttsfau. , Kassel. Der Küster der hiesigen Hof- uno Garnisonkirche Wölfert feierte sein 60jähriges Dienstjubiläum. Den Kronenorden vierter Elaste erhielt der Ingenieur Haak bei der Firma Holzmann u. Eie. hier, der Erbauerin der neuen Königsbrücke in Magdeburg, die vor einiger Zeit eingeweiht wurde. Die Wartefrau Anna Haas, die sich im Hause Sandwege 47 durch Eingießen von Petroleum in's Herdfeuer arg verbrannte, ist an den erlittenen Verletzungen gestorben. Albshausen. Unser allgemein geachteter und in weiteren Kreisen bekannter Bürgermeister a. D. Konrad Maus wurde durch den Tod abberufen. Der Verblichene war srüher auch Mitglied des Kreistags für den Kreis Kirchhain. Dörnberg. Auf Anordnung des Gerichts in Kassel wurde der hiesige Bürgermeister Ring unter der Anschuldigung, amtliche Gelder veruntreut zu haben, verhaftet. E h r st e n. Pfarrer Fischer feierte seine 25jährige Berufsthätigkeit als Seelsorger des hiesigen Kirchspiels. Frankfurt. Die Stadtverordneten beschlossen die Errichtung eines Grabdenkmals für den ehemaligen Finanzminister Miquel auf dem hiesigen Friedhof und bewilligten für dasselbe 19,000 Mark. Das Jubiläum fünfzigjähriger Reisethätigkeit des Georg Roeder im Hause Panizza und Probst, vormals Moers und Rüppell. Weingroßhandlung, wurde von Seiten der Firma durch ein Festessen in der Rosenau gefeiert. Der Jubilar erhielt zahlreiche Glückwunschadressen und Geschenke, außerdem wurde ihm der Kronenorden vierter Classe verliehen. Der hier stationirte langjährige Zugführer der Mai-Neckarbahn Ruths wurde bei Friedrichsfeld von einem Güterzuge überfahren und getödtet. Kunstmaler und Zeichenlehrer Johann Mehler. der zwanzig Jahre an der Humboldtschule gewirkt hat. ist im Alter von 68 Jahren gestorben. F u l d a. Landgerichtsrath a. D. Adolf v. Kleinsorgen, ein Veteran der Centrumspartei, ist im Alter von 68 Jahren hier gestorben. Er vertrat die hoh:nzollern'schen Lande 18741877 im Reichstage und 18731875 im preußischen Abgeordnetenhause. H a n a u. Fuhrknecht Schäfer nmrbe von snnem mit Backftelnen beladenen Wagen überfahren. Die Räder gingen ihm über die B"ust, so daß der Tod sofort eintrat. Homburg. Im hohen Alter von 84 Jahren verstarb der hiesige Dekan a. D. Friedrich Encke. 1819 zu Frankfurt a. M. geborer. wurde er früh

Waise und im Waisenhause Hierselbst erzogen. littordoirtlcsio 5.!crto. Vraunschweig. Von einem schweren Unglücksfalle wurde der Magistratssekretar Klaus betroffen. Klaus hatte eine Wagenpartie nach tvm l5lme unternommen. Aus der Rückfahrt scheute das Pferd in der Nähe von Veltheim und ging durch, wobei Klaus aus dem Wagen geschleudert wurde und dabei so unglücklich auf den Kopf fiel, daß er, ohne die Besinnung wiedererlangt zu haben, gestorben ist. Dessau. Dem Stadthauptkassenrendanten a. D. Franz Bernhardt wurde der Kronenorden vierter Klasse verliehen. D e t m o l d. In einem am Strafwerkhause gelegenen Schuppen, in welchem bedeutende Vorräthe von Stroh lagerten, brach Feuer aus. das in kurzer Zeit den Schuppen und alles, was sich in diesem befand, vernichtete. D ü b e n. Durch Blitzschlag gerieth der Kirchthurm in Brand und wurde sammt dem Glockenstuhl ein Raub der Flammen. Die Glocken stürzten ab. Die Kirche konnte gerettet werden. H e l m st e d t. Von einer rangirenden Maschine wurde auf dem hiesigen Bahnhofe bei der Arbeit der Steinmetz Hermanns von hier an beiden Beinen überfahren. Der Verletzte. Vater mehrerer kleiner Kinder, wurde in's Krankenhaus überführt, woselbst ihm beide Beine abgenommen wurden. Ober - Neubrunn. Die Polizei in Jngolstadt verhaftete in einer Herberge ein hoffnungsvolles Burschchen, den eben vierzehn Jahre alten August Iahn von hier, der in Hildburahauscn sich eines Todtschlaasversuchs schuldig gemacht hatte und dann flüchtig geworden war. Orrhausen. Auf unaufgeklärte Weise brach in ver Bodeschen Mühle. Besitzer Heinrich Koch, Feuer aus. welches Woh.lhaus und Mühle einscherte. R u d o l st a d t. Dem Schutzmann Müller gelang es. einen von der Staatsanwaltschaft Frankenthal lRheinpfalz) steckbrieflich verfolgten Raubmörder hier zu verhaften. Derselbe trieb sich seit einigen Tagen beltelnd in hiesiger Gegend umher. Er hatte eine Kindergärtnerin in Frankcnthal ermordet. Auf seine Ergreifung war eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt. Schön in gen. Bei der Ersatzwähl für den verstorbenen Stadtverordneten Artmann wurde Rentner Euaen Schönbrunn aewählt.

