Indiana Tribüne, Volume 26, Number 262, Indianapolis, Marion County, 26 June 1903 — Page 4
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Jndlana Tribüne, 2. Juni 1903.
Indiana Tribüne. Herausgegeben von der utenketfl Indianapolis, Ind.
öarry O. Thudium Präsident. Geschäfts local: No. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269 k nicred at the Pot Office of Indianapoii a second class matter. Die Kishinew Greuel. Präsident Roolevelt hat dem Präsi. denten der Bnai Brith durch Staats minister Hay mittheilen laffen, daß er entschlossen sei, die. von der Bnai Brith verfaßten Jndignations-Vcschlüffe be treffs der Kischinew Massakre dem Zaren durch den amerikanischen Botschafter überreichen zu laffen. Daß der Präsident diesen wichtigen Schritt wohl überlegt hat, ift gewiß. ob er irgend welche gute Folgen für das Judenthum Rußland's haben wird, ift eben so zweifelhaft, wie die Aufnahme, welche diese Einmischung beim Zaren finden wird. Während jeder menschlich denkende Bürger die Hochherzigkeit dieses Eintretens für Unterdrückte und Mißhandelte im Prinzip gutheißen wird, werden die Diplomaten sich verlegen hinter den Ohren kratzen und sich Mühe geben, einen Ausweg aus den herauf beschworenen diplomatischen Wirren zu finden. Die Regierung des Zaren !airn nicht umhin, den Protest der Bnai Brith als offizielle Mittheilung zu betrachten. Das Dokument wurde eingehend vom Präsidenten Roosevelt geprüft, denn eS befand sich zu diesem Zwecke über eine Woche lang in seinen Händen, aus den Händen des Präsidenten geht eS nun dem Staatsminifterium mit der Weisung zu, es in förmlicher also amtlicher Weise durch unseren Gesandten McEormick dem Zaren zu überreichen. DaS Dokument enthält nichts, waS irgend ein vernünftiger Mensch nicht unterschreiben könnte. Auch ift anzunehmen, daß nur Menschenfreundliche Beweggründe es waren, die Präsident Roosevelt dem Wunsche der Bnai Brith nachkommen ließen. Es ift kaum anzunehmen, daß die Regierung des Czaren die Handlung Roosevelts als ungehörige Einmischung in die inneren Angelegenheiten Rußlands betrachten kann, denn das Dokument enthält, wenn wir es richtig qelesen haben, keine Forderungen. ES wird in der Hauptsache darauf hingewiesen, daß die russischen Juden, welche hier eingewandert find und Bürger rechte erworben haben, gesetzliebende Bürger und der Regierung loyal sind, daß sie strebsam, fleißig und rechtschaffen find und'sich die Achtung ihrer Mitbürger erworben haben; daß eine grausame Verfolgung der Raffe bitter zu verurtheilen sei und daß Rußlands Regierung diesen Leuten Schutz und Gerechtigkeit geben sollte. Dies ift der ungefähre Inhalt des Dokuments, das mit Worten der Anerkennung für die fortschrittlichen Bestrebungen des Czaren schließt. Der Tenor des Schriftstückes ift in jeder Weise respektvoll und kann den Czaren nicht verletzen. Die Antwort darauf wird jedenfalls eine ebenso höfliche wie nichtssagende sein. Wohl aber kann man darauf rechnen, daß der Czar seiner Verwunderung darüber Ausdruck geben wird, warum dieses Menschlichkeitsgefühl, welches in der ihm überreichten Denkschrift so schön zum Vorschein kommt, der farbigen Bevölkerung der Vereinigten Staaten nicht gezeigt wird. Er wird in freundlichfter Weise um Auskunft darüber