Indiana Tribüne, Volume 26, Number 254, Indianapolis, Marion County, 17 June 1903 — Page 6

Jndiana Tribüne, 17. Juni 1903.

6

Europäische Nachrichten. Wveipr?V,nz. K ö l n. In der Sitzung derSchwurgerichtstcigung hatte sich der 26jährige Eisenbahnbeamte Peter Wagner wegen Unterschlagung von FahrkartenGeldern und unrichtiger Führung dir Kassen - Register zu verantworten. Der Angeklagte wurde zu einem Jahre Gefängniß verurtheilt. Ihren 101. Geburtstag feierte die imJsraelitischen Asyl untergeorachte Wittwe Johanna Meyer. Der noch recht geistesfrischen Greisin gingen viele Glückwünsche von nah und fern zu. Aachen. In der unter dem Vorsitz des Landgerichts-Direktors Schröder begonnenen zweiten diesjährigen Schwurgerichtstagung wurde gegen den des Mordversuchs beschuldigten 24jahrigen Weber Theodor Hohn von hier verhandelt. Der Angeklagte wurde zu zwei Jahren Gefängniß verurtheilt. Bonn. Die Stadtverordneten bewilligten einen Credit von 68,50'") Mark für die Errichtung eines Gebäu des für Feuerlöschzivecke, in dem auch Wohnungen für Feuerwehrleute eilige richtet werden sollen. B o r b e ck. Eine kaum glaubliche Rohheit haben sich hier vier im Alter von 1013 Jahren stehende Schuljungen zu Schulden kommen lassen. Sie warfen das etwa 6 Jahre alte Söhnchen der Wittwe Ralbach aus der Hügelstraße zur Erde, traten auf ihm herum und mißhandelten es auch sonst noch in schwerster Weise. AIs der Kleine kein Lebenszeichen mehr von sich gab. nahmen die Burschen das Kind und wollten es in den Mühlenbach werfen, wurden jedoch in ihrem Vorhaben gestört. Jetzt kst daS Kind sei nen schweren Verletzungen erlegen. Düsseldorf. Der Minister des Innern hat die beantragte Lotterie für die Freihaltung der hiesigen St. Rochus - Kirche genehmigt. Damit dürft: die Gefahr der Zubauung der herrlichen Chorpartie der Kirche endgültig beseitigt sein. Der Bahnmeister erster Klasse Müller in Sache ist nach Düsseldorf - Lierenfeld zur Verwaltung der 14. Bahnmeisterei versetzt worden. Elberfeld. Zum Leiter der obligatorischenFortbildungsschulen wählten die Stadtverordneten den Oberlehrer an der Realschule in der Nord -stadt Dr. Thomae zunächst auf ein Probejahr. Kleinenbroich. Die Feier der diamantenen Hochzeit der Eheleute Ackerer Theodor Knepperges verlief in harmonischer Weise. Bürgermeister und Geistlichkeit entboten dem Jubelpaar Namens der Gemeinde bezw. der Pfarrer ihre Glückwünsche. K r e u z n a ch. Auf der königlichen Weinbergsdomäne zu Niederhausen hat man damit begonnen, das vom Staate angekaufte Gelände, etwa 260 Morgen Eichenschälwald, aufzuholzen, zu ebnen, zu düngen und mit Rebsetz, lingen zu bepflanzen. Für diese Arbeiten sind über 100 Insassen der Straf' gefängnisse zu Koblenz und Trier nach Niederhausen gebracht worDen. Mühlheim a. d. Ruhr. Nach Verübung von Wechselfälschungen in Höhe von 20.000 Mark ist der Schlossermeister Hubert flüchtig geworden. R a t i n g e n. In der Nacht brannit die zum Gute Pesch gehörige Scheune bis auf die Umfassungsmau ern nieder. Der Pächter des Gutes. Landwirth Joseph Heß, hat, trotzdem das Vieh gegen Feuer versichert war, bedeutenden Schaden erlitten. Provinz SbeftcnTlailcm. Kassel. Ihr LLjähriges Mietherjubiläum feierten: Weber Dietz, Martmsphtz 3; Wittwe Könnicke, Holzmarkt 5; Lokomotivführer a. D. Heinrich Hilke, Unterneustädter Kirchplatz 9; Frau Jacob, Schäserstraße 31, und Wittwe Becker, Wörthstraße. Die Baugewerkschullehrer Saliger, Rubel und Striegel Hierselbst sind zu königlichen Baugewerkschuloberlehrern ernannt worden. A l l e n d o r f. Dem Steuerausseher a. D. Heinrich Ebrecht wurde das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens verliehen. Brücken au. Bei der Neuauffiellung eines Dampfkessels in der Keßler'schen Brauerei verunglückten zwei Arbeiter durch aussprühenden Dampf. Der 18jährige Kraus von Romershag wurde schwer verletzt. D e r m b a ch. In Dietlos stürzte das noch nicht zweijährige Mädchen des Schachtarbeiters Lehmann in den Mühlengraben und ertrank. F u l d a. Das 83jährige Fräulein Auth überraschte in ihrer Wohnung die Lackirersfrau Anna Bartel. als dieselbe eine der Auth gehörige Commode durchwühlte. Die Ueberraschte warf die Auth zu Boden, steckte ihr einen Knebel in den Mund und hieb mit einem Handbesen auf die alte Damt ein. Dieselbe ist ihren Verletzungen erlegen. H a n a u. Im benachbarten Bergen verschied hochbetagt im Alter von 76 Jahren der Pfarrer und Metropolitan der Klasse Bergen v. Starck. L i ch t e n a u. Herr Lenoir, derEhrenbürger von Cassel. hat der hiesigen Stadt zu wohlthätigen Zwecken ein Geschenk von 8000 Mark gemacht. Marburg. Der außerordentliche Professor der hiesigen Universität. Herr Dr. med. Hildebrand, wird im laufenden Sommersemester hier einen Jmpfkursus Peranstalten.