l n e nette Schwtnvelg e s ch i ch t e tischen die Pariser Blätter ihren Lesern auf. Danach ist ein französischer Mitkämpfer aus dem Kriege von 187071, Namens Midelitt, nunmehr aus der deutschen Gefangenschast nach Frankreich zurückgekehrt. Er diente damals in einem Husarenregiment, wurde gefangen genommen, entfloh, wurde aber wieder ergriffen und unternahm darauf einen neuen Fluchtversuch, wobei er einen Wachtposten erschlug. Hierfür wurde er vom Kriegsgericht zu 33jähriger Haft verurtheilt eine Strafe, die er jetzt abgebüßt haben soll. Ueber den in Finnland herrschenden Nothstand wird berichtet: Naßkalte Witterung sowie ungewöhnliche Kälte haben im Vorjahre die Ernte in Finnland zerstört, so daß jetzt schwerer Nothstand, hier und da schon Hungersnoth, herrscht. In entlegeneren Gegenden nährt sich das Volt von Brot, das zum großen Tyeil aus Baumrinde, Rennthiermoos, Stroh und Kleie besteht. Die Noth ist jetzt im Frühjahr aus den Gip'el gestiegen und wird noch bis in den Sommer hinein anhalten, da die Ernte in Finnland sehr spät erfolgt. Es hat sich darum ein Comite gebildet, das freiwillige Gaben annimmt und durch sichere Vertrauensmänner befördert. Bezeichnend für die Stimmung, die in Italien gegen die Oesterreicher herrscht, ist ein Vorfall, der sich kürzlich in Verona zutrug. Bei dem Einzüge der von Professor Giesenhagen geleiteten botanischen Excursion Münchener Studenten sammelte sich das Volk vor dem Hotel an. in dem die Ezcursionisten abgestiegen waren. Es hatte sich nämlich das Gerücht verbreitet, es seien Oesterreicher. Als man die heulende und johlende Menge über den Irrthum aufgeklärt hatte, bereitete sie zur Entschädigung dem Professor eine große Ovation, und endlich erschien eine Art Dcputation, die in begeisterten Worten ihrer Liebe zu Deutschland und ihrem Haß gegen Oesterreich Ausdruck verlieb. Einer großen Gefahr glücklich entgangen ist der Schnelldampfer Fürst Bismarck" von der Hamburg - Amerika - Linie während der Einfahrt in den Hafen Cherbourg. Als sich der Dampfer während eines heftigen Gewitters an der westlichen Hafenmole befand, stieg plötzlich eine hohe Wassersäule in die Höhe und prasselte auf das Deck nieder, mehrere Personen zu Fall bringend. Die Ursache dieser unheimlichen Erscheinung war die Erplosion dreier Torpillen (Sprengkörper), die an der eben von dem deutschen Dampfer passirtenStelle versenkt gewesen waren. Der Blitz hatte in eine Kette eingeschlagen, an welcher diese Torpillen befestigt waren und dadurch die Minen zur Entladung gebracht.

