Indiana Tribüne, Volume 26, Number 259, Indianapolis, Marion County, 23 June 1903 — Page 5

Jüdinn Tribüne

I

Vom ANSmwe.

Der Bau der neuen Musikhalle für Hamburg, zu dem der RKeeder Laeisz testamentarisch 1,200. 000 Mark ausgesetzt hatte, wird nunmehr in Angriff genommen werden. Senat und Burgerschaft haben die Stiftung angenommen und zum Bau einen freien Platz in der Nähe der beiden Justizgebäude am Holstenwall angewiesen. Nach dem Willen des Testators wird kein Prcisausschreiben für die Pläne erfolaen; auch soll nicht die hamburgische Bauverwaltung die Halle ausführen, sondern die Testamentsvollstrecker haben vier Hamburger Architekten beauftragt, die bedeutendsten neueren Concertsäle zu besichiigen und nach deren Vorbild die Pläne zu entwerfen. Zur Bekämpfung deS Alkoholgenusses unter den Schülern des Carola - Alexandrinum - Gymnasiums in Jena werden seit Jahren V II KJ.L. V J UJ (1 11L 1 1 11 II U 41 1 11 (I schriften unter den Schülern vertheilt. " ' - r. und in dem Bericht über das vergangene Schuljahr, den Geh. Hofrath Dr. Gustav Richter erstattet hatte, waren folgende Sätze enthalten: Erst neuerdings sind wir (das Lehrercollegium) übereingekommen, bei Schülern unter 15 Jahren den Genuy von Alkohol, soweit unser Einfluß reicht, nicht zu dulden. Den Eltern aber legen wir Ziethens Worte an's Herz: Kinder bis zum 13. Lebensjahre sollten überbaupt keinen Alkohol in keiner Form und bei keiner Gelegenheit erhalten. Es ist geradezu ein Verbrechen ich kann den Ausdruck nicht mildern wenn Kindern täglich ein bestimmtes Alkoholquantum verabreicht wird." Zum Schutze der Alpenpflanzen sind, wie aus dem Allgäu mitgetheilt wird, fchon seit Jahren von einzelnen Behörden Schutzmahregeln ergriffen worden. So macht der Stadtmagistrat Füssen erst neuerdings wieder darauf aufmerksam, daß das Ausgraben von Alpenpflanzen jeder Art, insbesondere von Alpenrosen und Edelweiß, wie von Zierkräutern, sowie das Abpflücken solcher Blumen zum Zwecke des Handels auf den im Eigenthum der Stadtgemeinde Füssen stebenden Bergen nur mit specieller Genehmigunq erfolgen darf. Mit derartigen Schutzmaßregeln will man selbstverständlich nur den Alpenpflanzenverkäufern ein Hinderniß entgegensetzen und der sinnlosen Vernichtung Einhalt gebieten. Der harmlose Tourist, welcher aus Liebhaberei ein 'Sträußchen Alpenblumen sammelt, wird von diesen Bestimmungen nicht getroffen. I n Spaniens Hauptst a d t ist man in große Erregung gerathen über vier an einem Morgen geschehene Unglücksfälle, die durch das zu schnelle Fahren ost'icieller" Wagen hervorgerufen wurden. Zuerst überfuhr der Wagen des spanischen Finanzministers an der berühmten Puerta del Sol in Madrid eine Dame, welche schwere Verwundungen am ganzen Körper davontrug. Die Equipage fuhr ohne jeglichen Aufenthalt weiter, bis Arbeiter, die Augenzeugen des Unfalls gewesen waren, sich auf die Pferde stürzten und den Wagen zum Stillstand brachten. Die schnell angesammelte Menge war außer sich vor Wuth, und nur mit Mühe gelang es den herbeigeeilten Civilgarden, die erregten Leute von Ausschreitungen zurückzuhalten. Eine Stunde spater uversuyr der Staatswagen des türkischen Botschafters in der Hauptstraße von Madrid einen Herrn, dem drei Rippen und der linke Unterschenkel gebrochen wurden. Wieder eine Stunde später warf der Wagen des Generaldirectors der Carabiniers auf der Plaza de la Jndependencia eine Dame und deren zehnjähriges Söhnchen um. Beide erlitten erhebliche Verwundungen. Dasselbe Gefährt überfuhr auf seinem serneren Wege noch einen Sicherheitbeamten und verletzte ihn gleichfalls schwer. I m Jahre 1891 v e r u r -t h e i l t e das Militärgericht in Odessa einen gewissen Jchenholz wegen gewcrbsmäßiger Verstümmelung militärpflichtiger Personen durch Einspritzung einer Entzündung erregenden Substanz in die Acrestantencompagnie auf 31 Jahre. So verschwand der unberufene Chirurg von der Bildfläche, doch sein Geheimniß ging als Erbschaft an seine Frau über, die diese Kunst" mit einer ganzen Bande ausübte, bis sie während einer Operi:tion" in einem Eisenbahnabtheil auf der That ertappt wurde. Der Proceß gegen die Frau und ihre Helfer spielte sich unlängst in Rostow am Don ad. Die Untersuchung der zur Einspritzung benutzten Flüssigkeit erwies sich als eine Lösung verschiedener aromatischer Ingredienzien in Spiritus. Auch fand man bei der Verhaftung der Jchenholz einige Flaschchen mit Kerofm. Die Medizinalbehörde sprach sich dahin aus, daß Einspritzungen mit dieser Lösung und Kerosin zweifellos zu Gelenkentzündungen führen müßten. Insoweit folgte die Angeklagte den Spurden ihres Gatten, wich aber darin von ihnen ab. als das Ziel, auf das sie hinarbeitete, ein anderes war. Ihr war es nicht um die Befreiung der Patienten" vom Militärdienst zu thun, sondern darum, den operirten Personen, die für den Fall der Jnvalidität versichert waren, die Versicherungsprämie zuzuwenden. Das ge-