ersuchen, wie ein Volk,' welches menschliche Behandlung fremder Staatsangehöriger verlangt, es dulden kann, daß in seiner Mitte die gräßlichsten Lynch morde geschehen können. Auch wird er vielleicht dieMaffenabschlachtungen der Italiener in', New Orleans in's Gedächtniß zurückrufen! und anfragen, ob man von einem russischen Pöbel Beff, res erwartet, wie von einem amerika nischen. Auch mag in der russischen Antwort erwähnt werden, daß es erst dringender diplomatischer Vorstellungen seitens der italienischen Regierung bei der unseren bedürfte, ehe dcnZ Hinterbliebenen der Maffakre in New Orleans finanzielle Entschädigung zu Theil wurde. Väterchen wird darauf aufmerksam zu machen wissen, daß die russische Regierung ohne jeden Druck oder ! gesetzliche Verpflichtung denZ'armen geschändeten Juden in Kishinew reiche Unterstützung zu
geben beabsichtigt. Dies wird unge fähr die russische Antwort sein. Die politische Freundschaft der beiden Länder wird ungetrübt bleiben, nur ein kleiner diplomatischer Nasenstüber wird unserer Verwaltung nicht erspart bleiben. Man schreibt aus Frankfurt a. M. : Einc aus der Tiefe des deutschen Volts'.ebens entsprungene Veranftaltung ift der Gesangverein, wie er in Deutschland auch in kleinen Städten florirt, und wie er mit unseren AusWanderern hinausgetragen worden ist auf die Prärien Amerikas und die Weideflächen Australiens. Daß die englische Sprache das lange Wort Gesangverein" in ihren Wortschatz aufgenommen hat. ohne es umzuwandeln. kann als ein Beweis dafür gelten, daß diese deutsche Institution auch in der Ferne gewürdigt worden ift. Von der weiten Verbreitung der Gesangvereine, in denen sich Mitglieder aller Stände in gleichem Streben begegnen, wurden wir freudig überrascht, als mir im vorigen Herbst in Sevilla Zeuge des begeisterten Beifalls waren, den er aus mehreren hundert Sängein bestehende Gesangverein aus Barcelona bei den Südspaniern fand. Diesmal hat unsere alte Kaiserwahlstadt den Schauplatz des Kampfes der Gesänge abgcgeben. Es rangen 34 Männergesangvereine um den Preis, den der deutsche Kaiser gestiftet hatte; das große Intereffe, das der Monarch an diesen Beftrebungen nimmt, bekundete er auch durch seine Anwesenheit bei diesem friedlichen Kampfe. Die persönliche Auffassung des Kaisers, das Urtheil des Preisrichter-Colle. giums und die Wirkung auf die Zuhörer haben diesmal zusammengewirkt, um dem Wettstreite in Frankfurt a. M. eine hohe Bedeutung für die künftige Entwickelung des Männergesanges zu verleihen. Das Preisrichter-Collegium warnte in seinem Gutachten vor der gekünstelten und gesuchten Art des Vorträges, die Effecte zu erHaschen sucht, die dem Männergesangverein mit seinem a capella Style unerreichbar find. DaS echte Volkslied und die einfache natürliche Komposition älterer Meister wurden den Dirigenten der anwesenden Vereine dringend empfohlen. Der Kaiser hob als besonders anerkennenswerth hervor, daß so viele Arbeiter, die acht bis 12 Stunden in schwerer Arbeit, in ungünstiger Temperatur, umgeben von Staub und Rauch, zugebracht haben, dann noch zusammenkommen, um sich im Gesänge zu Üben. Er ging dann noch ausführlicher auf das Bedürfniß richtiger Beschränkung auf das Echte, Melodische, Energische, Männliche ein, wie es im