Indiana Tribüne, Volume 26, Number 253, Indianapolis, Marion County, 16 June 1903 — Page 6
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Jttdiana Tribüne, 16 Juni 1903
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(Europäische Nachrichten.
rornnz I'osen. Posen. Der bisherige besoldete Beigeordnete der Stadt Düffeldorf Dr.' jur. Ernst Wilms ist als erster Bürgermeister unserer Stadt für die gesetzliche Amtsdauer von 12 Jahren bestätigt worden. Das neue Gymnasium an der Bukerstratze wurde in Gegenwart des Regierungspräsidenten Kramer und Provinzialschulraths GeHeimen Regierungsrath Dr. Polte feierlich eingeweiht. Direktor Dr. Friede hielt die Festrede. Bromberg. Dem Geheimen Sanitätsrath Dr. Jakoby wurde der Rothe Adlerorden vierter Klasse verttehen. G o n s a w a. Infolge eines Streites erschlug der Arbeiter Sinda seine Ehefrau mit einem Stocke. Sinda wurde verhaftet. G u tz w i tz. Dominialschmied Kliche fiel in einen Bottich mit kochender Maische und zog sich schwere Brandmunden zu. I a n o w i tz. Die hier belegene. dem Grotzkaufmann L. Bärwald in Nakel gehörige große Dampfmühle ist mit allem Holzvorrath niederge brannt. Der Schaden beträgt 200.000 Mark. K o l m a r. Die Leitung der hiesigen staatlichen gewerblichen Fortbildungschule ist km Rettor Fratze durch den Regierungspräsidenten übertragen worden. Leiperode. Bahnarbeiter Kroll wurde bei dem hiesigen Schneetreiben von einer Lokomotive erfatzt, zur Seit? geschleudert und so schwer verletzt, daß ?r starb. M o g i l n o. Kreisbote Pfennig erhielt das Allgemeine Ehrenzeichen. Nakel. Erschossen aufgefunden wurde auf der Landstraße von hier nach Mrotschen der 21jährige LandWirth Schefflach aus Bromberg, der sich bei Verwandten im nahen Ambach aufhielt, am Vormittag den Gottesdienst und dann ein Wirthshaus vesucht hatte. Auf dem Nachhausewege wurde er von Kindern des an der Straße wohnenden Müllers Mechydo geneckt. Infolgedessen kam es zu einem Wortwechsel zwischen ihm und dem Müller, in dessen Verlauf dieser den jungen Mann niederschoß. Der Thäter, der als ein jähzorniger Mann bekannt ist, wurde verhaftet. O st r o w o. In einem Anfall von Geistesgestörtheit trank die Ehefrau des Klempners Grabowski hier aus einer Flasche Salzsäure, welche Grabowski zu seinem Handwerk benutzte, in solcher Menge, daß sie bald daraus starb. R a w i t s ch. Kommerzienrath Moritz Braun hat unserer Stadt zur Errichtung eines Standbildes Kaiser Friedrichs III. 30,000 Mark zur Verfügung gestellt. Die Einweihung des Denkmals soll am 5. Juli stattfinden; an diesem Tage begeht der hiesige Krieqerverein das Fest seines 50jährigen Bestehens. S ch r o d a. Kassenführer Rosada, der seit einigen Monaten bei dem hiesigen Rechtsanwalt und Notar Weiß in Stellung war, ist nach Veruntreitung eines größeren Betrages flüchtig geworden. W r e s ch e n. Die Frau des Wirthes Wawlak Hierselbst, die vor kur zem mit einem Liebhaber durchbrannte und von ihrem betrogenen Gatten 15,000 Mark mitnahm, ist in Bremen mit ihrem Entführer verhaftet worden; an dem Geldbetrage fehlten 1300 Mark, die das Pärchen verjubelt hatte. Provinz SacHsen. Magdeburg. Dem