Indiana Tribüne, Volume 26, Number 257, Indianapolis, Marion County, 20 June 1903 — Page 6
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5Hxz rv Z . . s$x?x$x3 44 n ALtccr u n n n n n n MV Raoul am nächsten Tage sich in dem zur Kirche umgewandelten Fabrikfaal einfand, machte er eine Anzahl interessanter Bekanntschaften. Da war erstens Fräulein Mary Berthelot, seine Partnerin, welche die Braut darstellte Raoul v. Dumesnil hätte nicht ein Franzose und ein Verehrer von Frauenschönheit sein müssen, um nicht begeistert von dem Anblick des wirklich blendend schönen Mädchens zu sein. Eine ganze Anzahl von Damen und Herren, vorläufig noch im Straßenkostüm. war anwesend, und Dumesnil, welcher außer Fräulein Berthelot auch noch deren Mutter, eine recht vornehm aussehende Dame von guter Bildung und Erziehung, kennen gelernt hatte, stürzte sich mit allem Eifer in die Regie. Ganz unbegreiflich war es ihm, daß Mary Berthelot und deren Mutter sich auf diese Komödie einließen, deren Zweck ihm immer noch nicht klar war. Ihren Aeußerungen nach waren Mutter und Tochter in recht gulen Verhältnissen. Ob sie ebenso gegen Bezahlung thätig waren wie er? Mr. Morton war mit geschäftsmäßigem Eifer bald hier, bald dort. Gleich als man den Beginn der Szene probirte, stellte sich eine recht unangenehme Beigabe heraus. Es mußt, nämlich außerordentlich laut gesprochen, ja schon mehr geschrieen werden. Dumesnil sprach Morton seine Verwunderung darüber aus. Selbst in einem Theater." sagte er. das vier- bis fünftausend Personen faßt, wäre ein derartiges anstrengendes Schreien nicht nothwendig. Wenn die Vorstellung, wie Sie erklären, fast ganz ohne Publikum stattfindet, ist doch sehr anstrengend für die Mitspielcaden, derartig schreien zu müssen. Anderseits stört dieses laute Schreien die Mimik, die Gestikulation und das ganze lebenswahre Spiel." Es thut mir leid," erklärte Morton, aber ich muß darauf beharren, daß nicht nur laut gesprochen, sondern sogar geschrieen wird." Fräulein Berthelot erwies sich als eine sehr geschickte Darstellerin. Sie hatte allerdings eine leichte Rolle. Es lag über ihrer Person ein solcher Hauch von Natürlichkeit und Unschuld, daß sie sich selbst nur zu geben brauchte, um eine ganz reizende Braut vorzustellen. Die Rolle der schwarzen Dame, welche die Braut am Altare niederschießen sollte, wurde, wie Morton erklärte, von einer wirklichen Schauspielerin dargestellt, und diese war für die erste Probe verhindert. Vorläufig probten Raoul und Mary die Szene durch, die sie Beide allein zu spielen hatten, und besonders der Augenblick des Schreckens, in welchem die getroffene Braut sterbend in die Arme ihres Bräutigams fiel, gelang vorzüglich, so daß nicht nur das gesammte Personal, sondern auch Morton in lautes Beifallklatschen ausbrachen. Die liebliche Mary sank ihrem Partner aber auch gar zu natürlich in die Arme, gleichzeitig traf ihn aus ihren halbgeschlossenen Augen ein Blick, der ihn erbeben ließ. Er begeisterte Raoul seinerseits zu einem sehr leidenschaftlichen und lebenswahren Spiel, und Morton schrie, nachdem der Beifallssturm sich gelegt hatte, mehrmals hintereinander: Ausgezeichnet, ausgezeichnet, ganz vortreff-lich!