deutschen Volksliede und in den klangreichen Harmonien der klassischen Komponisten in reichster Fülle zu finden ift. Um zu dem ihm vorschwebenden Ziele thatkräftig mitzuwirken, versprach er eine Sammlung sämmtlicher Volkslieder, die in Deutschland, Oesterreich und der Schweiz geschrieben, gesungen und bekonnt find, veranstalten und herausgeben zu laffen. Damit wird sich der Kaiser den Dank nicht nur der deutschen Männergefangvereine sichern; sein Beispiel wird hoffentlich auch auf andere Länder anregend wirken, den reichen Schatz an Volksliedern, die sich von Geschlecht zu Geschlecht fortgepflanzt haben und über die jede Nation verfügt, durch gute, preiswerthe Sammlungen zugänglich und allgemein bekannt zu machen. Ist es doch nur natürlich, daß Vereine, die nicht aus
berufsmäßigen Sängern bestehen, fondern sich aus allen Kreisen des Volkes rekrutiren, bei ihrem Gesänge auf das zurückgreifen, was om ursprünglichsten aus der Seele des Volkes hervorgegangen ift. Fairviev Park. Signor A. Liderati wird während der ganzen nächsten Woche, beginnend am nächsten Sonntag Nachmittag mit seiner aus 42 Mann bestehenden Ca pelle im Fairview Park concertiren. Als Solistin wird die Sopranistin Katherine Klarer mitwirken. Grundeigenthums Ueberrragungen. Edward F. Apple an Arthnr V. Apple u. A., Theil von Section 34, Township 47, Range 5, Lawrence Township. $1,700. Mary E. Showalter an Mary A. May, Lot 21, Walden'S Central Ave.. Addition. $1,000. ChaS. C. Schneider an Park S. Florea, Lot 61, Floral Part. $1,500.
Das Bezirks-Turnfeft. Die letzten Vorbereitungen seitens deö Fest Ausschusses getroffen. Der Feft-AuSschuß für das morgen Nachmittag seinen Anfang nehmende Bezirksturnfest, hielt gestern Abend unter dem Vorsitz des Herrn Henry Victor seine letzte Sitzung vor dem Feste ab. Die verschiedenen Comites hatten nur Günstiges zu berichten, so daß, wenn nur das Wetter einigermaßen günstig ist, der Erfolg nichj ausbleiben wird. Die Halle des Südseite Turnvereins, unter dessen Leitung das Bezirksturnfeft stattfindet, ift in geschmackvoller Weise durch Meister Trümper und seine Söhne decorirt worden, und bietet schon jetzt einen festlichen Anblick dar. Morgen werden sowohl am Vormittag als auch am Nachmittag und Abend Mitglieder des Empfangs-Comites am Bahnhof sein, um die auswärtigen Gäste zu empfangen. Um 5.30 Nach mittags werden die Chicagoer Turner per Extrazug hier eintreffen. Zu ihrem Empfange werden nicht nur das Em-pfangs-Comite und der Fest-Ausschuß am Bahnhof anwesend sein, sondern auch die übrigen Mitglieder des Südfeite Turnvereins sowie die Activen des Socialen Turnvereins. Unter Vorantritt einer Musik-Capelle wird sodann der Marsch nach der Südseite Turnhalle angetreten. Das Sommernachtsfest im Garten der Halle beginnt um 8 Uhr Abends. Ansprachen werden von Mayor Bookwalter, Herrn Henry Victor, dem Ersten Sprecher des Südseite TurnVereins, und von Herrn Philip RappaPort, als Vertreter .des Vororts des Nordamerikanischen Turnerbundes gehalten werden. Das Concert am Sonntag Abend. Das Mufik-Comite berichtete u. A., daß für das am Sonntag Abend in der Turnhalle stattfindende Concert folgendes Programm aufgestellt worden ist : I. Theil. Ouvertüre Orchester Lied : Gesangssection der Chicago