Indiana Tribüne, Volume 26, Number 257, Indianapolis, Marion County, 20 June 1903 — Page 4

JnSkana Tribüne, 30. Juni lsos

jndiana Tribüne. Herausgegeben von der utenbeeg Indianapolis, Ind. Harry O. Thudinm Präsident. GeschäftSlocal: No. 31 Süd Delaware Straße. TELBPH0rE 269.

rntered at the Post Office of Indianapolis as second dass matter. Aus der SSngerfeftftadt. (Special-Crrespondenz.) St. Louis, 18. Juni. Aus meinen Specialdepeschen geht hervor, daß das 31. Sängerfeft eines der erfolgreichsten in der Reihe dieser Feste sein wird. Ich würde das erfolgreichste schreiben, muß aber zuerst ein völlig gerechtes Urtheil über die gesanglichen Leistungen zu fallen im Stande sein. Der finanzielle Erfolg ist soweit ein überraschend großer, der Misfionserfolg für das Amerikanerthum ist gleichfalls groß. Heute Abend werde ich telegraphisch in gebotener Kürze natürlich mein Urtheil über die Leistungen der Sänger abgeben. Eine völlig stichhaltige Meinung aber wird man sich erst nach dem zweiten SängerConzert bilden können. Indianapolis kann mit Recht auf seine drei zum Nord Amerikanischen Sängerbunde gehörenden Vereine stolz sein. Falls besseres Material in Vereinen aus anderen Ortschaften hier anwesend ist, so habe ich eS noch nicht bemerkt und meine Pflicht als SängerfeftCorrespondent bringt mich nach allen Quartieren. Besonders bemerkens werth ist der Corpßgeift unserer Sänger. Es ist bis jetzt noch nicht vorgekommen, daß beim Appell einer der Sänger fehlte. Auch die adrette Erscheinung unserer Jndianapoliser ruft allgemeine Bewunderung wach. Nach den Conzerten am Abend, die gewöhnlich bis 11 Uhr dauern, gelangt man von der Festhalle in etwa einer halben Stunde wieder in den unteren Stadt theil, dann wird nach Sängerbrauch beim schäumenden Glase critisirt und vielleicht auch noch eins gesungen, dann aber sorgen die fürsorglichen Vereins Präsidenten dafür, daß alle in'S Nest gehen, um für Vergnügungsstrapazen am nächsten Tage wieder aus Posten zu sein. Einer unserer Vereinspräsidenten trieb sogar seine Fürsorge so weit, daß er mit einer rothen Laterne den Aktiden den Weg in's Hotel leuchtete. Alle find höchlichst mit ihren Quartieren zufrieden und die Stimmung unter unseren Sängern vorzüglich. Erwähnenswerth ist, daß hier unter allen Sängern der Wunsch laut wird, das nächste Sängerfeft in Jndianapolis abzuhalten. Indianapolis' Ver treter werden sich kaum dagegen wehren können. Eine sachliche Behandlung der Sän ger-Conzerte werde ich in meinem Nächften bringen. R. Zahllose Bogen Papier find wieoer auf Anordnung des Generalan waltö verschrieben, um nachzuweisen, daß der Einhaltsbefehl gegen die Vollendung der Arbeiten an dem neuen Kanonenboot Galvefton ungerechtfer tigt ift. In der Sache selbst hat das Marine Departement natürlich Recht. Der Bau an einem Kriegsschiffe darf niemals durch finanzielle Streitigkeiten von Privaten gehemmt werden und die Regierung kann deshalb einen derartigen Einhaltsbefehl nicht beachten. Da aber hierzulande in juristischer Hin ficht nichts unmöglich ist, wäre es immerhin angezeigt, Kriegsschiffe und andere Mittel der Landesvertheidigung noch besonders vor Pfändung und Beschlagnahme gesetzlich zu schützen. Die social-demokratische Fraktwn des Reichstags hat jetzt nach ihrer Stärke Anspruch auf die Besetzung des ersten Vicepräfidiumö, sowie auf her vorragende Betheiligung an den wich tigften Commissionen, wo, wie in an dern Prlamenten, die Gesetze thatsäch lich gemacht werden. Ob für die EntWickelung der Partei ihre jetzige Macht' ftellung ein Glück bedeutet, fteht freilich wieder auf einem andern Blatt. Die Gefahr der Verslachung der Bewegung, welche die radikalen Elemente schon jetzt beklagen, ift näher gerückt und auS dem ReichStagSwahlfiege werden Voraussichtlich schwere innere Parteikämpfe hervorgehen. Zunächst wird sich der Ge gensatz zwischen der gemäßigten und der ausgesprochen revolutionären Rich' tung verschärfen.