-Raoul machte sich dann daran, die sogenannte Komparserie" einzuftudi ren. Die als Hochzeitsgäste in großer Toilette fungirenden Personen hatten nur einige laute Rufe auszustoßen. Dieses Schreien mußte aber sorgfältig eingeübt werden, damit es möglichst natürlich klang. Außerdem hatte ein wildes Durcheinander der Hochzeitsgäste stattzufinden, nachdem der tödtliche Schuß gefallen war. und während die Szene am Altar sich abspielte. Ein älterer Herr und eine ältere Dame hatten die Eltern der erschössenen Braut darzustellen, und diese Leute benahmen sich etwas lngeschickt, als sie sich über die Leiche der in den Armen ihres Bräutigams verstorbenen Braut beugen sollten. Indeß Raoul riß mit seinem Eifer die Leute mit fort. Er sprach sogar das Englische viel weniger mit fremdem Accent als sonst und so fließend, wie er es sich selbst gar nicht zugetraut hätte. Diese erste Probe dauerte mehrere Stunden. Dann trennte man sich, und da Raoul vor der Thür bemerkte, daß Frau Berthelot und ihre Tochter denselben Weg hatten wie er, bat er um die Erlaubniß, sie zu begleiten, was auch gewährt wurde. Tto Damer, kehrten sogar mit ihm zusammen in einer Konditorei ein, und Raoul durfte sie dann bis an die Thü: ihrer Wohnung begleiten, die in einem der desseren Stadttheile von New Orleans lag. Als Raoul dann wieder in seinem Hotelzimmer war, wagte er es nicht, in den Spiegel zu sehen, denn er hätte sich am liebsten geohrfeigt. Einen sol chen Narren wie ihn gab es ja in der ganzen Welt nicht mehr. Weil er ein Weib liebt und dieses Weib sich erobern und erkämpfen will, verläßt er Vater-
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Erzählung von D. ZZ. Marren -. t. II n n u n n n n lano, Stellung, Zukunft uno em ermögen. Er kommt aber nur nach New Orleans, um sich hier auf den ersten Blick auf's Neue zu verlieben in ein Wn heften hna r nnrf ni? nessln nrm dessen Verhältnissen, von dessen Vergangenheit er nicht das Geringste wußte. Raonl konnte den Tag kaum erwarten, an welchem die zweite Probe stattfand. Hierzu erschien auch die Schauspielerin, die den Schuß abzufeuern hatte, eine schon ältere Dame, welche mit großer Leidenschaftlichkeit und Uebertreibung spielte. Auch der Darsteller des Geistlichen erschien und machte die Probe mit. Am Ende dieser Probe wußte Raoul auch endlich, um was es sich handelte. Die Szene wurde dargestellt, um sie vermittelst einer Kombination von zwei verschiedenen neuen Jnstrumenten, mit einer Art KinematographPhonograph, aufzunehmen. Deshalb mußte so laut geschrieen werden. Mit dem einen Apparat sollte die Trauung in Tausenden von Einzelbildern aufgenommen werden, um später in öffentlicher Vorstellung diese dramatische Szene am Altar dem Publili i durch den Kinematographen vorzuführen. Gleichzeitig aber sollten alle dazu nothwendigen Reden, das Geschrei der entsetzten Hochzeitsgesellschaft, der Schüsse, das Aufschreien der Braut, die leidenschaftlichen Reden und Rufe des Bräutigams phonographisch reproduzirt werden. Mit dieser Vorfiellung würde Morton wahrscheinlich Hunderttausende von Dollars verdienen. Wie er Raoul erzählte, hatte er schon wiederholt großes Glück mit der kinematographischen Aufnahme von Szenen aus dem Burenkriege gehabt, die er einfach in New Aork an besonders zurechtgemachten Orten aufnehmen ließ, wobei Leute im Kostüm von Buren und in der Uniform von Engländern, die besonders durch Proben eingespielt waren, die dramatischen Szcnen des Krieges vor dem K'.nematographen darstellten. Seine neue Kombination war aber das Sensationellste, das es gab. war ganz eigenartig und überraschen, weil außer dem Kinematographc.l auch noch der Phonograph in den Dienst der Sache gestellt wurde. Morton hatte bereits mit einigen Theaterdirektoren in den Hauptstädten Amerikas Abschlüsse auf Vorführung der sensationellen kinematographischphonographischen Szenen gemacht, und es waren nur noch zwei Proben nöthig, um die Versammelten derartig einzuspielen, daß an dem Gelingen der photographischen