Indiana Tribüne, Volume 26, Number 255, Indianapolis, Marion County, 18 June 1903 — Page 3
Jndiana Tribüne, 13 Juni 1003.
3
Verschwunden. Vernichtende Niederlage des Bundes der Landwirthe.
Socialisten als zweitftarkste Partei in dem deutsche Reichstag. Manifest Peter an das serbische Volk. Jubel in Belgrad über des Zaren Devesche. China fügt sich den amerikanischen Commijsären. Dänische Kriegsschiffe zur Festwoche nach Kiel. Briten von dem tollen Mullah bedroht. Deutschland. Die Wahlen. Berlin, 17. Juni. Der socialiftische Sieg bei den gestrigen Reiche tagswahlen geschah größtentheils auf Kosten der beiden radikalen Parteien, die im letzten Reichstag bei Zoll, Militür und MarineFragen mit den Social-Demokraten stimmten. Bezüg lich dieser Fragen wird daher im neuen Hause keine große Verschiedenheit obwalten. Nach amtlichen Berichten sind bis jetzt erwählt: Socialisten 53, Centrum 60, Con servative 21, Frei-Conseroative 4, Na-tional-Liberale 6, Polen 5, andere Fractionen 12; zusammen gerechnet 161. In 169 Wahlkreisen find Stichwahlen nöthig. Die beiden radikalen, Parteien die gestern keinen einzigen Candidaten durchbrachten, werden trotzdem bei den Stichwahlen Sitze bekommen, da ihnen alle nicht - socialistische Parteien ihre Unterstützung leihen. Die Socialisten behaupten, eS seien 57 ihrer Candidaten gewählt und sie werden bei der Stichwahl die ahl 80 erreichen. Neben den oben gekennzeichneten Erscheinungen ist am bemerkenswerthesten das Verschwinden des Bundes der jandrmrthe. Der Bund besitzt derzeit 4 Abgeordnete, hat aber gestern nicht einen einzigen Kandidaten durchgebracht. Dr. Oertel, Chef Redakteur der agrarischen Tageszeitung, kommt in Freiburg, Sachsen, in die Stichwahl, mit aller Aussicht, von den Socialisten geschlagen zu werden. Die Freifinnige Vereinigung (Bartbe) hat nur II Stichwahlen erreicht, während sie bis jetzt 14 Sitze inne hatte. Die Freifinnige Bolksvartei (Richter) kommt in 22 Wahlkreisen zur Stich wähl; im letzten Reichstag zählte sie 32 Mitglieder. Dr. Barth kommt in Koeslin zur Stichwahl und wird wahrscheinlich mit social. Hilfe gegen den conservativen Gegen-Candidaten ge wählt. Richter muß sich in Hagen einer Stichwahl unterwerfen, wird aber mit nationalliberaler und Centrums'Hilfe gegen den Socialisten gewinnen. Die National - Liberalen haben 5 Mitglieder gegen 7 im Jahre 1893 er wählt und kommen in 56 Wahlkreisen zur Stichwahl, während sie im letzten Reichstage 48 Mitglieder zählten. Das Centrum wahrt augenscheinlich seinen Besitzstand, obwohl die Socialisten in viele Wahlkreise dieser Partei eingedrungen sind. Fürst Herbert Bismarck ist nicht er wählt und kommt gegen einen SocialDemokraten in die Stichwahl. In Sachsen, das 23 Mitglieder zum Reichstage stellt, wählten die Sociali ften 18 und kommen in 5 Wahlkreisen zur Stichwahl, mit ausgezeichneter Ausficht auf Erfolg. Die Dresdener Nachrichten xeöen zu, daß die Socialisten eine Majorität von 100,000 Stimmen im Königreich über alle andern Parteien erlangt haben und der Vorwärts" bezeichnet heute stolz Sachsen als socialistischen Staat. Gutes Zeichen. Berlin. 17. Juni. Das ..Tage blatt" meldet in einer Kieler Depesche, daß daselbst zugleich mit dem amen kanischen ein dänisches Geschwader von Kriegsschiffen anwesend sein wird. Serbien. Manifest Peter's I. Genf. 17. Juni. König Peter übermittelte heute telegraphisch ein Manifest nach Belgrad zur Proclamation an's serbische Volk. Der bereits am 15. Juni kurz skizzirte Inhalt be ginnt:
..Dank Gott und dem Willen des serbischen Volkes bin ich auf den Thron meiner Vorfahren berufen. Ich füge mich der Volksentscheidung und besteige den Thron." Der König versichert dann, er werde die Rechte Aller schützen, und fordert die Spitzen der Kirche, der Militärund Civilfunktionäre auf. ihre Aemter zu behalten und gewissenhaft auszufül len. Als Motto seiner Dynastie be zeichnet er: Für das heilige Kreuz und die Freiheit. Belgrad, 17. Juni. Dem Correspondenten der Assoc. Presse wurde heute gestattet, den Palast zu inspiciren, in welchem König Alexander und Königin Draga ermordet worden sind. Das Schlafzimmer, in Empire-Stil, ist noch gerade so, als das Königspaar bei Annäherung der Mörder floh. Auf dem Tische des Königs liegen französische Romane, auf dem ToilettenTisch der Königin Parfümerien usw. Das kostbare seidene Bett ist mit Kugel löchern durchbohrt, indem die Verschwörer wild nach allen Richtungen schössen, um die Opfer zu finden. Ein einfacher Ankleideraum, direkt vom Schlafzimmer ausmündend, sah die Zctzte Scene in dem Schlußakt des Dramas. Die Offiziere zeigten dem Correspondenten den blutbespritzten Boden an einem Ende des Zimmers, wo das Königspaar fiel und die zerbrochenen Scheiben, durch welche die Leichen hinabgestürzt wurden. Eine geheime Treppe führt zu den Zimmern im südlichen Theile des Pa laftes; da aber vor dieser Treppe eine schwere Kiste stand, so war ein Entkommen auf diesem Wege unmöglich. Außerdem wäre das Schloß durch Kanonen zerstört worden, falls man das Paar nicht gefunden hätte. Auch die übrigen Räume zwischen dem Vor und Schlafzimmer zeigen überall Merkmale der Tragödie: zer schlagene Spiegel, durchschossene Bilder, zerstörtes Mobiliar. Die Gemächer waren einfach und geschmackvoll möblirt, vornehmlich in
orientalischem Style; man könnte das Innere für das Landhaus eines reichen Amerikaners halten. Das Haus deS gleichfalls ermordeten Adjutanten Petrovics bietet einen noch schlimmeren Anblick der Zerstörung, als die königlichen Gemächer. Die Brüder der Köni gin wurden in einem einfachen Zimmer in der Wohnung des Commandanten, die an den Palast stößt, und auf Holz ftühlen fitzend erschossen. Die Cabinets'Minifter frohlocken über des Zaren Telegramm an König Peter, der dem Zaren eine warme Dankdepesche sandte. Die Armee betrachtet die Depesche als Billigung der That ihrer Offiziere. Das diplomatische Corps hat bis jetzt die provisorische Regierung amtlich ignorirt. Die österreichische Regierung hat dem König freie Benutzung der Bahnen für seine Reise zugesagt; der hiesige Stadt rath eine große Summe zu seinem Empfange bewilligt. Der König bezieht wahrscheinlich nicht den alten Palast, den Schauplatz der Tragödie, sondern das neue Schloß. Die Einzelheiten der neuen serbischen Verfassung stehen noch immer unter Erwägung. Eine Deputation von 30 Personen wird nach Wien gesandt, um mit dem Könige zusammenzutreffen. Ein serbischer Beamter gab heute in einer Unterredung mit dem Correspondenten der Associirten Presse die Erklä rung ab, die Ermordung der Königin Draga sei vielleicht im Uebereifer" geschehen. Er erklärte ferner offen, daß die Mannschaften vom 6. Infanterie. Regiment, die zum Angriffe auf den Palast commandirt waren, von den wirklichen Vorgängen keine Ahnung hatten. Nach der Ermordung kehrte ein Offizier zu den Soldaten zurück und forderte sie zu Hochrufen aus P?ter Karageorgevitch" auf. Die Leute blieden aber stumm und gehorchten erst wiederholten, von Drohungen begleite ten Commandos. Der Beamte schloß mit der fröhlichen Bemerkung : Vergangen ist vergangen. Jetzt nachdem der Zar den König Peter an erkannt, werden alle Mächte das gleiche thun." Mit dem Empfang von des Zaren Depesche verschwindet nach der Ansicht der beftinformirten Personen, Einhei Mischer und Fremder, jede Möglichkeit einer Erhebung gegen die provisorische Regierung. Das Telegramm hat die Hände der Verschwörer derart gestärkt, daß eine Opposition gegen sie ausfichts los wäre. Man hört jetzt nur noch