aus dem Amte geschiedenen Regierungspräsidenten von Aernstedt wurde durch die 14 größeren Städte des Regierungsbezirk eine Adresse zum Abschied überreicht. An Stelle des verstorbenen Kapellmeisters Winkelmann wurdeJoseph Götzrich in Hamburg vom Magistrat zum ersten Kapellmeister am hiesigen Stadttheater erwählt. Former Emil Leinung, geboren 1878, und Arbeiter August Kühne, geboren 1878 zu Statzfurt, erbrachen gemeinschaftlich mit dem flüchtigen Arbeiter Hermann Schirmer den Keller des Fleischermeisters Dänhardt, stiegen ein und stahlen für 50 Mark Wurstwaaren. In Anbetracht der Vorstrafen erhielten von dem hiesigen Gerichte Leinung ein Jahr, Kühne 1 Jahr 6 Monate Gefängniß. In einem Neustädter Metallwerk wurde der Arbeiter Ernst Obst von einem zum Transport Kohlen dienenden Elevator zu Tode gequetscht. Aschersleben. Schuhmachermeister Gottlieb Dahl und seine Ehefrau feierten die goldene Hochzeit. Die abermalige kirchliche Einsegnung wurde in der St. Margaretenkirche vom Pastor Piersig vollzogen, der dem beiderseits noch rüstigen Jubelpaar das Gnadengeschenk des Kaisers (30 Mark) überreichte. E i l e n b u r g. Die hiesige freiwillige Feuerwehr feierte ihr 40tes Stiftungsfest. El st er werd s. Die 77 Jahre alte Wittwe Haltaus von hier verfehlte auf dem Nachhausewege von StolzenHain die Kanalbrücke, wurde vom Sturme die Böschung des Kanalgrabens hinabgeschlnidert und ertrank im Kanal. Göttlin. Bauerngutsbesitzer FLeppin streute vor einiger Zeit mit einer geringfügigen Wunde an der Hand Kunftdünaer aus. Alsbald stellten stA
bei ihm die Anzeichen einer Blutvergiftung ein, Hand und Arm schwollen fürchterlich an, und nach kurzer Zeit erlag derErkrankte, da er zu spät ärztliche Hilfe angerufen, seinen qualvollen Leiden. H a l b e r st a d t. Die Wittwe Borckert bierlelbst. Dominikanerstr. 4. hai aus unbekannten Gründen versucht, sich selbst und ihre zwei Mädchen von 13 und 10 Jahren durch Kohlendunst zu todten. Als sich die Nachbarn gewaltsam Eingang in die Wohnung der Borchert verschafften, fanden sie diese und die Mädcbcn bewußtlos vor. Bei dem einen Mädchen waren die Wiederbelebungsversuche von Erfolg, bei dem anderen nicht; Frau Borchert wurde bewußtlos in's Krankenhaus gebracht. Zum Rektor der hiesigen Universität für das Studienjahr 190304 ist der ordentliche Professor für deutsches bürgerliches Recht und römisches Recht, Dr. jur. Rudolf Stammler gewählt worden. 'F'rsVtnz Kannover. Hannover. Der verstorbeneRenrier John Ehapman hat unserer Stadt die Summe von 12,000 Mark zur Unterhaltung von Erbbegräbnissen und zu wohlthätigen Zwecken geschenkt. Geheimer Kommerzienrath L. Meyer beging das 40jährige Jubiläum seiner Thätigkeit in dem Aufsichtsrathe der Jlseder Hütte. Selbstmord verübte der Zahlmeisterapplikant Scholz von der 1. Compagnie des Füsilierregiments Prinz Albrecht von Preußen. Scholz hatte ein Gewehr mit einer scharfen Patrone geladen und sich, auf einem Stuhle sitzend, die Mündung an die Schläfe gehalten. Die Kugel hatte den ganzen Vorderkopf zerschmettert, so daß der Tod auf der Stelle eingetreten war. Wie ttrlautet, sollen Veruntreuunqen in der