Indiana Tribüne, Volume 26, Number 258, Indianapolis, Marion County, 22 June 1903 — Page 6
Judiana Tribüne, 22. Juni 1003.
6
The Victor.
F rs 1T ffi"" IrirBHHW B5v vTraf xlfeft vaT. IUWVUWW MzK Eüjt , ' : .'?W Ol' tt ' j j&ffi5B ffi-.a.J :-fß 8 3? jfl H5to ' - Ä .r v 53fc. n-. taMII
Ecke Noble und St. Clair Str. Ich erlaube mix meinen freunden und Bekannte aniujng dai ich uuter dem Namen "The Victor an obengenaantem Platze eine in jeder ezietzuntz erste lasse Wirthschaft eröffnet habe. wird mein Bestreben sei, ein in jeder Be,iehun, respeNable Hau , fuhren und an meine Seschasttz srennde. bei roulanter Bedienung, die besten Qual Uten an imvorrirten und einheimischen Weine. Liaubren, Cigarren. Bier, etc. zu verabreichen. EI Wird mir zur Ehre gereichen. Sie in meinem tetzigkn Lokale degrützen n können . Achtungsvoll HENRY VICTOR. UV Sie das Beste wünschen das es gibt in Möbeln, Teppichen .... und .... ...Oefen... so gehen Sie zu WILLIG'S Möbel-Laden. 141 W. Washington Str. Baar oder Credit. k LE0.IANÜ0 142 Nord Pennsylvania Straße, Hauptquartier für rillen und Operngläser. zSMrH YirnWWj 14 UWCnVAUlA, 3Xfl oc mlM BM crpnS 0 A As autf rille werd e nach oen besten Methoden den ugn angepaszt. MmMiche ugen werden schmerzlos eingesetzt. Deutsche Buchhandlung. tfarl tvak. 4 irainio. oe.. 34. (Bemdroke rcade.Z LAKE ERIE & WESTERN R. R. Fahrzeit der Züge.. . Abfahrt Ankunft Toledo, hieago und Vtichigan zore... 716 ti0.26 koledo. Detroit und Chicago Lim i o t Vichigan itd, Muncie u.Lafaqttepl.s 7.25 tt0.2 taallch t ausgenommen Gonni8. Milde Strafe sur einen Soldatenschinder. Eine überaus rohe Soldatenschinderei kam dieser Tage vor dem ttrlegsgerlcht in Darmstadt zur Aburtheilung. Um seinen Rekruten den militärischen Drill rascher beizubringen, verfiel der Unteroffizier K. Weber auf ein abscheuliches Mittel. Zur Vermeidung der bei Griffüben anfangs unvermeidlichen Kopfbewegungen band er mittelst eines an dem Nummernknopf der Achselklappe befestigten Bindfadens ein Ohr der Rekruten fest. Wie zu erwarten war, riß nun bei dem Grifsekloppen unter entsetzlichen Schmerzen einem Gardisten Ludwia der Ohrlappen los. Die Heilung war sehr schwer. Ludwig mußte wiederholt mehrere Wochen im Lazareth zubringen. Um seiner Rohheit die Krone aufzusetzen, gab Weber dem Ludwig aus Rache, weil er angezeigt war. noch eine Ohrfeige auf das verletzte Ohr, so daß es wieder aufbrach und erneute ärztliche BeHandlung nothwendig wurde. Den Gardiften Heerd und andere dressirte" der Unteroffizier in gleicher Weise. Der Gerichtshof nahm an, daß die That kein Ausfluß roher Gesinnung, sondern nur ein im Diensteifer begangener Mißgriff in der Wahl der Mittel war" und verurtheilte den Angeklagten zu 21 Tagen Mittelarrest
ZZ t$ $$ Ö 33 it
KZHZxz "IthIöt