Turngemeinde. Keulenschwingen : II. Mädchen - Classe des S. S. T. B. Sopran-Solo Frl. Alma Bernd Lied , Quartett II. Theil. " Potpourri Orchester Elektrisches Keulenschwingen : 5 Mitglieder der Damen.Classe des S. S. T. V. Lied Quartett Baß'Solo Herr Geo. Schmidt Lied : GesangssecUon der Chicago Turnge meinde. , 3 Hierauf : Vorträge, Ansprachen ad liberium Unabhängiger Turnverein. Die gestrige EuchrePartie. Die für gestern Abend arrangirte Euchre-Partie für Damen und Herren des u. T. V. erfreute sich einer zahlrei chen Betheiligung und nahm einen sehr genckthlichen Verlauf. Die Siegerin nen und Sieger waren: Damen: 1. Preis Frau Jos. Keller. 2. ., Gardner. 3. Kistner. 4. Douglaß. 5. Frl. Laura Gintz. 6. Frau Minter. 7. Van Hyde. Herren: 1. Preis Chas. Field. 2. Wm. Leppert. 3. Wm. Gardner. 4. Carl Schmidt. 5. F. Seidenfticker. 6. ., L. Rexroth. Die Leitung der Unterhaltung lag in den Händen der Frau W. C. Gardner, welche von den Damen Frau D. Böcher. Frl. Anna Schäfer und Frau Julius Keller Jr. asfistirt wurde. Die neue Forft-Reservation. Die Mitglieder der Staats-Behörde für Forsten sind von der Forft-Reser-vation in Clark County, welche sie am Donnerstag besichtigten, wieder zurückgekehrt. Sie waren mit den Anordnungen, welche Secretär Freeman bis jetzt getroffen hat, sehr zufrieden. Es wurde beschlossen auf Hollifter Peak, woselbst das Wohnhaus des Cu stos George Barnett belegen ift, einen Park, welcher ein Areal von 12 Acker bedecken soll, anzulegen ; auch wurden Anordnungen betreffs Herstellung einer Anzahl Fahrwege getroffen. Im Herbft werden etwa 100.000 kleine Bäume gepflanzt werden. J
Kindesmord ?
Der Coroner vermuthet eine Baby-Farm", die er aufspüren will. Innerhalb der letzten 6 Monate, d. h. seit dem Amisantritte des Coroners Tutemiler, find im Flusse oder sonstwo 16 Kinderleichen, d. h. Leichen von Neugeborenen, aufgefunden worden, d. h. mehr als während des ganzen Termines irgend eines seiner AmtsVorgänger. Deshalb ist der Coroner zu der Anficht gelangt, daß entweder hier eine Baby-Farm" besteht, d. h. ein von einer Frau betriebenes Haus, indem illegitime Kinder gegen Pflegegeld aufgenommen werden, um später beseitigt zu werden, oder aber daß Personen von außerhalb der Stadt die Jnterurban-Cars sind ja so bequem hier uneheliche Kinder absetzen, bezw. um's Leben bringen. Letzte Nacht hielt Hülfs-Coroner Dr. Geis eine Todtenschau an der Leiche eines Kindes ab, das etwa 3 oder 4 Tage alt war, und an der Blackford Straße aus dem Canale gelandet worden war. Dr. Geis fand, daß das Kind lebend zur Welt gekommen, dann aber ertränkt worden war. Ein Arzt war bei der Geburt jedenfalls nicht behülflich gewesen, wie der Befund der Leiche ergab. Doch ift es gewiß, daß das kleine Wesen gelebt hatte und ertränkt worden war, denn seine Lungen waren mit Wasser gefüllt. Der Coroner wird jetzt energische Umschau nach Baby-Farmen halten, und die Polizei wird ihm behülflich sein. . ase-Ball. American-Association. Die gestrigen Spiele resultirten wie folgt: Indianapolis, 25. Juni. Indianapolis 100021000 1 5 Columbuö. ..0 00000130 04 Louisville, 25. Juni. Louisville ....00001013 5 Toledo 0 0 0 0 0 0 1,0 3 4 Milwaukee, 25. Juni. Milwaukee. ...20010000 03 Minneapolis. .00500310 09 Kansas City, 25. Juni. KanfasCity 0000004 0 4 St. Paul 0 1 2 1 000 04 National-Liga. Philadelphia. 