Bataillonskasse vorgekommen sein. Ein seltenes Jubiläum feierte Pastor Adelbert Gerhardy an der St. Marienkirche hierselbst. Er wurde 1878 zum Präses des St. Josephs - Vereins hier gewählt und hat dieses Amt bis jetzt zum Wohle des Vereins geführt. Erschossen hat sich der Vicefeldwebel Zinke von der 10. Compagnie des In-fanterie-Regiments No. 74. Zinke diente bereits 10 Jahre und war seit kurzem als Bataillonsschreiber commandirt. Elberingerode. Für den scheidenden Bürgermeister Apotheker Hanff wählte das Magistratscollegium hier den Magistratssekretär Johannes Obst aus Gusow, Bez. Frankfurt a. O. Vereinbart ist eine Probedienstzeit bis Ende des Jahres. G ö t t i n g e n. Der in der Speckstraße wohnhafte Arbeiter Broscheid hat seine Ehefrau mit einer Axt erschlagen. Ueber die Ursachen verlautet Verschiedenes. Bald hört man, der Mann sei Trinker und leide am Delirium, bald, er sei überhaupt geistesgestört. H a m e l n. Beim Felsenkellner hat sich der Schlächtergeselle Paul Hamann aus unbekannten Gründen erschössen. H a r b u r g. Die 1 Jahre alte Tochter des Gelegenheitsarbeiters Hagel, die mit ihrem vier Jahre alten Bruder im Bette lag, erlitt dadurch erhebliche Brandwunden, daß der Bruder mit Streichhölzern spielte. Sie erlag im Krankenhause den Verletzungen. 'Arsvirrz Wostferken. M ü n st e r. Domkapitular Geistlicher Rath Dr. Klemens Perger, der Senior des Domkapitels, ist zumNachfolger des verstorbenen Weihbischofs Crämer als Domdechant ernannt worden. Dem Primaner Brüning, der in der Eiszeit deZ vergangenen Winters zwei Knaben rettete, wurde die Rettungsmedaille verliehen. A l st ä t t e. Den Eheleuten Berthold wurden vier Knaben geboren. Die Kinder wurden jedoch nur einige Stunden alt. Bielefeld. Das hiesige Schwurgericht verurtheilte den 27jährigen Cigarrenarbeiter Hermann Vieregge zu Hiddenhausen bei Herford, der angeschuldigt war, in der Nacht zum 6.
Qctober v. 3. seinen Aaler erstochen zu haben, wegen Todtschlags zu einer Zuchthausstrafe von 12 Jahren. Dortmund. Reichsbankdirektor Oexmann in Chemnitz wurde an die hiesige Bank berufen. Der hiesige Berghauptmann Täglichsbeck ist in einem Krankenhause in Wiesbaden, 5 Jahre alt, gestorben. Hagen. Vor dem hiesigenSchwurge richt hatte sich der 51 Jahre alte Gemeinde - Kassen - Rendant E. Moll aus Oestrich bei Letmathe wegenAmtsVerbrechens zu verantworten. Moll hatte in den letzten 18 Jahren 42,500 Mark unterschlagen und die Defekte durch Fälschung der Bücher bei den Revisionen geschickt zu verdecken g?wußt. Er legte nur ein theilweises Geständniß ab. Noth hat den Mann nicht zu seinem Verbrechen getrieben, da er jährlich 6000 Mark Einkommen hatte. Mit Rücksicht darauf verurtheilte ihn das Schwurgericht zu 3 Jahren Gefängniß. H a m m. Der 15jährige Gymnastast Ar schoß sich bei der unvorsichtigen Hantirung eines Teschings in die Hand und zog sich eine schwere Verl? tzung zu. Obwohl sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen wurde, trat Blutvergiftung ein, der der junge Mann erlegen ist. I s e r l 0 h n. Dem emerirten Lehrer Wilhelm Ritter wurde der Adle? der Inhaber des Hausordens von Hohenzollern verliehen.
