Indiana Tribüne, Volume 26, Number 256, Indianapolis, Marion County, 19 June 1903 — Page 7

Jndiana Tribüne, IS. June RSOS.

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Das Dpfer dcr Schwcstcr. lioman von Margucritc PoradowsKa. $i$$$$i- $$8$iN (Fortsetzung.) Eine Kinderei," murmelte Ma!wa empört, wenn es sich um die Ehre einer Frau handelt!" Ich will nicht hoffen, daß Sie an meiner tiefen Hochachtung für Frau Qstotza zweifeln." Ich kenne die Spitzfindigkeiten der gesellschaftlichen Umgangssprache nicht, doch glaube ich, daß Leute, die sich derstecken, kein gutes Gewissen haben. Sie sagen, Sie achten meine Schwester nun, so beweisen Sie es dadurch, daß Sie sie auf immer meiden." Noemi vermochte sich kaum noch zu beherrschen. Wie kannst Du es wagen, Dich hier einzumischen!" rief sie heftig. Mußt Du Dich denn immer in meinen Weg drängen? Schämst Du Dich nicht Deiner Spionirerei? Das ist also der Ta.lk dafür, daß ich Dich in mein Haus eingeladen habe? Anstatt einer theilnehmenden Schwester finde ich eine Feindin in Dir! Entferne Dich auf der Stelle und gehe wieder dahin, wo Du hergekommen bist!" Nein," sagte Malwa entschlossen, nicht bevor dieser Herr mir sein Ehrenwort gegeben hat, noch heute unsere Gegend zu verlassen." Das war nicht mehr die bescheidene Malwa, das stille, gefügige junge Mädcken, das man nach feinem Gefallen lenken konnte, sondern ein ener'gifches Weib, das Gehorsam verlangte. In diesem Augenblick ertönte das Rollen von Rädern auf der Landstraße. Hastig war Malwa nach der Thüre gestürzt und sc.h nun aus der neben dem Bach in Windungen hinführenden Straße Andres Tarantaß direkt auf die Jagdhütte zukommen. Ob er sie wohl ebenfalls bemerkt hatte? Es schien so, denn er hieb mit verdoppelter Kraft auf sein Pferd ein. Aber wie war es möglich, daß er sich plötzlich mitten im Gebirge befand, da ihn doch dringende Geschäfte nach Nowy gerufen hatten? Kam er aus Zufall, oder in der Regung der Eifersucht, oder am Ende in Folge der Anzeige eines Untergebenen? Malwa schwindelte es. Und doch mußte rasch ein Entschluß gefaßt werden. Tu hast meinen Gatten benachrichtigt!" schrie die junge Frau empört. Ohne diese beleidigende Anschuldi- , gung einer Antwort zu würdigen, sagte , Malwa mit einer Bestimmtheit, die den ' jungen Leuten Gehorsam abnöthigte: Du, Noemi, bleibst hier in der Hütte und öffnest unter keiner Bedingung und Sie, mein Herr, folgen mir!" Eilig griff der junge Mann nach Handschuhen, Hut und Peitsche. Dieses Abenteuer fing wahrhaftig an, ungemüthlich zu werden. Zuerst die Schwester, nun auch noch der Gatte! Die Marschallin hatte recht, diese Noemi brachte Unglück. Mit Blitzesschnelle standen allerlei schreckliche Bilder vor seinem Geist. Duell, Skandal, mütterlicher Fluch. Rasch lies er auf sein Pferd zu. machte es los und schwang sich in den Sattel. Wie eilig t es hatte, einige Kilometer zwischen ,.ch und diese Unglücksfamilie zu legen! Schwören Sie mir," murmelte Malwa, daß Sie die Gegend verlassen werden Ich geben Ihnen mein Ehrenwort," sagte er im Tone der Wahrheit, daß ich mich noch heute Abend auf den Weg nach Paris begeben werde." Andres Tarantaß war jetzt kaum noch fünfzig Meter entfernt. Da stellte sich Malwa entschlossen auf die Zehenspizen und sagte, noch ehe der-jnnge Mann ihre Absicht errathen hatte: Küssen Sie mich!" Verwundert, verständnißlos sah er sie an. Küssen Sie mich," wiederholte sie in einem Tone, der keinen Widerspruch duldete, indem sie die reine Stirne dem jungen Manne darreichte. Begreifen Sie doch es geschieht für Noemi um sie zu retten. Nicht Noemi lieben Sie, nicht s i e haben Sie hier treffen wollen, sondern mich mich, die Schwester." Nun endlich wurde ihm die erhabene Hingebung, die unendliche Selbstverleugnung dieses einfachen Mädchens klar das sich ohne Besinnen aufopferte. Uno er, der blasirte. selbstsüchtige Lebemann, der gewohnt war, nur seinen Qnnnm in folaen. wurde von Rühruna und tiefer Hochachtung ergriffen. Gott segne Sie!" stammelte er und r si-unterneiaend. drückte er einen ehrfurchtsvollen Kuß auf diese keusche fctirm die nock niemals von einem m?nnne berührt worden war. Dann gab er seinem Pferde die Sporen und verschwand im Walde. ylndre war jetzt nur noch wenige lckritte entfernt. Mit blutleerem Gesicht wandte sich rn-,smn ibm zu. Sie hatte Wort gefnTtn Noemi war rettet. Zwischen sich und dem Manne aber, den sie liebte, hatte sie dadurch eine unüberschreitbare Schranke erricyiei. Sie Sie sind es!" rief Andre, start vor Erstaunen. .Sie und nicht Noemi der Bauer hat sich also getäuscht!" . Ein Gefühl unsagbarer Freude