Aufnahme nicht zu zweifeln war. Acht Tage darauf wurde die gut eingeübte Szene wirklich dargestellt und durch den komplizirten kinematographischen Apparat aufgenommen. Es wurde von allen Mitwirkenden vortrefflich gespielt. Die Szene wirkte selbst auf die Leute, die an sie gewöhnt waren, jetzt, als sie zur photographischen Aufnahme dargestellt wurde, erschütternd, und als der Photograph erklärte, daß die Aufnahmen vorzüglich gelungen seien, war Morton hochbefriedigt und sprach allen Theilnehmern seinen Dank aus. Er rief Raoul beiseite, händigte ihm den Rest von hundertfünfzig Dollars ein, zahlte ihm noch zwanzig Dollars zu, um ihn für die gehabte Bemühung bei der Regie zu entschädigen, und bat ihn. wenn er seine Wohnung verändere, ihm die neue Adresse mitzutheilen, da man eventuell noch weitere solche Geschäfte machen könne. Als Raoul sich von Morton abwendete, waren Frau Berthelot und ihre Tochter bereits verschwunden. Es war ihm schmerzlich, sich nicht von Mutter und Tochter verabschieden zu können, und es kam ihm vor, als seien sie absichtlich so rasch verschwunden. nur. oer yayrl uver den ttsWtpp, nach Algiers hinüber sagte sich, aber Raoul, daß eigentlich dieser Ausgang der beste gewesen war. Hoffentlich kam in den nächsten Tagen Geld aus Europa, und dann verließ er ja doch auf Nimmerwiedersehen New Orleans und ging nach dem Westen in die Wild niß. Im Hotel fand Raoul einen Brief. Der Portier sagte ihm, er sei von feinem Herrn zurückgelassen worden, der ihn zu sprechen gewünscht habe. Raoul erfuhr aus dem Schreiben, daß telegraphisch von Paris auf sein Konto dreißigtausend Francs eingezahlt worden seien, die zu seiner Verfügung ständen. Die Nachricht war überraschend. Von dem Freunde, den er um den Verkauf seiner Schmuckstücke gebeten, konnte das Geld nicht gekommen sein, denn die Sachen besaßen, wie er selbst geschrieben hatte, höchstens einen Werth von fünfzehntausend Francs. Der Freund war nicht begütert genug, um aus eigenen Mitteln noch fünfzehntausend Francs dazuzulegen. Außerdem l?ar die Sache mit einer ganz fabelhaften Geschwindigkeit erledigt worden. Schon am nächsten Vormittag in aller Frühe begab sich ,Dumesnilnack.
Zlxrirle mm olles Äre jehWg. Frau Frances MZteliell, Sekretärin des Aovd Chicago Fvnuen-
verein 1056 N?innen,ae Ave., Chicago, All., lagt:
c c v , o a , . 6 5 ' 3H" 1056 W'nnemac venue. den 25. Oktober. 1902. 5jf ben Win of Cardal sann man sich immer verlassen, afe .r turnt, wenn alle, ttnbtte fehlschlagt. Er ist ein sicheres ellmittel gegen Frauenleiden ber ,chlimmften it. Ich litt seit Jahren an beschwüren btitia, ßZ,,, ; w thäummier nh in hm ffirnhrfen im iuribthnr, 0kkl,.... E " '7,quren. Wflt fcchnuritn tN der
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unangenehmer AuSflud schwächte meine Ledenkkräftc
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Ueber 1.500,0 kranke amerikanische Frauen sind von Frauenkrankheiten im Stillen zu Hause durch den Win ot Cardal kurirt worden, und jede derselben würde ihn, wie Frau Miichell. preisen Jcde schwächliche Frau bedarf de, 'Wla Crdul. Welche, bessere eschenk könnte man einer lkibeuden Verwandten oder Freundin machen, alt eine Flasche dieser berühmten Medizin? TaS ist der rascheste und beste Weg. den vervzagenden Leidenden in Eurer Familie Freude ,u bereiten, und Sure Lieben wirklich glücklich ,u machen, önnt Ihr Frau Mitchell', Brief lesen, ohne Euch der Verantwortlichkeit der Leidenden iu Eurer Familie bewubt ,n erden? Der Wine of Cardui kurirt unregelmSbige und fchmerzdafte Menstruation, veriodikch, vsschmer.en. KebZr.