n ! e v e n st e i n. Der 22jährige ! Sohn des Schlossermeisters Jacob Grunewald arbeitete am Sägewerk. i Plötzlich flog ein abgeschnittener Klotz

dem zungen Mann derart an den Kopf, daß er ihn lebensgefährlich verletzte. Rotenburg a. d. Fulda. Der Fabrikarbeiter Möller aus Sorga ist beim Beschreiten des Fuldasteges in den Fluß gestürzt und ertrunken. Wiesbaden. Das Hotel ..Russischer Kaiser" in Schlangenbad ist in den Besitz der hiesigen Weinfirma Josef Pohl übergegangen. W o l f h a g e n. Polizei - Wachtmeiste? Justus Ludwig schied nach einer fast 32jährigen Thätigkeit infolge Pensionirung ' aus dem Dienste der Stadt. Ihm wurde die Erlaubniß um Tragen der Uniform ertheilt. glitte tbvittfcfye !&f aasen. Braunschweig. Nach langen Leiden starb der Schulinspektor Hermann Schulze, nachdem er an den hiesigen Bürgerschulen, zuerst an der 5. unteren, dann an der 2. mittleren Mädchenschule. 20 Jahre lang segensreich gewirkt hatte. Die weltbekannte Musikalien - Verlagsanstalt Th. Litolff feierte ihr 75jähriges Bestehen und zugleich den Tag. an dem vor 50 Jahren der jetzige AnHaber, Th. Litolff in das Geschäft eintrat. An -der Feier nahm theil außer der Familie und den Angestellten Minister Hartwieg, Vertreter der Handelskammer und anderer hiesiger und auswärtiger Corporaiionen. Dessau. Der herzoglich - anhaltische Oberstallmeistec und Generalmajor z. D.. Adolf v. Berenhorst, ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Am 1. November v. I. hatte er seine goldene Hochzeit gefeiert. Von dem Commerzienratb Srana Tuckmann in Nürnberg sind der Stadt Dessau 20,000 Mark als Geschenk überwiesen worden, und zwar 10,000 Mark für das zu errichtende Waisenhaus und 10,000 Mark zur Errichtung eines hygienisch - bakteriologischen Instituts hier. Harz bürg. Der Commandeur unseres Bataillons, Oberstleutnant v. Bonin, wurde zum Stäbe des Königin Augusta Garde - Gren. - Regts. No. 4 versetzt; an dessen Stelle wurde Major v. Wallenberg in Goslar zum Commandeur des hiesigen Bataillons ernannt. Kreiensen. Ein betrübender Unglückssall ereignete sich in dem Restaurant des hiesigen Bahnhofes. Der 16 Jahre alte Kellner August Huchthausen war am Fahrstuhl beschäftigt; durch irgend einen Umstand riß die Kette, wodurch Huchthausen so UNglücklich am Kopfe getroffen wurde, daß er an den erlittenen Verletzungen bald darauf verstarb. M e i n b r e 5 e n. Die Leiche des seit kurzer Zeit vermißten Kleinköters August Künkeler wurde in der Weser bei der Eisenbahnbrücke FürstenbcrgWehrden aufgefunden. M e r z i e n. Von einem bedauerlieher; Unglücke fall wurde die Familie des Jagdaufsehers Schwung betroffen. Die sechsjährige Tochter wollte ihr acht Monate altes Brüderchen zu der auf dem Felde beschäftigten Mutter fahren, ließ aber den Wagen für kurze Zeit auf dem Fahrdamm sie hen, um im Graben Blumen zu pflücken. Plötzlich kamen zwei Lastwagen im Trabe daher, das Kinderwägelchen ward umgestoßen, der Kleine flog heraus und ward von den Rädern zermalmt, so daß der Tod sofort eintrat. Sachsen. Dresden. Das 25jährige Amtsresp. Dienstjubiläum feierten: Die Lehrer Richard Richter, Emil Saup und Hermann Schmidt von der 20. Bezirksschule; Eisenbahn - Secretär Theodor Eckert; Amtsdiener Heinrich Fischer und Werkführer Arthur Benisch, sämmtlich Hierselbst. Proviantmeister a. D. Thalheim feierte mit seiner Gattin die goldene Hochzeit. Badefrau Auguste Pölitz von Dianabad feierte ihr 30jähriges Berufsju-