vom Empfange de Königs sprechen. Der Stadtrath entsendet eine Begrützungs'Deputation u. läßt 3 Triumphbogen errichten. Die Deputaten an Peter. Wien, 17. Juni. Die serbische
Militär-Deputation, die im Namen des! Kriegsministers König Peter der Ergebenheit der Armee versichern soll, ist heute durch Wien gereift. Zwischen dem Kaiser und König Peter wurden herzlich gehaltene Depeschen gewechselt; indessen ergreift der Kaiser zugleich die Gelegenheit, die Mordthaten zu verurtheilen. Türkei. M i l a n's Mutter gewarnt. C a .i st a n t i n o p e l, 17. Juni. Der Sultan hat Frau Christich. die Mutter des jungen Milan, gewarnt, ihren Sohn sorgfältig zu bewachen. Es ist ihr gerathen, ihn im Hause zu halten und nicht auf die Straße zu lassen. Man befürchtet einen Mordversuch auf den jungen Milan, obwohl man nicht glaubt, daß er jemals Aus sichten hat, auf den Thron Serbiens zu kommen. China. Proteste nutzten. S h a n g a i, 17. Juni. Die chi nesischen Behörden haben auf Grund der Proteste der amerik. und japanischen Commissäre den Plan aufgegeben, die Verhandlungen über den Handelsvertrag nach Peking zu verlegen. NeueEtappeRußland's. P e k i n g, 17. Juni. Rußland und China sind übereingekommen, die Ver waltung der Zölle in Dalny und der benachbarten Grenze nach der deutschen Einrichtung in Kiau Chou zu gestalten. Der Vorsitzer des russischen ZolldiensteS in Dalny wird der FinanzSekretär von Gouverneur Elexieff. Die Einnahmen werden in der russisch chinesischen Bank deponirt. Afrika. Der tolle Mullah. Aden, Arabien, 17. Juni. Die britischen Verbindungslinien zwischen Berbera und Bohontle in Somaliland. Oftafrika, find von den Truppen des tollen Mullah bedroht. Drei Com paanien des Hampshire - Regiments nebst eingeborenen Truppen gehen von hier am 20. nach Somaliland ab. Es ist bestätigt, daß sich drei britische Ossi ziere im Lager des Mullah gefangen befinden. Etwa 14,00 Abessynier operiren jetzt gemeinsam mit den Briten gegen den Mullah. Marokko. Von Räubern gefangen. Tanger, 17. Jnni. Walter B. Harris, ein Mitglied der britischen Special Gesandtschaft an den Sultan im letzten Jahre, wird in Zeenat von dem Banditen RaiSneli gefangen gehalten. Regierungstruppen griffen den Platz gestern an, konnten aber Harris nicht befreien. Oefterreich.Ungarn. Der Banus beschimpft. A g r a m , Kroatien, 17. Juni. Seit den letzten Unruhen hielt der Landtag heute seine erste Sitzung ab. Beim Eintreten des Banus rief die Opposition Schurke, Du verdienst den Strick" etc. Die Sitzung mußte schließlich, nachdem sich der BanuS kein Gehör verschaffen konnte, abgebrochen werden. Rußland. Polizei'Greuel. Berlin, 17. Juni. Das Tageblatt" schildert heute nach PostNach richten aus Lodz. Russisch-Polen, die dortigen Unruhen vom Montag. Etwa 5000 jüdische Arbeiter veranstalteten einen in Ordnung verlaufenden Umzug durch die Straßen, der indessen eine socialistische Demonstration darstellte. Die Polizei rief Kosaken zu Hilfe und beide griffen die Arbeiter an, mit flachen Säbeln und Fäusten erbarmungslos selbst auf die Verhafteten und Hilflosen einschlagend. Auch auf dem Wege zur Polizeifta tion dauerten die Mißhandlungen fort und nach den Berichten floß das Blut in Strömen." Zehn junge Leute sollen zu Tode ge prügelt worden und von den 100 Ver hasteten alle ernstlich verwundet sein. Wundärzte hatten 5 Stunden mit dem Nähen der Wunden zu thun, nachdem sich die Wuth der Polizei gelegt hatte. DieRache der Juden. St. Petersburg, 17. Juni. Krousheven, ein berüchtigter Juden haffer und Redakteur deö antisemitischen Blattes BessarabetS in Kishineff, dessen Artikel man größentheilS die
