Indiana Tribüne, Volume 26, Number 260, Indianapolis, Marion County, 24 June 1903 — Page 3
Jndiana Tribüne, Juni 1908
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In Kiel Findet das amer. Geschwader herzliche Aufnahme. Gcharfe Matzregel gegen die Mönchsorden.
Der tolle" Mullah. Aus dem Lande der Schlitzaugen. Revolutionäre Gährungen in Rußland. Die Stichwahlen in Deutschland. Japan und die Mandschurei. Peter I. in Wien. Chinesen im Kommiß. Gesandte verlassen Belgrad. Deutschland. Das amerikanische Ges ch w a d e r. Kiel, 23. Juni. Prinz Heinrich sandte den HafenCapitän frühmorgens zur Begrüßung der Amerikaner ab; das Zusammentreffen fand in Orlatean statt, als das Geschwader seinen ersten Begrüßung?salut zu Ehre.: des Forts abgab. Das Flaggschiff Kearsarqe" ging in der Nähe des Ankerplatzes der Hohenzolern", die heute den Kaiser bringen wird, vor Anker, von der San Francisco", Chicago" und Machias" gefolgt. Von allen deutschen Schiffen, die zu Ehren des Besuchs Feftsckmuck angelegt hatten, flatterten die Sternen und Streifen. Die Capitäne der amerikanischen Schiffe machten hierauf dem Prinzen Heinrich ihre Aufwartung, der die Besuche sofort erwiderte. Auch an dem Vachtklub sowie den Hotels der Umgebung waren amerikanische Fahnen angebracht. Contre-Admiral Cotton und Capitän Joseph N. Hemphill, der Commandeur der Kearsarge", beabsichtigten nachher den 8 deutschen Admir' len und ViceAdmirälen Besuche abzustatten, die in Kiel ftationirt sind, und ihre Gegenbesuche zu erwarten. Prinz Heinrich machte vernünftiger Weise dem ermüdenden Austausch der Höflichkeitsbesuche dadurch ein Ende, daß er den Admiral Cotton und seine Kapitaine auf dem Admiralsschiff Kaiser Friedrich III. empfing und diesen Besuch dann mit seinen Kapitainen auf dem Kearsarge" erwiderte. Auf ceromonielle Weise unternommen hätten die Höflichkeitsbesuche wenigstens zwei Tage in Anspruch genommen. Heute werden ViceAdmiral Cotton und seine Kapitaine mit Prinz nnd Prinzessin Heinrich speisen. Die kommenden Stichwählen. Berlin, 23. Juni. Das Jntereffe an dem Ergebniß der Reichstagswahlen steht noch im Vordergründe, und mit größter Spannung wird dem Ausfall der Donnerstag stattfindenden Stichwählen entgegengesehen. DaS Centrum bleibt trotz der Vermehrung der social!' ftischen Mandate die ausschlagende Partei. Im kommenden Herbste will das Centrum gewaltige Anftrengungm machen, um seine Macht noch zu ver. größern, und zwar durch Vermehrung seiner Vertretung in den Landtagen der einzelnen deutschen Bundesftaaten. Vielfach wird die Meinung geäußert, die Regierung habe keine Veranlassung, sich über das Anwachsen der SocialDemokratie im Reichstage zu entsetzen oder mißmuthig darüber zu sein. Das Hauptiffue der Wahl waren die Handelsverträge, ieren bitterste Gegner, die Agrarier, am 16. Juni so kläglich ab' geschnitten haben, während die Socialisten die Handelsverträge unterstützen. Durch die Erwählung der entschieden ften Handelsvertragösreunde und die eclatante Niederlage der Agrarier habe die Regierungspolitik ein moralisches Vertrauensvotum erhalten. Deutscher Fachmann über amerikanische Verhält j isse. Berlin, 23. Juni. Der hiesige Bankdirector Salomonsohn, welcher in Gemeinschaft mit seinem College Blafchke unlängst die Ver. Staaten bereifte, hat eine Broschüre veröffent licht, in der er seine Ansichten über die wirthschastliche Lage in den Vereinigten Staaten ausführlich darlegt. Be sonders beachtenswerth sind seine Rath.
