Indiana Tribüne, Volume 26, Number 262, Indianapolis, Marion County, 26 June 1903 — Page 5
Jndiana Tribüne, 26. Juni 1903.
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Junger Neger-Rovdh Schlagt einen weißen Knaben mit einem Steine nieder.
Unter der Anklage des Mord-An-ariffes wurde heute Morgen um 1 Uhr der 15-jähr. Negerflegel John Shobe von den Polizisten Johnson und Hall verhaftet. Er ist angeklagt, am Nachmittage den 13.jährigen meifeen Knaben John Burgeß mit einem Steine niedergeschlagen und derar der letzt zu haben, daß dessen Leben in Gefahr schwebt. Denn der Knabe hat eine Gehirnerschütterung erlitten und ift bewußtlos.
Polizeiliches Allerlei. 2B e b b" alias 9cev" gleicher, ein an West Str. nahe dem White River wohnhafter Mann, erschien gestern Morgen im Polizei - Hauptquartier uv 'lagte, daß Weißkapven ihm einen Drohbrief zugestellt hätten, weil er beschuldigt wurde, vor Monatsfrist ein Boot gestohlen zu haben. Doch hätte er nie eine Spur von diesem Boot gesehen. H a r r y Weber, 12, und Victor Quacklinbush, 13, wurden letzte Nacht unter der Anklage des Großdiebstahls verhaftet. Die Beiden hatten nämlich das auf der College Ave. haltende Buggy des Stadtraths - Mitgliedes Thomas Wynne bestiegen und darin eine Spazierfahrt unternommen, und zwar in Begleitug eines anderen Knaden, der bis heute Morgen von den Beamten Hclman und Bailey wohl auch eingebracht werden wird. Die beiden anderen Bürschlein wurden von den Beamten au Eaft und Morris Str. in dem Buggy erwischt. Als Dritten im Bunde verhafteten die Polizisten zu später Stunde den 15 Jahre alten Harrison Grace von der Hosbrook Straße.
Der Unterrichts-Enrsns fir Ge-snndheits-Beamte.
Dem UnterrichtS-Cursus für Countyund städtische Gesundheits Beamte des Staates, welcher gestern im Amphitheaier des Medical College von Indiana an der Senat Ave. eröffnet wurde, wohnen nicht weniger als 300 Aerzte der. Der Cursu-. welcher heute Nachmittag zu Ende geht, wird von Dr. W. N. Wishard, Präsident der StaatsGesundheits-Behörde und Dr. I. N. Hurty. Secretär derselben, ge leitet. Zndpls. Liederk"az. Der Jndpls. Liederiranz beging gestern im neuen und kofigen Locale des Herrn M. I. Drach, im Jefferson Hotel' an Pennsylvania und South Str., eine recht gemüthliche SängerfeftNachfeier. Bei der Gelegenheit wurden noch die Sänger, welche sich nicht an der Fahrt nach St. Louis betheiligen konnten, von den Activen, welche am Feste theil nahmen, mit einem Geschenke erfreut.
Sehr hübsch verlaufen Ist das SonntagSschul-Picnic der Zions-Kirche.
Vom prächtigen Wetter begünstigt und unter riesiger Betheiligung wurde gestern im hübschen Germania Park das diesjährige Sonntagsschul-Picnic der Ev. Zions - Kirche abgehalten. Die Kinder sowohl wie ihre Client und Freunde verlebten bei den zahlreichen und auf das Beste vorbereiteten UnterHaltungen ein ideales Fest.
Schisssnachrichten. Abgefahren: Neapel: Calabria" nach New York. Glasgow : Corean" nach Boston ; City of Bombay" nach Philadelphia. Queenstown: Haverford" nach Phi ladelphia; Teutonic" nach New York. Liverpool: Tauric" nach Portland. New York: LaGascogne" nach Havre; Friedrich der Große" nach Bre men; Blücher" nach Hamburg; Mongolian" nach Glasgow. Liverpool: New England" nach Bofton über Queenstown; Pretorian" nach Montreal über Mo-ville.
R ichmond, Va. Auf drei Linien ging der Straßenbahnbetrieb ungestört, aber unter scharfer Bewachung von Miliz vor sich; bei dem geringsten Anlaß werden Verhaftungen vorge-nommen.