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mutterfall und den Weißfluß. Er kurirt auberordenlliche Fälle dieser Leiden. Er stärkt die Wädch WlNE'CARDv!
Dem Bankhause, um lich nach Wetterem zu erkundigen, erfuhr aber nur, daß die Bank von Frankreich telegraphisch die Summe von dreißigtausend Francs für Raoul v. Dumesnil in New Orleans angewiesen habe; Weiteres sei der Bank nicht bekannt. Man war aber der Ansicht, es würde wohl eine briefliche Erklärung der telegraphischen Geldüberweisung nachfolgen. Rum Wenigsten werde man dann aus dem Bericht der Bank von Frankreich erfahren, wer für Raoul das Geld eingezahlt habe. Die Summe stehe ohne Weiteres zur Verfügung ihres Besitzers, der ja ruhig warten könne, ob in den nächsten acht bis zehn Tagen nicht ein Brief ankäme. Diese Wartezeit wurde für Raoul eine Zeit der Qual. Er verließ sein bescheidenes Hotel in Algiers und miethete sich in einem der besten Hotels in New Orleans in der St. Charlesstraße ein. Ob es nun ein Zufall war, daß das Hotel sich in der Nähe des Hauses befand,, in dem Frau Berthelot und ihre Tochter wohnten, sei dahingestellt. Daß das Interesse für die schöne Kreolin und ihre Mutter bei Raoul nicht geschwunden war, ging aber daraus am bestem hervor, daß Raoul sich zu einem Detektivbureau begab und dort eine bedeutende Summe einzahlte, um in unauffälliger Weise Nachforschungen über die Verhältnisse der Frau Berthelot und ihrer Tochter anstellen zu lassen. Einem unerklärlichen Zwange folgend, war Raoul immer wieder durch die Straßen an dem Hause vorübergegangen, in dem Frau Berthelot mit ihrer Tochter wohnte. Er hätte ja durch seine Bekanntschaft das Recht gehabt, den Damen einen Besuch zu machen; aber so viel Selbstbeherrschung hatte er doch noch, um sich zu sagen, daß dieser Besuch ein Unrecht gegen d Geliebte in Frankreich, gegen die junge Amerikanerin und gegen ihn selbst sei. Endlich empfing Raoul in der Bank die Mittheilung, daß der Einzahler des Geldes durch die Bank von Frankreich Niemand Anders als sein Onkel war. Mit einer Verspätung von einem Tage empfing Raoul auch einen Brief seir'.es Onkels, welcher lautete: Lieber Neffe! Du bist ein Tollkopf und ein ganz excentrischer Mensch; aber in Deinen Adern rollt das heiße Blut der Dumesnils. Anstatt ruhig, abzuwarten, ob der alte Onkel nicht doch noch umzustimmen ist, wirfst Du alles von Dir und gehst nach dem verrückten Amerika. Weißt Du auch, dr$ Du es gar nicht verdienst, daß Dein Onkel Dich so lieb hat wie ich Dich, weißt Du auch, daß ich ganz Unglücklich über Dein plötzliches Verschwinden gewesen bin, und daß ich mir die schlimmsten Vorwürfe wegen meiner Hartherzigkeit, die, wie ich glaube, gar nicht mehr modern ist. gemacht habe? Zum Glück hat Dein Brief an Deinen Freund mir nun Nachricht gegeben, und ich habe mich beeilt. Dir dreißigtausend Francs zur Verfügung zu stellen. Mache damit, was Du willst; bleibe in Amerika, so lange Du willst. Am besten aber ist es, Du kommst zurück und heiratheft meinetwegen Deine Nanon Bondeau. Du wirst mit ihr unglücklich werden, aber es ist doch' besser, Du wir'.l hier unglücklich als dort drüben. Verzeihe Deinem alten Onkel, wenn er Dir einige bittere Wochen verursacht hat. Aber