schlüge, wie !der deutsche Handel und die die deutsche Industrie von den amerikanischen Verhältnissen lernen könn ten. Vor Allem müsse dem deutschen Handelsftande gemährt 'werden, was der Handelsstand in den Ver. Staaten zum Segen des Landes in reichem Maße genieße: nämlich Elbogenfrei heit. Die gegenwärtige günstige Lage der amerikanischen Industrie, meint Herr Salomonsohn, werde sicherlich längere Zeit vorhalten, wenngleich Nichts ewig dauern könne. Die amerikanische Industrie habe nicht den Fehler der deutschen begangen, indem sie sich nicht durch den vorübergehenden stärkeren Bedarf zu übertriebenen Be triebs-Erweiterungen verleiten ließ. Chinesen in der preußis ch e n Armee. Berlin, 23. Juni. Demnächst treffen in Deutschland acht Zöglinge der Nantinger Kriegsschule ein, um in der preußischen Armee behufs ihrer militärischen Ausbildung zwei Jahre Frontdienst zu verrichten. Acht Abiturienten der Wutschanger Kriegsschule sind zu demselben Zwecke bereits hier. Die Initiative geht von dem GeneralGouverneur der Provinz Lianghu, Chang-chih-tung, aus. Frankreich. Die D e p u t i r t e n k a m m e r und die Mönchsschulen. Paris, 23. Juni. Die Debatte in der Deputirtenkammer über die Rezierungsvorlage, welche den SäkularPriestern verbietet in einem Gemein wesen vor Ablauf von drei Jahren Un terricht zu geben, verspricht recht interessant zu werden. Der radikale Republikaner M. Leroy stellte einen Gegenantrag, doch fiel derselbe durch. Justizminister Vaüe meinte, daß es dringend nöthig sei, der Regierung eine neue Waffe gegen die Gemeinden zu geben, weil das Gesetz umgangen werde. Zwei Drittel der verbotenen Schulen, sagte der Minister, bestehen ruhig weiter und wenn die Polizei er scheint, wird einfach erklärt, daß die lehrenden Mönche den Orden nicht mehr angehörten. Durch Briefe von Bischöfen wurden dann diese Erklärungen erhärtet, in Wirklichkeit aber bestehe der Unterschied nur darin, daß die Mönche ihre Kutten gegen bürgerliche Tracht vertauscht hätten. Nun folgte eine lärmende und aufgeregte Debatte die beinahe bis Mitternacht währte. Schließlich wurde die scharfe die Maßregel mit 329 gegen 66 Stimmen anzenommen. Auch die Vorlage, daß die Gemeinden, manche das Gesetz dadurch umgehen, daß sie ihre durch die Polizei geschlossenen Schulen mit neuen Lehrern wieder er öffnen, aufgelöst werden sollen, wurde mit großer Majorität angenommen. Santos Dumont. Paris, 23. Juni. Santos Dumont machte heute eine Auffahrt mit seinem Luftichiff No. 9. Der Ballon ging von Longchamp nach dem Platze de L'Etribe; Dumont führte Evolutionen aus, umkreiste den Triumphbogen und wandte sich nach den Champs Elysees, wo er mit dem Schiffe vor seinem Hause landete. Nachts kehrte er nach Longchamp zurück. Japan. Japan und die Mandschu reiFrage. Tokio, 12. Juni, über Bictoria, 23. Juni. Der russische Kreuzer Skold langte mit General Korupartkin, dem russischen Kriegsminister in Begleitung eines anderen Kriegsschiffes von Nadiroftock hier an. Der General wurde mit Salutschüssen begrüßt und landete bei Moji. Heute früh langte er in Tokio an und frühstückte mit dem Mikado. Nach zweitägigem Aufenthalt wird derKriegsminister nach Port Arthur abdampfen. Die Japanesen hoffen, daß der Besuch Korupatkins auf friedliche Absichten deutet. Hingegen kommt die Nachricht nach Peking, daß die russischen Besatzungen in Liao Vang und Fong bedeutend verstärkt werden. Prinz Tsichong, welcher am 2. Juni nach Peking zurückkehrte, soll der chine fischen Regierung mitgetheilt haben, daß Japan nicht daran denken könne, wegen der Mandschurei Krieg mit Ruß land zu beginnen. Der chinesische Geschäftsträger in Thibet hat dem auswärtigen Amt von China mitgetheilt, daß 1000 Kosaken, die unter dem Vorwande russische For schungsrecsende zu beschützen, die Grenze von Thibet überschritten haben und sich trotz aller Proteste immer noch dort aufhalten.
