Indiana Tribüne, Volume 26, Number 253, Indianapolis, Marion County, 16 June 1903 — Page 3
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Jndiana Tribüne. HM Juni 1903. 3
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EignUhümn
Der Präsident Beim erfolgreichen Sängerfeft in Baltimore.
Die bevorstehenden Aefttage in Kiel.
Entsetzliche Katastrophe in Oregon.
Das Hochwasser. St. Louis, 11. Juni. Der Fluk ist somit gefallen, daß verschiedene der
östlichen Bahnen, die bisher von Ost
St. LouiS abgeschnitten waren, heute
in den Union Bahnhof einfuhren. Der
Wafferftand war Vormittags 35.3 Fuß, ein Sinken um 1.3 Fuß während
der letzten 24 Stunden.
Ver. Grnbenarbeiter.
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Eine ganze Stadt von einer Fluth vertilgt.
Die Kohlengräber - Convention eröffnet.
Die Vertreter der amer. Jnden beim Präsidenten.
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Nordöstlicher Sängerb u n d.
Baltimore, 15. Juni. In
der Armory-Halle fand heute eine Ge-
neralprobe statt, an der das volle Or
chester, der Gemischte Chor und die Ver-
einigten Sänger theilnahmen. Nach mittags wurde das erste Preis-Wettsin
gen abgehalten unter Theilnahme fol
gender Vereine:
EinzelneVereine vonKlaffe 3: Abend
bei der See", Lenau; Eintracht, Union
Hill, N. I.; Fairmount Liedertafel, Philadelphia; Frohsinn, Lingist und
City, New Nork; Orpheus Liederkranz, Newark. N. I.; 5?reuznacher Sängerbund, Philadelphia; Saxonia Man-
nerchor, Philadelphia. Einzelne Vereine von Klajft 2: Haufners Rückkehr", Angerer; Alemannia, Philadelphia; Delaware Sängerbund, Wilmington. Del.; Frohsinn, Pittsburg. Stadt-Verbände von Klaffe 1: Ein Sang vom Rhein", Joseph Schwach; Ver. Sänger von Brooklyn, N. ?).; Die Wald-Messe", Reinhold Becker, Ver. Sänger von Newark, N. I.; Frühlings-Regen", Munninger, Ver. Sänger von New - York ; Mein Sang", Gottfried Angerer, Ver. Sänger von Philadelphia. Präs. Roosevclt, der preuß. Finanz-
minister von Rheinbaben, Speck von Sternburg und viele Notablen wohn-
ten dem Conzerte, welches höchst erfolg
reich verlief, bei. Während des Em
pfangs am Abend hielt der Präsident
eine längere die deutschen Bestrebungen
anerkennende Rede.
Präsident beschenkt.
Washington, 15. Juni. Cheng
Tung Lia-Cheng, der chinesische Ge-
sandte, machte heute seinen formellen
Antrittsbesuch beim Präsidenten. Er
wurde vom Staatssekretär vorgestellt.
Kurz darauf erschien der italienische
Gesandte Mayor des Planche und
überreichte dem Präsidenten ein Ge
schenk des Königs von Italien, 20
Bände Kriegsberichte des Prinzen
Eugen v. Savoyen und eine Ausgabe
von Dantes Göttlicher Comödie.
Später kam der französische Botschafter Jufferand, um ein Geschenk des
Präsidenten Loubet zu üerdringen.
Es besteht aus einem künstlerisch schönen Werke, das Namen und Geschichte
aller jener Franzosen enthält, die in
Washington's Armee fochten.
Die Flottenfefte in Kiel.
Washington, 15. Juni.
Das Staatsminifterium erhielt die Meldung, daß die amerikanische Flotte
vom 23. bis zum 30. d. Mts. Gast des
deutschen Kaisers in Kiel sein wird.
Die amerikanischen Schiffe sind jetzt in
Southampton.
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Entsetzliches Unglück in
Oregon.
P o r t l a n d, Oregon, 15. Juni.
Gleich nach einem Wolkenbruch ergoy
sich eine 20 Fuß hohe Fluthwelle aus
Willow Creek, gestern nach ein einge
tretener Dunkelheit über das Städtchen
Heppner in Oregon. Sämmtliche Wohnhäuser wurden fortgespült und
die Hälfte der 1200 Einwohner ertran
ken. 300 Leichen hat man jetzt qebor-
gen und die Ueberlebenden sind ohne
Obdach und Nahrung. Ganze Fami
lien wurden durch nie Fluth ausge
rottet.