25. Juni. E r st e s S p i e l. Philadel ....0 00020000 24 Pittsburg. . .0 01001000 13 Zweites Spiel.. Philadel 000000032 5 Pittsburg.... 00001 000 0 1 Brooklyn, 25. Juni. Erstes Spiel. Brooklyn ....20110051 10 Chicago 00420010 0 7 Zweites Spiel. Brooklyn 00001000 0 1 Chicago 00102000 03 New York. 25. Juni. Erstes Spiel. New York.... 00000000 0- 0 Cincinnat: ...02002011 15 Zweites Spiel. New York. . ..01000001 02 Cincinnati ...0 1101430 111 Boston, 25. Juni. Erstes Spiel. Boston 00000000 0 0 St. Louis ... 000010000 1 Zweites Spiel. Boston 00001002 03 St. Louis 0 5000000 0 5 Niedrige Fahrpreise Für Vierte Juli Reisen, über die Pennsylvania Linien. A n 3ten und 4ten Juli sind Excur-sions-Fahrkarten von allen Ticket-Sta-tionen an der Pennsylvania zu haben, nach irgend einer anderen Station an dieser Linie innerhalb eines Umkreises von 200 Meilen. Excurfions . Tickets sind für die Rückfahrt bis einschließlich 6ten Juli giltig. Für Einzelnheiten, wegen Raten. Zeit d.'r Züge, wende man sich an die Passagier und Ticket Agenten der Pennsylvania Bahnen. Kl.25-Cincinnati u. zurück-Sl.25 via C. H. & D. Eisenbahn. Sonntag, den 28. Juni. Zwei spezielle Schnellzüge. Der erste fährt um 6:30 Morgens ab und fährt ohne Aufenthalt durch. Der zweite fährt um 7:15 Uhr Morgens ab und hält nur in Rushville. Connersville und Hamilton an ; Retour.hrt von Cincinnati um 6:20 Uhr Abends. Tickets und weitere Auskunft im Union Bahnhof und in der Ticket Office 8 und 10 N. JllS.Str. Claypool Hotel. R. P. Algeo, D. P. A.
KM Anciandc.
A m 1. I u n i ist Hamburg in den telephonischen Verkehr mit Wien einbezogen worden. Nach Berlin und Dresden ist Hamburg die dritte grotze deutsche Stadt, die im directen Sprechverkehr mit Wien steht. In kurzer Zeit soll Frankfurt a. M. an die Reihe kommen; eine Verbindung, die in commercieller Beziehung von besonderer Wichtigkeit ist. weil Frankfurt a. M. die Zwischestation für den telephonischen Verkehr Wien-Paris bilden wird. AIs unlängst der Bauer Jelinek aus Kozmierzow mit seiner Frau auf einem mit Stroh beladenen Wagen nach Kattowitz in Schlesien zum Markte fuhr, schlief er im Stroh ein. Beim Ueberschreiten der Grenze verabsäumte die Frau des Jelinek, dem nach Steuerbarem fragenden Beamten zu sagen, daß ihr Mann im Stroh schlafe, und als der Beamte die üblichen Stichproben in das Stroh machte, stach er den Jelinek so unglücklich, daß er nach wenigen Minuten seinen Geist aufgab. Ein nichtswürdiger Gaunertrick ist von einem noch nicht ermittelten Manne in Paris mehrfach mit Erfolg zur Anwendung gebracht worden. Der Betrüger, der stets arme Leute als Opfer suchte, erschien bei den fei den Vorstädten von Paris wohnenden unbemittelten Familien und stellte sich als Armencommissär vor. Er erzählte, daß das von der Familie eingereichte Gesuch um Armenunterstützung genehmigt worden sei, und forderte die Bittsteller auf, nach seinem Dictate eine Erklärung aufzuschreiben. Da sich in diesen ärmlichen Haushaltungen meistens weder Papier noch Tinte befindet, mußten die Leute schnell in den nächsten Papierladen laufen, um hier, froh über die zu erwartende Unterstützung, für die letzten Sous das Gewünschte zu