In G r a n d F o r ks, N. D., h a t kürzlich das Nationalspiel sogar die Räder der Gesetzmühle verstopft. Während das Distriktsgericht einen Fall verhandelte, vertagte Richter Fisk die Sitzung, um den Geschworenen Gelegenheit zu geben, das Ballspiel zu besuchen. Nachrichten aus Gunnison, Colo., zufolge drohen in dem südwestlichen Theile des County blutige Kämpfe zwischen den Schaf- und Rinderhirten auszubrechen. Es wird gemeldet, daß die Schafhirten beabsichtigen, in jenen Theil des Staates Schafheerden zu treiben und dieselben auf dem Lande weiden zu lassen, das bisher von den Rinderhirten benutzt wurde. Die Kuhhirten sind aber entschlössen, sich jedem derartigen Unterfangen mit den Waffen zu widersetzen. Die Erbitterung zwischen den beiden Parteien ist seit langer Zeit eine sehr große. Beide Theile sind bewaffnet und entschlossen, sich den wirklichen oder vermeintlichen Uebergrifsen mit den Waffen zu widersetzen. Bei einem Knaben in New Dort ist unlängst die bei Jungamerika stark verbreitete Pfeifwuth zum förmlichen Wahnsinn geworden. In einer dortigen Irrenanstalt befindet sich ein vierzehnjähriger Knabe Namens David Dunn, der von der Manie befallen ist, fortwährend zu pfeifen. Wie von den Angehörigen des Knaben vor Gericht ausgesagt wurde, batte er fast eine Woche ununterbrochen gepfiffen, und selbst vor Gericht konnte er das Pfeifen nicht lassen, ebenso im Hospital. Wenn er einmal eine Pause machte, so war es nur, um zur Abwechselung Proben seiner vermeintlichen Gesangskunst zu geben. Aber endlich einmal müssen die beim Pfeifen thätigen Muskeln doch erlahmen. In Ritzville, Wash., sind unlängst drei Knaben, zwei Söhne des G. W. Golbreath und einer ein Sohn des M. Willis, von der Hundswuth befallen worden und von den Eltern nach Chicago in das dortige PasteurInstitut zur Behandlung gebracht. Die Krankheit rührt von einem Pudel her, welchen ein Bruder des Willis von Minnesota mitgebracht und seinem Neffen zum Geschenk gemacht hatte. Dieser Pudel biß zuerst einen anderen Hund, welcher seinerseits die Knaben und später mehrere Schweine biß. Beide Hunde starben mit allen Anzeichen der Tollwuth, und auch die Schweine wurden von derselben Krankheit befallen und mußten getödtet werden. Es herrscht die größte Aufregung im Orte, da keiner weiß, ob nicht noch anderes Vieh von den Hunden gebissen wurde. DieÄerztedesBellevueHospitals in New ?)ork haben zum ersten Male die Erfahrung gemacht, daß eine menschliche Nase auch mit Gicht behaftet sein kann, und sie widmeten dem Falle ihre besondere Aufmerksamkeit. Der Janitor Charles E. Scharf kam nach dem Hospital mit einer sonderbaren Schwellung an der Nase, so groß, wie die Faust eines Mannes.

Mehrere Aerzte versuchten vergeblich, die Ursache der Erscheinung zu erforschen. Der Hausarzt fragte schließlich den Patienten aus und erfuhr, daß der Mann ähnliche Schwellungen an beiden Ellbogen hat und in letzterer Zeit an Gicht in den ftüßen litt. Dies brachte die Aerzte auf die Idee, daß die Gicht sich der Nase mitgetheilt habe. Die Schwellungen an Scharf's Ellbogen sind so groß wie ein Hut. während die Füße fast gar nicht geschwollen sind. Der Plan der Entwäsferung der Sumpfländereien in Florida. welche im östlichen Theile des Staates eine riesige Fläche bedecken, ist jent so weit fortgeschritten, daß diese Ländereien nach einer Bekanntinachung desOberlandamtes in Washingon in Farmen ausgelegt werden sollen. Durch einen 300 ??uß breiten, 12 Fuß tiefen und 50 Meilen langen Canal werden voraussichtlich 600.000 Acres für die Kultur gewonnen. Von den Seminolen, denen bisher die ganze Gegend überlassen war. sind dort nur 225 übrig, die sich künftig mit je einer Farm von beschränktem Umfang begnügen müssen. Man glaubt, daß die Everglades so heißen bekanntlich jene Sümpfe sich besonders zum Anbau von Zuckerrohr eignen und nach ihrerUrbarmachung mehrZucker hervorzubringen im Stande sein werden als ganz Cuba. Die Prohibitioni sten in Texas, im County Waller, wollten auf Grund einer Local - Option - Abstimmung, obgleich diese gerichtlich angefochten ist, alsbald Prohibition einführen. Dem widersetzten sich viele Bürger in dem dortigen Hauptort Hempstead. Die Gährung wurde so groß, daß der Gouverneur Miliz hinschickte. Dem mitgeschickten Generaladjutanten Hulen ist es nach Rückspräche mit beiden Parteien gelungen, die Prohibitionisten zu überzeugen, daß sie keinen gesetzlichen Boden unter den Füßen haben, und die Schankwirtbe in ihrem Rechte seien. Er theilte ihnen auch mit, daß es seine Pflicht sei, Jeden, welcher einen Angriff auf das Eigenthum oder die Person eines Schankwirthes unternehme, sofort zu verhaften und vor den Bezirks - Richter zu bringen, um von diesem wegen Mißachtung des Gerichts zu Gefängniß verurtheilt zu werden. Das half, und die Prohibitionisten versprachen, dem Gesetze zu gehorchen und die Wirthe unbelästigt zu lassen.