Senator Kothenan. Von Dorothea Goebeler. Worte sind Worte, man redet sie hin, wie man eben redet, man hat sich gar nichts dabei gedacht", und hat sie überhaupt nicht so gemeint", man spricht sie in den Wind. Man soll keine Worte in den Wind sprechen. Der Wind ist manchmal ein getreuer Wahrer, er verweht nicht alles, was man ihm anvertraut. Er fängt es auf und hält es fest, und plötzlich urplötzlich bringt er's zurück, irgend wo her aus Weltenfernen, und es ist das Gleiche und doch nicht mehr Gleiche und ist gewachsen, daß man erschrickt, und daß es der Seele graut. Das hat Senator Rothenau erfahren müssen Wenn über das Kirchdach die Schatten steigen, wenn nur der Brunnen durch die Stille rauscht, wenn's von den dunklen Kirchhofslinden herniederweht wie leises Grauen, stehen die Weiber vor den Hausthüren herum und stecken die Köpfe zusammen und erzählen sich Geschichten. Die von Senator Rothenau erzählen sie oft. Es ist eine sonderbare Geschichte. Er hat in dem Erkerhaus gewohnt drüben am Markt gegenüber der Kirche und der Kirchhofsthür, in dem Er kerhaus mit den Drachenköpfen und dem Heiligenbild über der gewölbten Einfahrt. Die Rothenaus wohnten da schon lange, jahrhundertlang. In den alten Urkunden und Pergamenten liest man ihren Namen oft. Sie haben der Stadt auch das Stift gebaut draußen vorm Thor bei der Sankt Georgskapelle, das Stift für arme Kranke und verlassene Seelen. Ein wackeres Geschlecht, ein geehrtes Geschlecht, immer voran im Rath und in den Geschäften der Stadt. Senator Rothenau auch. Sie hatten ihn schon früh zu Amt und Würden gerufen, und wo eS was zu schasfen galt, da schaffte er mit klugem Kopf und ganzem Herzen. Das war schon so gewesen in der Zeit, da er noch der junge Rothenau war und in dem Haus am Markt die junge Frau" das Szepter führte, in der Zeit, da hinter den hohen Fenstern alle Abend die Kerzen flammten und Tanz und Spiel und Becherklang hinaustönten auf die Gasse, das war es später noch viel mehr. Denn als die junge Frau die Augen schloß und zur Ruhe ging unter den Kirchhofslinden, blieb Senator Rothenau überhaupt nichts mehr als sein Amt und sein Kind. Ist ein feiner, frischer Bub gewesen, der kleine Erich, hatte der Mutter Braunhaar und der Vaters gute, kluge Augen und war keck und verwöhnt, ein rechter Einziger, der weiß, daß er etwas zu sagen hat. Hat er auch gehabt. Ist kein Wunsch gewesen, den sie ihm nicht erfüllt haben, der Vater und die alternde Tante, die die todte Frau vertrat im Hause. Die Kerzen flammten nicht mehr hinter den hohen Fenstern, und Tanz und Spiel klangen nicht mehr durch die altersgrauen Prunkstuben. Senator Rothenau war v.n stiller Mann geworden, seitdem die Frau im Grabe lag. Er lebte nur noch seinem Kinde, und was der Bub ihm sonst an Zeit noch übrig ließ, das gehörte der Stadt, aber der auch ganz, und die Stadt hat es ihm gedankt. Sie haben ihm viel übertragen, so nach und nach, jedes Jahr eine neue Ehre. Bei allem hatte er das erste Wort, und fein Rath galt als der beste. Er sprach mit in der Kirche und in der Stadtverwaltung, sie legten auch das Armenwesen in seine Hand, sie wußten, da lag es gut. Denn er hatte nicht nur den klugen Kopf, er hatte auch ein warmes Herz, er war ein Achter Rothenau, ein Enkel derer, die das Stift gebaut. Er hatte die rechte Art, die in den Augen lesen kann und Bitten hört, die niemals laut gebeten werden. Und dabei hat er doch das Wort gesprachen. Mag der Himmel wissen, wie er dazu kam. Sie erzählen es so und so in der Stadt. Drüben in den Armeleutshäusern hinter der Mauer sagen sie hämisch, er wärc immer