auco m oieten vauen.

I n dem Gelände 3 ro i sch e n den Ruinen des altrömischen Kaiserpalastes und dem Engelsthore in Trier stießen Erdarbeiter in der Tiefe von 10 Fuß auf ein schweres, zugemauertes Gewölbe, dos in der Richtung nach dem Kaiserpalafte werterführte. Als man das den Eingang versperrende Mauerwerk entfernte, hatte man einen hohen, weiten Gang vor sich, den man 200 Fuß weit verfolgen konnte. Hier versperrte dann aufgehäufter Schutt den weiteren Weg Höchst wahrscheinlich sollte der Gang im Falle eines Angriffs auf den Kaiserpalast die Flucht des kaiserlichen Hauses ermöglichen. Das den Eingang versperrende Mauerwerk stammt aus dem Mittelalter, etwa der Zeit der Anlegung der Stadtmauer. EineReihevonJahren svielte in Dresden der Weinhändler Clemens Zschäckel eine gewisse Rolle. durch seinen reklamesllchtigen Patriotismus und namentlich durch einen oft geradezu lächerlichen Bismarckcultus. Der Mann verschwand dann plötzlich, ohne daß seine Gläubiger wußten wohin; Frau und Kinder ließ er in Dresden sitzen. Durch den Abschluß des Concurses wird jetzt endlich bekannt. wie schweres Leid die Gläubiger zu tragen haben. Zschäckel hat Schulden im Betrage von 1.113.066 Mark gemacht, denen nur eine verfügbare Masse von 68.303 Mark gegenübersteht. Die Gläubiger werden also etwa 5 Procent erhalten. Bon dem Ausgerissenen hat man nie wieder gehört. Die Malerinnen und Bildhauerinnen der französischen Schweiz hatten zu Beginn dieses Iahres eine eigene Gesellschaft, die Socit roniande des feirirnes pcintres et seulpteiirs" gebildet. Kürzlich hatte nun diese Gesellschaft in Lausanne ihre erste Ausstellung deranstaltet. Selten zog in der französischen Schweiz eine Kunstausstellung am Eröffnungstag so viele Besucher an, wie dieseVeranstaltung der Künstlerinnen. Die reiz- und schmucklosen Säle der Grenette" waren unter den Händen der ordnenden Damen Räume von entzückender Intimität geworden. Die Ausstellung selbst unterschied sich nicht von anderen Gemälde - Ausstellungen. Nur der Katalog verrieth, daß es ausschließlich weibliche Künstler seien, die ihre Werke zeigten. Arbeiten dilettantischen Charakters wurden fast vollständig ausgeschlossen und so ward ein Debüt ermöglicht, das einen vollen Erfolg erzielte. E i n Denkmal für den Erfinder der Nähmaschine ist Anfang Juni in Kufstein. Tirol, enthüllt worden. In der ersten Hälfte be vorigen Jahrhunderts lebte in Wien ein Schneidermeister Namens Josef Madersperger, dem es 1814 gelang, eine einigermaßen brauchbare Nähmaschine herzustellen, die er in den nächsten 25 Jahren bedeutend verbesserte. Wohl wurde seine Maschine bewundert, und der niederösterreichlsche Gewerbeverein ehrte ihn, aber er half ihm nicht; auch sonst nahm sich niemand seiner an, und so starb der geniale Erfinder im Armenhaus zu Wien. Das ihm zu Ehren errichtete Denkmal ist von den Nähmaschinenfabrikanten der österreichischen Hauptstadt gestiftet. Eine Anzahl von Kleidermachern in Jnnsbrück und Kufstein hat auch für das Geburtshaus eine Gedenktafel gestistet. Die Bürger der Geburtsstadt Maderspergers selbst ehrten sein Andenken dadurch, daß sie einer neuen Straße seinen Namen aaben. Ein höchst nachdrückliches Mittel, ein Paar unverfchämteTrampö loszuwerden, wandte unlängst eine Frau auf Statrn Island an. Die Kerle drangen in die Küche, verlangten Geld und etwas zu essen, und gaben ihr zu verstehen, sie wüßten, daß sie allein im Hause wäre. Die Frau behielt kalt Blut, handelte aber mit fürchterlicher Energie. Während sie sich stellte, als ob sie am Ofen hantire, um den ungebetenen Gästen etwas herzurichten, füllte sie einen großen Schöpflöffel voll kochendes WaZer und schleuderte dies den Strolchen in's Gesicht. Heulend vor Schmerzen eilten diese aus dem Hause, dessen Thüre die Fu schnell verriegelte. Dann holte sie ihren Revolver, doch die Kerle kehrten nicht wieder. Unter den kürzlich auf Ellis Island angekommenen Einwanderern befand sich der Schweizer Emil Keller, ein Justizflüchtling aus Zürich. Das Schweizer Consulat in New Aork war von der Ankunft des Mannes benachrichtigt, und anstatt das langwie rige und kostspielige Auslieferungsvr?fahren einzuleiten, wurde die Einwanderungsbehörde verständigt. Der Geschäftsträger des Consulats auf Ellis Island, Herr Hermann Handrich, legte dort der Inquisition das BeweisMaterial vor, der Mann wurde zur Zurückschickung verurtheilt und mit 30 anderen Einwanderern zur Rückfahrt auf den Dampfer gebracht. Er gestand der Inquisition, daß er draußen mehrere Einbrüche begangen und sich der Verhaftung durch die Flucht entzogen babe. Auch ein Motiv. Wenn Du Deinen Mann so wenig liebst, warum hast Du ihn dann geheirathet?" Nur, um meine Freundin Meta zu ärgern; die hatte sich auf ihn gespitzt!" Energisch. Herr (der em ältliches Fräulein aus dem Wasser gezogen): So, herausgeholt hab' ich Sie jetzt ein Wort aber, wenn Sie mir vom Heirathen sagen, werf' ich Sie sokort wieder hinein!"