ut $ z!ZxZK-5xZ It Attar (Schluß.) Der Rechtsanwalt drohte Raoul mit dem Finger. Sie wollen," sagte er, mich nicht verstehen. Sie sind wirklich mit dieser Dame verheirathet." Ich?" fragte Raoul ganz erstaunt. Ja, Sie. Ich habe durch den Phonographen deutlich gehört, daß der Geistliche sowohl Sie. wie die junge Dame um Ihr Jawort gefragt hat. daß Sie dasselbe gegeben haben, und ebenso hat der Geistliche die entscheidende Formel ausgesprochen, durch :?elche Sie Mann und Frau sind. Es handelt sich aber doch um erne Komödie." meinte Raoul, es war uns Beiden nicht Ernst." Unsere amerikanischen Gesetze lassen sich auf derartige Unterschiede nicht ein. Mr. Dumesnil. Nach amerikanischem Recht und Gesetz sind Sie mit dieser Dame verheirathet. Weder Sie noch die Dame können noch hetrathen. ohne sich einer Bigamie schuldig zu machen. Stc sind regelrecht verhe:rathet, und wenn Sie Beide die Ehe nicht aufrecht erhalten wollen, müssen Sie sich wieder scheiden lassen." Raoul sprang ganz entsetzt auf. Ist das Ihr Ernst?" fragte er. Es ist mein voller, heiliger Ernst. Mr. Dumesnil. Sie sind mit dieser Dame gesetzlich verheirathet. Eigentlich ist doch die Sache ganz klar. Aber Ihr Laien seid nun einmal ein sonderbares Volk. Selbst mein Bruder, der doch sonst ein so kluger und smarter Geschäftsmann ist, wollte es nicht begreifen, daß Sie mit dieser Dame zweifelsohne verheirathet sind." Jent mischte sich auch der ältere Morton in das Gespräch. Mr. Dumesnil, natürlich lag es nicht in meiner Absicht. Ihnen etwa eine Falle zu stellen. Ich hatte keine Ahnung ' von. daß diese Heirath rechtsgiltig ist. Ich glaube aber auch. Sie werden kein Bedürfniß fühlen, die Fesseln dieser Ehe abzuschütteln, denn, wie icb genau weiß, ist Miß Berthelot eine sehr achtbare Dame, und es ist auch ein ziemlich großes Vermögen vorhanden. Ich bin schließlich noch stolz darauf, daß ich Ihr und der jungen Dame Glück gemacht habe. Natürlich weiß Fräulein Berthelot und ihre Mutter auch noch nichts von der vollzogenen Vermählung, und sie werden nicht wenig erstaunt sein, wenn sie von der Thatsache erfahren. Wenn es Ihnen selbst unangenehm ist, Mr. Dumesnil. will ich gerne den Damen eine bezügliche Mittheilung machen." Ich würde in diesem Falle schon vorziehen, selbst die Angelegenheit bei den Damen zu führen," entgegnete Raoul und empfahl sich, denn er konnte es nicht länger im Theater aushalten. Auch als er schon auf der Straße in der kühlen Nachtluft war, glaubte er immer noch zu träumen. In welcher Weise wirbelte ihn da das Schicksal herum! Er war verheirathet mit dem liebenswürdigsten, begehrenswerthesten Mädchen, das er zudem aufrichtig liebte, aber er hatte Verpflichtungen gegen Nanon Bondeau, in deren Augen er als ein Schurke dastand, wenn sich Mary Berthelot nicht wieder von ihm scheiden lieh. Raoul mußte sein Wort Nanon gegenüber unter allen Umständen halten, aber er konnte das nicht, wenn er der Gatte Marys blieb. Hätte er die Verpflichtung gegen Nanon nicht gehabt, so hätte er diese Fügung des Schicksals gewiß gepriesen und wäre überaus glücklich gewesen, jetzt wurde dieses Glück sein höchstes Unglück, uno es gab für ihn eigentlich nur einen Aul:.