Vom ?

Sängerfest in St. Snuis Die gestrigen Concerte. (Spccial'Tevesche de .Tägl. Telegraph'.) S t. L o u i s, 19. Juni. Das heute Nachmittag veranstaltete 3. Concert (Matinee) stand unter der Leitung der Dirigenten Herren Wm. H. Pommer und Alfred Ernst und wirkten bei demselben außer den Solisten Frau Katharina Fleischer-Edel, Sopran; Mme. Louise Homer, Con-tra-Alt; Herr Wm. Birrenkoven, Tenor; Herr James I. Rohan, Bariton; und Herr Max Lohsing, Baß. der große Chor der St. Louis'er Schüler und das große Orchester mit. Das Pro gramm war folgendes: 1. Ouvertüre: Phaedra", Massenet. Orchester. 2. a) Lorey" ' Liszt. b) Allmacht" Schubert. Frau Louise Homer. 3. a) Die Himmel rühmen" Beethoven. d) Lullababy" Brahms. Kinderchöre der öffentlichen Schulen mit Orchester. 5. Walther's Preislied aus Meister singer Wagner. Tenor-Solo: Herr Wm. Birren koven. 5. .Der Daxelhofer" Hegar Buffalo Orpheus." Dirigent: John Lund. 6. Rigoletto", Quartett Verdi Frau Katharina Fleischer-Edel. Frau Louise Homer. Wm. Birrenkoven. Max Lohfing. 7. Largo" aus der Oper Xerxes" (für Streichinstr.) Händel Orchester. 8. Arie für Sopran aus Fidelio" . . Beethoven. Frau Katharina FleischerEdel. 9. a) Mignonette" Pinsuti. b) Postillon" Taubert. Kinderchöre der öffentlichen Schulen mit Orchester. 10. In diesen heiligen Hallen", aus der Oper Zauberflöte" . .MozartHerr Max Lohfing. 11. Suite aus Carmen" Bizet Orchester. 12. Quintett: Meistersinger". Wagner. Frau Katharina Fleischer-Edel. Frau Louise Homer. Wm. Birrenkoven. Herr James Rohan. Max Lohfing. 13. a) SonoftheVikings".Fanning. d) Red, White and Blue". Shaw. Kinderchöre der öffentlichen Schulen mit Orchester. Der Schülerchor bestand aus 5000 Stimmen und leistete Treffliches, wie auch alle anderen Programm-Nummern in sehr guter Weise durchgeführt wur den. Die Sängerfefthalle war bis auf den letzten Stehplatz gefüllt und gestaltete sich das Nachmittags-Concert auch zu einem Gesellschafts-Ereigniß von St. Louis; denn die Logen und zahlreiche andere Siehplätze waren von lebenden American Beauties" dichtbesetzt. Unzweifelhaft die besten musikalischen Leistungen des Nachmittags war Herrn Lohfing's großartige Wiedergabe des Solo's In diesen heiligen Hallen" aus der Zauberflöte" und FrauLouisa Homer's Bortrag des Schubert'schen Allmacht". Unsere Jndianapoliser Sänger ver lebten nach dem Concerte fidele Stunden in Reunionen mit anderen Vereinen in den großen Garten - Etablissementö von St. Louis. Der Mufikverein" hielt offenes Haus im Hauptquartiere des MufikKranz" und seine großartige Hospitalität erhöhle den Ruhm der Jndpls. Sänger. Der Männerchor" verlebte in Del mar's Garten einige herrliche Stunden mit dem Sennefelder Liederkranz aus Chicago und dem Calumet Ge sangverein". Der Liederkanz" ift überall beliebt, wo er sich zeigt. Es ist ein Verein, reögleichen nur wenige Städte besitzen. Das Wetter ist prachtvoll. Mit dem Abend. Concerte endete, so weit der musikalische Theil des Feftprogrammes in Betracht kommt, daö 31. Sängerfeft des N. A. S. B. Man darf behaupten, daß dieses Schlußcon