kaufen. Diese Zeit benutzte der gewissenlose Commissär", stahl aus der Wohnung das Wenige, was noch vorhanden war, wie Betten, Wäsche und umherliegende Kleinigkeiten, und verschwand dann. Die französische Südpolar - Expedition unter der Führung von Dr. Jean Charcot und dem belgischen Südpolarfahrer de Gerlache von Havrc soll zunächst der schwedischen Südpolar - Expedition unter Otto Nordenskjöld, über deren Schicksal man sich beunruhigt, Hilfe zu bringen suchen. Sie wird zu diesem Zwecke die Gege.d am Kap Seymour absuchen, die französisches Gebiet ist, und in ver sich die Expedition, von der man seit über sechs Monaten ohne Nachricht ist. befindet. Da der französischen Expebittern zur Ausführung ihrer Pläne jedoch noch 150,000 Francs fehlen, so hat der Matin" die Sache aufgenommen und sich in einem großen Appell an seine Leser gewendet, indem er zu einer Subscription für diesen Zweck auffordert. Sollten 300.000 Francs zusammenkommen, so wird die Expedition versuchen, nachdem sie den Südpol verlassen hat, den Stillen Ocean hinaufzufahren und den Atlantischen Ocean über den Nordpol wieder zu erreichen. Man schreibt aus Amst e r d a m: Bis jetzt steht es noch nicht fest, an welchem Platze im Haag das VON Herrn Carnegie gestiftete Haus für das internationale Schiedsgericht gebaut werden wird. Allerdings haden die Architekten schon einige Wochen, bevor die Schenkung stattfand, auf die Gerüchte hin in einer Versammlung den Wunsch ausgedrückt, daß man nur Holländer für die Concurrenz zur Erlangung von Entwürfen heranziehen möge. Inzwischen ist die Niederländische Bank angewiesen worden, den von Herrn Carnegie geschenkten Betrag Oszuzahlen, und sie that dies in der Weise, daß sie dem holländischen Minister des Aeußern, Herrn Milvil de Lynden, einen einzigen Check auf anderthalb Millionen Dollars übergab. Er ist auf das gewohnliche, mit einer 5 Cent-Stempel-marke versehene Check-Formular der Bank geschrieben. Man hat das werthvolle Stückchen Papier photographiren lassen und wird die phorographische Platte sowohl, wie einen Abdruck im Ministerium des Aeußern aufbewahren. I m Telegraphenamte zu Kopenhagen ist dieser Tage ein Telegraphierfehlcr vorgekommen, der, obgleich es sich nur um zwei Buchstaben handelt, doch für 1500 Kronen Schaden angerichtet hat. Ein Schiffsrhcder in Ehristiania hatte an seinen Capitän, der mit einem Schiffe auf der Kopenhagener Rhede lag, telegraphirt: .Nach Cangesund abgehen!" Der Capitän erhielt aber die Depesche in folgender Form: Nach Haugesund abgehen!" Diesem Befehle folgte er sofort und fuhr nach Haucjesund. Hier waitete er mchrere Tage und wunderte sich, von seinem Rheder keine näheren Instructionen zu erhalten. Anderseits war der Rheder ärgerlich, daß der Capitän ihm keine Nachrichten sende. Zuletzt depeschirte der Capitän an den Rheder und fragte ihn, was sein Schweigen bedeute. Nun wurde der Irrthum aufgeklärt. Nach näherer Untersuchung stellte es sich heraus, daß die Depesche in Kopenhagen richtig eingetroffen war, der Telegraphist aber Haugesund anstatt Cangesund aufgenommen hatte. Die beiden falschen Buchstaben kosteten dem Rheder 1500 Kronen, die er nun vom Telegraphenamt in Kopenhagen zurückfordert.
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