Spokane, Wash., 15. Juni.
Nachrichten aus Jone bestätigen die Anzahl der Ertrunkenen; doch find die
Telegraphendrähte niedergeriffen und
nur magere Nachrichten durch Boten
erhältlich. Heppner ist ein Städtchen von etwa 1,250 Einwohnern am Endpunkte einer Zweiglinie der Oregon
Bahn.
S c r a n t o n, Pa., 15. Juni.
Die Convention der Ver. Grubenarbeite?, welche anläßlich der Weige-
rung der Grubenbesitzer, die Distrikts-
Präfidentan Fahey, Nichols und Dettey als Vertreter bei der Versöhnung?Behörde anzuerkennen , einberufen
wurde, trat heute Vormittag zusammen.
In Anwesenheit von 450 Delegaten
wurde Präsident Mitchell zum Vor-
sitzenden gewählt, der kurz darauf mit Louis Hammcrlin, dem Vertreter Se-
nator Quay'c- während des letzten
Streiks, conferirte. Mitchell glaubt an Herstellung des Friedens, da die Be
sitzer schmerlich die Arbeiter in einen neuen Streik hineindrängen wollen. S c r a n t o n, Pa.. 15. Juni. 640 Delegaten wohnten der gestrigen
Convention der Grubenarbeiter bei. Präsident Mitchell führte den Vorsitz. Die Angelegenheit des Versöhnungsausschusses wurde dem Beschlüsie-Co-mite überwiesen. Herr Mitchell gab seiner Enttäuschung über die Haltung
der Grubenbesitzer, die er als kleinliche Nergelei bezeichnete, Ausdruck. Er erklärte, daß, falls die Grubenarbeiter sich eines solchen Treubruchs schuldig gemacht hätten, er der erste sein würde, der sie verurtheilen würde.
Wenn jede Seite fortwährende tech nische Kleinigkeiten anführe, um Un einigkeit herbeizuführen, so wäre es besser gewesen, die SchiedsgerichtscomMission wäre nie ernannt worden", sagte Herr Mitchell. Obgleich der Spruch des Schiedsgerichts in finanzieller Weise den Ansprüchen der Arbeiter durchaus nicht gerecht
geworden wäre, so wären die Arbeiter
doch bereit, fich zu fügen.
Die Grubenbesitzer hätten die Vertre-
ter der Arbeiter zur Versöhnungsbe
hörde zurückgewiesen, weil dieselben er
nannt und nicht erwählt worden seien.
Der Schiedsspruch habe aber ausdrücklich bestimmt, daß diese Vertreter von
der größten Vereinigung der Gruben
arbeite? zu ernennen seien. Man könne den Grubenbesitzern nicht gestatten, den
Schiedsspruch nach ihrem Gutdünken allein auszulegen.
Der Vorsitzer der Schiedsgerichts-
Commission, Richter Gray habe ver-
fügt, daß die Ernennung durch die regulären Beamten der Mehrheits-
Organisation zu geschehen habe und
dies wären ohne Zweifel die drei Cxecutiv - Behörden. Sekretär George
Harthein erklärte, daß er es auf einen 6 Nonatc langen Streik nicht ankom-
men würde, wenn es sich um Wahrung de Rechtes handle. Ein farbiger Dele-
gat Wm. Tarr protestirte gegen einen neuen Streik, wurde aber von den
anderen Delegaten energisch zur Ruhe
verwiesen.
Das Beschlüsse-Comite wird morgen
Vormittag 9 Uhr einberichten.
JmGerichtssaal erschossen.
New York, 15. Juni. Charles
F. McFarland von der Anti-Lotterie-
Gesellschaft wurde heute im Hauptzim-
zimmer des Criminalgerichts-Gebäudes
von dem Neger W. Spencer erschaffen.
Der Neger sollte Heute wegen Verletzung
des Anti-Lotterre - Gesetzes processtrt
werden. Er ist verhaftet und bereits
von der Grandjury wegen Mordes im
ersten Grade angeklagt.
Der Hotel'Streik. Chicago, 15. Juni. Trotz-
dem die Streike? ihre Anstrengungen
verdoppeln, scheinen doch Aussichten
auf Beilegung der Hotel- und Reftau-
rant-Streiker vorhanden.
Präsident Gompers von der A. F.
of L. ist angekommen und seine Beru
fung ging von gemäßigten Arbeiter
führern aus. Eine Reihe von Ge
werkschaften haben ein Eingreifen in
den Streik abgelehnt.