Die Bako. WMr.0;omrung. VwlVrJ.'.

Qin Zwergvolk amernnK 2,in Ledenö, weife. Sprache und Sitten. Südlich vom Sanagafluß innerhalb des Urwaldes, der sich in e'.r.er Breite bis zu 186 englischen Meilen längs der Küste Kameruns hinzieht, lebe.i zwischen d:n ansässigen Ba!ckcstämmen Zwergvölker. Sie werken von dcn umwohnenden Negern Ba!o." d. h. kurze Menschen, genannt. Die Bako erreichen eine Höhe von 4 Fuß 11 Zoll. Sie si7.d von gedrungener Gestalt, muskulös und sehnig. Bartlos wie die meisten Schwarzen, unterscheiden sie sich in der Gesichtsbildung doch merklich von den übrigen Eingeborenen. Der runde, unverhältnißmäßig große Kopf, die niedrige, hervortretende Stirn und die kleinen, tief in den Höhlen liegenden Augen, dazu der blöde Blick, schmale Lippen, schlechte, ungesunde Zähe. große, abstehende Ohren: alles dies erweckt den Eindruck, daß man es mit einem im Verfall begriffenen Volke zu thun habe. Scheu und zurückhaltend in ihrem Wesen, kommen sie mit den Bakoko nur selten zusammen und meiden ganz besonders ängstlich die Begcgnung mit Europäern. Ihre Hauptnahrung besteht aus Fleisch, das der Urwald ihnen reichlich liefert. Sie treiben das Wild gegen aufgespannte Netze und todten es dann durch Speerwürfe oder Messer 'tiche. Nicht selten kommt es vor, daß auch der Leopard auf diese Art erlegt wird. Für größeres Wild, wie Büffel und Elephant, werden Gruben ausgehoben, in denen die Thiere sich fangen. Wer von den Bako im glücklichen Besitz eines Steinschloßgewehres ist, der macht auf der Jagd den ausgiebigsten Gebrauch davon. Gewehre, Pulver und einige wenige andere Erzeugnisse europäischer Industrie und Kultur verschaffen sich die Zwerge durch Austausch gegen Kautschuk, den sie im Urwald schneiden und durch die Bakoko in den Faltoreien verhandeln lassen. Nie treten sie selbst in Handelsbeziehungen zu den Weißen. Die Orte, an denen sie ruhen und nächtigen, werden ängstlich geheim gehalten. Ein schief gegen die Erde gestelltes Dach aus Palmblättern, Reisig und Aesten gewährt ihnen genügenden Schutz, oder sie bauen sich niedrige gewölbte Hütten aus Baumrinde und dichten diese Behausungen mit Erde und welkem Laub aö. Der Eingang befindet sich dicht über dem Erdboden, und nur kriechend ist es möglich, in das enge Innere zu gelangen, wo selten mehr als eine Person Platz findet, um in gekrümmter Lage zu ruhen. Die Bako treiben keinen Ackerbau; sie halten sich nie lange an einem Orte auf, sondern streifen frei umher wie d!e Ncmadenvölker. Selten wohnen mehr als 30 Personen zusammen, und die gesammte Kopfzahl dürfte 2000 Personen kaum übersteigen. Einen Häuptling hat der Stamm nicht, noch sonn irgend Jemand, der über die Gesammtheit eine autoritative Gewalt ausübte. Selbst von einer Familieninftitution kann man nicht reden, denn ohne Zwang folgen sie ganz den thierischen Instinkten. Eine Blutsverwandtschaft zwischen den Bako und den Bakoko besteht nicht, auch hat die Sprache der Zwerge absolut keine Aehnlichkeit mit einem der vielen Negerdialekte, die in Kamerun gesprachen werden. Die Bako betrachten sich als Urbewohner des Landes; die Bakoko sind erst später, aus dem Innern kommend, in ihr heutiges Gebiet eingewandert, nachdem sie ihrerseits wieder von anderen Stämmen aus den früheren