UnserGesandter fürJapan. V o k o h a m a , 23. Juni. Der neue amerikanische Gesandte sür Japan Lloyd Carpcnder Griscom langte hier auf der Siberia" an. Der Gesandte und sein Gattin wurden vom amerikaNischen Konsul empfangen. Rußland. Revolutionäre Proklam a t i o n e n. Moskau, 23. Juni. Revolutionäre Proklamationen, die gleichzeitig zu Odessa, Charkow und anderen Städten erschienen, haben in Regierungskreisen die größte Bestürzung hervorgerufen. Die Proklamation weift aus die Er mordung des Königs und der Königin von Serbien hin und fordert das Volk auf jenes Beispiel nachzuahmen. Sie greift den Zaren heftig an. Neuer Gewaltftreich. St. Petersburg, 23. Juni. Ein neues vom Zaren sanktionirtes Edikt ift erlassen, das in Finland den Verkauf von Gewehren, Munition oder Explosiv-Stoffen jeder Art verbietet. Für die Verletzung dieser Ankündigung find schwere Geldstrafen oder Gefängniß vorgesehen. Auch Schießübungen find nur unter besonderer Erlaubniß des Gouverneurs gestattet. Mit dem Edikt ift ein großer Schult in der Richtung der vollständigen Ent waffnung der Finnen gemacht. China Der Mandschurei - Vertrag. Yokohama, 23. Juni. Nach den Zeitungen in Tokio wurde das Mandschurei'Abkommen am 20. Juni vom russischen Gesandten Lassar in Peking und dem Prinzen Ching, dem Präsidenten der auswärtigen Behörde, unterzeichnet. Die Regentafel half. Peking, 23. Juni. Drei Regentage haben die Furcht vor einer Mißernte, welche die lange Trockenheit erregte, zerstreut und die Chinesen von der Wunderkraft der eisernen Regentafel überzeugt, die kürzlich zur Herbeiführung von Regen aus ihrem Tempel im Süden der Provinz hergebracht wurde. Chinesische R c b e l l e n. Shanghai, 23. Juni. Die Krisis in Kmang Si spitzt sich immer mehr zu, die Rebellion greift immer weiter um sich. Die kaiserliche Armee ist hier zu schwach, um den Rebellen wirksam entgegenzutreten. Die Rebellen belagern jetzt Taiftingfu, 20 Meilen von der Annamefischen Grenze. Serbien. Abreise verschiedener Ge sandten. Belgrad, 23. Juni. Der britische Gesandte ift heute nach London abgereist ; ebenso haben die Gesandten von Frankreich, Holland und der Tür kei auf Anweisung ihrer Regierungen Belgrad Nachmittags verlassen. Der Zug des Königs Peter, der geftern Abend aus Genf abfuhr, kam heute Nachmittag durch Innsbruck, Sirol. Die serbischen und kroatischen Studenten bereiteten dem König einen begeisterten Empfang. Diejenigen fremden Gesandten, welche hier bleiben, wollen in nichtamtlicher Weise im Frack, anstatt in Uniform, am Bahnhof erscheinen. Oefterreich-Ungarn. Peter I. in Wien. Wien, 23. Juni. König Peter langte heute Nachmittag hier an; er wurde von serbischen, kroatischen und anderen Studenten, sowie einer von dem Mayor von Belgrad geführten Deputation empfangen. König Peter erklärte, daß es ihm sehr erschwert worden sei, die Mörder des KönigspoareS zu bestrafen, weil die serbische Nationalversammlung vor seiner Erwählung als König schon Amneftie ertheilt habe. Der König reift in Begleitung seines Bruders Prinz Arfene und seines Soh nes Prinz George. Von Belgrad wird berichtet, daß die Offiziere, die am Königömord betheiligt waren, Selbstmord begehen würden, falls man sie bestrafen will. Spanien. Ausdehnung des Streiks. Barcelona, 23. Juni. Die Streiklage wird hier ernsthafter. Ver schieden? 1000 weitere Arbeiter legten heute die Arbeit nieder, zahlreiche Fabriken find geschlossen und die Schiffe können wegen Mangel an Heizmaterial die Stadt nicht verlassen.