Dlinddarmkntkündung. Ursache und Lhmptoni dS LeidenS vhirurgiiche und häusliche Behandlung. Erkrankungen an Blinddarmentzündung sind besonders in den letzten Jahren so häufig, daß einige Mittheilungen über dieses Leiden des allgemeinen Interesses nicht entbehren dürften. Sind doch über die Bedeutung und die
1 Verrichtungen des der Krankheit unter liegenden Organs, nämlich des Blinddarms und seines Anhängsels, des Wurmfortsatzes, schon die verschiedensten Anschauungen und Vermuthungen ausgesprochen worden. Der Dünndarm des Menschen setzt sich nicht unmittelbar in den Anfang des Dickdarms fort, sondern etwas darüber. Dadurch entsteht an dieser Vereinigungsstelle 'beider großer Darmtheile eine abgerundete 'blinde Bucht, welche Blinddarm heißt. Von dem unteren Ende des Blinddarms geht nur noch ein 2 bis 3z Zoll langer wurmförmiger Anhang, der Wurmfortlatz, ab, welcher die Dicke einer Feder spule hat. Dieser Wurmfortsatz erscheint als ein sehr überflüssiges Anhängsel." Sein einziger Zweck scheint zu sein, daß er die Gelegenheit zu einer umso schwereren Erkrankung des Menschen abgibt, als der Wurmfortsatz und ebenso fast der ganze Blinddarm von dem Bauchfell bekleidet ist, welches dabei gar leicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Der Blinddarm und seine weitere Fortsetzung im Dickdarm erfüllt eine doppelteAufgabe im körverlichen Hausbalte. Er saugt die Reste von noch brauchbarem Material auf und macht sie für die Ernährung nutzbar. Hauptsächlich dient er jedoch dazu, die unbrauchbaren und ganz unverdaulichen Stoffe aus dem Körper hinauszuschaffen. Geht dieser Vorgang in regelmäßiger Weise vor sich, so ist die Verdauung eine gute, und darauf beruht zum großen Theile die Gesundheit des Menschen. Treten jedoch Störungen in den Verrichtungen des Blinddarms und Dickdarms ein und stockt die Verdauung, dann kommt es zu Folgezuständen, die zu den schwersten Erkrankungen führen können, zumal wenn eine Anhäufung von schwerverdaulichen Stoffen in dem Blinddarm stattgefunden hat oder kleine Fremdkörper in den Wurmfortsatz hineingelangt sind, welche einen starken Reiz ausüben und eine Entzündung verursachen. Man muß bei der Blinddarmentzündung zwischen plötzlichem und allmäligem Entstehen unterscheiden. Letzteres ist häufiger. Es ergibt sich dann aber bei genauem Nachforschen fast immer, oan oerens vorher Unregelmäßigkeit in der Verdauung und leichte Leibschmerzen bestanden haben, denen jedoch bei bet gewöhnlich vorhandenen chronischen Verstopfung wenig Beachtung geschenkt wurde. Erst ein heftiger Schmerz, der sich vorwiegend zunächst auf die rechte Seite des Leibes beschränkt, sich aber bei stärkeren Athembewegungen, besonders Hustenstößen, oder auch beim Gehen steigert, zeitweilig zu Kolikanfällen anschwillt und sich nachher über den ganzen Leib verbreitet, macht den Kranken aufmerkam, daß doch wohl eine erhebliche Aenderung in seinem Befinden erfolgt sei. Der Schmerz ist oft so stark, daß der Leib nicht die leiseste Berührung auch nicht der zartesten Umhüllung duldet. Mit diesem Schmerze tritt fast stets Fieber auf. eingeleitet durch Frösteln oder Schüttelfrost, ferner Uebelkeit, Erbrechen. Aufstoßen, Appetitlosigkeit, starker Durst und vollständige Stockung der Verdauung. Bei der Mehrzahl der mit plötzlich einsetzenden schweren Erscheinungen von Schüttelfrost, hohem Fieber, heftigen Schmerzen. Erbrechen u. s. w. auftretenden Fälle ist der Wurmfortsatz der Ausgangspunkt der Erkrankung. Es hat sich dann gewöhnlich Eiter gebildet, der durchgebrochen ist. Damit tritt die frühzeitige chirurgische Behandlung in ihre Rechte, und diese frühzeitigen operativen Eingriffe haben hinsichtlich der eigentlichen Ursache der Krankheit insofern eine Klärung geschaffen, als sich ergeben hat, daß die Verdauungsstockung nur eine Gelegenheitsursache bildet, welche es kleinsten unverdauten Theilen, Fremdkörpern oder Bakterien ermöglicht, in den Wurmfortsatz einzudringen, sich dort einzunisten und Entzündungen hervorzurufen. Die frühzeitige Operation schafft dem sich bildenden Eiter einen ungefährlichen Abfluß nach außen, ermöglicht eine antiseptische Behandlung des Eiterherdes, beugt bedenklichen Verwachsungen vor und gibt durch Entfernung des Wurmfortsatzes die Möglichkeit, weitere Rückfälle zu verhüten. Denn noch'niemals ist beobachtet worden, daß die gänzliche Entfernung des Wurmfortsatzes irgendwelch5 Nachtheile für den Körper hatte. Glücklicher Weise setzen die meisten Fälle von Blinddarmentzündung nich: gleich mit so stürmischen Erscheinungen ein. Die Schmerzen sind mäßig, das Fieber gering u. s. w. und in diesen Fällen wird sich ohne Operation auskommen lassen. Machen sich also Leibschmerzen, namentlich in der rechten Bauchseite, bemerkbar, und stellt sich Brechreiz ein, so ziehe man sofort einen Arzt zu Rathe, der, wenn er eine Blinddarmentzündung festgestellt hat. sofort größte Ruhe im Bette anordnen und die sonstigen Verordnungen geben wird, die in solchen Fallen am Platze sind.