Schuld an dem Massacre zuschreibt, wurde heute von einer Anzahl Juden in den Straßen von Petersburg über fallen. Einer versetzte ihm einen, nicht für tödtlich gebaltenen Stich in den Hals. Der Thäter, ein ehemaliger Student der Polytechnischen Schule in Kieff. ist verhaftet. Venezuela. Neue Revolution. Port of Spain. Insel Tri nidad. 17. Juni. General Rolando hat sich zum Haupte einer neuen Revolution gegen Präsident Castro prokla-
mirt. Es ift der einzige Leutnant des früheren Revolutionsführers Matos, der eine Armee von etwa 2,000 Mann besitzt und mit dieser in Ciudad de Bolivar steht. Er weigerte sich, Matos auf seiner Flucht nach Venezuela zu folgen und wird voraussichtlich der Re gierung entschlossenen Widerstand ent gegensetzen. America, Frankreich und Deutschland haben beträchtliche Interessen im Ori-noco-Distrikt und in Ciudad de Bolivar. Japan. Abreis e des russischen Kriegsministers. V o k o y a m a . 17. Juni. Der russische Kriegsminister General Kuropatkin ist heute aus Tokio abgereift. Ein Sensationsblatt meldet, es sei zwischen dem Kriegsminister und dem japanischen Minister des Aeußern Baron Komuro ein Vertrag betreffs der Man schurei und Korea abgeschloffenlworden. Man schenkt jedoch dieser Mittheilung hier keinen Glauben. Großbritannien. Zoll Debatte. London, 17. Juni. Das Un terhaus berieth heute den ganzen Abend über den Antrag des liberalen Führers Campbell-Bannermann auf Vertagung, um weitere Aufklärung über die Stellung der Regierung zur Frage der Vorugszölle zu erhalten. Der Antrag wurde abgelehnt. Die Conservativen spendeten Cham berlain's Rede großen Beifall und er selbst machte den Eindruck eines Mannes. der des Sieges gewiß ist. Das parlamentarische Comite des Gewerkschafts-Congresses, das 1,500,000 organifirte Arbeiter vertritt, verdämmte heute Chamberlain's Finanz Plan als verderbliche Doktrin". Schiffsnachrickten. Angekommen. New York : Graf Waldersee" von Hamburg. Bremen : Kronprinz Wilhelm" von New York. Oueenstown : Haverford" von Philadelphia nach Liverpool. New York: Majestic" von Liverpool und Oueenstown. New York: Aurania" von Liverpool. London: Minneapolls' New York. Moltke" von New York nach Cherbourg und Hamburg. Abgefahren: Oueenstown : Saxonia" nach Boston. New York : New York" nach Southampto:i; Germanic" nach Liver Pool; Rotterdam" nach Rotterdam" via Boulogne. Antwerpen: Switzerland" nach Philadelphia. Liverpool: Belgenland" nach Phila delphia via Oueenstown; Ocea rnc" nach New York via Queestown. Base-Ball. American'Association. Die gestrigen Spiele resultirten wie folgt: Indianapolis, 17. Juni. Indianapolis. 10000002 03 MinneapoliS ..00000000 00 ColumbuS, O., 17. Juni. Columbus.... 1 06 02 2 04 15 KansaS City. .. 4 01 0 00 22 0 9 LouiZville, 17. Juni. Louisville ....02002000 0 4 St. Paul ....00010410 6 Toledo, 17. Juni. Toledo 00000012 3 Milwaukee .00000101 02 National-Liga. Die gestrigen Spiele resultirten wie folgt: Boston. 17. Juni. Erstes Spiel. Boston 10001001 3 Brooklyn ...0000200002 Zweites Spiel. Boston 2200002006 Brooklyn .... 02 02 1 4 5 0 014 Philadelphia. 17. Juni. Philooel 10000021 0 4 New York 20000004 1 7 Sonst keine Spiele.