es ist mir mit meinen Traditionen nicht leicht geworden, Dir die Einwilligung zu dieser Heirath zu geben, vor allem deshalb' nicht, weil ich überzeugt bin. daß diese Ehe unglücklich werden muß. Nochmals aber, handle nach Deinem Willen, und schreibe Deinem Onkel ein paar freundliche Zeilen." Raoul traten die Thränen in die Augen, als er diesen Brief des gütigen alten Herrn las. Merkwürdiger Weise fühlte er sich in dem Augenblick, in dem er so überaus glücklich hätte sein sollen, weil nun allen seinen Wünschen nichts mehr im Wege stand, durchaus unbefriedigt. . Viel früher, als Raoul erwartet hatte, erhielt er von Morton eine Einladung zur ersten Vorführung der Sensationsl?ene in. einem der aroßen
r",",",u muwic" miq, zur rvkit uniauglich. Echlieklich Kurde ich
..... aren mitunter ,o Heftig, daß ich o m.inrr augernen xoio prodirte !ch den Wine WM, hi. . vciHMcgcii leoeryl Sroe Theater von New Orleans. Raoul beschloß, jedenfalls dieser Vorstellung beizuwohnen. Er glaubte, es sei die Neugier, die ihn Antreibe, in Wirkiichkeit aver yatte er vie Hoffnung. Frau Berthelot mit ihrer Tochter wiederzusehen; denn es war doch wohl selbstverständlich, daß auch die Damen sich die Sache, bei der sie betheiligt waren, ansahen. Die Auskünfte über die Damen Berthelot, die er inzwischen erhalten hatte, waren sehr günstig. Frau Berthelot war die Wittwe eines reichen französischen Geschäftsmannes, oer im Baumwollhandel sein Geld verdient hatte. Sie lebte mit ihrer Tochter in sehr behaglichen Verhältnissen, aber die Damen führten ein recht einsames Leben. Mary Berthelot hatte dramatischen Unterricht bei einer Schauspielerin, derselben, welche bei der Trauungsszene die Mörderin dargestellt hatte. Ihre Lehrerin veranlaßte Mary, in dieser Szene mitzuspielen. Raoul fand sich pünktlich zur angcsetzten Zeit in dem Theater ein. Morton, der sehr nervös und aufgeregt war, begrüßte ihn nur flüchtig, und als Raoul fragte, ob die Damen Berthelot auch anwesend sein würden, sagte ihm Morton rasch: Sie sind nicht hier, sind gar nicht mehr in New Orleans, sondern nach irgend einem Seebade an der Ostküste gegangen. Die jüngere Dame soll krank sein." Vergeblich suchte Raoul sich einzureden, daß es eigentlich für seine VerHältnisse und für das Loskommen von der Liebe zu Mary das Beste sei, wenn die Damen aus lttv Orleans verschwunden wären. Denn nun stand seiner Abreise nach Europa nichts mehr im Wege. Der Erfolg, den die kinematogra-phisch-phonographisch aufgenommene Trauungsszene hatte, war ein geradezu überwältigender. Man sah nicht nur eine höchst lebendige, aufregende Szene, sondern man hörte auch sprechen, schreien, man hörte die verhängnißvollen Schüsse fallen. Trotz aller Schallverstärker sprach der Phonograph natürlich nicht allzu deutlich, aber wenn man aufmerksam binbörte. konnte man doch die Worte immerym verstehen. Und es war todtenstill im Hause, ein Grauen lastete auf dem Publikum, bis die Szene zu Ende war, und dann brach ein Beifall los. daß man hätte glauben können, das Haus würde zusammenstürzen. Morton kam nach einiger Zeit mit einem Herrn, der ihm ziemlich ähnlich sah, in die Loge zu Raoul und stellte ihm seinen Begleiter vor. Mein Bruder. Rechtsanwalt Josua