Mutterschaft ist die Belohnung, welche die Natur der gesunden Weibl'.chleit verleiht. Frauen, deren Lebenskräfte durch Krankheit untcrarabcn worden sind, könn?n nicht ohne Gefahr Kinder gebären. Die Schwäche der Mutter offenbart sich während der Schwanger schaft und Geburt durch Schmerzen und Oualen. Das Bewubtsetn möglicher Leiden macht jede Frau vor der Mutterschaft zurückschrecken. Die dankbaren Mütter, welche diese Briefe schreiben,bezeugen,dah der Wine ok Cardai den Frauen die vollkommene Gesundheit giebt, welche die Mutterschaft zu einem erfreulichen Vorrecht macht. Diese ausgezeichnete Medizin beseitigt jede Spur von Entzündung und Schwäche und giebt den zarten Organen, welche daS Kind reisen, Widerstandssühigkeit und streift. Die Schmerzen der Schwangerschaft werden gebannt durch den Vin e Oäul und Frühgeburten, die so vieler Mütter sehnliche Hoffnung vernichten, werden verhütet. Ueber mäbige Blutungen, die sich ost nach der Geburt einstellen, werden vermieden, wenn Wine of Cardul gebraucht wird. Wine ok Cardai Babtcs sind gesunde Babieö, weil die Mutter während der Monate der Schwangerschaft im Stande ist, hnen die Nöthige Lebensfähigkeit und Kraft zu geben. Mit diesen Thatsachen vor den Augen der amerikanischen Frauen, sollte keine erwartende Mutter zufrieden sein, ohne die Stär kung, die der Vwk Cardul ihr giebt. Jeder Mutter sollte eS vergönnt fein, sich mit dieser werthvollcn Medizin zu Hause zu behan dein. Der Win ok Cardai ist in allen Apotheken zu $1.00 die Flasche zu haben. Warum verschafft Ihr Euch nicht noch heute eine Flasche dieser Medizin? Leset, waS diese beiden Personen von ihrer Erfahrung damit sagen: Polhcarv, N. E., den 11. Januar. 1902. Ich hin Mutter von sieben Kindern, und während der Schwangerschaft mit den ersten sechs hatte ich unsägliche Schmerzen zu er dulden ehe sie geboren wurden. Einen Monat vor der Geburt des siebenten, begann ich eine Flasche WineoM;ardul zu gebrauchen, und er erschafft Linderung nach den ersten drei Dosen. Ich gebrauchte den Rest der Flasche bis ur Geburt des Kindes, und ich war inner Salb drei Tagen nach der Geburt krästiger, als ich einen Monat nach der Geburt eines jeden der ersten sechs Kinder war. Ich bin 29 uhrc alt. Frau B. Elisabeth Etafford. Coalburg, Ala., den 21. April, 1902. Ich habe den Wine ok Cardai und Thedford'S Black Dr-anaht feit beinahe drei Jahren in meiner Familie gebraucht, und ich habe gefunden dafz sie besser sind, als irgend etwas Andere. Ich halte sie skr die besten grauen Medizinen, besonders während der Schwangerschaft Meine attin nahm täglich eine Dosis, monatelang vor der eburt. und sie brachte das Kind in weniger- als einer Stunde wt -Seit, nachdem sie sich gelegt hatte. Ich hoffe, dast dies andere grauen veranlassen wird, den Win. ok Canlul zu gebrauchen, um sich Schmerzen und Leiden, sowohl vor, 14 während der Geburt zu ersparen. Meine Gattin wiegt 100 Pfund und gebar ein zehn psündige Kind. WilltamLewiS.