schroff geWesen, wenn die gemeinen Leute" etwas zu bitten hatten. Gegeben hätte er allen na ja das wollten sie gar nicht leugnen, aber wie kurz angebunden, Ja und Nein und weiter nichts. Und wie er der Wilkcn das Wort gesagt, hätt' er erst sein wahres Gesicht gezeigt. So sagen sie in den Armeleutshäusern und in dem Einen haben sie ja recht: viel Redensarten machen war seine Sache nie. Die anderen wissen es aber wieder anders, und die Schwester, die ihm die Wirthschaft führte, hat später erzählt, er hätte einen bösen Tag gehabt, viel Enttäuschung, viel Aerger und viel Verdruß, alles schließlich nur Kleinigleiten und am Inde leicht zu verschmerzen, sie reizen aber doch, man wird wüthend, und es ärgert einen die Fliege an der Wand, und gerade in diese Stimmung hinein kam die Wilken. Daß sie ein liederliches Weibsbild wär', munkelte man in der ganzen Stadt, zu beweisen war ihr freilich nichts, und sie hatte auch noch immer bekommen, wenn sie bat. Sie hatte oft genug gebeten bei dem Senator Rothenau. Sie schrie auch heut und jammerte, ihr Jüngstes hätte wieder mal die Masern und wenn es nicht die Masern wären, dann wär' es irgend sonst etwas. Na kurz und gut, sie wollte zwanzig Mark haben, sie be-
rief sich auf ihre sieben Kinder, was solle eine arme Waschfrau anfangen mit sieben Kindern? Er hat es ihr so recht aus seinem inneren Aerger heraus ins Gesicht gerufen: Was habt ihr immer soviel Kinder. ihr armen Leute, immer müßt ihr sieden Kinder havcn, ems )t graue genug." In den Armeleutshäusern haben sie geschrieen am selben Abend, die Entrüstung ging von Thür zu Thür: Da sah man's, wie sie es trieben, die Reichen, nicht einmal die Kinder gönnten sie einem nicht einmal diese einzige Freude." Die Willen zeterte am lautesten, trotzdem sie die zwanzig Mark doch bekommen und sogar noch zehn Mark dazu aus Senator Rothenaus eigener Tasche und eine Flasche Wein und einen Topf Suppe für das kranke Kind. Einem die Kinder vorzuwerfen der sollte nur froh sein, wenn er sieben hätte, aber Gott würde es ihm schon heimzahlen." Wirklich, die Willen sprach von Gott, trotzdem sie sonst gar nicht nach ihm frug und wenigstens seit zwanzig Jahren in keiner Kirche gewesen war. Und alle die anderen stimmten ihr bei und schlugen die Hände zusammen voll Empörung: Jawohl, so behandelte man arme Leute, mit solchen Demüthigungen gab man ihnen Hülk" Und während sie sich so entrüsteten in den Armeleutshäusern, hatte Senator Rothenau die Willen und ihre sieben Kinder und seine ärgerlichen Worte und den ganzen verqueren Tag schon lange wieder vergessen. Er ging durch den Garten mit seinem Jungen, , der war jetzt zwanzig und trug den Stürmer und das Couleurband und war zu den Ferien nach Haus gekommen und bat und jummelte: Ein Boot, Papachen, schenk mir doch ein Boot es wär doch so schön, wenn ich Sonntag mitkönnte im eignen Boot. Und wir fahren hinaus nach dem Wendenwall und nachher über den See nach der wilden reibe, und wenn ich hineinfalle, kann ich schwimmen, und Bürgermeisters Ilse ist auch dabei." Er hatte noch nie umsonst gebeten, er bat auch heute nicht umsonst, und als die Freundschaft und Verwandtschaft am Sonntag den Strom hinauffuhr, hatte Erich Rothenau sein eigenes Boot, und es war schmuck und neu und hieß Ilse wie Bürgermeisters blondlockige Tochter. Sie fuhren hinauf nach dem Wendenwall und lagen zwischen den Hünengräbern und wanden sich Kränze aus Epheu und wildem Tymian, und sie fuhren über den See hinüber nach der wilden Heide, und grade, als sie mitten auf dem See waren, brach das Unwetter los. Alle Boote kamen glücklich