Welk Kaderlack's Sülreibebrief

592. Geöbrter Mister Editor! Ich wischt der Mister Mehr hätt rch nie nit epprohtscht mit seine Eidie zu rieseine un mich als sein Suckzesser zu eppeunte. Wei. ich kann Nachts gar kein Auge mehr zu mache un am Dag, wo ich sonst immer Morgens un Nachmittags en diesente Näpp hen nemme könne, do fühl ich so wach. als ob ich for nicks annerschter da wär, als for zu schaffe. So e Lewe, das il gar lein Lewe mehr. Ich sin bardlie aus mein Bett, so is schon der Christ da un lamentirt, daß ich ihn nit vergesse soll, wann ich Mehr wär; er wär sick un teiert. Boliesthiereckter zu sein und er deht viel besser gleiche, wann ich dazu sehn deht, daß er Scherv'f wer'n deht. In die erschte Lein wär mehr drin, UN dann wär auch nit so diel zu schaffe un so keine große Res spannsibillithee. For de Länds Sehk, sag ich dann immer zu den Christ, wart doch nur emol ab, bis ich den Schapp hen. Bis zu die Pressente Zeit sin ich ja doch noch Scheriff. Dann bei das Breckfest, dann kommt die Selma un datiert mich wie alles. Meik, sagt se, du weißt gut genug, was mir von dich denke duhn un jetzt kriegst du bald e Tschehns, auch emol for uns e Fehwer zu duhn, ich eckspeckte, daß du uns nit vergesse duhst. Do hen ich gesagt: Selma, hen ich gesagt, ich will dich emol ebbes sage, plies laß mich alleins mit den fuhlische Tahk. Erscht laß mich emol Mehr wer'n un dann kannst du mich Widder emol sehn. Prammisses mach ich keine, bikahs ich weiß nit, ob ich dazu sticke kann, ennihau, gleich ich nit, mich in einem fort battere zu losse. Sie könne sich denke, daß ich den Weg nit in den beste Juhmer von heim fort sin; awwer sobald als ich an die Stritt komme, do geht das Ding von neuem Widder los. Un es is fonnie. wie die Piebels all uff den Mister Mehr schimpfe: keiner is sättis feit mit ihn un all duhn se kicke un eckspeckte, daß ich besser duhn deht, wann ich erscht emol den Schapp hätt; un all prammisse se mich, daß se mich suppohrte wollte. Off Kohrs Hot jeoer noch e speschel Wisch gehabt, awwer do hen ich nit so viel drum gewwe. Uff en schöne Morgen Hot der Mister Mehr gesagt, er wollt mich emol sehn. Ahlrecht, hen ich gesagt, was kann ich for dich duhn? Do Hot er gesagt, er wollt mich e paar Peuntersch gewwe un wann ich die folge deht, dann wär'n ich ahlrecht. Luckehier, Hot er gesagt, wenn Jemand seine Fingersch aus die Palliticks halte kann, dann soll er'sch for Pittiesehks duhn; wenn er awwer emol drin is, dann soll er sehn, daß er so schnell wie möglich Widder eraus komme duht. Is er awwer en Sticker. bann muß er schaffe for all was drin is un derf nit loslosse. Der Trubel is, daß wann einer emol for Jahre in die Pallitiks drin is, dann is er zu kein anneres