Abordnung der Juden
bei Roosevelt.
W a s h i n g t o n, 15. Juni. Die
Juden Amerikas brachten heute ihre
Eingaben durch Vermittlung ihres re
präsentativen Verbandes, des B'Nai
B'rith, vor de Präsidenten und
Staatssekretär. An ihrer Spitze befand fich Präsident Leo N. Nevi aus
New York. Sekretär Hay empfing die
Abordnung im diplomatischen Zimmer und führte sie dann zum Präsidenten
in's Weiße Haus, wo sie dem Präsidenten gleichfalls ihre Wünsche darlegten. Die Unterredungen waren für die Abordnung befriedigend, wenn fich auch ergab, daß bei der für sie wichtigsten Sache, der Besserung der Lage der
russischen Juden, ein Vorgehen der Regierung augenblicklich nicht herbei-
geführt werden kann. Den Haupt-
gegenstand der Unterhaltung bildete das Maffacre von Kifhineff und die
Abordnung bat den Präsidenten, beim
Zaren vorstellig zu werden. Präsident und Sekretär hörten mit tiefem In-
Kresse zu. waren jedoch nicht in der
Lage, bestimmte Zusagen zu machen. In längerer Rede hob der Präsident hervor, wie sehr er die israelitischen Bürger schätze und erwähnte auch, wie er als Polizeipräsident die antisemitischen Agitationen Stöcker's vereitelte. Unsere Flotte. W a s h i n g t o n, 15. Juni. Dem Marine-Departement wurde gemeldet, daß die Potamac" auf den Laj aengen
im Fajarda Hafen festgefahren ist. Die
Kreuzer Panther" und Hucar" sind ihr zu Hilfe gesandt worden. Die Raleigh", deren Capitän Coghlan durch
Hoch der Kaiser" seinen Seemannsruf
begründet hat, mußte wieder nach Aden
zurück. In den Kesseln befinden fich
L öcks und die Dampfröhren sind fehlerhaft. Die Raleigh" wurde erst vor
drei Monaten gänzlich renovirt.
Zum Poftskandal. Washington, 15. Juni. Der
Ober-Postmeister unterbreitete die Berichte der Postamts-Jnspectoren und
sämmtliche Dokumente, die auf die
Untersuchung Bezug haben, dem Präsidenten. Die Berichte sollen Donnerstag früh der Presse übergeben werden. Krisis angeblich nahe. New York, 15. Juni. Entmicklungen von großem Interesse anläßlich der Pch-Skandale stehen für diese Woche zu erwarten. Die vielen von Washington abgesandten Inspektoren betreiben die Untersuchung mit großer Hast und alle Anzeichen wirken aus die nahende Krisis. In den Hotels und wo immer Publikum die Postamts-
Angelegenheiten besprach, schwirrten Gerüchte von bevorstehenden Verhaf-
tungen umher. Die Bundes-Grand-jury. die am Freitag zusammentrat,
dürfte verschiedene Anklagen erheben.
Washington. 15. Juni. Ober-
Poft-Jnspektor Cochran, der sich in
New York der Untersuchung halber be-
fand, ist heute zurückgekehrt. Ueber die Natur seiner Mission verhielten sich die Beamten zugeknöpft.
Der preuß. Finanzmini-
fter beim Präsidenten. Washington, 15. Juni. Freiherr von Rheinbaben unterrichtete fich hier über die Eintreibung der Binnenfteuern. hauptsächlich mit Bezug auf Tabak und speiste dann mit dem Präsidenten. ff o u l k e geht.
Washington, 15. Juni. Im
Weißen Hause wurde heute ein Baucht
ausgegeben, nach welchem Alford War-
riner Cooley von West Chester, N. ,
zum Civil-Commissar an Stelle von
W. D. Foulke ernannt wurde, der zu rückgetreten ist.
Das berühmte Missourier
Obergericht.
I e f f e r s o n City, 15. Juni.
Das Odergericht wies die vom General-
anmalt Crow gegen den Tabakstrust
und 13 Bahngesellschaften erhobenen Anklagen, die das Antitrustgesetz übertreten hatten, ab.