-g aus diesem verzweiselten Dilemma die Kugel. Damit war freilich weder ihm noch den beiden Damen geholfen, aber nach seinem Fühlen und Denken als Edelmann gab es gar keinen anderen Ausweg mehr. Er befreite dadurch Mary Berthelot von dieser schrecklichen Fessel, von der das arme Mädchen noch nichts wußte. Wie glücklich, wie unsäglich glücklich hätte er vielleicht sein können. aber das Schicksal wollte es nicht! Am anderen Morgen erhielt er einen Brief aus Europa. Derselbe kam von seinem Freunde, und der lebensübeidrüssige junge Mann öffnete ihn mit einem schmerzlichen Lächeln. Lieber Freund," lautete der Brief, ich hoffe recht gehandelt zu haben, als ich Deinen Brief ohne Weiteres Deinem Onkel übergab. Du wirst unterdeß von ihm selbst Nachricht bekommen haben und wirst mit mir darin übereinstimmen, daß es ein außerordentlich liebenswürdiger, Herzensguter Mann ist, der es wohl verdient, daß man ihm eine Freude macht. Weißt Du, Raoul, die Weiber sind meist nicht werth, daß man sich um sie kümmert, sie verdienen nicht, daß man sich um sie grämt, und ein Mann in Deinen Verhältnissen und in Deiner Stellung muß sehr liebeskrank, um nicht zu sagen liebestoll sein, wenn er um eines Weibes willen alles aufgibt, wie Du das wegen Nanon Bondeau gethan hast. Dein Onkel aibt die Einwilliaun2 zu dieser Heirath, aber er
cri
vui
Ö 3 8 ß Ö ß 8
JUA TT Hl . . 33 Erz alj lung von D. R. Ivanen gibt ste schweren Herzens. Er hat mir unter Anderem gesagt, er sei überzeugt, daß er zu einer unglücklichen Ehe seine Zustimmung gebe. Aber er liebt Dich über alles, und er wird auch diese Ehe segnen. Wenn nun plötzlich ein Zwang käme, lieber Freund, der Dich verhinderte, diese Nanon Bondeau zu heirathen? Wie glücklich würde Dein Onkel sein, und wahrscheinlich könntest Du auch glücklich sein, denn unter uns gesagt, lieber Junge, diese Nanon ist Deiner Liebe nicht werth. Todtschlagen kannst Du mich nicht, denn ich bin zu weit von Dir entfernt. Aber es ist mir ganz angenehm, wenn Du in wüthender Stimmung bist. Erinnere Dich aber ferner daran, daß es noch tausend andere liebenswürdige Mädchen gibt, und daß Du die Pflicht hast, Deinem Onkel erne Freude zu machen. Und nun muß es heraus: Nanon Bondeau ist vorgestern mit einem steinreichen Russen verschwunden auf und davon. Vielleicht kommst Du doch nach einiger Ueberlegung zu Verstand und kehrst schleunigst nach Europa zurück, um Dich in die Arme Deines alten Onkels zu stürzen, dem ich den Glückszufall von der Untreue Deiner Nanon erst heute Abend im Klub schonend mittheilen werde, damit den alten Herrn die Freude nicht umbringt. Nun sei verständig, alter Junge, und trage die Sache mit Gleichmuth." Dreißig englische Meilen von New Dork entfernt liegt das Seebad Long Branch. Eine unendlich lange Reihe von großartigen Hotels und kleinen Landhäusern steht auf dem kahlen gelben Sande unmittelbar angesichts des Meeres. Die meisten dieser Häuser sind