Morton sagte er. der sich eine Ehre daraus macht, Sie kennen zu lernen." Raoul murmelte auch einige liebenswürdige Worte, als ihm der Amerikaner die Hand reichte, und dann setzten sich die Herren in der Loge nieder, um ungenirt zu rauchen und zu plaudern, da auf der Bühne Vorführungen von Artisten stattfanden. Der Rechtsanwalt Josua Morton schien ein recht lustiger Herr zu sein, denn er zwinkerte pfiffig mit den Augen und sagte dann zu Raoul: Nebenbei wünsche ich Ihnen Glück zu dem allerliebsten jungen Frauchen, das Sie da bekommen haben. Ich meine die Szene auf der Bühne." Raoul lachte. Es bandelt sich leider nur um e'nen Scherz. Miß Mary Berthelot ist freilich ein entzückendes Geschöpf." (Schluß folgt.) Die Karthäuser-Mönche. welche aus Frankreich vertrieben wurden. haben für den Preis von 600.000 das Gut und Schloß Cambron zu Casteau im südlichen Belgien angekauft. Bestrafter Heirathss ch w i n d l e r. Ein elegant gekleideter Herr wurde dieser Tage in der San Celestino-Kirche zu Mailand von einem jungen Mädchen geohrfeigt. Es stellte sich heraus, daß der Betreffende ein Heircühsschwindler, das Mädchen aber die Schwester einer von ihm Betrogenen war. Die seltsame Exekution verursachte in der Kirche großes Aufsehen.
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unf.uchtbtre Ehen inder, erleichtert die Echwangerschaft und Niederkunft, dnhütet Frkch, geburten und ist die beste Medizin, die je gemacht wurde kür den Gebrauch während dem 2c beniwechsel. Wie könnt Ihr die guten Frauen in Eurer Familie noch einen einzigen Tag Ki den lasse? Jeder Apotheker hat tl.Ov'Flaschen von Wine of C&rdai.
Die postnlismctt GZ richtnnge der verschiedenen Länder des Weltpo?, Vereins werden jetzt wieder vom Internationalen Bureau in Bern zuj samincnaestellt. und zwar vom Jahre j 1901. Es geht daraus unter Anderem I hervor, oaß in Deutschland weit mehr Postkartrn verschickt werden, als m :rgend einem andern Lande der Erde. Einschließlich der Antwortkarien waren es nicht weniger als 1013z Millio nen in dem einen Jahre. An zweite: Stelle stehen die Ver. Staaten von Nordamerika mit 670 Millionen Stück. Diese befördern dagegen fast über 3$ Milliarden Briefe, wahrend in Deutschland nur iz Milliarden Briefe aufgegeben werden. Den größten Briefverkehr nach den Ver. Staaten hat Großbritannien mit 2h Milliarden. Die Zahl der Postkarten beträgt hier noch nicht eine halbe Million. Fast ebenso viel Postkarten werden abcr merkwürdigerweise in Japan geschrieben, 435 Millionen jährlich. Der Briefverkehr Japans beträgt dagegen kaum den 75. Theil desjenigen von Deutschland, während halb so o'el Postkarten in Japan wie in Deutschland aufgegeben werden. Abgesehcn von Oesterreich mit l Milliarde Post karten, haben alle anderen Länder oerhältnißmäßig wenig Kartenverkehr, außer von Britisch-Jndien keines über 100 Millionen. Frankreich giebt nur 60 Millionen Postkarten jährlich auf. das kleine Belgien dagegen 55 Millionen, die Niederlande 50. die Schweiz 43 Millionen u. s. w. Der Briefverkehr erreicht außer in Deutschland. Nordamerika und Großbritannien in keinem Lande eine Milliarde Briefe. Selbst Frankreich hat deren nur 793 Millionen. Spanien 112. Japan 187. Rußland 82 u. s. w. Löwe