durchfluthete sein so lange gequältes Herz. Mika, seine kleine Mika, sein Glück, sein höchstes Gut, sie war unschuldig! Eine Ccntnerlast fiel ihm von der Seele, und nun erinnerte er sich auch einer Menae Einzelheiten, aewiss?? räthscllafter Worte, die Noemi üder Adalbert und alwa ausgesvrochcn hatte. Und dann dieser Brief der ohne Zweifel an Malwa gerichtet war! Wie bereute er jetzt seine ungestüme Heftigkeit, die Noemi natürlich zu Widerspruch und Trotz angereizt hatte! Ein ganzes Leben voll Liere war kaum im Stanoe. so viel Ungerechtigkeit und Grausamkeit wieder gut zu machen! Er hatte seinen Tarantaß verlassen und kam jetzt auf Malwa zu. Allein trotz der Ruhe, die in sein Herz einelchrt war. empfand er ein Gefühl ticfsier Erbitterung. Malwa war ja die Friedensstifterin und doch, der Gedanke, daß sie sich von diesem oberflächlichen Gecken hatte bcthören

lassen, empörte ihn. So war sie also auch nicht besser, als die meisten ihres Geschlechts sie, die er so hoch gestellt und mit solch' heiliger Liebe verehrt hatte! An die Mauer gelehnt, sah Malwa ihm unverwandt in die Augen, aber anstatt der Schamröthe, die er auf ihrem Gesicht zu sehen erwartet hatte, bemerkte er nur eine tödtliche Blässe. Entschuldigen Sie die Störung!" sagte er kalt. Ein Irrthum, den ich mir nie verzeihen werde, hat mein Hierherkommen veranlaßt. Doch kann ich nicht umhin, Ihnen meine höchste Verwunder .ng auszusprechen." Warum wundert Sie meine Handlungswcise so sehr?" Weil sie weder mit Ihrem Charakter, noch mit Ihrer Vergangenheit im Einklang sieht." Ueber Gefühlssachen läßt sich nicht streiten, und ich bin frei und Herrin meiner Handlungen, dächte ich." Er brach in höhnisches Lachen aus. Aber ich bitte Sie. meine liebe Malwa, Sie werden mich doch nicht für einen solchen Einfaltspinsel halten? Bedenken Sie denn nicht, daß Sie mir von nun an das Recht geben, das Schlimmste von Ihnen zu denken!" Als habe ein Peitschenhieb sie getroffen, so zuckte sie unter dieser Beschimpfung zusammen. Eine Blutwelle stieg ihr in' Gehirn und verdunkelte ihren Blick. War es möglich, daß dieser Mann es wagte, sie einer Gemeinheit zu verdächtigen, sie als ein verlörenes Geschöpf zu betrachten, weil sie in ihrer Opferfreudigkeit den Muth gefunden hatte, jenem Mann ihre Stirne zum Kusse darzubieten? O, wie böse und grausam die Menschen doch sind! Bon Schmerz und Empörung durchtobt, griff sie mit beiden Händen nach dem Kopf. Sie vertheidigen sich nicht einmal?" sagte er voll bitteren Hohnes. Nun denn, so bin ich eben um eine Illusion ärmer, und Sie geben mir von Neuem den Beweis, daß die Welt nur Lug und Trug ist!" Seine zornbebende Stimme zerriß Malwas Herz, aber sie blieb stumm. Auf eine Bank hingesunken, erschien sie mehr todt als lebendig. Als sie den heldenmütigen Entschluß gefaßt hatte, sich für ihre Schwester zu opfern. war ihr in ihrer Herzensunschuld nicht entfernt der Gedanke an die Möglich keit einer beleidigenden Deutung ihrer Handlungsweise gekommen. Sie wußte eben nicht, daß der Mensch mstinkt mäßig das Schlimmste vermuthet. Von nun an war sie m semen Augen gesunken. Nur noch Verachtung würde sie künftighin m seinen Blicken lesen : Was erwarten Se jetzt eigentlich von der Zukunft?" fragte er in strengem Tone. Im Bewußtsein ihres guten Gewissens antwortete sie stolz: Meine Zukunft liegt in Gottes Hand, kümmern Sie sich nicht darum!" Wie Sie befehlen," sagte er mit einer steifen Verbeugung. Dann fragte er, auf seinen Tarantaß zugehend: Wünschen Sie, daß ich Sie nach Schwarzensee zurückbringe?" Und als sie das Anerbieten ablehnte, nahm er die Zügel zur Hand, grüßte kurz und bog wieder in die Landstraße ein. Die Vorstellung, daß dieser soeben erlebte, höchst unwahrscheinliche Auftritt möglicher Weise nur ein Komödienspiel gewesen sein könnte, um seiitn Verdacht abzulenken, kam Andre ntaji in den Sinn. Er glaubte seit an die Treue seiner Frau, weil er eben daran glauben wollte und weil er diesen Glauben zum Wiederaufbau seines Glückes nicht entbehren konnte. Noemi war ihm wiedergegeben! Seine Ehre als Gatte war unverletzt, und doch fühlte er sich in seinem Stolz und in seiner Eigenliebe tief gekränkt bei dem Gedanken, so rasch aus Malwas Herzen verdrängt worden zu sein. Als Andres Wagen in der Ferne verschwunden war, erhob sich Malwa und ging mechanischen Schrittes dem Bache zu. Dort tauchte sie ihr Taschentuch in das eisige Wasser, um die Spuren von Adalberts Kuß hinwegzuwischen. Eines aber vermochte sie nicht hinwegzuwischen Andres letzten Blick, der wie Feuer in ihrem Herzen brannte. Ganz versunken in ihren Schmerz, hatte sie die Anwesenheit ihrer Schwester im Jagdhäuschen vollständig vergessen. Auch sah sie nichts von der vor ihr auftauchenden Gestalt; erst die spöttische Stimme, die ihren Namen rief, machte sie aufmerksam. Nun wird Deine Vorliebe für tragische Austritts wohl befriedigt sein!