Die Seekrankheit.
iLescn und Behandlung dcö so sehr grfürchtcten Uebels. Nevtun Opfcr Sqmptvme der Stranttftit. 2tt Zustand des 2 terbenwollens Ursachen de LeiseuS Mittel gegen die Seekrankheit. Tie glücklich verschonten. So werthvolle Dienste Seefahrten bei gewissen Leiden der Athmungsorgane, der Nerven, bei beginnender Tuberkulose u. s. w. leisten, so sehr wird ihre Heilwirkung durch den Eintritt der Seekrankheit beeinträchtigt. Die Zahl der Opfer, welche dem Meergotte ihren Tribut zahlen müssen, ist größer als man gewöhnlich anzunehmen geneigt ist, und bei einem ohnehin durch Krankheit geschwächten Körper stellt sich die Seekrankheit viel eher ein, als bei ganz Gesunden. Es gibt zwei Formen der Erkrankung, die von einer besonderen Anlage abhängen, nämlich die Form, bei der hauptsächlich der Kopf, und eine zweite, bei der vornehmlich der Leib der Hauptsitz der Erkrankung ist, wenn auch genug Fälle vorkommen, bei denen sich die Erscheinungen beider Art miteinander vermischen. Die Symptome der Seekrankheit zeigen sich zunächst in einer Unlust zu geistiger Thätigkeit, einer Verringerung des Appetites, in der Abneigung gegen jede Unterhaltung und in einer gewissen allgemeinen Reizbarkeit. Später stellen sich dann großes Unbehagen. Muskelschwäche, vollständige Appetitlosigkeit, Leibweh, Erbrechen, Angstschweiß, Herzklopfen u. f. w. ein. Das Erbrechen erleichtert oft den Zustand des Kranken, da darauf ein gewisses Wohlbehagen folgt. Aber nicht selten hält das nicht lange an, und wenn der Magen vollständig leer ist, dann kommt nur ein sich fortwährend wiederholendes, überaus quälendes und erschöpfendes Würgen. Viel schwerer noch sind die Fälle, wo außerdem noch ein unstillbarer Durst besteht und wo die Kopfschmerzen, der Schwindel, das Flimmern und Schwarzwerden vor den Augen auf eine Reizung des Gehirns hindeuten. Der schlimmste Zustand ist der der völligen Gleichgültigkeit, der Hilflosigkeit, des Sterbenwollens. Der Umstand, daß man im festesten Schlafe von der Erkrankung ergriffen werden und erst im vollen Anfalle aufwachen kann, daß kleine Kinder und Säuglinge, wenn auch seltener als Erwachsene, recht heftig erkranken und in einen jämmerlichen Zustand gerathen, beweist, daß es vornehmlich gewisse mechanische Bedingungen sind, welche das Leiden hervorrufen und weniger die durch das Auge vermittelten Eindrücke der Schifssschwankungen auf die Seele. In der. sogenannten Lifts und Elevatoren großer Hotels, Fabriken u. s. w., die ihre Thätigkeit mit großer Schnelligkeit ausüben, empfindet man, wenn der Aufzug nach oben geht, desgleichen beim Niedergehen desselben und wenn er am Ende seine Geschwindigkeit plötzlich hemmt, ein unangenehmes Wogen in der Magengegend und im Unterleiüe. Dies erklärt sich daraus, daß wir durch vielfache Uebung gewöhnt sind, uns nur in ganz bestimmten Richtungen und Körperhaltungen zu bewegen und die Erschütterungen, die unser Körper bei diesen BewegUNgen erfährt, vollständig auszuschalten. Daher empfinden wir jede Bewegung in einer ungewohnten Richtung sofort als unangenehmen Reiz. So ist auch bei der Seekrankheit die ungewohnte, abwechselnde Form der Bewegungsrichtung die hauptsächlichste Ursache. Nun gibt es Personen, die gleichsam