aus Fachwerk erbaut, leicht, luftig, bunt gestrichen, mit grünen Fensterläden und breiten Veranden versehen, welche man hier in Long Branch Piazza nennt. In der Sommersaison zählen die Besucher dieses Seebades nach Tausenden, und es sind fast ausnahmslos die wohlhabenden Kreise der Union mit Ausnahme der exklusiven Millionärklubs und -gesellschaften, welche hier das Hauptkontingent der Badegäste stellen. Auch Frau Berthelot hatte mit ihrer Tochter Mary in Long Branch Aufenthalt genommen. Sie hatte sich zuerst gefreut, daß ihrer Tochter einmal GeUamhrM aeboten wurde, das. was sie auf dramatischem Gebiete bei ihrer künstlerischen Lehrerin sich angeeignet hatte, zu bethätigen, sie begriff es auch, daß der Mann, welcher den Partner Marys gemacht hatte, seinem Aeußern nach wohl einen bedeutenden Eindruck auf ein junges Mädchenherz machen konnte, aber natürlich hatte Frau Berthelot nicht im Entferntesten geahnt, wie sich die Sache entwickeln würde. Morton hatte sie über die Verhältnisse Dumesnils aufgeklärt, und so wußte die alte Dame, daß dieser Mann eigentlich ein existenzloser Abenteurer sei. der jede anständige Gelegenheit ergriff, um Geld zu verdienen. Das war ganz achtbar von ihm; aber einen solchen Mann wünscht man sich doch nicht gerade zum Schwiegersohn, besonders nicht, wenn man der Tochter eine bedeutende Mitgift zu geben im Stande ist. Als Frau Berthelot entdeckte, daß ihre Tochter immer tiefsinniger wurde, nachdem die Proben und die Hauptaufführung vor dem Kinematographen vorüber waren, faßte sie sich kurz und beschloß, mit Mary nach Long Branch zu gehen. Leider blieb der erhoffte Erfolg aus. Mary sprach nie von dem, was sie bewegte; sie blieb freundlich und liebenswürdig wie immer, aber die Mutter sah ihr an, daß sie sich grämte. Selbst das interessante Leben und Treiben am Strande und auf der Promenade des Seebades, das so mannigfache Vergnügungen bot. konnten Mary kein Interesse abgewinnen. Theilnahmlos war sie auch heute von dem Morgenspaziergange mit ihrer Mutter wieder nach dem kleinen Landhause zurückgekehrt, dessen Unterstock die beiden Damen bewohnten. Frau Berthelot saß in einem der Vorderzimmer, die nach der Promenade hinausgingen, und las, und Mary hatte sich nach dem Garten begeben, um dort ebenfalls angeblich zu lesen. Bezeichnend war die Vorliebe, welche das junge Mädchen jetzt in der letzten Zeit für die Einsamkeit hatte, und Frau Berthelot war fest überzeugt, daß Mary nicht lese, sondern sich ihr Herz mit Gedanken schwer mache. Einigermaßen überrascht war Frau Berthelot, all ihr plötzlich der Besuch des Rechtsanwalts Josua Morton gemeldet wurde. Sie kannte den Bruder James Mortons sehr genau und glaubte zuerst, der Rechtsanwalt sei ebenfalls nur als Badegast nach Long Branch gekommen. Sie wurde indeß bald eines Besseren belehrt, als ihr Josua Morton unmittelbar nach der Begrüßung erklärte: ..ck komme beute in einer aesckiäkit'yj I - i ö-1 -7! ! liehen Angelegenheit."