Jucrn icymsl DU meinen Mann hierher. dann wirst Du plötzlich von GeWissensbissen gepackt und ziehst Dich aus der Schlinge, indem Du Dich Adalbert an den Hals wirfst. Ich gratulire Dir zu Deinem Talent, für Intrigen mir wäre so etwas nicht in den Sinn gekommen. Dabei hast Du den einzigen Freund, den ich noch hatte, in die Flucht getrieben, was ich Dir niemals verzeihen werde!" Starr, wie in eine Bildsäule verwandelt, faß Malwa da. Ob sie wohl ietzt endlich einen Begriff von der Herzlosigkeit derjenigen bekam, für die sie sich ihr ganzes Leben lang aufgeopfert hatte? Nicht eitle Thräne entquoll ihren Augen. Stieren Blicks sah sie in den weißen Gischt des Gebirgsbächleins hinab. Die Wolken hatten sich allmälig verdichtet; ein kaktcr Wind erhob sich, und heftiger Regen strömte hernieder. Da erst bemerkte Malwa, daß ihre Schwester fortaeaanaen war. Eine Stunde

ver incy. Pwmicy urerues ein cajuu n nr Y" i V. " r C jH . . der ihren ganzen Körper, während ein

heftiger Scymerz m ihrem Hopt unv dem großen Kamm der Vorhalle, wahHerzen hämmerte. Der Himmel war rend das einförmiae Rauschen des aus

schwarz geworden, Felgen und erge ringsumher hüllten sich in einen undurchdringlichen Schleier. Wie viel Uhr mochte es sein? Die Finsterniß nahm mit erschreckender Schnelligkeit zu. Jetzt endlich erhob sich Malwa langsam und sah die dunkle Straße entlang, die sie zu gehen hatte. Auf der einen Seite führte der Weg nach der Ostova'schen Besitzung, auf der an-

deren nach Nowy. Der Gedanke, nach Besicht an die Fensterscheibe geSchwarzensee zurückzukehren, war ihr peßt, die Augen weit aufgerissen, verunerträglich, und fo schlug sie, sich ent- zuiit rlC die tiefe Dunkelheit, die sich