cert wiederum einen herrlichen Genuß bot, wennschon bezüglich der Zuhörerschaft eine merkliche Abnahme zu verzeichnen war. Denn dem Schluß-Con-certe wohnten wenig mehr als 8000 Personen bei, so daß dadurch wenigstens der finanzielle Erfolg des Festes in Frage gestellt wird, beziehungsweise ein Deficit nicht ausgeschloffen ift. Das Orchester lieferte Vorzügliches und Dirigent Alfred lernst kann darauf stolz sein. Leider wurde mit der Auswähl der Wagner'schen Tannhäuser"Ouvertüre als Eröffnungsnummer ein Fehler begangen; denn ihre süßen Töne am Anfang verloren ihre Wir kung in der riesigen Halle. Der Vortrag des Attenhofer'schen Trutzlied" war vielleicht die schwächste Leistung des Maffenchors. Dirigent Stempf versuchte stets und mit aller Kraft die Sänger mit der Schneid" zu beleben, welche ein HauptzugZ der Composition ist, allein trotzdem schleppte der Vortrag sich nur so hin. Nur in der Mitte der 2. Strophe lebten die Sänger ein wenig auf. Das Programm für das Abend-Concert war folgendes: 1. Ouvertüre: Tannhäuser" .Wagner Orchester. 2. Trutzlied" Attenhofer Maffenchor mit Orchester. 3. a) In der Ferne Silcher b) Wach auf, Du schöne Träumerin" Gericke Maffenchor. 4. Schlachtgebet" Möhring Die Chicagoer Bundesvereine mit Orchester. 5. Ballet aus Königin von Sada" Goldmark Orchester. 6. Blau Aeugelein" Witte Maffenchor. 7. Am Rhein und beim Wein" .... RiesEhrgott Maffenchor und Orchester. 8. a) Lebe wohl" Silcher. d) Der Wanderbursch" . . .Weidt. Maffenchor. 9. Slavische Tänze" 1 u. 2. Dvorak. Orchester. 10. Der Wald" Hafer Maffenchor. 11. Star Spangled Banner" - Arnold Maffenchor mit Orchester. Glücklicher Weise bestand das Programm, wie ersichtlich, zumeist aus Volksliedern" die trefflich vorgetragen und von der Zuhörerschaft mit Enthusiasmus aufgenommen wurden. Die besten Vorträge waren Zweifelsohne die der folgenden Lieder : Lebe Wohl". Der Wanderbursch", und Haeser's Der Wald". Das Publikum wollte mit seinem Applaus nicht enden. Fein war ferner der Vortrag des Schlachtgebet" von Möhring seitens der Chicagoer Bundesvereine unter Direction von Gustav Ehrhorn. Während des Concertes wurde eine bemerkenswerthe und wichtige Neuerung eingeführt, nämlich die Angebung der versch. Tonftfen mittelst der C-Wald-Hörner drs Thomas' Orchesters. Am Schlüsse des Concertes wurde Bundes'Präsident Hanno Deiler von den Sängern mit einem wunderhüb sehen und kostbaren Abzeichen beehrt. Die Orchester-Ausgaben allein belaufen sich auf mehr als 815,000. G e sch ä f ts s itz u n g. Morgen Vormittag tritt die BundesBehörde zur Erledigung der Geschäfte zusammen. Der ausgesprochene Wunsch der meisten Bundesvereine ift, daß das nächste Sängerfeft in Jndianapolis abgehalten werden solle, und wenn auch die Jndianapoliser Sänger sich dagegen sträuben, so wird dieser Vorschlag wahrscheinlich doch angenommen werden. Heute wird früh zu Bett gegangen, um für das Volksfest am Samstag bereit zu sein. W. R.

Ans dem Staatshanse. Die Behörde wird den farbigen Williard Fisher, welcher wegen Diebstahls von Candy im Reformatorium fitzt, begnadigen. Superintendent Graham von der Knightstown Waisen Heimath hatte sich für ihn verwandt. Die Commission, welche ein Areal auszusuchen hat, auf welchem die neuen Gebäude für die Mädchen - ReformSchule errichtet werden sollen, hat in den letzten Tagen eine Anzahl ihr an gebotene Landcomplexe besichtigt. Gottlieb Leukhardt, X)tt gemüthliche Ecke," Ecke Noble und Market Str.

Kleine Stadtnachrichten.