Jcy flehe zu Ihrer Verfügung," antwortete Frau Verthelot. Josua hüstelte und machte eine Kunstpause. Dann sagte er plötzlich: Ich komme auf Veranlassung Ihres Schwiegersohnes." Meines Schwiegersohnes?" fragte Frau Berthelot erstaunt. Sie scherzen. Mr. Morton. Ich habe eine einzige Tochter, und diese ist nicht verheirathet." Ihre Tochter ist verheirathet." sagte Morton. allerdings ohne daß sie es weiß. Ebenso wenig wußte, bis ich eö ihm sagte. Ihr Schwiegersohn, daß er mit 5!hrer Tochter verheirathet ist. Aber die Ehe zwtschen den Beiden besteht unzweifelhaft, und sie ist rechtsgiltig." Sie setzen mich in das äußerste Erstaunen," rief Frau Berthelot. Sollte Mary hinter meinem Rücken einen leichtfertigen Streich gemacht haben? Sollte sie sich heimlich vermählt haben?" In Ihrer Gegenwart." erklärte Josua Morton. Sie waren dabei, als die Trauung vollzogen wurde, nämlich bei der Aufführung der Trauungsszene, welche mein Bruder veranstaltet hat. Selbstverständlich ist mein Bruder an der Sache ebenso unschuldig wie Ihre Tochter und wie Ihr Schwiegersohn. Aber Ihre Tochter ist mit dem Herrn Baron Dumesnil verheirathet." Das ist ja entsetzlich!" schrie Frau Berthelot und wollte aufspringen, um ihre Tochter herbeizurufen. Einen Augenblick Ruhe," meinte Morton. Die Sache kommt mir weNiger schrecklich vor. Ihr Schwiegersöhn ist ein Edelmann, entstammt einer sehr angesehenen Familie, ist Besitzer eines ganz hübschen Vermögens, denn er ist der Erbe eines steinreichen Onkels und wird jetzt wieder nach Paris zurückkehren, um eine angesehene Stellung bei der Regierung anzutreten, die er für einige Zeit aufgegeben hatte. Ihre Tochter und Sie werden in Paris leben, und ich glaube, das ist für jede Amerikanerin der Inbegriff aller Sehnsucht und aller Wünsche. Ihr Schwiegersohn ist ein hübscher, liebenswürdiger und, wie ich Ihnen nach Einsicht der Verhältnisse mittheilen kann, auch ein sehr nobler und charakterfester Mann. Was der Himmel zusammenfügt, das soll der Mensch nicht scheiden! An eine Scheidung ist auch gar nicht zu denken; eine solche könnte nur erfolgen, wenn beide Theile einwilligten, und mein Klient. Baron Dumesnil, wird nicht einwilligen. das sage ich Ihnen im Voraus." Das ist ja aber eine ungeheuerliche Ueberraschung," meinte Frau Berthelot. Verhält sich denn auch alles wirklich so. wie Sie sagen, Mr. Morton?" Sie wissen. Madame Verthelot, wir Rechtsanwälte pflegen mit solchen Dingen nicht zu scherzen. Ich habe Herrn Baron Dumesnil gleich mitgebracht. Er wird vor Ihnen erscheinen, um seine Ansprüche auf die ihm rechtlich angetraute Gattin geltend zu machen, und ich meine, Madame Berthelot, es gibt hier nichts anderes, als sich zu fügen, besonders wenn die Verhältnisse so günstig liegen." Aber meine Tochter wird sich nicht ohne Weiteres ergeben wollen." Morton wies mit der Hand nach dem Fenster, das nach dem Garten hinausging. Ich glaube, sie wird das Unglück, das sie traf, mit Ergebung und Geduld tragen," meinte Jo sua lächelnd. Und als Frau Verthelot hinausblickte, sah sie ihre Tochter an der Seite des Mannes, der ohne Absicht und Wissen ihr Gatte geworden war, durch den Garten auf das Haus zukommen. Die zärtliche Art und Weise, in welcher Dumesnil seinen Arm um Marys Schulter gelegt hatte, und das glückselige Lächeln Marys verriethen der Mutter, daß Josua Morton recht hatte. Mary trug das Unglück, das sie getroffen, anscheinend mit merkwürdig viel Ergebung und Geduld. Ich glaube," sagte Morton, es ist das Beste. Sie rufen die jungen Leute herein und ertheilen ihnen Ihren Segen." Zwölf Stunden später saß der alte Onkel Raoul Dumesnils in Paris kopfschüttelnd vor einer Depesche, welche aus Amerika gekommen war und welche lautete: Ich bin in vierzehn Tagen mit meiner jungen Frau bei Dir. Diesmal wirst Du meine Wahl billigen. Raoul."