gewöhnt sind an plötzliche Aenderungen der Gleichgewichtslage und die daher in allen Fällen von der Seekrankheit verschont bleiben, andere, die wenigstens nicht sehr empfindlich dagegen sind und bei denen es daher zu keinen erheblichen Erscheinungen kommt. Sie haben keine Anlage zur Seekrankheit. Was die Behandlung der Seekrankheit betrifft, so ist zunächst zu ihrer Verhütung anzurathen, sich möglichst in frischer Luft in der Mitte des Schiffes aufzuhalten. Die alten Vorschriften, eine mäßige Menge von gut verbaulichen Speisen zu genießen (Suppen, gebratenes Fleisch, gesalzenen Fich, gewürzte Getränke), kleine Mengen Alkoholika (Wein, Kognak und dergleichen) zu sich zu nehmen doch nur, wenn man daran gewöhnt ist und sie verträgt sich, wenn man ängstlich und seiner Selbstbeherrschung nicht sicher ist, hinzulegen und den Beginn des Schwankens in Rückenlage abzuwarten, werden immer ihr Recht behalten. Der Aufenthalt in der Nähe der Maschinen- und Küchenräume ist zu vermeiden, da der diesen entströmende Dunst meist ein sofortiges Erbrechen hervorruft. Der Geruch des Tabaks scheint ähnlich zu wirken. Dagegen scheinen Muskelvewegungen zur Bekämpfung des Uebels geeignet zu sein. In dem Anfalle selber wird empfohlen, einige Tropfen Ammoniak oder Alylnitrit auf ein Taschentuch zu gießen und einzuathmen. Das Erbrechen soll sofort gestillt werden und ein ruhiger Schlaf sich einstellen. Einen ähnlichen Erfolg haben andere von dem innerlichen Gebrauche des Kampferspiritus gesehen, wovon sechs bis acht Tropfen auf Zucker zu nehmen sind, sowie von dem Gebrauche des Orerins.
Schießpukergemebe. Gcbrauchzgcgrnständr aus hoch und niedrig nitrirtrr Cellulose.
läserneNnzüge Papierkleiduugen efähr, liche Spazierstoeke Tie neuen artuschen. Künstlich, Teide Wunderdinge der oder, e Technik. Nach der Erfindung des Hartglases hegte man bekanntlich sehr weitgehende Hoffnungen in Bezug auf die Anwendung des Glases. Man träumte zum Wenigsten von der Herstellung gläserner Gebäude und Paläste, während eine andere Richtung dieser Technik ganz brauchbare und hübsche Glasanzüge lieferte. Das Glas wurde zu diesem Zweck zu äußerst feinen Fäden ausgespönnen, und aus diesem wurde auf besonderen Webstühlen ein Stoff gewebt, welcher auf mehreren Weltausstellungen berechtigtes Aufsehen erregte. Was die Einen vom Glas wollten, das erhofften die Anderen vom Papier. Jahrelang gehörte die Nachricht von den papierenen Eisenbahnrädern und Schiffen zum eisernen Bestand technischer Enten und Seeschlangn. welche mit einer gewissen Regelmäßigkeit immer wieder auftauchten. Daneben kam das Bestreben, aus dem Papier auch brauchbare Kleidungsstücke herzustellen, keineswegs zur Ruhe, und man konnte sich dabei wenigstens auf die Japaner berufen, bei denen der komplette Papieranzug weiteste Verbreitung gefunden hat. Während aber Glas und Papier sich nicht halten konnten, macht in neuester Zeit Schießpuloergewebe der Firma Friedrich Krupp viel von sich reden. Unser modernes Schießpulver ist seit Langem kein eigentliches Pulver mehr. Es wird durch die Behandlung verschiedener Pflanzenstoffe mit starker Salpetersäure gewonnen, und während der Fabrikation befindet sich die dabei entstehende Nitrocellulose geraume