Bratton unter Mord b e s ch u l d i g u n g. St. Louis, 15. Juni. Die
Coroners-Jury untersuchte heute den Tod von C. Hamley. der bei Unruhen in Oft Louis am Samstag den Tod
fand. Das Verdikt erklärt John S. Bratton und Andere für verantwortlich. Bratton ist ein bekannter Pferdehändler. Einige Minuten verließ die Jury heute den Gerichtsfaal, um der Grand jury Platz zu machen, welch? die Einäscherung von Ewen's Hotel untersuchte. Richter Redwine bemerkte in seinen Instruktionen an die Großgeschworenen, er zweifle, ob es irgend ein aefittetes Gemeinwesen auf der Welt
gebe, wo Leben und Eigenthum so we-
nig gesichert seien wie in Breathitt
County.
M a r q u e t t e , Mich. Seit drei Tagen wüthen im östlichen Theile der
Halbinsel heftige Waldbrände.
In B r 5 S c i a starb vor Kurzem der frühere Bürgermeister von Goito bei Mantua, Dr. Francesco Boldrini. der, mit Uebergehung seiner armen Verwandten, seinen GutsverWalter Carlo Cent zum Universalerben seines drei Millionen Lire betragenden Vermögens machte. Obwohl das Te-
stament unanfechtoar war, beschloß Ceni, von der ererbten Summe nur 500.000 Lire für sich zu behalten und 100.000 Lire seinen eigenen armen Verwandten zu schenken. Der Rest der Erbschaft, mehr als zwei Millionen Lire, überließ er großmüthig den enterbten Verwandten des Dr. Boldrini und zahlte auch ein Legat von 200.000 Lire ai, das Dr. Boldrini in einem früheren Testament für eine Nichte festgesetzt, jedoch wieder zu-
rückgezogen batte. Die gronmuryige Handlungsweise des Univerfalerben erregt in Italien das größte Aufsehen. B e i d e m 21. U l a n e n r e g im e n t in Dublin haben fich skandalöse Ereignisse zugetragen. Nach einem Festessen wurde ein Kamerad, der mißliebig war. weil er sich im Verkehr sehr zurückhaltend bewies, von den Officieren durchgeprügelt, seine Kleider wurden ihm zerschnitten und er wurde eine Treppe hinuntergeworfen. Zwei oder drei andere Officiere. die wegen Auszeichnung vor dem Feinde zu Mitgliedern des Officiercorps ernannt worden waren, diesem aber nicht gefielen, sollen in ähnlicher Weise behandelt worden sein. Schließlich hatten die Leutnants auch an dem Reitlebrer des Regiments ihren Groll aus-
zulassen versucht, weil dieser Officier aus der Front hervorgegangen ist. Der Reitlehrer wußte sich aber ganz energisch seiner Haut zu wehren und machte außerdem über die Mißhandlungen seiner Kameraden an das Kriegsministerium Meldung. Sämmtliche Einwoh-
ner des griechischen Dörfleins Kontales. vom silberbärtigen Popen bis herab zum sonnverbrannten Hirtenjungen der Gemeinde, erfüllten den Sitzungssaal der Athener Schwurgerichts, um Zeugniß abzulegen in Sachen eines Dramas, das fich in ihrem Orte abgespielt hatte. Zwei hübsche Mädchen, die 20jährige Konstantine und die 17jährige Marie Phingoll aus Kontales hatten sich wegen der Ermordung eines 23jährigen jungen Mannes Namens Ratsabaris zu verantworten. Die Mädchen hatten den iunaen Landmann, der Nachts in Ab-
Wesenheit ihres Vaters in ihr Haus escklicken war. um eine von ihnen zu
entführen, mit landwirthschaft lichen
Gerathen m grausamster Weye umgebracht. Sie wurden zu fünf Jahren
Gefängniß verurtheut, well Ne nacy Aussage der Zeugen den Ratsabaris
absichtlich ln rhr Haus gelockt yanen,
um ihn wegen eines von ihm begange-
nen Diebstahls den Beyorden auszuliefern. Es scheint, daß die Zudringlichkeit des jungen Mannes dieSchwestern
dann zu der grausamen Mordtyat oestimmt bat. D e r gestohlene Stradiv a r i u s des Zaren, der unlängst auf
unerklärliche Welse aus dem Petersburger Museum verschwand, ist auf eine ebenso merkwürdige Weise wiedergefunden worden, und zwar durch den in Berlin statiomrten Fl'nanzagenten der Vereinigten Staaten. Partello. Der Zar schätzte diese Geige besonders hoch, weil sein Vater darauf zu spielen pflegte. Nach ihrem Verschwinden forschten die russische und die gesammle europäische Polizei überall nach denl Instrument, ohne eine Spur von ihm zu entdecken. Da erfuhr Herr Partello, der selbst Sammler alter Violinen ist, von einem Stradioarius, der kürzlich in einem Städtchen in Süd - Frankreich verkauft worden sei.