Wohnsitzen verdrängt worden waren. Wegen ihres scheuen und verschlösse, nen Wesens werden die Zwerge von den übrigen Schwarzen gefürchtet, die sie im Besitz von, Zauberkräften wähnen. Auch sollen die Bako Kenntniß von sonst unbekannten Giften haben, die sie ihren Feinden in den Palmwein mischen. Die Folgen dieser Gifte sind Wahnsinn und ein langsamer, qualvoller Tod. Der Aberglaube ist bei den ZwergVölkern groß. Sie kennen nur bösc überirdische Mächte, zu deren Versöhnung sie nichts thun, da sie sich machtlos dagegen fühlen. Die Frauen genießen Gleichberechtigung mit den Mannern. Sie werden nicht als Arbeitsthiere angesehen, wie dies sonst bei den Negern üblich ist. Geistesgegenwart in schwerer Gefahr. Als jüngst ein Eisenbahnzug über den Grave Creek in Josephine County, Ore., fuhr, begann die Brücke zu sinken. Ter Zug wurde von drei Lokomotiven gezogen und fuhr langsam. Der Führer der zweiten Lokomotive fühlte die Senkung, und als die dritte Lokomotive hinüber war. betrug die Senkung über 14 Zoll. Das Cauyon ist 125 Fuß tief, und beim raschen Fahren des Zuges wäre sicher eine Entgleisung erfolgt. Der Zug wurde zum Stillstand gebracht, und in den Cars, zumal in denen, die sich gerade über dem Canyon befanden, herrschte eine Panik. Da die Cars auf dem Geleise verharrten und kein Bruch der Schienen erfolgte, beschlössen die Zugführer, den Zug über die Brücke zu ziehen, was nach großer Anspannung der Dampfkräfte aller drei Lokomotiven gelang. gtramernumar. Schutzmann: Was. Sie können sich nicht ausweisen?" H andWerksbursche: Nee! Det b:sorgt die Polizei, die weist mir immer aus!"

rzon-WaNerwerke in iesdaden-ZSierstei,. ; uns Paderborn.

Von dem internationalen Kongreß für angewandte Chemie in Berlin hat der dortige Professor Proskauer dieser Tage einen interessanten Vortrag über die Sterilisation des Trinkwassers mit Ozon und über Ozon-Wasserwerke gehalten, in dem er namentlich ausführte, wie die deutschen Elektriker in der biüigen Tarstellung von starken Ozonlösungen Erfolg aufzuweisen haben. Professor Proskauer und die Prcfefforen Müller und Prall vom deutschen Reichsgesundheitsamt machten erschö.'sende Versuche mit Wasser reinigenden Lösungen. Die Versuche wurden auch mit Wasser gemacht, das künstlich mit sehr gefährlichen Krankheitskeimen, wie solchen des Typhus, der Cholera und der Dysenterie imprägnirt war. So'.ches Wasser wurde durch einen Ozor.i-rungs-Thurm gepumpt und dann sorgfältig analysirt. Alle Bakterien wurden getödtet gefunden, während die gewohnliche Filtrirungsmethode sie lebensfähig erhält. Außerdem werde, wie Proskauer ausführte, das Wasser durch die Zuführung von Ozon-Orygen sehr verbessert, und last but not letul sei das Ozonirungssvstem billiger als das Filtriren durch Sand, wie es in den städtischen Wasserwerken üblich sei. Es sei die Zeit gekommen zur allgemeinen Einführung des Ozonirungs-Sy-stems, wie es bereits in den Städtcn Wiesbaden-Schierstein und Paderborn besteht. Nach einer Erfindung Werner v. Siemens wird Ozon mittelst Elektrizität dadurch erzeugt, daß die Luft in einem Raum cirkulirt, in dem ein andauernder Ausgleich von Hochgespannten Elektrizitätsmengen stattfindet. Diese Erfindung hat die Firma Siemens & Halske dazu benutzt, Wasser mittelst