durch, nur das, darin Erich Rothenau saß, schlug um. Er konnte schwimmen, und er schwamm ans Land, aber als er endlich an das Ufer sprang, sank er bin, und seine Sinne schwanden, und so. bewußtlos und in Liebesträumen, brachten sie ihn zurück in seiner Väter Haus. Er hatte eigentlich nichts Gefahrliches davongetragen, nur ein paar Krankentage und nachher die Stiche in der Brust und das bischen Husten", das ja aber bald vorüber sein würde, sehr bald. Der Arzt sagte es wenigstens, und der Vater glaubte es, und die alte Tante glaubte es, sie glaubten es, weil sie es hofften und wünschten, und glaubten denn es auch dann noch, als die Paar Stiche" immer schmerzhafter und quälender wurden und das bischen Husten" Tag und Nacht nicht aufhörte. Herr Gott, sollte man denn anderes glauben? Herr Gott, so grausam kannst du doch nicht sein! In der Stadt herum erzählten sie sichs flüsternd: Senator Rothenau's Einziger hat die Schwindsucht, Senator Rothenau's Einziger muß sterben." Sie erzählten es sich auch in den Armeleutshäusern, und die Willen, deren Jüngster schon längst wieder gesund war und mit den Nachbarskindern dumme Streiche machte, die Wilken jubelte voll Triumph und Schadenfreude: Den Armen wollt' er die Kinder nicht gönnen, nun sieht er, wie es geht mit seinem einzigen. Eins ist grade genug das Wort hat sich gerächt." Durch die ganzen Armeleutshäuser ging es: Das Wort hat sich gerächt!" Und es ging drüber fort und ging durch die ganze Stadt. Spott und Hohn und Schadenfreude und Neid und Haß trugen es weiter und trugen es zurück zu feinen eigenen Ohren. Er hatte es längst vergessen, er hatte nie mehr an dies Wort gedacht, an dieses Wort, in den Wind gesprochen. Nun stand es wieder vor ihm, am Sterbelager seines Sohnes stand es und grinste ihn an, vergrößert siebenfach, nicht nur ein Wort mehr, eine Schuld. Der Mann, der ein Leben lang festgestanden und allen Schicksalen ins Auge gesehen, brach zusammen unter dieser Schuld, brach zusammen, weil sie seinen Sohn als Sühne wollte, seinen Abgott, seinen einzigen Sohn ein Einziger ist gerade genug! ... Und während der Kranke sich wand in Fieberträumen, gingen durch das Hirn des Mannes irre, wirre Gedanken, und die Schuld, von der die Mißgunst sprach, wuchs und wuchs vor seiner Seele vom Siebenfachen bis ins Siebzigfache.
War's venn emc cyulv? War'S denn nicht nur ein übereiltes Wort, gesprochen in übereilter Stunde und schon im Augenblick bereut und gutgemacht mit vollen Händen? Ja ja" nein nein", keine Schuld und doch eine Schuld und wollte seinen Sohn, seinen einzigen. Das nicht. nur das nicht! In des Mannes Hirn arbeitete es immer wilder. Eine Schuld kann man sühnen, er wollte sühnen. Das war auf einmal ein tolles Treiben in dem Erkerhaus am Markt. In der Stadt hatten sie wieder zu erzählen, und sie erzählten sich: Der alte Rothenau ist verrückt geworden, er verschleudert all sein Hab und Gut, er schenkt es an die Armen." Ja. er schenkte, schenkte, schenkte, schenkte mit vollen Händen, ziellos, planlos, an arme Frauen, an arme Kinder, an die armen Binder am meisten. Er lief dv.rch die Stadt, wenn der Abend sank, und wo er die Kinder auf den Gassen fand, hungernd und frierend oder in Lumpen, da steckte er ihnen das Gold in die Hand und die blanken Thaler und die blauen Geldscheine. Sie haben manchmal gedacht, es war Spielzeug, und haben das Gold in die Gosse gestreut und die Geldscheine in Fetzen gerissen und sie fliegen lassen mit den Winden, sie sind auch oft davongelaufen, weil ihnen graute vor dem Mann mit den glühenden Augen und dem wirren Haar. Dann hat er