schloßen in Die Vunkelyett ymemwagend, die Richtung nach ihrem Clternyauze em. Zu beiden Seiten der Straße erhoben sich, scheinbar bis in's Unendliche, . r - or..jt. c rr X. . cn r-Ii "enge ucyen uno icoen. vun zu Zeit lehnte sich Malwa an emen ver nassen Stamme. Laut klatschte das durchnagte ieid iyr um Die Beine, Eine Stunde war sie schon gegangen. War es möglich, daß sie den Wald noch immer nicht hinter sich hatte? Sollte sie am inve aus ereyen aus einen sernabfuhrenden Pfad gerathen )tm (SZi nn ht Wrirrt h tn nn V tv . uu vv un v v v v f -v m mmm Bergen herumirren, und an dk unter meinen veroorgenen gingen angen, die sich manchmal mit emem lau4a. SW. -.itt V.- Mj rtii 1 HAviAhÄnnati ICH VI lM UUI UlC -ouiuvHyiyinvui stürzen. Doch was waren alle diese Gefahren im Vergleich zu den seelischen Qualen, die sie empfand? Andre! Noemi! Mochten sie wenigstens glücklich sein! Das war das einzige Gebet, das ihre Lippen murmelten, während sie auf's Gerathewohl weiterging Malwas ttorper eritarrte immer mehr in dem eisigen Regen, und ihr von den nassen Zweigen gepeitschtes Gesicht war wie mit Thränen überströmt. Wie kam es wohl, daß die Bäume sich plötzlich vor ihr zu drehen begannen? Und nun auch der Boden. Es war ihr, als befinde sie sich auf schwankendem Meere in einem Schiff mit riestgen Masten und sei nun im Begriff unterzugehen In ihren Ohren sauste und brauste es, eine schwarze Masse schien sich vor ihr aufzuthürmen. Entsetzt wollte sie die Schritte beschleunigen um Hilfe ru in, Viu uuuuuiuvi wuuiiv. iitt Nacken aber lahmte sie, und bewußtlos fen, ein surmterncyer schmerz im sank sie auf den Weg. 30. Kapitel. iefe Stille herrschte auf dem Gutshofe, als sich Noemi, zit ternd vor Angst, in's Schloß hineinschlich. Bald jedoch 'J U konnte sie zu ihrer Befriedigung bemer. ken das Niemand s,ck um ikre Abtorfenhstii nfiimmr hnii ys? ihr Gracie nack Andre wurde' ihr aesaat dan er erst spät Abends zurückkehren werde Ein lustiges Holzfeuer flackirte in der Vorhalle und bildete emen ange nehmen Gegensatz zu dem eisigen Regen, der draußen niederfiel. Vom Bibliothekzimmer her klangen die lebhaften Stimmen der um den GutsHerrn versammelten Whistgesellschaft ant! ??oemi ein bübsckes 5viuskleid an und setzte sich dann fröstelnd an's Kamin, wo sie mit Genuß eine Tasse heißen Thee schlürfte, den ihr ein eleganter Diener soeben auf silberner Platte gebracht hatte. Und nun beherrschte die Vefriedi. gung, sich zu Hause, in dieser reichen, behaglichen Umgebung zu wissen während doch nur so wenig gefehlt hätte, daß sie von Andre mit Schimpf und Schande daraus verjagt worden wäre alle ihre Gedanken. Dabei sagte sie nch, daß sie unverzeihlich unklug gewesen und entschieden einer großen Gefahr entgangen sei. Sie mußte wirklich in einer Art Wahnsinn gehanV.tfl t. t. CWY " ' ItDen oaoen. 'llinaiig leyrie iyr aoer die kalte Vernunft zurück. Um das Ziel ihrer Wünsche zu erreichen, mußte sie vor allem ihr Verhalten ändern, Andres Zorn um jeden Preis besänftigen, seine EifersuchtsanWandlungen auf immer ersticken und sich der Geschmacksrichtung ihres Schwiegervaters anpassen. Mit etwas Nachgiebigkeit würde sie sicherlich weit mehr erreichen, als mit Widersetzlichkeit. Es war ihr, als habe dieser schreckliche Tag sie um die Erfahrung von vielen Jahren bereichert. Ob sie Adalbert wohl jemals wiedersehen, und ob er das ihr gegebene Versprechen halten würde? Nun, mochte er thun, was er wollte. Für sie handelte es sich jetzt in erster Linie darum, ihre Pläne systematisch zu verfolgen, bis sie eines Tages alsSiegerw diesem alten Adler-