Dstalicns Geschäftslage. I crschieSkttk Währungen und ihre achthei ligkn Solgcu für den Handel.
lieber die gegenwärtige geschäftliche XuCJ in Ostasien schreibt ein Fachmann: Was das gesammte Geschäftsleben Ostasiens zur äußersten Flauheit, fast zum Stillstand herabgedrückt, ist die lährungsfrage. Nachdem England 1816 mit der gesetzlichen Einführung der reinen Goldwährung den Anfang gemacht hatte, Frankreich und die Ver. Staaten trotz gesetzlicher Doppelwährung thatsächlich dazu übergegangen waren und das Deutsche Reich durch Münzgesetz vom Jahre 1873 als vierte Großmacht der Industrie und des Handels Goldwährung eingeführt hatte, gewann diese eine immer allgemeinere und raschere Verbreitung, so daß sie im internationalen Verkehr heute bereits die Herrschaft führt. Im Osten aber besteht bei gesetzlicher Silberwährung in Britisch-Jndien mit Ceylon die hinkende Silberwährung, in Korea, China, Französisch-Jndochina, Siam, den Straits-Settlements thatsächlich die reine Silberwährung, auf den Philippinen be: gesetzlicher DoppelWährung thatsächlich Silberwährung, in Niederländisch-Jndien bei gesetzlicher Goldwährung die hinkende Goldwährung und in Japan bei gesetzlicher Goldwährung (seit 1896) die thatsächliche reine Goldwährung. Am schwersten leidet unter diesen Verhältnissen China. Der Importeur scheut sich, einen Kontrakt abzuschliehen. Denn am Lieferungs- und Zahlungstage ist der Silberkurs schon wieder bedeutend niedriger als am Tage des Kontraktabschlusses. Und de: Unterschied beträgt oft weit mehr als der vom Importeur berechnete Gewinn; er hat sich hier und da auf 30 Prozent belaufen! Deshalb steht das Importgeschäft nach China auf dem TiefPunkt. Die Chinesen kaufen nur das vom Ausland, was sie durchaus nicht entbehren können, und das sind zum größten Theil Manchesterwaaren, Kleidungsstoffe englischer Herkunft. Wenn der Silbersturz auf den Import im höchsten Grade lähmend wirkt, so leidet der Export oder, genauer gesagt, der Exporteur darunter naturgemäß nicht. Das Fallen des Silberwerthes ist mehr oder weniger gleichbedeutend mit dem Steigen des Gewinnes für öen Exporteur, und je geringer die Kaufkraft und der Konsum im Innern werden, desto mehr wird ausgeführt. Was nun Japan betrifft, so ist dasselbe durch die Goldwährung China gegenüber zur Zeit entschieden im Vortheil. Die japanischen Banken diskontiren dermalen Tratten auf China mit 27 und mehr Prozent, d. h. man bezahlt für 100 mexikanische Dollars in Japan höchstens 73 Den ein, während 100 mexikanische Dollars vor zwei bis drei Jahren noch etwa 104 Jen kosteten. China bezieht von Japan vor Allem Streichhölzer, Wollgarne und Wollstoffe, Baumwollgarne und etwas Baumwollgewebe. Leider aber wird das günstige Valutaverhältniß durch den Verlust der Kaufkraft Chinas wieder aufgehoben. Alle die genannten Industrien stehen, so weit sie für den Export arbeiten, nahezu still. Und dies ist der wesentlichste Grund, weshalb nun auch Japan zur Zeit nicht kaufkräftig ist. An Geld fehlt es den dortigen großen Banken freilich nicht. Das stettge, rasche Sinien des Zins. fußes bis auf den jetzigen, in Japan unerhört niedrigen Stand beweist vielmehr, daß das Angebot oder der Vorrath von Geld erheblich größer, ist als die Nachfrage. Die Nachfrage fehlt eben, weil die Exportindustrie still steht. Diese aber ist zum Stillstand verurtheilt durch den Silbersturz. Dazu kommt, daß die japanischen Geldleute