und Automobil. Ein deutscher Cirkus - Inhaber pro. duzirt sich gegenwärtig mit seinen Wüstenlöwen im Londoner Hippodrom und wollte sie eines Taqes veranlassen, mit ihm ein Automobil zu besteigen' Die Thiere verweigerten anfangs den Gehorsam, betäubt von dem Petro leumgestank. doch brachte es der Bändiger endlich mit Schmeichelworten dahin. daß alle vier auf das gefürchtet? Vehikel kletterten. Als die Fahrt beendet war. wollte der Bändiger die Wüstensöhne wieder in ihren Käfig bringen, aber kaum hatte er sich einen Augenblick abgewandt, da stürzten sich die vier Löwen wüthend auf den Wagen und suchten ihn in Stücke zu reißen. Die Gummireifen waren im Augenblick zerfetzt und der Waaen übel zugerichtet. Und da wagt man noch zu behaupten, die Thiere hätten keine Vernunft! Verurtheilte Gasges e l l s ch a f t. Als unlängst ein gewisser Cransdell in New Jork in ein Apartementhaus gezogen war, wurde ihm von der Gasgesellschaft eine Gasrechnung präsentirt, welche der vorherige Bewohner des Flats" nicht bezahlt hatte. Als Cransdell Begleichung der Rechnung verweigerte, wurde ihm das Gas abgedreht. Er wurde hierauf klagbar, und der Richter sprach Cransdell 350 Entschädigung zu, die von der Gasgesellschaft unverweilt berappt wurde. Beraubung von Straßenbahnpassagieren. Drei maskirte Räuber überfielen jüngsthin nächtlicher Weile in Portland, Ore.. einen Wagen der elektrischen Straßenbahn. D. Boynton. Hilfs-Superin-tendent der Straßenbahn, mußte den Räubern eine goldene Uhr und seine in 20 bestehende Vaarsckaft ausliefern, und von den übrigen Passagieren erlangten die Räuber ungefähr P90 in baarem Gelde. Vor dem Hause seiner Braut erschossen. Professor H'cks. Hilfs-Botaniker der Ohioer Ackeröau-Versuchöstatwn m Wooster, erlag neulich einer Schußwunde, die ihm am vorherigen Abend von einem Unbekannten beigebracht worden war, als er die Wohnung serner Braut. Frl. Gill, verlieb.
fr m SThe Victor. Ecke Noble und St. C'.air Str. Ich erlaube nrn meinen Freund ?u und Bekannte anzuzeige. daß ,ch uuter dem Namen "The Victor aa obengenanntem Platze eine in je jer Be,itHur. erste Klaffe Wirthschaft eröffnet habe. wird mein Bestreben sein, ein in tbtx e,iehn, espektableß Hau zu führen und an meine EefchäfrG freund, bei coulanter Bedienung, dir besten Dual taten an imxortirten und einhmtffhen eine. Liyubren. igarren. Vier. etc. zu verabreicht. I wird mir zur Ehre gereichen. Sie i t meinem zetzig n Sokak begrüseen ,n können . chwrgvoll HENRV VICTOR. fPjjj Sie das Beste wünsche das es gibt in Möbeln, Teppichen . . . .und ...iecn... so gehen Sie zu WILLIG'S Möbel-Laden, 141 W. Washington Str. Vaar oder tStctit. SkLEOlANDO wm 142 Nord Pennsylvania Striche, Hauptquartier für Brillen und Operngläser. ti oeSöfev 00 .fW A "wf 5kciu Brillen erde ach oen beste Methoden den agepit. Kavftlich ugen werden schmerzlo eingesetzt. FnrnaceS, Eisen und Blech-Ardeite, Joseph Gardner. 3741 KenwZy Sven Telephon 322. Blecharbeiten aller Arten an neuen Häusern bestens ausgeführt. 40 tauben werden Qonarrhta nsinut aui ve uiwuimn durch Eatal t lujaeboben ohn Unbequemlichkeiten. Prei $1.00. bei allen Denggiste bet P. O. Bor l. 9Un York. 8
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