neu enlsiieyen unv mit Andre in einer großen, seinem Talent und ihrem Ehrgeiz entsprechenden Hauptstadt landen würde. Diese Erwägungen hatten sie derart hingenommen, daß sie an Malwa gar nicht mehr dachte, obwohl das Wetter draußen jetzt einen immer schlimmeren Charakter annahm. Erst als sich ihr Schwiegervater bei seinem Eintritt in's Speisezimmer sofort voll Besorgniß nach dem Verbleib ihrer Schwester erkündigte, fiel ihr die Aermste wieder ein. Malwa wird sich in irgend einer der Bauernhütten, die an der Straße nach dem ,Weißen Kreuz' liegen, verspätet haben," sagte Noemi in gleichgiltigem Tone; sie macht gern solche Streiche." Na, dann werde ich ihr sofort einen Wagen nachschicken." Ter Abend rückte vor. Die Gäste

des Schlosses waren einer um den anderen aufgebrochen, und auch der I. .. . w Hausherr hatte tcn tn ein Gemach A rückgezogen. Laut heulte der Sturm in den Dachtraufen stromenden Wassers unheimlich hereinklang, Qn Diener erschien, um der gnädiccri ftrau zu melden, daß man in keincr der bezeichneten Hütten eine Spur von Fräulein Malwa aesunden dabe w. nachdem im Sause alles zur Ruhe gegangen war, wurde Noemi doch von ernstlicher Sorge ergriffen. Wo um des Himmels willen mochte ihre Schwester sein? in ihrer Einbildungskraft mit allerlei Schreckgestalten bevölkerte, zu durchdringen. Ihr Unbehagen, in das sich nun auch heimliche Gewissensbisse mischten, steigerte sich von Minute zu ' ' 10 1 ' . . Minute. War es nicht Malwas Stimme, die klagend den Sturm über tönte? Und dort, am Rande jenes Ab grunds was war das für eine leblose Gestalt, die die Phantasie ihr beim QVtUtn Scheine eines Blitzes vorgaulte? Sicherlich hatte sich irgend ein yinalM ereignet. Dieser Gedankt: mrtt ihr mit einem Male zur Gewiß , p 1 1 sl m& wüthendes Hundege m Räderrollen, eine laut befehlende Hoft. dann feste Schritte ' ganz in der Nähe Anv. ! Wie eine stürzte sie in seine Arme Wahnsinnige Wo ist meine Schwester?" rief sie, während e? sie leidenschaftlich und gerührt durch ihre diesmal von Herzen kommende Angst an seine Brust drückte. Beruhige Dich, sie ist in Nowy wohlgeboren. Sie hatte sich, vom Regen überrascht, im Walde verirrt. Einige vorübergehende Bauern haben sie erkannt und zu ihren Eltern zurückgebracht. Sie wird wohl mit einer Erkältung davonkommen." Um seine Frau nicht zu ängstigen, verschwieg er ihr, daß das arme Mädchen ohnmächtig geworden war, und daß erst ein eilig herbeigerufener Arzi sie wieder zum Bewußtsein gebrach hatte. Malwa," fügte er hinzu, war entsetzlich unvorsichtig. Morgen will ich 1 7- . . r cr r V mich wieder nach ihrem Befinden erkundigen Man hörte es dem strengen Klang seiner Stimme an, daß ihm dieser Gesprächsgegenstand peinlich war. Noemi schlägt die Augen zu ihm auf und liest die Anschuldigung ihrer . , . 1 iw r o'.. cywester 10 oeutttcy von icmen Ziippen, aiö ov er ste ausgeiprocuen vaiie. Es ist ein ernster, entscheidungsvoller Augenblick. Mit wenigen Worten kann sie ihm die Wahrheit kundthun: Andre, ich bin die Schuldige! Ich war toll, Deine Eifersucht hat mich zum Aeußersten getrieben. Ich wollte Dir Trotz bieten, und so lief ich zu jnern Stelldichein mein Herz aber hat nicht aufgehört, Dir anzugehören. Nur Unbesonnenheit und Unvorsichtigkeit habe ick mir zu Schulden kommen lassen. Andre, schau mich an, lies in den Auaen Deine? kleinen Mika sieh ihre Reue-ihre Verzweiflung!" Diese ehrlichen Worte aber spricht Noemi mcht aus. Ihre Lippen bleiben fest gefchlosseit. Wohl ist sie sich der Niedertrachtigkeit ihrer Handlungsweise bewußt, und doch reicht die ihr sonst eigene Kühnheit und Unverfrorenheit nicht so weit, die Verantwortlichkeit für ihr Thaten mutbiq auf sich zu nehmen. Voll Ungestüm zieht er sie mit sich tn den ihm als Atelier dienenden Raum hinauf, in sein Heiligthum, das sie heute zum ersten Male betritt. Im warmen Lichte einer bunten Ampel entdeckt ihr erstauntes Auge kostbare Wandbehänge, werthvolle Möbel und I 1 5 H . ' ' - Ä-Ii-laujenv mertwurvige ielNigieilcil, deren Anblick sie entzückt. Dort muß sie sich auf einen florentinischen Stuhl setzen, während er zu ihren Füßen niedersinkt. Noemi, verzeihe mir ich war hart, ungerecht allein die Eifersucht machte mich blind." I den Augen der jungen Frau blitzt es triumphirend auf. Langsam hebt si. den Kopf, und in dem geheimnißvollen Lächeln, mit dem sie ihren Gatten ansieht, verschwindet Malwas letzte Aussicht auf eine Rechtfertigung. . So mag sich denn das Schicksal ihrer Schwester erfüllen, während sie selbst glücklicher Weise ihr Spiel gewonnen hat. Als ihr Sklave liegt Andre ihr Füßen, und sie ist diejenige, die verzeiht! Verdienst Du es auch, daß ich das