ozonisirter Luft von den gesundheitsschädlichen Bakterien zu befreien. In dem Ozonwerke zu WiesbadenSchierstein werden stündlich 250 Kubikyards Wasser sterilisirt. Das Werk besteht aus einer Maschinenhalle, aus dem Ozonapparatenraum und aus der Thurmhalle. Die Maschinenhalle enthält alle nothwendigen maschinellen Einrichtungen, während in dem Ozonapparatenraum die Herstellung des Ozons mittelst Elektrizität stattfindet. Die Ozonapparate sind in gußeisernen Kasten untergebracht, die je aus drei Theilen bestehen, von denen der untere der Sammelbehälter für die zuzuführende Luft und das abströmende Ozn ist und gleichzeitig den Hochspannungpol vor jeder Berührung schützt, wäqrend der mittlere die acht Ozonröhren aus Glas mit cylindrischen Ansätzen aus Metall beherbergt. Die Wände des Kastens bestehen aus dickem Glas, so daß man die elektrische Entladung mit dem ihr eigenthümlichen bläulichen Licht in dem dunklen Raum genau beobachten kann. Von der durch Eisenkästen geschütztenHochspannungsleitung tritt der Strom durch Leitungen, die inmitten dickwandiger Porzellanröhren liegen, in die Ozonapparate, während die Luft sich im Kreislauf du'.'ch Ozonapparate und Sterilisationsthürme bewegt, so daß das nicht verbrauchte Ozon immer wieder zurück in die Apparate gelangt. In der Thurmhalle sieht man acht Thürme aus Cementbeton, von denen jeder durch Zwischenwände in vier Schächte getheilt ist und das Wasser aus einem darüber liegenden Bassin durch einen einzigen Zufluß erhält, der sich erst im Thurm in vier Arme theil:. Die Thürme sind bis zu einer Höhe vcn 6j Fuß mit Grobkies gefüllt, über welchen das Wasser nach unten rieselt und dabei mit dem ozonisirten Luftstrom, der unter, schwachem Ueberdruck na 5 oben streicht, in Berührung kommt. Etwaige Betriebsstörungen werden autrmatisch durch eine Glocke angekündigt, und dabei wird gleichzeitig der Wasserzufluß nach den Sterilisirthürmen abgestellt, bis der Fehler gehoben ist. Beide Anlagen in Wiesbaden-Schierstein und in Paderborn gleichen einander bis aus die kaskadenartigen Ueberläufe in Paderborn. die dazu dienen, die letzten Reste des Ozons aus dem Wasser zu entfernen. In New York, welches im Verhältniß zu seinem phänomenalen Wachsthum in der Hygieine zurückgeblieben ist. wird von dem derzeitigen Gesundheitsamt die Frage der Ozonirung des Trinkwassers neuerdings mit grohein Eifer studirt. D i e ersten Waisenhäus e r in Deutschland datiren aus der Zeit gleich nach dem 30jährigen Kriege, in dem Hunderttausende von Kindern ibrer Eltern beraubt worden waren. isoiomtne in ver andwüste. William Smith, Jsaac Rey. nolds und Seymour Alfs von San Bernardino, Kal., fuhren unlängst die Wüstenwagen in der Mojave-Wüste sür 550 den Monat mit Kost und Logis. Sie entdeckten hierbei mit einem vierten Kameraden nördlich von Bagdad reiche Quarzstücke und erhoben darauf 30 Minen-Claims. Minen-Erperten haben die Quarzader untersucht, das Erz geprüft und sich gegen Zahlung von 515,000 in Gold auf sechs Monate den Ankauf der Mine für $250,000 reservirt. Aus -Cwilau. Wer war der Herr, mit dem S!e eben sprachen?" Ein Reisender aus Zeitz, Namens Hoch." Warum sagen Sie nicht gleich ein Hochzeitsreisen-der'?"

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