sich nicht an inländischen industriellen Unternehmungen betheiligen wollen. Man sucht vielmehr fremde Kapitalien in's Land zu ziehen, um die eigenen mit größerem Gewinn anderweitig und im internationalen Verkehr zu verwerthen. Die Ausländer aber vermissen im geschäftlichen Leben in Japan noch immer die nothwendige Bewegungsfreiheit, die sicheren Bürgschaften und den ungeschmälerten Genuß ihrer Einkünfte. Steuerschraube und Klauseln, welche abgeschlossenen Kontrakten später angefügt werden, treffen in besonderem Maße den Ausländer. Selb st Mordversuch im Theater. Während einer Vorfiellung in der Oper zu Brüssel ertönte neulich plötzlich ein Revolverschuß. Ein in der Loge des dritten Ranges befindliche?' Wachtmeister btf 1. Guides-Re-giments hatte einen Selbstmord versuch begangen. Das Publikum glaubte zuerst an ein anarchistisches Attentat; man beruhigte sich aber schnell. Aerzte waren sogleich zur Hand. Die Wunde war nicht tödtlich. Der Unglückliche ist der Sohn eines der höchsten Beamten des Arbeitsministeriums. Die Liebe zu einer Sängerin soll ihn zu dem verzweifelten Schritt getrieben haben. Für fern Weltausfiel l u n g s p l a tz in St. Louis sind im Ganzen 250 Statuengruppen in Auf trag gegeben worden, für welche eine Bewilligung von $500,000 gemacht wurde. Von dieser Summe sind $100,000 für permanente Bildhauerarbeit bestimmt, die übrigen Statuen sind temporär Natur und werden nach Ablauf der Ausstellung zerstört wer-den.
The Victor.
Ecke Noble und St. Clair Stt. Ich erlaube mxx meinen Freunden und Bekannte mzuznge, daß S) unter dem Namen "The Victor" aa obkngenanntem Platze eine i jeder Beiteln! erste lasse irihlchast eröffnet bade. wird mein Bestreben sei, ein in jeder Bezutz kkspeNable Hau zu führen und an meine 0c1$af1t srennd. bei roulanter Bedienung, die besten Qual täten an tmportirten und einhnmischkn eine. Siqubren, Cigarren, Bier, ete. ,u verabreichen. wird mir jnr Ehr gereichen. B in meinem zetzigi n Batalt begrützen u sönnen . chtunglvoll HENRV VICTOR. Columbia :: Halle Süd Delaware und McCarty Str. Wirthschaft deutscher Art. Gin auter Iruuk und schmackdaster Lunch harre der Gaste Halle und LocaUtat stehen Vereinen zur Abhaltung von Unterhaltungen und Bersammlunge zur Verfügung. Jedermann herzlich eingelade. Geo. Peter Hammerle, Eigenthümer. i.4 T.levbon 124S. r,.n Fred. Rasernann's No. 23 Virginia Avenue Neues Telephon 2071. Feiner Lunch von 9 Uhr bis 12 Uhr Vor mittags, und 4 bis 6 Uhr Nachmittags. km. Stoeffler Saloon. 202 Nord Noble Stt. eueö Tclcvkon 2001. Dr. J. A. Suteliffe, Wund -Arzt, Geschlechts, Urin undRectum Acan'kkeiten. Office : 155 Oft Market Stt. Tel. 941 O'fice-Stunden : 9 bis l Uhr Bm. : 2 bi Uhr Zu vermiethen : Zimmer im Majestic :: Gebäude z reduzirtcn Preisen. DaS feinste Office-Gedäude in der Stadt ollftändig feuerslckcr. Schnelle Fahrstühle und all modernen Bequemlichkeiten. Nachzufragen bei Gregory & Appel, Agenten, für die Jndianavolis GaS Co. ' M rohe uswayl von Aug. Diener, o. 449 Ost Washington Str. ee Telephon 2628. Alle Arten Harthol; -Fußböden (Hardwood Floors.) am heften und billigsten gelegt von A. Berger & Co. 714 Massachusetts Ave. Mte Vbden wie neu hergestellt, lle Irbett aarantirt. Schreiben oder titlephonire Sie sir Preise. pH, ,) 741. FuruaceS, Eisen- und Vlech-Arbeiten, Joseph Gardner, 3741 Kenwkkv ven, Telephon 322. Dachsimmse, Oberlichter und Reparatur arbeiten besorgt'
Ciie
i ?