Vergangene vergesse?" murmelte sie, indem sie ihre Arme um seinen Hals legt. Vor Liebe bebend, sieht er sie noch immer an, während sich seine Augen langsam mit Thränen füllen. O meine Mika, meine süße, kleine Mika!" murmelt er, so bist Du mir also wirklich wiederaeschenkt!" (Fsrtsetzung folgt.)

Mimnr-ttcvungssilyrl. !Das von Admiral Varser bshliae 9t schwader und der Zwk der eise. Die vielbesprochene Uebungsfahrt des unter dem Oberbefehle des Rear Admirals Albert S. Barker stehenden Geschwaders von vier Schlachtschiffen nach den Azoren soll bekanntlich dem Zwecke dienen, Kenntniß über die FortNear Admiral Albert S. Barker. schritte der Flotte im Ozeandrill zu erlangen. In Begleitung der Kriegsfahrzeuge befinden sich ein Transportschiff, sowie drei Kohlenschiffe. Wahrend der Fahrt wird oas Geschwader alle Arten taktischer Exerzitien anstellen und die höchste Geschwindigkeit zu erreichen suchen, bis zu welcher die, verschiedene Geschwindigkeiten verzeichnenden Kriegsfahrzeuge bei einander zu bleiben vermögen. Admiral Barker ist 60 Jahre alt. Er machte den Bürgerkrieg mit, war dann Lehrer an der Marineakademie und nahm in den Jahren 1882 bis 1886 als Kommandeur der Enterprise" auf der Strecke von Neuseeland bis zur Magelhaensstraße Tiefn essungen vor. Im spanischen Kriege kommandirte er die Newark." ' Rear Admiral wurde Barker im Jahre 1809. Im Sommer 1902 brachte er mit der Dixie" den Notleidenden auf Martinique Lebensmittel, Kleider und Medizin. In besonderem Maße hat sich Barker um das Zustandekommen des im vorigen Jahre in's Leben getretenen Flottenvereins verdient gemacht. Kleidenwang für Vrautlcute. Eigenartige Nationaltracht hollindischer Fischer für die Jett der Verlobung. Der alles gleichmachende Geist unserer Zeit geht leider auch den alten Volks- und Bauerntrachten zu Leibe. Trotzdem findet man, besonders in Holland, noch Gebiete, wo man auf Bräullgaitt in Nationaltracht. kultmgeschlchtlich werthvolle Reste einer dahingegangenen Zeit stößt. Einen charakteristischen Beleg hierfür bietet unser Bild eines Fischers von der Insel Marken in der Nationaltracht des Bräutigams. Uralte, zum Theil dem 13. Jahrhundert entstammende Gebräuche haben sich auf Marken erhalten. darunter auch die Vorschrift einer bestimmten Festkleidung für Brautleute während der Dauer ihrer Verlobung. Charakteristisch für die Tracht des Bräutigams sind hierbei die weiten, aber kurzen, an zusammengeraffte Unterröcke erinnernden Beinkleider und der schwarze, einer Frauenjacke ähnelnde kurze Rock. Alles weist auf die Vergangenheit hin, nur der moderne hohe Hut" hat sich auch auf der Insel Marken Eingang zu verschaffen gewußt. Die eigenartige Kleidung bildet nicht etwa den Hochzeitsstaat, sondern wird, wie gesagt, während der ganzen Dauer der Verlobung getraaen.

Feuer - Signale.