WlNECARDUl

biläum. 05 Jahre um nterbrochen hat die verwittwete Frau HofschauSpieler Simon ihre m ver Grotzen Plauenschen Straße 2 gelegene Wohnung inne. Borna. Amtsgerichtsrath Justizrath Dr. Nodig wurde auf sein Ansuchen in den Ruhestand versetzt. D ö l tz s ch e n. Ladenfräulein Ernestine Habenich feierte in der Friedrich August - Mühle ihr 25jähriges Dienstjubiläum. G ä r t i tz. Die goldene Hochzeit feierten Privatier Lehmann nebst Ehefrau. Großschönau. Infolge einer Blutvergiftung verstarb hier die Frau des Fleischermeifters Engemann. K a m e n z. Lieutenant Münzenberg vom hiesigen 178. Jnfanterie-Re-giment, welcher nach Hinterlassung von Schulden mit einer Kellnerin flüchtig wurde, ist vom Dresdener Kriegsgericht mit drei Monaten Gefängniß bestraft worden. Leipzig. Geheimer Rath Proftssor Dr. F. Zirkel an der hiesigen Universität ist von der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Ehristiania zum auswärtigen Mitglied ihrer mathematisch - naturwissenschaftlichen Klasse gewählt worden. Am 1. Juni tritt nach 45jähriger richterlicher Thätigkeit Reichsgerichtsrath Galli in den Ruhestand. Amtsrichter Gräbner Hierselbst wurde zum Landrichter beim Landgericht Baugen ernannt. Neustädte!. Die hiesige Fleischerinnung feierte ihr 150jähriges Bestehen. P lauen. Amtsgerichtsrath Jn stizrath Kunze wurde auf sein Ansuchen in den Ruhestand versetzt. Dem Obersten z. D. Fikentscher wurde das Officierskreuz des Albrechtsordens und dem Bürgermeister a. D. Jacob die Carolamedaille verliehen. Volkmarsdorf. Der hier gebürtige 32 Jahre alte Arbeiter Weißenborn hat sich in Leipzig auf offener Straße erhängt. Z w i ck a u. In der R. Zückler'schen Buchdruckerei begingen die Setzer Sachse und Bonitz ihr SOjähriges Berufsjubiläum. Auf Antrag der hiesigen Staatsanwaltschaft wurde in Meerane Rechtsanwalt Leonhardt wegen Betruges verhaftet. Z s ch i e r e n. Arbeiter Müller ertrank, als er Holz aus der Elbe ziehen wollte. Die Gelsenkirchener Bcrgwerksgesellschaft im Kreis Dortmund hat vor einiger Zeit für die Arbeiter ihrer Zechen Stein und Hardenoerg eine Mustercolonie angelegt, deren Darstellung aus der Düsseldorfer Ausstellung viel Beachtung fand. Jetzt laßt die Gesellschaft inmitten dieser Colonie ein Wohlfahrtsgebäude für etwa 220,000 Mark errichten, das Kinderbewahranstalten, Haushaliungsschulen, eine Turnhalle, Badeanstalten usw. enthalten soll. E i n geschichtlich interessanier Fund wurde kürzlich in der Umgegend von Kopenhagen gemacht. Bei Ausschachtungen aus dem Vororte Frederiksberg stieß man auf zwei alte Skelette, die nach der Meinung der Sachverständigen, die sie untersucht haben, wahrscheinlich von den irnJahre 1772 Hingerichteten Grafen Struensee und Brandt herrühren. Auf dem betreffenden Terrain wurde nämlich in jener Zeit das Blutgerüst aufgebaut, und die gefundenen Skelette stammen wohl zweifellos von Personen, die entweder gehängt oder mit dem Beile hingerichtet wurden. Infolge einer historischenUeberlieferung soll die KöniginWittwe Juliane.- Marie vom Fenster des Frederiksberger Schlosses der Hinrichtung ihrer verhaßten Gegner beigewohnt und sich an diesem schaurigen Anblicke geweidet haben. Von dem Schlosse hatte man gerade damals über das Terrain eine freie Aussicht. Auch war es in jenen Tagen Sitte, die Leichen der hingerichteten Verbrecher an der Stelle, wo das Urtheil vollzogen worden war. zu begraben.