Wegen des geftrigZn Regenwetters mußte nicht nur das Bafeball-Spiel unterbleiben, sondern auch die Verschiebung der Automobil-Wettfahrten auf den StaatsfairGründen bis heute erfolgen. Wm. JenningSBryan wird am Montag Abend kurz nach 6 Uhr hier eine kleine Weile zubringen, und zwar während der Fahrt von Lafayette nach Greenfield. Er macht eine kleine Stump-Tour duh Jndiana. D i e 15 neulich im Bundesgerichte verurtheilten Sünder gegen Onkel Sam's Gesetze traten gestern Nachmittag unter Oberaufsicht des BundesHülfsmarschalls A. Boyd die Reise nach Fort Leavenworth, Kas., an. Wahrscheinlich werden innerhalb der nächsten Tagen die G. A. R. Posten des Staates aufgefordert werden, zu einem Unterftützungfond für die von den kürzlichen Ueberschwemmungen des Mississippi heimgesuchten Veteranen beizusteuern. John Dirks, eiu aus dem Julietta - Asyl für unheilbare Jrrsinnige entsprungener Mann, wurde hier abgefaßt, als er sich in die Office der County-Commissäre begeben hatte, um denselben das Asyl zu verkaufen, dessen Eigenthümer er zu fein glaubt. M a y o r B o o k w a l t e r hat gestern an Mayor Burgenthal von To peka, Kan., die Summe von 892.50 gesandt, die in der Mayors-Office als Contridutionen für die Hochfluth-Opfer eingelaufen waren. Die Collectionen des Commercial Club und der Gewerbe kammer für denselben Zweck werden erst später abgesandt werden. D i e c o r r e c t e Liste der neuen Beamtinnen des Kinder-Bewahrschul-Vereins" ist folgende: Frau G. L. Wade, Präsidentin; Frl. Clara Hawkins, erste Vice-Präsidentin; Frau Tho mas Alford, zweite Vice-Präsidentin; Frau Fred. Knodle. Prot. Secretärin; Frl. Helen Werbe, Corr. Secretärin; Frau Pbilip Rappaport. Finanz-Secre-türin; Frau W. H. Patton, SchatzMeisterin. Eines Greises Unfall. In Richmond wurde in der Tonnerftag Nacht der 93-jährige Joseph Lormax von dahier schwer verletzt, als er versuchte, eine JnterurbanCar zu be steigen. Er wurde nämlich zu Boden geworfen und erlitt außer einem Arm bruch verschiedene andere Verletzungen, die sich bei seinem Alter als sehr gefähr lich erweisen dürften. Schwere Anklage gegen ei nen Schullehrer. B r a z i l. Der Schullehrec Guy White. welcher sich bis dahin allgemei ner Achtung erfreute, ist unter einer Baftardie-Klage, welche die 16-jährige Mabel Sanders gegen ihn erhoben hat, an die Großgeschworencn überwiesen worden. Sie hat eingestanden, daß er schon seit drei Jahren sträflichen Umgang mit ihr gepflogen hat. Die Erbitterung gegen den Lehrer ist eine hochgradige und ein Mob drohte, ihn lynchen zu wollen. Grundeigenthums Uedertragungen. Amor A. gorsha an Edwin Cham per, Theil Sec. 1, Tshp. 14, Range 2, Decatur Township. $1,000. Adaline Bradsham an Louisa A. Wright, Theil Square 16, zwischen Meridian und Pennsylvania Str., an Vermont Str. $23,000. Michael T. Curley an Wm. L. Jennings u. A., Lot 5, Square 6, Bridgeport; ebenfalls angrenzendes Ei genthum. Kl. 000. Hannah C. Haughey an Willard A. Schrader. Lot 7, Haughey's Mapleton Add. $500. Dieselbe an Louis P. Blumlein, Lots 5 und 6, dasselbe. 1,000. Sheriff an Ezra C. Boris, Theil Tec. 6, Tshp. 14, Range 4. 1,370. Wm. A. Rhodes an Wm. Sumler, Lot 11 und Theil von 12, Lieber's Add., Nord Indianapolis. 1,000. Susan A. Harvey an Erneft L. Sanborn, Lot 4, Dr. Martin's New York Str. Add. $3,000. Bauerlaubnißschein e. William M. St. Clair, 31. und El mira, Cottage, 700. FranceS Robinson , Prospect und Villa Ave., Wohnhaus, $500. W. M. und L. A. Royse, 1403 Le Grande Ave., An bau, $150.

Damchen, Pferd und Bnggy verschwunden. H. C. Sharpleß, ein Leihftall Besitzer von No. 311 Oft Michigan Straße, hat die Polizei gebeten, ihm bei der Auffindung von Buggy und Pferd behülflich zu sein, die am Dienstag Abend eine sehr elegant gekleidete junge Dame lieh, um, wie sie sagte, zu ihrem 6 Meilen nördlich von der Stadt wonnenden Vater zu fahren. Das Dämchen erklärte Sharpleß, sie sei bei einer Familie an der Nord East Str. angestellt, doch ift er der Ansicht, daß sie ihn belogen hat. Jedenfalls hat er bis jetzt weder Pferd noch Buggy wiedergesehen, für deren Ermittelung er eine Belohnung ausgesetzt hat.