Grohbritannien. Fälscher verhaftet. London, 23. Juni' W.E. Ashton, der sich für einen amerikanischen Journalisten ausgiebt, wurde heute dem Polizei-Gericht unter der Anklage einer Check-Fälschung im Betrage von S2,600 vorgeführt. Die Polizei ift der Ansicht, daß Ashton Mitglied einer Bande geschickter Fälscher ist, die derzeit in Europa operirt. Schweden und Norwegen. Ziegler's Nordpol-Ex p e d i t i o n. D r o n t h e i m . 23. Juni. Die Ziegler'sche Nordpol - Expedition fuhr heute auf dem Walfisch Dampfer America" nach Franz Josephs -Land ab. Die America- überwintert selbst und entsendet von dort aus SchlittenExpeditionen. Material zur Errichtung von Winterquartieren hat der Dampfer an Bord. Afrika. Die Expedition gegen den Mullah. London, 23. Juni. Nach einer Meldung an den Daily Telegraph aus Aden wird dort gemeldet, daß Ge neral Manning, der Commandeur der Somaliland-Expedition gegen den tollen Mullah, sich mit Oberst Cobbs ver einigt habe und Beide in Bohotle in Sicherheit seien. Mexico. Diaz wieder Candidat. Mexico City, 23. Juni. Die Wieder-Nomination des Präsidenten Diaz erregt hier allgemeine Befriedigung, weil dadurch allen politischen Intriguen ein Ende bereitet ist.
DieLiedertafelDe Ver cenigde Zangers zu Amsterdam unter Leitung Fred. I. Roeske's veranstaltet zu ihrem 20jährigen Stiftungsfest einen internationalen Gesangwettstreit, wobei eine Abtheilung für jede Nationalität eingerichtet wird. Die Preise bestehen in goldenen Medaillen und Geldsummen von 1000, 500 und 250 Gulden. Das Fest findet am 5. und 6. und 12. und 13. September statt. E i n Marbacher Schiller - Buch ist auf das Jahr 1905, in welchem der Todestag Schiller's zum hundertsten Mal wiederkehrt, vom Schwäbischen Schiller - Verein geplant und soll seinen Mitgliedern als Geschenk überreicht werden. Das Buch wird wesentlich auf den Schätzen des Marbacher Schiller - Museums beruhen und dem Andenken Schiller's, daneben aber auch anderer schwäbischer Dichter, die mit Schiller geistig zusammenhängen, gewidmet sein; es soll reich illustrirt und vornehm ausgestattet werden. Ferner hat der SchillerVerein die Absicht, nach dem Jabre 1905 regelmäßige Veröffentlichungen zu veranstalten. Nach Berichten aus London grassirt dorr die Spielwuth dermaßen, daß die feinsten Clubs von West-End gezwungen waren, eine Grenze für die Schulden auf Ehrenwort, das heißt für die eingeschriebenen. festzusetzen. Der Atlantic-Club, in dem nur Millionäre sind, hat als Grenze 500 Pfund Sterling in der Woche, zwei Schilling den Point und 10 Pfund per Partie festgesetzt. In den meisten Clubs sieht man überHaupt kein Geld auf den Spieltischen, sondern jeder Spieler hat neben sich einen Sekretär, welcher die Gewinne und Verluste bucht und am Ende der Woche Bilanz zieht. Hat der Verlierende nicht bis zum nächsten Montag bezahlt, so wird er aus dein Club ausgeschlossen. j7urcp z ro e r Jllgoyunoe vom Tode errettet wurde in Hannov.Münden ein Herr aus Kassel. Er wollte über die Fulda in einem