4 Pnmsvlv nd artet 6 English' Opan-Haut 6 East und N York 7 Noble und Mchcgan 8 N. Jersey u. Mass Ave g.Pmk und Norch 10 Martet und Pine 11 Vermont nahe East 12 3ty. 8 SvnsenbauS Mass. v nahe S!obl 13 Dtttvare und Walnut 14 . Jersey u Central . 16 Mass und Eornell Av .6 Asb in. 11. Straße 17 Part ve und 12 Ctt .8 Eolumbui undHillfkd 19 Highlar.d vt u. P,att il Jllino und St. Jo 33 Pennsvlv. und Pratt 21 Meridian und 11. Str 25 No. 5 Spritzenhaus 16. nahe Jllinoiö 26 Senate Ave u. StLlair 27 JllinoiS und Michigan 28 Pesylvania und 14. 29 Senate Ave. und 13. Zl No. 1 Spritzenhaus Jnd Ave nal Sttchiga M Meridian und Walnut i California u vcrmont 35 Blake und New Aort 3s Jnd. Slv. u. St. Eiatr 37 Eity Hospital es Blake und Rorty 39 Michigan und AgneS ti No. 6 Spritzenhaus Washington nahe West 42 Gjcndorf u Wasb. 43 Missouri u New Dort 45 Meridian u Wash 46 Illinois und Ohio 47 Eapitol Av. u Wash 48 Kingan'S PorthauS 49 Straßenbahn Stalle W. Wafhington Str 61 No. 10 Spritzenhaus JllinoiS u Merrill 62 JllinoiS u Louifiana 53 Welt und Eoutb 54 West und McCarth 5 Senate Ave. u Henry 67 Meridian und Rav 68 No. 4 Spritzenhaus Madison Av. u MolviS 55 Madiion Sv.u Tunlop 1 No 2 Haken LeiterhauS South nah Delawar ti Penn, u Merrill 3 Delawar u. MeSartH 4 east und RrCarH 65 New Jersey u. Merrill 67 Birg. Av. u Bradsha 38 Fast und Prospekt 69 Bicking und High 71 No. 11 Spritzenhaus 169 Part Ave nd 10, 212 Capital &K nd 17. 213 Pennsvlv. u. ichig 214 JllinoiS Ud 2. 215 Senate Av und 1. 216 Pennsvlvania und 2. 217 Meridian und 1. 218 Capital Ave und 24 219 Broadway und 10. 231 JllinoiS und VtcLe 234 No. 14 Spritzenhau Kenwood und 30. 35 JllinoiS und 33. 236 nnetta und 30. 237 Ro. 2. Spritznchzut Udell und Raoer 238 Udeil Ladder Wort 9 Aabel und 27. 241 Meridian und 24. 242Mnoii u Et. Cl. 243 Eldridge und 23. 12 West uud Watnut 313 West und 12. 314 Howard und 16. 15 Torbet und Paca 16 Capital Ave und Tt 817 Rorthweftern Av u 318 Gent und 18. 819 Canal und 10. 824 Cerealin Worts 824 Vermont nd Lynn 25 Bismarcku cZrandViett 26 No, 29 Spritzenhaus Haitghmll. 327 Michigan u. Holmes, 28 Mchigan u. Concord 341 West und cJntyr 412 Miffouri u. Raryland 618 Missouri und hw 415 Capital Ave eorgio 416 Mssoun u entucky' 417 Senat Av iu Wash. 421 P und Z2und4ts SB. Washington. 423 Irren-Hospital. 424 Mi.ev Ave u. I DuW 425 Wash und Harris 426 Ro. 18 Spntzenhmch W, Washington 427 Olivr und Birch 428 Oliver und Osgoob 429 Nordyke und Mort 431 Hadley Ave u. Vkorrts 432 River Ave u. r 454 River Ave und ah 435 Harbin u. Big 4 S 9 436 Harding und Oliv 437 No. 19 Spritzend? MorriS und Hartnna, 4 Hsward ttta 4M StaedMb 461 Reisner und Her 452 Howard und Lee 463 ors und JtaWMs 456 Lambat und Betont 4ö? Nordyke Ave u. Um mon Worts 612 West ud Rech 513 Skntucky Av u. Mrrrtk 614 Meridian und MorrtS öl JllinoiS nd ansa 617 Morrt nd Dakota 518 Morris und Ehurch 519 Capital X u McCartY 621 Meridian und Palm 523 Pin un, Lord 524 Madisor Avku tincol 626 Meridian und Belt RR 527 Carlos und Ray 528 Meridian und Arizona 629 Meridian u. Naymond 531 Meridian u. McCsrttz 532 Ro. 17 Spritzenhaus Morris nahe West 12 McKernan und Dough, 618 East u. Lincoln im 614 East und Beecher 615 Wright und Sander 617 McCartY und vraty 18 New Jers? 712 Epruce und Prospekt 71 Engllsh Av. u. Launk 714 State Av u. Belt R 715 Sbelby ud Bkecher 71 State Av nd Orangi 718 Orange und Launl 7 Sbelby u. &,.. AV4 721 Lerington A. u Lnure 713 Flktchn Atxu. Oprua 724 State Ave u. Pleasa 725 Prosvctt und leasa. 