Nickelmünzen im Werthe von 25 Centimes sollen demnächst in Frankreich geschlagen werden. Da man im täglichen Verkehr auf dem Omnibus. mit den Droschkenkutschern u. s. w. viel kleines Geld nöthig hat und die ungefügen Sou- und Zweisoustücke das Portemonnaie unförmlich anschwellen, so ist eine Münze zwischen dem kleinen silbernen 50 CentimesStück und den dicken Kupfermünzen eine willkommene Erleichterung der Börse. Die argentinische Regierung hat ein Ausschreiben erlassen, worin sie mehrere Hauptleute der deutschen Armee als Lchrer der Kricgs akademie in Buenos Ayres für Taktik, Generalstabsdienst und Kriegsspiel zu gewinnen sucht. DiePforte hat dem öfterreichischen und dem russischen Botschaftcr bulgarische Offiziersuniformen und Signalhörner vorgelegt, welche bei den Todten nach einigen Kämvfen mit Banden vorgefunden wurden.
E uropäische Nachrichten. Provinz z?onrmern. Stettin. Direktor des Marienstifts - Gymnasiums hier. Dr. Weiker, beging die Feier seiner 23jährigen Berufsthätigkeit. Das fünfzigjährige Meisterjubiläum ihres Obermeisters Krüger feierte bei Gelegenheit der Vierteljahrsversammlung die hiesige Korbmacher - Innung im Glander'schen Lokale an der Ecke der Pölitzer und Prutzstraße durch ein Abendessen. Krüger wurde ein Ehrenmeisterbrief überreicht. Consul Max Metzler beging sein 25jähriges Jubiläum als Oberoorsteher des Vereins junger Kaufleute. Altwigshagen. Dem Guts, statthalter Rose und dem Milchmeier Baer wurde das Allgemeine Ehrenzeichen verlieben. D e y e l s d o r f. Der Tod erlöste den Geheimen Ober - Medizinalrath Professor Dr. von Veit hier von seinem langjährigen Herzleiden. Der Verstorbene hat sich in der GelehrtenWelt als Gynäkologe in Bonn einen Namen von hervorragender Bedeutung erworben. Greiföwald. Der außerordentliche Professor für Kunstgeschichte Dr. phil. Theodor Pyl Hierselbst, feierte sein 50jährioes Jubiläum als akademischer Lehrer. K l ü ß. Das Ehepaar Böttcher feierte seine goldene Hochzeit. Labes. Emer. Lehrer Radke feierte mit seiner Ehefrau das Fest der diamantenen Hochzeit. N a u g a r d. Zimmerpolier Ruffmann brachte sich einen Schuß in den Kopf bei und verstarb im Krankenhause. Pyri. Ein ausschlagendes Pferd traf den jungen Knecht Albert Ulrich vor Brust und Leib und tödtete ihn sofort. Sorenbohm. Das 60jährige Amtsjubiläum feierte in Verhältnißmäßiger Rüstigkeit Superintendent a. D. Causse. Der fast 90 Jahre alte Jubilar tritt nunmehr in den Ruhestand, zum Nachfolger ist sein bisheriger Vicar Pastor Witt gewählt und bestätigt worden. Stargard. Im 73. Lebensjähre verstarb k er Kreisphysikus z. D. Geheimer Sanitätsrath Dr. med. Bittner. T r e p t o w a. R. Ihre goldene Hochzeit begingen der Feldwärter a. D. Robert Zemke nebst Ehefrau. Ueckermünde. Der elfjährige Sohn Richard des Ziegeleibesitzers Schultz rettete seinen neunjährigen Spielgefährten Kneisler, der vomBollwerk aus in's Wasser gefallen war, mit großem Muthe vom Tode des Ertrinkens. Arsvinz Schleswig -Kslstein. A l t o n a. Henry Heppel, Organist an der St. Johannis - Kirche und Gesanglehrer am Königl. Christianeum und am Realgymnasium, ist nach langem Kranksein im Alter von 65 Iahren verstorben. Sein 50jähriges Meisterjubiläum feierte der Lohmühlenstraße wohnhafte Ehrenobermeister der