ihnen das Geld nachgewarfen und geschrieen und gefleht, sie möchten es nur nehmen, um Gottes willen, damit er seinen Sohn behalten könnte, seinen einzigen Sohn. Viele haben es auch genommen, und es hat Heil und Segen gebracht in manch elendes Haus, aber das meiste kam doch in Hände, darin es nicht gehörte. Und er hat seinen Sohn trotz allem nicht behalten können, als die Kirchhofslinden welke Blätter streuten, legten sie Erich Rothenau schlafen neben seiner Mutter Grab und als der Schnee in Flocken fiel, betteten sie bi alte Tante dazu, die hat's nicht überleben können, daß ihr Liebling so früh zur Ruhe gehen mußte. In dem Erkerhaus am Markt aber saß derweil der letzte Rothenau, und sein Haar war weiß geworden wie Schnee, und er hat nichts mehr gewußt von allem; der Wahnsinn, der erst langsam herangekrochen war, stand hinter ihm und legte all sein Denken in dunkle Nacht. Fremde Menschen mußten kommen und ordnen, was zu ordnen übrig blieb; das war nicht viel. Er hatte sein Geld auf die Gassen gestreut, den Rest bekamen die Aerzte; er hatte die Ersten und Berühmtesten gerufen, um seinen sterbenden Sohn zu retten, die stellten ihre Rechnungen bi in die Tausende. ..Die haben schließlich das alte Haus verkauft, viel kam nicht heraus, denn es, war altmodisch" und wurde nui auf Abbruch" genommen, aber soviel brachte es schließlich doch, daß man ihm eine Stelle im Stift kaufen konnte, in jenem Stift, das seine Väter bauten. Da sitzt er nun blöd und faselnd im Lehnstuhl und starrt auf die Sankt Georgskapelle und auf den Strom, der blau und leuchtend um die Stadt und durch die Wälder zieht. Er weiß nichts mehr und versteht nichts mehr, nur wenn tief unten die Schiffe gleiten, fliegt es wie schauervolles Erinnern über sein Gesicht, und er murmelt mit schreckhaft zitternden Lippen: Ein Wort um ein Wort Eine Liebig'Ltnekdote.
Vom alten Liebig wird folgende Anekdote erzählt: In den vierziger Jahren kam ein Bauer mit einem Beutel voll Silbergeld nach Gießen, um seine Steuern zu bezahlen. Das Geld hatte er in einen Korb voll Eier gelegt. Ein faules Ei war unterwegs entzwei gegangen und das ganze Silbergeld war durch den Schwefelwasserstoff schwarz geworden. Das schwarze Geld aber nahm der Steuerbeamtr nicht an und wies das Bäuerlein schroff ab. Was thun? Das Bauerlein fragt hin und her und erfährt endlich zu seiner Freude, daß am Bahnhos im Laboratorium ein Mann sei, der schwarzes Geld weiß machen könne. Diesen Mann, es war Liebig, fand er auch und fragte, indem er ihm sein Leid klagte, ob er schmutziges Geld weiß machen könne. Liebig bejahte es. Im Nu war von seinem Assistenten durch Waschen mit Säure das Geld weiß gemacht und die blanken Thaler erl,ielt der Bauer zurück. Was sein ich schuldig?" fragte dieser. Es kostet nichts," lautete die Antwort. Nun, dann trinken Sie und Ihr Gesell (und dabei drückte er Liebig ein Sechskreuzerstück in die Hand) wenigstens einen guten Schoppen." Der Gesell aber war der spätere Professor Will.
DaS zweifache Hoch.
Vom Schlüsse der Tagung des Landesausschusses in Straßburg berichtet man folgenden heiteren Zwischenfall: Der socialdemokratische Abgeordnete Emmel hatte vor Verlesung des kaiserlichen Erlasses den Saal verlassen. Er hatte seinen Sitz neben dem Abgeordne, ten Seyller. Beim Kaiserhoch ließ Abgeordneter Seyller nun seine Stimme besonders mächtig erschallen und rief dann, auf den leeren Sitz des Abgeordneten Emmel deutend: Herr Präsident! Ich habe für Zwei Hoch gerufen!" Unter allgen'.einer Heiterkeit leerte sich der Saal.
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