72 Orange und Harlan 728 Liberty und Me 729 Rol,lk und South 812 Ro. 15 Spritzenhaus Oft Washington St? 81 Martet uud Roble 14 Ol.io u. Highland x 816 Michigan u. Higblant Ll Martet Arsenal Av 817 Oft 6t. Clair und Union Bahn leise. , 821 Pan Handle Shcp? 828 Vermont und Waicott 824 Wash. und tat Atz. 825 Vadden'ikounge zan 82s TuZer und Dorsey 827 Wash. und Bemle Av4 82 Ro. 1 Lpritzenhau Beville nahe Maa 831 Southafter 21 und Woodfide. 882 Wash. und Dearbo 884 Southeastern und Arsenal lvei. 88 New Kort nd Tempk 12 JBtnois und Maryl. ii JllinoiS und arket 14 Penn, nd ash. 15 Delaware nnd Lir Ave. nahe Huron 72 East und Gkorgia 73 keda und Elm 74 Davidson u Georgia 75 Snglish Av. u Pine 76 Sbelby und Bat 78 No. 3 Spritzenhaus Prospekt nahe Shelby 74 Fletcher Av. u Sbelby 81 Market u. New Jersey 2 Telaware und Wash. 83 East u Washington 54 New Port u. Davids 85 Taubstummen Anstalt 86 Vcr. Staaten Arsenal 87 Onental und Wash. 89 rauen-Resormat. Sl No. 13 Svrii,?nhauS Marvland nahe Wer. 2 Meridian u. Scorqia. 33 Meridian und South 4 Pennsylv u. Louifiana 95 Virginia Ave u. Alab. 9 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 98 Capital Ave und Ohi 23 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. l2t Alabama und 1. 125 Central Av und 15. 126 JckndeS und 15. 127 Brookside und Jupiter 128 Central Ave und 17. 129 Delawar und 19. 131 Alabama und lt. 132 BeNesontaine und 134 College Ave und SS. 135 Delaware und 13. 136 Alabama und Rorth 137 Newmann und 19. 133 College Av und 14. 13 Cornell Ave und 13. 141 Dandcs und 19. 142 High land Av und 10. 143 Tecumseh und 10. 145 New Jers nd L2. 146 Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus HiLfide Ave und 16. 148 College Ave und 22. 149 College Ave und 27. 152 Part Ave und 22. 15? L E u. W Bahn u. 22. b4 Ramsey Ave und 10. 156 Stoughton u Newman 157 Atlas und Pik. 158 Bloyd und Pawpaw. 159 No. 21 Spritzenhaus Brightwood i2 Arven und Depot 163 Brightwood und 26. 164 Rural und Bloyd 165 St. Clair u. eystone 167 Arlenal Ave und 23. 163 Bellefontaine und 28. Spezial-Tiznale. Ersten I Schlag, zweiter Alarm, Zweiten 2 Schlag, dritter Alarm, Dritten 2 Schlage, vierter Alarm. l-2-l, Feuer aus und Schlauch ausgerollt. 3 Schlage, Wasserdruck ab. 12 Schläge, 1 Uhr Mittag. Die so bezeichneten Signale w-den nur vom Dinar Wächter angegeben da an den b 'treffend Strochez? creuzunge ktne AlarmUsten angebracht find. Chicago und der grotze Nordwefte via Ä Alaska Hawaii Pdilivdin Insel. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. nr Bon der Vtonon 47. Stt. Station, hicago, snd i nur 5 Minuten mittelst elektrischer ar nach den Union iehdösen French Lick Spring, tu dem Orange Eounty Hochland. Familien-Hotel anter neuer eschäftSleilung. Pluto, Prvserpin md Bowle Quellen. ee Mineralwasser der fielt. Zwei Züge täglich via eastle. Dicket-Offieen : Union Station, Massachusetts ve nd SS West Washington Sttasze. . P. I g e , tftrttt a. aent. Indianapolis. And. W. H. McDoel. E. H. Rockwell, 0 ck w e I l, ettiebslitn Präs. und Gen. War. 5ranr ;i. 0, ,ss. Agent, diczgo. All.

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