hiesigen Sattlerinnung F. Meyer. A r n i s. Als Nachfolger des kürzlich zum Bürgermeister gewählten Rathmannes und Fleckenkassirers Siemsen ist Rentner Ebsen gewählt worden. B o k h o l t. Die Eheleute Rentner Steffens und Frau feierten das Fest ihrer goldenen Hochzeit, bei welcher Gelegenheit ihnen durch Pastor Maß in Elmshorn die Jubiläumsmedaille überreicht wurde. Die Alten stehen im 83. bezw. 80. Lebensjahre. E l l e r h o o p. Das Anwesen des Landmannes H. Liebe brannte vollständig nieder. G a r d i n g. Rentier Peter Alberts beging mit seiner Ehefrau das Fest der goldenen Hochzeit. Hödienwisch. Infolge Ausgleitens gerieth der auf dem Dohrnfchen Hofe bedienstete Knecht Ziegler in das Getriebe der Häckselmaschine und wurde so schwer verletzt, daß er starb. H ü t t b l e k. Die Wohn- und Wirthschaftsräume des Käthners und Gastwirthes Mohr wurden ein Raub der Flammen. Kiel. Tödtlich verunglückt ist auf der Germaniawerft der Former Weltling. Infolge Brechens eines KrähnHakens fiel eine sehr schwere Metallplatte nieder und traf Weltling an den Kopf. Er erlitt einen Schädelbruch und verstarb alsbald. Neu-Lokstedt. Der 16 Jahre alte Schrift, 'etzerlehrling Alb. Karo hat sich aus unbekannten Gründen erschössen. Pin nebe rg. Auf der Strecke Pinneberg - Halftenbek ist bei der Bude 9 der Bahnwärter Ostermann vom Zuge erfaßt, überfahren und getödtet worden. Ostermann hinterläßt eine Wittwe mit 4 Kindern. R a m s d o r f. Die Bezirkshebamme Wiebke Oberg beging ihr 50jähriges Berufsjubiläum. Wandsbek. Sein 25jähriges Amtsjubiläum als Lehrer am Matthias Claudius - Gymnasium feierte beim Beginn des Sommersemesters Gymnasiallehrer Wiemann. Provinz Schlesten. B r e s l a u. Der Generalsuperintendent a. D. von Schlesien und ordentliche Honorarprofessor in der evangelisch - theologischen Facultät der hiesigen Universität, Dr. David Erdmann, beaing das 50jährige Jubiläum
semer aravemycyen Leyrtyattgkett. Der ordentliche Professor Ludwig Hahn beging seinen achtzigsten Geburtstag. Der greise Gelehrte hält schon seit einer Reihe von Jahren keine Vorlesungen mehr. G ö r l i tz. Dem Lehrer Otto Miebler an der Mädchenmittelschule hierselbst wurde der Rothe Adlerorden vierter Klasse verliehen. G r ü n b e r g. In dem Schnapsausschank der Firma Mai in der Berlinerstraße feierte der Arbeiter Groß seinen 30. Geburtstag. Durch den Schnapsgenuß kam es zum Streit, der schließlich in eine Schlägerei ausartete. Plötzlich sank der 36 Jahre alte, verheirathete Schuhmacher Ludwig, Vater von vier kleinen Kindern, zur Erde und war bald eine Leiche. De- Arbeiter Groß, ein schon mehrfach vorbestrafter Mensch, hat sich als der Mör. der bekannt. L i e g n i tz. Sein 25jährigeS Dienstjubiläum beging Steuererheber Grabitz Hierselbst; von dem Magistrat wurde ihm aus diesem Anlaß ein Jubiläumsgeschenk von 100 Mark überreicht. L e o b s ch ü tz. Die 63jährige Arbeitersfrau Euphemia Wanke goß aus Versehen Spiritus in eine Petroleumlampe. Beim Anzünden der !ampe ezplodirte die Mischung und spritzte brennend über den Fußboden. Als die Bemühungen der Frau, den Brand mit einemLappen zu löschen, vergeblich waren, setzte sie sich auf die brennende Flüssigkeit. Dabei erlitt sie so schwere Brandwunden, daß sie in das städtische Krankenhaus