IKuttersckakt.

I Im R e st a u r a n t.

Gast: Alle Achtung und Ehrfurcht vor der Gans, die Sie mir du vorsetzen ließen! Wirth (geschmeichelt): Nicht wahr, meine Küche überhaupt. . . Gast: Vor Ihrer Küche überhaupt habe ich nicht Ehrfurcht und Achtung, sondern vor der Gans ihres Alters wegen. E i n furchtbares ami s'.endrama hat sich in dem kleinen Orte Les Vignes bei Mende in Frankreich abgespielt. Die Frau eines Bauern ließ, nachdem sie eine jungc Ziege im Beisein ihrer beiden Kinder geschlachtet hatte, diese allein zurück. Während ihrer Abwesenheit ergriff das ältere Kind, ein 7jähriger Bube, das noch vom Blute der Ziege roth gefärbte Messer und erstach mit diesem seinen kaum zweijährigen in der Wiege schlummernden Bruder und verstümmelte den Leichnam in entsetzlichster Weise. Als die Frau zurückkehrte, gerieth sie über das furchtbare Schauspiel in so wahnsinnige Wuth, daß sie den jugendlichen Mörder beim Halse faßte und erwürgte. Sie suchte sich dann selbst den Tod zu geben, wurde aber von herbeieilenden Nachbarn daran gehindert. Auf dem Kirchhof zu Debreczin in Ungarn ist kürzlich auf einem Familiengrab? ein Denkstein errichtet worden, der eine Inschrift trägt, wie sie grauenvoller wohl in der ganzen Welt nicht existirt. Es werden da in wenigen Worten entsetzliche, blutige Tragödien innerhalb einer Familie geschildert. Die Grabschrift lautet: Hier ruhen im Herrn Josef Moricz, fr., gestorben im 62. Lebensjahre. Er wurde von seiner Tochter erschossen. Elisabeth Moricz, gestorben im 17. Lebensjahre durch Selbstmord. Sie hat ihre Mutter erschossen. Joftf Moricz, jr., gestorben im 27. Lebensjähre im Kerker. Er hat seinen Vater erschossen. Die ewige Barmherzigkeit sei ihren armen sündigen Seelen gnädig!" Zu bemerken ist, dem Pester Lloyd zufolge, daß Josef Moricz, jr., nicht der Sohn, sondern ein Neffe des Josef Moricz, sr., war. Rußland wird in der Censur der Presse noch von Serbien übertroffen. Die Leitung einer oppositionellen Zeitung ist an sich ein Ver gehen gegen die serbische Regierung geworden. Obgleich die Freiheit der Presse von der Verfassung gewährleistet sein soll, wird jene Freiheit" spitzfindig ausgelegt und bedeutet die Erlaubnitz, nur so icngc etwas zu veröffentlichen, als nichts der Regierung Unangenehmes gedruckt wird, und die Gefahr der Confiskation, wenn die gnädige Nachsicht der Regierung mißbraucht wird. Die Hauptoppositionszeitung Odjek wußte in der letzten Zeit nicht, wie sie ihre Spalten füllen sollte. Sie war bereits gewarnt worden und wagte es trotzdem, offen den Glauben und die Grundsätze, zu deren Verbreitung sie gegründet wurde, auszudrücken. Als nun der Odjek an einein der letzten Tage noch vier leere Spalten und weder genug Nachrichten noch Inserate hatte, um sie zu füllen, druckte man eine Auswahl der Psal men des Alten Testaments ab. Das war aber das Schlimmste! Alle Abzüge wurden auf Befehl des Cenfors von der Polizei beschlagnahmt, und zwar, weil die Psalmen wegen ihrer untergelegten politischen Tendenz gewählt worden waren." Inder Soiree. A: Warurn hat's da geklingelt?" B: Ich glaube, die Tochter des Hauses will ein Liedchen vortragen!" A: Aha, also ein Warnungssignal!"