Der dortige Sammler hatte die Geige
für 12.500 Francs von eurem Pariser Händler erstanden. Es stellte sich nun
keraus. dafc es das gestohlene Jnuni
ment war. Partello benachrichtigte den russischen Hof und erhielt den Auf-
trag, die Geige zurückzukaufen und dem HändlerStraflosigkeit zuzusichern. Das aeschah. und heute ist der Stradi-
varius wieder im Besitze seines recht-
manlqen Elgenthumers. Wer aber
der Dieb war, weiß man bis heut
nicht.
AusAbazzia wird b e-
richtet: Der greise Großherzog
Adolf von Luxemburg werlt seit anfangs Januar in unserem Kurorte.
Er unternimmt taallch Vor- und
Nachmittag Spazierfahrten in seinem
Rollwagen aus den herrlich gelegenen Strandwegen., In der Nähe des Ha-
fens von Volosca sati taallch ein Orts
armer, welcher den Großherzog immer ehrfurchtsvoll grüßte und von ihm
stets ein Geschenk erhielt. Nun fehlte
zwei Tage hintereinander dieser Bettler. was dem Großherzog auffiel; es wurden durch den Kammerdiener beim
Gemeindeamte und beim Pfarrer Erkundigungen eingezogen, und man brachte in Erfahrung, daß der Bettler an einer Lunaenentzünduna gestorben
Wäre. Sofort mußte der Tag und die
Stunde des Leichenbegängnisses ermrt-
telt werden. Es wurde von Sem des Großherzogs ein Kranz bestellt, und er ließ es sich nicht nehmen, dem greisen Bettler die letzte Ehre zu erweisen und ihn persönlich zu Grabe zu geleiten. Hinter dem einfachen Sarge fuhr bis zur Kirche und von dort bis zur Grabstätte derGrohherzog von Luxembürg. Der Grotzherzog erkundigte sich dann nach der Familie des armen Mannes und spendete derselben einen nicht unbedeutenden Betrag.
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Plaidoyers der Ver t h e l d l g U N g. Jackson. Ky., 15. Juni. In
dem Mordprozeffe gegen White und
Jett eröffnet: heute Anwalt Golden die Plaidoyers für die Vertheidigung. (5r
suchte die belastenden Aussagen des
Hauptzeugen der Staatsanwaltschaft,
des Capitün's Ewen, zu entkräften.
Die Vertheidigung sucht Jett um jeden
Preis zu retten und läßt im Nothfalle
White fallen.
Die große Thalsperre der Urft, eines Nebenflusses der in die Maas mündenden Ruhr, die gröhte Thalsperre des europäischen Festlandes, wird voraussichtlich noch bis Ende dieses Jahres fertiggestellt werden. D er Großgrundbesitzer Barber - Neumann starb dieser Tage in Wien. Er war leidend und hatte sich mit einem Stäbe von Aerzten es waren ihrer 12 umgeben. Oft sah man den kranken reichen Mann im Prater spazieren fahren, gehi't in Decken und Tücher, zwei Aerzte ihm gegenüber. In einem zweiten Wagen folgten noch vier Aerzte. Nach kurzer Fahrt wurde Rast gemacht; die Aerzte tran.'en Sekt. Herr Barber - Neumann nahm ein Plllverchen. Hu seinen Herzbeschwerden kam noch em sehr schmerzhaftes Ohrenleiden hinzu. Jetzt hat ihn der Tod von seinen Lei den erlöst. In Magdeburg machte die Criminalpolizei einen überraschenden Fang. Es gelang ihr, eine jugendliche Einbrecherbande bei frischer That zu ertappen. Die Mitglieder derselben fünf Schulknaben, von denen drei das strafmündiqe Alter überhaupt
noch nicht erreicht haben arbeiteten" bereits mit vollendetem Raffinement und betrieben als Specialität während der letzten Monate wiederholt Einbrüche in Weinkeller, Plünderung von Automaten sowie Diebstähle von Tauben und Singvögeln. Die hoffnungsvollen Bürschchen sind geständig und räumen ein, unter anderem nicht weniger als 12 Brieftauben und 28 Kanarienvögel (!) erbeutet und ver-' kauft m haben.