Fährboot setzen. Das Fahrzeug schlug jedoch um, und der Insasse versank im Wasser. In diesem Augenblicke spran gen die zwei Jagdhunde eines vorbeigehenden Jägers in die Fluth und zogen den Ertrinkenden schwimmend an's Land, indem ihn die klugen, muthigen Thiere am Rockkragen kunstgerecht festhielten. Die am Ufer alsbald angestellten Wiederbelebungsver suche waren von Erfolg begleitet. So wurde ein Menschenleben durch zwei tüchtige Hunde gerettet. Eine Leihbibliothek fürBlindesoll in Zürich errichtet werden; bereits hat sich ein Comite zur Verwirklichung des Plans gebildet. Blindenbibliotheken, d. h. Sammlungen von Büchern in Blindenhochdruckschrift, besitzen bis jetzt nur Wien, Leipzig, Genf und Paris; die Pariser Association de Hauys hat eine Bibliathek von 7000 derartigen Bänden. Erfinder der in ihrer Einfachheit geradezu genialen Blindenschrift ist der Franzose Louis Braille; Braille verwendet für Buchstaben, mathematische Zeichen, Noten und allerlei Abkürzungen ein System von sechs Punkten, durch deren Combinationen unsere sämmtlichen Schriftzeichen ersetzt wer den können.
In eine? größeren Schweizerstadt war ein Wettbewerb für ein Dialekt-Lustspiel ausgeschrieben; zu den Glücklichen, die mit einem Preis ausgezeichnet wurden, gehörte auch ein Dichter, den der Gerichtsvollzieher fast ebenso häufig besuchte, als die Muse. Sein gespanntes Verhält niß mit den irdischen Schätzen wurde ihm verhängnißvoll; einer seiner Gläubiger bekam von der Erringung des 150 Francs-Preises Wind und bevor dieser noch in des Dichters Hände kam, war er mit Beschlag belegt. Der Poet muß sich mit dem Lorbeer begnügen.
T r e Gebruver orenzoni zu Cles in Tirol, zwei bekannte und geschickte Jäger, bemerkten vor kurzem in den ausgedehnten Wäldern der Bocca di Brenta einen großen Bären. Mit Hilfe einiger Knaben veranstalteten sie eine Treibjagd auf ihn, allein der Bär durchbrach die Treiberlinie und entkam. Die Jäger verfolgten ihn tagelang, ohne ihn einholen zu können. Bei diesen Streifungen durch die Wildniß stießen sie aber plötzlich auf das Weibchen des Gesuchten, eine magere, mittelgroße, etwa zehnjährige Bärin, und erlegten sie durch zwei Schüsse. Darauf brachten sie sie im Triumph nach Cles. Neuerdings sind die beiden Jäger wieder auf die Suche nach dem Hauptbären ausgezogen. In der Brentagruppe kommen Bären bäufia vor. I n Warschau haben unlängst die Polen ihrem Deutschenhaß einen für sie sehr bezeichnenden Ausdruck gegeben. Eine deutsche Schauspielertruppe gab dort Vorstellungen und wollte eines Tages Sudermann's Ehre" aufführen. Schon vor der Vorstellung wurde gepfiffen und gezischt, bis die Polizei die Ruhestörer auswies. Dann wurde es zwar still, aber nun verbreitete sich, wie dortige Blätter erzählen, im Saale ein so entsetzlicher Geruch, daß alle Zuhörer flohen und die Vorstellung nicht abgehalten werden konnte. Die Ruhestörer hatten durch ein chemisches Präparat den Saal verunreinigt; wahrscheinlich durch asa foetida, auch Stinkasant genannt, dessen furchtbarer, knoblauchartiger Geruch Einem allerdings die ganze Vühnenliteratur und noch man ches Andere verleiden kann. I n C a t a n i a (Sicilien) ist ein Verbrechen begangen worden, welches die ganze Stadt in Aufregung brachte. Ein gcwisser Bonsignore. 