Unerwünschte Auöknnft 500 Francs Belohnung. Zwischen 10 und 11 Uhr Abends ist in der Avenue del'Opera ein gesticktes Portefeuille mit 10,000 Francs in Banknoten verloren orden. Obige Summe erhält der ehrliche Finder. No. Rue Nivoli." Diese Anzeige konnte man auf den Boulevards zu Paris dieser Tage überall in großen Plakaten lesen. Tags darauf erhielt der Verlierer, ein sehr reicher Börsenspekulant, folgendes Schreiben: Auf Ihren gefälligen öffentlichen Aufruf habe ich die Ehre, mich hiermit als glücklicher Finder der .10,000 Francs zu bekennen, wozu ich bemerke, daß der sehr relative Begriff von Ehrlichkeit mir erlaubt, diese Eiaenschaft auch für mich in Anspruch zu nehmen. Ich beklage mit Ihnen den augenblicklichen Verlust, der Sie betroffen. Da mir aber nicht unbekannt ist, daß Sie für den Orden, der jetzt Ihre Brust ziert, vor Kurzem eine annähernd gleiche Summe zahlten, für einen Orden, der von Rechts wegen nur Den schmücken dürfte, der in christlichen und humanitären Tugenden hervorleuchtet, so glaube ich in der angenehmen Lage zu sein, als sicher annehmen zu dürfen, daß Sie einem zur Zeit sehr Bedürftigen obige 10,000 Francs mit Freuden überlassen werden. Außerdem gebe ich die Versicherung, daß die Summe sich in vollkommen guter Verwahrung befindet, sowie das feste Versprechen, den besten Gebrauch davon zu machen. Als eine kleine Erkenntlichkeit meinerseits verzichte ich auf die angebotene Belohnung, die ich wohl verdient zu haben glaube, und bitte Sie dringend, die 500 Francs durchaus nach Ihrem eigenen Ermessen verwenden zu wollen."