JahreS-Pienic-der ZionS-Kirche. Am Donnerstag, den 25. Juni, hält die Ev. Zions-Gemeinde ihr jährliches Picnic im Germania Park ab und werden alle Vorbereitungen getroffen, um die Festlichkeit zu einer genußreichen für Jung und Alt zu gestalten. Die ersten Meldungen von einem bevorstehenden Rücktritt des GeneralPostmeisters Payne gehen jetzt von Washington aus. Wenn es wahr ift, daß der Leiter des Postamts an einem Herzleiden krankt, so ift schon sein bisheriges Verweilen nach den Scandalen ziemlich sonderbar. Eine solche Flurh von Enthüllungen, wie sie sich über das Postdepartement ergoß, könnte selbst einen Ressortchef von eiserner Gesundheit niederwerfen; denn das Publikum hält ihn mit Recht für die Zustände verantwortlich, ob er nun darum wußte oder nicht. Auch in letzterem Falle hat er seine Pflicht nicht erfüllt und ist darum dem Amte, das er annahm, nicht gewachsen. Im übrigen wäre zu betonen, daß die fortwährenden Versicherungen, kein Schuldiger werde entrinnen, an Eindruck verlieren. Daß solche Versprechungen überhaupt nöthig find, ist bezeichnend genug. Alle Freunde der Gerechtigleit werden der gestrigen Erklärung des Lord Landsdowne Beifall zollen, worin er die Blutthaten in Belgrad verdämmte und die Stellung Großbritanniens zur dortigen Regierung klarlegte. England ift bis jetzt das einzige Land, das seinen Vertreter anwies, sich beim Empfange des neuen Königs aus der Hauptstadt zu entfernen; das einzige zugleich, welche? jeden Verkehr mit der Regierung jenes Landes unzweideutig ablehnt, so lange bei ihr Theilnehmer an dem Morde vertreten sind. Ein wohlthuender Gegensatz zu der heuchlerischen Haltung des Petersburger Cabinets. das die provisorische Regierung anerkennt und scheinbar die Bestrafung der Mörder verlangt als ob nicht das Eine das Andere ausschlösse! Die korrekte Haltung England'S in dem Drama, die an bessere, vergangene Tage gemahnt, ist ein erfreuliches Ze chen, daß auf dem Jnselreich trotz Chamberlain's und des verhängniß vollen südafrikanischen Abenteuers der Sinn für politischen Anstand noch nicht erloschen ift. Der in Jackson, Ky,. jetzt zu Ende geführte Prozeß verdient ein dauerndes Andenken in der Criminalgeschichte, allerdings keines rühmlicher Art. Man müßte weit ausholen, um eine gleich elende. Justizcomödie, eine ähnlich frivole Verhöhnung aller auf Recht oder Sitte bezüglichen Grundsätze wieder zu finden. Mord, Brandstiftung, Bestechung, kurz jedes nur denkbare verbrecherische Mittel stellten die Freunde der Angeklagten in ihren Dienst, um diese vor einem Todesurtheile zu retten. Zum mindesten der eine der Angeklag ten ist derart überführt, daß jeder unabhängige Gerichtshof ohne Bedenken auf Mord erkannt hätte. Aber die Ge schworenen in dem waffenftarrende.i KentuckyStädtchen, wo das Leben so leicht wiegt, würden mit dem Todesurtheil gegen die Meuchler vielleicht ihr eigenes aussprechen. Und die Angst um ihr Leben zwang sie zur Beugung des Rechts, zu wissentlich falschem Spruch wider ihre bessere Ueberzeugung. Denn in einem solch' absolut klaren Falle ift das negative Ergebniß der Nichteinigung" in der Wirkung auf'S RechtSbewußtsein ebenso schlimm wie das positive freisprechende Ur theil. All dies ift Anarchie, Gesetzlosigkeit im ureigentlichsten Sinne des Wortes. Gründe zum Einschreiten des Bundes liegen zweifellos vor und daß die Regierung sich durch die dortige Parteikonftellation daran hindern läßt, macht ihre Pflichtvernachläsfigurrg nicht besser.

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