60 Jahre alt, war vor einiger Zeit seines schlechten Betragens halber vom städtischen Hospital für Bedürftige ausgewiesen worden. Von diesem Tag an schwur er dem ganzen Personal Rache, so daß der Director ihn bereits bei der Sicherheitsbehörde denuncirt hatte. Vor kurzem kam er wieder in das Hospital, Aufnahme verlangend, da er ein Empfehlungsschreiben eines Abgeordneten mitbringe. Wieder wurde er zurückgewiesen. Da glaubte Bonsinore, die Barmherzigen Schwestern seien an dieser Weigerung schuld, und beschloß, sich an diesen zu rächen. Als er den beiden Nonnen Suor Luisa und Suor Laura, junge Italienerinnen, auf der Straße begegnete, stieß er jeder ein zugespitztes Eisen tief in die Brust. Die armen Opfer stürzten blutüberströmt zu Boden. Der Mörder wurde sofort von einem Soldaten abgefaßt, der ihn kaum vor der wüthenden Volksmenge schützen konnte. Er wurde der Polizei ausgeliefert und stellte sich als alter, wegen verschiedenster Vergehen schon häufig bestrafter Verbrecher heraus. In dem Städtchen Oakford in Devonshire (England) starb vor einigen Tagen ein kleines Mädchen an den Folgen einer schweren Alkoholvergiftung. Nach der Schilderung der verzweifelten Eltern, braver, einfacher Leute, die keineswegs dem Trunke ergeben sind, befand sich die Kleire mit ihrem um ein Jahr älteren Bruder in dem Hinteren Theile eines mit Hausgeräth bepackten Wagens, der die gesarnmte Habe der Familie von deren bisherigem Wohnsitz Nackenford nach Oakford brachte. Die Mutter saß vorne aus dem Wagen, und der Mann schritt neben den Pferden her. Während man den 12 Meilen langen Weg zurücklegte, sahen Mutter und Vater mehrere Male nach den Kindern; ohne zu bemerken, daß diese nne in einem Kasten aufbewahrte Flasche mit Branntwein entdeckt hatten und ab und zu daraus tranken, kehrten sie immer wieder beruhigt zu ihrem Platze zurück. Eine Zeitlang fiel es den Eltern zwar auf, daß die Kleinen ungewöhnlich laut lachten und kreischten, doch im Glauben, sie seien vor Freude über die .Zigeunerfahrt", wie sie den Umzug nannten, so ausgelassen, forschten sie nicht weiter nach. Dann wurde es wieder ungemein still hinten im Wagen, und der Vater sah, daß die beiden Kleinen eingeschlafen waren. Ungestört lieh man die Kinder nun liegen, bis das Ziel erreicht war. Da stellte es sich denn zum Entsetzen der Eltern heraus, daß der Knabe und das Mädchen sich in tiefer Betäubung befanden. Der starke Alkoholgeruch und die vollstänbig geleerte Flasche, die über ein halbes Pint Schnaps enthalten hatte, lieferte die Erklärung für den bewußtlosen Zustand der Kinder. Einem Arzt gelang es, den Knaben wieder zum Be wußtsein zu bringen, das Mädchen aber kam nicht mehr zur Besinnung und gab nach zwei Tagen seinen Geist aus.