Die verkannte Luise. Vorn badischen Schwarzwald schreibt man: Im Amtsstädtchen Bonndorf passirte vor einiger Zeit folgendes Stückchen. Die Affäre der Kronprinzessin Luise von Sachsen bildete das Tagesgespräch, besonders unter den Frauen. Eines Tages belausche ich zwei von diesen natürlich competenicn Sittenrichterinnen, wie sie sich als Neuigkeit erzählen, daß ein Bild von ihr" im Laden des Kaufmanns W. ausgestellt sei. Des weiteren höre ich, datz es von einem Sohne der Stadt gemalt ist, der sich zum Künstler heranbilden will. Die Art der Reklame kommt mir für hiesige Verhältnisse etwas zu modern" vor; ich wandere vor das Geschäftslokal und entgegenstrahlt mir in der ganzen Hohheit ihrer Unnahbarkeit Königin Luise von Preußen! Ein seltsames Frühstück. Wenn man dem Giornale d'Jtalia" glauben darf, hat der preußische Gesandte beim Vatikan, Freiherr v. Rotenhan, bei dem Frühstück, das er zu Ehren des Kaisers veranstaltete, seinen Gästen eine Reihe merkwürdiger Speisen serviren lassen. Das Menu lautete nämlich nach dem genannten Blatte: Brodo Kalte lache farel Kaltzlen denstuelle Mit Fischen gerrnan Medaillons von Strasburger Gonseleterpostez Getruffelke bohrni. sche Josonen am spielt Grum rner salat Holsgefrorones von erdturem Kleinküche Macht isol. Verwendet man, wie einst Charnpollion, einiges Nachdenken auf diese geheimnißvollen Schriftzeichen, so wird man finden, daß der Koch des Herrn v. Rotenhan folgende Werke geschaffen hat: Brühe (Brodo ist die italienische Bezeichnung dafür). Raltt Lake mit Forellen. Kalbslendenftücke mit Fischen garnirt. Medaillons von Straßburger Gänseleberpastete. Getrüffelte böhmische Fasanen am Spieß. Grüner Salat. Halbgefrorenes von Erdbeeren. Kleine Kucken. Nachtisch.

The Victor.

I L i V ' i W&'Mßt 4

Ecke Noble und St. Clair Stt. Ich erlaube nw meinen Freunden nnd Bekannte Anu,elge. daß ich unter dem Namen "The Victor" aa obengenanntem Platze ein' in jeder Veletzun erfie lasse W,rtl,schast eröffnet habe. I wird mein Bestreben sein, ein in jeder ?e,hnv respektable Hau zu sühren und an meine Velchasttz freund, bei roulanter Bediennng. die besten Qual taten au tmporNrten und einheimischen Weine. Liaudren. Eigarren. Bier, etc. zu verabreichen. 9 wird mir zur Ehre aereichen. Sl in meinem jetzigen öokale begrüben zu kdnnen . chwngZvoll HENRV VICTOR. Wtnn Sie daß Beste wünsche bas es gibt in Möbeln. Teppichen .... und .... ...Oesen... so gehen Sie ZU WILLIG'S Möbel-Laden, 141 W. Washington Str. Baar oder Credit. ip x Troor 144 Rord Pennsylvania Ztratze, Hauptquartier für rillen und Operngläser. rfMW , nsn iSTfl oc l?LmfllNG c w JPTIÖ ÜAlTt rillen werden nach oen besten Methoden den gen anzepakt. unftiiche Augen werden schmerzlos eingesetzt. Troste Nuewayl von Aug. Diener, sio. 449 Oft Washington Str. ttetteft Telephon 2525. Teutsche Buchhandlung. arl Vtngvlmk, .4 Virginia ve.. 34. lPembroke rcade.I FurnaceS, Eisen- und Vlech-Arbeite, Joseph Gardner, 3741 Kenwcky Aven Telephon 322. Dachrinnen, Wasser, öhren und Reparaturar' beiten besorgt. E n g r o ö. Fremder (die Familiennachrichten des Localblätlchens in einer Gebirgsstadt lesend): Zwillingsgeburten kommen wohl hier ziemlich häufig vor?" Einheimischer: Freilich wir haben deshalb schon auf dem Standeöamte doppelte Buchkübruna einrichten müssen.

VtwffäSSK

' ( vTn s j J-S . W

fcIJPl 2

; I W

. , i'. '". . ,:. ' . " - ' !