Bißnes mehr fitt. Der Trubel is blos, daß es arig hard is zu die Palliticks zu sticke. Mer muß mit alle Mensche an gute Tehrms sein, mer derf kein uff die Kohrns steppe, mer muß mit jedem Händs schehke, muß heut Temperenzler sein un morge en liberaler Mensch un bei all dem muß mer independet sein un derf for Niemand ebbes kehre. Wer das täckele kann, der is ahlrecht un der kann sein Weg mache, wer awwer denke duht, daß es en zu en harter Schapp wär, der soll sei Finger aus die Palliticks losse. Dann noch e anneres Ding un das macht die Sach e klein wenig mehr comfortebbel: Mer braucht nur befor die Eleckschen an die Fenz zu hocke un wann mer elecktet is, dann kann mer seine Zähn zeige. Well Mister Edithor ich hen do gesosse un hen Maul un Ohre uffgesperrt un der Mister Mehr Hot schon lang zu tahke gestoppt, do hen ich noch immer do gesesse un hen die Sprach noch nit widder ketschc könne. Der Mister Mehr war ordentlich geschkehrt un Hot mich en diesente Schehk gewwe, bis ich Widder zu mich komme sin." Mister Mehr", hen ich gesagt, ich will dich emol ebbes sage, ich rieseine, betn Offis kann nemme wer will, ich kann nit. Ich sin en kammener, ordinerer Mensch, wo jeden gern zu pliese gleicht wo awwer nit leut schwöre kann, bafc der Schnee schwarz is un morge, daß der Schkei grasegrien is. Ich gleiche doch auch e ganz wenig meine eigene Appinjien zu hen un fühle nit, als wann ich mich zu en Waschräck mache sollt losse. Mit einem Wort, ich dank? for die Ehr un das is all was ich duhn Do Hot der Mister Mehr gelacht un sagt: Newwer meind Meik, ganz so schlimm is die Sach ja nit. ich hen dich nur e wenig Jnformehschen gewwe wolle, von dem was du zu duhn host un was du eckspeckte mußt. Ich hen dich nit diskorretsche wolle; also go ehett un mach deine Feit, ich duhn alles was ich kann for dich zu suppohri " Mell. ick den oar nicks aeennleri.

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awwer tcv Yen e ganze Matt geoenlt. Ich sin fort un hen mich in den Saluhn gehockt un hen e ganze Peil Bierche gedrunke: dann sin ich heim, den mich in mei Ruhm eingelackt UN hen gestart zu denke. Awwer soviel wie ich auch gedenkt hen, es is mich nicks gescheides einqefalle un A im wie ich mit durch war, noch grad so dumm gewese wie vorher. Könne Sie mich denn nit emal e wenig Ettweis gewe? Als en Nubspepermann follte Sie doch eigentlich alles wisse un wann mer wie ich schon so lang e Pepher suppohrte duht, dann kann mer doch auch emal t Fehwer eckspeckte. Also plies sin se so gut un informe Se mich: soll ich for Mehr rönne odder soll ich nit? Mit beste RiegabrdS. Juhrs Trulie, Meik Habersack. ESkweier un Sheriff von Apple Jack Holie Tcrrer Kauntie. Der Pater der Dufe.