gebracht werden mußte. Dort ist sie den schweren Verletzungen erlegen. N e u m a r k t. Der Auszügler Nagel hatte in seinem Bette geraucht und war dabei eingeschlafen. Die Pfeife war mit dem brennenden Inhalt auf das Bett gefallen und hatte dieses in Brand gesteckt, wodurch Nagel er-, stickte. S t r i e g a u. Bei dem siebenten Sohne des Arbeiters Paul Laube hierselbst bat der Kaiser Vathenstelle angenommen, die Eintragung seines Namens in das Gemeindekirchenbuch genehmigt und für den kleinen Täufling ein Geldgeschenk angewiesen. Es ist dies die 50. Pathenschaft, die der Kaiser während seiner 15jährigen Negierungszeit bei siebenten Söhnen angenommen hat. T a u e r. Erzpriester Karl Hübner beging am 9. Juni sein 50jähriges Priesterjubiläum. 'Arsvinz i&ofert. Posen. Von der hiesigen Criminalpolizei wurde eine Fälscherbande festgenommen, welche Fünf- und ZweiMarkstücke in Silber, hauptsächlich aber Coupons der 3Procentigen preutzischen Staatsanleihe in größerem Umfange angefertigt hatte. Die Verbrecherbande, deren Beziehungen bis nach Amerika reichen, soll auch verschiedene auswärtige Geldmünzen gefälscht haben. Bisher ist es gelungen, sechs der Verbrecher zu verhaften. Zum Königlichen Baugewerkschuldirector wurde Oberlehrer Bluhm Hierselbst ernannt. F r a u st a d t. Emer. Pfarrer Braune Hierselbst erhielt den Kronenorden dritter Klasse. Gogolinken. Von schweren Schicksalsschlägen wurde die hiesige Familie Mittelstädt betroffen. An den Folgen des Typhus starb eine 17jährige Tochter und wurde bestattet. Kaum waren die Leidtragenden vom Kirchhofe zurückgekehrt, starb der Vater des jungen Mädchens. Am Tage darauf starb die Schwester des Mittelstädt, als man ihr die Trauerbotschaft überbrachte. I a r o t s ch i n. Eine gewaltige Feuersbrunst wüthete auf der dem Rittergutsbesitzer Dr. Carst gehörigen Herrschaft. Auf dem Hauptgute .akrzewo wurden der qroße Rindviehstall und der Schafstall ein Raub der Flammen. O e r s i tz k o. Die Stadtverordneten ernannten den Bürgermeister a. D. Laschke aus Anlaß seines 80. Geburtstages zum Ehrenbürger. Laschke hat sich während seiner vieljährigen Thätigkeit als Beigeordneter und Bürgermeister um die Stadt bedeutende Verdienste erworben. O st r o w o. Gefreiter König vom Bezirkscommando Hierselbst ließ sich von dem von hier nach Posen fahrenden Personenzuge überfahren und wurde sofort getödtet. Er diente im zweiten Jahre. Was ihn in den Tod getrieben hat, ist nicht aufgeklärt. P a r l i n. Bei d,?m Wirth Papke brach Feuer aus, während er zur Kirche gefahren war. Er konnte nur seinen Wagen und zwei Pferde retten. Das Feuer er griff noch mehrere Wirthschaften. Im Ganzen sind 17 Gebäude eingeäschert worden. R o g a s e n. Der bei dem Mühlenbesitzer Krüger beschäftigte Müllergeselle Prüfer ertrank bei einer Kahnfahrt auf der Walna. Schneidemüh l. Zum zweiten Bürgermeister unserer Stadt wurde Assessor Dr. Markull aus Danzig gewählt. Die Unterrichtsbehörde von Millville. N. I.. befindet sich durch die Heirathen von zwölf Lehrerinnen, die resignirten, in großer Verlegenheit, da deren Stellen schwer auszufüllen sind. ES wurde dann der Antrag gestellt, in Zukunft nur folche Lehrerinnen anzustellen, die sich kontraktlich verpflichten, fünf Jahre lang ledig zu
V
V i