Zeit in einem breiigen, plastischen Zustande. Später erstarrt dieser Brei zu einer hornartigen Masse, welche dem Celluloid, aus welchem wir unsere Kämme fertigen, sehr ähnlich ist. Will man einen solchen Stoff noch Pulver nennen, so muß man den Begriff des staubigen, feinkörnigen endgiltig davon trennen. Man muß sich vergegenwärtigen, daß man aus dem Brei alles Mögliche herstellen kann, und daß man ihm gerade diejenigen Formen geben wird, welche für die Geschützladung die vortheilhaftesten sind. So entstand schon vor längerer Zeit das Röhrenpulver, aus welchem namentlich die Ladungen der schweren Küsten- und Schiffsgeschütze bestehen. Das Pulver, das heißt der Cellulosedrei, ist hier in die Form nudelartiger Hohlstangen gebracht. So besteht beispielsweise die Ladung des Krupp'schen 30.5-Centimetergeschützes aus derartigen 1.8 Meter (6 Fuß) langen Stäben. Ein solcher Stab, in der Mitte zerbrochen, würde also immer noch zwei gute Spazierstöcke abgeben. Käme freilich ein solcher Stock zur Explosion, etwa indem sein Träger damit einen scharfen Schlag auf einen Stein ausführte, so würde der Stock in Bruchtheilen einer Sekunde verpuffen und seinen Träger auf die Reise in das Nichts mitnehmen. Man sieht, daß es seine Bedenken hat, die hochnitrirte Cellulose zu Gebrauchsgegenständen zu verarbeiten. Will man den nützlichen Stoff, welcher einen guten Ersatz für Horn und Schildpatt bietet, für Gedrauchsgegenstände benutzen, so muß man sich mit einer niedrigeren Nitrirung begnügen, welche die Masse plastisch macht, ohne ihr eine starke Explosionsfäbigkeit zu verleihen, man muß Celluloid wählen. So hat denn auch Friedrich Krupp seine Pulverstoffe nicht für die Konfektion gewebt, sondern für die Herstellung von Geschützkartuschen. In früheren Zeiten pflegte man die PulVerladungen der Geschütze in Beutel aus guter Rohseide, die sogenannten Seidenkartuschen, zu verpacken. Bei Verwendung des älteren rauchenden Pulvers verbrannte der Seidenveutel beim Schuß ziemlich vollständig mit, so daß das Geschoß sofort für den zweiten Schuß frei war. Beim rauchlosen Pulver blieben oft unverbrannte oder gar glimmende Seidi,nfetzen im Rohr zurück, welche zu Störungen und Unglucksfallen Veranlassung geben konnten und leider auch oft gegeben haben. Die Benutzung von Kartuschenbeuteln aus dem Pulvergewebe beseitigt diesen Uebelstand mit einem Schlage. Der Beutel wirkt hier einfach als Theil der Ladung. Er explodirt ebenso momentan wie diese und hilft das Geschoß mit aus dem Lauf treiben. So wird denn das explosive Gewebe nach allen Regeln der löblichen Schneiderzunfl verarbeitet. Mit Messer und Scheere werden die Kartuschen ausgeschnitten. und mit feinem Pulvergarn werden mit der Hand oder auf gewöhnlichen Nähmaschinen die zugeschnittenen Theile zum Beutel zusammengenäht. Bei dieser Gelegenheit mag übrigens noch erwähnt werden, daß man aus niedrig nitrirrer Cellulose recht brauchbare Gewebe fertigt, welche Voraussichtlich einmal der natürlichen Seide, welcher sie äußerst ähnlich sind, starke Konkurrenz machen werden. Die Anwendung der Elektrizität bei allerlei Verrichtungen im täglichen Leben macht in England riesige Fortschritte. Der gewohnliche Preis ist 2j Cents per Stromeinbeit.