Ein italienischer Schriftsteller, wel cher dem Stammbaum der großen Tragödin nachforschte, entdeckte in den Annalen des italienischen Theaters höchst unterhaltende Details über ihren Vater. Eleonora Duse ist bekanntlich ein Schauspielerkind. Ihr Vater war ein Komiker, und als solcher genoß er sogar eine große Popularität, da er tt derber, aber höchst humoristischer We,te zu improvisiren verstand. Zumeist zog er als Leiter einer kleinen Truppe von Stadt zu Stadt. Im Jahre 1840 kam er nach Padua. Trotz riesiger Plakate vermochte er kein Publikum ins Theater zu locken. Da gerieth er auf folgenden Einfall: Er ließ neue Plakate folgenden Inhalts anschlagen: Luigi Duse benachrichtigt die Sta' des Livius und Petrarca, oan er morgen eine neue Posse, Ohne Schuld", ganz allein spielen wird." Diesmal füllte sich das Theater zur Hälfte; insbesondere kamen auch viele Studenten, die damals hauptsächlich das Theater unterstützten. Als der Vorhang hochging, erblickte man den alten Dufe in tiefer Trauer, mit schwarzen Schärpen an Hut und Armen. FeierlichenSchrittes, mit einer Leichenbittermiene trat er vor die Rampe und hielt folgende Ansprache: Signori! Ich sehe hier viele, die sich nicht sehen lassen. Glaubt ihr, daß ich zu meinem eigenen Vergnügen auftrete? O nein, meine theuren Paduaner! Ohne euer Geld ist Duse eine Laterne ohne Licht! Ich möchte doch wissen, warum ihr nicht ins Theater kommt! Gefallen euch meine Stücke nicht? Sind meine Schauspieler schlecht? Oder wollt ihr mich aus Padua vertreiben?" Wir kommen schon! Wir kommen schon!" rief das Publikum im Chor. Duse aber sprach weiter: Ja, so sagt ihr, und Puse hört es, weil er eine unglaubliche Geduld hat. Ich will euch im Vertrauen eröffnen, daß ich mich zur Zeit in peinlichster Lage befinde. Mein erster Liebhaber bedarf dringend eines neuen Anzuges, da er infolge unaufhörlicher Liebeserklärungen die Beinkleider an den Knieen durchlöchert hat. Meine erste Liebhaberin braucht weiße Atlasschuhe, und meine Naive will Kindtaufe feiern. Woher per bacco soll der arme Duse für das alles Geld hernehmen, wenn ihr euch in Kneipen herumtreibt, statt das Theater zu besuchen? Daß ihr euch also mor gen vollzählig einfindet, verstanden?" Im Parterre herrschte ein undeutliches Gemurmel. Endlich erhob sich ein 'iltererStudent und antwortete: Morgen geht es nicht, lieber Vater Duse? Morgen haben wir eine große Kneipe. Aber übermorgen kommen wir alle ?" Bestimmt? Wie oft habt ihr mich schon hintergangen!" Auf Ehrenwort, Vater Duse!" erscholl es donnernd aus dem Parterre. Schuft derjenige, der nicht kommt!" schloß Duse, und de? Vorhang senkte sich. Solche Sitten herrschten vor einem halben Jahrhun dert im Theater des Vaters Duse. Sei ne Tochter hat es allerdings nicht nöthig, das Publikum in dieser Weise ins Theater zu locken. Verzweifelt. Commerzienrath: Ah Herr Va ron sind Hochtourist geworden, habe kürzlich gehört, haben ja grandios küh ne Touren gemacht!" Baron: Aeh nich so schlimm bißchen etlichen Gläubigern ausgewichen! EinvortrefflichesMitt e l. Herr (einen Arzt auf der Straße ansprechend): Ach, bester Herr Doctor, mir ist ganz erbärmlich zu Muthe. Ich kann mich kaum noch fortbewegen vor Mattigkeit. Sagen Sie mir um Gotteswillen, was ich nehmen soll." Arzt: Eine Droschke!"

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